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Frauensprech
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Markus Ermert
2020-01-31 08:34:24 UTC
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Fällt nur mir das auf?

Immer mehr junge Wissenschaftlerinnen, Pressesprecherinnen, Studentinnen
usw. hört man in diesem „Speeta-bütte-ächwaesnich“-Tonfall sprechen. Man
denkt: Kommen die alle aus Hannofa? Und fragt sich dann: Aber wo sind denn
dann die Männer dieser Gegend?

Warum sprechen Frauen so? Warum sprechen nur Frauen so? Warum sprechen nur
junge Frauen so? Warum sprechen nur junge gebildete Frauen so? Warum
sprechen nur junge gebildete Frauen seit einigen Jahren auffällig häufig
so?

Das Phänomen koinzidiert mit dieser in den USA grassierenden
froschähnlich-knatternden, gedehnten Aussprache der Vokale (dafür gibt es
eine Bezeichnung, ist mir aber entfallen). Die wird von exakt dem gleichen
Publikum verwendet.

Ich rätsele über die Ursache dieser (Mode?)Erscheinung.

Einfluss von Rollenvorbildern auf Youtube? Oder von Binge-Serien-Konsum?
Erinnert alles etwas an diese typische gepresst-pathetische Aussprache von
Synchronsprechern und Serienschauspielern.

Und warum in Teufels Namen nie Männer?
Ralph Aichinger
2020-01-31 09:54:08 UTC
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Post by Markus Ermert
Immer mehr junge Wissenschaftlerinnen, Pressesprecherinnen, Studentinnen
usw. hört man in diesem „Speeta-bütte-ächwaesnich“-Tonfall sprechen. Man
Hast du einen Link auf ein Youtube-Video? Ich weiß nicht was ich mir drunter
vorzustellen habe (als Österreicher sagt mir auch "Hannover" als Verortung
eines Akzents nichts.
Post by Markus Ermert
Warum sprechen Frauen so? Warum sprechen nur Frauen so? Warum sprechen nur
junge Frauen so? Warum sprechen nur junge gebildete Frauen so? Warum
sprechen nur junge gebildete Frauen seit einigen Jahren auffällig häufig
so?
Das Phänomen koinzidiert mit dieser in den USA grassierenden
froschähnlich-knatternden, gedehnten Aussprache der Vokale (dafür gibt es
eine Bezeichnung, ist mir aber entfallen). Die wird von exakt dem gleichen
Publikum verwendet.
"Vocal Fry" wie bei der Originalstimme von Meredith Grey in Grey's
Anatomy.

Ich vermute ähnliche Gründe für die Verbreitung: Wir übernehmen aus dem
Fernsehen Verhalten von Rollenvorbildern.


Post by Markus Ermert
Einfluss von Rollenvorbildern auf Youtube? Oder von Binge-Serien-Konsum?
Eher im "richtigen" Fernsehen: Vocal Fry ist z.B. in Grey's Anatomy
oder von den Kardashians.
Post by Markus Ermert
Erinnert alles etwas an diese typische gepresst-pathetische Aussprache von
Synchronsprechern und Serienschauspielern.
Und warum in Teufels Namen nie Männer?
Auch Männer werden in der Stimme eher tiefer, wenn sie professionell
wirken wollen. Ein Politiker mit Piepsstimme wirkt unprofessionell.
Vermutlich lassen sich viele Frauen eine tiefere Stimme antrainieren
wenn sie im Management aufsteigen oder in die Politik gehen (oder machen
es instinktiv). Und unter einer gewissen Tonhöhe geht das halt nur mehr
mit vocal fry.

Und: Wenn man in Fernsehserien sieht, daß z.B. mächtige und kluge
Oberärztinnen wie in Grey's Anatomy so reden, dann macht man das
eventuell nach, auch (und gerade) wenn man nur Krankenschwester
werden will. Männer haben halt andere Rollenvorbilder.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Manfred Russ
2020-02-07 01:47:22 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Markus Ermert
Immer mehr junge Wissenschaftlerinnen, Pressesprecherinnen, Studentinnen
usw. hört man in diesem „Speeta-bütte-ächwaesnich“-Tonfall sprechen. Man
Hast du einen Link auf ein Youtube-Video?
So ziemlich jedes beliebige einer deutschen Influezerin unter 40.
Post by Ralph Aichinger
Post by Markus Ermert
Warum sprechen Frauen so? Warum sprechen nur Frauen so? Warum sprechen nur
junge Frauen so? Warum sprechen nur junge gebildete Frauen so? Warum
sprechen nur junge gebildete Frauen seit einigen Jahren auffällig häufig
so?
Weil es sexy ist?
Überhaupt: "Seit einigen Jahren"? Ich hör das seit mindestens 20 Jahren.
Hat im letzten Jahrzehnt aber enorm zugenommen.
Hör doch mal in die Telefonsex-Werbung auf Sport1 nach 23.00 Uhr rein.
Post by Ralph Aichinger
Post by Markus Ermert
Das Phänomen koinzidiert mit dieser in den USA grassierenden
froschähnlich-knatternden, gedehnten Aussprache der Vokale (dafür gibt es
eine Bezeichnung, ist mir aber entfallen). Die wird von exakt dem gleichen
Publikum verwendet.
Eben. Über kurz oder lang übernehmen wir alles aus den USA.
Post by Ralph Aichinger
Post by Markus Ermert
Und warum in Teufels Namen nie Männer?
Kommt noch. Männer sind da immer 10 Jahre hinterher.
Post by Ralph Aichinger
Auch Männer werden in der Stimme eher tiefer, wenn sie professionell
wirken wollen. Ein Politiker mit Piepsstimme wirkt unprofessionell.
Nicht pieps. Aber flach. Mit möglichst vokalisiatem ea. Weil: ein
richtiges ea zu aatukulian ist schließlich voll Nazi.

Auch wichtig: nasal. Wo immer es geht.
Einfach mal ein bißchen "Euronews" hören. Fünf Minuten reichen. Dann
aber droht akute Mittelohrakne.
Post by Ralph Aichinger
Vermutlich lassen sich viele Frauen eine tiefere Stimme antrainieren
wenn sie im Management aufsteigen oder in die Politik gehen
Ja, darüber hat sich schon Thomas Mann in seinen Tagebüchern mokiert.
Uwe Schickedanz
2020-02-07 14:43:36 UTC
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On Fri, 7 Feb 2020 02:47:22 +0100, Manfred Russ
Post by Manfred Russ
Überhaupt: "Seit einigen Jahren"? Ich hör das seit mindestens 20 Jahren.
Hat im letzten Jahrzehnt aber enorm zugenommen.
Hör doch mal in die Telefonsex-Werbung auf Sport1 nach 23.00 Uhr rein.
Du kannst Hobbies haben...

Gruß Uwe
--
"Wir haben der CDU ganz dringend ans Herz gelegt, sich im dritten
Wahlgang zu enthalten...Leider sind die Abgeordneten sozusagen
ihrer eigenen Entscheidung gefolgt." (AKK)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Florian Ritter
2020-02-07 16:24:22 UTC
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Post by Uwe Schickedanz
Post by Manfred Russ
Überhaupt: "Seit einigen Jahren"? Ich hör das seit mindestens 20 Jahren.
Hat im letzten Jahrzehnt aber enorm zugenommen.
Hör doch mal in die Telefonsex-Werbung auf Sport1 nach 23.00 Uhr rein.
Du kannst Hobbies haben...
Unlängst schaltete ich das Empfangsgerät für tönende
Belebtbilder ein und kam unversehens in eine Kochschau.
Eine oberschlesische Laborantka produzierte sich,
die war wirklich gut - mit wenig Aufwand bereitete sie
beispielsweise einen Blätterteig zu. Und als ihr was daneben
geriet fluchte sie: kurwa mac. Dies machte, daß ich mein
Höschen netzte - FR
U***@web.de
2020-02-10 11:09:44 UTC
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Post by Florian Ritter
Und als ihr was daneben
geriet fluchte sie: kurwa mac. Dies machte, daß ich mein
Höschen netzte -
Deine pollutive oder auch miktionale Inkontinenz
möge zum Gegenstand der Erörterung in anderen
Gruppen erhoben werden.
Florian Ritter
2020-02-10 13:37:28 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Florian Ritter
Und als ihr was daneben
geriet fluchte sie: kurwa mac. Dies machte, daß ich mein
Höschen netzte -
Deine pollutive oder auch miktionale Inkontinenz
möge zum Gegenstand der Erörterung in anderen
Gruppen erhoben werden.
Möcht ja sein, es besteht Interesse an den Ergebnissen
meiner Stuhlbeschau, newahr - FR
Henning Sponbiel
2020-02-09 16:25:38 UTC
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Post by Manfred Russ
Auch wichtig: nasal. Wo immer es geht.
Einfach mal ein bißchen "Euronews" hören. Fünf Minuten reichen. Dann
aber droht akute Mittelohrakne.
Tendenziell haben Frauen aus Süddeutschland nach meiner Beobachtung
tiefere (für mich angenehmere) Stimmen. Sind die jetzt professioneller?
;-)


Hohe nasale Stimmen empfinde ich als deutlich unangenehm.


Henning
Henning Sponbiel
2020-02-09 16:25:38 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Auch Männer werden in der Stimme eher tiefer, wenn sie professionell
wirken wollen. Ein Politiker mit Piepsstimme wirkt unprofessionell.
Hmmm. Westerwelle wirkte auf mich nicht unprofessionell.


Henning
Roland Franzius
2020-02-09 18:12:49 UTC
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Post by Henning Sponbiel
Post by Ralph Aichinger
Auch Männer werden in der Stimme eher tiefer, wenn sie professionell
wirken wollen. Ein Politiker mit Piepsstimme wirkt unprofessionell.
Hmmm. Westerwelle wirkte auf mich nicht unprofessionell.
Ja, Bismarck zB wirkte mit seiner Fistelstimme höchst unprofessionell.
--
Roland Franzius
Detlef Meißner
2020-02-09 18:42:20 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Henning Sponbiel
Post by Ralph Aichinger
Auch Männer werden in der Stimme eher tiefer, wenn sie professionell
wirken wollen. Ein Politiker mit Piepsstimme wirkt unprofessionell.
Hmmm. Westerwelle wirkte auf mich nicht unprofessionell.
Ja, Bismarck zB wirkte mit seiner Fistelstimme höchst unprofessionell.
https://www.focus.de/wissen/die-tonhoehe-ist-entscheident-hoer-mal-wer-da-spricht-tonlage-verraet-sozialen-status_id_7310166.html

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Andreas Karrer
2020-02-10 08:36:27 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Henning Sponbiel
Post by Ralph Aichinger
Auch Männer werden in der Stimme eher tiefer, wenn sie professionell
wirken wollen. Ein Politiker mit Piepsstimme wirkt unprofessionell.
Hmmm. Westerwelle wirkte auf mich nicht unprofessionell.
Ja, Bismarck zB wirkte mit seiner Fistelstimme höchst unprofessionell.
Die Stimme wirkt bei
nicht
*besonders* hoch, so gut man das bei der Aufnahmequalität
beurteilen kann. Wenn man dazu berücksichtigt, dass zu Bismarcks Zeit
die Situation einer Tonaufnahme natürlich eine extrem
aussergewöhnliche war, ist die Stimme wohl eher normal.

Denn die meisten Menschen sprechen ein, zwei Halbtöne höher, wenn sie
angespannt sind und in ein Mikrophon reden müssen; das kann man
beispielsweise hier
beim
*Interviewer* gut beobachten; Westerwelle dagegen spricht wenig
angespannt und (für seine Verhältnisse) in normaler Tonlage.

- Andi
Peter Blancke
2020-02-10 08:37:54 UTC
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Post by Roland Franzius
Bismarck zB wirkte mit seiner Fistelstimme höchst unprofessionell.
Und Walter Ulbricht?

Gruß,

Peter Blancke
--
Hoc est enim verbum meum!
Detlef Meißner
2020-02-10 11:00:17 UTC
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Post by Peter Blancke
Post by Roland Franzius
Bismarck zB wirkte mit seiner Fistelstimme höchst unprofessionell.
Und Walter Ulbricht?
Der auch sonst.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
Florian Ritter
2020-02-10 13:41:57 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Henning Sponbiel
Post by Ralph Aichinger
Auch Männer werden in der Stimme eher tiefer, wenn sie professionell
wirken wollen. Ein Politiker mit Piepsstimme wirkt unprofessionell.
Hmmm. Westerwelle wirkte auf mich nicht unprofessionell.
Ja, Bismarck zB wirkte mit seiner Fistelstimme höchst unprofessionell.
Was arsch zu bezweifeln ist, sie wäre aber im Zeitalter
elektrischer Medien karrierehemmend gewesen - FR

Quinn C
2020-01-31 13:51:35 UTC
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Post by Markus Ermert
Warum sprechen Frauen so? Warum sprechen nur Frauen so? Warum sprechen nur
junge Frauen so? Warum sprechen nur junge gebildete Frauen so? Warum
sprechen nur junge gebildete Frauen seit einigen Jahren auffällig häufig
so?
[...]
Und warum in Teufels Namen nie Männer?
Einige Wissenschaftler vermuten, daß Sprachwandel immer bei jungen
Frauen anfängt, daß Männer generell konservativer sprechen.

Siehe z.B.
<https://www.smithsonianmag.com/smart-news/teenage-girls-have-been-revolutionizing-language-16th-century-180956216/>
--
nun schmeckt, wer ich sei, ihr gugelnarren! PARACELSUS
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
U***@web.de
2020-01-31 15:42:42 UTC
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Post by Quinn C
Einige Wissenschaftler vermuten, daß Sprachwandel immer bei jungen
Frauen anfängt, daß Männer generell konservativer sprechen.
Ey Alder, ich gehe Bahnhof!
Bertel Lund Hansen
2020-01-31 13:59:44 UTC
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Post by Markus Ermert
Ich rätsele über die Ursache dieser (Mode?)Erscheinung.
Gewisse Sprechweisen oder andere Weisen haben sich immer
verbreitet in gewisse Kreisen. Man kann z.B. bemerken, wie junge
Leute einen Satz endet. Auf Dänisch:

å så'n (og sådan) = "und so"
egå? (ikke også) =~ "nicht wahr"

Wenn man so was erst bemerkt, hört man es überall.
Post by Markus Ermert
Und warum in Teufels Namen nie Männer?
Auch Männer, aber die Gewohnheiten sind anders.
--
/Bertel - aus Dänemark
René Marquardt
2020-01-31 14:50:59 UTC
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Post by Markus Ermert
Fällt nur mir das auf?
Nein, ich hatte vor ein paar Monaten ein Thread dazu gestartet.
Post by Markus Ermert
Immer mehr junge Wissenschaftlerinnen, Pressesprecherinnen, Studentinnen
usw. hört man in diesem „Speeta-bütte-ächwaesnich“-Tonfall sprechen. Man
denkt: Kommen die alle aus Hannofa? Und fragt sich dann: Aber wo sind denn
dann die Männer dieser Gegend?
Maenner muessen ihrer Stimme nicht mehr Gravitas verleihen, um ernst genommen
zu werden. Wir SIND schon Maenner!
Post by Markus Ermert
Warum sprechen Frauen so? Warum sprechen nur Frauen so? Warum sprechen nur
junge Frauen so? Warum sprechen nur junge gebildete Frauen so? Warum
sprechen nur junge gebildete Frauen seit einigen Jahren auffällig häufig
so?
Das Phänomen koinzidiert mit dieser in den USA grassierenden
froschähnlich-knatternden, gedehnten Aussprache der Vokale (dafür gibt es
eine Bezeichnung, ist mir aber entfallen). Die wird von exakt dem gleichen
Publikum verwendet.
Vocal Fry.
Post by Markus Ermert
Ich rätsele über die Ursache dieser (Mode?)Erscheinung.
Einfluss von Rollenvorbildern auf Youtube? Oder von Binge-Serien-Konsum?
Erinnert alles etwas an diese typische gepresst-pathetische Aussprache von
Synchronsprechern und Serienschauspielern.
Bitte auf der Hoehe der Zeit bleiben. Nach der Welle von Kritik an
"man-splaining" ist war die neuste Sau, die durchs Dorf getrieben wurde,
"ey jetzt noergeln alte weisse Menners schon ueber unsere Sprechweise!
Hach wir sind ja so unterdrueckt!"
Detlef Meißner
2020-01-31 15:30:25 UTC
Antworten
Permalink
Post by René Marquardt
Bitte auf der Hoehe der Zeit bleiben. Nach der Welle von Kritik an
"man-splaining" ist war die neuste Sau, die durchs Dorf getrieben wurde,
"ey jetzt noergeln alte weisse Menners schon ueber unsere Sprechweise!
^^
Post by René Marquardt
Hach wir sind ja so unterdrueckt!"
Hier bitte ein s streichen. Dann ist alles wieder in Ordnung.

Detlef
--
Die Mathematik lehrt uns, dass man Nullen nicht übersehen darf.
René Marquardt
2020-01-31 15:42:09 UTC
Antworten
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by René Marquardt
Bitte auf der Hoehe der Zeit bleiben. Nach der Welle von Kritik an
"man-splaining" ist war die neuste Sau, die durchs Dorf getrieben wurde,
"ey jetzt noergeln alte weisse Menners schon ueber unsere Sprechweise!
^^
Post by René Marquardt
Hach wir sind ja so unterdrueckt!"
Hier bitte ein s streichen. Dann ist alles wieder in Ordnung.
Wir koennten ein "ist" streichen...
Detlef Meißner
2020-01-31 16:00:15 UTC
Antworten
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Post by René Marquardt
Post by Detlef Meißner
Post by René Marquardt
Bitte auf der Hoehe der Zeit bleiben. Nach der Welle von Kritik an
"man-splaining" ist war die neuste Sau, die durchs Dorf getrieben wurde,
"ey jetzt noergeln alte weisse Menners schon ueber unsere Sprechweise!
^^
Hach wir sind ja so unterdrueckt!"
Hier bitte ein s streichen. Dann ist alles wieder in Ordnung.
Wir koennten ein "ist" streichen...
Oder beides.

Detlef
--
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen. (Mark Twain)
Quinn C
2020-01-31 17:03:31 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Markus Ermert
Fällt nur mir das auf?
Nein, ich hatte vor ein paar Monaten ein Thread dazu gestartet.
Post by Markus Ermert
Immer mehr junge Wissenschaftlerinnen, Pressesprecherinnen, Studentinnen
usw. hört man in diesem „Speeta-bütte-ächwaesnich“-Tonfall sprechen. Man
denkt: Kommen die alle aus Hannofa? Und fragt sich dann: Aber wo sind denn
dann die Männer dieser Gegend?
Maenner muessen ihrer Stimme nicht mehr Gravitas verleihen, um ernst genommen
zu werden. Wir SIND schon Maenner!
Ich weiß nicht, auf welches Phänomen Markus sich bezieht, aber es klang
nicht nach "Gravitas". Hat jemand einen Videoclip dazu?
Post by René Marquardt
Post by Markus Ermert
Ich rätsele über die Ursache dieser (Mode?)Erscheinung.
Bitte auf der Hoehe der Zeit bleiben. Nach der Welle von Kritik an
"man-splaining" ist war die neuste Sau, die durchs Dorf getrieben wurde,
"ey jetzt noergeln alte weisse Menners schon ueber unsere Sprechweise!
Hach wir sind ja so unterdrueckt!"
Meine gründlichen anekdotischen Beobachtungen kommen freilich auch zu
dem Schluß, daß neue Sprachphänomene, die bei jungen Frauen anfangen,
vor allem alte Männer stören.
--
GUGELN, vb., um sich schlagen
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Detlef Meißner
2020-01-31 17:07:17 UTC
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Post by Quinn C
Meine gründlichen anekdotischen Beobachtungen kommen freilich auch zu
dem Schluß, daß neue Sprachphänomene, die bei jungen Frauen anfangen,
vor allem alte Männer stören.
Junge Männer sagen nichts, die wollen ja noch was.
Alte Männer trauen sich.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
Roland Franzius
2020-01-31 19:07:15 UTC
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Post by Quinn C
Post by René Marquardt
Post by Markus Ermert
Fällt nur mir das auf?
Nein, ich hatte vor ein paar Monaten ein Thread dazu gestartet.
Post by Markus Ermert
Immer mehr junge Wissenschaftlerinnen, Pressesprecherinnen, Studentinnen
usw. hört man in diesem „Speeta-bütte-ächwaesnich“-Tonfall sprechen. Man
denkt: Kommen die alle aus Hannofa? Und fragt sich dann: Aber wo sind denn
dann die Männer dieser Gegend?
Maenner muessen ihrer Stimme nicht mehr Gravitas verleihen, um ernst genommen
zu werden. Wir SIND schon Maenner!
Ich weiß nicht, auf welches Phänomen Markus sich bezieht, aber es klang
nicht nach "Gravitas". Hat jemand einen Videoclip dazu?
Post by René Marquardt
Post by Markus Ermert
Ich rätsele über die Ursache dieser (Mode?)Erscheinung.
Bitte auf der Hoehe der Zeit bleiben. Nach der Welle von Kritik an
"man-splaining" ist war die neuste Sau, die durchs Dorf getrieben wurde,
"ey jetzt noergeln alte weisse Menners schon ueber unsere Sprechweise!
Hach wir sind ja so unterdrueckt!"
Meine gründlichen anekdotischen Beobachtungen kommen freilich auch zu
dem Schluß, daß neue Sprachphänomene, die bei jungen Frauen anfangen,
vor allem alte Männer stören.
Sagen wir mal so, früher versuchte man den weiblichen Kindern in
besseren Kreisen die Kreissäge bis zum Debut abzugewöhnen.

Bis dann in den US-Serien im Business-Genre eben dieses Kreischen sich
als sicheres Mittel der sprachlichen Durschsetzungsfähigkeit erwies.
Heute quäken alle weiblichen Moderatoren der US-Fernsehsender auf der
Frequenz.

Bis kürzlich eine Schauapielerin mit einem weiblichen Bass als besonders
vetrauenswürdig aufffiel.

Jetzt trainieren sie das als Alternative.
--
Roland Franzius
Bertel Lund Hansen
2020-02-01 07:41:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by Roland Franzius
Bis dann in den US-Serien im Business-Genre eben dieses
Kreischen sich als sicheres Mittel der sprachlichen
Durschsetzungsfähigkeit erwies. Heute quäken alle weiblichen
Moderatoren der US-Fernsehsender auf der Frequenz.
Vor einigen Jahren sah ich eine deutsche Talkshow (hervorragend
übrigens), wo zwei Schauspielerinnen invitiert worden waren. Die
eine war Deutsche, die andere Amerikanerin, und sie waren
Freundinnen. Beide sprachen fliessend Deutsch und fliessend
Englisch.

Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
--
/Bertel - aus Dänemark
Thomas Schade
2020-02-01 08:46:09 UTC
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Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Roland Franzius
Bis dann in den US-Serien im Business-Genre eben dieses
Kreischen sich als sicheres Mittel der sprachlichen
Durschsetzungsfähigkeit erwies. Heute quäken alle weiblichen
Moderatoren der US-Fernsehsender auf der Frequenz.
Vor einigen Jahren sah ich eine deutsche Talkshow (hervorragend
übrigens), wo zwei Schauspielerinnen invitiert worden waren. Die
eingeladen
'Invitiert' dürfte weitgehend verständlich sein, ist aber ziemlich
veraltet.
Post by Bertel Lund Hansen
eine war Deutsche, die andere Amerikanerin, und sie waren
Freundinnen. Beide sprachen fliessend Deutsch und fliessend
Englisch.
Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
Der Satz ist allerliebst formuliert, aber was du sagen willst, ist mir
nicht klar. :)


Ciao
Toscha
--
Guilty 'til Proved Innocent!
[The Specials]
Bertel Lund Hansen
2020-02-01 09:13:49 UTC
Antworten
Permalink
Post by Thomas Schade
Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
Der Satz ist allerliebst formuliert, aber was du sagen willst, ist mir
nicht klar. :)
Die Amerikaerinnen sprechen mit hohem Frequenz. Das ist
anstrengend. Deutsche Frauen sprechen mit 'normalem' Frequenz.
Dann werden die Stimmlippen nicht so belastet.
--
/Bertel - aus Dänemark
Thomas Schade
2020-02-01 09:20:31 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikaerinnen sprechen mit hohem Frequenz. Das ist
anstrengend. Deutsche Frauen sprechen mit 'normalem' Frequenz.
Dann werden die Stimmlippen nicht so belastet.
Ah, danke, so wird's klarer. Im Deutschen heißt es üblicherweise
'Stimmbänder', daher kamen vermutlich meine Verständnisprobleme.


Ciao
Toscha
--
Wenn Frauen die Welt regierten, gäbe es keine Kriege.
Nur ein paar eifersüchtige Länder, die nicht miteinander reden.
Bertel Lund Hansen
2020-02-01 09:29:21 UTC
Antworten
Permalink
Post by Thomas Schade
Ah, danke, so wird's klarer. Im Deutschen heißt es üblicherweise
'Stimmbänder', daher kamen vermutlich meine Verständnisprobleme.
Auf Dänisch benutzen wir sowohl "stemmelæber" als auch
"stemmebånd". Vielleicht ist "stemmebånd" am üblichsten.
--
/Bertel - aus Dänemark
Martin Gerdes
2020-02-01 12:34:25 UTC
Antworten
Permalink
Post by Thomas Schade
Die Amerika[n]erinnen sprechen mit hohe[r] Frequenz. Das ist
anstrengend. Deutsche Frauen sprechen mit 'normale[r]' Frequenz.
Dann werden die Stimmlippen nicht so belastet.
Ah, danke, so wird's klarer. Im Deutschen heißt es üblicherweise
'Stimmbänder',
Außer fachsprachlich, da heißt es so.

Die Begriffe "Stimmlippen" und "Stimmbänder" sind meines Erachtens
gleichermaßen gängig und auch verständlich.
Post by Thomas Schade
daher kamen vermutlich meine Verständnisprobleme.
Vermutlich nicht.

Exaltierte Amerikanerinnen (und auch exaltierte Norddeutsche) sprechen
höher als normale Deutsche, und sie haben oft eine ausgeprägte
Satzmelodie. Das wurde in unserer Familie schon zu meiner Kinderzeit
karikiert.
Thomas Schade
2020-02-01 12:43:20 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Schade
Die Amerika[n]erinnen sprechen mit hohe[r] Frequenz. Das ist
anstrengend. Deutsche Frauen sprechen mit 'normale[r]' Frequenz.
Dann werden die Stimmlippen nicht so belastet.
Ah, danke, so wird's klarer. Im Deutschen heißt es üblicherweise
'Stimmbänder',
Außer fachsprachlich, da heißt es so.
Die Begriffe "Stimmlippen" und "Stimmbänder" sind meines Erachtens
gleichermaßen gängig und auch verständlich.
Ich habe den Begriff 'Stimmlippen' hier wirklich zum ersten Mal gelesen, ...
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Schade
daher kamen vermutlich meine Verständnisprobleme.
Vermutlich nicht.
... so dass mein Verständnisproblem ziemlich sicher daher rührte.
Post by Martin Gerdes
Exaltierte Amerikanerinnen (und auch exaltierte Norddeutsche) sprechen
höher als normale Deutsche, und sie haben oft eine ausgeprägte
Satzmelodie. Das wurde in unserer Familie schon zu meiner Kinderzeit
karikiert.
Das war aber eben nicht der mir unklare Punkt.


Ciao
Toscha
--
Pure Vernunft darf niemals siegen
Wir brauchen dringend neue Lügen
Die uns den Schatz des Wahnsinns zeigen
Und sich danach vor uns verbeugen [Tocotronic]
Martin Gerdes
2020-02-01 23:51:24 UTC
Antworten
Permalink
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Die Begriffe "Stimmlippen" und "Stimmbänder" sind meines Erachtens
gleichermaßen gängig und auch verständlich.
Ich habe den Begriff 'Stimmlippen' hier wirklich zum ersten Mal gelesen, ...
Usenet büldet!
Quinn C
2020-02-03 05:54:53 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Thomas Schade
Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
Der Satz ist allerliebst formuliert, aber was du sagen willst, ist mir
nicht klar. :)
Die Amerikaerinnen sprechen mit hohem Frequenz. Das ist
anstrengend. Deutsche Frauen sprechen mit 'normalem' Frequenz.
Dann werden die Stimmlippen nicht so belastet.
Ich dachte, du hättest die stark englisch beeinflußte Sprechweise der
Amerikanerin parodiert. Es gibt ja solche Leute, die sprechen fließend
und gut verständlich, aber doch recht unidiomatisch. Aber vielleicht
war das oben doch nur Deine eigene Unidiomatik :)
--
er müez an dem kragen
stæt ein gugel tragen,
daz im der hals belîbe wîz
OTTOKAR V. STEIERMARK
Florian Ritter
2020-02-03 18:01:39 UTC
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Post by Quinn C
Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikaerinnen sprechen mit hohem Frequenz. Das ist
anstrengend. Deutsche Frauen sprechen mit 'normalem' Frequenz.
Dann werden die Stimmlippen nicht so belastet.
Ich dachte, du hättest die stark englisch beeinflußte Sprechweise der
Amerikanerin parodiert. Es gibt ja solche Leute, die sprechen fließend
und gut verständlich, aber doch recht unidiomatisch. Aber vielleicht
war das oben doch nur Deine eigene Unidiomatik :)
Der Schriftsteller Günter Kunert war Gastdozent an einer texanischen
Universität und schrieb in "Der andere Planet", die manierierte
Sprechweise der dortigen Studentinnen würde "cat voice" genannt - FR
Diedrich Ehlerding
2020-02-01 10:41:21 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
Da du ja mal sagtest, dass du hier - in desd - nichts dagegen hast, wenn
Fehler korrigiert werden, und da ja Thomas das auch nicht spntan
verstanden hat: Ich glaube, ich verstehe, was du sagen willst - vermutlich

"Die Amerikanerin liebte es, ihre Freundin in Deutschland zu
^^ ^^^^
besuchen, denn dann konnte sie ihre Stimmbänder ausruhen."
^^^^ ^^^^^^
Ob das Possessivpronomen "sein" oder "ihr" heißt, richtet sich im
Deutschen nach der Person, die etwas besitzt. Ob es "sein" oder "seine"
bzw. bei weiblichen Personen "ihr" oder "ihre" heißt, richtet sich nach
dem Genus des Objekts, das diese Person besitzt.
--
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Bertel Lund Hansen
2020-02-01 12:02:31 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Da du ja mal sagtest, dass du hier - in desd - nichts dagegen hast, wenn
Fehler korrigiert werden,
Korrekt.
Post by Diedrich Ehlerding
Ob das Possessivpronomen "sein" oder "ihr" heißt, richtet sich im
Deutschen nach der Person, die etwas besitzt.
Ja, das weiss ich, und ich hätte diesen Fehler entgehen können.
Auf Dänisch heisst es aber "sin" (maskulin und feminin), und
deshalb fällt "sein" mir oft ein, ungeachtet ob es korrekt ist.

Danke.
--
/Bertel - aus Dänemark
U***@web.de
2020-02-01 15:24:11 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
Da du ja mal sagtest, dass du hier - in desd - nichts dagegen hast, wenn
Fehler korrigiert werden, und da ja Thomas das auch nicht spntan
verstanden hat: Ich glaube, ich verstehe, was du sagen willst - vermutlich
"Die Amerikanerin liebte es, ihre Freundin in Deutschland zu
^^ ^^^^
besuchen, denn dann konnte sie ihre Stimmbänder ausruhen."
^^^^ ^^^^^^
Seit wann läßt 'ausruhen' nichtreflexiven transitiven
Gebrauch zu?

Wenn Du ihn belegen kannst, meinst Du, er sei noch
gängig?
Gunhild Simon
2020-02-01 15:47:45 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
Da du ja mal sagtest, dass du hier - in desd - nichts dagegen hast, wenn
Fehler korrigiert werden, und da ja Thomas das auch nicht spntan
verstanden hat: Ich glaube, ich verstehe, was du sagen willst - vermutlich
"Die Amerikanerin liebte es, ihre Freundin in Deutschland zu
^^ ^^^^
besuchen, denn dann konnte sie ihre Stimmbänder ausruhen."
^^^^ ^^^^^^
Seit wann läßt 'ausruhen' nichtreflexiven transitiven
Gebrauch zu?
Ich finde das nicht so abwegig.
"Ich ruhe meine müden Glieder aus."
Post by U***@web.de
Wenn Du ihn belegen kannst, meinst Du, er sei noch
gängig?
Was meinst hier du mit "noch gängig"?

Dein Ton, gerade Nicht-Muttersprachlern gegenüber,läßt
zu wünschen übrig.

Gruß
Gunhild
U***@web.de
2020-02-01 16:05:36 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
Da du ja mal sagtest, dass du hier - in desd - nichts dagegen hast, wenn
Fehler korrigiert werden, und da ja Thomas das auch nicht spntan
verstanden hat: Ich glaube, ich verstehe, was du sagen willst - vermutlich
"Die Amerikanerin liebte es, ihre Freundin in Deutschland zu
^^ ^^^^
besuchen, denn dann konnte sie ihre Stimmbänder ausruhen."
^^^^ ^^^^^^
Seit wann läßt 'ausruhen' nichtreflexiven transitiven
Gebrauch zu?
Ich finde das nicht so abwegig.
"Ich ruhe meine müden Glieder aus."
Hmm...
Post by Gunhild Simon
Post by U***@web.de
Wenn Du ihn belegen kannst, meinst Du, er sei noch
gängig?
Was meinst hier du mit "noch gängig"?
Soll ich das nachschlagen zwecks Vorlesen der Bedeutung?
Post by Gunhild Simon
Dein Ton, gerade Nicht-Muttersprachlern gegenüber,läßt
zu wünschen übrig.
Ich hatte in meiner unendlichen Naivität
Ehlerding für einen Muttersprachler gehalten.
U***@web.de
2020-02-02 07:27:08 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Gunhild Simon
Was meinst hier du mit "noch gängig"?
Soll ich das nachschlagen zwecks Vorlesen der Bedeutung?
Es könnte im zeitlichen Sinne (fürher hat man so gesprochen)
oder im Sinne einer Häufigkeitsverteilung zu verstehen
sein (99% der Leute sprechen nicht so, ist das noch gängig
wenn 1% diese Form verwendet).
Gunhilds Beispielsatz stufe ich als veraltend ein;
damit wären im Zweifel beide Varianten erschlagen.

Gruß, ULF
Quinn C
2020-02-03 18:25:48 UTC
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Post by U***@web.de
Post by U***@web.de
Post by Gunhild Simon
Was meinst hier du mit "noch gängig"?
Soll ich das nachschlagen zwecks Vorlesen der Bedeutung?
Es könnte im zeitlichen Sinne (fürher hat man so gesprochen)
oder im Sinne einer Häufigkeitsverteilung zu verstehen
sein (99% der Leute sprechen nicht so, ist das noch gängig
wenn 1% diese Form verwendet).
Gunhilds Beispielsatz stufe ich als veraltend ein;
damit wären im Zweifel beide Varianten erschlagen.
Gunhilds Beispielsatz halte ich für eine feststehende Wendung, daher
nicht beweiskräftig.

Ich sage aber gelegentlich "ich muß meine Augen ausruhen".
--
binsaugnesseln, hummelsköl, mönchspfeffer, gugelköpf, minbrüdermüntz
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Gunhild Simon
2020-02-01 16:45:35 UTC
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Post by Gunhild Simon
Post by U***@web.de
Wenn Du ihn belegen kannst, meinst Du, er sei noch
gängig?
Was meinst hier du mit "noch gängig"?
Dein Ton, gerade Nicht-Muttersprachlern gegenüber,läßt
zu wünschen übrig.
Diedrich hat zwar von Martin abweichende Vorstellungen bzgl. mancher
Aussprachen, aber als Muttersprachler würde ich ihn doch schon
einschätzen. ;)
Ich hatte das Zitat Bertel zugeordnet.

Aber egal. Ich diskutiere hier mit,solange zivile
Umgangsformen, ein höflicher Ton, gewahrt werden.
Und das, auch wenn politische Einstellungen,
Ungeschicklchkeit beim Tippen oder gar Laster einen Text
nicht für jedermann erträglich machen. Es zeichnet
Erwachsene aus, daß sie Akzeptanz und Toleranz auszuüben
wissen. Auch daß sie ins Rechte lesen können, statt zu
rechten. Fehler anzumerken könnte, statt bloßzustellen,
auch als Ansatz zur Diskussion verstanden, gedacht und
formuliert sein.

Gruß
Gunhild
Diedrich Ehlerding
2020-02-01 16:41:03 UTC
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Post by U***@web.de
Seit wann läßt 'ausruhen' nichtreflexiven transitiven
Gebrauch zu?
duden.de erwähnt "seine Augen, Beine ausruhen".

Google findet z.B. einige wenige Beispiele für "ruhe meine Beine aus".
"ruhe meine müden Beine aus", "ruhe meine Füße aus", "ruhe meine Augen
aus" etc. Einige wenige davon sind aus Büchern, die - soweit ich beim
Durchblättern der Google-Treffer gesehen habe - alle nach 2013 erschienen
sind. Übereinstimmend damit findet google-ngrams nichts (anscheinend gehen
deren Daten bis 2012); das würde dafür sprechen, dass dieser Gebrauch
jüngeren Datums ist.
Post by U***@web.de
Wenn Du ihn belegen kannst, meinst Du, er sei noch
gängig?
"Gängig" wäre sicher eine mutige Behauptung, für verständlich halte ich
es allerdings sehr wohl. "noch gängig" wäre aber, wenn mein Eindrucjk
aufgrund der Googletreffer stimmt, dass es das erst seit wenigen Jahren
gibt - die falsche Frage; es müsste "bereits gängig" heißen.
--
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U***@web.de
2020-02-02 07:54:49 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by U***@web.de
Seit wann läßt 'ausruhen' nichtreflexiven transitiven
Gebrauch zu?
duden.de erwähnt "seine Augen, Beine ausruhen".
Google findet z.B. einige wenige Beispiele für "ruhe meine Beine aus".
"ruhe meine müden Beine aus", "ruhe meine Füße aus", "ruhe meine Augen
aus" etc. Einige wenige davon sind aus Büchern, die - soweit ich beim
Durchblättern der Google-Treffer gesehen habe - alle nach 2013 erschienen
sind.
Ist da nach Deinem Eindruck hohe Kunst der Literatur dabei?
Ich könnte auch "wegen dem" suchen.
Post by Diedrich Ehlerding
Übereinstimmend damit findet google-ngrams nichts (anscheinend gehen
deren Daten bis 2012); das würde dafür sprechen, dass dieser Gebrauch
jüngeren Datums ist.
Post by U***@web.de
Wenn Du ihn belegen kannst, meinst Du, er sei noch
gängig?
"Gängig" wäre sicher eine mutige Behauptung, für verständlich halte ich
es allerdings sehr wohl. "noch gängig" wäre aber, wenn mein Eindrucjk
aufgrund der Googletreffer stimmt, dass es das erst seit wenigen Jahren
gibt - die falsche Frage; es müsste "bereits gängig" heißen.
Keine Sorge, er stimmt nicht.
https://books.google.de/books?id=sEplAAAAcAAJ&pg=PA290&lpg=PA290&dq=%22ruhte+seine+m%C3%BCden%22&source=bl&ots=lCJUiFo1wa&sig=ACfU3U32sYGULOmufm71WYQ9sBSPijk2tg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwj04sr3sLLnAhUJb1AKHbUMDjsQ6AEwCXoECAUQAQ#v=onepage&q=%22ruhte%20seine%20m%C3%BCden%22&f=false
Ewald Pfau
2020-02-01 12:04:51 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Die Amerikanerin liebte seine Freundin in Deutschland zu
besuchen, denn dann konnte sie seine Stimmlippen ausruhen.
Bitte mich am Fluss der Worte vergreifen zu dürfen ...

| Die Amerikanerin liebte es, ihre Freundin in Deutschland zu
| besuchen, denn dann konnte sie ihre Stimmlippen ausruhen.

(vielleicht verständlicher wäre : ihr Stimmorgan sich ausruhen lassen.
Oder Variationen hiervon.)
Florian Ritter
2020-02-01 19:33:32 UTC
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Post by Roland Franzius
Bis dann in den US-Serien im Business-Genre eben dieses Kreischen sich
als sicheres Mittel der sprachlichen Durschsetzungsfähigkeit erwies.
Heute quäken alle weiblichen Moderatoren der US-Fernsehsender auf der
Frequenz.
Bis kürzlich eine Schauapielerin mit einem weiblichen Bass als besonders
vetrauenswürdig aufffiel.
Jetzt trainieren sie das als Alternative.
Deutsche Fernsehsprecherinnen versuchten jahrelang, mit einer
gewissen Rotzigkeit zu artikulieren - die erste hieß Rosch
oder so, die andern zogen nach.

FR
wolfgang sch
1970-01-01 00:00:00 UTC
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Permalink
Post by Florian Ritter
Deutsche Fernsehsprecherinnen
versuchten jahrelang, mit einer
gewissen Rotzigkeit zu artikulieren -
die erste hieß Rosch oder so
Meinst du Lea Rosh? Die hat hauptsächlich Talkshows moderiert, da
gehört doch eine gewisse Flapsigkeit dazu, besonders die Art von
Talkshow. Juliane Bartel fand ich aber besser, die hatte einen
ähnlichen Stil. Den hatte sie auch schon Jahre zuvor, als man sie
nur als Radiostimme kannte.
--
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Antonia H.
2020-01-31 15:59:01 UTC
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Post by Markus Ermert
Fällt nur mir das auf?
Immer mehr junge Wissenschaftlerinnen, Pressesprecherinnen, Studentinnen
usw. hört man in diesem „Speeta-bütte-ächwaesnich“-Tonfall sprechen. Man
denkt: Kommen die alle aus Hannofa? Und fragt sich dann: Aber wo sind denn
dann die Männer dieser Gegend?
Warum sprechen Frauen so? Warum sprechen nur Frauen so? Warum sprechen nur
junge Frauen so? Warum sprechen nur junge gebildete Frauen so? Warum
sprechen nur junge gebildete Frauen seit einigen Jahren auffällig häufig
so?
Das Phänomen koinzidiert mit dieser in den USA grassierenden
froschähnlich-knatternden, gedehnten Aussprache der Vokale (dafür gibt es
eine Bezeichnung, ist mir aber entfallen). Die wird von exakt dem gleichen
Publikum verwendet.
Ich rätsele über die Ursache dieser (Mode?)Erscheinung.
Einfluss von Rollenvorbildern auf Youtube? Oder von Binge-Serien-Konsum?
Erinnert alles etwas an diese typische gepresst-pathetische Aussprache von
Synchronsprechern und Serienschauspielern.
Und warum in Teufels Namen nie Männer?
Falls Du den Tonfall der Frauen meinst, den ich ebenfalls meine,
diesen hohen, quitschenden?
Auch bei Journalistinnen und Moderatorinnen treffe ich ihn an.
Für mich klingt er absolut schrecklich.

A.
Bertel Lund Hansen
2020-01-31 16:01:59 UTC
Antworten
Permalink
Post by Antonia H.
Falls Du den Tonfall der Frauen meinst, den ich ebenfalls meine,
diesen hohen, quitschenden?
Nein, im Gegenteil. Hier ist ein Beispiel:

http://youtu.be/R6r7LhcHHAc
--
/Bertel - aus Dänemark
Markus Ermert
2020-01-31 16:49:12 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Antonia H.
Falls Du den Tonfall der Frauen meinst, den ich ebenfalls meine,
diesen hohen, quitschenden?
http://youtu.be/R6r7LhcHHAc
Ja, das ist die US-Marotte Vocal Fry. Der von mir außerdem angesprochene
Tonfall deutscher Frauen klingt auch ein bisschen (aen besschen) daran an,
hat aber weitere Merkmale:



Ralph Aichinger
2020-01-31 17:25:40 UTC
Antworten
Permalink
Post by Markus Ermert
Ja, das ist die US-Marotte Vocal Fry. Der von mir außerdem angesprochene
Tonfall deutscher Frauen klingt auch ein bisschen (aen besschen) daran an,
http://youtu.be/5R2APitT4BQ
http://youtu.be/50BpSGFA2mg
Beide Frauen haben einen nach meiner Meinung einen Hauch von
"vocal fry", sonst finde ich als Österreicher eigentlich
nichts auffällig, die reden für mich so wie alle anderen
Deutschen auch. Kannst du noch etwas genauer beschreiben,
was du in der Sprache dieser beiden Sprecherinnen auffällig
findest? Bestimmt findet man auch Männer die ähnlich reden.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Bertel Lund Hansen
2020-01-31 18:12:50 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Beide Frauen haben einen nach meiner Meinung einen Hauch von
"vocal fry", sonst finde ich als Österreicher eigentlich
nichts auffällig, die reden für mich so wie alle anderen
Deutschen auch.
Ich als Däne - der nicht oft Deutsch hört - finde auch nichts
besonderes bei der Aussprache von dieser Frauen. Sie sprechen ab
und zu ein bisschen undeutlicher, als ich würde, aber das finde
ich nur natürlich. Dänen sprechen ja auch in der Alltagssprache
viele Wörter undeutlich aus.
--
/Bertel - aus Dänemark
Quinn C
2020-01-31 18:22:43 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Markus Ermert
Ja, das ist die US-Marotte Vocal Fry. Der von mir außerdem angesprochene
Tonfall deutscher Frauen klingt auch ein bisschen (aen besschen) daran an,
http://youtu.be/5R2APitT4BQ
http://youtu.be/50BpSGFA2mg
Beide Frauen haben einen nach meiner Meinung einen Hauch von
"vocal fry", sonst finde ich als Österreicher eigentlich
nichts auffällig, die reden für mich so wie alle anderen
Deutschen auch. Kannst du noch etwas genauer beschreiben,
was du in der Sprache dieser beiden Sprecherinnen auffällig
findest? Bestimmt findet man auch Männer die ähnlich reden.
Sehe ich auch so. Sie klingen norddeutsch. Wenn irgendwas daran
bemerkenswert ist, dann vielleicht, daß Leute so sprechen, die gar
keine Norddeutschen sind - Kristina Schröder im zweiten Video, aus
Wiesbaden.
--
die pfaffen mit ihren platten,
die münch mit ihren gugeln schon
bergreihen 26 ndr.
Detlef Meißner
2020-01-31 18:32:24 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Post by Ralph Aichinger
Post by Markus Ermert
Ja, das ist die US-Marotte Vocal Fry. Der von mir außerdem angesprochene
Tonfall deutscher Frauen klingt auch ein bisschen (aen besschen) daran an,
http://youtu.be/5R2APitT4BQ
http://youtu.be/50BpSGFA2mg
Beide Frauen haben einen nach meiner Meinung einen Hauch von
"vocal fry", sonst finde ich als Österreicher eigentlich
nichts auffällig, die reden für mich so wie alle anderen
Deutschen auch. Kannst du noch etwas genauer beschreiben,
was du in der Sprache dieser beiden Sprecherinnen auffällig
findest? Bestimmt findet man auch Männer die ähnlich reden.
Sehe ich auch so. Sie klingen norddeutsch. Wenn irgendwas daran
bemerkenswert ist, dann vielleicht, daß Leute so sprechen, die gar
keine Norddeutschen sind - Kristina Schröder im zweiten Video, aus
Wiesbaden.
Dass für Frankfurter Hochdeutsch norddeutsch klingt, kann ich gut
verstehen. Kaum einer dort bringt es fertig, Hochdeutsch zu sprechen.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Quinn C
2020-01-31 22:36:57 UTC
Antworten
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Post by Ralph Aichinger
Post by Markus Ermert
Ja, das ist die US-Marotte Vocal Fry. Der von mir außerdem angesprochene
Tonfall deutscher Frauen klingt auch ein bisschen (aen besschen) daran an,
http://youtu.be/5R2APitT4BQ
http://youtu.be/50BpSGFA2mg
Beide Frauen haben einen nach meiner Meinung einen Hauch von
"vocal fry", sonst finde ich als Österreicher eigentlich
nichts auffällig, die reden für mich so wie alle anderen
Deutschen auch. Kannst du noch etwas genauer beschreiben,
was du in der Sprache dieser beiden Sprecherinnen auffällig
findest? Bestimmt findet man auch Männer die ähnlich reden.
Sehe ich auch so. Sie klingen norddeutsch. Wenn irgendwas daran
bemerkenswert ist, dann vielleicht, daß Leute so sprechen, die gar
keine Norddeutschen sind - Kristina Schröder im zweiten Video, aus
Wiesbaden.
Dass für Frankfurter Hochdeutsch norddeutsch klingt, kann ich gut
verstehen. Kaum einer dort bringt es fertig, Hochdeutsch zu sprechen.
Nee, da ist schon noch mehr drin als nur "Hochdeutsch".

Hier ist in etwa das, was bei uns als Hochdeutsch durchgeht, ohne
"auswärtig" zu klingen (Koch kommt aus meinem Heimatort, ist zur
gleichen Schule gegangen.)

Den Moderator empfinde ich sofort als dialektgefärbt, Koch meistens nur
leicht (episodenweise etwas mehr, wenn ich länger zuhöre).

Dagegen klingen die beiden Frauen von vorher, wie soll ich sagen,
spitz, ein wenig überbelichtet. Diese Art Aussprache habe ich oft in
Göttingen gehört, wo die meisten Studenten von weiter nördlich kamen.
Hannover ist dabei m.E.n. noch nicht nördlich genug, ist schon eher
Richtung Hamburch oder Oldenburch oder so.

Auch meine eigene Aussprache ist in dieser Zeit vernördlicht worden.
--
da kamen abermals in das Elsas uber die Zaberer steig ein volck, die
nante man auch die Engelländer und gugeler B. HERTZOG
Christina Kunze
2020-02-01 06:01:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Hier ist in etwa das, was bei uns als Hochdeutsch durchgeht, ohne
"auswärtig" zu klingen (Koch kommt aus meinem Heimatort, ist zur
gleichen Schule gegangen.) http://youtu.be/470d-ahLA_k
Den Moderator empfinde ich sofort als dialektgefärbt, Koch meistens nur
leicht (episodenweise etwas mehr, wenn ich länger zuhöre).
Von hier aus klingt das schon nach einer ziemlich regionalen Hochsprache.
Wenn er erstmal von Ministerbräsidenten spricht, dann klingt das doch
schon sehr, sagen wir, nach einer Gegend, in der sich dialektal die
stimmhaften und stimmlosen Plosiva verhältnismäßig nahekommen.
Post by Quinn C
Dagegen klingen die beiden Frauen von vorher, wie soll ich sagen,
spitz, ein wenig überbelichtet. Diese Art Aussprache habe ich oft in
Göttingen gehört, wo die meisten Studenten von weiter nördlich kamen.
Hannover ist dabei m.E.n. noch nicht nördlich genug, ist schon eher
Richtung Hamburch oder Oldenburch oder so.
+1, und nicht nur in Göttingen.

chr
Manfred Hoß
2020-02-01 06:16:28 UTC
Antworten
Permalink
Post by Christina Kunze
Wenn er erstmal von Ministerbräsidenten spricht, dann klingt das doch
schon sehr, sagen wir, nach einer Gegend, in der sich dialektal die
stimmhaften und stimmlosen Plosiva verhältnismäßig nahekommen.
Bei "Ministerbräsident" würde ich annehmen, dass derjenige ausdrücken will,
wie bräsig Besagter ist.

Gruß
Manfred.
U***@web.de
2020-02-01 08:08:16 UTC
Antworten
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Christina Kunze
Wenn er erstmal von Ministerbräsidenten spricht, dann klingt das doch
schon sehr, sagen wir, nach einer Gegend, in der sich dialektal die
stimmhaften und stimmlosen Plosiva verhältnismäßig nahekommen.
Bei "Ministerbräsident" würde ich annehmen, dass derjenige ausdrücken will,
wie bräsig Besagter ist.
Die da dürften 'bräsig' nicht unbedingt kennen:
https://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2014/03/31/wie-die-welt-die-csu-und-die-grunen-untergingen/
https://www.mittelbayerische.de/nachrichten/o-jerum-jerum-jerum-o-quae-mutatio-rerum-20007-art217262.html

Gruß, ULF
Martin Gerdes
2020-02-01 12:34:25 UTC
Antworten
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Post by Christina Kunze
Post by Quinn C
Hier ist in etwa das, was bei uns als Hochdeutsch durchgeht, ohne
"auswärtig" zu klingen (Koch kommt aus meinem Heimatort, ist zur
gleichen Schule gegangen.) http://youtu.be/470d-ahLA_k
Den Moderator empfinde ich sofort als dialektgefärbt, Koch meistens nur
leicht (episodenweise etwas mehr, wenn ich länger zuhöre).
Von hier aus klingt das schon nach einer ziemlich regionalen Hochsprache.
Wenn er erstmal von Ministerbräsidenten spricht, dann klingt das doch
schon sehr, sagen wir, nach einer Gegend, in der sich dialektal die
stimmhaften und stimmlosen Plosiva verhältnismäßig nahekommen.
Ich konnte mir als Kind die historische Schreibweise "roth" nie
erklären. Jetzt, nach so manchen Jahren (einigermaßen) Norddeutschland,
kann ich das. Manche Leute hier (und weiter nördlich) sprechen diese h
deutlich hörbar aus, behauchen Plosive in meinen Ohren ganz erheblich.

Ähnliches gilt für die Auslautverhärtung. Die gibts im Süden auch, sie
fällt dort aber erheblich weicher aus als hierzustadt. Den "Könickh",
auf dem Christian Hirsch so unnachgiebig herumhackt (mit deutlicher
Behauchung), gibt es dort nicht, aber die Südis sagen schon "König",
vielleich auch "Könik".
Gunhild Simon
2020-02-01 06:18:20 UTC
Antworten
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...
m.E.n. ...
Falls die Abkürzung "*meines Erachtens nach" bedeutet, zweifle ich
an deinem grammatischen Verständnis: nach steht mit Dativ.
Ohne nach, also der reine Genitiv, findet sch außerdem - glaube ich - nur noch bei "meines Wissens".

Gruß
Gunhild
Ewald Pfau
2020-02-01 12:09:12 UTC
Antworten
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Post by Gunhild Simon
Falls die Abkürzung "*meines Erachtens nach" bedeutet,
das nachgestellte nach irritiert mich denn doch als redundant, suche dann
gleich, ob es nicht woanders im Satz verloren gegangen sei.
Martin Gerdes
2020-02-01 12:34:25 UTC
Antworten
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Post by Gunhild Simon
m.E.n. ...
Falls die Abkürzung "*meines Erachtens nach" bedeutet, zweifle ich
an deinem grammatischen Verständnis: nach steht mit Dativ.
In Norddeutschland steht im Zweifel nach jeder Präposition der Genitiv
:-)
Post by Gunhild Simon
Ohne nach, also der reine Genitiv, findet s[i]ch außerdem - glaube
ich - nur noch bei "meines Wissens".
Dieser Dein Satz ist ja nun auch keine grammatische Großtat.

Ich mag Abk. allgemein bekanntermaßen nicht, weil die minimale Ersparnis
an Tastendrücken den Verlust an Verständnis nicht rechtfertigt.

"m.E.n." könnte schon heißen: "meiner Erfahrung nach" -- und das paßte
dann.
Quinn C
2020-02-01 19:02:11 UTC
Antworten
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Post by Gunhild Simon
...
m.E.n. ...
Falls die Abkürzung "*meines Erachtens nach" bedeutet, zweifle ich
an deinem grammatischen Verständnis: nach steht mit Dativ.
Ohne nach, also der reine Genitiv, findet sch außerdem - glaube ich - nur noch bei "meines Wissens".
"Meiner Erfahrung nach" war gemeint.

Es wäre einfacher gewesen, sicher zu sein, wenn Du ein wenig Kontext
mitzitiert hättest. Vielleicht gibt es ja noch andere Möglichkeiten.
Bei "Erkenntnis" würde ich jetzt, wo ich darüber nachdenke, nicht
"nach" verwenden; vielleicht "zufolge".
--
Aufgrundder Überlastung aller Yahoo-Nutzer und die Entfernung
aller unbenutzten YahooAccounts, würde Yahoo haben, um Ihr Konto
zu schließen [...]
-- SPAMPOESIE
Gunhild Simon
2020-02-01 20:32:35 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
...
m.E.n. ...
Falls die Abkürzung "*meines Erachtens nach" bedeutet, zweifle ich
an deinem grammatischen Verständnis: nach steht mit Dativ.
Ohne nach, also der reine Genitiv, findet sch außerdem - glaube ich - nur noch bei "meines Wissens".
"Meiner Erfahrung nach" war gemeint.
Es wäre einfacher gewesen, sicher zu sein, wenn Du ein wenig Kontext
mitzitiert hättest. Vielleicht gibt es ja noch andere Möglichkeiten.
Bei "Erkenntnis" würde ich jetzt, wo ich darüber nachdenke, nicht
"nach" verwenden; vielleicht "zufolge".
Ja, danke.

Mein Zorn war wohl etwas unangemessen.
Entschuldige bitte.

Gruß
Gunhild
Florian Ritter
2020-02-01 19:49:26 UTC
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Post by Quinn C
Dagegen klingen die beiden Frauen von vorher, wie soll ich sagen,
spitz, ein wenig überbelichtet. Diese Art Aussprache habe ich oft in
Göttingen gehört, wo die meisten Studenten von weiter nördlich kamen.
Hannover ist dabei m.E.n. noch nicht nördlich genug, ist schon eher
Richtung Hamburch oder Oldenburch oder so.
War der Fernsehfritze und ehem. Vertreter der Bundesrepublik in
Ostberlin Gaus nicht aus Göttingen? Der kultivierte es, über den
s-üitzen S-tein zu s-tolpern.
Post by Quinn C
Auch meine eigene Aussprache ist in dieser Zeit vernördlicht worden.
In Greifswald verpommerte man - die erste Stufe war erreicht,
wenn man statt "das" "dat" sagte - FR
Quinn C
2020-02-03 18:25:48 UTC
Antworten
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Post by Florian Ritter
Post by Quinn C
Dagegen klingen die beiden Frauen von vorher, wie soll ich sagen,
spitz, ein wenig überbelichtet. Diese Art Aussprache habe ich oft in
Göttingen gehört, wo die meisten Studenten von weiter nördlich kamen.
Hannover ist dabei m.E.n. noch nicht nördlich genug, ist schon eher
Richtung Hamburch oder Oldenburch oder so.
War der Fernsehfritze und ehem. Vertreter der Bundesrepublik in
Ostberlin Gaus nicht aus Göttingen? Der kultivierte es, über den
s-üitzen S-tein zu s-tolpern.
Post by Quinn C
Auch meine eigene Aussprache ist in dieser Zeit vernördlicht worden.
In Greifswald verpommerte man - die erste Stufe war erreicht,
wenn man statt "das" "dat" sagte - FR
Der erste Akt der Vernördlichung war, das gelegentliche "net" (für
"nicht") loszuwerden, sowie das "gell". Im Laufe der Jahre schlich sich
dann auch das "nich" ein, das man (WIMRE) in den von Markus verlinkten
Videos findet - aber sogar bei Koch, glaube ich.
--
es sol kain leitgeb eim paurnknecht nicht mer parigen
dann sein gurtelgewant, ... swert und gugel wert ist
österr. weist.
Florian Ritter
2020-02-03 19:08:12 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by Quinn C
Dagegen klingen die beiden Frauen von vorher, wie soll ich sagen,
spitz, ein wenig überbelichtet. Diese Art Aussprache habe ich oft in
Göttingen gehört, wo die meisten Studenten von weiter nördlich kamen.
Hannover ist dabei m.E.n. noch nicht nördlich genug, ist schon eher
Richtung Hamburch oder Oldenburch oder so.
War der Fernsehfritze und ehem. Vertreter der Bundesrepublik in
Ostberlin Gaus nicht aus Göttingen? Der kultivierte es, über den
s-pitzen S-tein zu s-tolpern.
Die Frau des Göttinger Kollegen meines Vaters beklagte gegenüber
meiner Mutter, ihre Söhne sprächen mit den Mitschülern
Göttingischen Dialekt - ich weiß aber nicht, wie der geht, mit
uns sprachen die Bengels Hochdeutsch.

FR
U***@web.de
2020-02-04 07:37:23 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by Florian Ritter
Post by Quinn C
Dagegen klingen die beiden Frauen von vorher, wie soll ich sagen,
spitz, ein wenig überbelichtet. Diese Art Aussprache habe ich oft in
Göttingen gehört, wo die meisten Studenten von weiter nördlich kamen.
Hannover ist dabei m.E.n. noch nicht nördlich genug, ist schon eher
Richtung Hamburch oder Oldenburch oder so.
War der Fernsehfritze und ehem. Vertreter der Bundesrepublik in
Ostberlin Gaus nicht aus Göttingen? Der kultivierte es, über den
s-pitzen S-tein zu s-tolpern.
Die Frau des Göttinger Kollegen meines Vaters beklagte gegenüber
meiner Mutter, ihre Söhne sprächen mit den Mitschülern
Göttingischen Dialekt - ich weiß aber nicht, wie der geht, mit
uns sprachen die Bengels Hochdeutsch.
Hier, außerhalb von Norddeutschland, verbat sich
Mutter jeden hochdeutschfernen sprachlichen Anflug
zu Hause, sprach aber von Lütten, Gören, Feudeln.
Frank Hucklenbroich
2020-02-03 20:42:57 UTC
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Post by Florian Ritter
In Greifswald verpommerte man - die erste Stufe war erreicht,
wenn man statt "das" "dat" sagte - FR
Das ist im Rheinland aber auch üblich, fern von Pommerland.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2020-02-04 07:39:56 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Florian Ritter
In Greifswald verpommerte man - die erste Stufe war erreicht,
wenn man statt "das" "dat" sagte - FR
Das ist im Rheinland aber auch üblich, fern von Pommerland.
Ist ja in Ordnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Dat-das-Linie

Gruß, ULF
Stefan Schmitz
2020-02-04 20:11:40 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Florian Ritter
In Greifswald verpommerte man - die erste Stufe war erreicht,
wenn man statt "das" "dat" sagte - FR
Das ist im Rheinland aber auch üblich, fern von Pommerland.
Ist ja in Ordnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Dat-das-Linie
Bezieht sich die Linie auf den Dialekt oder das regionale Hochdeutsch?
Bei letzterem wären weite Teile Westfalens falsch eingeordnet.
U***@web.de
2020-02-05 07:53:04 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Florian Ritter
In Greifswald verpommerte man - die erste Stufe war erreicht,
wenn man statt "das" "dat" sagte - FR
Das ist im Rheinland aber auch üblich, fern von Pommerland.
Ist ja in Ordnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Dat-das-Linie
Bezieht sich die Linie auf den Dialekt oder das regionale Hochdeutsch?
Bei letzterem wären weite Teile Westfalens falsch eingeordnet.
Wer 'dat' sagt, spricht Regio- oder Dialekt, nicht
Hochdeutsch.
Der Habakuk.
2020-02-05 08:09:22 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Florian Ritter
In Greifswald verpommerte man - die erste Stufe war erreicht,
wenn man statt "das" "dat" sagte - FR
Das ist im Rheinland aber auch üblich, fern von Pommerland.
Ist ja in Ordnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Dat-das-Linie
Bezieht sich die Linie auf den Dialekt oder das regionale Hochdeutsch?
Bei letzterem wären weite Teile Westfalens falsch eingeordnet.
Wer 'dat' sagt, spricht Regio- oder Dialekt, nicht
Hochdeutsch.
Jetzt hast du ihm aber möglicherweise weh getan!
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Christina Kunze
2020-02-01 05:57:44 UTC
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Post by Quinn C
Post by Ralph Aichinger
Post by Markus Ermert
Ja, das ist die US-Marotte Vocal Fry. Der von mir außerdem angesprochene
Tonfall deutscher Frauen klingt auch ein bisschen (aen besschen) daran an,
http://youtu.be/5R2APitT4BQ
http://youtu.be/50BpSGFA2mg
Beide Frauen haben einen nach meiner Meinung einen Hauch von
"vocal fry", sonst finde ich als Österreicher eigentlich
nichts auffällig, die reden für mich so wie alle anderen
Deutschen auch. Kannst du noch etwas genauer beschreiben,
was du in der Sprache dieser beiden Sprecherinnen auffällig
findest? Bestimmt findet man auch Männer die ähnlich reden.
Sehe ich auch so. Sie klingen norddeutsch. Wenn irgendwas daran
bemerkenswert ist, dann vielleicht, daß Leute so sprechen, die gar
keine Norddeutschen sind - Kristina Schröder im zweiten Video, aus
Wiesbaden.
Bei ihr ist es so eine Mischung, es kommt dieses stark akzentuierte "ei"
vor, das am Anfang sehr nach A klingt ("Familienzeit" in 2:45) und das
ich am ehesten mit Hamburg assoziiere. Aber dass junge, gebildete
westdeutsche Frauen das machen, auch innerhalb eines nicht norddeutschen
regionalen Hintergrundes, ist mir schon zur Wendezeit aufgefallen.

chr
Bertel Lund Hansen
2020-02-01 07:49:49 UTC
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Post by Christina Kunze
Bei ihr ist es so eine Mischung, es kommt dieses stark akzentuierte "ei"
vor, das am Anfang sehr nach A klingt ("Familienzeit" in 2:45) und das
ich am ehesten mit Hamburg assoziiere.
Das kommt mir völlig normal vor, aber ich bin ja auch
'extrem Norddeutscher'. Dagegen denke ich bei der anderen
Aussprache von ei-Lauten an Österreichisch.
--
/Bertel - aus Dänemark
Helmut Richter
2020-02-01 08:49:29 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Christina Kunze
Bei ihr ist es so eine Mischung, es kommt dieses stark akzentuierte "ei"
vor, das am Anfang sehr nach A klingt ("Familienzeit" in 2:45) und das
ich am ehesten mit Hamburg assoziiere.
Das kommt mir völlig normal vor, aber ich bin ja auch
'extrem Norddeutscher'. Dagegen denke ich bei der anderen
Aussprache von ei-Lauten an Österreichisch.
Dazwischen gibt es noch eine Menge Schattierungen, eine davon ist Hochdeutsch
:-)
Bei dem Laut, der im Standarddeutschen -ei- oder -ai- geschrieben wird,
handelt es sich um ursprünglich zwei verschiedene Laute, die in vielen
Dialekten außer dem Standarddeutschen verschieden gesprochen werden. Mehr
dazu: https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-vowels/history/#long
--
Helmut Richter
Martin Gerdes
2020-02-01 12:34:25 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Quinn C
Kristina Schröder
Bei ihr ist es so eine Mischung, es kommt dieses stark akzentuierte "ei"
vor, das am Anfang sehr nach A klingt ("Familienzeit" in 2:45)
Stimmt.
Post by Christina Kunze
und das ich am ehesten mit Hamburg assoziiere.
Das hellste a (und ei -> ai), das ich aus den Medien kenne, spricht Evi
Seibert ("Saibat"). Aus ihrem Munde klingt das Wort "hell" fast wie
"hall".

Auffällig an Christina Schröder ist die harte Artikulation des
Buchstabens g (etwa im Wort "glaubt", das sie wie "klaubt" spricht).
Post by Christina Kunze
Aber dass junge, gebildete westdeutsche Frauen das machen, auch innerhalb
eines nicht norddeutschen regionalen Hintergrundes, ist mir schon zur
Wendezeit aufgefallen.
Ich meine mich daran zu erinnern, daß Kurt Beck das ei ähnlich spricht
(der zwar keine junge, gebildete westdeutsche Frau ist, aber immerhin
aus der gleichen Gegend kommt wie Kristina Schröder).
Markus Ermert
2020-02-02 00:10:47 UTC
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Post by Martin Gerdes
Das hellste a (und ei -> ai), das ich aus den Medien kenne, spricht Evi
Seibert ("Saibat"). Aus ihrem Munde klingt das Wort "hell" fast wie
"hall".
Ja, die gehört auch in die von mir gemeinte Fraktion. Im Vergleich zu den
neueren Vertreterinnen der Spezies ist das aber recht gemäßigt.
Post by Martin Gerdes
Ich meine mich daran zu erinnern, daß Kurt Beck das ei ähnlich spricht
Pällzer. Der hat nun aber einen komplett anderen Tonfall. Ggf
hyperkorrigiert er pfalztypich manschmal.
Post by Martin Gerdes
(der zwar keine junge, gebildete westdeutsche Frau ist, aber immerhin
aus der gleichen Gegend kommt wie Kristina Schröder).
Rheinhessen und Pfalz liegen sprachlich recht weit auseinander. Und Beck
war anders als Schröder immer im Regionalen verortet, ein Grund für sein
Scheitern in der Bundespolitik.
Markus Ermert
2020-02-02 00:38:24 UTC
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Christina Kunze <***@revesz.de> wrote:
[Kristina Schröder]
Post by Christina Kunze
Bei ihr ist es so eine Mischung, es kommt dieses stark akzentuierte "ei"
vor, das am Anfang sehr nach A klingt ("Familienzeit" in 2:45) und das
ich am ehesten mit Hamburg assoziiere.
Am „ei“ kann man hier (wie überhaupt in Mundarten) die Ausprägungen dieses
Sprechs besonders gut beobachten.
Post by Christina Kunze
Aber dass junge, gebildete
westdeutsche Frauen das machen, auch innerhalb eines nicht norddeutschen
regionalen Hintergrundes, ist mir schon zur Wendezeit aufgefallen.
Mir fällt es die letzten Jahre besonders auf, aber mag sein, dass das
Phänomen alt ist, aber man heute mehr dieser Frauen öffentlich hört.

A propos westdeutsch. Es gibt da auch eine auffällige spezifisch
Berlin-brandenburgische Variante. Für die steht sehr markant Judith
Holofernes (Sängerin von „Wir sind Helden“).

Sie überdreht das Berliner Mundartkennzeichen, an jedes „ei“ ein dickes
Schwa anzuhängen, das „i“ zum „ä“ zu machen und das alleinstehende
Auslaut-Schwa selbst zu einer Art „a“ zu dehnen, in fast grotesker Weise.

Ist allerdings kein weibliches Alleinstellungsmerkmal. Siehe die Band
Keimzeit („Kajämzeijät“) oder Rio Reijäsa. Oder Rockhaus: „Äch, äch, liebe
Däch“. Und wird auch gerne von nichtberliner Sängern so gesungen, es gilt
wohl als cooler Stil schon sei dem wänzegen Schlock in der
Feuerzangenbowle.
U***@web.de
2020-02-02 07:31:50 UTC
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Post by Markus Ermert
[Kristina Schröder]
Post by Christina Kunze
Bei ihr ist es so eine Mischung, es kommt dieses stark akzentuierte "ei"
vor, das am Anfang sehr nach A klingt ("Familienzeit" in 2:45) und das
ich am ehesten mit Hamburg assoziiere.
Am „ei“ kann man hier (wie überhaupt in Mundarten) die Ausprägungen dieses
Sprechs besonders gut beobachten.
Ich habe auch nicht eruieren können, wo die
Eltern von seinerzeit noch Kristina Köhler
sprachlich sozialisiert wurden.
Bärbel
2020-02-02 09:07:32 UTC
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Post by Markus Ermert
Ist allerdings kein weibliches Alleinstellungsmerkmal. Siehe die Band
Keimzeit („Kajämzeijät“) oder Rio Reijäsa. Oder Rockhaus: „Äch, äch, liebe
Däch“. Und wird auch gerne von nichtberliner Sängern so gesungen, es gilt
wohl als cooler Stil schon sei dem wänzegen Schlock in der
Feuerzangenbowle.
Das liegt wohl eher daran, dass Singen mit kräftig rauszuhauender
Bruststimme auf "ä" leichter ist, als auf "i".

Bärbel
Markus Ermert
2020-02-02 09:47:39 UTC
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Post by Bärbel
Post by Markus Ermert
Ist allerdings kein weibliches Alleinstellungsmerkmal. Siehe die Band
Keimzeit („Kajämzeijät“) oder Rio Reijäsa. Oder Rockhaus: „Äch, äch, liebe
Däch“. Und wird auch gerne von nichtberliner Sängern so gesungen, es gilt
wohl als cooler Stil schon sei dem wänzegen Schlock in der
Feuerzangenbowle.
Das liegt wohl eher daran, dass Singen mit kräftig rauszuhauender
Bruststimme auf "ä" leichter ist, als auf "i".
Okay, klar, aber Leijäsegang von Keijämzeijät singt auch die leisen „Ärren
ins Ärrenhaus“ so wie sie kein Baier sänge. Eine wie oben im Thread
sozialisierte Baierin aber schon.
Bertel Lund Hansen
2020-02-02 10:38:21 UTC
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Post by Markus Ermert
Okay, klar, aber Leijäsegang von Keijämzeijät singt auch die leisen „Ärren
ins Ärrenhaus“ so wie sie kein Baier sänge. Eine wie oben im Thread
sozialisierte Baierin aber schon.
Bei Gesang kann die Aussprache von der Normalsprache
abweichen.rechnen. Ich fand z.B. ein Interview mit Judith
Holofernes, wo ihre Sprache für mich klingt ganz normal.

Hier ist eine amerikanische Sängerin, Alison Krauss mit "Oh
Atlanta":



Bemerke die Aussprache von "Georgia" bei 1:00.

PS. Ihre Eltern waren deutsche (deutsch und deutsch-italienisch).
--
/Bertel - aus Dänemark
René Marquardt
2020-02-02 13:11:28 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Markus Ermert
Okay, klar, aber Leijäsegang von Keijämzeijät singt auch die leisen „Ärren
ins Ärrenhaus“ so wie sie kein Baier sänge. Eine wie oben im Thread
sozialisierte Baierin aber schon.
Bei Gesang kann die Aussprache von der Normalsprache
abweichen.rechnen. Ich fand z.B. ein Interview mit Judith
Holofernes, wo ihre Sprache für mich klingt ganz normal.
Hier ist eine amerikanische Sängerin, Alison Krauss mit "Oh
http://youtu.be/sZP5U6SW_08
Bemerke die Aussprache von "Georgia" bei 1:00.
Also wenns nicht da gestanden haette, als "Georgia" haette ich
das niemals verstanden. Ich habe eher diese Aussprache im Sinn:

Post by Bertel Lund Hansen
PS. Ihre Eltern waren deutsche (deutsch und deutsch-italienisch).
Na ja, ihr Vater war ein deutscher Einwanderer, und ihre Mutter
deutsch/italienischer Abstammung. Das hat aber nichts mit ihrer
Aussprache zu tun.
Quinn C
2020-02-03 23:07:36 UTC
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Post by Markus Ermert
A propos westdeutsch. Es gibt da auch eine auffällige spezifisch
Berlin-brandenburgische Variante. Für die steht sehr markant Judith
Holofernes (Sängerin von „Wir sind Helden“).
Verblüffenderweise, nachdem sie schon als Kind nach Freiburg verpflanzt
wurde:


Ein anderer hörbarer Berliner (oder?), der in seinem Leben kaum in
Berlin war, ist Stephan Sulke, in der Schweiz aufgewachsen:

--
ich habe eine sehr sensible und vertrauliche kurz für you
-- SPAMPOESIE
Florian Ritter
2020-02-07 16:27:05 UTC
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Post by Quinn C
Post by Markus Ermert
A propos westdeutsch. Es gibt da auch eine auffällige spezifisch
Berlin-brandenburgische Variante. Für die steht sehr markant Judith
Holofernes (Sängerin von „Wir sind Helden“).
Verblüffenderweise, nachdem sie schon als Kind nach Freiburg verpflanzt
wurde: http://youtu.be/TUu_-ZZht8w
Ein anderer hörbarer Berliner (oder?), der in seinem Leben kaum in
Berlin war, ist Stephan Sulke, in der Schweiz aufgewachsen
Was Ihr so für Leute kennt, es macht mich geziemend staunen - FR
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