Discussion:
Pizza Hut
(zu alt für eine Antwort)
René Marquardt
2018-10-02 00:11:24 UTC
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Damals in .de nicht weiter drüber nachgedacht, so sehr
viele Filialen gab es nicht, daß mir das ständig vor Augen
gestanden hätte, aber zumindest vor 2000 wurde dieser
Mafiatorten servierende Schnellimbiss "Pizza Hut"
ausgesprochen wie "pittsa huht", als ob es sich um eine
italienische Kopfbedeckung handele.
Das Logo der Kette, das nun dummerweise wie ein
Hut aussieht, hat da sicher auch geholfen. Soll aber
ein Dach darstellen, genauer, ein Hüttendach.
englisch: "hut", also gesprochen wie "hatt".

Die Aussprache von "pittsa" schenke ich mir, kann
Sergio was zu sagen, ob ihm das auf die Ketten geht,
wenn er will. Aber spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl? Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
Thomas Schade
2018-10-02 04:41:12 UTC
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Post by René Marquardt
Die Aussprache von "pittsa" schenke ich mir, kann
Sergio was zu sagen, ob ihm das auf die Ketten geht,
wenn er will. Aber spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl? Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
Ich kenne im Weltdorf München nur eine einzige Filiale, die aber in der
Nähe zum Büro. Wenn die frequentiert wird, wird üblicherweise zum 'Pizza
Hat(t)' (wie immer man ein kurz gesprochenes a auch darstellen mag).
'Pizza Huht' habe ich bewusst noch nie gehört. Die Jeans kenne ich mein
Lebtag nur als 'Lehwiss', die Geländewagen aller Größen als 'eSJuWie'.


Ciao
Toscha
--
Wenn Frauen die Welt regierten, gäbe es keine Kriege.
Nur ein paar eifersüchtige Länder, die nicht miteinander reden.
Thomas Schade
2018-10-02 04:49:10 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Die Aussprache von "pittsa" schenke ich mir, kann
Sergio was zu sagen, ob ihm das auf die Ketten geht,
wenn er will. Aber spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl? Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
Ich kenne im Weltdorf München nur eine einzige Filiale, die aber in der
Nähe zum Büro. Wenn die frequentiert wird, wird üblicherweise zum 'Pizza
Hat(t)' (wie immer man ein kurz gesprochenes a auch darstellen mag)
gegangen. 'Pizza Huht' habe ich bewusst noch nie gehört. Die Jeans kenne
ich mein Lebtag nur als 'Lehwiss', die Geländewagen aller Größen als
'eSJuWie'.


Ciao
Toscha
--
Wenn Frauen die Welt regierten, gäbe es keine Kriege.
Nur ein paar eifersüchtige Länder, die nicht miteinander reden
Ewald Pfau
2018-10-02 08:25:28 UTC
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Post by Thomas Schade
die Geländewagen aller Größen als 'eSJuWie'.
'Suff', bittesehr.

Alternativ Panzerkombi.

Die Hochkombis waren dann die Zwischenstufe, eher auch als Lieferwagen
geeignet.

Es darf doch der Hinweis darauf ruhig ausgesprochen werden, dass das ein
Ausdruck von Besoffenheit ist, dass, wenn jemand die Ressourcen des Planeten
noch ganz schnell plündert, bevor sie final weg sind, dann sind _wir_ das.
Besoffen eben, im Größenwahn. Das gibt die Bezeichnung dann ganz gut wieder,
wenn man es korrekt ausspricht.

Auch wenn das beim euphorischen Kürzeln nicht gleich aufgefallen sein
sollte ... euphorisch heißt in dem Fall der hegemoniale Unterton, dass das
gefälligst prinzipiell verstanden zu werden hat. Mir san mir. Eben.
Oliver Voß
2018-10-02 17:36:45 UTC
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Post by Ewald Pfau
Post by Thomas Schade
die Geländewagen aller Größen als 'eSJuWie'.
'Suff', bittesehr.
Alternativ Panzerkombi.
"Panzerkombi" ist für mich kein Auto, sondern was zum Anziehen.
Gruß,

Oliver
Ewald Pfau
2018-10-02 19:34:46 UTC
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Post by Ewald Pfau
Post by Thomas Schade
die Geländewagen aller Größen als 'eSJuWie'.
'Suff', bittesehr.
Alternativ Panzerkombi.
"Panzerkombi" ist für mich kein Auto, sondern was zum Anziehen.
[technisch: gleiche Einrückung ... sagte aber nicht ich]

Diese Namensgebung kannte ich nicht, von daher schien mir der Panzerkombi
unverfänglich, zur angepeilten Sinngebung.

Sind das dann auch Nachbarn von jenen Überdrüberunterdrunter-Tankhemden?

Die stramme Motivation, der seltsamen Namensgebung bei den Blechmonstern
auszuweichen, begründet sich bei mir damit, dass die Marotte des
angelsächsichen Buchstabierens in dem Fall klar eine Fall von Slang ist,
gezielt von Beibedeutungen aus der Ecke von larmoyanter Wichtigtuerei
getragen: Gleich wie groß und wie fett, es ist nie groß und fett genug für
derentwelche, die sich damit schmeicheln lassen, dass solches Lancieren von
Sprachschnipseln auf ein gar so willfährig untertäniges Gesinde trifft,
bereit, alles nachzuäffen, was irgendwie als Abklatsch vom Sozialprestige
von Sagenhaftigkeit gewertet werden könnte.

Die Industrie verdient dann an der rein semantisch angestachelten
Aufrüstung. Und wer bezahlt die Folgekosten? So kurzsichtig nimmt sich real
existierende Dummheit aus, entsprechend, wie sich die Aufrüstung von selbst
vervielfältigt. Leider schmerzt solche Dummheit zu wenig, als dass sie etwas
breitflächiger zur Kenntnis käme. Statt dessen wird die aufgedunsene
Metapher, die reale Blechgestalt angenommen hat, als imagebildendes Element
in real existierender Verstärkung wiederum zur Metapher für Wohlergehen
rückgekoppelt. Von einem anderen Planeten aus verständig betrachtet, könnte
man sich gemütlich zurücklehnen und genießerisch beobachten, wie der Mensch
hier, irre geworden, in aller Raffinesse seinen Wahnsinn inszeniert.

Und dann soll man das mit anheischendem Insider-Einschlag buchstabieren? Das
wird mir nicht über die Zunge gehen, so etwas. Der Hintergrund ist einfach
gar zu klar durchgeknallt.

Aber nun ... tatsächlich fahren hier in der Nachbarschaft ein paar herum,
denen eine leicht erweiterte Zweckmäßigkeit des Gefährt irgendwie
entgegenkommt, Jäger etwa. Und für die sind das dann PKWs mit
Sperrdifferential und etwas großzügigerem Kofferraum.

Nun denn: Die gehen dem inszenierten Sprachduktus genauso wenig auf den
Leim.

Trotzdem, wenn man vom angelsächsisch Buchstabierenden dessen Brille der
Sichtweise aufgedrängt bekommt, sind das Suffs. Alles andere vernebelt die
Schaumschlägerei zu sehr, lauthals propagierter Slang zur Behypschung einer
selbstverliebten Nabelschau.
René Marquardt
2018-10-02 19:53:52 UTC
Permalink
Post by Ewald Pfau
Post by Ewald Pfau
Post by Thomas Schade
die Geländewagen aller Größen als 'eSJuWie'.
'Suff', bittesehr.
Alternativ Panzerkombi.
"Panzerkombi" ist für mich kein Auto, sondern was zum Anziehen.
[technisch: gleiche Einrückung ... sagte aber nicht ich]
Diese Namensgebung kannte ich nicht, von daher schien mir der Panzerkombi
unverfänglich, zur angepeilten Sinngebung.
Sind das dann auch Nachbarn von jenen Überdrüberunterdrunter-Tankhemden?
Die stramme Motivation, der seltsamen Namensgebung bei den Blechmonstern
auszuweichen, begründet sich bei mir damit, dass die Marotte des
angelsächsichen Buchstabierens in dem Fall klar eine Fall von Slang ist,
gezielt von Beibedeutungen aus der Ecke von larmoyanter Wichtigtuerei
getragen: Gleich wie groß und wie fett, es ist nie groß und fett genug für
derentwelche, die sich damit schmeicheln lassen, dass solches Lancieren von
Sprachschnipseln auf ein gar so willfährig untertäniges Gesinde trifft,
bereit, alles nachzuäffen, was irgendwie als Abklatsch vom Sozialprestige
von Sagenhaftigkeit gewertet werden könnte.
Die Industrie verdient dann an der rein semantisch angestachelten
Aufrüstung. Und wer bezahlt die Folgekosten? So kurzsichtig nimmt sich real
existierende Dummheit aus, entsprechend, wie sich die Aufrüstung von selbst
vervielfältigt. Leider schmerzt solche Dummheit zu wenig, als dass sie etwas
breitflächiger zur Kenntnis käme. Statt dessen wird die aufgedunsene
Metapher, die reale Blechgestalt angenommen hat, als imagebildendes Element
in real existierender Verstärkung wiederum zur Metapher für Wohlergehen
rückgekoppelt. Von einem anderen Planeten aus verständig betrachtet, könnte
man sich gemütlich zurücklehnen und genießerisch beobachten, wie der Mensch
hier, irre geworden, in aller Raffinesse seinen Wahnsinn inszeniert.
Und dann soll man das mit anheischendem Insider-Einschlag buchstabieren? Das
wird mir nicht über die Zunge gehen, so etwas. Der Hintergrund ist einfach
gar zu klar durchgeknallt.
Aber nun ... tatsächlich fahren hier in der Nachbarschaft ein paar herum,
denen eine leicht erweiterte Zweckmäßigkeit des Gefährt irgendwie
entgegenkommt, Jäger etwa. Und für die sind das dann PKWs mit
Sperrdifferential und etwas großzügigerem Kofferraum.
Nun denn: Die gehen dem inszenierten Sprachduktus genauso wenig auf den
Leim.
Trotzdem, wenn man vom angelsächsisch Buchstabierenden dessen Brille der
Sichtweise aufgedrängt bekommt, sind das Suffs. Alles andere vernebelt die
Schaumschlägerei zu sehr, lauthals propagierter Slang zur Behypschung einer
selbstverliebten Nabelschau.

Oliver Voß
2018-10-02 20:02:55 UTC
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Post by Ewald Pfau
Post by Ewald Pfau
Alternativ Panzerkombi.
"Panzerkombi" ist für mich kein Auto, sondern was zum Anziehen.
[technisch: gleiche Einrückung ... sagte aber nicht ich]
Diese Namensgebung kannte ich nicht, von daher schien mir der Panzerkombi
unverfänglich, zur angepeilten Sinngebung.
Sind das dann auch Nachbarn von jenen Überdrüberunterdrunter-Tankhemden?
Eine Panzerkombi ist so eine Art Overall (Beispiel:
https://www.bw-online-shop.com/bekleidung/panzerkombis-overalls.html)
Das "Tank Top" wiederum hat nichts mit Panzern zu tun (obwohl ich das
früher auch gedacht habe), sondern mit Schwimmbecken ("swimming tank":
https://de.wikipedia.org/wiki/Top_(Oberteil)
Zitat: "Der Begriff tank top, entstanden 1968 aus dem Namen für ein
hemdartiges Oberteil eines Badeanzugs (tank suit – der engl. Begriff
swimming tank bezeichnete um 1920 ein Schwimmbecken), wiederum hält auch
im deutschen Sprachgebrauch, besonders in Bekleidungskatalogen, Einzug.".

Gruß,

Oliver
Martin Udelhoven
2018-10-02 05:57:16 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Damals in .de nicht weiter drüber nachgedacht, so sehr
viele Filialen gab es nicht, daß mir das ständig vor Augen
gestanden hätte, aber zumindest vor 2000 wurde dieser
Mafiatorten servierende Schnellimbiss "Pizza Hut"
ausgesprochen wie "pittsa huht", als ob es sich um eine
italienische Kopfbedeckung handele.
Das Logo der Kette, das nun dummerweise wie ein
Hut aussieht, hat da sicher auch geholfen. Soll aber
ein Dach darstellen, genauer, ein Hüttendach.
englisch: "hut", also gesprochen wie "hatt".
Die Aussprache von "pittsa" schenke ich mir, kann
Sergio was zu sagen, ob ihm das auf die Ketten geht,
wenn er will. Aber spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl? Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
"Lewiß" ist teilweise noch üblich, "IhBeEmm" auch, "EssJuWie" aber
scheint sich durchgesetzt zu haben.
Warum auch nicht? Als ob Amerikaner ausländische Begriffe korrekt
aussprechen würden.
"Pizza Hut" würde ich heute noch deutsch aussprechen, selber schuld,
wenn die einen Hut im Logo haben.
Übrigens heißt die Filiale des Woolworth in Köln am Wiener Platz seit eh
und je "Wollwort".

Martin
U***@web.de
2018-10-02 11:24:38 UTC
Permalink
Post by Martin Udelhoven
Post by René Marquardt
Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
"Lewiß" ist teilweise noch üblich, "IhBeEmm" auch, "EssJuWie" aber
scheint sich durchgesetzt zu haben.
Warum auch nicht? Als ob Amerikaner ausländische Begriffe korrekt
Darum geht's doch gerade. Viele der Begriffe sind gar nicht
angelsächsisch.
Post by Martin Udelhoven
aussprechen würden.
Nur 'Böing' würde heutzutage eher nicht verstanden.

Gruß, ULF
Wolfgang Εnzinger
2018-10-02 21:47:40 UTC
Permalink
Post by Martin Udelhoven
Übrigens heißt die Filiale des Woolworth in Köln am Wiener Platz seit eh
und je "Wollwort".
Das kenne ich auch aus meiner Jugend, sehr viel weiter südlich verbracht.
Die sich für etwas weltgewandter Haltenden sagten dann eher sowas wie
"Wuhlwort".

Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Stefan Ram
2018-10-02 22:08:28 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Wenn ich einem Deutschen vermitteln sollte, wie der Vorname
"Walter" in einer italienischen Fernsehserie ausgesprochen
wird, würde ich sagen, daß er für mich wie "Wal-Teer"¹ klingt.

Deutsch: [valtʌ]/[vɐltʌ]
Italienisch: ['valter]/['vaːlter]

Deutsch "Wal": [vaːl]
Deutsch "Teer": [teʌ] ([teR] ([ter]))

¹ "sehr großes Meeressäugetier mit massigem Körper, zu Flossen
umgebildeten Vordergliedmaßen und waagerecht stehender
Schwanzflosse" - "durch Schwelung, Verkokung oder
Vergasung organischer Substanzen, z. B. Kohle, Holz,
entstehender zähflüssiger, brauner bis tiefschwarzer,
stechend riechender Stoff"
Sergio Gatti
2018-10-03 07:33:36 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Wenn ich einem Deutschen vermitteln sollte, wie der Vorname
"Walter" in einer italienischen Fernsehserie ausgesprochen
wird, würde ich sagen, daß er für mich wie "Wal-Teer"¹ klingt.
Deutsch: [valtʌ]/[vɐltʌ]
Italienisch: ['valter]/['vaːlter]
Deutsch "Wal": [vaːl]
Deutsch "Teer": [teʌ] ([teR] ([ter]))
Warum "Teer"? Das e in der italienischen Aussprache ist
nicht lang, wie die IPA-Umschrift bestätigt.
U***@web.de
2018-10-07 10:23:48 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Dafür kenne ich Leute, die (phonetisch) bei

"Pie(c)k und Kloppenburg"

einkaufen.

Gruß, ULF
Wolfgang Εnzinger
2018-10-07 11:02:15 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Dafür kenne ich Leute, die (phonetisch) bei
"Pie(c)k und Kloppenburg"
einkaufen.
Nachdem ich nun mit etwas Intuition ergoogelt habe, dass wohl von
https://www.peek-und-cloppenburg.de/ die Rede ist, muss ich doch gleich an
jenen Eurosport-Kommentator denken, der weiland so ziemlich jeden Namen,
der ihm nicht auf Anhieb deutsch aussah, englisch aussprach. Das hörte sich
natürlich insbesondere bei französischen Namen lustig an, aber auch der
Südtiroler Skirennfahrer Werner Heel kam nicht ungeschoren davon.
Stefan Schmitz
2018-10-07 20:51:08 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Dafür kenne ich Leute, die (phonetisch) bei
"Pie(c)k und Kloppenburg"
einkaufen.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Peek ein deutscher Name sein könnte.
U***@web.de
2018-10-08 07:36:32 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Dafür kenne ich Leute, die (phonetisch) bei
"Pie(c)k und Kloppenburg"
einkaufen.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Peek ein deutscher Name sein könnte.
Die Lautung ist auch eher niederdeutsch.

Gruß, ULF
Heinz Lohmann
2018-10-08 14:43:44 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Dafür kenne ich Leute, die (phonetisch) bei
"Pie(c)k und Kloppenburg"
einkaufen.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Peek ein deutscher Name sein könnte.
Dann aber Piek und Cloppenbürsch.

PS:
Auch ein Reetdach ist keine amerikanische Erfindung. Die Hamburger
Fleete auch nicht.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Schmitz
2018-10-08 17:49:01 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Dafür kenne ich Leute, die (phonetisch) bei
"Pie(c)k und Kloppenburg"
einkaufen.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Peek ein deutscher Name sein könnte.
Dann aber Piek und Cloppenbürsch.
Warum sollte nicht der eine Gründer aus dem deutschen Sprachraum kommen und der
andere aus dem englischen?
Heinz Lohmann
2018-10-09 01:06:07 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Εnzinger
Hingegen halte ich die Bekannte, die die Kaufhauskette Walmart, bevor sie
gleich wieder aus DE verschwand, als "Wal-Markt" bezeichnete und das
durchaus ernst meinte, eher für einen Einzelfall.
Dafür kenne ich Leute, die (phonetisch) bei
"Pie(c)k und Kloppenburg"
einkaufen.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Peek ein deutscher Name sein könnte.
Dann aber Piek und Cloppenbürsch.
Warum sollte nicht der eine Gründer aus dem deutschen Sprachraum kommen und der
andere aus dem englischen?
Du bist sicher kein Norddeutscher.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Christina Kunze
2018-10-02 06:45:14 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Mafiatorten servierende Schnellimbiss "Pizza Hut"
ausgesprochen wie "pittsa huht",
[..]
Post by René Marquardt
englisch: "hut", also gesprochen wie "hatt".
[..]
Post by René Marquardt
Aber spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl? Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
Hier in D kenne ich Hut wie Kopfbedeckung, in Ungarn von Anfang an Pizza
Hatt mit dem Verweis auf die Hütte.

Die blauen Hosen kenne ich als Lewiß (kurzes I), aber auch als Lihweiß,
und bei Ei Bi Emm scheint es so zu sein, dass diejenigen, die damit
beruflichen Kontakt haben "die Ih Beh Emm" sagen, das höre ich immer mit
Artikel.

chr
Andreas Karrer
2018-10-02 07:13:35 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Der Firma "ieh bäh ämm"?
Das ist (war?) bei der Firma in der CH intern üblich. In D
wahrscheinlich auch.

PS: Wie sprechen die Amis BMW aus? Waaahs? Bie-Emm-Dabbeljuh? Diese
Banausen!

- Andi
Bertel Lund Hansen
2018-10-02 08:24:27 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
PS: Wie sprechen die Amis BMW aus?
"Beamer".
--
/Bertel - aus Dänemark
Frank Hucklenbroich
2018-10-02 08:41:35 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
PS: Wie sprechen die Amis BMW aus? Waaahs? Bie-Emm-Dabbeljuh?
Nope. "Bimmer".

Grüße,

Frank
Andreas Fecht
2018-10-02 07:24:44 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
Ich sag immer "suff" :-D

Gruß Andreas
Gunhild Simon
2018-10-05 09:00:11 UTC
Permalink
Post by Andreas Fecht
Post by René Marquardt
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
Ich sag immer "suff" :-D
Ich auch.

Gruß
Gunhild
Bertel Lund Hansen
2018-10-02 07:45:20 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Die Aussprache von "pittsa" schenke ich mir, kann
Sergio was zu sagen, ob ihm das auf die Ketten geht,
wenn er will. Aber spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl? Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Der Firma "ieh bäh ämm"? Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"? So viele Fragen ;)
Die Aussprache von fremden Firmennamen (oder ähnliches) fällt in
drei Kategorien:

1. dieselbe Aussprache wie in der Originalsprache
2. eine Aussprache, die in der Zielsprache naheliegend ist.
3. (selten) eine Pseudo-Aussprache, die man glaubt ist wie in der
Originalsprache, wo es aber unbekannt ist.

Keine von den drei Kategorien kann als die einzige richtige
Möglichkeit hervorheben werden (obwohl es oft vorkommt).

PS. "Peugeot" kann man mit sieben verschiedenen Aussprachen in
Dänemark hören.
--
/Bertel - aus Dänemark
Jakob Achterndiek
2018-10-02 08:11:20 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
PS. "Peugeot" kann man mit sieben verschiedenen Aussprachen in
Dänemark hören.
In unserem Lehrerkollegium kursierte einst aus gegebenem Anlaß
der Satz: "Mercedes fahren nur Leute, die nicht wissen, wie man
Peugeot ausspricht."
--
j/\a
Uwe Schickedanz
2018-10-02 14:10:36 UTC
Permalink
On Tue, 2 Oct 2018 10:11:20 +0200, Jakob Achterndiek
Post by Jakob Achterndiek
Post by Bertel Lund Hansen
PS. "Peugeot" kann man mit sieben verschiedenen Aussprachen in
Dänemark hören.
In unserem Lehrerkollegium kursierte einst aus gegebenem Anlaß
der Satz: "Mercedes fahren nur Leute, die nicht wissen, wie man
Peugeot ausspricht."
Man spricht selbstverständlich "Boykott".

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Andreas Karrer
2018-10-02 16:10:05 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Bertel Lund Hansen
PS. "Peugeot" kann man mit sieben verschiedenen Aussprachen in
Dänemark hören.
In unserem Lehrerkollegium kursierte einst aus gegebenem Anlaß
der Satz: "Mercedes fahren nur Leute, die nicht wissen, wie man
Peugeot ausspricht."
Und wie haben die Mercedes ausgesprochen? Spanisch? Oder "Daimler"?



- Andi
Lars Bräsicke
2018-10-02 16:58:44 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Bertel Lund Hansen
PS. "Peugeot" kann man mit sieben verschiedenen Aussprachen in
Dänemark hören.
In unserem Lehrerkollegium kursierte einst aus gegebenem Anlaß
der Satz: "Mercedes fahren nur Leute, die nicht wissen, wie man
Peugeot ausspricht."
[mɛɐ̯ˈt͡seːdəs] ist doch wie [ˈpɔɪgeːɔt].
Jaakob Kind
2018-10-02 08:25:02 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
1. dieselbe Aussprache wie in der Originalsprache
Das finde ich eigentlich am besten. Nokia spreche ich zum Beispiel mit
kurzem "o".
Post by Bertel Lund Hansen
2. eine Aussprache, die in der Zielsprache naheliegend ist.
Kann man machen, insbesondere, wenn es die Firma selbst tut. Ich mache das
meist bei Skoda, da Schkoda ein bisschen gestelzt klingt.
Und bei Abkürzungen finde ich es auch OK. Ich verwende bei IBM sowohl die
englische als auch die deutsche Version.
Post by Bertel Lund Hansen
3. (selten) eine Pseudo-Aussprache, die man glaubt ist wie in der
Originalsprache, wo es aber unbekannt ist.
Das mag ich nicht so gern, z. B. bei Nike (Naik statt Naiki).

Viele Grüße
Jaakob
Christina Kunze
2018-10-02 08:42:10 UTC
Permalink
Post by Jaakob Kind
Post by Bertel Lund Hansen
1. dieselbe Aussprache wie in der Originalsprache
Das finde ich eigentlich am besten. Nokia spreche ich zum Beispiel mit
kurzem "o".
Das hängt ja wesentlich davon ab, mit welchen Sprachen man vertraut ist.
Nockia ist mir beispielsweise völlig fremd, während ich Schkoda nur
original und kein bisschen gestelzt finde. Selber sage ich aber Skoda,
weil es in meinem Umfeld üblich ist (wenn ich Deutsch spreche, sage ich
auch Budapeßt, hier empfinde ich das Sch als hyperkorrekt bis anbiedernd).

chr
Bertel Lund Hansen
2018-10-02 10:10:40 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
weil es in meinem Umfeld üblich ist (wenn ich Deutsch spreche, sage ich
auch Budapeßt, hier empfinde ich das Sch als hyperkorrekt bis anbiedernd).
Mit Akzent auf "pest"? So ist es auf Dänisch. Ungarisch hat immer
Akzent auf der ersten Silbe.
--
/Bertel - aus Dänemark
Christina Kunze
2018-10-02 10:30:25 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Christina Kunze
weil es in meinem Umfeld üblich ist (wenn ich Deutsch spreche, sage ich
auch Budapeßt, hier empfinde ich das Sch als hyperkorrekt bis anbiedernd).
Mit Akzent auf "pest"? So ist es auf Dänisch. Ungarisch hat immer
Akzent auf der ersten Silbe.
Nein, auf Deutsch ist es auf der ersten Silbe betont.

chr
Jaakob Kind
2018-10-02 11:09:57 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Das hängt ja wesentlich davon ab, mit welchen Sprachen man vertraut ist.
Nockia ist mir beispielsweise völlig fremd,
Ja gut, ich habe finnischen Migrationshintergrund, das hilft natürlich.
Aber es ist doch sehr deutsch gedacht, den Vokal lang zu sprechen, weil nur
ein einfacher Konsonant folgt. Man kann also zumindest den Verdacht haben,
dass der Vokal kurz sein könnte. Im Finnischen muss er sogar kurz sein, da
lange Vokale durch Verdopplung markiert werden. Übungsaufgabe: Welche Vokale
in meinem Vornamen sind lang? -:)

Viele Grüße
Jaakob
U***@web.de
2018-10-02 11:28:35 UTC
Permalink
Post by Jaakob Kind
Post by Christina Kunze
Das hängt ja wesentlich davon ab, mit welchen Sprachen man vertraut ist.
Nockia ist mir beispielsweise völlig fremd,
Ja gut, ich habe finnischen Migrationshintergrund, das hilft natürlich.
Aber es ist doch sehr deutsch gedacht, den Vokal lang zu sprechen, weil nur
ein einfacher Konsonant folgt.
*ok- scheint mir im Deutschen eher selten vorzukommen.

Hokuspokus.

Gruß, ULF
Jaakob Kind
2018-10-02 11:39:20 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
*ok- scheint mir im Deutschen eher selten vorzukommen.
Mag sein. Aber die deutsche Grundregel (unabhängig von den beteiligten
Buchstaben) ist doch: Wenn ein einfacher Konsonant folgt, ist der Vokal
lang, sonst ist er kurz.

Viele Grüße
Jaakob
U***@web.de
2018-10-02 11:49:30 UTC
Permalink
Post by Jaakob Kind
Post by U***@web.de
*ok- scheint mir im Deutschen eher selten vorzukommen.
Mag sein. Aber die deutsche Grundregel (unabhängig von den beteiligten
Buchstaben) ist doch: Wenn ein einfacher Konsonant folgt, ist der Vokal
lang, sonst ist er kurz.
So einfach ist im Deutschen die Regel nicht, sprach auch die Lehrerin.

Es reicht, wenn Du Dich an den
Wörtern 4, 6 und 12 abarbeitest.

Gruß, ULF
Jaakob Kind
2018-10-02 13:22:22 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
So einfach ist im Deutschen die Regel nicht, sprach auch die Lehrerin.
Doch, die Regel ist so einfach. Sie hat aber natürlich Ausnahmen (z. B. das,
um, Walnuss, Rösti, Ostern).
Post by U***@web.de
Es reicht, wenn Du Dich an den
Wörtern 4, 6 und 12 abarbeitest.
Das sind nicht einmal Ausnahmen:
Bei 4 folgt nur ein Konsonant, also lang. Zusätzlich wird die Länge auch
noch durch ein Dehnungs-e angezeigt.
Bei 6 und 12 folgen zwei oder sogar drei Konsonanten (ich habe mit Absicht
nicht von Doppelkonsonanten geschrieben), also kurz.

Viele Grüße
Jaakob
Heinz Lohmann
2018-10-02 15:36:27 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Jaakob Kind
Post by Christina Kunze
Das hängt ja wesentlich davon ab, mit welchen Sprachen man vertraut ist.
Nockia ist mir beispielsweise völlig fremd,
Ja gut, ich habe finnischen Migrationshintergrund, das hilft natürlich.
Aber es ist doch sehr deutsch gedacht, den Vokal lang zu sprechen, weil nur
ein einfacher Konsonant folgt.
*ok- scheint mir im Deutschen eher selten vorzukommen.
Hokuspokus.
Lokomotive?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Jaakob Kind
2018-10-02 15:47:30 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Lokomotive?
Da ist das "o" ja sogar kurz, aber geschlossen, ebenso in Lokal. In Nokia
würde ich es kurz und offen sprechen (sowie in Lok).

Viele Grüße
Jaakob
Christina Kunze
2018-10-02 16:43:03 UTC
Permalink
Post by Jaakob Kind
Post by Heinz Lohmann
Lokomotive?
Da ist das "o" ja sogar kurz, aber geschlossen, ebenso in Lokal. In
Nokia würde ich es kurz und offen sprechen (sowie in Lok).
Du sprichst das -ok in Lokomotive wie das in Lokal?
Bei mir klingt es Lockomotive, aber Lohkal.

chr
Quinn C
2018-10-02 17:52:15 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Jaakob Kind
Post by Heinz Lohmann
Lokomotive?
Da ist das "o" ja sogar kurz, aber geschlossen, ebenso in Lokal. In
Nokia würde ich es kurz und offen sprechen (sowie in Lok).
Du sprichst das -ok in Lokomotive wie das in Lokal?
Bei mir klingt es Lockomotive, aber Lohkal.
Lokal, Lokomotive, Krokodil und Schokolade haben alle unbetonte
Erstsilben, daher sind die für mich längenneutral, aber in der Praxis
kurz gesprochen. Es wundert mich, daß da jemand Unterschiede macht.
--
gugelgesang, m., mönchsgesang, pejorativ
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Diedrich Ehlerding
2018-10-03 08:02:01 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Lokal, Lokomotive, Krokodil und Schokolade haben alle unbetonte
Erstsilben, daher sind die für mich längenneutral, aber in der Praxis
kurz gesprochen. Es wundert mich, daß da jemand Unterschiede macht.
Sie sind unbetont, da simme ich dir zu, und ebenso stimme ich dem
"längenneutral" zu . Aber die drei o in "Lokomotive" scheinen mir nicht
gleich ausgesprochen zu werden - das erste ist bei mir eher offen, die
beiden anderen geschlossen. Hingegen sprece ich in "Schokolade" und
"Krokodil" beide o geschlossen.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
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Bertel Lund Hansen
2018-10-03 09:34:28 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Sie sind unbetont, da simme ich dir zu, und ebenso stimme ich dem
"längenneutral" zu . Aber die drei o in "Lokomotive" scheinen mir nicht
gleich ausgesprochen zu werden - das erste ist bei mir eher offen, die
beiden anderen geschlossen.
Mit meiner deutschen Stimme kann ich sie nur gleich aussprechen.
Auf Dänisch dagegen sagen wir (das zweite O schluckend):

[Ich gebe nach 5 minuten auf, IPA zu benutzen]

Das erste O wird wie die erste Vokallaut im englischen "coast"
ausgesprochen. Das dritte wie auf deutsch:

SAMPA: lO:kmo'tiu
--
/Bertel - aus Dänemark
Christian Weisgerber
2018-10-03 22:16:31 UTC
Permalink
On 2018-10-03, Bertel Lund Hansen <***@lundhansen.dk> wrote:

[Lokomotive]
Post by Bertel Lund Hansen
Mit meiner deutschen Stimme kann ich sie nur gleich aussprechen.
[Ich gebe nach 5 minuten auf, IPA zu benutzen]
Du könntest einfach aus dem Danske Ordbog kopieren:
[logomoˈtiwˀ] oder [lɔgomoˈtiwˀ]
Oder das als Basis für deine offenbar abweichende Aussprache
verwenden.
Post by Bertel Lund Hansen
Das erste O wird wie die erste Vokallaut im englischen "coast"
SAMPA: lO:kmo'tiu
Wie sprichst du „coast“ aus???
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Aleks Holub
2018-10-03 12:50:32 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Lokal, Lokomotive, Krokodil und Schokolade haben alle unbetonte
Erstsilben, daher sind die für mich längenneutral, aber in der Praxis
kurz gesprochen. Es wundert mich, daß da jemand Unterschiede macht.
Sie sind unbetont, da simme ich dir zu, und ebenso stimme ich dem
"längenneutral" zu . Aber die drei o in "Lokomotive" scheinen mir nicht
gleich ausgesprochen zu werden - das erste ist bei mir eher offen, die
beiden anderen geschlossen.
Ich spreche hier alle drei O gleich aus. Bei der Kurzform "Lok" spreche
ich das O offen(er) aus.
Post by Diedrich Ehlerding
Hingegen sprece ich in "Schokolade" und
"Krokodil" beide o geschlossen.
dito
Martin Gerdes
2018-10-03 14:54:09 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Lokal, Lokomotive, Krokodil und Schokolade haben alle unbetonte
Erstsilben, daher sind die für mich längenneutral, aber in der Praxis
kurz gesprochen. Es wundert mich, daß da jemand Unterschiede macht.
Sie sind unbetont, da stimme ich dir zu, und ebenso stimme ich dem
"längenneutral" zu. Aber die drei o in "Lokomotive" scheinen mir nicht
gleich ausgesprochen zu werden - das erste ist bei mir eher offen, die
beiden anderen geschlossen.
Ich spreche sie gleich.

Schlägt bei Dir der Russisch-Unterricht durch?
Hingegen spreche ich in "Schokolade" und "Krokodil" beide o geschlossen.
Ich auch. Alle kurz. Manche Leute sprechen die jeweils ersten lang:
Scho:kolade und Kro:kodil.
Diedrich Ehlerding
2018-10-03 15:41:22 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Sie sind unbetont, da stimme ich dir zu, und ebenso stimme ich dem
"längenneutral" zu. Aber die drei o in "Lokomotive" scheinen mir nicht
gleich ausgesprochen zu werden - das erste ist bei mir eher offen, die
beiden anderen geschlossen.
Ich spreche sie gleich.
Schlägt bei Dir der Russisch-Unterricht durch?
Nein, der ist zu lange her. Und nach meiner Erinnerung die haben auch
nicht ein offenes und ein geschlossenes betontes o, sondern nur ein
unbetontes - irgendwo zwischen o. a und schwa - und ein betontes "uo", Und
sie unterscheiden nicht zwischen kurzen und langen Vokalen.
Russischunterrichtveruracht wäre ungefähr die Aussprache "***@k@***@tjiw", ic
meine aber wirklich "LOkomoti:we".

Möglicherweise schlägt eher der Lateinunterricht durch, wg. "locus";
vermutlich aber eher die Kurzform "Lok", das ist ganz klar ein kurzes
offenes o wie in "Locke".
Post by Martin Gerdes
Hingegen spreche ich in "Schokolade" und "Krokodil" beide o
geschlossen.
Scho:kolade und Kro:kodil.
Bei unbetonten Vokalen ist es schwierig, die Länge zu beurteilen.
Tendenziell ist für mich als Boreali aber bei betonten Vokalen o. ö, ü und
u kurz gleichbedeutend mit offen, und lang gleicbedeutend mit geschlossen.
Nur im Falle des offenen e (ä) gibt es für mich kurze und lange Exemplare.
Insofern schwanke ich in der Tat bei der Scho[:]ko[:]lade.
--
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Stefan Ram
2018-10-03 23:38:45 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Bei unbetonten Vokalen ist es schwierig, die Länge zu beurteilen.
Ein anderes Problem, das ich bei der Verwendung der IPA sehe:

WIMRE werden manchmal lange Vokale nicht mit »ː« gekennzeichnet,
sondern gar nicht. Daher ist es dann bei Lauten ohne »ː« nicht
klar, ob sie wirklich kurz sein sollen.

Es wäre daher meiner Meinung nach überlegenswert, auch kurze
Laute zu kennzeichnen. Da es aber auch lange Konsonanten
geben kann, müßte man dann fast jeden Laut so kennzeichnen,
was natürlich auch nicht schön wäre.

In meiner persönlichen Notation betone ich Kürze mit einem
folgenden »!« (kein Klicklaut!), wenn mir dies als wichtig
erscheint, damit der Leser weiß, daß hier eine Längung mit
»ː« nicht einfach nur vergessen wurde.

Beispiele aus meinen Notizen für das Englisch:

hood hʊ!d
malware ˈmæ!ɫ̞ ˌwᴇɚ
semicolon ˈsɛmɪˌkoʊlən, ˌsɛ!mi ˈkolə!n, ˈsɛmaɪ ˌkolə!n
Tempelhof 'tɛm pəl hɔ!f

Das letzte notiert, wie ich gehört habe, wie mutmaßlich
US-amerikanische Schauspieler in einem Spielfilm als
US-englischsprachige Figuren "Tempelhof" aussprechen.

Deutsche Aussprache: 'tɛmpl̩hoːf.
Martin Gerdes
2018-10-05 07:59:56 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Sie sind unbetont, da stimme ich dir zu, und ebenso stimme ich dem
"längenneutral" zu. Aber die drei o in "Lokomotive" scheinen mir nicht
gleich ausgesprochen zu werden - das erste ist bei mir eher offen, die
beiden anderen geschlossen.
Ich spreche sie gleich.
Schlägt bei Dir der Russisch-Unterricht durch?
Nein, der ist zu lange her.
Möglicherweise schlägt eher der Lateinunterricht durch, wg. "locus";
Den haben wir immer als "Lo:kus" gesprochen. Aechte Lateiner sprechen
das o möglicherweise kurz (und entsprechend offen).
Post by Diedrich Ehlerding
vermutlich aber eher die Kurzform "Lok", das ist ganz klar ein kurzes
offenes o wie in "Locke".
Ich spreche die auch kurz, aber mit Sicherheit geschlossener als Du
(wenn das o von "Moos" auch noch geschlossener ist).

Schade, Forvo hat "Lok" nicht.
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Hingegen spreche ich in "Schokolade" und "Krokodil" beide o
geschlossen.
Scho:kolade und Kro:kodil.
Bei unbetonten Vokalen ist es schwierig, die Länge zu beurteilen.
Ja. Die Leute, die "Kro:kodil" sprechen, betonen ersten beiden, an sich
unbetonten Silben weniger, als die letzte, aber ganz unbetont sind die
nicht.
Post by Diedrich Ehlerding
Tendenziell ist für mich als Boreali aber bei betonten Vokalen o. ö, ü und
u kurz gleichbedeutend mit offen, und lang gleicbedeutend mit geschlossen.
"Offen" und "geschlossen" scheint eine digitale Kategorie zu sein, in
Wirklichkeit gibts da aber mehr als zwei Zustände (was die Beurteilung
dann erschwert).
Diedrich Ehlerding
2018-10-07 18:07:58 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Diedrich Ehlerding
Möglicherweise schlägt eher der Lateinunterricht durch, wg. "locus";
Den haben wir immer als "Lo:kus" gesprochen.
Wenn jemand auf den Lokus will, ja, dann spricht er den lang. Im
Lateinunterricht aber niht.
--
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Christina Kunze
2018-10-07 18:46:42 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Post by Diedrich Ehlerding
Möglicherweise schlägt eher der Lateinunterricht durch, wg. "locus";
Den haben wir immer als "Lo:kus" gesprochen.
Wenn jemand auf den Lokus will, ja, dann spricht er den lang. Im
Lateinunterricht aber niht.
Wenn denn im Lateinunterricht auf die Längen und Kürzen geachtet wird.
Bei einem meiner Kinder wird es nicht.

chr
U***@web.de
2018-10-07 13:33:33 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Schlägt bei Dir der Russisch-Unterricht durch?
Nein, der ist zu lange her. Und nach meiner Erinnerung die haben auch
nicht ein offenes und ein geschlossenes betontes o, sondern nur ein
unbetontes - irgendwo zwischen o. a und schwa - und ein betontes "uo",
Neinnein, 'gorodok' enthält keinerlei 'uo'.

Da hast Du slowakisches ô in Deine Darstellung eingearbeitet.
Helmut Richter
2018-10-07 14:11:03 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Schlägt bei Dir der Russisch-Unterricht durch?
Nein, der ist zu lange her. Und nach meiner Erinnerung die haben auch
nicht ein offenes und ein geschlossenes betontes o, sondern nur ein
unbetontes - irgendwo zwischen o. a und schwa - und ein betontes "uo",
Neinnein, 'gorodok' enthält keinerlei 'uo'.
Aber 'gorod' hat durchaus einen leisen Anklang von ['gu̯ɔrɒd]. Habe ich nie
so gelernt, ist mir aber öfters aufgefallen, wenn ich Texte von russischen
Sprechern vorgelesen gehört habe. Etwa so:

betontes o in der Schlusssilbe: [ɔ:] oder [ɔ]
betontes o vor der Schlusssilbe: [u̯ɔ]
unbetontes o vor der Tonsilbe: [a]
unbetontes o nach der Tonsilbe: [ɒ] oder [ɐ]

Und alle unbetonten Vokale werden auch in ordentlicher Aussprache ziemlich
genuschelt – also Richtung Schwa verschoben.

--
Helmut Richter
U***@web.de
2018-10-07 17:23:18 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Schlägt bei Dir der Russisch-Unterricht durch?
Nein, der ist zu lange her. Und nach meiner Erinnerung die haben auch
nicht ein offenes und ein geschlossenes betontes o, sondern nur ein
unbetontes - irgendwo zwischen o. a und schwa - und ein betontes "uo",
Neinnein, 'gorodok' enthält keinerlei 'uo'.
Aber 'gorod' hat durchaus einen leisen Anklang von ['gu̯ɔrɒd]. Habe ich nie
so gelernt, ist mir aber öfters aufgefallen, wenn ich Texte von russischen
Sprechern vorgelesen gehört habe.
Hmm, liegt derlei etwa am 'g-', vgl. 'guarantee'/warranty?

Selbst im Ostfranzösischen und im Altfranzösischen gab es da Variationen,
die mich staunen machen. https://www.dwds.de/wb/Garantie

Gruß, ULF
Christian Weisgerber
2018-10-07 21:59:14 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Helmut Richter
Aber 'gorod' hat durchaus einen leisen Anklang von ['gu̯ɔrɒd]. Habe ich nie
so gelernt, ist mir aber öfters aufgefallen, wenn ich Texte von russischen
Sprechern vorgelesen gehört habe.
Hmm, liegt derlei etwa am 'g-', vgl. 'guarantee'/warranty?
Da ging die Entwicklung aber in die andere Richtung: Nachdem
lateinisches [w] schon zu [β]~[v] verschoben war, wurde germanisches
[w] dann als [gu̯] übernommen. Das [g] hat keine Brechung des
folgenden Vokals ausgelöst, sondern war Stütze für den sonst
phonotaktisch unmöglichen Anlaut.

Im Tschechischen hat sich historisches [oː] über [uo] zu [uː]
entwickelt, heute ů geschrieben. Im Slowakischen ist diese Entwicklung
bei [uo] stehengeblieben, ô geschrieben. Polnisch [oː] > [u],
geschrieben ó, könnte auch über einen solchen Diphthong gelaufen
sein.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
U***@web.de
2018-10-08 07:41:23 UTC
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by U***@web.de
Post by Helmut Richter
Aber 'gorod' hat durchaus einen leisen Anklang von ['gu̯ɔrɒd]. Habe ich nie
so gelernt, ist mir aber öfters aufgefallen, wenn ich Texte von russischen
Sprechern vorgelesen gehört habe.
Hmm, liegt derlei etwa am 'g-', vgl. 'guarantee'/warranty?
Da ging die Entwicklung aber in die andere Richtung: Nachdem
lateinisches [w] schon zu [β]~[v] verschoben war, wurde germanisches
[w] dann als [gu̯] übernommen. Das [g] hat keine Brechung des
folgenden Vokals ausgelöst, sondern war Stütze für den sonst
phonotaktisch unmöglichen Anlaut.
Im Tschechischen hat sich historisches [oː] über [uo] zu [uː]
entwickelt, heute ů geschrieben. Im Slowakischen ist diese Entwicklung
bei [uo] stehengeblieben, ô geschrieben. Polnisch [oː] > [u],
geschrieben ó, könnte auch über einen solchen Diphthong gelaufen
sein.
Ist ja nicht so, daß wir derlei nicht auch hierzulande gehabt hätten:

Der Guote Gêrhart.

https://books.google.de/books?id=d4ldDwAAQBAJ&pg=PA1&lpg=PA1&dq=%22guote%22&source=bl&ots=_pzDh_j8xA&sig=nV3taMPvMw-k8uVxVFwkzfhuQuo&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjev9-4q_bdAhVMzaQKHdEWCNAQ6AEwDHoECAEQAQ#v=onepage&q=%22guote%22&f=false

Gruß, ULF
U***@web.de
2018-10-08 07:35:42 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Schlägt bei Dir der Russisch-Unterricht durch?
Nein, der ist zu lange her. Und nach meiner Erinnerung die haben auch
nicht ein offenes und ein geschlossenes betontes o, sondern nur ein
unbetontes - irgendwo zwischen o. a und schwa - und ein betontes "uo",
Neinnein, 'gorodok' enthält keinerlei 'uo'.
Aber 'gorod' hat durchaus einen leisen Anklang von ['gu̯ɔrɒd]. Habe ich nie
so gelernt, ist mir aber öfters aufgefallen, wenn ich Texte von russischen
Sprechern vorgelesen gehört habe.
Hmm, liegt derlei etwa am 'g-', vgl. 'guarantee'/warranty?

Selbst im Ostfranzösischen und im Altfranzösischen gab es da Variationen,
die mich staunen machen. https://www.dwds.de/wb/Garantie

Gruß, ULF
Quinn C
2018-10-08 15:53:44 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Schlägt bei Dir der Russisch-Unterricht durch?
Nein, der ist zu lange her. Und nach meiner Erinnerung die haben auch
nicht ein offenes und ein geschlossenes betontes o, sondern nur ein
unbetontes - irgendwo zwischen o. a und schwa - und ein betontes "uo",
Neinnein, 'gorodok' enthält keinerlei 'uo'.
Aber 'gorod' hat durchaus einen leisen Anklang von ['gu̯ɔrɒd]. Habe ich nie
so gelernt, ist mir aber öfters aufgefallen, wenn ich Texte von russischen
betontes o in der Schlusssilbe: [ɔ:] oder [ɔ]
betontes o vor der Schlusssilbe: [u̯ɔ]
Möglich, ich würde das aber nicht unbedingt als Standard postulieren.
Für meine Ohren macht es eine (signifikante) Minderheit der Sprecher
hier:
город <https://forvo.com/word/%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B4/#ru>,

aber auch eine der vier hier, bei Endbetonung:
мороз <https://forvo.com/word/%D0%BC%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B7/#ru>
Post by Helmut Richter
unbetontes o vor der Tonsilbe: [a]
unbetontes o nach der Tonsilbe: [ɒ] oder [ɐ]
Und alle unbetonten Vokale werden auch in ordentlicher Aussprache ziemlich
genuschelt – also Richtung Schwa verschoben.
Ja, mit Ausnahmen; in diesem Sinne ist Russisch eine stark-betonte
Sprache.
--
das beten vermöge niemant dann die grawen gugler EBERLIN V. GÜNZBURG
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Jakob Achterndiek
2018-10-08 17:00:03 UTC
Permalink
... nicht ... als Standard postulieren.
Ich weiß: Solche Floskeln unterlaufen einem schon mal. Also
darum jetzt kein großes Gedöns. Aber:
Den aufmerksamen Beobachter amüsiert diese Emulsion von
fremdwörtlichem Bildungsanspruch und schludriger Denke.
Denn wer "standard" und "postulat" nicht nur als Zeichen,
sondern als Bedeutungen nimmt, dem wird diese Mischung
alsbald gerinnen.
;)
--
j/\a
Quinn C
2018-10-03 16:21:39 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Lokal, Lokomotive, Krokodil und Schokolade haben alle unbetonte
Erstsilben, daher sind die für mich längenneutral, aber in der Praxis
kurz gesprochen. Es wundert mich, daß da jemand Unterschiede macht.
Sie sind unbetont, da simme ich dir zu, und ebenso stimme ich dem
"längenneutral" zu . Aber die drei o in "Lokomotive" scheinen mir nicht
gleich ausgesprochen zu werden - das erste ist bei mir eher offen, die
beiden anderen geschlossen. Hingegen sprece ich in "Schokolade" und
"Krokodil" beide o geschlossen.
Ich denke mal, bei "Lokomotive" kann die erste Silbe eine Nebenbetonung
haben. Ist aber optional, ich mache das gewöhnlich nicht.
--
Everyone gets one personality tic that's then expanded into an
entire character, in the same way that a balloon with a smiley
face will look like a person if at some point you just stop
caring. -- David Berry, NatPost (on the cast of Criminal Minds)
Heinz Lohmann
2018-10-03 14:34:59 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Christina Kunze
Post by Jaakob Kind
Post by Heinz Lohmann
Lokomotive?
Da ist das "o" ja sogar kurz, aber geschlossen, ebenso in Lokal. In
Nokia würde ich es kurz und offen sprechen (sowie in Lok).
Du sprichst das -ok in Lokomotive wie das in Lokal?
Bei mir klingt es Lockomotive, aber Lohkal.
Lokal, Lokomotive, Krokodil und Schokolade haben alle unbetonte
Erstsilben, daher sind die für mich längenneutral, aber in der Praxis
kurz gesprochen. Es wundert mich, daß da jemand Unterschiede macht.
IPA: [loˈkaːl]
IPA: [lokomoˈtiːvə]
IPA: [lɔk]
IPA: [kʀokoˈdiːl]
IPA: [ʃokoˈlaːdə]

Alles Google-Copy-Paste.

@Bertel: Bei DIY hilft diese Seite:
http://ipa.typeit.org/full/
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Thomas Schade
2018-10-03 15:38:01 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
IPA: [loˈkaːl]
IPA: [lokomoˈtiːvə]
IPA: [lɔk]
Genau so kenne ich das auch.


Ciao
Toscha
--
Wer Teppichböden richtig verlegt, der findet sie auch wieder.
Jaakob Kind
2018-10-04 10:18:49 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Du sprichst das -ok in Lokomotive wie das in Lokal?
Ja.
Post by Christina Kunze
Bei mir klingt es Lockomotive, aber Lohkal.
Ich sage Lock mit offenem o, aber Lokomotive mit geschlossenem o.

Viele Grüße
Jaakob
Diedrich Ehlerding
2018-10-02 16:00:01 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by U***@web.de
*ok- scheint mir im Deutschen eher selten vorzukommen.
Hokuspokus.
Lokomotive?
Das erste o , bzw. das in "Lok" (oder auch "Wok") spreche ich allerdings
kurz. Anders aber in "Schokolade" und anderen "Schoko"-Bezeichnungen;
desggleichen "Krokodil" ubnd "Kroko-Leder" (nicht "Krocko-Leder").
--
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HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Manfred Hoß
2018-10-02 16:55:10 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Jaakob Kind
Post by Christina Kunze
Das hängt ja wesentlich davon ab, mit welchen Sprachen man vertraut ist.
Nockia ist mir beispielsweise völlig fremd,
Ja gut, ich habe finnischen Migrationshintergrund, das hilft natürlich.
Aber es ist doch sehr deutsch gedacht, den Vokal lang zu sprechen, weil nur
ein einfacher Konsonant folgt.
*ok- scheint mir im Deutschen eher selten vorzukommen.
Hokuspokus.
Kokolores, Krokant, Mokka, Rokoko.

Gruß
Manfred.
Thomas Schade
2018-10-02 17:40:09 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by U***@web.de
*ok- scheint mir im Deutschen eher selten vorzukommen.
Lok, als Kurzform zu Lokomotive. Wobei ich das o in 'Lok' kurz spreche,
die beiden o in Lokomotive hingegen lang.
Post by Manfred Hoß
Post by U***@web.de
Hokuspokus.
Kokolores, Krokant, Mokka, Rokoko.
Beim Kokolores kenne ich das erste o sowohl kurz wie auch lang
gesprochen. Und den Mokka müssen wir ob des Doppelkonsonanten leider
streichen. Der Rokoko kommt in meinem Umfeld eher selten vor, aber es
überwiegt die Aussprache des ersten o als kurzer Vokal, ähnlich wie in Rock.


Ciao
Toscha
--
They sentenced me to twenty years of boredom
For trying to change the system from within
[Leonard Cohen]
Jakob Achterndiek
2018-10-02 18:33:08 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Lok, als Kurzform zu Lokomotive. Wobei ich das o in 'Lok' kurz spreche,
die beiden o in Lokomotive hingegen lang.
Ein Parergon zu einer gewiß ungeschrieben bleibenden Sozialgeschichte
der deutschen Umgangssprache:

In den "gebildeten Kreisen" hatte "man" wenigstens ein bißchen Latein
gelernt und wußte also, daß lat "locus" mit offenen (kurzem) 'o' auf
Deutsch "Ort" bedeutete. Also war die "Lokomotive" eine "orts-bewegende"
Maschine, deren erstes 'o' unbedingt ebenfalls offen (kurz) zu sprechen
war.
Man wußte auch, daß das Wort "locus" auch bei den "weniger Gebildeten"
angekommen war, aber in der schriftlichen Form "Lokus" und gesprochen
mit geschlossenem (langem) 'o'. Aber so etwas sagte "man" nicht!
(Später sagten das auch die "weniger Gebildete" nicht, sondern gingen
"auf Tolledde.")

Einen Musiklehrer hatten wir, der war zugleich Organist in Brackwede
und hieß Emil Örtgen. Ob der arme Mensch wohl schon selbst als Schüler
oder erst von uns Schülern "Aemilius Loculus" (mit kurzem 'o') genannt
wurde? Der war aber technisch auf der Höhe der Zeit: Er benutzte für
besondere Stunden ein Grammophon ähnlich diesen:
<https://www.bing.com/th?id=OIP.LhBVQNXHZjzVVxd3pwjBugHaLH&w=131&h=197&c=7&o=5&dpr=15&pid=1.7>,
dessen Lautstärke mit einem in den Resonanzkasten gesteckten Lappen
reguliert wurde.
--
j/\a
René Marquardt
2018-10-02 18:50:31 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
wurde? Der war aber technisch auf der Höhe der Zeit: Er benutzte für
<https://www.bing.com/th?id=OIP.LhBVQNXHZjzVVxd3pwjBugHaLH&w=131&h=197&c=7&o=5&dpr=15&pid=1.7>,
Was ist das, ein Grammophon fuer Ameisen?

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Thomas Schade
2018-10-02 19:11:48 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
wurde? Der war aber technisch auf der Höhe der Zeit: Er benutzte für
diesem?

Ciao
Toscha
--
The gods made heavy metal and they saw that it was good.
[Manowar]
Jakob Achterndiek
2018-10-02 21:44:29 UTC
Permalink
                                 diesem?
Ja.
Und den Verweis auf die Abbildung hat dankenswerterweise
René Marquardt schon richtiggestellt:
<http://www.grammophon-bastler.de/wp-content/uploads/2014/08/Bilder-Homepage-003.jpg>
--
j/\a
Quinn C
2018-10-02 21:44:42 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Einen Musiklehrer hatten wir, der war zugleich Organist in Brackwede
und hieß Emil Örtgen. Ob der arme Mensch wohl schon selbst als Schüler
oder erst von uns Schülern "Aemilius Loculus" (mit kurzem 'o') genannt
wurde? Der war aber technisch auf der Höhe der Zeit: Er benutzte für
<https://www.bing.com/th?id=OIP.LhBVQNXHZjzVVxd3pwjBugHaLH&w=131&h=197&c=7&o=5&dpr=15&pid=1.7>,
dessen Lautstärke mit einem in den Resonanzkasten gesteckten Lappen
reguliert wurde.
Duplizität der Fälle: Diesen Sonntag, anläßlich der Tage der Kultur,
waren wir endlich im örtlichen Emile-Berliner-Museum, und es gab eine
Grammophon-Vorführung - mangels Andrangs eine Privatvorführung für uns
zwei. Dabei fiel mir auf, daß eine Lautstärkeregelung fehlte.
--
GUGELIEREN, vb., schwelgen: dann das ander jar war ein solch
gugelieren bei dem guten most J. HEROLT
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Ralf Joerres
2018-10-03 12:20:38 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Man wußte auch, daß das Wort "locus" auch bei den "weniger Gebildeten"
angekommen war, aber in der schriftlichen Form "Lokus" und gesprochen
mit geschlossenem (langem) 'o'. Aber so etwas sagte "man" nicht!
(Später sagten das auch die "weniger Gebildete" nicht, sondern gingen
"auf Tolledde.")
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
Ich hatte das immer für einen Ausländerimport gehalten. Auch in unseren
Schulen scheinen viele Türkenjungs dazu angehalten worden zu sein, den Satz
mit Artikel zu gebrauchen, denn wenn man sie auf ihren artikellosen Satz
hin fragte: 'Wie heißt es richtig?', dann leierten sie mit ostentativem
Überdruss ein 'Kann ich auf die Toilette gehen?' herunter. Allerdings: Ihre
erste Frage war dann immer gewesen 'Kann ich Toilette?' - Man wird Ihnen
auch nicht gerade selten gesagt haben, dass es nicht heißt 'Wir fahren
Urlaub in Türkei', wobei 'in Türkei' sich in sehr viele türkische Hirne
unauslöschlich eingebrannt hat, da kann man noch so oft korrigieren, das
ist nicht RAM, sondern ROM, ohne Flashmöglichkeit.

Ralf Joerres
Thomas Schade
2018-10-03 12:31:32 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Post by Jakob Achterndiek
Man wußte auch, daß das Wort "locus" auch bei den "weniger Gebildeten"
angekommen war, aber in der schriftlichen Form "Lokus" und gesprochen
mit geschlossenem (langem) 'o'. Aber so etwas sagte "man" nicht!
(Später sagten das auch die "weniger Gebildete" nicht, sondern gingen
"auf Tolledde.")
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
Sicher nicht überall. Ich kenne der Version 'Ich muss mal auf Klo.'
weitgehend nur aus dem Saarländischen, da scheint es aber sehr
verbreitet zu sein. Ansonsten halte ich 'Ich muss mal aufs Klo.' doch
für die gängige Variante.


Ciao
Toscha
--
Spontanität will gut überlegt sein.
Diedrich Ehlerding
2018-10-03 15:45:43 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Ansonsten halte ich 'Ich muss mal aufs Klo.' doch
für die gängige Variante.
Für noch gäbngigr halte ich "ich muss mal".
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Stefan Ram
2018-10-04 00:07:40 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Thomas Schade
Ansonsten halte ich 'Ich muss mal aufs Klo.' doch
für die gängige Variante.
Für noch gäbngigr halte ich "ich muss mal".
Allgemein drücken solche Verkürzungen Familiarität aus,
bin hin zu einem (vorstellbaren) infantilen "muß mal".

Auch im Englischen: »I was just kidding!" kann familiär
zu »Just kidding!« werden.

Kürze (Wortkarkheit) kann aber auch das /Gegenteil/ von Nähe
ausdrücken (auf einer Webseite: "Sometimes a terse response
is thought of as unfriendly and dismissive."), es kommt auf
den Zusammenhang an.

Ein anderer Fall von Verkürzungen ist der militärische Stil
oder Telegrammstil:

- Habe UFO auf Positivspur.
- Verstanden. Abfangjäger Alarmstart!

(Oder im Englischen:
SID: Confirming UFO 429 117 blue.
NINA: 429 117 blue.)

Für:

- Ich habe ein UFO auf Positivspur.
- Ich habe Ihre Nachricht verstanden!
Ich richte mich jetzt an die Abfangjäger:
Bitte machen Sie einen Alarmstart!
Martin Gerdes
2018-10-05 07:59:56 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
Sicher nicht überall. Ich kenne der Version 'Ich muss mal auf Klo.'
weitgehend nur aus dem Saarländischen, da scheint es aber sehr
verbreitet zu sein. Ansonsten halte ich 'Ich muss mal aufs Klo.' doch
für die gängige Variante.
Und "auf Arbeit" gehst Du doch sicherlich auch, oder?
Thomas Schade
2018-10-07 17:05:20 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Schade
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
Sicher nicht überall. Ich kenne der Version 'Ich muss mal auf Klo.'
weitgehend nur aus dem Saarländischen, da scheint es aber sehr
verbreitet zu sein. Ansonsten halte ich 'Ich muss mal aufs Klo.' doch
für die gängige Variante.
Und "auf Arbeit" gehst Du doch sicherlich auch, oder?
Nein, das kommt mir vor wie 'auf Klo'. Auf die Arbeit, zur Arbeit,
beides ja. Auf ohne Pronomen empfinde ich in diesem Kontext als
fehlerhaft, bzw. als sehr regiolektisch.


Ciao
Toscha
--
Nazis fühlen sich fremd im eigenen Land? Gut so, ich hoffe, es wird
nie wieder ein Deutschland geben, in dem sich Nazis zu Hause fühlen.
U***@web.de
2018-10-07 17:26:53 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Schade
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
Sicher nicht überall. Ich kenne der Version 'Ich muss mal auf Klo.'
weitgehend nur aus dem Saarländischen, da scheint es aber sehr
verbreitet zu sein. Ansonsten halte ich 'Ich muss mal aufs Klo.' doch
für die gängige Variante.
Und "auf Arbeit" gehst Du doch sicherlich auch, oder?
Nein, das kommt mir vor wie 'auf Klo'. Auf die Arbeit, zur Arbeit,
beides ja. Auf ohne Pronomen empfinde ich in diesem Kontext als
fehlerhaft, bzw. als sehr regiolektisch.
Ich würde da auf Ruhrpott und eher auf Arbeiter denn auf
Angestellte tippen.

Gruß, ULF
Helmut Richter
2018-10-07 18:11:25 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Schade
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
Sicher nicht überall. Ich kenne der Version 'Ich muss mal auf Klo.'
weitgehend nur aus dem Saarländischen, da scheint es aber sehr
verbreitet zu sein. Ansonsten halte ich 'Ich muss mal aufs Klo.' doch
für die gängige Variante.
Und "auf Arbeit" gehst Du doch sicherlich auch, oder?
Nein, das kommt mir vor wie 'auf Klo'. Auf die Arbeit, zur Arbeit,
beides ja. Auf ohne Pronomen empfinde ich in diesem Kontext als
fehlerhaft, bzw. als sehr regiolektisch.
Ich würde da auf Ruhrpott und eher auf Arbeiter denn auf
Angestellte tippen.
An- und Abwesenheit bei der Arbeit mit "in Urlaub", "auf Station" (im
Krankenhaus über Mitarbeiter, nicht über Patienten), "auf Arbeit", "zu
Tisch", "auf Montage" zu bezeichnen, kommt mir normal vor, "in Pause" und
"auf Klo" dagegen weniger. So aus dem Bauch heraus.
--
Helmut Richter
Quinn C
2018-10-08 15:39:34 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by U***@web.de
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Schade
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
Sicher nicht überall. Ich kenne der Version 'Ich muss mal auf Klo.'
weitgehend nur aus dem Saarländischen, da scheint es aber sehr
verbreitet zu sein. Ansonsten halte ich 'Ich muss mal aufs Klo.' doch
für die gängige Variante.
Und "auf Arbeit" gehst Du doch sicherlich auch, oder?
Nein, das kommt mir vor wie 'auf Klo'. Auf die Arbeit, zur Arbeit,
beides ja. Auf ohne Pronomen empfinde ich in diesem Kontext als
fehlerhaft, bzw. als sehr regiolektisch.
Ich würde da auf Ruhrpott und eher auf Arbeiter denn auf
Angestellte tippen.
An- und Abwesenheit bei der Arbeit mit "in Urlaub", "auf Station" (im
Krankenhaus über Mitarbeiter, nicht über Patienten), "auf Arbeit", "zu
Tisch", "auf Montage" zu bezeichnen, kommt mir normal vor, "in Pause" und
"auf Klo" dagegen weniger. So aus dem Bauch heraus.
Bei mir gehört "auf Arbeit" in die zweite Gruppe, sonst einverstanden.
"Zu Tisch" ist dabei ein wenig altmodisch, der Rest der ersten Gruppe
Jargon. Natürliche Umgangssprache hat fast immer Artikel: "im Urlaub",
"im Einsatz", "bei einem Kunden", "beim Essen" etc.
--
von Muret ein gugeln guot
mit lûtrem vêhen bunde
V. D. HAGEN
Christina Kunze
2018-10-03 19:32:57 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Post by Jakob Achterndiek
Man wußte auch, daß das Wort "locus" auch bei den "weniger Gebildeten"
angekommen war, aber in der schriftlichen Form "Lokus" und gesprochen
mit geschlossenem (langem) 'o'. Aber so etwas sagte "man" nicht!
(Später sagten das auch die "weniger Gebildete" nicht, sondern gingen
"auf Tolledde.")
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
War bei uns auch schon so. Ich geh mal auf Toilette. Ich muss mal auf Klo.

chr
Martin Gerdes
2018-10-05 07:59:56 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Ralf Joerres
Post by Jakob Achterndiek
Man wußte auch, daß das Wort "locus" auch bei den "weniger Gebildeten"
angekommen war, aber in der schriftlichen Form "Lokus" und gesprochen
mit geschlossenem (langem) 'o'. Aber so etwas sagte "man" nicht!
(Später sagten das auch die "weniger Gebildete" nicht, sondern gingen
"auf Tolledde.")
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
War bei uns auch schon so. Ich geh mal auf Toilette. Ich muss mal auf Klo.
Das ist norddeutsch. Hierzustadt sagt man das so, von zuhause kenne ich
es nur mit Artikel ("aufs Klo", "ins Gschäft").
Stefan Ram
2018-10-03 23:23:08 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
Im umgangssprachlichen Deutsch kann man beides sagen:
»auf Toilette« oder »auf die Toilette«. Das erste ist
vielleicht etwas informeller.
Stefan Ram
2018-10-04 03:28:18 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
»auf Toilette« oder »auf die Toilette«. Das erste ist
vielleicht etwas informeller.
Wenn Schüler sprechen könnten,
würde ein Dialog vielleicht so aussehen:

Schüler: Darf ich auf Toilette gehen?

Lehrer: Das heißt: "Darf ich auf /die/ Toilette gehen?"!

Schüler: Sie haben uns beigebracht, daß man den bestimmten
Artikel verwendet, wenn von einer /bestimmten/ Sache die Rede
ist. Ich will aber nicht auf eine bestimmte der vier Toiletten
dieser Schule gehen, sondern nur auf irgendeine beliebige von
den vieren. Warum sollte ich dann den bestimmten Artikel
verwenden?

Lehrer: Dann sag eben: "Darf ich auf eine Toilette gehen?".
Jakob Achterndiek
2018-10-04 08:59:32 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
»auf Toilette« oder »auf die Toilette«. Das erste ist
vielleicht etwas informeller.
Wenn Schüler sprechen könnten, [..]
Wenn Schüler denken könnten ...
dann würden sie vielleicht überlegen:
Warum hatten eigentlich die Scheißhäusel früher keine Fenster,
sondern nur ein ausgeschnittenes Herz in der Tür? -
Weil an dem, was sich da drinnen abspielte, möglichst niemand
Anteil nehmen sollte.

Und was lernt uns das heute ohne Herz in der Tür?
Halt keine langen Reden! Der Lehrer versteht dich sogar, wenn
du nur kurz die Hand hebst und still den Raum verläßt.
--
j/\a
U***@web.de
2018-10-07 13:33:12 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Stefan Ram
Post by Ralf Joerres
Beobachtung am Rande: Also doch ohne Artikel in umgangssprachlichem Deutsch.
»auf Toilette« oder »auf die Toilette«. Das erste ist
vielleicht etwas informeller.
Wenn Schüler sprechen könnten, [..]
Wenn Schüler denken könnten ...
Warum hatten eigentlich die Scheißhäusel früher keine Fenster,
sondern nur ein ausgeschnittenes Herz in der Tür? -
Weil an dem, was sich da drinnen abspielte, möglichst niemand
Anteil nehmen sollte.
Warum die gespielte Vornehmheit, wenn Du sie um so entschlossener
zu zerstören bereit bist?
Post by Jakob Achterndiek
Und was lernt uns das heute ohne Herz in der Tür?
Halt keine langen Reden! Der Lehrer versteht dich sogar, wenn
du nur kurz die Hand hebst und still den Raum verläßt.
In unsrer Lateinstunde bedurfte derlei dann einer
ausdrücklichen Genehmigung, wenn noch jemand
aus der Klasse noch nicht von da zurückgekehrt war.
U***@web.de
2018-10-07 10:28:28 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Auch in unseren
Schulen scheinen viele Türkenjungs dazu angehalten worden zu sein, den Satz
mit Artikel zu gebrauchen, denn wenn man sie auf ihren artikellosen Satz
hin fragte: 'Wie heißt es richtig?', dann leierten sie mit ostentativem
Überdruss ein 'Kann ich auf die Toilette gehen?' herunter. Allerdings: Ihre
erste Frage war dann immer gewesen 'Kann ich Toilette?' - Man wird Ihnen
auch nicht gerade selten gesagt haben, dass es nicht heißt 'Wir fahren
Urlaub in Türkei',
Das mit dem in dem Falle englischen Artikelgebrauch
hatte ich mal in Rußland.

- "I must buy ticket to Germany."
- "Ihr könnt auch mal Artikel benutzen, klingt gleich viel besser.

- "I must buy the ticket to the Germany."
- "Ja, den Artikel benutzt man nicht zwingend vor jedem Hauptwort."

- "I must buy ticket to the Germany."

Gruß, ULF
Diedrich Ehlerding
2018-10-02 10:23:15 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Der Firma "ieh bäh ämm"?
Die heißt häufiger "i be emm" als "ei bi emm"; verstanden wird letzteres
aber auch.
Post by René Marquardt
Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"?
Es gibt Leute, die diese Hausfrauenpanzer " ess ju wie" nennen. Andere,
wie ich, sprechen die Abkürzung wie "Suff" aus.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Frank Hucklenbroich
2018-10-02 12:18:08 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Damals in .de nicht weiter drüber nachgedacht, so sehr
viele Filialen gab es nicht, daß mir das ständig vor Augen
gestanden hätte, aber zumindest vor 2000 wurde dieser
Mafiatorten servierende Schnellimbiss "Pizza Hut"
ausgesprochen wie "pittsa huht", als ob es sich um eine
italienische Kopfbedeckung handele.
Aus der Anfangszeit, so Anfang der 90er, was das in der Tat so, das Logo
sieht ja nun tatsächlich etwas wie ein Hut aus, und daß das eine US-Kette
ist, war sicherlich nicht jedem bewusst, der nicht schon mal in den USA
gewesen war.

Heute höre ich aber nur noch "Pizza Hatt", was an deren Werbung liegen
dürfte. Irgendwann hat es auch der letzte mitbekommen.
Post by René Marquardt
Aber spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl?
Habe ich schon lange nicht mehr so gehört.
Post by René Marquardt
Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Sagt man wohl immer noch so.
Post by René Marquardt
Der Firma "ieh bäh ämm"?
Die sind in den 80ern soweit ich mich erinnere auch in Deutschland als "Ieh
bee emm" angetreten. Vermutlich wusste längst nicht jeder, daß das eine
US-Firma ist (ich dachte in den 80ern auch, Atari kämen aus Japan, so rein
vom Namen her). Anders als bei Apple oder Microsoft, die hat man immer den
USA zugerechnet, schon wegen Bill Gates und Steve Jobs. Bei IBM war das
weit weniger deutlich. Wobei die ja auch nicht für den Consumermarkt gebaut
haben, der erste IBM, den man Vater damals in der Firma hatte, kostete noch
25.000 DM.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2018-10-02 12:27:09 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Vermutlich wusste längst nicht jeder, daß das eine
US-Firma ist (ich dachte in den 80ern auch, Atari kämen aus Japan, so rein
vom Namen her).
War auch nicht ganz zufällig. https://de.wikipedia.org/wiki/Atari#Die_frühen_Jahre

Gruß, ULF
Andreas Karrer
2018-10-02 12:53:20 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
vom Namen her). Anders als bei Apple oder Microsoft, die hat man immer den
USA zugerechnet, schon wegen Bill Gates und Steve Jobs. Bei IBM war das
Der Personenkult um Gates und Jobs hat wimre erst etliche Jahre nach
dem Apple ][ und/oder dem IBM-PC begonnen. Jedenfalls war mir zu
Apple-][-Zeiten Steve Wozniak ein Begriff, Jobs eher nicht.
Bemerkenswert waren Jobs und Gates erst, als sie unanständig reich
waren.

Der Kult war nicht Geld, sondern Technik, und Micro statt Mainframe.
Natürlich wusste man von der Garage in Los Altos, wie auch von der in
Palo Alto zwei Jahrzehnte vorher.

- Andi
Markus Luft
2018-10-07 03:00:36 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Habe ich schon lange nicht mehr so gehört.
Post by René Marquardt
Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Sagt man wohl immer noch so.
Das scheint mir ein Generationending zu sein.
So alte Säcke wie ich kennen so deutsch-jüdische Namen wie Levi oder
gar Löb noch und lesen gegebenenfalls auch noch jemanden die Leviten.
Nahezu unbeeinflußt durch Werbeclips, sagen so alte Säcke, wie meiner
einer, dann noch "Lehwies".
Die jüngeren Generationen scheinen mir durchgängig "Lieweiß" zu sagen.
Bei denen sind auch Anglizismen immer noch sehr beliebt. In meiner
Generation war Deutsch *wieder* angesagt und nicht etwa trendy.
So richtig lustig wird es dann, wenn junge Leute versuchen den
Markennamen "Hazet" auf meinem offenen Ringschlüssel auszusprechen.
Eine fand ich richtig schlau, die meinte der Name sei französisch.
"Gedore" wäre bestimmt auch lustig geworden.
Bei Haribo wird die Aussprache dagegen
a) tradiert
b) beworben

Bei "Wie Leder" bin ich mir nicht so sicher.
Quinn C
2018-10-02 16:17:59 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Damals in .de nicht weiter drüber nachgedacht, so sehr
viele Filialen gab es nicht, daß mir das ständig vor Augen
gestanden hätte, aber zumindest vor 2000 wurde dieser
Mafiatorten servierende Schnellimbiss "Pizza Hut"
ausgesprochen wie "pittsa huht", als ob es sich um eine
italienische Kopfbedeckung handele.
Das Logo der Kette, das nun dummerweise wie ein
Hut aussieht, hat da sicher auch geholfen. Soll aber
ein Dach darstellen, genauer, ein Hüttendach.
englisch: "hut", also gesprochen wie "hatt".
Die Aussprache von "pittsa" schenke ich mir, kann
Sergio was zu sagen, ob ihm das auf die Ketten geht,
wenn er will. Aber spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl?
Mir war das damals, als sie in Frankfurt ankamen, ja schon klar, daß es
"hatt" heißen muß, aber das Logo fand ich angesichts dessen verwirrend,
und die Vorstellung eines Pizzahutes war lustig genug, um es extra zu
sagen. Mafiatorte und Borsalino. paßt doch.
Post by René Marquardt
Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Naja, der war ja kein Amerikaner. Also ganz historisch korrekt sollte
man sie vielleicht "Löbs" nennen.

"Steinweg" hingegen geht nicht, weil es diese aus derselben Familie
stammende Marke auch noch gibt.
--
GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
René Marquardt
2018-10-02 17:03:21 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by René Marquardt
Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Naja, der war ja kein Amerikaner. Also ganz historisch korrekt sollte
man sie vielleicht "Löbs" nennen.
Der Herr aus Franken wurde im Januar 1853 US-Buerger, und gruendete
die bekannte Firma spaeter im Mai desselben Jahres.
Das Patent fuer die Hosenniete wurde 1873 erteilt.
Also dann schon ziemlich amerikanisch.
Post by Quinn C
"Steinweg" hingegen geht nicht, weil es diese aus derselben Familie
stammende Marke auch noch gibt.
Das ist eine komplizierte Geschichte und hat sich teilweise
vor Gericht abgespielt.
Ingo Stiller
2018-10-03 10:58:19 UTC
Permalink
Wie sprecht man nun Merkel aus?

Letztens auf CNN ward unsere Verteidigungsminsterin U.v.L im Interview zu hören.
Und sie sprach auch über die Bundeskanzlerin, schön mit amerikansischer Aussprache:
"Mörkel did say ..."

Müssen dann Amerikaner dann von ihrem Präsidenten bei deutschen Interviews von "Trump" (mit u) sprechen :-)

Gruß Ingo
Erik Meltzer
2018-10-04 07:39:29 UTC
Permalink
Moin!

On 02.10.2018 02:11, René Marquardt wrote:
[Pizza Hut]
Post by René Marquardt
spricht man das immer noch "huht"
aus in Dtl?
In meinem Umfeld spricht man es englisch aus.
Post by René Marquardt
Und was ist mit den blauen Hosen, den "lehwies"?
Höre ich so gut wie nie.
Post by René Marquardt
Der Firma "ieh bäh ämm"?
Teils teils. Ich sage eher Ei-bi-em, aber ich höre auch
die deutsche Aussprache öfter.
Post by René Marquardt
Sagt man zu den Straßenpanzern
"essufau"?
Meistens sage und höre ich "Suff", was auch durchaus als
Kritik an deren Verbrauch gemeint ist. Wenn's denn als
Abkürzung ausgesprochen werden soll, geht deutsch genauso
wie englisch. Alternativ "Straßengeländewagen" oder etwas
ähnlich Despektierliches ;-)

In dem Zusammenhang: in den USA liest man mittlerweile öfter
die Unterscheidung in SUV (also große, schwere Brocken mit
Allradantrieb) und CUV, Crossover Utility Vehicle, also die
recht normalen, oft nur frontgetriebenen Autos, die nur etwas
höher bauen und etwas geländetauglicher aussehen als ganz
normale Autos. In VW-Programm z.B. wäre der Touareg ein SUV,
der T-Roc aber ein CUV. Gibt es diesen Begriff mittlerweile
auch im deutschen Sprachraum schon?
Post by René Marquardt
So viele Fragen ;)
So viele Antworten :-D

Liebe Grüße,
Ermel.
--
Nach 10 Jahren oder so zurück im Usenet.
Schmeckt wie früher.
Ingo Stiller
2018-10-05 12:07:04 UTC
Permalink
Interessantes Video auf Youtube zu dem Thema gefunden :-)

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