Discussion:
Wie heißt das?
(zu alt für eine Antwort)
Martin Gerdes
2018-12-27 20:39:07 UTC
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Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".

Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".

Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
Ralph Aichinger
2018-12-27 21:01:12 UTC
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Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
Religiöse Diskriminierung, oder Islamophobie, Antisemitismus ...
Manche sagen dazu auch z.B. "antimuslimischen Rassismus", auch
wenn der Islam keine Rasse ist. Vermutlich auch weil ein Konzept
der Rasse sowieso an den Haaren herbeigezogen ist und man besser
von Hautfarben spricht.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Jakob Achterndiek
2018-12-27 23:07:19 UTC
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Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
Vorweg:
1. Ich halte in allen drei Fällen nicht die "Ablehnung" für das primäre,
d.h. wesensbestimmende Merkmal, sondern nur die "Unterscheidung". Die
aus der Unterscheidung (nicht einmal zwangsläufig) folgende Ablehnung
ist sekundär.
2. Geschlecht und Rasse (ob man dazu Sexus und Ethnie sagt oder noch
irgend etwas anderes, ändert nichts an der "Unterscheidung") sind
physische Eigenschaften. Religion ist dies nicht, also gelten da andere,
nicht physisch bestimmbare, Kriterien für Unterscheidung und Ablehnung.

Als Antwort auf Deine Frage biete ich "Orthodoxie". Auch in dem Begriff
steckt, aber ebenfalls nur sekundär, die Ablehnung jedweder Heterodoxie.
--
j/\a
Roland Franzius
2018-12-28 09:33:27 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
1. Ich halte in allen drei Fällen nicht die "Ablehnung" für das primäre,
d.h. wesensbestimmende Merkmal, sondern nur die "Unterscheidung". Die
aus der Unterscheidung (nicht einmal zwangsläufig) folgende Ablehnung
ist sekundär.
2. Geschlecht und Rasse (ob man dazu Sexus und Ethnie sagt oder noch
irgend etwas anderes, ändert nichts an der "Unterscheidung") sind
physische Eigenschaften. Religion ist dies nicht, also gelten da andere,
nicht physisch bestimmbare, Kriterien für Unterscheidung und Ablehnung.
Als Antwort auf Deine Frage biete ich "Orthodoxie". Auch in dem Begriff
steckt, aber ebenfalls nur sekundär, die Ablehnung jedweder Heterodoxie.
Man könnte ja erst mal die Frage präzisieren:

Religiöse Toleranz-Intoleranz ist eine Zwei-Subjektbeziehung; und dann
noch die antiklerikalen Atheisten gegen den Rest der Welt und umgekehrt.

Ähnlich wie bei nationalen Vorurteilen erstellt man als
CIA-Factbook-Spezialist ein 3D-Matrix, in der die religösen Aversionen
je zweier Gemeinschaften in den bekannten divergierenden sozialen und
philosophischen Feldern gelistet werden, etwa Ehe, Familie, Riten, Grad
der Ausschließlichkeit, religiöse Maximen in Straf- und
Wirtschaftsrecht, Erwähltheitsgrad resp. Toleranz.

Apropos Orthodoxie: Die mag seit der Plünderung Konstantinopels den
römisch katholischen Papst noch weniger als die Lutheraner, hat aber ein
gepflegtes Verhältnis zum arabischen Islam, während die islamischen
Osmanen in orthodoxen Kinderbüchern als Inbegriff des Schrecklichen und
der Unmenschlichkeit fungieren.

Wie tief der x-y-Hass südlich der Karawanken bis an den Ganges zwischen
je zwei Nationalreligionen oder lokalen religiösen Kleingruppen x und y
sitzt, davon macht man sich als Mitteleuropäer mit dem geschichlichen
Hintergrund des Religions- und des westfälischen Friedens kaum eine
Vorstellung.

Jergovic
https://www.perlentaucher.de/buch/miljenko-jergovic/die-unerhoerte-geschichte-meiner-familie.html

Katzanzakis
Freiheit oder Tod

Schami
https://www.perlentaucher.de/buch/rafik-schami/die-dunkle-seite-der-liebe.html
--
Roland Franzius
Manfred Hoß
2018-12-28 10:41:04 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Apropos Orthodoxie: Die mag seit der Plünderung Konstantinopels den
römisch katholischen Papst noch weniger als die Lutheraner, hat aber ein
gepflegtes Verhältnis zum arabischen Islam, während die islamischen
Osmanen in orthodoxen Kinderbüchern als Inbegriff des Schrecklichen und
der Unmenschlichkeit fungieren.
Nur mal so nebenbei: die Kreuzfahrer haben 1204 Konstantinopel geplündert,
da konnte es aus naheliegenden Gründen noch keine Lutheraner geben, und
insofern blieb diese spezifische negative Erfahrung der orthodoxen Kirchen
natürlich auf die römisch-katholische Kirche beschränkt.

Gruß
Manfred.
U***@web.de
2018-12-28 11:25:45 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Apropos Orthodoxie: Die mag seit der Plünderung Konstantinopels den
römisch katholischen Papst noch weniger als die Lutheraner, hat aber ein
gepflegtes Verhältnis zum arabischen Islam,
Auch das hat teils deutlich gelitten. https://de.wikipedia.org/wiki/Syrisch-Orthodoxe_Kirche_von_Antiochien#Heutige_Gliederung_der_Syrisch-Orthodoxen_Kirche
U***@web.de
2018-12-28 09:36:30 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
2. Geschlecht und Rasse (ob man dazu Sexus und Ethnie sagt oder noch
irgend etwas anderes, ändert nichts an der "Unterscheidung")
Ethnie ist auch der kulturelle Hintergrund. Oftmals
könnte es Dir Schwierigkeiten bereiten, schweigende Angehörige
von Nachbarvölkern ohne Lesestoff am Badestrand
eindeutig zuzuordnen.
Post by Jakob Achterndiek
sind
physische Eigenschaften.
Florian Ritter
2018-12-28 13:33:58 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Ethnie ist auch der kulturelle Hintergrund. Oftmals
könnte es Dir Schwierigkeiten bereiten, schweigende Angehörige
von Nachbarvölkern ohne Lesestoff am Badestrand
eindeutig zuzuordnen.
Leider ist es diesen nicht gegeben, am Strande zu schweigen - FR
U***@web.de
2018-12-28 14:18:12 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Ethnie ist auch der kulturelle Hintergrund. Oftmals
könnte es Dir Schwierigkeiten bereiten, schweigende Angehörige
von Nachbarvölkern ohne Lesestoff am Badestrand
eindeutig zuzuordnen.
Leider ist es diesen nicht gegeben, am Strande zu schweigen - FR
Nimm Einzelbadegäste. Oder Jogger außer Rufweite
untereinander, wobei Jogger ohnehin beim Laufen
nicht viel reden.

Wer ist Däne, wer Norddeutscher?
Wer Russe, wer Weißrusse, wer Ukrainer?
Martin Gerdes
2018-12-29 00:14:03 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
1. Ich halte in allen drei Fällen nicht die "Ablehnung" für das primäre,
d.h. wesensbestimmende Merkmal, sondern nur die "Unterscheidung".
Das ist vermutlich eine romantische Vorstellung.

"Sexismus" bezeichnet nicht den Umstand, daß man das Geschlecht eines
anderen Menschen erkennt, sondern daß man ihn dieses erkannten
Geschlechtes wegen ablehnt.
Post by Jakob Achterndiek
Dieaus der Unterscheidung (nicht einmal zwangsläufig) folgende Ablehnung
ist sekundär.
als unzutreffend aus.
Post by Jakob Achterndiek
2. Geschlecht und Rasse sind physische Eigenschaften. Religion ist dies nicht
Das Buch "Hitlerjunge Salomon" könnte Dich vom Gegenteil überzeugen.
Post by Jakob Achterndiek
Als Antwort auf Deine Frage biete ich "Orthodoxie".
Der wortmächtige "Jakob" weiß also auch keine Antwort. Offenbar gibt es
das Wort nicht. Mal eine Alternative zu dem ewigen "nicht mehr durstig".
Thomas Schade
2018-12-29 11:12:33 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
"Sexismus" bezeichnet nicht den Umstand, daß man das Geschlecht eines
anderen Menschen erkennt, sondern daß man ihn dieses erkannten
Geschlechtes wegen ablehnt.
Ist es wirklich Ablehnung oder nicht eher ein Überlegenheitsgefühl in
Bezug auf das eigene Geschlecht? Menschen, die sich sexistisch
verhalten, geht es um Erniedrigung des anderen Geschlechts, simple
Ablehnung wäre ihnen viel zu wenig.


Ciao
Toscha
--
I'd rather be hated for who I am,
than loved for who I am not.
[Kurt Cobain]
Ralph Aichinger
2018-12-29 11:45:34 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Ist es wirklich Ablehnung oder nicht eher ein Überlegenheitsgefühl in
Bezug auf das eigene Geschlecht? Menschen, die sich sexistisch
verhalten, geht es um Erniedrigung des anderen Geschlechts, simple
Ablehnung wäre ihnen viel zu wenig.
Es kann auch um bloße Schlechterstellung und
Diskriminierung aus strategischen Gründen
gehen, ganz ohne Erniedrigung.

Wenn wenige Aufsichtsratsmitglieder Frauen sind
dann muß da nicht notwendigerweise Überlegenheits-
gefühl oder Erniedrigung beteiligt sein, sondern
kann das ganz rational mit Verteilung der Pfründe
unter der eigenen in-group erklärt werden.

/ralph
--
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Martin Gerdes
2018-12-29 15:06:24 UTC
Permalink
Wenn wenige Aufsichtsratsmitglieder Frauen sind,
dann muß da nicht notwendigerweise Überlegenheits-
gefühl oder Erniedrigung beteiligt sein, sondern
kann das ganz rational mit Verteilung der Pfründe
-n
unter der eigenen in-group erklärt werden.
Soviel Deutsch darf hierzugroup sein:

die Pfründe (Singular), die Pfründe_n_ (Plural)

Und nein, mehrere Leute teilen nicht "die (1) Pfründe" untereinander
auf, denn jeder braucht ja seine eigene.
Jakob Achterndiek
2018-12-29 13:37:39 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Vorweg: 1. Ich halte in allen drei Fällen nicht die "Ablehnung"
für das primäre, d.h. wesensbestimmende Merkmal, sondern nur die
"Unterscheidung".
Das ist vermutlich eine romantische Vorstellung.
"Sexismus" bezeichnet nicht den Umstand, daß man das Geschlecht
eines anderen Menschen erkennt, sondern daß man ihn dieses erkannten
Geschlechtes wegen ablehnt.
Es sieht fast so aus, als wären wir uns darin einig.
Nur leider ist ein vertrackter Antisexismus sehr verbreitet, der
schon in der Präzisierung, Männer und Frauen seien gleich*berechtigt*
oder *vor dem Gesetz* gleich, eine unzulässige Diskriminierung sieht.
Ähnliches gilt für einen Antirassismus, der lieber das Wort Rasse
verbietet als zuzugeben, daß es auf dieser Erde nun mal genetisch und
phänotypisch unterscheidbar diskrete Mengen von Menschen gibt.
Post by Martin Gerdes
2. Geschlecht und Rasse sind physische Eigenschaften. Religion ist dies nicht
Das Buch "Hitlerjunge Salomon" könnte Dich vom Gegenteil überzeugen.
Das kann mich noch weniger überzeugen, als dies der von mir geschätzte
große schlanke blonde Jude Stephan Hermlin* oder die medizinisch
indizierte Beschneidung einer christlich-arischen Phimose könnten.
--------------------------------
* Hermlin selbst hat sich in einem autobiographischen Beitrag über
einen Gesprächspartner mokiert, der dies bemerkenswert gefunden hatte.
Post by Martin Gerdes
Als Antwort auf Deine Frage biete ich "Orthodoxie".
Der wortmächtige "Jakob" weiß also auch keine Antwort.
Das war immerhin ein Angebot. Du darfst es ablehnen.
--
j/\a
db
2018-12-28 09:09:54 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
Wie wär's mit Intoleranz?
--
Dieter Britz
Manfred Hoß
2018-12-28 10:43:56 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
Kannst du das präzisieren? Wird die Person abgelehnt, weil sie einer
bestimmten Religion angehört? Wenn ja, welcher? Oder wird sie aufgrund
ihrer Religiosität abgelehnt, unabhängig von der Religionszugehörigkeit?

Gruß
Manfred.
Martin Gerdes
2018-12-29 00:14:03 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
Kannst du das präzisieren?
Ich dachte eigentlich, meine Frage sei präzise gestellt. Offensichtlich
nicht.
Post by Manfred Hoß
Wird die Person abgelehnt, weil sie einer bestimmten Religion angehört?
Beim Sexismus wird eine Person abgelehnt, die einem der 273 Geschlechter
(meist) außer dem männlichen angehört (Es gibt seltene Fälle von
Sexismus, bei denen ein Mann eben deswegen abgelehnt wird, weil er ein
Mann ist).

Beim Rassismus wird eine Person ihrer Hautfarbe wegen abgelehnt (auch
dieses Schicksal kann einen Weißen treffen, Rassismus ist somit
universell).

Man kann Menschen auch wegen ihrer Religion ablehnen, dafür gibt es aber
im Deutschen offensichtlich kein Wort. Auch dies ist wieder universell.
Hierzulande trifft diese Ablehnung meist Muslime. Strenggläubige Muslime
andererseits lehnen Angehörige aller anderen Religionen ab (am
schlimmsten sind für sie natürlich gänzlich Ungläubige). Auch kann ein
Ungläubiger einen Gläubigen seines Glaubens wegen ablehnen (Das gibts
heutzutage in großem Maßstab in China).
Ralph Aichinger
2018-12-29 00:36:06 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Hierzulande trifft diese Ablehnung meist Muslime.
Also Antisemitismus halte ich für genauso gängig und
relevant.
Post by Martin Gerdes
Strenggläubige Muslime
andererseits lehnen Angehörige aller anderen Religionen ab (am
schlimmsten sind für sie natürlich gänzlich Ungläubige).
Das halte ich für ein Gerücht. Ich kenne strenggläubige Muslime
die Angehörige anderer Religionen weder ablehnen noch diskriminieren,
genauso wie von einigen der fanatischsten Islamisten (z.B. IS-Attentätern)
dokumentiert ist, daß sie überhaupt nicht strenggläubig waren.

Die Nordiren, die in den 70er und 80er-Jahren Katholiken oder Protestanten
umgebracht haben waren ja auch keine "strenggläubigen Protestanten" oder
"strenggläubigen Katholiken".
Post by Martin Gerdes
Auch kann ein
Ungläubiger einen Gläubigen seines Glaubens wegen ablehnen (Das gibts
heutzutage in großem Maßstab in China).
Bis zu einem gewissen Grad lehne ich auch manche "Gläubige" ab, z.B.
manche Esoteriker. Fallen Leute wie Ryke Geerd Hamer oder Scientology
unter die Religionsfreiheit? Ist diese ein Freibrief für alles?

/ralph
--
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Henning Sponbiel
2018-12-29 09:23:50 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Die Nordiren, die in den 70er und 80er-Jahren Katholiken oder Protestanten
umgebracht haben waren ja auch keine "strenggläubigen Protestanten" oder
"strenggläubigen Katholiken".
Wodurch eklatant klar wurde, dass es sich hier vor allem letztlich um
einen Macht- und Verteilungskampf ging / geht, wie bei fast allen
Religionskonflikten.


Henning
Uwe Borchert
2018-12-29 11:22:23 UTC
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Hallo,
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Hierzulande trifft diese Ablehnung meist Muslime.
Also Antisemitismus halte ich für genauso gängig und
relevant.
Das ist eine große Schnittmenge. Muslime sind sehr häufig Semiten.
Problem ist hier aber die wirre Verknüpfung von Religion mit der
gammeligen Nazi-Rassenlehre, welche dann auch noch so krude und
wirre Fehler macht, wie die Aschkenasen, also die arischen,
europäischen, Juden als Semiten einzustufen. Daher sollte man den
alten Nazi-Begriff Antisemit so weit es geht vermeiden und durch
den richtigen deutschen Begriff Judenhass ersetzen.

Leider gibt es Gestalten die bei Begriffen wie Lügenpresse,
Menschenmaterial und Gutmensch aufquitschen, da es angeblich
Nazi-Begriffe wären, obwohl es diese Begriffe nachweislich nicht
sind. Und genau diese Gestalten benutzen dann fröhlich den
Begriff Antisemit, welcher aber dem Ideal eines Nazi-Begriffs
sehr nahe kommt. Nun ja, manchmal ist das so eine Sache und in
den postmodernen, postwahren und postfaktischen Zeiten wird es
mit der Wahrheit und die Fakten nicht mehr so genau genommen,
was dann aber zu einer Verwirrung der Menschen führt. Gerade in
dieser NG sollten wir nicht nur auf syntaktische sonder auch auf
semantische Korrektheit achten um dieser geistigen Verlotterung
keinen Vorschub zu leisten.

MfG

Uwe Borchert
Martin Gerdes
2018-12-29 15:06:23 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Hierzulande trifft diese Ablehnung meist Muslime.
Also Antisemitismus halte ich für genauso gängig und
relevant.
Das Wort "Antisemitismus" ist belegt, es bezeichnet nicht etwa eine
Abneigung gegen Semiten (also cum grano salis Juden, Nordafrikaner und
Araber) sondern, nur gegen Juden. Korrekterweise müßte man
"Antijudaismus" sagen.

Nach aktueller Lesart sind viele Araber Antisemiten, vom Wort her ist
das eigentlich ein Widerspruch in sich.

Aber auch das ist keine Gesamtbezeichnung für "Ablehnung eines anderen
Menschen seines (Nicht-)Glaubens wegen".
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Strenggläubige Muslime andererseits lehnen Angehörige aller
anderen Religionen ab (am schlimmsten sind für sie natürlich
gänzlich Ungläubige).
Das halte ich für ein Gerücht.
Das ist aber kein Gerücht.
Post by Ralph Aichinger
Ich kenne strenggläubige Muslime, die Angehörige anderer Religionen
weder ablehnen noch diskriminieren, genauso wie von einigen der
fanatischsten Islamisten (z.B. IS-Attentätern) dokumentiert ist,
daß sie überhaupt nicht strenggläubig waren.
Ich kenne etliche ansonsten höchst strenggläubige Katholikinnen, die
täglich der Sünde der Antikonzeptivumeinnahme pflegen, was Pillenpaule
damals per Fatwa verboten hat (die m.W. auch bis heute gilt).
Post by Ralph Aichinger
Die Nordiren, die in den 70er und 80er-Jahren Katholiken oder Protestanten
umgebracht haben waren ja auch keine "strenggläubigen Protestanten" oder
"strenggläubigen Katholiken".
Und doch haben sie Gewalt vorgeblich nur deswegen ausgeübt, weil ihre
Opfer das jeweils andere Gesangbuch hatten.
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Auch kann ein Ungläubiger einen Gläubigen seines Glaubens wegen
ablehnen (Das gibts heutzutage in großem Maßstab in China).
Bis zu einem gewissen Grad lehne ich auch manche "Gläubige" ab, z.B.
manche Esoteriker. Fallen Leute wie Ryke Geerd Hamer oder Scientology
unter die Religionsfreiheit? Ist diese ein Freibrief für alles?
Die Grenze zwischen Glauben und Tat ist fließend. Was einer im stillen
Kämmerlein vor sich hin glaubt, sollte anderen Leuten egal sein. Wenn
dieser Glaube nach außen tritt, durch Handlungen, aber auch schon durch
Worte, muß man im Einzelfall entscheiden, wie man damit umgeht.

Aber wir schweifen ab.
Ralph Aichinger
2018-12-29 18:06:24 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Das Wort "Antisemitismus" ist belegt, es bezeichnet nicht etwa eine
Abneigung gegen Semiten (also cum grano salis Juden, Nordafrikaner und
Araber) sondern, nur gegen Juden. Korrekterweise müßte man
"Antijudaismus" sagen.
Tut man halt genausowenig wie der Zitronenfalter Zitronen faltet.
Post by Martin Gerdes
Aber auch das ist keine Gesamtbezeichnung für "Ablehnung eines anderen
Menschen seines (Nicht-)Glaubens wegen".
Nein, aber eine Untergruppe der Diskriminierungen aufgrund
des Glaubens.
Post by Martin Gerdes
Post by Ralph Aichinger
Die Nordiren, die in den 70er und 80er-Jahren Katholiken oder Protestanten
umgebracht haben waren ja auch keine "strenggläubigen Protestanten" oder
"strenggläubigen Katholiken".
Und doch haben sie Gewalt vorgeblich nur deswegen ausgeübt, weil ihre
Opfer das jeweils andere Gesangbuch hatten.
Aber nicht weil sie "strenggläubig" waren. Oder auch nur irgendwie
gläubig (jenseits des öffentlichen Bekentnisses).

Daß ein Katholik Protestanten in die Luft sprengen muß kann man jedenfalls
genausowenig aus einer "Strenggläubigkeit" welcher Art auch immer
ableiten wie daß er bei Kreuzzügen Muslime niedermetzeln muß
oder amerikanische Ureinwohner quälen, oder zu selbstbewußte Frauen
als "Hexen" verbrennen. Oder kann man das?

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Martin Gerdes
2018-12-30 15:13:08 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Das Wort "Antisemitismus" ist belegt, es bezeichnet nicht etwa eine
Abneigung gegen Semiten (also cum grano salis Juden, Nordafrikaner und
Araber) sondern, nur gegen Juden. Korrekterweise müßte man
"Antijudaismus" sagen.
Tut man halt genausowenig wie der Zitronenfalter Zitronen faltet.
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Aber auch das ist keine Gesamtbezeichnung für "Ablehnung eines anderen
Menschen seines (Nicht-)Glaubens wegen".
Nein, aber eine Untergruppe der Diskriminierungen aufgrund
des Glaubens.
Das erste war aber gesucht.
Manfred Hoß
2018-12-29 02:02:24 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Manfred Hoß
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
Kannst du das präzisieren?
Ich dachte eigentlich, meine Frage sei präzise gestellt. Offensichtlich
nicht.
So etwas soll vorkommen.
Post by Martin Gerdes
Post by Manfred Hoß
Wird die Person abgelehnt, weil sie einer bestimmten Religion angehört?
Man kann Menschen auch wegen ihrer Religion ablehnen, dafür gibt es aber
im Deutschen offensichtlich kein Wort.
In der 3. Auflage von "Religion in Geschichte und Gegenwart" kommen die
Wörter "religionsfeindlich", "Religionsfeind" und "Religionsfeindschaft"
vor. Ludwig Thoma verwendet in einem Buch noch "Religionsfeindlichkeit".
Das sind dann bereits 4 Wörter.

(Die Begriffe fand ich infolge einer Suche in der Digitalen Bibliothek.
Suchbegriff: "Religionsfein*".)
Post by Martin Gerdes
Auch dies ist wieder universell.
Hierzulande trifft diese Ablehnung meist Muslime.
Ralph hat bereits erwähnt, dass es hierzulande auch Antisemitismus gibt.
Dieser ist 1945 nicht ausgestorben, nur haben viele Antisemiten über
Jahrzehnte hinweg sich nicht öffentlich zu erkennen gegeben.
Post by Martin Gerdes
Strenggläubige Muslime
andererseits lehnen Angehörige aller anderen Religionen ab (am
schlimmsten sind für sie natürlich gänzlich Ungläubige).
Ich selbst kann mich mangels moslemischer Bekannter nicht dazu äußern. Was
Ralph dazu schreibt, erscheint mir jedoch plausibel.
Post by Martin Gerdes
Auch kann ein
Ungläubiger einen Gläubigen seines Glaubens wegen ablehnen (Das gibts
heutzutage in großem Maßstab in China).
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es auch hierzulande Leute gibt, die
jegliche Form von Religion in der Öffentlichkeit ablehnen, z. B. das Läuten
von Kirchenglocken oder die Informationsstände, auf die man ab und zu
trifft. Also unabhängig davon, ob die Zeugen Jehovas oder Salafisten
religiöse Schriften anbieten. Falls es sie gibt, so bleiben diese im
Augenblick unsichtbar, so wie früher die Antisemiten.

Gruß
Manfred.
Uwe Schickedanz
2018-12-29 10:13:57 UTC
Permalink
On Sat, 29 Dec 2018 01:14:03 +0100, Martin Gerdes
Post by Martin Gerdes
Man kann Menschen auch wegen ihrer Religion ablehnen, dafür gibt es aber
im Deutschen offensichtlich kein Wort. Auch dies ist wieder universell.
Hierzulande trifft diese Ablehnung meist Muslime. Strenggläubige Muslime
andererseits lehnen Angehörige aller anderen Religionen ab (am
schlimmsten sind für sie natürlich gänzlich Ungläubige). Auch kann ein
Ungläubiger einen Gläubigen seines Glaubens wegen ablehnen (Das gibts
heutzutage in großem Maßstab in China).
Ich glaube nicht, daß die Moslems wegen ihrer Religion abgelehnt
werden. Der Grund liegt eher darin, daß diese Religion für alle
anderen (aka Ungläubige) existenzbedrohend ist.
Die Ablehnung ist also eine Reaktion auf diese zunehmend nicht mehr
latente Drohung und die emangelnde Bereitschaft der Moslems, sich hier
in Westeuropa anzupassen.

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Ralph Aichinger
2018-12-29 10:24:11 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Ich glaube nicht, daß die Moslems wegen ihrer Religion abgelehnt
werden.
Sicher auch, sonst würden sie nicht als Muslime, sondern
als Zuwanderer, junge Leute, Träger von grünen Socken oder
irgendeiner anderen Eigenschaft abgelehnt.
Post by Uwe Schickedanz
Der Grund liegt eher darin, daß diese Religion für alle
anderen (aka Ungläubige) existenzbedrohend ist.
Was für ein Unfug. Du bist selber ein gutes Beispiel für
Islamophobie.
Post by Uwe Schickedanz
Die Ablehnung ist also eine Reaktion auf diese zunehmend nicht mehr
latente Drohung und die emangelnde Bereitschaft der Moslems, sich hier
in Westeuropa anzupassen.
Woran sollen sich jene Muslime anpassen, die hier aufgewachsen
und geboren sind? In den ehemaligen österreichischen Kronländern
hat es seit den Zeiten der Monarchie immer schon Muslime
geben.

/ralph
Post by Uwe Schickedanz
Gruß Uwe
--
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ausserirdische sind gesund
Florian Ritter
2018-12-29 11:22:28 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Uwe Schickedanz
Die Ablehnung ist also eine Reaktion auf diese zunehmend nicht mehr
latente Drohung und die emangelnde Bereitschaft der Moslems, sich hier
in Westeuropa anzupassen.
Woran sollen sich jene Muslime anpassen, die hier aufgewachsen
und geboren sind? In den ehemaligen österreichischen Kronländern
hat es seit den Zeiten der Monarchie immer schon Muslime
geben.
Wohl kaum in den Kronländern (wie zB Böhmen), eher in Bereich
der k. u. k. Militärgrenze (Näheres bei Roda Roda).

FR
Helmut Richter
2018-12-30 11:29:09 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Uwe Schickedanz
Ich glaube nicht, daß die Moslems wegen ihrer Religion abgelehnt
werden.
Sicher auch, sonst würden sie nicht als Muslime, sondern
als Zuwanderer, junge Leute, Träger von grünen Socken oder
irgendeiner anderen Eigenschaft abgelehnt.
Post by Uwe Schickedanz
Der Grund liegt eher darin, daß diese Religion für alle
anderen (aka Ungläubige) existenzbedrohend ist.
Was für ein Unfug.
Das Wort „Unfug“ ist allenfalls für Mitteleuropa angebracht, wo die
Forderung nach Einführung islamischen Rechts nicht durchgesetzt werden
kann. Aber in den islamischen Ländern schauts anders aus:

Es kommt darauf an, was zur Existenz gehört. Das nackte Überleben ist –
wenigstens für Menschen, die sich nicht vom Islam abgewandt haben – nur in
wenigen islamischen Ländern bedroht. Von anderen lebensbedrohlichen
Situationen hört man hierzulande eher selten, wie etwa dem Fall von Asia
Bibi in Pakistan, die zwar mittlerweile freigesprochen, aber immer noch
offen mit Ermordung bedroht ist; zwei prominente pakistanische Gegner der
zunächst verhängten Todesstrafe, der Gouverneur von Punjab und der
pakistanische Minister für religiöse Minderheiten, wurden wegen dieses
Falles ermordet. Vergleichbare Fälle gibt es in vielen islamischen Ländern,
nur interessiert sich hier kaum jemand dafür. In den meisten Fällen, in
denen Ungläubige getötet werden, geschieht das nicht durch Urteil, sondern
durch Einzeltäter oder islamische Milizen, und die Reaktion der staatlichen
Stellen ist sehr unterschiedlich, oft auch eher passiv um Unruhen
(„Volkszorn“) zu vermeiden. Auch davon hört man hier wenig, wenn es nicht
gerade solche Ausmaße annimmt wie Boko Haram in Nigeria oder IS(IS) in
Syrien.

Rechnet man zur Existenz auch die anderswo selbstverständlichen Rechte,
z.B. die rechtliche Gleichbehandlung, gibt es kaum islamische Länder, in den
das den Ungläubigen gewährt wird. Beispielsweise wird auch im Oman, wo der
gewaltfreie ibaditische Islam vorherrscht, Vätern das Sorgerecht für die
Kinder entzogen, wenn sie sich vom Islam abwenden und wie in allen (oder nur
fast allen?) islamischen Ländern sind *alle* Kinder im Sinne des Islam zu
unterweisen.

--
Helmut Richter
Henning Sponbiel
2018-12-31 12:38:33 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Was für ein Unfug. Du bist selber ein gutes Beispiel für
Islamophobie.
"Der Begriff ist spätestens seit der Veröffentlichung der Studie des
britischen Runnymede Trust 1997 "Islamophobia – A challenge for us all"
fester Bestandteil öffentlicher Debatten. _Interessant ist der
historische Ursprung des Begriffs._ Er wurde während der Islamischen
Revolution 1979 von iranischen Mullahs verwendet, um Frauen, die der
Vollverschleierung nicht nachkommen wollten, als „schlechte Musliminnen“
und als „islamophob“ zu diffamieren. „Anstatt irgendeinen Rassismus zu
bezeichnen, dient das Wort in Wirklichkeit dazu, diejenigen zu
disqualifizieren, die sich den Fundamentalisten widersetzen, und das
sind zuerst die Feministinnen und die liberalen Moslems." (S. 61/ S. 62)
http://www.kas.de/wf/doc/kas_46036-544-1-30.pdf?160802163206


Henning
Ralph Aichinger
2018-12-31 12:51:08 UTC
Permalink
Post by Henning Sponbiel
"Der Begriff ist spätestens seit der Veröffentlichung der Studie des
britischen Runnymede Trust 1997 "Islamophobia – A challenge for us all"
fester Bestandteil öffentlicher Debatten. _Interessant ist der
historische Ursprung des Begriffs._ Er wurde während der Islamischen
Revolution 1979 von iranischen Mullahs verwendet, um Frauen, die der
Vollverschleierung nicht nachkommen wollten, als „schlechte Musliminnen“
und als „islamophob“ zu diffamieren. „Anstatt irgendeinen Rassismus zu
bezeichnen, dient das Wort in Wirklichkeit dazu, diejenigen zu
disqualifizieren, die sich den Fundamentalisten widersetzen, und das
sind zuerst die Feministinnen und die liberalen Moslems." (S. 61/ S. 62)
http://www.kas.de/wf/doc/kas_46036-544-1-30.pdf?160802163206
Die einen sagen so, die anderen sagen so:

https://www.theatlantic.com/international/archive/2014/10/is-islamophobia-real-maher-harris-aslan/381411/

daß "Islamophobie" um 1910 vom Franzosen Alain Quellien eingeführt worden
ist.

http://www.insted.co.uk/anti-muslim-racism.pdf

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
René Marquardt
2019-01-04 20:32:22 UTC
Permalink
Post by Henning Sponbiel
Post by Ralph Aichinger
Was für ein Unfug. Du bist selber ein gutes Beispiel für
Islamophobie.
"Der Begriff ist spätestens seit der Veröffentlichung der Studie des
britischen Runnymede Trust 1997 "Islamophobia – A challenge for us all"
fester Bestandteil öffentlicher Debatten. _Interessant ist der
historische Ursprung des Begriffs._ Er wurde während der Islamischen
Revolution 1979 von iranischen Mullahs verwendet, um Frauen, die der
Vollverschleierung nicht nachkommen wollten, als „schlechte Musliminnen“
und als „islamophob“ zu diffamieren. „Anstatt irgendeinen Rassismus zu
bezeichnen, dient das Wort in Wirklichkeit dazu, diejenigen zu
disqualifizieren, die sich den Fundamentalisten widersetzen, und das
sind zuerst die Feministinnen und die liberalen Moslems." (S. 61/ S. 62)
http://www.kas.de/wf/doc/kas_46036-544-1-30.pdf?160802163206
Henning
Dazu gibt es jetzt diese dämliche Aktion:

https://twitter.com/WorldHijabDay/status/1078050525529149441
Roland Franzius
2018-12-29 14:14:25 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
On Sat, 29 Dec 2018 01:14:03 +0100, Martin Gerdes
Post by Martin Gerdes
Man kann Menschen auch wegen ihrer Religion ablehnen, dafür gibt es aber
im Deutschen offensichtlich kein Wort. Auch dies ist wieder universell.
Hierzulande trifft diese Ablehnung meist Muslime. Strenggläubige Muslime
andererseits lehnen Angehörige aller anderen Religionen ab (am
schlimmsten sind für sie natürlich gänzlich Ungläubige). Auch kann ein
Ungläubiger einen Gläubigen seines Glaubens wegen ablehnen (Das gibts
heutzutage in großem Maßstab in China).
Ich glaube nicht, daß die Moslems wegen ihrer Religion abgelehnt
werden. Der Grund liegt eher darin, daß diese Religion für alle
anderen (aka Ungläubige) existenzbedrohend ist.
Die Ablehnung ist also eine Reaktion auf diese zunehmend nicht mehr
latente Drohung und die emangelnde Bereitschaft der Moslems, sich hier
in Westeuropa anzupassen.
Hat er es schon wieder falsch.

Die Moderne und der Säkularismus ist existenzbedrohend für die
mulimischen Machtstrukturen mit ihren dezentralen religiösen
Oragnisationsformen.

Soweit wir wissen, sind seit Napoleons Zeiten hunderte von Millionen
Muslime durch moderne westliche imperialistische, kolonialistische,
kommunistische Mächte umgekommen, zuletzt wohl nach Schätzungen um die 1
Mio Iraker in Bushs Krieg gegen den Terror und die Freiheit des Öls.

Die muslimische Welt stellt keinerlei Bedrohung für den Westen dar, man
bräuchte ihnen ja nur den Strom und das Telefon abstellen. Der Popanz
wird seit dem Mittelalter immer wieder in politischen Krisen des Westens
hervorgeholt, weil man nur hasserfüllte junge Männer mit Unterstützung
ihrer verängstigten Jungfrauen in Kriege treiben und ihre Väter den
Schaden bezahlen lassen kann.
--
Roland Franzius
Stephen Hust
2018-12-28 13:47:23 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt, wie nennt man
denn das?
"Religionismus" natürlich.

| Es gibt den Rassismus, der sich durch das Blut definiert, und es gibt
| den Nationalismus, der sich durch die Nation definiert. Leider sind
| diese Geißeln der Menschheit in Wirklichkeit Drillinge, und man hört
| das Wort Religionismus viel zu selten, wenngleich es nicht minder
| endemisch verbreitet ist als seine Geschwister. Gemeint ist damit die
| Diskriminierung aufgrund des Glaubens.
|
(Burger Voss, "Ausgeglaubt!: Warum Atheisten für die Gesellschaft
wertvoll sind", Tectum-Verlag, 2018, S. 239.)

Vielleicht hört man das Wort "viel zu selten" auch, weil, obwohl das
Phänomen verbreitet, das Wort dafür, oder dieses Wort dafür, wenig
verbreitet ist.
--
Steve

My e-mail address works as is.
Sergio Gatti
2018-12-28 15:16:56 UTC
Permalink
Post by Stephen Hust
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin)
des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner (von der Zensur
gestrichen, eigentlich
gibts das Wort ja überhaupt nicht) wegen ablehnt, nennt
man das
"Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt,
wie nennt man
denn das?
"Religionismus" natürlich.
| Es gibt den Rassismus, der sich durch das Blut definiert,
und es gibt
| den Nationalismus, der sich durch die Nation definiert.
Leider sind
| diese Geißeln der Menschheit in Wirklichkeit Drillinge,
und man hört
| das Wort Religionismus viel zu selten, wenngleich es nicht
minder
| endemisch verbreitet ist als seine Geschwister. Gemeint
ist damit die
| Diskriminierung aufgrund des Glaubens.
|
(Burger Voss, "Ausgeglaubt!: Warum Atheisten für die
Gesellschaft wertvoll sind", Tectum-Verlag, 2018, S. 239.)
Einspruch: Wenn ich "Diskriminierung aufgrund des Glaubens"
lese, denke ich an stark atheistische Staaten wie die
Sowjetunion unter Stalin oder Albanien unter Hoxha, auch
wenn Burger Voss offenbar eine ganz andere Bedeutung gemeint
hat. Wenn Ralph das fragen wollte, d.h. die Ablehnung einer
Person aufgrund ihrer Religiosität, unabhängig von der
Religionszugehörigkeit, dann würde ich von
"Religionsfeindlichkeit" sprechen.

Die Triebfeder bei Rassismus und Nationalismus ist MUSEN die
Meinung, die eigene Hautfarbe oder Nation sei grundsätzlich
in unüberwindbarer Weise besser als alle anderen. Analog
wäre bei "Religionismus" die Meinung, die eigene Religion
sei grundsätzlich in unüberwindbarer Weise besser als alle
anderen. Aber dafür hat sich MUSEN in der deutschen Sprache
das Wort "Fundamentalismus" durchgesetzt.
Ewald Pfau
2018-12-28 20:44:21 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Die Triebfeder bei Rassismus und Nationalismus ist MUSEN die
Meinung, die eigene Hautfarbe oder Nation sei grundsätzlich
in unüberwindbarer Weise besser als alle anderen.
Chauvinismus.
Post by Sergio Gatti
Analog wäre bei "Religionismus"
vielleicht gar so. Aber wahrscheinlich doch nicht.
Post by Sergio Gatti
die Meinung, die eigene Religion sei grundsätzlich in unüberwindbarer
Weise besser als alle anderen.
Beim Monotheismus ist die Ausschließlichkeit tragender Bestandteil. Und nur
bei diesem. Bei anderen ist der infantile Hang zum unablässigen
Schwanzvergleich höchstens Beiwerk, ungefähr so, wie
Verwandtschaftsbeziehungen Beiwerk zur eigenen Existenz sind.
Post by Sergio Gatti
Aber dafür hat sich MUSEN in der deutschen Sprache das Wort
"Fundamentalismus" durchgesetzt.
Nein. Mit Fundamentalismus wird die Ansicht beschrieben, die Religion tauge
dazu, alles und jedes, was ist, war und noch kommt, sinnstiftend unter die
Fittiche der vorgegebenen Ansicht stecken zu können.

Wie das Wort schon sagt, ist damit die vorgegebene Ansicht Grundlage für
alles andere. Intraspektiv, sozusagen.

Bekanntlicherweise trifft die Bezeichnung dann auch anderweitig zu, nicht
nur bei Religion als grundlegender Ansicht.

Für all das reicht dann der Blick auf den eigenen Bauchnabel, und es braucht
sonst niemanden dazu. Per Pragmatismus lassen sich Aspekte des Seienden auch
anderweitig zuordnen, als dass der tapfere Aspirant nicht nur brav alleinig
immer und für alles unter dieselben Fittiche kriechen wird - den Ausblick
auf Alternativen wird der Fundi strikt vermeiden wollen.

Ohne jeden Rückhalt in fundamentalen Ansichten hinwiederum, andererseits,
kommt höchstens ein notwendigerweise höchst unglücklicher Zyniker aus.

In sublimierter Unterordnung unter ein von reiner Gier diktiertem Regelwerk
ist der Ansatz des Fundamentalismus mit angehängtem Ausrufezeichen als
TINA-Prinzip unter die Leute gebracht. Von anderen Spielarten geht ebenso
die Kunde.

In der Extremform ist allen die Ausschaltung von elementarer Denktätigkeit
zur Daseinsbewältigung gemein, per Einzwängung von ebendieser je in ein
Zeremoniell, geeignet, alleine nur die grundlegenden Ansichten unentwegt als
bestärkt dastehen zu lassen.

Bis dahin ist die Chose also mit der Dichotomie abgedeckt, hier das eigene
Befinden, und dort die hirnigen Konstrukte, in die man wohl oder übel
hineingeraten ist, mit seinem Befinden in der Welt.

***

Dazu dann eine ganz andere Dichotomie auszubreiten, die damit eigentlich
nichts zu tun hat, scheint gleichwohl seltsam unausweichlich, wenn vor allem
nach der Gegenüberstellung gesucht wird, von einem Ich zu Allen-Anderen,
womöglich in Abwägung der Tauglichkeit zu mehr oder weniger militanter
Konfrontation.

Wie immer sich das verheiratet, kann daneben ein gewachsener Schatz von
Erzählungen, Erfahrungen und Verhaltensweisen ohne jede Verrenkung als
konstituierend für ein Zusammenleben angesehen werden, elementar genug, dass
hiermit eine Bedarfssituation für die Befindlichkeit von Einzelnen
angesprochen ist.

Im gleichen Atemzug von Rasse zu reden ist hingegen bestenfalls
leichtsinnig, oder es ist solches Zusammenwürfeln angesteckt von rabiaten
Vorbildern.

Vom mitgeteilten Gedanken her ist diese Nähe nicht abgedeckt.

Als da sich die sinnstiftenden Zusammenhänge nicht garso billig plakativ
darstellen lassen, ist es wohl verlockend, und wird entsprechend ausgenutzt,
statt mit dem Bezug auf sinnstiftende Zusammenhänge nun mit mehr oder
weniger unterschwellig eingeführten Diktaten zu hantieren.

Und wieder lacht der Unfug als blöde Grimasse zur Tür herein, dass die
Unselbständigkeit ausgenutzt wird, wieder und wieder, kraft derer die
einstigen Parolen des Faschismus Tabuzone geblieben sind, als da die
einfachste Methode, die Historie angemessen zu erden, penetranterweise
unterbleibt, zu benennen, wer wessen Freund war, wer wen finanziert und wer
wen protegiert hat, um in wessen Interesse Politik zu gestalten.

Das Scharadenspiel um die unbedacht gesetzten Begriffe von Rasse und Nation
ist damit weiterhin geeignet, den Zusammenhalt zwischen Menschen im großen
Maßstab zu stören. Und der tatsächlich geübte Zusammenhalt der einen
Menschen heißt eben bittesehr keinesfalls, dass diese dann gleich über
andere herfallen. Das ist zuerst einmal eine instraspektive Kategorie,
sozusagen.

Aber wenn damit auf unreflektierte Weise wie als Parole herumgeworfen wird,
so kommt das einer bestimmten Mode entgegen, eben, dass der Mensch als
Spezies nurmehr die Projektion von industriellem Bedarf darstelle, die
Menschen jeglichen Rückhalts beraubt seien, die Unselbständigkeit, den
Verstand zu gebrauchen, per Verunsicherung weiter und weiter getrieben
werde, dazu nun der jüngst kodifizierte Aublick, dass sie als Migrierende
zwangsweise und ständig in der Welt herumgeschoben seien, eine amorphe
Fleischmasse, unfähig, sich zum Befinden des Einzelnen in der Welt
treffender einzufinden als zum Befolgen von Anweisungen und dem Gehorchen
auf die konditionierten Reflexe von satten und zugleich zutiefst
verängstigten Konsumenten.

Das wäre dann der Zeitpunkt, dass man tatsächlich in diesem modehalber
avisierten globalen sinnstiftenden Zusammenhang über den erreichten Zustand
von Perversion der menschlichen Rasse sinnieren könnte.

Und dann geht der Blick nochmals zurück zu jenem Punkt der monotheistischen
Setzungen, und wer von diesen, es sind nur drei, denn tatsächlich nun
unentwegt zum Begriff der Rasse schwadroniert, wahrscheinlich sehr wohl
einstige Nutznießer von mehr oder weniger blühenden Nationen. Wenn die
Begriffe klar gesetzt sind, lassen sie sich auch deskriptiv einsetzen.
Jakob Achterndiek
2018-12-28 22:59:30 UTC
Permalink
[..] Analog
wäre bei "Religionismus" die Meinung, die eigene Religion
sei grundsätzlich in unüberwindbarer Weise besser als alle
anderen. Aber dafür hat sich MUSEN in der deutschen Sprache
das Wort "Fundamentalismus" durchgesetzt.
Ich fürchte, daß in weiten Kreisen inzwischen alle Wörter
mit "~ismus" als Pejorativa angesehen werden. Das Wort
"Religionismus" jedenfalls als Parallelbildung zu Rassismus
und Nationalismus deutet das an. Es ist beim vorher zitierten
Burger Voss nur eine Retourkutsche gegen den als beleidigend
empfundenen Vorwurf des Atheismus.
Der Begriff "Fundamentalismus" macht da keine Ausnahme. Er
ist ein Vorwurf an jene, die noch immer in den örtlich und
zeitlich begrenzten Vorstellungen und Vorschriften der Gründer
verharren wollen. Ein Christ (und gar ein "evangelischer") tut
so etwas nicht! Der schreibt notfalls die Bibel um, damit sein
lieber Gott immer schön auf der Höhe der Zeit bleibt.
--
j/\a
Ralph Aichinger
2018-12-28 23:04:00 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Ich fürchte, daß in weiten Kreisen inzwischen alle Wörter
mit "~ismus" als Pejorativa angesehen werden. Das Wort
Organismus?

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Henning Sponbiel
2018-12-29 09:23:50 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
Ich fürchte, daß in weiten Kreisen inzwischen alle Wörter
mit "~ismus" als Pejorativa angesehen werden. Das Wort
Organismus?
Ich melde "Optimismus" an.


Henning
Martin Gerdes
2018-12-29 15:06:23 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Stephen Hust
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin)
des Geschlechts wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Wenn einer einen Menschen seiner [Hautfarbe] egen ablehnt,
nennt man das "Rassismus".
Wenn einer einen Menschen seiner Religion wegen ablehnt,
wie nennt man denn das?
"Religionismus" natürlich.
| Es gibt den Rassismus, der sich durch das Blut definiert,
| und es gibt den Nationalismus, der sich durch die Nation
| definiert. Leider sind diese Geißeln der Menschheit in
| Wirklichkeit Drillinge, und man hört das Wort Religionismus
| viel zu selten, wenngleich es nicht minder endemisch
| verbreitet ist als seine Geschwister. Gemeint ist damit die
| Diskriminierung aufgrund des Glaubens.
(Burger Voss, "Ausgeglaubt!: Warum Atheisten für die
Gesellschaft wertvoll sind", Tectum-Verlag, 2018, S. 239.)
Vom Wort "Religionismus" behauptet Google, schlichte 5200 Exemplare im
Netz zu finden (das ist extrem wenig). Eine der Fundstellen sagt
zutreffend:

| Religionismus
| ungebräuchlich, aber brauchbarer Oberbegriff für religiöser
^^^^^^^^^^^^^^
| Extremismus, religiöser Fanatismus, religiöser Fundamentalismus,
Post by Sergio Gatti
Wenn ich "Diskriminierung aufgrund des Glaubens"
lese, denke ich an stark atheistische Staaten wie die
Sowjetunion unter Stalin oder Albanien unter Hoxha, auch
wenn Burger Voss offenbar eine ganz andere Bedeutung gemeint
hat.
In meinen Augen ist es Definitionssache, ob man Unglauben (Atheismus,
Agnostizismus) als "Religion" einstuft. Ich habe kein Problem damit.
Post by Sergio Gatti
Wenn Ralph das fragen wollte,
Wollte er das denn?
Post by Sergio Gatti
d.h. die Ablehnung einer Person aufgrund ihrer Religiosität,
unabhängig von der Religionszugehörigkeit, dann würde ich von
"Religionsfeindlichkeit" sprechen.
Das trifft den Sachverhalt meines Erachtens nicht. Wer
"religionsfeindlich" ist, lehnt jede Religion ab (außer dem Unglauben).

Gefragt war aber nach der Ablehnung von Menschen einer anderen Religion
als der eigenen.
Post by Sergio Gatti
Die Triebfeder bei Rassismus und Nationalismus ist MUSEN die
Meinung, die eigene Hautfarbe oder Nation sei grundsätzlich
in unüberwindbarer Weise besser als alle anderen. Analog
wäre bei "Religionismus" die Meinung, die eigene Religion
sei grundsätzlich in unüberwindbarer Weise besser als alle
anderen.
Ich habe durchaus den Eindruck, daß manche Gläubige dieser Vorstellung
anhängen.
Post by Sergio Gatti
Aber dafür hat sich MUSEN in der deutschen Sprache
das Wort "Fundamentalismus" durchgesetzt.
"Fundamentalismus" ist kein Analogon zu "Sexismus". Das erste bezeichnet
eine besonders strenge Auslegung irgendwelcher Vorstellungen, das zweite
die Ablehnung anderer Menschen eines Merkmals wegen, nämlich ihres
Geschlechts. Auch ein Fundamentalist kann andere Leute ablehnen, die
nicht so fundamentalistisch sind wie er -- aber das ist meines Erachtens
zweirangig, erstrangig ist die strenge Auslegung seiner Regeln. Mit
Religion muß Fundamentalismus nicht notwendigerweise zusammenhängen.
Manfred Hoß
2018-12-29 22:33:30 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Sergio Gatti
d.h. die Ablehnung einer Person aufgrund ihrer Religiosität,
unabhängig von der Religionszugehörigkeit, dann würde ich von
"Religionsfeindlichkeit" sprechen.
Das trifft den Sachverhalt meines Erachtens nicht. Wer
"religionsfeindlich" ist, lehnt jede Religion ab (außer dem Unglauben).
Gefragt war aber nach der Ablehnung von Menschen einer anderen Religion
als der eigenen.
Dafür gibt es bereits mehrere Wörter, z. B. "Überheblichkeit", "Anmaßung",
"Hochmut" usw. Wenn dir ein Fremdwort lieber ist, so kannst du von
"Arroganz" sprechen.

Gruß
Manfred.
Helmut Richter
2018-12-30 10:43:57 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Gefragt war aber nach der Ablehnung von *Menschen* einer anderen Religion
als der eigenen.
[*Betonung* von mir einfügt – H.R.]
Post by Manfred Hoß
Dafür gibt es bereits mehrere Wörter, z. B. "Überheblichkeit", "Anmaßung",
"Hochmut" usw. Wenn dir ein Fremdwort lieber ist, so kannst du von
"Arroganz" sprechen.
Oder „Intoleranz“ oder „Fundamentalismus“.

Ich finde, viel zu oft wird die Ablehnung einer *Überzeugung* mit der
Ablehnung einer *Person* verwechselt, die diese Meinung vertritt. Überspitzt
gesagt: Von einem „toleranten“ Menschen wird erwartet, dass er (fast) alle
Überzeugungen für richtig hält, die irgendjemand vertritt, andernfalls würde
er sich dadurch als „Fundamentalist“ erweisen, dass er seine Überzeugung als
richtig ansieht und andere Überzeugungen als irrig. Das eingeklammerte
„fast“ soll daran erinnern, dass es auch Überzeugungen gibt, die von allen
in diesem Sinne toleranten Menschen abgelehnt werden *müssen*, insbesondere
die Intoleranz (auch in *diesem* Sinne) in jeder Form, die man dann gerne
wieder „Fundamentalismus“ schimpft.

Ich denke dagegen, dass es erlaubt sein muss, eine Überzeugung zu haben und
diese in einer Form zu vertreten, die erkennen lässt, dass man andere
Überzeugungen für irrig hält, solange man den *Menschen* mit dem Respekt
begegnet, der ihnen unabhängig von ihren Überzeugungen gebührt – und Respekt
ist mehr als nur Höflichkeit. Dazu gehört auch eine respektvolle
Ausdrucksweise, wenn von den abgelehnten Überzeugungen die Rede ist.
Respektvoll, aber nicht anbiedernd.

--
Helmut Richter
Der Habakuk.
2018-12-30 11:00:03 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Manfred Hoß
Gefragt war aber nach der Ablehnung von *Menschen* einer anderen Religion
als der eigenen.
[*Betonung* von mir einfügt – H.R.]
Post by Manfred Hoß
Dafür gibt es bereits mehrere Wörter, z. B. "Überheblichkeit", "Anmaßung",
"Hochmut" usw. Wenn dir ein Fremdwort lieber ist, so kannst du von
"Arroganz" sprechen.
Oder „Intoleranz“ oder „Fundamentalismus“.
Ich finde, viel zu oft wird die Ablehnung einer *Überzeugung* mit der
Ablehnung einer *Person* verwechselt, die diese Meinung vertritt. Überspitzt
gesagt: Von einem „toleranten“ Menschen wird erwartet, dass er (fast) alle
Überzeugungen für richtig hält, die irgendjemand vertritt, andernfalls würde
er sich dadurch als „Fundamentalist“ erweisen, dass er seine Überzeugung als
richtig ansieht und andere Überzeugungen als irrig. Das eingeklammerte
„fast“ soll daran erinnern, dass es auch Überzeugungen gibt, die von allen
in diesem Sinne toleranten Menschen abgelehnt werden *müssen*, insbesondere
die Intoleranz (auch in *diesem* Sinne) in jeder Form, die man dann gerne
wieder „Fundamentalismus“ schimpft.
Ich denke dagegen, dass es erlaubt sein muss, eine Überzeugung zu haben und
diese in einer Form zu vertreten, die erkennen lässt, dass man andere
Überzeugungen für irrig hält, solange man den *Menschen* mit dem Respekt
begegnet, der ihnen unabhängig von ihren Überzeugungen gebührt
Sicher. Aber es gibt ja auch "Überzeugungen", die beinhalten, daß
gewisse andere Menschen minderwertig sind, daß sie dereinst vernichtet
werden, daß sie bekämpft werden müssen usw.

Wie stehts mit denen?

– und Respekt
Post by Helmut Richter
ist mehr als nur Höflichkeit. Dazu gehört auch eine respektvolle
Ausdrucksweise, wenn von den abgelehnten Überzeugungen die Rede ist.
Respektvoll, aber nicht anbiedernd.
--
Helmut Richter
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Ewald Pfau
2018-12-30 11:42:25 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Oder „Intoleranz“ oder „Fundamentalismus“.
Die beiden in einen Topf zu werfen, weist doch auf leidlich arge Ignoranz,
sprachliche Präzision betreffend, so wie mich das seltsam anlacht.

Für Intoleranz braucht es eine Person mit Anschauung und eine zweite Person,
die darüber zu urteilen sich vornimmt. Die eine Person ist intolerant mit
Blick auf die andere Person.

Für Fundamentalismus braucht es alleine nur eine Person (oder eine Gruppe)
mit einer Anschauung, und weiters die Unterstellung der Person (oder der
Gruppe) zur eigenen Anschauung, sie sei umfassend wirkmächtig. Etwas anderes
besagt Fundamentalismus nicht, als eben dieses.

Zugleich ist das ein immens starker Anspruch, der der sich kaum je in aller
Stringenz halten lässt, noch nicht einmal, wenn man Mathematik und die
Naturwissenschaften als Basis der Anschauung nimmt. Richtig: Religion
braucht es hier schonmal garnicht. Und Außenstehende ebenso wenig.

Und diese beiden Vokabeln sollen nun dasselbe bezeichnen?

Ist das jetzt der Ramsch-Boulevard hier?

Natürlich arbeiten die sogenannten bürgerlichen Medien vehement daran, in
solchen Fragen Inkompetenz und Schlamperei zu stiften, die Unselbständigkeit
des Menschen als Zielvorgabe, über Anschauungen selbst urteilen zu können.
Zum eigenen Vorteil gereicht es dem redaktionell-autoritär gestylten
Medien-Theater, wenn es die Kompetenz zu einem tragfähigen Urteil alleine
auf seiner Seite verorten kann.

Das hat lange Geschichte, das ist gut eingefleischt, und die Politik spielt
eher die Fanfare dazu, als hierzu vor allem erst einmal die Rechte des
Bürgers in Bedacht zu nehmen.

Zugleich aber sind damit diese Medien, indem sie solche Schlamperei stiften,
von Haus aus nicht seriös. Das lässt sich auch damit nicht wegwischen, dass
solche Gewohnheit in den Wortfabriken gut eingefleischt ist.

Hat nicht der Atlantic Council verlautbart, und schürt in diese Richtung,
und die Politik lässt sich bereits anstiften, der Laden der Wikipedia, mit
mafiosen Manieren, Anschauungen betreffend, solle als Maßstab aller Dinge in
allen Medien eingeführt werden?

In solcherart eingefädelter Verlängerung hin zum Justiziablen heißt solche
Form von dahingeworfener Untergriffigkeit dann nicht mehr Schlamperei
sondern faschistoide Tendenz zur Herrschaftssicherung.

Aber ach, wir sind ja alle so brav, und es reicht, immer schön
nachzuplappern, was vorgesetzt wird, weil, uns kann ja was passieren. Nicht
wahr?

Mit Verlaub, aber der Lapsus per Gleichsetzung da oben ist schon recht
krass. Da muss man denn schon darauf hinweisen, wie sich der Kontext genauer
bezeichnet, in dem das spielt.
Helmut Richter
2018-12-30 12:38:06 UTC
Permalink
Post by Ewald Pfau
Post by Helmut Richter
Oder „Intoleranz“ oder „Fundamentalismus“.
Die beiden in einen Topf zu werfen, weist doch auf leidlich arge Ignoranz,
sprachliche Präzision betreffend, so wie mich das seltsam anlacht.
Ignoranz kann sich auch dadurch erweisen, dass nur man den ersten Satz
eines Beitrages liest, wenn der genug Stoff zum Ereifern hergibt, und
allfällige spätere Präzisierungen ignoriert.
--
Helmut Richter
Manfred Russ
2019-01-12 22:19:10 UTC
Permalink
Post by Ewald Pfau
Natürlich arbeiten die sogenannten bürgerlichen Medien vehement daran, in
solchen Fragen Inkompetenz und Schlamperei zu stiften,
Mal abgesehen von der Frage, ob man Schlamperei "stiften" kann …

Man sollte nicht Absicht unterstellen, wenn Dummheit als Erklärung
ausreicht.
Helmut Richter
2019-01-13 14:27:43 UTC
Permalink
Post by Manfred Russ
Post by Ewald Pfau
Natürlich arbeiten die sogenannten bürgerlichen Medien vehement daran, in
solchen Fragen Inkompetenz und Schlamperei zu stiften,
Mal abgesehen von der Frage, ob man Schlamperei "stiften" kann …
Blumiges Unpassendes findet man aber mittlerweile nicht nur bei Ewald
Pfau, sondern zunehmend in eigentlich trockenen Nachrichten:

– „Kälte und Schnee sorgen für Stromausfälle“ – man sieht Schnee und
Regen sorgenvoll beieinandersitzen und darüber nachdenken, wie sie
ihrer Aufgabe gerecht werden können, die Stromversorgung lahmzulegen.
Bis ihnen endlich die rettende Idee kommt.

– „Wegen Streiks und der Witterung sind hunderte Flüge gestrichen
worden. Etliche Passagiere waren betroffen.“ – Wenn in hunderten Flügen
nur etliche Passagiere gesessen hätten, ist es dann eine Meldung wert,
dass die Flüge gestrichen wurden?
--
Helmut Richter
U***@web.de
2019-01-13 15:57:39 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Blumiges Unpassendes findet man aber mittlerweile nicht nur bei Ewald
– „Kälte und Schnee sorgen für Stromausfälle“ – man sieht Schnee und
Regen sorgenvoll beieinandersitzen und darüber nachdenken, wie sie
ihrer Aufgabe gerecht werden können, die Stromversorgung lahmzulegen.
Bis ihnen endlich die rettende Idee kommt.
– „Wegen Streiks und der Witterung sind hunderte Flüge gestrichen
worden. Etliche Passagiere waren betroffen.“ – Wenn in hunderten Flügen
nur etliche Passagiere gesessen hätten, ist es dann eine Meldung wert,
dass die Flüge gestrichen wurden?
XY berichtete über ihr Vorstellungsgespräch bei der
Polizei. Sehr viele Uniformierte hätten ihr gegenüber
gesessen, und sie habe sich vorgestellt.

(Aus dem Gedächtnis, Zeitung nicht ur Hand.)

Gruß, ULF
Martin Gerdes
2018-12-30 15:13:09 UTC
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Post by Manfred Hoß
Post by Martin Gerdes
Post by Sergio Gatti
d.h. die Ablehnung einer Person aufgrund ihrer Religiosität,
unabhängig von der Religionszugehörigkeit, dann würde ich von
"Religionsfeindlichkeit" sprechen.
Das trifft den Sachverhalt meines Erachtens nicht. Wer
"religionsfeindlich" ist, lehnt jede Religion ab (außer dem Unglauben).
Gefragt war aber nach der Ablehnung von Menschen einer anderen Religion
als der eigenen.
Dafür gibt es bereits mehrere Wörter, z. B. "Überheblichkeit", "Anmaßung",
"Hochmut" usw. Wenn dir ein Fremdwort lieber ist, so kannst du von
"Arroganz" sprechen.
Nein, diese Wörter bedeuten das nicht.

Offenbar bist selbst Du mit Deinem Deutsch am Ende. Das gesuchte Wort
gibts wohl wirklich nicht.
Ralph Aichinger
2018-12-30 15:17:22 UTC
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Post by Martin Gerdes
Offenbar bist selbst Du mit Deinem Deutsch am Ende. Das gesuchte Wort
gibts wohl wirklich nicht.
Du hast noch nicht erklärt, warum die von mir
erwähnte "religiöse Diskriminierung" für dich
nicht paßt. Weil es nicht ein Wort ist, sondern
zwei? Bzw. bei "Diskriminierung aufgrund der Religion"
sogar 4?

/ralph
--
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Martin Gerdes
2018-12-30 23:04:46 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Offenbar bist selbst Du mit Deinem Deutsch am Ende. Das gesuchte Wort
gibts wohl wirklich nicht.
Du hast noch nicht erklärt, warum die von mir
erwähnte "religiöse Diskriminierung" für dich
nicht paßt.
Weil es nicht ein Wort ist, sondern zwei?
Ja. Warum fragst Du, wenn Du die Antwort schon weißt?

Umschreiben kann man immer.

Sexismus = Diskriminierung aufgrund des Geschlechts
Rassismus = Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe

Einen Menschen abzulehnen, weil er zu alt oder zu jung ist, nennt man
"Altersdiskriminierung".

Dann wäre das gesuchte Wort vielleicht "Religionsdiskrimierung". Das ist
dann gegenüber Deinem Vorschlag auch kein vierstöckiger Hausbesitzer
mehr.
Ralph Aichinger
2018-12-30 23:30:10 UTC
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Post by Martin Gerdes
Post by Ralph Aichinger
Du hast noch nicht erklärt, warum die von mir
erwähnte "religiöse Diskriminierung" für dich
nicht paßt.
Weil es nicht ein Wort ist, sondern zwei?
Ja. Warum fragst Du, wenn Du die Antwort schon weißt?
Es hätte ja auch sein, daß es weniger um Benachteiligung
und mehr um Haß oder andere Aspekte geht, in dem was
du ausdrücken möchtest.
Post by Martin Gerdes
Dann wäre das gesuchte Wort vielleicht "Religionsdiskrimierung". Das ist
dann gegenüber Deinem Vorschlag auch kein vierstöckiger Hausbesitzer
mehr.
Laut Google ist das eher ungebräuchlich.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Quinn C
2018-12-31 18:24:07 UTC
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Post by Martin Gerdes
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Offenbar bist selbst Du mit Deinem Deutsch am Ende. Das gesuchte Wort
gibts wohl wirklich nicht.
Du hast noch nicht erklärt, warum die von mir
erwähnte "religiöse Diskriminierung" für dich
nicht paßt.
Weil es nicht ein Wort ist, sondern zwei?
Ja. Warum fragst Du, wenn Du die Antwort schon weißt?
Umschreiben kann man immer.
Sexismus = Diskriminierung aufgrund des Geschlechts
Rassismus = Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe
Einen Menschen abzulehnen, weil er zu alt oder zu jung ist, nennt man
"Altersdiskriminierung".
Das flexiblere Englisch hat hierfür einen kompakten Ismus: ageism. Und
z.B. für die Diskriminierung von Behinderten: ableism. Aber auch nicht
für das von Dir gesuchte Konzept.
--
nun schmeckt, wer ich sei, ihr gugelnarren! PARACELSUS
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Manfred Hoß
2018-12-31 20:30:55 UTC
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Post by Quinn C
Post by Martin Gerdes
Einen Menschen abzulehnen, weil er zu alt oder zu jung ist, nennt man
"Altersdiskriminierung".
Das flexiblere Englisch hat hierfür einen kompakten Ismus: ageism. Und
z.B. für die Diskriminierung von Behinderten: ableism. Aber auch nicht
für das von Dir gesuchte Konzept.
Man könnte auf Deutsch "Alterismus" sagen, aber da würden viele wohl
denken, das hätte etwas mit "alterieren" zu tun.

Gruß
Manfred.
Heinz Lohmann
2019-01-01 02:08:47 UTC
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Post by Manfred Hoß
Post by Quinn C
Post by Martin Gerdes
Einen Menschen abzulehnen, weil er zu alt oder zu jung ist, nennt man
"Altersdiskriminierung".
Das flexiblere Englisch hat hierfür einen kompakten Ismus: ageism. Und
z.B. für die Diskriminierung von Behinderten: ableism. Aber auch nicht
für das von Dir gesuchte Konzept.
Das ist dann der Punkt, wo sich Journalisten und Wissenschaftler nicht
trauen, die Nomenklatur im Deutschen kreativ zu erweitern, und mit
Englisch weitermachen.
Post by Manfred Hoß
Man könnte auf Deutsch "Alterismus" sagen, aber da würden viele wohl
denken, das hätte etwas mit "alterieren" zu tun.
Senectismus?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Ralph Aichinger
2019-01-01 03:01:01 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Senectismus?
Seniophobie.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Heinz Lohmann
2019-01-01 05:36:53 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Heinz Lohmann
Senectismus?
Seniophobie.
Gerontophobie?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Jakob Achterndiek
2019-01-01 09:41:09 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Senectismus?
Das ginge in eine falsche Richtung;
den Infantilismus gibt es ja auch schon.
--
j/\a
Roland Franzius
2019-01-01 13:10:54 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Senectismus?
Das entspräche dann der Bildung Sectismus statt Sexismus.
Oder nach Seneca die überspitzte Form des Neostoizismus - er kann mich
mal - in den Zeiten der politischen Cholera.
Post by Jakob Achterndiek
Das ginge in eine falsche Richtung;
den Infantilismus gibt es ja auch schon.
.. verbreitet sich im Internet seuchenartig.


Infantophobie und Infantilokratie fehlen auch noch in der Liste.
--
Roland Franzius
Quinn C
2019-01-02 18:35:52 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Manfred Hoß
Post by Quinn C
Post by Martin Gerdes
Einen Menschen abzulehnen, weil er zu alt oder zu jung ist, nennt man
"Altersdiskriminierung".
Das flexiblere Englisch hat hierfür einen kompakten Ismus: ageism. Und
z.B. für die Diskriminierung von Behinderten: ableism. Aber auch nicht
für das von Dir gesuchte Konzept.
Das ist dann der Punkt, wo sich Journalisten und Wissenschaftler nicht
trauen, die Nomenklatur im Deutschen kreativ zu erweitern, und mit
Englisch weitermachen.
Post by Manfred Hoß
Man könnte auf Deutsch "Alterismus" sagen, aber da würden viele wohl
denken, das hätte etwas mit "alterieren" zu tun.
Senectismus?
Oft ja, aber mit "ageism" kann durchaus auch Diskriminierung junger
Menschen gemeint sein.
--
GUGELIEREN, vb., schwelgen: dann das ander jar war ein solch
gugelieren bei dem guten most J. HEROLT
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Jakob Achterndiek
2019-01-02 19:27:26 UTC
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[..], aber mit "ageism" kann durchaus auch Diskriminierung junger
Menschen gemeint sein.
"Ein Wort bedeutet immer das, was der Sprecher mit ihm sagen will."
War das Wittgenstein, der diesen Notausgang aus seinem Tractatus fand?

Müssen wir jetzt etwa darauf gefaßt sein, daß auch "humanism" zum
Diskriminandum mutiert?
--
j/\a
Christina Kunze
2019-01-02 22:04:46 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
[..], aber mit "ageism" kann durchaus auch Diskriminierung junger
Menschen gemeint sein.
"Ein Wort bedeutet immer das, was der Sprecher mit ihm sagen will."
War das Wittgenstein, der diesen Notausgang aus seinem Tractatus fand?
Müssen wir jetzt etwa darauf gefaßt sein, daß auch "humanism" zum
Diskriminandum mutiert?
"Homophobie" gibt es doch schon, und es heißt was anderes.

Mir scheint es in Parallele zu Ausdrücken für Diskriminierung aufgrund
des Aussehens, des Geschlechts oder der Herkunft sinnvoll, wenn es einen
Terminus für "Diskriminierung aufgrund des Alters" gibt, statt ein Wort
für die Diskriminierung alter Leute, eins für die Diskriminierung der
Ü40, eins für die Diskriminierung von Teenagern usw. einzuführen.

chr
Heinz Lohmann
2019-01-03 01:48:15 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Heinz Lohmann
Senectismus?
Oft ja, aber mit "ageism" kann durchaus auch Diskriminierung junger
Menschen gemeint sein.
Aetatismus?
(aetas, aetatis f. das Lebensalter)
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Quinn C
2019-01-03 19:04:58 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Quinn C
Post by Heinz Lohmann
Senectismus?
Oft ja, aber mit "ageism" kann durchaus auch Diskriminierung junger
Menschen gemeint sein.
Aetatismus?
(aetas, aetatis f. das Lebensalter)
Das wäre freilich sehr anfällig für Verwechslung, da es den Etatismus
bereits gibt.
--
da kamen abermals in das Elsas uber die Zaberer steig ein volck, die
nante man auch die Engelländer und gugeler B. HERTZOG
Manfred Hoß
2018-12-30 16:20:39 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Manfred Hoß
Post by Martin Gerdes
Post by Sergio Gatti
d.h. die Ablehnung einer Person aufgrund ihrer Religiosität,
unabhängig von der Religionszugehörigkeit, dann würde ich von
"Religionsfeindlichkeit" sprechen.
Das trifft den Sachverhalt meines Erachtens nicht. Wer
"religionsfeindlich" ist, lehnt jede Religion ab (außer dem Unglauben).
Gefragt war aber nach der Ablehnung von Menschen einer anderen Religion
als der eigenen.
Dafür gibt es bereits mehrere Wörter, z. B. "Überheblichkeit", "Anmaßung",
"Hochmut" usw. Wenn dir ein Fremdwort lieber ist, so kannst du von
"Arroganz" sprechen.
Nein, diese Wörter bedeuten das nicht.
Das Problem ist, dass es bereits dir nicht gelingt, genau zu sagen, welche
Bedeutung das von dir gesuchte Wort haben soll. Also sag mal, in welchem
Zusammenhang möchtest du das Wort benutzen? Muss es ein einzelnes Wort
sein? Wenn es mehr als eines sein darf, dann bietet sich Ralphs Vorschlag
"religiöse Diskriminierung", auf den er erneut hingewiesen hat, an.

Findet es Anwendung nur bei Gläubigen, die aufgrund ihres Glaubens auf die
Angehörigen anderer Religionen herabblicken oder auch bei Atheisten, die
sich klüger dünken als Gläubige, unabhängig von deren Religion? Kann es
auch in Texten auftauchen, in denen über Menschen berichtet wird, die an
Astrologie, Kartenlegen, ... glauben? Dann ist "religiöse Diskriminierung"
eher nicht das Richtige.
Post by Martin Gerdes
Offenbar bist selbst Du mit Deinem Deutsch am Ende. Das gesuchte Wort
gibts wohl wirklich nicht.
Wenn die deutsche Sprache ein Wort mit einer genau umrissenen Bedeutung
nicht vorrätig hat, du aber der festen Überzeugung bist, es müsse ein
solches geben, dann bilde doch selbst eines. Die Möglichkeiten dazu sind
schier unbegrenzt.

Gruß
Manfred.
Josef
2018-12-31 13:17:01 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Ergänzung:
Als Sexismus gilt heute auch, wenn der Mann einer Frau hinterherschaut
und sein Blick an ihrem Arsch oder Beinen hängenbleibt, und beim Mann
dabei der Verstand aussetzt.

Nebenbei: wie formuliert man das sprachlich besser ?

Josef
Ralph Aichinger
2018-12-31 13:28:01 UTC
Permalink
Post by Josef
Als Sexismus gilt heute auch, wenn der Mann einer Frau hinterherschaut
und sein Blick an ihrem Arsch oder Beinen hängenbleibt, und beim Mann
dabei der Verstand aussetzt.
Das kommt wohl drauf an, was du unter "dabei der Verstand aussetzt"
verstehst.

/ralph
--
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Josef
2018-12-31 14:52:28 UTC
Permalink
On Mon, 31 Dec 2018 14:28:01 +0100 (CET), Ralph Aichinger
Post by Ralph Aichinger
Das kommt wohl drauf an, was du unter "dabei der Verstand aussetzt"
verstehst.
Etwa im Sinne von:
Der Kopf des Mannes denkt wie sein Schw... ihn lenkt.
Sollte dir als Mann auch nicht fremd sein, ausser du bist Mönch.

Josef
Manfred Hoß
2018-12-31 16:53:27 UTC
Permalink
Post by Josef
On Mon, 31 Dec 2018 14:28:01 +0100 (CET), Ralph Aichinger
Post by Ralph Aichinger
Das kommt wohl drauf an, was du unter "dabei der Verstand aussetzt"
verstehst.
Der Kopf des Mannes denkt wie sein Schw... ihn lenkt.
Sollte dir als Mann auch nicht fremd sein, ausser du bist Mönch.
Oder Eunuch.

Gruß
Manfred.
Detlef Meißner
2019-01-01 15:04:54 UTC
Permalink
Post by Josef
Post by Martin Gerdes
Wenn einer einen Menschen (genauer wohl: eine Menschin) des Geschlechts
wegen ablehnt, nennt man das "Sexismus".
Als Sexismus gilt heute auch, wenn der Mann einer Frau hinterherschaut
und sein Blick an ihrem Arsch oder Beinen hängenbleibt, und beim Mann
dabei der Verstand aussetzt.
Nebenbei: wie formuliert man das sprachlich besser ?
Dumpfe Geilheit.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Manfred Russ
2019-01-12 22:25:19 UTC
Permalink
Post by Josef
Als Sexismus gilt heute auch, wenn der Mann einer Frau hinterherschaut
und sein Blick an ihrem Arsch oder Beinen hängenbleibt, und beim Mann
dabei der Verstand aussetzt.
Nebenbei: wie formuliert man das sprachlich besser ?
"Da, wo Männer denken, haben Frauen nur ein Loch."
Florian Ritter
2019-01-23 18:37:08 UTC
Permalink
Post by Manfred Russ
Post by Josef
Als Sexismus gilt heute auch, wenn der Mann einer Frau hinterherschaut
und sein Blick an ihrem Arsch oder Beinen hängenbleibt, und beim Mann
dabei der Verstand aussetzt.
Nebenbei: wie formuliert man das sprachlich besser ?
"Da, wo Männer denken, haben Frauen nur ein Loch."
Warum haben Frauen eine Gehirnwindung mehr als Pferde?
Damit se nich aus'm Putzeimer sauffen.

FR
Detlef Meißner
2019-01-23 18:49:56 UTC
Permalink
Post by Manfred Russ
Post by Josef
Als Sexismus gilt heute auch, wenn der Mann einer Frau hinterherschaut
und sein Blick an ihrem Arsch oder Beinen hängenbleibt, und beim Mann
dabei der Verstand aussetzt.
Nebenbei: wie formuliert man das sprachlich besser ?
"Da, wo Männer denken, haben Frauen nur ein Loch."
Sehr männerfeindlich!

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
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