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Das No-Go, das ein No-No ist
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H.-P. Schulz
2020-05-11 13:24:32 UTC
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Angeregt durch die "inflationärer Gebrauch ..."-Threads, hier mal eine
Merkwürdigkeit, die mir schon seit langem auffällt.

Im Englischen gibt es den Ausdruck "no-no" für soviel wie "geht gar
nicht!", und zwar ernstgemeint.

Im Zusammenhang mit gewissen sozialprekären Großstadtvierteln wurde
(in USA?) der Ausdruck "No-Go-Area" verwendet, der seinerseits
vielleicht aus dem militärischen Bereich stammen mag und soviel wie
"Sperrzone" bedeutet.

Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)? Ist es, weil die Existenz von "no-no" weit
weniger bekannt ist als eben dieses "No-Go"? Aber warum sollte
letzteres so viel bekannter sein?

Jemand eine plausible Hypothese?
Frank Hucklenbroich
2020-05-11 14:14:08 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Angeregt durch die "inflationärer Gebrauch ..."-Threads, hier mal eine
Merkwürdigkeit, die mir schon seit langem auffällt.
Im Englischen gibt es den Ausdruck "no-no" für soviel wie "geht gar
nicht!", und zwar ernstgemeint.
Für mich ist "No-no" aber auch ein Stück weit Kinder- oder Babysprache.
"Don't touch this! No! No!". Und dann fand dieses Sprüchlein im
Übertragenen Sinne seinen Weg in die Erwachsenensprache. Ich finde es immer
noch recht umgangssprachlich.
Post by H.-P. Schulz
Im Zusammenhang mit gewissen sozialprekären Großstadtvierteln wurde
(in USA?) der Ausdruck "No-Go-Area" verwendet, der seinerseits
vielleicht aus dem militärischen Bereich stammen mag und soviel wie
"Sperrzone" bedeutet.
Richtig, siehe auch:

https://de.wikipedia.org/wiki/No-go-Area

Das kommt aus dem Vietnamnkrieg.

Im No-Go-Area stand der Feind.
Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)? Ist es, weil die Existenz von "no-no" weit
weniger bekannt ist als eben dieses "No-Go"?
Vermutlich. Vielleicht auch, weil man dieses "No-no" zu infantil findet.
Das ist irgendwie Teletubby-Sprache.
Post by H.-P. Schulz
Aber warum sollte
letzteres so viel bekannter sein?
Weil die No-Go-Areas mittlerweile ein politischer Kampfbegriff sind, auch
in Deutschland. Je nach politischem Standpunkt sind das Stadtviertel mit
hoher Kriminalität, vielen Ausländern oder auch vielen Nazis.

Den Ausdruck kennt man aus der deutschen Presse.

Auch Leute, die kein Englisch können, sind sicher schon mal über diesen
Begriff gestolpert.

Wohingegen "No-no" nur im Englischen verwendet wird, und auch dort halte
ich das eher für Slang oder Umgangssprache.

Grüße,

Frank
Ralph Aichinger
2020-05-11 14:20:40 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Wohingegen "No-no" nur im Englischen verwendet wird, und auch dort halte
ich das eher für Slang oder Umgangssprache.
Naja.

https://www.forbes.com/sites/williamarruda/2016/07/27/9-interview-no-noes-that-will-keep-you-from-getting-hired/#262999e41349https://www.cosmopolitan.com/uk/love-sex/relationships/g598/First-date-conversation-no-nos/
http://cseweb.ucsd.edu/~kpister/cse130-summer19/notes/js_nono/

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Frank Hucklenbroich
2020-05-11 14:30:58 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Frank Hucklenbroich
Wohingegen "No-no" nur im Englischen verwendet wird, und auch dort halte
ich das eher für Slang oder Umgangssprache.
Naja.
https://www.forbes.com/sites/williamarruda/2016/07/27/9-interview-no-noes-that-will-keep-you-from-getting-hired/#262999e41349https://www.cosmopolitan.com/uk/love-sex/relationships/g598/First-date-conversation-no-nos/
Auch dieser Text ist recht "salopp" und umgangssprachlich gehalten.

"Unless you’re Sarah Palin, you can’t get away with longwinded, rambling,
or nonsensical sentences. (She has built a whole brand around that!)"

oder:

"Here are a few other red flags that will make them write Debbie Downer at
the top of your resume: Starting off your responses with “No."

Das ist ein ziemlich flapsiger, unterhaltsamer Schreibstil. Da passt auch
das "No-No" rein.
Post by Ralph Aichinger
http://cseweb.ucsd.edu/~kpister/cse130-summer19/notes/js_nono/
Und das ist irgendein Nerd-Kram, wo es auch nicht auf stilvollen Text
ankommt.

Grüße,

Frank
Helmut Richter
2020-05-11 14:20:31 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Angeregt durch die "inflationärer Gebrauch ..."-Threads, hier mal eine
Merkwürdigkeit, die mir schon seit langem auffällt.
Im Englischen gibt es den Ausdruck "no-no" für soviel wie "geht gar
nicht!", und zwar ernstgemeint.
Im Zusammenhang mit gewissen sozialprekären Großstadtvierteln wurde
(in USA?) der Ausdruck "No-Go-Area" verwendet, der seinerseits
vielleicht aus dem militärischen Bereich stammen mag und soviel wie
"Sperrzone" bedeutet.
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)? Ist es, weil die Existenz von "no-no" weit
weniger bekannt ist als eben dieses "No-Go"? Aber warum sollte
letzteres so viel bekannter sein?
Entspann dich mit coffee to-go (gemeint ist „take away“).
--
Helmut Richter
Frank Hucklenbroich
2020-05-11 14:33:01 UTC
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Post by Helmut Richter
Entspann dich mit coffee to-go (gemeint ist „take away“).
Ja, der berühmte Togo-Kaffee. Ein echter Exportschlager dieses kleinen
Westafrikanischen Landes.

In der Schweiz wird dieser oft in Cafés der Kette "Tea Room" serviert, die
von der gleichnamigen Dame gegründet wurde.

Grüße,

Frank
Quinn C
2020-05-11 23:40:35 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Helmut Richter
Entspann dich mit coffee to-go (gemeint ist „take away“).
Ja, der berühmte Togo-Kaffee. Ein echter Exportschlager dieses kleinen
Westafrikanischen Landes.
In der Schweiz wird dieser oft in Cafés der Kette "Tea Room" serviert, die
von der gleichnamigen Dame gegründet wurde.
Eine Dame names "Tea Room"? Aanedschlecht.
--
es sol kain leitgeb eim paurnknecht nicht mer parigen
dann sein gurtelgewant, ... swert und gugel wert ist
österr. weist.
Quinn C
2020-05-11 23:40:38 UTC
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Post by Helmut Richter
Entspann dich mit coffee to-go (gemeint ist „take away“).
"For here or to go?" is eine normale Frage zumindest in
nordamerikanischen Restaurationsbetrieben. Angeschrieben wäre meistens
"take out" - "take away" ist britisch? -, aber "to go" ist auch nicht
falsch.
<https://www.latimes.com/socal/glendale-news-press/news/story/2020-03-26/here-are-the-glendale-restaurants-offering-to-go-service-during-the-coronavirus-outbreak>
--
es sol kain leitgeb eim paurnknecht nicht mer parigen
dann sein gurtelgewant, ... swert und gugel wert ist
österr. weist.
wolfgang sch
2020-05-13 04:47:11 UTC
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Post by Quinn C
Post by Helmut Richter
Entspann dich mit coffee to-go (gemeint ist „take away“).
"For here or to go?" is eine normale Frage zumindest in
nordamerikanischen Restaurationsbetrieben.
Ja aber in England wird das als falsch empfunden, da gibt es nur "take
away" oder "take out". Es ist mal wieder symptomatisch, dass
Deutschland seine Anglizismen über den großen Teich bezieht.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
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Frank Hucklenbroich
2020-05-13 06:42:34 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Post by Helmut Richter
Entspann dich mit coffee to-go (gemeint ist „take away“).
"For here or to go?" is eine normale Frage zumindest in
nordamerikanischen Restaurationsbetrieben.
Ja aber in England wird das als falsch empfunden, da gibt es nur "take
away" oder "take out". Es ist mal wieder symptomatisch, dass
Deutschland seine Anglizismen über den großen Teich bezieht.
Wobei "Take-Away" auch das Gericht selber ist, das man sich bestellt oder
mitgenommen hat. "Let's have take-away tonight!". Oder eben der Laden, wo
man sowas abholt - in England ganz typischerweise kleine indische oder
chinesische Imbissläden, wo man sein Essen an der Theke mitnimmt ("Let's go
to the chinese take-away on the corner").

"Take out" ist mir in England allerdings nie untergekommen.

Grüße,

Frank
wolfgang sch
2020-05-13 09:52:37 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
"Take out" ist mir in England allerdings nie untergekommen.
Ich hab die Frage "Eat in or take out" (McDonalds) im Gedächtnis, und
das müsste England gewesen sein, nicht Amerika.
--
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Frank Hucklenbroich
2020-05-13 11:32:33 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Frank Hucklenbroich
"Take out" ist mir in England allerdings nie untergekommen.
Ich hab die Frage "Eat in or take out" (McDonalds) im Gedächtnis, und
das müsste England gewesen sein, nicht Amerika.
Das war dann aber ein Werbeslogan, den man vermutlich extra für McDonalds
kreiert hat.

Grüße,

Frank
Bertel Lund Hansen
2020-05-13 10:05:50 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
"Take out" ist mir in England allerdings nie untergekommen.
Das heisst "kill".
--
/Bertel
Frank Hucklenbroich
2020-05-13 11:31:46 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Frank Hucklenbroich
"Take out" ist mir in England allerdings nie untergekommen.
Das heisst "kill".
Ja, in dem Zusammenhang kenne ich das auch - oder auch "take down" :-)

Grüße,

Frank
Diedrich Ehlerding
2020-05-13 06:27:25 UTC
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Post by wolfgang sch
Es ist mal wieder symptomatisch, dass
Deutschland seine Anglizismen über den großen Teich bezieht.
Da gibt es halt mehr Englich-Muttersprachler. Und die dominieren sowohl
schriftliches Englisch (Zeitungen, Romane, Gebrauchsanweisungen, Werbung,
...) als auch gesprochenes Englisch (Film, Fernsehen, Musik, und
hierzulande - jedenfalls gebietsweise - in der ehemaligen amerikanischen
Besatzungszone - durchs Radio (AFN)).
--
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wolfgang sch
2020-05-13 10:07:05 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by wolfgang sch
Es ist mal wieder symptomatisch, dass
Deutschland seine Anglizismen über den großen Teich bezieht.
Da gibt es halt mehr Englich-Muttersprachler.
Großbritannien ist unser nächstgelegenes englischsprachiges Land, mit
dem wir den meisten persönlichen und kulturellen Kontakt haben.
Außerdem ist es das Ursprungsland der Sprache und britisches Englisch
ist der von deutschen Schulbüchern verwendete Standard.

Dass Medien und Werbung sich bewusst davon abwenden und Amerikanismen
bevorzugen, muss eine bewusste Entscheidung sein, für die es keinen
sachlichen Grund gibt sondern reine Geschmacksgründe der Leute die
das machen.
Post by Diedrich Ehlerding
Und die dominieren sowohl
schriftliches Englisch (Zeitungen, Romane, Gebrauchsanweisungen, Werbung,
...)
Was meinst du mit Werbung? Inländische Werbung aus USA oder UK spielt
bei uns keine Rolle. Das hiesige Werbe-Denglisch wird von deutschen
Marketing-Frizzen erdacht, und das nach deren eigenen Befindlichkeit.
Damit zu argumentieren ist ein Zirkelschluss. Deren Geschmack muss
ja kein Vorbild sein.

Was meinst du mit Gebrauchsanweisungen? In vielen Fällen werden
Elektrogeräte in speziell für den EU-Markt gestalteten Versionen
verkauft, die häufig in den USA nicht kompatibel wären (Netzspannung,
TV-Normen, Handynetze usw). Sofern denen eine mehrsprachige
Gebrauchsanweisung beiliegt, wird die wohl in britischem Englisch sein
- bzw. noch häufiger in falschem Englisch.
Post by Diedrich Ehlerding
als auch gesprochenes Englisch (Film, Fernsehen, Musik,
Auf den Gebieten sind beide Länder stark.
Post by Diedrich Ehlerding
und
hierzulande - jedenfalls gebietsweise - in der ehemaligen amerikanischen
Besatzungszone - durchs Radio (AFN)).
https://de.wikipedia.org/wiki/British_Forces_Broadcasting_Service#BFBS_in_Deutschland
--
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Diedrich Ehlerding
2020-05-13 12:54:22 UTC
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Post by wolfgang sch
Was meinst du mit Gebrauchsanweisungen? In vielen Fällen werden
Elektrogeräte in speziell für den EU-Markt gestalteten Versionen
verkauft, die häufig in den USA nicht kompatibel wären (Netzspannung,
TV-Normen, Handynetze usw). Sofern denen eine mehrsprachige
Gebrauchsanweisung beiliegt, wird die wohl in britischem Englisch sein
- bzw. noch häufiger in falschem Englisch.
Du glaubst doch nicht im Ernst, irgendein japanisches, koreanisches,
taiwanesiisches oder US-Unternehmen würde seine Gebrauchsanweisungen, die
es für die USA ohnehin in amerikanischem Englisch verfasst, nochmal ins
Britische übersetzen? Der war gut, erzähl noch ein paar von der Sorte
Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
als auch gesprochenes Englisch (Film, Fernsehen, Musik,
Auf den Gebieten sind beide Länder stark.
Mag sein, aber einer von beiden ist stärker. Filme aus Hollywood sind
deutlich häufiger als Filme aus GB.
Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
und
hierzulande - jedenfalls gebietsweise - in der ehemaligen
amerikanischen Besatzungszone - durchs Radio (AFN)).
https://de.wikipedia.org/wiki/British_Forces_Broadcasting_Service#BFBS_in_Deutschland

Welches der Wörter "gebietsweise", "amerikanischen" und "Besatzungszone"
hatte ich besonders undeutlich geschrieben?
--
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wolfgang sch
2020-05-13 13:57:28 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Du glaubst doch nicht im Ernst, irgendein japanisches, koreanisches,
taiwanesiisches oder US-Unternehmen würde seine Gebrauchsanweisungen,
die es für die USA ohnehin in amerikanischem Englisch verfasst, nochmal
ins Britische übersetzen?
Natürlich nicht. Ich glaube es nicht, ich weiß es. ZB die großen
japanischen Elektronik-Konzerne bieten in verschiedenen Zielmärkten
verschiedene Produkte oder Produktvarianten an, teils aus technischen
und teils aus Marketing-Gründen. Selbstverständlich werden für die
verschiedenen Produktpaletten verschiedene Manuals verfasst, die sich
nicht nur inhaltlich unterscheiden, sondern auch in der Sprache. Wieso
sollten sie eine speziell für die britische Produktvariante eines
Fernsehers geschriebene Gebrauchsanweisung auf amerikanisch verfassen
(oder umgekehrt), das hätte doch gar keinen Sinn und sie tun es auch
nicht.
Post by Diedrich Ehlerding
Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
als auch gesprochenes Englisch (Film, Fernsehen, Musik,
Auf den Gebieten sind beide Länder stark.
Mag sein, aber einer von beiden ist stärker.
Bei Musik würde ich behaupten ist für Deutschland UK ausschlaggebender,
kann aber an meiner Wahrnehmung liegen.
Post by Diedrich Ehlerding
Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
und
hierzulande - jedenfalls gebietsweise - in der ehemaligen
amerikanischen Besatzungszone - durchs Radio (AFN)).
https://de.wikipedia.org/wiki/British_Forces_Broadcasting_Service#BFBS_i
n_Deutschland
Welches der Wörter "gebietsweise", "amerikanischen" und
"Besatzungszone" hatte ich besonders undeutlich geschrieben?
Und welchen Teil von "Es gab auch eine britische Besatzungszone" hast
du nicht verstanden? :) Du wolltest die US-Färbung des hiesigen Werbe-
Denglisch mit AFN begründen, aber das ist unlogisch da in einem anderen
Teil Deutschlands ein UK-Einfluss bestand.
--
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Diedrich Ehlerding
2020-05-13 14:16:49 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
Du glaubst doch nicht im Ernst, irgendein japanisches, koreanisches,
taiwanesiisches oder US-Unternehmen würde seine Gebrauchsanweisungen,
die es für die USA ohnehin in amerikanischem Englisch verfasst, nochmal
ins Britische übersetzen?
Natürlich nicht. Ich glaube es nicht, ich weiß es. ZB die großen
japanischen Elektronik-Konzerne bieten in verschiedenen Zielmärkten
verschiedene Produkte oder Produktvarianten an, teils aus technischen
und teils aus Marketing-Gründen. Selbstverständlich werden für die
verschiedenen Produktpaletten verschiedene Manuals verfasst, die sich
nicht nur inhaltlich unterscheiden, sondern auch in der Sprache. Wieso
sollten sie eine speziell für die britische Produktvariante eines
Fernsehers geschriebene Gebrauchsanweisung auf amerikanisch verfassen
(oder umgekehrt), das hätte doch gar keinen Sinn und sie tun es auch
nicht.
Und deshalb, weil chinesische Firmen ihre Gebrauchsanweisungen so
akribisch für die jeweilige Zielsprache ziselieren, sogar für den
jeweiligen Dialekt, sind ja auch die deutschen Varuianten in so
exzellentemn und fehlerfreiem Deutsch geschrieben, dass Goethe und
schiller ihre wahre Freude daran hätten ...
Post by wolfgang sch
Bei Musik würde ich behaupten ist für Deutschland UK ausschlaggebender,
kann aber an meiner Wahrnehmung liegen.
Ich tendiere zu letzterer Hypothese.
Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Diedrich Ehlerding
und
hierzulande - jedenfalls gebietsweise - in der ehemaligen
amerikanischen Besatzungszone - durchs Radio (AFN)).
https://de.wikipedia.org/wiki/British_Forces_Broadcasting_Service#BFBS_i
Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
n_Deutschland
Welches der Wörter "gebietsweise", "amerikanischen" und
"Besatzungszone" hatte ich besonders undeutlich geschrieben?
Und welchen Teil von "Es gab auch eine britische Besatzungszone" hast
du nicht verstanden? :) Du wolltest die US-Färbung des hiesigen Werbe-
Denglisch mit AFN begründen, aber das ist unlogisch da in einem anderen
Teil Deutschlands ein UK-Einfluss bestand.
Ich woillte den _gebietsweise_ vorhandenen US-Einfluss als einen unter
vielen US-Einflüssen auf das hier wahrgenommene Englisch, nicht nur des
Werbedenglisch, begründen.
--
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HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Stefan Schmitz
2020-05-13 15:29:46 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
Du glaubst doch nicht im Ernst, irgendein japanisches, koreanisches,
taiwanesiisches oder US-Unternehmen würde seine Gebrauchsanweisungen,
die es für die USA ohnehin in amerikanischem Englisch verfasst, nochmal
ins Britische übersetzen?
Natürlich nicht. Ich glaube es nicht, ich weiß es. ZB die großen
japanischen Elektronik-Konzerne bieten in verschiedenen Zielmärkten
verschiedene Produkte oder Produktvarianten an, teils aus technischen
und teils aus Marketing-Gründen. Selbstverständlich werden für die
verschiedenen Produktpaletten verschiedene Manuals verfasst, die sich
nicht nur inhaltlich unterscheiden, sondern auch in der Sprache. Wieso
sollten sie eine speziell für die britische Produktvariante eines
Fernsehers geschriebene Gebrauchsanweisung auf amerikanisch verfassen
(oder umgekehrt), das hätte doch gar keinen Sinn und sie tun es auch
nicht.
Beim selben Produkt, das in beiden Märkten angeboten wird, wären zwei
Anleitungen in BE und AE aber etwas viel Aufwand.
Post by Diedrich Ehlerding
Und deshalb, weil chinesische Firmen ihre Gebrauchsanweisungen so
akribisch für die jeweilige Zielsprache ziselieren, sogar für den
jeweiligen Dialekt, sind ja auch die deutschen Varuianten in so
exzellentemn und fehlerfreiem Deutsch geschrieben, dass Goethe und
schiller ihre wahre Freude daran hätten ...
Wäre ja denkbar, dass chinesische Firmen sich da völlig anders verhalten als
japanische. Die Idee liegt auch nicht fern, da Japan eher für Qualität
steht und China für billige Massenware.
Sergio Gatti
2020-05-13 15:52:21 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Diedrich Ehlerding
Und deshalb, weil chinesische Firmen ihre Gebrauchsanweisungen so
akribisch für die jeweilige Zielsprache ziselieren, sogar für den
jeweiligen Dialekt, sind ja auch die deutschen Varuianten in so
exzellentemn und fehlerfreiem Deutsch geschrieben, dass Goethe und
schiller ihre wahre Freude daran hätten ...
Wäre ja denkbar, dass chinesische Firmen sich da völlig anders verhalten als
japanische. Die Idee liegt auch nicht fern, da Japan eher für Qualität
steht und China für billige Massenware.
Es ist eher so, dass japanische Firmen, vor Jahrzehnten noch der
Inbegriff der schamlosen Kopierer, etwas weiter sind als chinesische,
weil sie schon eine längere Erfahrung mit dem Westen haben.

1985 lernte ich einen Kollegen in Tokyo kennen, der von seinen
Übersetzungen aus dem Englischen ins Englische lebte. Wie bitte?
Einfach, aus dem Englischen, wie es damals in japanischen Firmen
geschrieben wurde, in eine Form der englischen Sprache, die Briten,
Amerikaner usw. problemlos verstehen konnten und eine vernünftige
Grundlage für weitere Übersetzungen bildete, z. B. ins Deutsche,
Französische, Spanische usw.
Helmut Richter
2020-05-13 16:30:40 UTC
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Post by Sergio Gatti
1985 lernte ich einen Kollegen in Tokyo kennen, der von seinen
Übersetzungen aus dem Englischen ins Englische lebte. Wie bitte?
Einfach, aus dem Englischen, wie es damals in japanischen Firmen
geschrieben wurde, in eine Form der englischen Sprache, die Briten,
Amerikaner usw. problemlos verstehen konnten
Ich las mal in einer Zeitschrift für Übersetzung, die es damals übers
Internet zu lesen gab (an den Namen kann ich mich nicht erinnern) einen
Aufsatz, in dem genau dieses Verfahren als optimal betrachtet wurde: einen
Muttersprachler der Quellsprache die erste Übersetzung eines Sachtextes
machen und einen der Zielsprache die Verständlichkeit wieder herstellen
lassen. Vor allem, wenn der erste vom Thema des Textes mehr versteht wie
hier, gibts am Ende weniger Fehler, aber auch sonst. Kann sich nämlich der
erste Übersetzer nicht richtig in der Zielsprache ausdrücken, gibts
Rückfragen vom zweiten, wenn noch etwas unklar ist. Hat dagegen ein
Übersetzer, der vor allem in der Zielsprache zu Hause ist, den Text falsch
verstanden, korrigiert ihn keiner mehr, denn sein Text liest sich flüssig,
auch wenn er sachlich falsch ist.

Was ich schon immer so mache: brauche ich einen eigenen Text auf Deutsch
und Englisch, schreibe ich ihn zuerst auf Englisch und übersetze ihn
zurück.
--
Helmut Richter
Sergio Gatti
2020-05-13 19:14:48 UTC
Antworten
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Post by Helmut Richter
Post by Sergio Gatti
1985 lernte ich einen Kollegen in Tokyo kennen, der von seinen
Übersetzungen aus dem Englischen ins Englische lebte. Wie bitte?
Einfach, aus dem Englischen, wie es damals in japanischen Firmen
geschrieben wurde, in eine Form der englischen Sprache, die Briten,
Amerikaner usw. problemlos verstehen konnten
Ich las mal in einer Zeitschrift für Übersetzung, die es damals übers
Internet zu lesen gab (an den Namen kann ich mich nicht erinnern) einen
Aufsatz, in dem genau dieses Verfahren als optimal betrachtet wurde: einen
Muttersprachler der Quellsprache die erste Übersetzung eines Sachtextes
machen und einen der Zielsprache die Verständlichkeit wieder herstellen
lassen. Vor allem, wenn der erste vom Thema des Textes mehr versteht wie
hier, gibts am Ende weniger Fehler, aber auch sonst. Kann sich nämlich der
erste Übersetzer nicht richtig in der Zielsprache ausdrücken, gibts
Rückfragen vom zweiten, wenn noch etwas unklar ist. Hat dagegen ein
Übersetzer, der vor allem in der Zielsprache zu Hause ist, den Text falsch
verstanden, korrigiert ihn keiner mehr, denn sein Text liest sich flüssig,
auch wenn er sachlich falsch ist.
Als hauptberuflicher Übersetzer muss ich entschieden widersprechen. Die
beste Reihenfolge:
1. Muttersprachliche Übersetzerin in die Zielsprache, die das Thema
ausreichend versteht. Übrigens: Schon vor vierzig Jahren hatten wir am
Ende der Übersetzer- und Dolmetscherschule jahrelange Übungen hinter
uns, wie man sich neue Themen aneignet. Und damals hatten wir kein
Internet! Riesenvorteil: Keine weiteren Kosten und keine
Missverständnisse, Rivalitäten usw. zwischen den beauftragten
Übersetzerinnen, Korrekturleserinnen usw.
2. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die das Thema
ausreichend versteht und noch dazu in die Fremdsprache sehr gut
schreiben kann. Das ist dein Vorschlag. Wie du selber sagst, braucht man
dann noch eine muttersprachliche Übersetzerin in die Zielsprache. Stell
dir mal vor: Sie möchte auch bezahlt werden!
3a. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die in die
Fremdsprache sehr gut schreiben kann. Notlösung, wenn es kaum
Übersetzerinnen gibt, welche die Ausgangssprache beherrschen. Bleiben
wir mal in der EU: Wie viele englische Muttersprachlerinnen können
Estnisch oder Slowenisch gut genug?
3b. Muttersprachliche Übersetzerin in die Zielsprache, welche die
Ausgangssprache sehr gut beherrscht, aber das Thema nicht ausreichend
versteht. Das ist wohl nur für kleine Sprachgemeinschaften ein Problem
und ich kenne mich damit nicht aus.

Ich habe ganz bewusst und völlig absichtlich "Übersetzerin" geschrieben,
um die viel zu vielen Machos in DESD zu ärgern, aber vor allem in
Anerkennung der Tatsache, dass in meiner Übersetzer- und
Dolmetscherschule gut 90% der Studierenden Frauen waren.

Übrigens: Jeder macht Fehler - ich auch - aber ein Übersetzer, der die
Ausgangssprache häufig falsch versteht, ist bald ein ehemaliger
Übersetzer, weil er oder sie keine Neuaufträge kriegt. Ich kenne ein
paar davon.
Quinn C
2020-05-13 22:49:48 UTC
Antworten
Permalink
Post by Sergio Gatti
3a. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die in die
Fremdsprache sehr gut schreiben kann. Notlösung, wenn es kaum
Übersetzerinnen gibt, welche die Ausgangssprache beherrschen. Bleiben
wir mal in der EU: Wie viele englische Muttersprachlerinnen können
Estnisch oder Slowenisch gut genug?
Ich habe in Japan mal eine Übersetzung aus dem Deutschen ins Englische
angefertigt. Hintergrund:

- Ein deutsch- und fachkundiger japanischer Übersetzer war im Zeitrahmen
nicht aufzutreiben.

- Ich habe abgelehnt, eine Übersetzung ins Japanische auch nur zu
versuchen.

Habe mich dann zu obigem Kompromiß breitschlagen lassen. Nicht wirklich
gerne, weil mir das Thema doch recht fremd war (etwas mit Hochöfen oder
so ähnlich, ich weiß es nicht mal mehr genau), aber die Auftraggeber
waren sehr erpicht darauf und immerhin so praxisnah, daß sie mir ein
einschlägiges Fachwörterbuch in die Hand gedrückt haben (damals noch auf
Papier!) Mir wurde versichert, daß die fachkundigen Leser es dann schon
verstehen werden.
--
GUGELIEREN, vb., schwelgen: dann das ander jar war ein solch gugelieren
bei dem guten most J. HEROLT
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Florian Ritter
2020-05-14 20:06:51 UTC
Antworten
Permalink
Post by Sergio Gatti
Als hauptberuflicher Übersetzer muss ich entschieden widersprechen. Die
1. Muttersprachliche Übersetzerin in die Zielsprache, die das Thema
ausreichend versteht.
[...]
Post by Sergio Gatti
2. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die das Thema
ausreichend versteht
Die Sprache versteht ein Thema?
Verwirrt: FR
Gunhild Simon
2020-05-15 13:24:37 UTC
Antworten
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Sergio Gatti
Als hauptberuflicher Übersetzer muss ich entschieden widersprechen. Die
1. Muttersprachliche Übersetzerin in die Zielsprache, die das Thema
ausreichend versteht.
[...]
Post by Sergio Gatti
2. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die das Thema
ausreichend versteht
Die Sprache versteht ein Thema?
Verwirrt: FR
Ach, Chevalier, wie und wo anders würdest Du den relativischen
Anschluß unterbringen?

Gruß
Gunhild
Roland Franzius
2020-05-15 13:34:31 UTC
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Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by Florian Ritter
Post by Sergio Gatti
2. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die das Thema
ausreichend versteht
Die Sprache versteht ein Thema?
Verwirrt: FR
Ach, Chevalier, wie und wo anders würdest Du den relativischen
Anschluß unterbringen?
Natürlich mit "welche jene". In Kreisen.
--
Roland Franzius
Florian Ritter
2020-05-16 16:38:18 UTC
Antworten
Permalink
Am Freitag, 15. Mai 2020 15:24:38 UTC+2 schrieb Gunhild Simon:

[...]
Post by Gunhild Simon
Post by Florian Ritter
Post by Sergio Gatti
2. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die das Thema
ausreichend versteht
Die Sprache versteht ein Thema?
Ach, Chevalier, wie und wo anders würdest Du den relativischen
Anschluß unterbringen?
Es ist nun einmal so, daß Schwierigkeiten mit dem
Relativanschluß auf solche mit dem Menschen deuten - FR
Martin Gerdes
2020-05-15 13:23:42 UTC
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Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Sergio Gatti
1985 lernte ich einen Kollegen in Tokyo kennen, der von seinen
Übersetzungen aus dem Englischen ins Englische lebte. Wie bitte?
Einfach, aus dem Englischen, wie es damals in japanischen Firmen
geschrieben wurde, in eine Form der englischen Sprache, die Briten,
Amerikaner usw. problemlos verstehen konnten
:-)
Post by Sergio Gatti
Ich las mal in einer Zeitschrift für Übersetzung ... in dem genau
dieses Verfahren als optimal betrachtet wurde: einen Muttersprachler
der Quellsprache die erste Übersetzung eines Sachtextes machen und
einen der Zielsprache die Verständlichkeit wieder herstellen
lassen. Vor allem, wenn der erste vom Thema des Textes mehr versteht wie
hier, gibts am Ende weniger Fehler, aber auch sonst. Kann sich nämlich der
erste Übersetzer nicht richtig in der Zielsprache ausdrücken, gibts
Rückfragen vom zweiten, wenn noch etwas unklar ist. Hat dagegen ein
Übersetzer, der vor allem in der Zielsprache zu Hause ist, den Text falsch
verstanden, korrigiert ihn keiner mehr, denn sein Text liest sich flüssig,
auch wenn er sachlich falsch ist.
Als hauptberuflicher Übersetzer muss ich entschieden widersprechen. Die
1. Muttersprachliche Übersetzerin in die Zielsprache, die das Thema
ausreichend versteht.
Jede Übersetzerin hat eine Muttersprache, nur sehr wenige haben wirklich
deren zweie. Fragt sich halt, welche Muttersprache gemeint ist, die
Ausgangssprache oder die Zielsprache.

Ich halte Deinen Satz für grammatisch verkorkst, weil Du zuviel
hineinpacken willst. Vermutlich meinst Du: "Muttersprachliche
Übersetzerin in _der_ Zielsprache, de das Thema ausreichend versteht,
übersetzt in _die_ Zielsprache."

Niemandin ist in *die Zielsprache Muttersprachlerin.
Post by Sergio Gatti
Übrigens: Schon vor vierzig Jahren hatten wir am Ende der Übersetzer-
und Dolmetscherschule jahrelange Übungen hinter uns, wie man sich neue
Themen aneignet.
"In drei Tagen von der naturwissenschaftlichen Null zur
Elektronik-Expertin."

Das merkt man vielen Übersetzungen an.
Post by Sergio Gatti
2. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die das Thema
ausreichend versteht und noch dazu in die Fremdsprache sehr gut
schreiben kann.
Ich hätte ja geschrieben: "Übersetzerin, deren Muttersprache die
Ausgangssprache ist, die das Thema ausreichend versteht und dazu noch in
der Fremdsprache sehr gut schreiben kann." Das ist zwar etwas länger als
Deine Version, aber der Bezug ist jedenfalls klar.
Post by Sergio Gatti
Das ist dein Vorschlag. Wie du selber sagst, braucht man
dann noch eine muttersprachliche Übersetzerin in die Zielsprache. Stell
dir mal vor: Sie möchte auch bezahlt werden!
3a. Muttersprachliche Übersetzerin aus der Ausgangssprache, die in die
Fremdsprache sehr gut schreiben kann. Notlösung, wenn es kaum
Übersetzerinnen gibt, welche die Ausgangssprache beherrschen. Bleiben
wir mal in der EU: Wie viele englische Muttersprachlerinnen können
Estnisch oder Slowenisch gut genug?
3b. Muttersprachliche Übersetzerin in die Zielsprache, welche die
Ausgangssprache sehr gut beherrscht, aber das Thema nicht ausreichend
versteht. Das ist wohl nur für kleine Sprachgemeinschaften ein Problem
und ich kenne mich damit nicht aus.
Ich habe ganz bewusst und völlig absichtlich "Übersetzerin" geschrieben,
um die viel zu vielen Machos in DESD zu ärgern, aber vor allem in
Anerkennung der Tatsache, dass in meiner Übersetzer- und
Dolmetscherschule gut 90% der Studierenden Frauen waren.
Du bist hinter der Zeit. Der wahre Gendernde spricht von
"Dolmetschenden" und "Übersetzenden".

Das nervt in der Tat, aber nicht etwa deswegen, weil ich Macho wäre,
sondern weil ich für Prägnanz in der Sprache bin. Außerdem bin ich der
Auffassung, daß sich das entscheidende Bauteil einer oder eines
Übersetzenden oberhalb der Schultern findet (jedenfalls bei aufrechter
Körperlage) und nicht in der Unterhose.
Post by Sergio Gatti
Übrigens: Jeder macht Fehler - ich auch - aber ein Übersetzer, der die
Ausgangssprache häufig falsch versteht, ist bald ein ehemaliger
Übersetzer, weil er oder sie keine Neuaufträge kriegt. Ich kenne ein
paar davon.
Je nachdem. Auch unter den Beauftragenden gibt es Leute, die Fehler
machen oder komische Vorstellungen haben. Es soll sogar schon Fälle
gegeben haben, in denen Übersetzende den Beauftragenden den Stuhl vor
die Tür gesetzt haben (wenngleich solche Fälle angesichts der Marktlage
sicher nicht besonders zahlreich sind). Manchmal stecken auch die
Controllenden dahinter, denen ein bewährter Übersetzender zu teuer ist.
Die bekommen dann gelegentlich von den *Fachleutenden in ihrer Firma
gesagt, daß die Übersetzung der wenig fachkundigen, aber halt billigen
Übersetzenden, so schlecht ist, daß sie selbst das billige Geld nicht
wert sind, so daß es im Interesse einer seriösen Außendarstellung ggf.
sinnvoll ist, wieder zu dem etwas teureren Übersetzenden zurückzugehen.

Maschinenübersetzungen sind verblüffend gut geworden, aber sie hauen
halt gelegentlich so grandios daneben, daß man sie nicht ohne
fachkundige Revision auf Texte und Beauftragende loslassen sollte.
Vermutlich jeder Übersetzer nutzt heute sein wohlgepflegtes Translation
Memory, das ihm viel Routinerecherche und Tipparbeit abnimmt. Man kann
das auch weiter rationalisieren, indem man den Computer erstmal komplett
übersetzen läßt und dann den Rohtext "nur" noch überarbeitet. Manchmal
mag das insgesamt dann schneller gehen, in Einzelfällen kostet die
Überarbeitung allerdings so viel Zeit, daß man besser von vornherein
übersetzt hätte.

Internet ist zwar Neuland, aber es entwickelt sich halt noch immer
rasant weiter.
Quinn C
2020-05-15 17:29:47 UTC
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Post by Martin Gerdes
Du bist hinter der Zeit. Der wahre Gendernde spricht von
"Dolmetschenden" und "Übersetzenden".
Das nervt in der Tat, aber nicht etwa deswegen, weil ich Macho wäre,
sondern weil ich für Prägnanz in der Sprache bin. Außerdem bin ich der
Auffassung, daß sich das entscheidende Bauteil einer oder eines
Übersetzenden oberhalb der Schultern findet (jedenfalls bei aufrechter
Körperlage) und nicht in der Unterhose.
Das ist schon eine interessante Logik. Deiner Meinung nach lenkt also
nichts die Aufmerksamkeit so sehr auf die Unterhose, wie wenn man deren
Inhalt bewußt nicht zur Sprache bringt.

Das würde ich im Grunde nur von denen erwarten, die darunter leiden, daß
ihre diesbezügliche Neugier nicht befriedigt wird.
--
ê liezen sich die man schouwen
âne gugel vor den frouwen,
nu siht mans in den gugeln gân
vor den frouwen als ein man, -- TEICHNER
Diedrich Ehlerding
2020-05-15 17:52:10 UTC
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Post by Quinn C
Das ist schon eine interessante Logik. Deiner Meinung nach lenkt also
nichts die Aufmerksamkeit so sehr auf die Unterhose, wie wenn man deren
Inhalt bewußt nicht zur Sprache bringt.
Bein. Seiner, und auch meiner Meinung nach lenkt die Genderei den Blick
auf die Unterhose, auch dann und insbesondere dann, wenn es dafür keinen
Anlass gibt.
--
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Diedrich Ehlerding
2020-05-15 18:06:00 UTC
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Post by Quinn C
Das ist schon eine interessante Logik. Deiner Meinung nach lenkt also
nichts die Aufmerksamkeit so sehr auf die Unterhose, wie wenn man deren
Inhalt bewußt nicht zur Sprache bringt.
Nein. Seiner, und auch meiner Meinung nach lenkt die gerade Genderei den
Blick auf die Unterhose, auch dann und insbesondere dann, wenn es dafür
keinen Anlass gibt und dieser Blickwinkel völlig fehl am PLatze ist.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
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Stefan Ram
2020-05-15 18:54:07 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
meiner Meinung nach lenkt die gerade Genderei den
Blick auf die Unterhose
Für mich ist es entscheidend, wie das Gesicht aussieht.
(Falls ich die Stimme hören kann, dann: wie die Stimme klingt.)
Normalerweise versuche ich ja, es in allgemeinen
(beispielsweise beruflichen) sozialen Situationen zu
vermeiden, andere Personen unterhalb ihrer Augen anzusehen.

In sozialen Situationen ist die geschlechtliche
Klassifikation sehr wichtig, da es als ein Affront gelten
würde, eine Frau Müller mit "Herr Müller" oder "Mein Herr"
anzusprechen oder umgekehrt. Genauso von einer Frau als "der
Herr" zu sprechen, beispielsweise in "Josephine, lass' den
Herrn mal vorbei!". Auch ein Versuch der Neutralität, etwa
Anrede mit "Person Müller" oder nur "Müller" oder eine
Bezeichnung mit "Mensch" oder "Person", würde meist als
Affront verstanden werden.

Unsere normalen Konventionen verlangen also von uns schon
diese "Genderei", im Sinne der schnellen Einordnung anhand
der Erscheinung und ihre Verwendung in der Anrede/Bezeichnung.
Werner Holtfreter
2020-05-16 19:54:54 UTC
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Post by Stefan Ram
Für mich ist es entscheidend, wie das Gesicht aussieht.
(Falls ich die Stimme hören kann, dann: wie die Stimme klingt.)
Beides muss nicht eindeutig sein:

Vor wenigen Jahren stand vermeintlich ein sehr junges Bürschchen vor
der Tür und begehrte Einlass, um die Malerarbeiten auszuführen, die
nach einem Rohrbruch nötig waren. Das schmächtige Bürschchen hob
mit Leichtigkeit die Tür aus den Angeln, die im Weg war und
leistete perfekte Arbeit. Im Gespräch dämmerte mir dann, dass sich
eine junge, hübsche Frau in die Malerkombi gehüllt hatte.
--
Gruß Werner

Ramelow dankt der CDU-Fraktion, dass sie
ihm durch Enthaltung den Weg geebnet habe.
Quinn C
2020-05-16 00:56:16 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Das ist schon eine interessante Logik. Deiner Meinung nach lenkt also
nichts die Aufmerksamkeit so sehr auf die Unterhose, wie wenn man deren
Inhalt bewußt nicht zur Sprache bringt.
Nein. Seiner, und auch meiner Meinung nach lenkt die gerade Genderei den
Blick auf die Unterhose, auch dann und insbesondere dann, wenn es dafür
keinen Anlass gibt und dieser Blickwinkel völlig fehl am PLatze ist.
Wenn ich sage: "Wir sollten was gegen den Exhibitionisten tun, der in
letzter Zeit im Stadtpark vermehrt beobachtet worden ist." und Du
antwortest: "Exhibitionist? Mußtest Du dieses Wort benutzen? Ich hatte
schon fast vergessen, daß es sowas gibt!", dann frage ich doch, ob, daß
ich darüber rede, wirklich ein größeres Problem ist als daß der
Exhibitionist sein "Geschäft" betreibt.

Wenn ich sage "... und was in der Unterhose steckt, soll keine Rolle
spielen", bringe ich damit natürlich das Thema in den Vordergrund. Das
Thema im allgemeinen: "Der Inhalt der Unterhose - soll er oder soll er
nicht wichtig sein?"

Worum es mir geht, ist aber die Betriebsblindheit, in der ihr nicht
seht, daß bei jeder Benutzung von "er", "sie" oder "Lehrerin" (und bei
"Lehrer" fallweise) zwar das Thema nicht so in den Vordergrund rückt,
weil das ganz alltägliche Sprechweisen sind, aber der konkrete Inhalt
der Unterhose sehr wohl angesprochen wird, was ich für das größere
Problem halte.

Und geschickte "Genderei" vermeidet dies bewußt. Also nicht "Lehrer und
Lehrerinnen", aber "Lehrende" (worum es konkret ging) oder
"Lehrpersonal" sehr wohl.

Um dieses größere Problem zu lösen, wird man damit leben müssen,
vorübergehend vermehrt über das Thema nachzudenken.

So wie, wenn man das Wort "Neger" nicht mehr benutzen will, man dem Wort
vorübergehend mehr Aufmerksamkeit schenken muß, damit es einem nicht
unversehens entschlüpft.

Dazu noch eine handgewählte .sig.
--
If someone has a penis (or we think they have a penis) we use
he/him/his pronouns and treat them like a boy/man. If someone
has a vagina (or we think they have a vagina) we use she/her/
hers pronouns and treat them like a girl/woman.
See what I did there? -- Kyl Myers
Diedrich Ehlerding
2020-05-16 09:09:15 UTC
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Post by Quinn C
Post by Diedrich Ehlerding
Nein. Seiner, und auch meiner Meinung nach lenkt die gerade Genderei
den Blick auf die Unterhose, auch dann und insbesondere dann, wenn es
dafür keinen Anlass gibt und dieser Blickwinkel völlig fehl am PLatze
ist.
Wenn ich sage: "Wir sollten was gegen den Exhibitionisten tun, der in
letzter Zeit im Stadtpark vermehrt beobachtet worden ist." und Du
antwortest: "Exhibitionist? Mußtest Du dieses Wort benutzen? Ich hatte
schon fast vergessen, daß es sowas gibt!", dann frage ich doch, ob, daß
ich darüber rede, wirklich ein größeres Problem ist als daß der
Exhibitionist sein "Geschäft" betreibt.
Was hat der Exhibitionist mit der Genderei zu tun? Und wie kommst du auf
die schnapsidee, ich würde dieses Wort nicht benutzen wollen?
Post by Quinn C
Wenn ich sage "... und was in der Unterhose steckt, soll keine Rolle
spielen", bringe ich damit natürlich das Thema in den Vordergrund. Das
Thema im allgemeinen: "Der Inhalt der Unterhose - soll er oder soll er
nicht wichtig sein?"
Worum es mir geht, ist aber die Betriebsblindheit, in der ihr nicht
seht, daß bei jeder Benutzung von "er", "sie" oder "Lehrerin" (und bei
"Lehrer" fallweise) zwar das Thema nicht so in den Vordergrund rückt,
weil das ganz alltägliche Sprechweisen sind, aber der konkrete Inhalt
der Unterhose sehr wohl angesprochen wird, was ich für das größere
Problem halte.
Ich halte die These, dass das generische Maskulinum im Deutschen den Blick
auf den Inhalt der Unterhose lenkt, für unzutreffend.
Post by Quinn C
Und geschickte "Genderei" vermeidet dies bewußt. Also nicht "Lehrer und
Lehrerinnen", aber "Lehrende" (worum es konkret ging) oder
"Lehrpersonal" sehr wohl.
Wo kein Problem ist, muss man es auch nicht vermeiden.
Post by Quinn C
Um dieses größere Problem zu lösen, wird man damit leben müssen,
vorübergehend vermehrt über das Thema nachzudenken.
Wo kein Problem ist, muss man auch nicht drüber nachdenken.
--
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Detlef Meißner
2020-05-16 10:44:33 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Worum es mir geht, ist aber die Betriebsblindheit, in der ihr nicht
seht, daß bei jeder Benutzung von "er", "sie" oder "Lehrerin" (und bei
"Lehrer" fallweise) zwar das Thema nicht so in den Vordergrund rückt,
weil das ganz alltägliche Sprechweisen sind, aber der konkrete Inhalt
der Unterhose sehr wohl angesprochen wird, was ich für das größere
Problem halte.
Ich halte die These, dass das generische Maskulinum im Deutschen den Blick
auf den Inhalt der Unterhose lenkt, für unzutreffend.
Hierzu mal wieder den bekannten Witz, weil's so schön passt:

Ein Mann sitzt in einer psychologischen Untersuchung.
Der Psychologe malt ein Dreieck und fragt: "Woran denken Sie, wenn Sie
das sehen?" - "An Sex", antwortet der Patient.
Der Psychologe malt eine Kreis und fragt wieder: "Woran denken Sie,
wenn Sie das sehen?" - "An Sex" antwortet der Patient.
Der Psychologe malt ein Viereck und fragt wieder: "Und woran denken
Sie, wenn Sie das sehen?" - "An Sex" sagt der Patient.
Der Psychologe: "Sie denken immer nur an das eine!" Der Patient: "Wer
malt denn hier die ganze Zeit diesen Schweinkram?"
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Diedrich Ehlerding
2020-05-16 12:15:24 UTC
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Ja, genau so ist es. Der passt wirklich erschreckend genau.
--
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Quinn C
2020-05-16 19:26:46 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Ja, genau so ist es. Der passt wirklich erschreckend genau.
Fand ich interessanterweise auch. Wahrscheinlich mit anders verteilten
Rollen ...
--
dasz jederman sehe, wie falsch unsere gugelmönche zu ihres ordens
verteidigung der ersten kirchenexempel anziehen Calvin
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Quinn C
2020-05-16 14:51:23 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Post by Diedrich Ehlerding
Nein. Seiner, und auch meiner Meinung nach lenkt die gerade Genderei
den Blick auf die Unterhose, auch dann und insbesondere dann, wenn es
dafür keinen Anlass gibt und dieser Blickwinkel völlig fehl am PLatze
ist.
Wenn ich sage: "Wir sollten was gegen den Exhibitionisten tun, der in
letzter Zeit im Stadtpark vermehrt beobachtet worden ist." [...]
Was hat der Exhibitionist mit der Genderei zu tun? Und wie kommst du auf
die schnapsidee, ich würde dieses Wort nicht benutzen wollen?
Wie kommst Du auf die Schnapsidee, Du persönlich seist gemeint?
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Worum es mir geht, ist aber die Betriebsblindheit, in der ihr nicht
seht, daß bei jeder Benutzung von "er", "sie" oder "Lehrerin" (und bei
"Lehrer" fallweise) zwar das Thema nicht so in den Vordergrund rückt,
weil das ganz alltägliche Sprechweisen sind, aber der konkrete Inhalt
der Unterhose sehr wohl angesprochen wird, was ich für das größere
Problem halte.
Ich halte die These, dass das generische Maskulinum im Deutschen den Blick
auf den Inhalt der Unterhose lenkt, für unzutreffend.
Das sage ich ja auch nicht. Lies vielleicht nochmal.
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Und geschickte "Genderei" vermeidet dies bewußt. Also nicht "Lehrer und
Lehrerinnen", aber "Lehrende" (worum es konkret ging) oder
"Lehrpersonal" sehr wohl.
Wo kein Problem ist, muss man es auch nicht vermeiden.
Und die Antwort, die ich darauf bereits vorsorglich mitgegeben hatte,
hast Du strategisch gesnippt.
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Um dieses größere Problem zu lösen, wird man damit leben müssen,
vorübergehend vermehrt über das Thema nachzudenken.
Wo kein Problem ist, muss man auch nicht drüber nachdenken.
Deine Replik hat mit meinen Aussagen kaum zu tun.
--
Du wirst in der Lage sein, die alte Version zurück, wenn Sie
es wünschen.
-- SPAMPOESIE
Diedrich Ehlerding
2020-05-16 17:37:13 UTC
Antworten
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Post by Quinn C
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Post by Diedrich Ehlerding
Nein. Seiner, und auch meiner Meinung nach lenkt die gerade Genderei
den Blick auf die Unterhose, auch dann und insbesondere dann, wenn es
dafür keinen Anlass gibt und dieser Blickwinkel völlig fehl am PLatze
ist.
Wenn ich sage: "Wir sollten was gegen den Exhibitionisten tun, der in
letzter Zeit im Stadtpark vermehrt beobachtet worden ist." [...]
Was hat der Exhibitionist mit der Genderei zu tun? Und wie kommst du
auf die schnapsidee, ich würde dieses Wort nicht benutzen wollen?
Wie kommst Du auf die Schnapsidee, Du persönlich seist gemeint?
Weil du in dem Artikel, auf den ich geantwortet hatte geschrieben hast
(und hier jetzt nicht mitzitiert hast), mich insoweit angesprochen
hattest:

| Wenn ich sage: "Wir sollten was gegen den Exhibitionisten tun, der in
| letzter Zeit im Stadtpark vermehrt beobachtet worden ist." und Du
^^^
| antwortest: "Exhibitionist? Mußtest Du dieses Wort benutzen? Ich hatte
| schon fast vergessen, daß es sowas gibt!"

Und nun bitte ich erneut um die Erklärung, was der Exhibitionist mit der
Genderei zu tun hat. Darum hast du dich nämlich herumgedrückt.
Post by Quinn C
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Worum es mir geht, ist aber die Betriebsblindheit, in der ihr nicht
seht, daß bei jeder Benutzung von "er", "sie" oder "Lehrerin" (und bei
"Lehrer" fallweise) zwar das Thema nicht so in den Vordergrund rückt,
weil das ganz alltägliche Sprechweisen sind, aber der konkrete Inhalt
der Unterhose sehr wohl angesprochen wird, was ich für das größere
Problem halte.
Ich halte die These, dass das generische Maskulinum im Deutschen den
Blick auf den Inhalt der Unterhose lenkt, für unzutreffend.
Das sage ich ja auch nicht. Lies vielleicht nochmal.
Nein, du sagst, das "Xe und Xinnen"-Muster lenkt den Blickpunkt auf die
Unterhiose, und das ist nicht gut. Soweit bin ich ja bei dir. Aber du
wünschst dir doch anscheinend stattdessen die "Xenden", und wenn ich
richtig verstehe, deshalb, weil nach deiner Ansicht "Xer" nur die Männer
gemeint sind. Dem letzteren widerspreche ich - das generische Maskulinum
meint nicht nur die Männer. Und ohne dieses letztere gibt es keinerlei
Grund für die genderei - weder für die Xe und Xinnen noch für die Xenden.
Post by Quinn C
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Und geschickte "Genderei" vermeidet dies bewußt. Also nicht "Lehrer
und Lehrerinnen", aber "Lehrende" (worum es konkret ging) oder
"Lehrpersonal" sehr wohl.
Wo kein Problem ist, muss man es auch nicht vermeiden.
Und die Antwort, die ich darauf bereits vorsorglich mitgegeben hatte,
hast Du strategisch gesnippt.
Hä? Meinst du den "Neger"-Absatz? Den habe ich weggelassen; ansonsten sehe
ich nix. Und den Absatz halte ich nun wirklich nicht für eine Begründung,
dass das generische Maskulinum ein Problkem sei.
Post by Quinn C
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Um dieses größere Problem zu lösen, wird man damit leben müssen,
vorübergehend vermehrt über das Thema nachzudenken.
Wo kein Problem ist, muss man auch nicht drüber nachdenken.
Deine Replik hat mit meinen Aussagen kaum zu tun.
Das Kompliment kann ich uneingeschränktz zurückgeben.
--
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Stefan Schmitz
2020-05-16 15:19:21 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Das ist schon eine interessante Logik. Deiner Meinung nach lenkt also
nichts die Aufmerksamkeit so sehr auf die Unterhose, wie wenn man deren
Inhalt bewußt nicht zur Sprache bringt.
Nein. Seiner, und auch meiner Meinung nach lenkt die gerade Genderei den
Blick auf die Unterhose, auch dann und insbesondere dann, wenn es dafür
keinen Anlass gibt und dieser Blickwinkel völlig fehl am PLatze ist.
Echt jetzt?
Ihr denkt bei "Übersetzenden" an die Unterhose, bei "Übersetzerinnen" aber
nicht? Das finde ich äußerst eigenartig.
Diedrich Ehlerding
2020-05-16 17:43:41 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Echt jetzt?
Ihr denkt bei "Übersetzenden" an die Unterhose, bei "Übersetzerinnen"
aber nicht? Das finde ich äußerst eigenartig.
Nein, aber bei "Übersetzer und Übersetzerinnen". Nicht aber, wenn da
generisch "Übersetzer" steht. Und deshalb ist das hässliche
"Übersetzende" (oder, je nach Kontext, gar "übersetzt Habende"?)
hyperfluid.
--
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Quinn C
2020-05-16 18:26:16 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Stefan Schmitz
Echt jetzt?
Ihr denkt bei "Übersetzenden" an die Unterhose, bei "Übersetzerinnen"
aber nicht? Das finde ich äußerst eigenartig.
Nein, aber bei "Übersetzer und Übersetzerinnen". Nicht aber, wenn da
generisch "Übersetzer" steht. Und deshalb ist das hässliche
"Übersetzende" (oder, je nach Kontext, gar "übersetzt Habende"?)
hyperfluid.
Es ging aber um "Übersetzende".

Das ist ein Dauerproblem hier. Ich halte "Übersetzer und
Übersetzerinnen" für eine Zwischenlösung, deren Tage gezählt sind, aber
wer nicht das Rad auf 1980 oder früher zurückdrehen will, wird von der
Anti-Gender-Fraktion in den einen Bösen-Topf geworfen.
--
Ihre E-Mail-ID Haben Sie gewann £ 500.000,00 GBP in der
SAMSUNG UK Promotion Lotterie ziehen.
-- SPAMPOESIE
Diedrich Ehlerding
2020-05-16 20:20:14 UTC
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Post by Quinn C
Es ging aber um "Übersetzende".
Das ist ein Dauerproblem hier. Ich halte "Übersetzer und
Übersetzerinnen" für eine Zwischenlösung, deren Tage gezählt sind,
Und ich halte "Übersetzende" etc. für gruseliges Soziologisch und für eine
Vergewaltigung der deutschen Sprache.

Möge aber deine Einschätzung für "Übersetzer und Übersetzerinnen",
nämlich dass die tage dieses Blähdeutsch gezählt sind, zutreffen ...
--
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Florian Ritter
2020-05-14 20:01:00 UTC
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Post by Helmut Richter
Ich las mal in einer Zeitschrift für Übersetzung, die es damals übers
Internet zu lesen gab (an den Namen kann ich mich nicht erinnern) einen
Aufsatz, in dem genau dieses Verfahren als optimal betrachtet wurde: einen
Muttersprachler der Quellsprache die erste Übersetzung eines Sachtextes
machen und einen der Zielsprache die Verständlichkeit wieder herstellen
lassen. Vor allem, wenn der erste vom Thema des Textes mehr versteht wie
hier, gibts am Ende weniger Fehler, aber auch sonst. Kann sich nämlich der
erste Übersetzer nicht richtig in der Zielsprache ausdrücken, gibts
Rückfragen vom zweiten, wenn noch etwas unklar ist. Hat dagegen ein
Übersetzer, der vor allem in der Zielsprache zu Hause ist, den Text falsch
verstanden, korrigiert ihn keiner mehr, denn sein Text liest sich flüssig,
auch wenn er sachlich falsch ist.
Für einen Anzeigentext versprach mir die Agentur, einen
sehr, sehr guten Texter zu schicken, der hätte die
Drehbücher für eine erfolgreiche Fernsehserie verfaßt.
Es erschien ein versoffen aussehendes, schlampig
gekleidetes Individuum, dem ich zwei Stunden lang das
sehr erklärungsbedürftige technische Produkt nahezubringen
versuchte - allein, es war vergebens.

FR
Roland Franzius
2020-05-14 21:19:31 UTC
Antworten
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Helmut Richter
Ich las mal in einer Zeitschrift für Übersetzung, die es damals übers
Internet zu lesen gab (an den Namen kann ich mich nicht erinnern) einen
Aufsatz, in dem genau dieses Verfahren als optimal betrachtet wurde: einen
Muttersprachler der Quellsprache die erste Übersetzung eines Sachtextes
machen und einen der Zielsprache die Verständlichkeit wieder herstellen
lassen. Vor allem, wenn der erste vom Thema des Textes mehr versteht wie
hier, gibts am Ende weniger Fehler, aber auch sonst. Kann sich nämlich der
erste Übersetzer nicht richtig in der Zielsprache ausdrücken, gibts
Rückfragen vom zweiten, wenn noch etwas unklar ist. Hat dagegen ein
Übersetzer, der vor allem in der Zielsprache zu Hause ist, den Text falsch
verstanden, korrigiert ihn keiner mehr, denn sein Text liest sich flüssig,
auch wenn er sachlich falsch ist.
Für einen Anzeigentext versprach mir die Agentur, einen
sehr, sehr guten Texter zu schicken, der hätte die
Drehbücher für eine erfolgreiche Fernsehserie verfaßt.
Es erschien ein versoffen aussehendes, schlampig
gekleidetes Individuum, dem ich zwei Stunden lang das
sehr erklärungsbedürftige technische Produkt nahezubringen
versuchte - allein, es war vergebens.
Das erscheint irgendwie verständlich. Möglicherweise war es des
Verbindungsjargons nicht zugetan?

Wieviele Firmen hast du des Wegs erfolgreich vorm Untergang gerettet?
--
Roland Franzius
Gunhild Simon
2020-05-15 13:36:56 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Florian Ritter
Post by Helmut Richter
Ich las mal in einer Zeitschrift für Übersetzung, die es damals übers
Internet zu lesen gab (an den Namen kann ich mich nicht erinnern) einen
Aufsatz, in dem genau dieses Verfahren als optimal betrachtet wurde: einen
Muttersprachler der Quellsprache die erste Übersetzung eines Sachtextes
machen und einen der Zielsprache die Verständlichkeit wieder herstellen
lassen. Vor allem, wenn der erste vom Thema des Textes mehr versteht wie
hier, gibts am Ende weniger Fehler, aber auch sonst. Kann sich nämlich der
erste Übersetzer nicht richtig in der Zielsprache ausdrücken, gibts
Rückfragen vom zweiten, wenn noch etwas unklar ist. Hat dagegen ein
Übersetzer, der vor allem in der Zielsprache zu Hause ist, den Text falsch
verstanden, korrigiert ihn keiner mehr, denn sein Text liest sich flüssig,
auch wenn er sachlich falsch ist.
Für einen Anzeigentext versprach mir die Agentur, einen
sehr, sehr guten Texter zu schicken, der hätte die
Drehbücher für eine erfolgreiche Fernsehserie verfaßt.
Es erschien ein versoffen aussehendes, schlampig
gekleidetes Individuum, dem ich zwei Stunden lang das
sehr erklärungsbedürftige technische Produkt nahezubringen
versuchte - allein, es war vergebens.
Das erscheint irgendwie verständlich. Möglicherweise war es des
Verbindungsjargons nicht zugetan?
Wieviele Firmen hast du des Wegs erfolgreich vorm Untergang gerettet?
Deine Genitive verstehe, wer will.
- zugetan mit Dat.
- des Weges gehen, kommen; oder als Wendung:
Wohin des Wegs? fragte der böse Wolf.
(Oder ist mir ein zugangseröffnenden Witz entgangen?)

Gruß
Gunhild
Florian Ritter
2020-05-16 16:47:23 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Florian Ritter
Für einen Anzeigentext versprach mir die Agentur, einen
sehr, sehr guten Texter zu schicken, der hätte die
Drehbücher für eine erfolgreiche Fernsehserie verfaßt.
Es erschien ein versoffen aussehendes, schlampig
gekleidetes Individuum, dem ich zwei Stunden lang das
sehr erklärungsbedürftige technische Produkt nahezubringen
versuchte - allein, es war vergebens.
Das erscheint irgendwie verständlich. Möglicherweise war es des
Verbindungsjargons nicht zugetan?
Das Individuum?
Post by Roland Franzius
Wieviele Firmen hast du des Wegs erfolgreich vorm Untergang gerettet?
Es kömmt nicht auf die Zahl an, vielmehr auf die Eleganz
des Vorgehens, newahr - FR
Quinn C
2020-05-13 17:27:24 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
als auch gesprochenes Englisch (Film, Fernsehen, Musik,
Auf den Gebieten sind beide Länder stark.
Mag sein, aber einer von beiden ist stärker.
Bei Musik würde ich behaupten ist für Deutschland UK ausschlaggebender,
kann aber an meiner Wahrnehmung liegen.
Das scheint wahrscheinlich. Ich bin nicht interessiert genug und weiß es
oft gar nicht, woher die englischsprachige Musik kommt, die da so
dahinplätschert.

Ich würde sagen, UK ist in dem Bereich stärker, als es seiner Größe
entspricht, aber das ist ja auch dann deutlich der Fall, wenn sie einen
Anteil von 1/3 stellen.
--
GUGELN, vb., um sich schlagen
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
wolfgang sch
2020-05-13 18:11:35 UTC
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Post by Quinn C
Post by wolfgang sch
Bei Musik würde ich behaupten ist für Deutschland UK ausschlaggebender,
kann aber an meiner Wahrnehmung liegen.
Das scheint wahrscheinlich. Ich bin nicht interessiert genug und weiß es
oft gar nicht, woher die englischsprachige Musik kommt, die da so
dahinplätschert.
Von der Sprache kann man nichts ableiten. Was auf Englisch aus dem Radio
oder dem Streaming-Anbieter kommt, kann genauso aus Deutschland oder
Indonesien stammen.
Post by Quinn C
Ich würde sagen, UK ist in dem Bereich stärker, als es seiner Größe
entspricht, aber das ist ja auch dann deutlich der Fall, wenn sie einen
Anteil von 1/3 stellen.
Es ist klar dass die Populärkultur ihren Ursprung in den USA hat, aber
sie ist heute weltweit verwurzelt und hat ihre lokalen Ausprägungen
gefunden. UK war dabei das erste nicht-USAnische Land und hat den
Import schon früh so sehr integriert, dass man es als das 2. Mutterland
des Pop ansehen kann.

Klar gab es immer viel Amerikanisches in den Charts, aber UK hat über
die Jahrzehnte in mehreren Phasen stark dominiert, sogar in den USA
selbst. Beispiele Beat 1960er, Glamrock 1970er, Synthpop 1980er,
Britpop 1990er. Seit Mitte 2000er passe nicht mehr auf die Charts auf,
kann nur anekdotisch mitteilen dass Ed Sheeran (UK) im Jahr 2017
gleichzeitig Nr 1 und 2 der deutschen "Singles" Charts belegte, was
noch keinem Interpreten jemals zuvor gelungen war. Inwiefern das nur
ein Symptom der Zählweise bei digitalen Formaten ist, sei
dahingestellt, aber immerhin.

Letztes Jahr waren 90% der deutschen Charts Deutschrap mit türkisch-
libanesischen Wurzeln, der Rest ist zuwenig für eine Statistik.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nummer-eins-Hits_in_Deutschland_(2019)

Übrigens ganz anders die Album-Charts, da ist ja nur Uraltes drin.
Da sieht man deutlich dass Alben vorwiegend von den älteren Semestern
gekauft werden.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Frank Hucklenbroich
2020-05-14 06:33:45 UTC
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Post by wolfgang sch
Letztes Jahr waren 90% der deutschen Charts Deutschrap mit türkisch-
libanesischen Wurzeln, der Rest ist zuwenig für eine Statistik.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nummer-eins-Hits_in_Deutschland_(2019)
Übrigens ganz anders die Album-Charts, da ist ja nur Uraltes drin.
Da sieht man deutlich dass Alben vorwiegend von den älteren Semestern
gekauft werden.
Richtig, kaum jemand kauft noch Musik. Die Leute haben ein Abo bei Spotify
oder Amazon prime oder Apple, zahlen im Monat pauschal ihre 10 - 15 Euro,
und haben dafür ein paar Millionen Stücke in der Cloud zur Auswahl, auch
die Alben und Stücke, die gerade in den Charts sind.

Grüße,

Frank
Andreas Kohlbach
2020-05-14 12:30:45 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Ich würde sagen, UK ist in dem Bereich stärker, als es seiner Größe
entspricht, aber das ist ja auch dann deutlich der Fall, wenn sie einen
Anteil von 1/3 stellen.
Es ist klar dass die Populärkultur ihren Ursprung in den USA hat, aber
sie ist heute weltweit verwurzelt und hat ihre lokalen Ausprägungen
gefunden. UK war dabei das erste nicht-USAnische Land und hat den
Import schon früh so sehr integriert, dass man es als das 2. Mutterland
des Pop ansehen kann.
Klar gab es immer viel Amerikanisches in den Charts, aber UK hat über
die Jahrzehnte in mehreren Phasen stark dominiert, sogar in den USA
selbst. Beispiele Beat 1960er, Glamrock 1970er, Synthpop 1980er,
Britpop 1990er. Seit Mitte 2000er passe nicht mehr auf die Charts auf,
kann nur anekdotisch mitteilen dass Ed Sheeran (UK) im Jahr 2017
gleichzeitig Nr 1 und 2 der deutschen "Singles" Charts belegte, was
noch keinem Interpreten jemals zuvor gelungen war. Inwiefern das nur
ein Symptom der Zählweise bei digitalen Formaten ist, sei
dahingestellt, aber immerhin.
Vielleicht interessant in diesem Zusammenhang die drei "Britischen
Invasionen" <https://de.wikipedia.org/wiki/British_Invasion>.
Post by wolfgang sch
Letztes Jahr waren 90% der deutschen Charts Deutschrap mit türkisch-
libanesischen Wurzeln, der Rest ist zuwenig für eine Statistik.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nummer-eins-Hits_in_Deutschland_(2019)
Kenne ich keinen von.

F'up2 de.rec.musik.rock+pop
--
Andreas

PGP fingerprint 952B0A9F12C2FD6C9F7E68DAA9C2EA89D1A370E0
Quinn C
2020-05-13 17:27:24 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Diedrich Ehlerding
Post by wolfgang sch
Es ist mal wieder symptomatisch, dass
Deutschland seine Anglizismen über den großen Teich bezieht.
Da gibt es halt mehr Englich-Muttersprachler.
Großbritannien ist unser nächstgelegenes englischsprachiges Land, mit
dem wir den meisten persönlichen und kulturellen Kontakt haben.
Ist das so? Ich glaube nicht, daß man das generalisieren kann. Ich bin
in den 30 Jahren, die ich in Deutschland gelebt habe, gerade mal 2
Wochen in UK gewesen, die Hälfte davon als Klassenfahrt. Es war kein
spezielles Interesse vorhanden. Und ohne ein solches reisen die meisten
Leute halt eher in warme, sonnige oder vielleicht noch bergige Gegenden.

Mein Bruder hat vermutlich schon über ein Jahr in UK verbracht, so oft,
wie er dort im Urlaub war, aber solche Leute kenne ich nicht viele.

Und medienmäßig dürfte im Durchschnitt mehr Interesse an amerikanischen
als britischen Produkten bestehen, was auch einfach mit der Breite des
Angebots zu tun hat.
--
nun schmeckt, wer ich sei, ihr gugelnarren! PARACELSUS
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Martin Gerdes
2020-05-15 13:23:42 UTC
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Post by wolfgang sch
Großbritannien ist unser nächstgelegenes englischsprachiges Land,
Zugegeben.
Post by wolfgang sch
mit dem wir den meisten persönlichen und kulturellen Kontakt haben.
Hast Du für diese Behauptung einen Beleg?
Post by wolfgang sch
Außerdem ist es das Ursprungsland der Sprache
Das sicherlich.
Post by wolfgang sch
und britisches Englisch ist der von deutschen Schulbüchern
verwendete Standard.
Auch das solltest Du belegen, bitte.
Post by wolfgang sch
Dass Medien und Werbung sich bewusst davon abwenden und Amerikanismen
bevorzugen, muss eine bewusste Entscheidung sein, für die es keinen
sachlichen Grund gibt sondern reine Geschmacksgründe der Leute die
das machen.
Das Nachbarkind war vor zwei Jahren gerade so alt, daß ein Großteil der
Klasse ins Ausland ausschwärmte (deutlich mehr als die Hälfte der
Klasse). Der Großteil der Schöler ging in die USA, was sicherlich auch
daran liegen mag, daß ein Auslandsschuljahr in den USA deutlich billiger
ist als eins auf Ms. Windsors Insel oder gar in Aotearoa (wo man
bekanntlich auch eine dem Englischen ähnliche Sprache spricht).

Das ist bereits die zweite Generation, für die das so gilt. Wenn ich die
Englischlehrer der Schule sprechen höre, haben mehr von ihnen einen
amerikanischen als einen britischen Akzent, und wenn ich Youtube
besuche, lande ich entschieden häufiger bei amerikanischen als bei
britischen Videos.

Insoweit bezweifele ich Deine obige Behauptung mit dem "meisten
Kontakt".
Post by wolfgang sch
Und die dominieren sowohl schriftliches Englisch (Zeitungen, Romane,
Gebrauchsanweisungen, Werbung, ...)
Was meinst du mit Werbung? Inländische Werbung aus USA oder UK spielt
bei uns keine Rolle.
Oh! Internet ist für Dich ersichtlich Neuland. Ich höre in den
Werbevorspannen von Videos deutscher Nachrichtenseiten erstaunlich viel
Amerikanisch, deutlich mehr jedenfalls als britisches Englisch.
Post by wolfgang sch
Das hiesige Werbe-Denglisch wird von deutschen Marketing-Fritzen erdacht,
und das nach deren eigenen Befindlichkeit.
Das schon, das widerspricht meiner Darstellung aber nicht.
Post by wolfgang sch
Was meinst du mit Gebrauchsanweisungen? In vielen Fällen werden
Elektrogeräte in speziell für den EU-Markt gestalteten Versionen
verkauft, die häufig in den USA nicht kompatibel wären (Netzspannung,
TV-Normen, Handynetze usw). Sofern denen eine mehrsprachige
Gebrauchsanweisung beiliegt, wird die wohl in britischem Englisch sein
- bzw. noch häufiger in falschem Englisch.
"Drücken auf 'Macht'."
Post by wolfgang sch
als auch gesprochenes Englisch (Film, Fernsehen, Musik,
Auf den Gebieten sind beide Länder stark.
Die amerikanische Medienindustrie ist erheblich größer als die
britische, das mag schon mit der Bevölkerungsgröße und der Größe des
Binnenmarkts zu tun haben.

Mich würde alles andere wundern, als daß der Ausstoß der amerikanischen
Medienindustrie deutlich größer wäre als der der britischen.
wolfgang sch
2020-05-15 14:10:43 UTC
Antworten
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Post by Martin Gerdes
Post by wolfgang sch
Großbritannien ist unser nächstgelegenes englischsprachiges Land,
Zugegeben.
Post by wolfgang sch
mit dem wir den meisten persönlichen und kulturellen Kontakt haben.
Hast Du für diese Behauptung einen Beleg?
Naja, also zumindest bis zum Brexit gab es doch sehr viel mehr
englische Gastarbeiter bei uns und umgekehrt, als amerikanische. Für
Schüleraustausch dürfte ähnliches gelten, Das ist eine
Alltagserfahrung, ich hab keine Statistiken.
Post by Martin Gerdes
Post by wolfgang sch
und britisches Englisch ist der von deutschen Schulbüchern
verwendete Standard.
Auch das solltest Du belegen, bitte.
Jetzt bin ich überrascht :) Ich hatte in allen Jahrgangsstufen
"Learning English" vom Klett-Verlag. Dessen Vokabeln und Grammatik
beruhen stets auf britischem Englisch, die Lautschrift entspricht
Received Pronunciation. Amerikanisch wird in mehreren Lektionen
ausführlich behandelt und gegenübergestellt, aber danach kehrt das Buch
immer zum Britischen zurück. Englisch-Bücher der Hauptschule hab ich
gelegentlich in der Hand gehabt, da war es nach meiner Erinnerung
genauso.
Post by Martin Gerdes
Wenn ich
die Englischlehrer der Schule sprechen höre, haben mehr von ihnen einen
amerikanischen als einen britischen Akzent,
Ich kann aus meiner Erfahrung nur berichten dass ausnahmslos alle
Lehrer britische Aussprache und Orthographie lehrten, natürlich auch
weil das Buch es so vorgab. Der einzige Ausreißer war eine Lehrerin,
die oft nach Irland fuhr. In einer Klassenstufe hatte ich auch mal
einen Briten.

Ein Vertretungslehrer hat uns mal von seiner USA-Reise erzählt und über
die "komischen" Schreibweisen und Aussprachen staunen lassen die ihm da
begegnet sind. Beispiel handgemaltes Werbeschild in phonetischer
Schreibung des dortigen Dialekts: "BIG AVANIDGE". Hat er uns raten
lassen was es wohl bedeutet. Keiner kam drauf: Es sollte "big
advantage" heißen. Das Erstaunen funktionierte natürlich nur, weil er
wusste dass wir die Aussprache in irgendeinem US-Provinznest mit
unseren in Lautschrift nach RP-Vorbild gedruckten Klett-Büchern
nichtmal erahnen konnten.
Post by Martin Gerdes
Post by wolfgang sch
Was meinst du mit Werbung? Inländische Werbung aus USA oder UK spielt
bei uns keine Rolle.
Oh! Internet ist für Dich ersichtlich Neuland.
Wohl weniger als für dich. Werbung wird im Internet überwiegend nach
der IP-Adresse lokalisiert und den persönlichen Interessen laut Browser-
History angepasst. Manchmal kann es eine internationale Werbung auf
Englisch sein, aber speziell inländische Werbung anderer Länder
bekommen wir normalerweise nicht. Wir bekommen ja auch keine Schweizer
oder Österreichische Werbung angezeigt. Außerdem begann die
Amerikanisierung in der BRD lange vor dem Internet.
Post by Martin Gerdes
Mich würde alles andere wundern, als daß der Ausstoß der amerikanischen
Medienindustrie deutlich größer wäre als der der britischen.
Bei Film hast du vermutlich Recht, bei Fernsehen hab ich Zweifel, bei
Musik stimmt es mMn gar nicht.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Bertel Lund Hansen
2020-05-15 14:25:20 UTC
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Post by wolfgang sch
Bei Film hast du vermutlich Recht, bei Fernsehen hab ich Zweifel, bei
Musik stimmt es mMn gar nicht.
Die Computerbücher, die ich gelesen habe, sind alle amerikanisch.
--
/Bertel
Quinn C
2020-05-15 17:25:18 UTC
Antworten
Permalink
Post by wolfgang sch
Ein Vertretungslehrer hat uns mal von seiner USA-Reise erzählt und über
die "komischen" Schreibweisen und Aussprachen staunen lassen die ihm da
begegnet sind. Beispiel handgemaltes Werbeschild in phonetischer
Schreibung des dortigen Dialekts: "BIG AVANIDGE". Hat er uns raten
lassen was es wohl bedeutet. Keiner kam drauf: Es sollte "big
advantage" heißen. Das Erstaunen funktionierte natürlich nur, weil er
wusste dass wir die Aussprache in irgendeinem US-Provinznest mit
unseren in Lautschrift nach RP-Vorbild gedruckten Klett-Büchern
nichtmal erahnen konnten.
Euch wurde also sogar gleich der Anti-Amerikansimus mitgelehrt!

Als ob ein handgeschriebenes Schild in England nicht genauso
abenteuerlich buchstabiert sein könnte. Der Deppenapostroph heißt nicht
umsonst "greengrocer's apostrophe" (wegen Schildern wie "Carrot's"), und
"greengrocer" ist doch eine recht britische Vokabel
--
gugelgesang, m., mönchsgesang, pejorativ
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
wolfgang sch
2020-05-15 18:45:10 UTC
Antworten
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Post by Quinn C
Euch wurde also sogar gleich der Anti-Amerikansimus mitgelehrt!
Ja und Stephen Fry ist Nazi.
Post by Quinn C
Als ob ein handgeschriebenes Schild in England nicht genauso
abenteuerlich buchstabiert sein könnte.
Darum ging es überhaupt nicht. Der Lehrer hat uns mit einem Englisch
aus dem echten Leben konfrontiert, das mit unserem britisch geprägten
Schulenglisch denkbar inkompatibel war. Was beweist, dass dieses eben
britisch geprägt war.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Stefan Schmitz
2020-05-13 12:16:27 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Da gibt es halt mehr Englich-Muttersprachler. Und die dominieren sowohl
schriftliches Englisch (Zeitungen, Romane, Gebrauchsanweisungen, Werbung,
...) als auch gesprochenes Englisch (Film, Fernsehen, Musik, und
hierzulande - jedenfalls gebietsweise - in der ehemaligen amerikanischen
Besatzungszone - durchs Radio (AFN)).
Welche Regeln gelten eigentlich für Gedankenstriche?

Ich dachte bisher, dass im Satz entweder einer bei einem Gedankensprung auftaucht, oder dass sie bei einem Einschub paarweise auftreten. Bei den dreien hier kann ich den Inhalt der Klammer nicht gliedern.
Quinn C
2020-05-13 14:10:05 UTC
Antworten
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Post by Stefan Schmitz
Post by Diedrich Ehlerding
Da gibt es halt mehr Englich-Muttersprachler. Und die dominieren sowohl
schriftliches Englisch (Zeitungen, Romane, Gebrauchsanweisungen, Werbung,
...) als auch gesprochenes Englisch (Film, Fernsehen, Musik, und
hierzulande - jedenfalls gebietsweise - in der ehemaligen amerikanischen
Besatzungszone - durchs Radio (AFN)).
Welche Regeln gelten eigentlich für Gedankenstriche?
Ich dachte bisher, dass im Satz entweder einer bei einem
Gedankensprung auftaucht, oder dass sie bei einem Einschub paarweise
auftreten. Bei den dreien hier kann ich den Inhalt der Klammer nicht
gliedern.
Ich finde es offensichtlich:

hierzulande (jedenfalls gebietsweise (in der ehemaligen amerikanischen
Besatzungszone)) durchs Radio (AFN)).

Für beide Einschübe Gedankenstriche zu verwenden, stellt sich in der Tat
als suboptimal heraus, denn man mag keine zwei ans Ende setzen.
--
Sehr geehrte Wert Mitglied Yahoo! Deutschland
-- SPAMPOESIE
Martin Gerdes
2020-05-15 13:23:42 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Entspann dich mit coffee to-go (gemeint ist ¥take away´).
"For here or to go?" is eine normale Frage zumindest in
nordamerikanischen Restaurationsbetrieben.
Ja aber in England wird das als falsch empfunden, da gibt es nur "take
away" oder "take out". Es ist mal wieder symptomatisch, dass
Deutschland seine Anglizismen über den großen Teich bezieht.
Warum sollte das "symptomatisch" sein?

Wörter kommen oft dorther, wo die Sache selbst herkommt.

Mich haut es nicht groß vom Sockel, daß Dinge aus Amerika bei uns mit
dem Wort bezeichnet werden, das die Amis dafür verwenden, und da sauch
dann, wenn die Briten (die bekanntlich einem der amerikanischen völlig
unverwandte Sprache sprechen, vergleichbar den Reichsdeutschen und den
Österreichern) ein anderes Wort dafür verwenden.
Oliver Voß
2020-05-11 14:58:35 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)? Ist es, weil die Existenz von "no-no" weit
weniger bekannt ist als eben dieses "No-Go"? Aber warum sollte
letzteres so viel bekannter sein?
Jemand eine plausible Hypothese?
Das kommt vom Countdown bei Raketenstarts (und/oder möglicherweise auch
der Startfreigabe bei Flugzeugen). Da werden der Reihe nach verschiedene
Parameter abgefragt, und die Antwort ist dann immer "Go" (es kann
weitergehen) oder "No Go" (irgendwas ist nicht in Ordnung, der
Startvorgang muß unterbrochen werden).

Gruß,

Oliver
Bertel Lund Hansen
2020-05-11 15:45:31 UTC
Antworten
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Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)?
Weil "no-no" nicht am Platze wäre. "No-no" ist etwas, das man
nicht tun darf. "No-go" ist irgendwo, wo man nicht eintreten
darf.
--
/Bertel
Quinn C
2020-05-11 23:40:31 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)?
Weil "no-no" nicht am Platze wäre. "No-no" ist etwas, das man
nicht tun darf. "No-go" ist irgendwo, wo man nicht eintreten
darf.
So einfach ist es nicht (im Englischen).

I'm not going to post nude photos - that's a no-go for me. Never
gonna happen.

Könnte es sein, daß ein "no-no" den Wertvorstellungen anderer
zuwiderläuft, ein "no-go" dagegen den eigenen?
--
binsaugnesseln, hummelsköl, mönchspfeffer, gugelköpf, minbrüdermüntz
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Roland Franzius
2020-05-12 06:20:32 UTC
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Post by Quinn C
Post by Bertel Lund Hansen
Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)?
Weil "no-no" nicht am Platze wäre. "No-no" ist etwas, das man
nicht tun darf. "No-go" ist irgendwo, wo man nicht eintreten
darf.
So einfach ist es nicht (im Englischen).
I'm not going to post nude photos - that's a no-go for me. Never
gonna happen.
Könnte es sein, daß ein "no-no" den Wertvorstellungen anderer
zuwiderläuft, ein "no-go" dagegen den eigenen?
Ein no go ist etwas aus physikalischen, logischen oder
wahrscheinlichkeitstheoretischen Gründen Unmögliches wie zB die Zeit
anzuhalten, etwas falsches als richtig zu beweisen, ein Kamel durch ein
Nadelöhr zu treiben oder in Serie gegen die Bank zu gewinnen.

no no hat sich zu einer boolschen freien Algebra ohne Einselement im
Dialog entwickelt.

https://www.urbandictionary.com/define.php?term=NO%20NO%20NO%20NO%20NO
--
Roland Franzius
Bertel Lund Hansen
2020-05-12 06:49:35 UTC
Antworten
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Post by Roland Franzius
Ein no go ist etwas aus physikalischen, logischen oder
wahrscheinlichkeitstheoretischen Gründen [...]
oder moralischen Gründen - wie Quinn demonstriert hat.
--
/Bertel
H.-P. Schulz
2020-05-12 07:19:58 UTC
Antworten
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Post by Quinn C
Könnte es sein, daß ein "no-no" den Wertvorstellungen anderer
zuwiderläuft, ein "no-go" dagegen den eigenen?
Bei no-go weiß ich's nicht, aber dass das "no-no" auf die allgemeine
Sitte referiert, ist m.E. deutlich. Zumindest war es in allen Fällen,
in denen es mir begegnete, klar.

Es gibt ja im Englischen noch weitere Formen der "Starkverneinung",
etwa 'by no means' (was eher ein bisschen etepetete ist) oder auch,
kolloquial, 'never-ever'.
Zumindest im BE wird als Anzeiger von Ernstgemeintheit (etwa bei
Verboten oder Ablehnungen) auch gern die Floskel "... and I mean it!"
nachgestellt.
Bertel Lund Hansen
2020-05-12 07:52:48 UTC
Antworten
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Zumindest im BE wird als Anzeiger von Ernstgemeintheit (etwa bei
Verboten oder Ablehnungen) auch gern die Floskel "... and I mean it!"
nachgestellt.
Eine solche Hinzufügung schwächt aber die Aussage.
--
/Bertel
René Marquardt
2020-05-13 22:04:05 UTC
Antworten
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Quinn C
Könnte es sein, daß ein "no-no" den Wertvorstellungen anderer
zuwiderläuft, ein "no-go" dagegen den eigenen?
Bei no-go weiß ich's nicht, aber dass das "no-no" auf die allgemeine
Sitte referiert, ist m.E. deutlich. Zumindest war es in allen Fällen,
in denen es mir begegnete, klar.
Es gibt ja im Englischen noch weitere Formen der "Starkverneinung",
etwa 'by no means' (was eher ein bisschen etepetete ist) oder auch,
kolloquial, 'never-ever'.
Oder wenn wir es noch kolloquieller wollen, no fucking way, dream on, boy.
Bertel Lund Hansen
2020-05-14 06:28:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by René Marquardt
Oder wenn wir es noch kolloquieller wollen, no fucking way, dream on, boy.
In your wet dreams.
--
/Bertel
wolfgang sch
2020-05-13 04:51:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Könnte es sein, daß ein "no-no" den Wertvorstellungen anderer
zuwiderläuft, ein "no-go" dagegen den eigenen?
Brünos Sprachgebrauch bestätigt deine Vermutung.
"Nischt nischt" verwendet er nur für die Tabus deines Namensvetters.

https://www.youtube.com/watch?v=LazrAzBP_0I
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Dieter Britz
2020-05-12 14:33:20 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)?
Weil "no-no" nicht am Platze wäre. "No-no" ist etwas, das man nicht tun
darf. "No-go" ist irgendwo, wo man nicht eintreten darf.
Genau; die sind nicht austauschbar, und nur zufällig ähnlich.
--
Dieter Britz
H.-P. Schulz
2020-05-12 15:32:26 UTC
Antworten
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Post by Dieter Britz
Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)?
Weil "no-no" nicht am Platze wäre. "No-no" ist etwas, das man nicht tun
darf. "No-go" ist irgendwo, wo man nicht eintreten darf.
Genau; die sind nicht austauschbar, und nur zufällig ähnlich.
Mein Reden!
Quinn C
2020-05-12 16:42:00 UTC
Antworten
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Dieter Britz
Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)?
Weil "no-no" nicht am Platze wäre. "No-no" ist etwas, das man nicht tun
darf. "No-go" ist irgendwo, wo man nicht eintreten darf.
Genau; die sind nicht austauschbar, und nur zufällig ähnlich.
Mein Reden!
Dann gib halt ein paar Beispiele, wo Deiner Meinung nach no-no am Platz
wäre.
--
GUGEL, f., m., kapuze, mlat. cuculla, cucullus, ahd. cucalun cucullam
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Stefan Schmitz
2020-05-12 16:52:46 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Post by H.-P. Schulz
Post by Dieter Britz
Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)?
Weil "no-no" nicht am Platze wäre. "No-no" ist etwas, das man nicht tun
darf. "No-go" ist irgendwo, wo man nicht eintreten darf.
Genau; die sind nicht austauschbar, und nur zufällig ähnlich.
Mein Reden!
Dann gib halt ein paar Beispiele, wo Deiner Meinung nach no-no am Platz
wäre.
Ich habe ihn so verstanden, dass "no-no" immer dann zu verwenden sei, wenn
man meint: das darf man nicht tun.
H.-P. Schulz
2020-05-12 18:38:29 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Quinn C
Dann gib halt ein paar Beispiele, wo Deiner Meinung nach no-no am Platz
wäre.
Ich habe ihn so verstanden, dass "no-no" immer dann zu verwenden sei, wenn
man meint: das darf man nicht tun.
Ja - und zwar habe ich das hauptsächlich gehört, wenn es um Fragen des
Benimms i.w.S. ging.
Christian Weisgerber
2020-05-11 16:09:05 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Im Englischen gibt es den Ausdruck "no-no" für soviel wie "geht gar
nicht!", und zwar ernstgemeint.
Im Zusammenhang mit gewissen sozialprekären Großstadtvierteln wurde
(in USA?) der Ausdruck "No-Go-Area" verwendet, der seinerseits
vielleicht aus dem militärischen Bereich stammen mag und soviel wie
"Sperrzone" bedeutet.
Richtig, mit „go“ im Sinn von ‘betreten’.

Dann gibt es noch „no(-)go“ mit „go“ im Sinn von ‘den nächsten
Schritt in einem Ablauf machen’.

Ich zitiere aus dem American Heritage Dictionary:
| no-go
| adj.
| Not in a suitable condition for proceeding or functioning
| properly: The space launch was no-go.
| n.
| A situation in which planned operations cannot be effectuated,
| as in the case of the launch of spacecraft: The flight is a
| no-go because of technical problems.
https://www.ahdictionary.com/word/search.html?q=no-go

Letztere Bedeutung scheint mit sehr viel häufiger als die Sperrzone
zu sein. Und so wie man inzwischen für sehr viel trivialere Dinge
als Raketenstarts von „launch“ spricht, findet man dann auch „no-go“.
Post by H.-P. Schulz
Warum wird nun allenthalben, wenn "no-no" am Platze wäre, "no-go"
gesagt (und geschrieben)?
Wird es das?
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Quinn C
2020-05-15 17:36:05 UTC
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...
Für so manchen Schachfan sind asiatische Brettspiele ein No-Go.
--
ê liezen sich die man schouwen
âne gugel vor den frouwen,
nu siht mans in den gugeln gân
vor den frouwen als ein man, -- TEICHNER
H.-P. Schulz
2020-05-16 08:25:30 UTC
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Post by Quinn C
...
Für so manchen Schachfan sind asiatische Brettspiele ein No-Go.
Na *endlich* bringt mal einer diesen Kalauer! :))
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