Discussion:
Idee zur Entsexualisierung
(zu alt für eine Antwort)
Detlef Meißner
2020-05-18 15:12:04 UTC
Permalink
Ja, und deine Beobachtung zeigt, wie beliebig PC sein kann. Wert und
Eben, was machst du mit denen, die Fräulein bevorzugen? Weniger wegen
Sex sondern weil ihnen Frau zu "alt" ist?
Ein Kollege berichtete mal von Französinnen, die genau aus diesem
Grund auf Mademoiselle bestanden und sauer waren, mit Madame angeredet
zu werden.
Und dann gibt es wieder die jungen (verheirateten) Frauen, die Wert
darauf legen, als Madame angesprochen zu werden.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
Detlef Meißner
2020-05-18 15:17:07 UTC
Permalink
man hat sicher viel öfter gehört "Fräulein Müller, bringen Sie
doch noch mal Kaffee für alle"
Fräulein Müller leistete diese Hilfsdienste, weil das zu ihren
beruflichen Aufgaben gehörte und nicht, weil sie unverheiratet war.
Ein klarer Fall von Korrelation statt von Kausalität.
Für manche älteren Frauen war es eben wichtig, - passend zum Thema
- ständig darauf hinzuweisen, ob sie verheiratet sind oder nicht.
Während viele jüngere Frauen sich dachten, das muß nicht jeder
wissen. Und natürlich spielte eine große Rolle, daß dieselbe Frage
bei Männern nie Thema war.
Nach wie vor wird häufig vom Mann der erste Schritt bei der Balz
erwartet und getan. Deshalb genügte der Ehering als Signal für
interessierte Fräuleins.
Klar, vor einem Seitensprung zieht der Mann diesen grundsätzlich ab.
:-)

Ein unverheiratete Kommilitone, der unverfängliche Gespräche in der
Mensa haben wollte, zog dafür einen Ehering an.
Da war dann Flirten erst einmal außen vor.

Ich selbst trage keinen, achte aber bei anderen Personen auch nicht so
drauf.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Der Habakuk.
2020-05-18 15:29:32 UTC
Permalink
man hat sicher viel öfter gehört "Fräulein Müller, bringen Sie
doch noch mal Kaffee für alle"
Fräulein Müller leistete diese Hilfsdienste, weil das zu ihren
beruflichen Aufgaben gehörte und nicht, weil sie unverheiratet war.
Ein klarer Fall von Korrelation statt von Kausalität.
Für manche älteren Frauen war es eben wichtig, - passend zum Thema
- ständig darauf hinzuweisen, ob sie verheiratet sind oder nicht.
Während viele jüngere Frauen sich dachten, das muß nicht jeder
wissen. Und natürlich spielte eine große Rolle, daß dieselbe Frage
bei Männern nie Thema war.
Nach wie vor wird häufig vom Mann der erste Schritt bei der Balz
erwartet und getan. Deshalb genügte der Ehering als Signal für
interessierte Fräuleins.
Klar, vor einem Seitensprung zieht der Mann diesen grundsätzlich ab. :-)
Ein unverheiratete Kommilitone, der unverfängliche Gespräche in der
Mensa haben wollte, zog dafür einen Ehering an.
Da war dann Flirten erst einmal außen vor.
Ich selbst trage keinen, achte aber bei anderen Personen auch nicht so
drauf.
Detlef
Was sagt deine Frau dazu?
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Detlef Meißner
2020-05-18 15:41:25 UTC
Permalink
Post by Der Habakuk.
man hat sicher viel öfter gehört "Fräulein Müller, bringen Sie
doch noch mal Kaffee für alle"
Fräulein Müller leistete diese Hilfsdienste, weil das zu ihren
beruflichen Aufgaben gehörte und nicht, weil sie unverheiratet war.
Ein klarer Fall von Korrelation statt von Kausalität.
Für manche älteren Frauen war es eben wichtig, - passend zum Thema
- ständig darauf hinzuweisen, ob sie verheiratet sind oder nicht.
Während viele jüngere Frauen sich dachten, das muß nicht jeder
wissen. Und natürlich spielte eine große Rolle, daß dieselbe Frage
bei Männern nie Thema war.
Nach wie vor wird häufig vom Mann der erste Schritt bei der Balz
erwartet und getan. Deshalb genügte der Ehering als Signal für
interessierte Fräuleins.
Klar, vor einem Seitensprung zieht der Mann diesen grundsätzlich ab. :-)
Ein unverheiratete Kommilitone, der unverfängliche Gespräche in der Mensa
haben wollte, zog dafür einen Ehering an.
Da war dann Flirten erst einmal außen vor.
Ich selbst trage keinen, achte aber bei anderen Personen auch nicht so
drauf.
Was sagt deine Frau dazu?
Wozu?

Detlef
--
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen. (Mark Twain)
Der Habakuk.
2020-05-18 15:47:09 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Der Habakuk.
man hat sicher viel öfter gehört "Fräulein Müller, bringen Sie
doch noch mal Kaffee für alle"
Fräulein Müller leistete diese Hilfsdienste, weil das zu ihren
beruflichen Aufgaben gehörte und nicht, weil sie unverheiratet war.
Ein klarer Fall von Korrelation statt von Kausalität.
Für manche älteren Frauen war es eben wichtig, - passend zum Thema
- ständig darauf hinzuweisen, ob sie verheiratet sind oder nicht.
Während viele jüngere Frauen sich dachten, das muß nicht jeder
wissen. Und natürlich spielte eine große Rolle, daß dieselbe Frage
bei Männern nie Thema war.
Nach wie vor wird häufig vom Mann der erste Schritt bei der Balz
erwartet und getan. Deshalb genügte der Ehering als Signal für
interessierte Fräuleins.
Klar, vor einem Seitensprung zieht der Mann diesen grundsätzlich ab. :-)
Ein unverheiratete Kommilitone, der unverfängliche Gespräche in der
Mensa haben wollte, zog dafür einen Ehering an.
Da war dann Flirten erst einmal außen vor.
Ich selbst trage keinen, achte aber bei anderen Personen auch nicht
so drauf.
Was sagt deine Frau dazu?
Wozu?
Detlef
Zu "Ich selbst trage keinen".
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Quinn C
2020-05-18 15:49:29 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
man hat sicher viel öfter gehört "Fräulein Müller, bringen Sie
doch noch mal Kaffee für alle"
Fräulein Müller leistete diese Hilfsdienste, weil das zu ihren
beruflichen Aufgaben gehörte und nicht, weil sie unverheiratet war.
Ein klarer Fall von Korrelation statt von Kausalität.
Für manche älteren Frauen war es eben wichtig, - passend zum Thema
- ständig darauf hinzuweisen, ob sie verheiratet sind oder nicht.
Während viele jüngere Frauen sich dachten, das muß nicht jeder
wissen. Und natürlich spielte eine große Rolle, daß dieselbe Frage
bei Männern nie Thema war.
Nach wie vor wird häufig vom Mann der erste Schritt bei der Balz
erwartet und getan. Deshalb genügte der Ehering als Signal für
interessierte Fräuleins.
Ja, ein weiterer dieser Anachronismen.
Post by Detlef Meißner
Klar, vor einem Seitensprung zieht der Mann diesen grundsätzlich ab.
:-)
Ein unverheiratete Kommilitone, der unverfängliche Gespräche in der
Mensa haben wollte, zog dafür einen Ehering an.
Da war dann Flirten erst einmal außen vor.
Ich selbst trage keinen, achte aber bei anderen Personen auch nicht so
drauf.
Ich habe nie gelernt, zu erkennen, was ein Ehering ist oder nicht - wenn
ich den Ring überhaupt wahrnehme. Dabei spielt sicher eine Rolle, daß
ich das nicht als wichtig empfinde. Flirten ist kein Verbrechen, und
mein Gegenüber kann mir ja anzeigen, ob sie es mag oder nicht. Ich bin
da recht sensitiv.

Manche lassen sich Zeit, was zu sagen. Ich erinnere mich noch, wie ich
ihre Hand in meine genommen habe, um die genauer zu begutachten, dann
bemerkt habe, daß der Ring doch eher teuer aussieht und vorsorglich
gefragt, wo der wohl herkommt. "Von meinem Freund".
--
gugelgesang, m., mönchsgesang, pejorativ
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Quinn C
2020-05-18 15:19:19 UTC
Permalink
Das Phaenomen "Gendergerechte
Sprache" ist ein rein bundesdeutsches Luxusproblem.
Da werden sich Schweizer und Österreicher aber freuen, daß sie das nicht
haben!
Halt, nein, Du sagst ja, sie haben es nicht, weil sie arm sind.
Ein Luxusproblem ist eins, das man sich leistet, wenn man sonst nix zu tun hat,
oder wenn die wirklichen Probleme unloesbar scheinen.
Es gib sicher wichtigere Probleme als Gender, z.B. daß Produkte von
Kindern oder Quasi-Sklaven in der dritten Welt hergestellt werden, oder
sogar die Einkommensungerechtigkeiten in den reichen Ländern.

Nur: so arg in Konkurrenz stehen die gar nicht. Denn dagegen was zu tun
speist sich in allen Fällen aus der gleichen Quelle: Empathie. In der
Regel kümmert einen Menschen daher beides oder keins von beiden.
Beispiel Polizei Berlin: Horden von schwarzen Dealern im Park. Na ja,
ist halt Bereicherung.
Richtig - die haben nicht genug Kapital, um ihre Operation als
"Pharmafirma" zu legitimieren.
--
Um Begrenzung zu entfernen und sicher Ihre Kreditkarte laden Sie
sich bitte und füllen Sie das beigefügte Formular aus.
-- SPAMPOESIE
Stefan Schmitz
2020-05-18 15:54:28 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Es gib sicher wichtigere Probleme als Gender, z.B. daß Produkte von
Kindern oder Quasi-Sklaven in der dritten Welt hergestellt werden, oder
sogar die Einkommensungerechtigkeiten in den reichen Ländern.
Nur: so arg in Konkurrenz stehen die gar nicht. Denn dagegen was zu tun
speist sich in allen Fällen aus der gleichen Quelle: Empathie. In der
Regel kümmert einen Menschen daher beides oder keins von beiden.
Das wage ich doch stark zu bezweifeln.
Viele werden sich gut in die Probleme von sklavenähnlich Beschäftigten
hineinversetzen können, aber nicht in ein anderes Sprachempfinden.
Werner Holtfreter
2020-05-18 16:18:41 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Empathie.
Beispiel Polizei Berlin: Horden von schwarzen Dealern im Park. Na
ja, ist halt Bereicherung.
Richtig - die haben nicht genug Kapital, um ihre Operation als
"Pharmafirma" zu legitimieren.
Diese verharmlosende Bemerkung lässt die Empathie mit den
Rauschgiftopfern vermissen.
--
Gruß Werner
http://youtu.be/fN--klIm3DQ
Ramelow dankt der CDU-Fraktion, dass sie
ihm durch Enthaltung den Weg geebnet habe.
Quinn C
2020-05-18 16:24:08 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
Post by Quinn C
Empathie.
Beispiel Polizei Berlin: Horden von schwarzen Dealern im Park. Na
ja, ist halt Bereicherung.
Richtig - die haben nicht genug Kapital, um ihre Operation als
"Pharmafirma" zu legitimieren.
Diese verharmlosende Bemerkung lässt die Empathie mit den
Rauschgiftopfern vermissen.
Eigentlich wollte ich andeuten, daß ich auch Empathie mit den Opfern
habe, die ihr Rauschgift in der Apotheke beziehen. In den USA gab es
davon in letzter Zeit deutlich mehr Todesopfer als jemals von illegalen
Drogen.
--
Sie konnen Ihre Postsendung in unserer Postabteilung personlich
kriegen. Vielen Dank! Deutsche Post AG.
He called it, and now Silver's a pop-culture star
-- SPAMPOESIE
Quinn C
2020-05-18 15:19:22 UTC
Permalink
Das ist ja das Problem, das ich abstellen möchte. Bevor man eine Aussage
über alle Menschen macht, zu einem Thema, wo Gender relevant sein
könnte, sollte man vielleicht mindestens zwei männliche und zwei
weibliche Perspektiven durchdenken, und gegebenenfalls noch eine für
sonstige Geschlechter. Wenn nicht, dann sollte man es lieber als Aussage
über Frauen oder über Männer formulieren.
Bis zu diesem Beitrag hatte ich gedacht, es ginge dir darum, eben
keine Aussage über Frauen oder über Männer zu machen, wenn das
Geschlecht der Personen keine Rolle spielt.
Ja, wenn es keine Rolle spielt.
Jetzt soll man doch lieber nur über ein Geschlecht sprechen?
Ja, wenn es eine Rolle spielt.

Im "traditionellen" Deutsch kommt es dagegen nicht so sehr darauf an, ob
das Geschlecht thematisch eine Rolle spielt oder nicht, sondern es wird
aufgrund von Gewohnheiten und oft auch nur grammatischen Gegebenheiten
erwähnt oder auch nicht.

Leider kann man keine simplen Regeln dafür angeben, wann es eine Rolle
spielt oder nicht. Oft spielt es in der Praxis eine Rolle, wenn es
theoretisch keine Rolle spielen sollte. Dieses Spannungsfeld ist in dem
Video von maiLab ziemlich gut herausgearbeitet.

Eine der zugrundeliegenden Gewohnheiten ist ja - nicht speziell in der
Sprache, sondern in der Kultur allgemein - den Mann als typischen
Vertreter des Menschen anzusehen und die Frau als Sonderfall.

Der Nübling-Aufsatz hatte dazu so krasse Beispiele, daß es auch mich
noch überrascht hat. Finde das jetzt nicht rasch, aber in etwa "Ein
gesunder Mensch kann nicht vier Wochen ohne Frau auskommen", Otto
Rehagel. Gemeint ist mit "Mensch" hier offenbar "heterosexueller,
allosexueller Mann".
--
Sie benötigen einen Kredit zu beginnen, eine neue Geschäftskultur?
-- SPAMPOESIE
Detlef Meißner
2020-05-18 15:39:20 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Das ist ja das Problem, das ich abstellen möchte. Bevor man eine Aussage
über alle Menschen macht, zu einem Thema, wo Gender relevant sein
könnte, sollte man vielleicht mindestens zwei männliche und zwei
weibliche Perspektiven durchdenken, und gegebenenfalls noch eine für
sonstige Geschlechter. Wenn nicht, dann sollte man es lieber als Aussage
über Frauen oder über Männer formulieren.
Bis zu diesem Beitrag hatte ich gedacht, es ginge dir darum, eben
keine Aussage über Frauen oder über Männer zu machen, wenn das
Geschlecht der Personen keine Rolle spielt.
Ja, wenn es keine Rolle spielt.
Jetzt soll man doch lieber nur über ein Geschlecht sprechen?
Ja, wenn es eine Rolle spielt.
Und wer legt das fest?

Doch wohl der, der spricht.

Detlef
--
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im
Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
(Mark Twain)
Quinn C
2020-05-18 15:53:05 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Das ist ja das Problem, das ich abstellen möchte. Bevor man eine Aussage
über alle Menschen macht, zu einem Thema, wo Gender relevant sein
könnte, sollte man vielleicht mindestens zwei männliche und zwei
weibliche Perspektiven durchdenken, und gegebenenfalls noch eine für
sonstige Geschlechter. Wenn nicht, dann sollte man es lieber als Aussage
über Frauen oder über Männer formulieren.
Bis zu diesem Beitrag hatte ich gedacht, es ginge dir darum, eben
keine Aussage über Frauen oder über Männer zu machen, wenn das
Geschlecht der Personen keine Rolle spielt.
Ja, wenn es keine Rolle spielt.
Jetzt soll man doch lieber nur über ein Geschlecht sprechen?
Ja, wenn es eine Rolle spielt.
Und wer legt das fest?
Doch wohl der, der spricht.
Klar. Aber dann mögen sie es auch wieder nicht, wenn ich drauf hinweise.
--
Good day.
Did You Get The Last Email We Sent You?
(das ist der ganze Inhalt)
-- SPAMPOESIE
Quinn C
2020-05-18 15:19:25 UTC
Permalink
Das ist ja das Problem, das ich abstellen möchte. Bevor man eine Aussage
über alle Menschen macht, zu einem Thema, wo Gender relevant sein
könnte, sollte man vielleicht mindestens zwei männliche und zwei
weibliche Perspektiven durchdenken, und gegebenenfalls noch eine für
sonstige Geschlechter.
Also für mich ist und bleibt das weitgehend Quatsch. Es gibt zwei
biologische Geschlechter. Fast immer sind die gut genug und eindeutig
genug differenziert. Es gibt aber auch Zwischenformen, Zwitter,
uneindeutige Geschlechtsdifferenzierung. Das sollte und darf man
natürlich nicht ignorieren, man sollte aber imho auch nicht die
Gewichtigkeiten so sehr verschieben, daß man diese Ausnahmefälle eben
falls als Norm betrachtet.
Daß es unabhängig davon auch noch so etwas wie Geschlechtsidentität
gibt, oder ein Empfinden über die eigene Geschlechtsidentität, das
ebenfalls in seltenen Fällen inkongruent zum biologischen Geschlecht
ist, ist auch Tatsache. Aber ebenfalls sehr selten und insofern nicht
die Regel.
Das ist naiv und keinesfalls ausreichend, um meine Aussagen zu
Geschlechtsidentität zu verstehen.

Die Geschlechtsidentitäten sind nicht von der Natur vorgegeben, und es
gibt keinen Grund, warum es genau zwei geben sollte. Es könnten auch
drei oder fünf sein (und so ist es anderswo auch). Oder Hundert. Oder
gar keine.

Die "klassischen" Geschlechtsidentitäten hat die Gesellschaft um die
körperlichen Unterschiede herumgebaut, und sie passen auf fast niemanden
so richtig. Fast alles daran ist willkürlich, und in anderen Kulturen
anders. Die meisten arrangieren sich damit, und stellen nie in Frage,
wozu das Ganze überhaupt gut ist.

Für mich hat sich als beste Lösung herausgestellt, das Spiel einfach
nicht mehr mitzumachen. Leider spielen fast alle anderen noch, und
nehmen ungefragt an, ich würde auch mitspielen.
--
Aufmerksamkeit,
ich bitte Sie um Nachsicht für ein dringendes Geschäft.
-- SPAMPOESIE
Detlef Meißner
2020-05-18 15:38:03 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Die Geschlechtsidentitäten sind nicht von der Natur vorgegeben,
Umstritten!
Post by Quinn C
und es
gibt keinen Grund, warum es genau zwei geben sollte. Es könnten auch
drei oder fünf sein (und so ist es anderswo auch). Oder Hundert. Oder
gar keine.
Es gibt keinen Grund ... Was für eine Argumentation!
Post by Quinn C
Die "klassischen" Geschlechtsidentitäten hat die Gesellschaft um die
körperlichen Unterschiede herumgebaut, und sie passen auf fast niemanden
so richtig.
Auf fast niemanden? Jetzt bist du aber völlig abgehoben.
Post by Quinn C
Fast alles daran ist willkürlich, und in anderen Kulturen
anders.
Und in anderen Kulturen gleich.

Du kennst zu wenige Kulturen.
Post by Quinn C
Die meisten arrangieren sich damit, und stellen nie in Frage,
wozu das Ganze überhaupt gut ist.
Wowereit!

Man könnte auch die Bibel befragen.
Post by Quinn C
Für mich hat sich als beste Lösung herausgestellt, das Spiel einfach
nicht mehr mitzumachen. Leider spielen fast alle anderen noch, und
nehmen ungefragt an, ich würde auch mitspielen.
Aber ihnen scheint das Spiel zu gefallen - und darüber ärgerst du dich.

Du willst anderen Menschen ihr Spiel verderben.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Quinn C
2020-05-18 15:30:47 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Ja, und deine Beobachtung zeigt, wie beliebig PC sein kann. Wert und
Eben, was machst du mit denen, die Fräulein bevorzugen? Weniger wegen
Sex sondern weil ihnen Frau zu "alt" ist?
Ein Kollege berichtete mal von Französinnen, die genau aus diesem
Grund auf Mademoiselle bestanden und sauer waren, mit Madame angeredet
zu werden.
Und dann gibt es wieder die jungen (verheirateten) Frauen, die Wert
darauf legen, als Madame angesprochen zu werden.
Wie kulturbedingt das ist, habe ich 1998 in Japan miterlebt. Eine
Chinesin beklagte sich, daß sie laufend als o-nee-san, ältere Schwester,
angesprochen wird.

Das ist die japanische Anrede für junge Frauen, die man nicht mit Namen
kennt. Nun hatte Japan sich schon in eine ähnliche Richtung entwickelt
wie die westlichen Länder, das heißt, für alt gehalten zu werden, ist
unangenehm, daher war o-nee-san für Frauen üblich, die, sagen wir mal,
unter 40, 45 aussehen, wenn sie alleine unterwegs sind.

Das paßte der Chinesin nun gar nicht. "Ich bin über 30 und verheiratet!"
Und mit 30 Jahren nicht verheiratet zu sein, wäre für eine Chinesin -
schon gar aus der Provinz - damals noch ein Drama gewesen; in Japan auch
nicht mehr.
--
GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Quinn C
2020-05-18 15:38:03 UTC
Permalink
man hat sicher viel öfter gehört "Fräulein Müller, bringen Sie
doch noch mal Kaffee für alle"
Fräulein Müller leistete diese Hilfsdienste, weil das zu ihren
beruflichen Aufgaben gehörte und nicht, weil sie unverheiratet war.
Ein klarer Fall von Korrelation statt von Kausalität.
Das ist freilich irrelevant. Korrelationen führen zu Assoziationen, und
das prägt die Sprache.
Es ging deinem Vorschreiber offensichtlich nicht darum, dass sie wegen ihres
Familienstandes Kaffee bringen musste, sondern dass sie wegen ihrer Position
als Fräulein angeredet wurde.
Fräuleins hatten meistens untergeordnete Positionen, aufgrund der
Kombination von Alter und Geschlecht, und Frauen blieben oft zu Hause
bei den Kindern. Daraus ergibt sich einfach eine ungünstige Statistik.

Ob eine unverheiratete Karrierefrau ungebeten "Fräulein" genannt worden
wäre, da habe ich zwar meine Zweifel, aber letztlich kann ich es nicht
beurteilen. Das war ja alles vor meiner Zeit.

Das "Fräulein" für die Kellnerin, unabhängig von Alter und Ehestand,
habe ich gerade noch am Rande mitgekriegt, aber nie selber benutzt.
--
GUGEL, f., m., kapuze, mlat. cuculla, cucullus, ahd. cucalun cucullam
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Werner Holtfreter
2020-05-18 16:12:19 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Das "Fräulein" für die Kellnerin, unabhängig von Alter und
Ehestand, habe ich gerade noch am Rande mitgekriegt, aber nie
selber benutzt.
Bei aufmerksamen Personal genügt ja auch ein Blickkontakt, aber eine
neue Anrede für die Kellnerin scheint es noch nicht zu geben. Frau
Ober fände ich passend. Wobei man wissen sollte, dass "Ober" das
Kurzwort für Oberkellner ist, derjenige, der früher die Bestellung
aufgenommen und kassiert hat.
--
Gruß Werner

Ramelow dankt der CDU-Fraktion, dass sie
ihm durch Enthaltung den Weg geebnet habe.
wolfgang sch
2020-05-18 16:12:29 UTC
Permalink
Ich bin nichts, wenn nicht skeptisch.
"Ich bin sicher, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen"
klingt nicht danach.
Und ich kenne wenige, die ihre
Überzeugungen mit solcher Selbstgewißheit vortragen wie Du.
Danke, das ist auch OK so. Ich denke aber nicht, auf einer richtigen
Seite zu stehen, weil ich grundsätzlich nicht davon ausgehe dass es
richtige oder falsche Seiten geben kann.
Die "Geschichte" kommt in meine Aussage u.a. deswegen hinein, weil ich
bei meinen Thesen eine ziemlich krasse Altersschichtung sehe - viel mehr
als eine nach Geschlecht. Heftiger Widerspruch zu meinen Thesen kommt
fast nur von Leuten, die älter sind als ich, und von jungen Leuten kommt
nicht selten nur ein achselzuckendes "ja, klar".
Nach den biologischen Merkmalen der Gesinnungsgenossen zu urteilen ist
eine eher schlichte Form des Erkenntnisgewinns. Dass die Anhänger einer
neuen Ideologie tendenziell jünger sind und ihrer Kritiker oft
fortgeschrittenen Alters liegt in der Natur der Sache, aber bedeutet
nichts. Es gilt für jede Ideologie zu Beginn ihrer Verbreitung, auch
für die beklopptesten. Außerdem ist der Feminismus nicht neu, deswegen
irrst du dich wahrscheinlich bei deiner Wahrnehmung.
Aber wenn Du es
tust, mußt Du Dich entscheiden, wie Du den Bezug auf Personen
unbestimmten Geschlechts vornimmst.
Ich treffe keine bewusste Entscheidung, sondern schreibe einfach meine
Muttersprache und ignoriere jegliche Aufforderungen, einen Dialekt zu
schreiben den ich nicht aktiv beherrsche.

Umgekehrt fordere ich niemanden zu etwas auf. Um das etwas zu
verdeutlichen: Ich fordere weder dich noch sonstwen auf, nicht
Politischkorrekt zu schreiben. Von mir aus kannste das machen, es geht
mich nichts an. Aber umgekehrt geht es dich nichts an, wie ich
schreibe, und bitte das zu respektieren und mir da nicht reinzureden
oder damit irgendwelche Vorwürfe oder Schmähungen zu verbinden oder
böse Motive zu unterstellen.
oder "Lehrer und Lehrerinnen" wie 2000 üblicher,
oder "Lehrer*innen", wie 2020 vermehrt vorgeschlagen.
Abgesehen davon dass ich den politischkorrekten Dialekt des Deutschen
leidlich passiv, aber nicht aktiv beherrsche, gibt es ein zweites und
wichtigeres Motiv:

Das eigentliche Signal dieser Sprache ist ja: "Guck her ich bin
feministisch". Es wäre mir extrem unangenehm, wenn das irgendwer von
mir denken würde, deswegen vermeide ich es aufs peinlichste. Es wäre
mir so peinlich, wie Kleidung von "Thor Steinar" tragen zu müssen,
deren eigentliche Aussage ja auch keine modische ist.

Und ich fürchte genau das ist es was die Politischkorrekten so auf die
Palme bringt: Dass jemand offen nicht ihrer Ideologie zustimmt.
Potzblitz!
Ich habe nie gesagt, es sei nicht legitim sei, nur daß man sich nicht
aus der Verantwortung stehlen kann für alles, was man tut oder läßt.
Sicher, aber andere Leute sehen das was du forderst als
verantwortungslos an und kommen deswegen zum gegenteiligen Schluss. Das
sind keine bösen Menschen, die haben nur andere Wahrnehmungen und
Wertvorstellungen. Das solltest du zur Kenntnis nehmen.
Ich weise Deine als Vorwurf gemeinte Aussage, ich verträte eine
Ideologie, ja nur deshalb nicht zurück, weil ich davon ausgehe, daß fast
jeder eine Ideologie vertritt. Du ganz ohne Zweifel.
Ich benutze das Wort "Ideologie" synonym zu "Konservendosendenken",
meint ein religionsähnlich geglaubtes politisches Weltbild, das zwar in
sich logisch geschlossen ist aber nicht an der Realität überprüft wird,
dessen geschlossene Struktur gegen Kritik immunisiert, und das
Andersdenkende als Feinde bekämpft.

Ich denke nicht dass jeder Mensch so denkt, sondern nur eine kleine
Teilmenge. Bestimmte politische Glaubenssysteme sind von vornherein
darauf konstruiert dass sie religionsähnlich funktionieren, aber
grundsätzlich eignet sich jede politische Philosophie zur
Ideologisierung in dieser Bedeutung des Wortes.
Feminismus heißt, daß man dagegen ist, daß Frauen benachteiligt werden,
nur weil sie Frauen sind.
Nach der Definition wär ich auch Feminist. Der sagt und tut schon noch
ein bisschen mehr als nur das, und einiges davon ist nicht so schön,
deswegen scheint sie mir nicht hinreichend.
Das ist keine repressive, sondern eine antirepressive Zielsetzung.
Definitionen dürfen keine Wertung enthalten, sonst sind sie
unbrauchbar.

"Der X-Ismus will doch das Gute, deshalb gehören alle schrecklichen
Begleiterscheinungen des X-Ismus per Definition nicht dazu." ist eine
schon etwas abgenutzte Rhetorikfinte, für die wir leider Punkte
abziehen müssen.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
wolfgang sch
2020-05-18 16:14:19 UTC
Permalink
Weil Frauen, die "männliche" Auswahl treffen, nach
Höherem streben, während ein Mann, der sich "weiblich" benimmt, sich
selbst erniedrigt.
Ja, das Patriarchat unterdrückt beide Geschlechter. Was in dem Beispiel
unterdrückt wird, ist Weiblichkeit. Sonst käme man noch auf die Idee,
"Weiblichkeit" könnte ebenso wertvoll sein wie "Männlichkeit".
Wenn du das nächste Mal fragst, wo denn der Feminismus Zirkelschlüsse
führe, erinnere dich an diese beiden Zitate.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
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