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Zeitungsdeutsch
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Heinz Lohmann
2018-11-15 15:07:54 UTC
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Es gibt zwei Ausdrücke, die mir in letzter Zeit wieder aufgefallen sind,
und die ich im Alltag nie gehört habe, sondern nur aus der Zeitung kenne.
Ich weiß nicht, ob es anderen genauso geht oder jemand diese Wörter im
eigenen aktiven Wortschatz hat.

1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)

2. Steppke (für kleine Jungen)

Eventuell sind beide irgendwo regional verbreitet; in den Tageszeitungen
scheinen sie aber im ganzen Land vorzukommen.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Sergio Gatti
2018-11-15 15:24:50 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Es gibt zwei Ausdrücke, die mir in letzter Zeit wieder
aufgefallen sind, und die ich im Alltag nie gehört habe,
sondern nur aus der Zeitung kenne.
Ich weiß nicht, ob es anderen genauso geht oder jemand diese
Wörter im eigenen aktiven Wortschatz hat.
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
Laut <https://de.wikipedia.org/wiki/Regiolekt> soll
Knöllchen aus dem Rheinischen kommen, aber es ist auch hier
(Berlin) geläufig. Nur deshalb nicht im aktiven Wortschatz,
weil ich niemals falsch parke. ;-)
Post by Heinz Lohmann
2. Steppke (für kleine Jungen)
Eine Endung auf -ke ist meistens berlinerisch. So auch hier.
Ich glaube, es bedeutet etwas mehr als nur "kleiner Junge",
aber Christina weiß sicher mehr.
Detlef Meißner
2018-11-15 15:34:25 UTC
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Es gibt zwei Ausdrücke, die mir in letzter Zeit wieder aufgefallen sind, und
die ich im Alltag nie gehört habe, sondern nur aus der Zeitung kenne.
Ich weiß nicht, ob es anderen genauso geht oder jemand diese Wörter im
eigenen aktiven Wortschatz hat.
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
2. Steppke (für kleine Jungen)
Eventuell sind beide irgendwo regional verbreitet; in den Tageszeitungen
scheinen sie aber im ganzen Land vorzukommen.
Knöllchen ist weit verbreitet, Stepke wird wohl nur im Großraum Berlin
verwendet.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Frank Hucklenbroich
2018-11-15 15:47:28 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Es gibt zwei Ausdrücke, die mir in letzter Zeit wieder aufgefallen sind,
und die ich im Alltag nie gehört habe, sondern nur aus der Zeitung kenne.
Ich weiß nicht, ob es anderen genauso geht oder jemand diese Wörter im
eigenen aktiven Wortschatz hat.
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
Ist hier in Köln absolut üblich (auch im Hochdeutschen) und gehört seit
jeher zu meinem aktiven Wortschatz. Alternativ auch "Knolle".
Post by Heinz Lohmann
2. Steppke (für kleine Jungen)
Kenne ich als berlinerisch, würde ich aber nicht verwenden und kommt mir
eher antiquiert vor.

Grüße,

Frank
Roland Franzius
2018-11-15 16:30:22 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Es gibt zwei Ausdrücke, die mir in letzter Zeit wieder aufgefallen sind,
und die ich im Alltag nie gehört habe, sondern nur aus der Zeitung kenne.
Ich weiß nicht, ob es anderen genauso geht oder jemand diese Wörter im
eigenen aktiven Wortschatz hat.
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
von knüllen, das was mit dem Stück Papier an der Windschutzscheibe gern
machte.

Bis die Kommunen die Einrede, dass der Zahlungsbefehl nicht rechtsgültig
zugestellt sei, in der Neuordung des Ordungswidrigkeitengesetzes
geregelt haben.

Wir hatten in Göttingen seinerzeit vor Einführung der EDV den Trick, 50
DPf statt 5 DM zu überweisen.
Post by Heinz Lohmann
2. Steppke (für kleine Jungen)
Eventuell sind beide irgendwo regional verbreitet; in den Tageszeitungen
 scheinen sie aber im ganzen Land vorzukommen.
Steppke ist niederdeutsch für Stöpsel=Korken.

Das war seit dem Mittelalter die Standardbezeichnung für den Jüngsten
und Leichtesten.

Hatte wohl auch eine hintergründige Bedeutung in der Familienplanung.
Die bäuerliche Unternehmens- und Erb-Strategie benötigte drei Söhne,
danach konnte man aufhören.
--
Roland Franzius
Henning Sponbiel
2018-11-16 07:59:10 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Es gibt zwei Ausdrücke, die mir in letzter Zeit wieder aufgefallen sind,
und die ich im Alltag nie gehört habe, sondern nur aus der Zeitung kenne.
Ich weiß nicht, ob es anderen genauso geht oder jemand diese Wörter im
eigenen aktiven Wortschatz hat.
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
Mir als zugezogenem Kölner ("Immi") ist "Knöllchen" aufgefallen, weil
ich den Ausdruck lustig fand.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich der Ausdruck zu meinem Erstaunen
immer weiter (in der Presse) überregional verbreitet und dürfte
mittlerweile im gesamten deutschen Sprachraum vestanden werden.


Henning
Stefan Schmitz
2018-11-16 14:08:28 UTC
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Post by Henning Sponbiel
Post by Heinz Lohmann
Es gibt zwei Ausdrücke, die mir in letzter Zeit wieder aufgefallen sind,
und die ich im Alltag nie gehört habe, sondern nur aus der Zeitung kenne.
Ich weiß nicht, ob es anderen genauso geht oder jemand diese Wörter im
eigenen aktiven Wortschatz hat.
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
Mir als zugezogenem Kölner ("Immi") ist "Knöllchen" aufgefallen, weil
ich den Ausdruck lustig fand.
Im Laufe der letzten Jahre hat sich der Ausdruck zu meinem Erstaunen
immer weiter (in der Presse) überregional verbreitet und dürfte
mittlerweile im gesamten deutschen Sprachraum vestanden werden.
Mir war er schon zu Kindheitszeiten in Westfalen vertraut.
Bernd
2018-11-16 15:32:17 UTC
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Post by Henning Sponbiel
Post by Heinz Lohmann
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
Mir als zugezogenem Kölner ("Immi") ist "Knöllchen" aufgefallen, weil
ich den Ausdruck lustig fand.
Im Laufe der letzten Jahre hat sich der Ausdruck zu meinem Erstaunen
immer weiter (in der Presse) überregional verbreitet und dürfte
mittlerweile im gesamten deutschen Sprachraum vestanden werden.
Hierzulande (F) sagt man "Schmetterling" - das klingt ja poetischer...
bis man einen auf die Windschutzscheibe bekommt!
--
A+
Bernd Römer
Ralf Joerres
2018-11-24 12:39:34 UTC
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Post by Bernd
Post by Henning Sponbiel
Post by Heinz Lohmann
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
Mir als zugezogenem Kölner ("Immi") ist "Knöllchen" aufgefallen, weil
ich den Ausdruck lustig fand.
Im Laufe der letzten Jahre hat sich der Ausdruck zu meinem Erstaunen
immer weiter (in der Presse) überregional verbreitet und dürfte
mittlerweile im gesamten deutschen Sprachraum vestanden werden.
Hierzulande (F) sagt man "Schmetterling" - das klingt ja poetischer...
bis man einen auf die Windschutzscheibe bekommt!
Ich hatte mal frz.'papillon' für die Knöllchenverteiler/innen gehört -
vielleicht auch falsch verstanden statt für das 'Strafmandat' (sagen viele
noch für den Strafzettel, der einem unter den Scheibenwischer geklemmt
wird).

'Knöllchen' erscheint mir für meine Region (Ruhr) normal, für 'Steppke'
würde ich eher 'kleener Stöpsel' sagen. Es soll hier auch 'Stöppken'
und 'Stüppken' geben, passt gefühlsmäßig, würde ich sagen, aber ich kenne
das so nicht. Auch 'Stumpen' soll vorkommen, wer weiß... 'Steppke' würde
mir hier gesucht/geziert vorkommen. Per Vokativ ist hier regionaltypisch
'Ej Kurzen, komma hier!' anzutreffen.

Zu Knöllchen: http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-4/f15/

Ralf Joerres

Matthias Opatz
2018-11-16 16:17:34 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Es gibt zwei Ausdrücke, die mir in letzter Zeit wieder aufgefallen sind,
und die ich im Alltag nie gehört habe, sondern nur aus der Zeitung kenne.
Ich weiß nicht, ob es anderen genauso geht oder jemand diese Wörter im
eigenen aktiven Wortschatz hat.
1. Knöllchen (für Strafzettel oder Verwarnung)
Hier (Thüringen, Sachensen) üblich und unauffällig. Mir seit ca. 30 Jahren
geläufig.
Post by Heinz Lohmann
2. Steppke (für kleine Jungen)
Mit seit Kindheit geläufig, aber das scheint mir auf dem Rückzug zu sein.
Ich würde sagen: veraltend.

Matthias
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