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Neustart: unter und über
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Klaus Pommerening
2020-03-24 13:33:43 UTC
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Nachdem der "Über-wen-Thread" die sachfremde Reaktion eines
Trolls getriggert hat und entgleist ist, versuche ich einen
hoffentlich trolltriggerfreien Neustart:

Wann ist eigentlich dieser seltsame Missbrauch der Präpositionen (oder
Adverbien) "über" und "unter" aufgekommen, indem von "über 70-Jährigen",
"unter Dreißigjährigen" usw. geschrieben wird?
Gesprochen hört sich's ja korrekt an. Aber geschrieben müsste es
MUSEN mit durchgekoppeltem Bindestrich werden.
--
Klaus Pommerening
Immer wird es Eskimos geben, die den Eingeborenen des Kongo
Verhaltungsmaßregeln für die Zeit der großen Hitze geben werden.
(S. J. Lec)
Christina Kunze
2020-03-24 13:57:18 UTC
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Post by Klaus Pommerening
Nachdem der "Über-wen-Thread" die sachfremde Reaktion eines
Trolls getriggert hat und entgleist ist, versuche ich einen
Wann ist eigentlich dieser seltsame Missbrauch der Präpositionen (oder
Adverbien) "über" und "unter" aufgekommen, indem von "über 70-Jährigen",
"unter Dreißigjährigen" usw. geschrieben wird?
Gesprochen hört sich's ja korrekt an. Aber geschrieben müsste es
MUSEN mit durchgekoppeltem Bindestrich werden.
Die Bindestriche fehlen, weil sie ständig bei den 70-er Jahren
verbraucht werden.

Will sagen: Bindestrichgebrauch ist was für Anspruchsvolle.
Schreiber*innen im Internet sind nicht immer anspruchsvoll.

chr
Hans
2020-03-24 14:09:59 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Klaus Pommerening
Nachdem der "Über-wen-Thread" die sachfremde Reaktion eines
Trolls getriggert hat und entgleist ist, versuche ich einen
Wann ist eigentlich dieser seltsame Missbrauch der Präpositionen (oder
Adverbien) "über" und "unter" aufgekommen, indem von "über 70-Jährigen",
"unter Dreißigjährigen" usw. geschrieben wird?
Gesprochen hört sich's ja korrekt an. Aber geschrieben müsste es
MUSEN mit durchgekoppeltem Bindestrich werden.
Die Bindestriche fehlen, weil sie ständig bei den 70-er Jahren
verbraucht werden.
Will sagen: Bindestrichgebrauch ist was für Anspruchsvolle.
Schreiber*innen im Internet sind nicht immer anspruchsvoll.
Vor allem die mit dem Gender-Schwachsinns-Virus Infizierten.
Klaus Pommerening
2020-03-24 16:26:02 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Klaus Pommerening
Nachdem der "Über-wen-Thread" die sachfremde Reaktion eines
Trolls getriggert hat und entgleist ist, versuche ich einen
Wann ist eigentlich dieser seltsame Missbrauch der Präpositionen (oder
Adverbien) "über" und "unter" aufgekommen, indem von "über 70-Jährigen",
"unter Dreißigjährigen" usw. geschrieben wird?
Gesprochen hört sich's ja korrekt an. Aber geschrieben müsste es
MUSEN mit durchgekoppeltem Bindestrich werden.
Die Bindestriche fehlen, weil sie ständig bei den 70-er Jahren
verbraucht werden.
Will sagen: Bindestrichgebrauch ist was für Anspruchsvolle.
Schreiber*innen im Internet sind nicht immer anspruchsvoll.
Eingeschlossen Schreiber'innen bei Spiegel Online. Wobei ich
meine, dass diese Mode auch in der gedruckten Presse überhand
genommen hat.

PS. Nicht-Anpruchsvolle schreiben auch gerne 70iger. Und stutzen,
wenn man sie auffordert, das auszusprechen.
--
Klaus Pommerening
Die siebziger Jahre hatten Charme, da kam noch was aus den Sechzigern
rüber, vielleicht sogar die Ahnung der Idee, die Welt könne besser
werden. (Frank Goosen)
Stefan Ram
2020-03-24 16:56:29 UTC
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Post by Klaus Pommerening
Wann ist eigentlich dieser seltsame Missbrauch der Präpositionen (oder
Adverbien) "über" und "unter" aufgekommen, indem von "über 70-Jährigen",
"unter Dreißigjährigen" usw. geschrieben wird?
|die linde Hand der über Achtzigjährigen
"Der Schimmelreiter" - Theodor Storm (1888)

|dem über Achtzigjährigen den Arm zu bieten
"Die Ritter vom Geiste" - Karl Gutzkow (1850)

|von über tausendjährigen, breitwipfeligen Laubbäumen
"Winnetou IV" - Karl May (1908)

|der prächtige, jetzt über achtzigjährige und noch
"Unpolitische Erinnerungen" - Erich Mühsam (1927/1929)
Klaus Pommerening
2020-03-25 07:01:51 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Klaus Pommerening
Wann ist eigentlich dieser seltsame Missbrauch der Präpositionen (oder
Adverbien) "über" und "unter" aufgekommen, indem von "über 70-Jährigen",
"unter Dreißigjährigen" usw. geschrieben wird?
|die linde Hand der über Achtzigjährigen
"Der Schimmelreiter" - Theodor Storm (1888)
|dem über Achtzigjährigen den Arm zu bieten
"Die Ritter vom Geiste" - Karl Gutzkow (1850)
|von über tausendjährigen, breitwipfeligen Laubbäumen
"Winnetou IV" - Karl May (1908)
|der prächtige, jetzt über achtzigjährige und noch
"Unpolitische Erinnerungen" - Erich Mühsam (1927/1929)
Danke für die Beispiele.

Sie beheben aber auch nicht die grammatische Schräglage: Das
"über" bezieht sich in allen Fällen auf die folgende Zahl
und nicht auf das "...jährig".
--
Klaus Pommerening
So, in dieser Form: Mauern, Zugbrücke und tiefer Graben - so denken
heute noch viele Staatsmänner. (Tucholsky)
Roland Franzius
2020-03-25 07:56:21 UTC
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Post by Klaus Pommerening
Post by Stefan Ram
Post by Klaus Pommerening
Wann ist eigentlich dieser seltsame Missbrauch der Präpositionen (oder
Adverbien) "über" und "unter" aufgekommen, indem von "über 70-Jährigen",
"unter Dreißigjährigen" usw. geschrieben wird?
|die linde Hand der über Achtzigjährigen
"Der Schimmelreiter" - Theodor Storm (1888)
|dem über Achtzigjährigen den Arm zu bieten
"Die Ritter vom Geiste" - Karl Gutzkow (1850)
|von über tausendjährigen, breitwipfeligen Laubbäumen
"Winnetou IV" - Karl May (1908)
|der prächtige, jetzt über achtzigjährige und noch
"Unpolitische Erinnerungen" - Erich Mühsam (1927/1929)
Danke für die Beispiele.
Sie beheben aber auch nicht die grammatische Schräglage: Das
"über" bezieht sich in allen Fällen auf die folgende Zahl
und nicht auf das "...jährig".
Dafür kann man desd-gerecht den Bezugsbegriff

"der über vierstöckiger Hausbesitzer"

einführen.

Irgendwie moderner käme mir die über vierköpfige Familie in Quarantäne vor.

Was genau spricht gegen die Benutzung von <, ==, > mit Zahladjektiven
aller Art, ohne die Aussagenlogik zerstörerisch in die Sprache zu
integrieren?

Busch:

Zwei mal gleich vier ist Wahrheit.
Schade, daß sie leicht und leer ist,
Denn ich wolte lieber Klarheit
Über das was voll und schwer ist.
--
Roland Franzius
--
Roland Franzius
Quinn C
2020-03-25 12:51:38 UTC
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Zwei mal [zwei] gleich vier ist Wahrheit.
Schade, daß sie leicht und leer ist,
Denn ich wolte lieber Klarheit
Über das was voll und schwer ist.
Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune ...
--
gugelfug, m., späsze, unfug
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
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