Discussion:
Gender-Zeugs und Schule
(zu alt für eine Antwort)
Klaus Ethgen
2021-06-04 08:32:14 UTC
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Hi Folks,

ich bin zukünftiger Lehrer und hatte letztens eine Diskussion mit
Kommilitonen, die ich mal hier her tragen möchte.

Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.

Dabei kam auch die Frage auf, wie eine Sprache sich denn entwickelt und
ob wirklich nur das, was im Duden steht, korrekt ist. (Meiner Meinung
nach, ist das spätestens nach der Schlechtschreibreform im vergangenen
Jahrtausend definitiv so.)

In dem Zusammenhang bin ich mir auch wieder am überlegen, wie ich mit
dem »ß« umgehe. Ich selber komme aus Deutschland, werde aber in der
Schweiz unterrichten. Hier ist zwar das »ß« nie wirklich abgeschafft
worden aber es wird nicht mehr benutzt. Meine Einstellung ist nun, daß
(ich schreibe absichtlich »daß«, da ich das so gelernt hatte) ich das
logischerweise nicht unterrichten werde. Was mache ich aber mit einem
Schüler, der aus Deutschland in die Schweiz zieht und das »ß« gelernt
hat? Streiche ich das als Fehler an? Vermutlich würde ich das nicht
machen. (Außer vielleicht im »daß«, das ja auch nach neuestem Duden in
Deutschland nicht mehr erlaubt ist.)

Einen wirklichen Konsens bekamen wir nicht hin.

-- Klaus
--
Klaus Ethgen http://www.ethgen.ch/
pub 4096R/4E20AF1C 2011-05-16 Klaus Ethgen <***@Ethgen.ch>
Fingerprint: 85D4 CA42 952C 949B 1753 62B3 79D0 B06F 4E20 AF1C
Jakob Achterndiek
2021-06-04 09:17:06 UTC
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Post by Klaus Ethgen
Hi Folks,
ich bin zukünftiger Lehrer [..]
In dem Zusammenhang bin ich mir auch wieder am überlegen, [..]
Der Bauer ist die Kuh am Schwanz am Stall am Tor am raus am ziehen.
--
j/\a
Stefan Schmitz
2021-06-04 09:31:31 UTC
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Post by Klaus Ethgen
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
Hat denn schon jemand von euch erlebt, dass Schüler das benutzen?
Ich halte das für sehr unwahrscheinlich. Allenfalls bei
Oberstufenschülern mit großem Engagement für Gendergerechtigkeit kann
ich mir dergleichen vorstellen. Und denen muss man nicht als falsch
ankreiden, was sich auch in vielen Zeitungen finden lässt. Die wissen,
dass es eine bewusste Abweichung von der Normalschreibung ist.
Heinz Lohmann
2021-06-04 09:49:13 UTC
Permalink
Post by Klaus Ethgen
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
Egal in welchem Jahrgang bzw. auf welcher Stufe:

Es ist im Umgang mit Menschen eine gute Idee, auch "mal fünfe gerade
sein zu lassen".
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Jakob Achterndiek
2021-06-04 11:04:07 UTC
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Post by Heinz Lohmann
[..] Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das
nicht als falsch werten.
Es ist im Umgang mit Menschen eine gute Idee, auch "mal fünfe
gerade sein zu lassen".
Aber ich halte es für keine gute Idee, jungen Leuten dabei
zuzusehen oder sie gar zu ermuntern, daß sie bewußt Regeln
brechen, bevor sie überhaupt den Sinn solcher Regeln erfaßt
haben.

Mir fällt dabei aber auch ein, daß ich einen Kollegen hatte,
der ohne einen Funken Zweifel oder Ironie erklärte: "Regeln
sind dazu da, daß sie eingehalten werden." Er konnte nicht
erkennen, daß ihm da ein "missing Link" zur Todsünde jeder
Pädagogik geworden war.

Apropos missing Link: Unsere Zeitung titelte heute:
| Alte Menschen benutzen oft kein Smartphone.

Tun die einfach nicht.
Aber das oft.
--
j/\a
Detlef Meißner
2021-06-04 11:20:52 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Jakob Achterndiek
Alte Menschen benutzen oft kein Smartphone.
Tun die einfach nicht.
Aber das oft.
Ich verstehe den Satz so: Alte Menschen benutzen oft dort kein
Smartphone, wo sie es hätten tun können, es sei denn sie hätten keins.

Detlef
--
Erkenne im bereits Gewesenen Strukturen, die so ähnlich heute zur
Gefahr werden könnten.
Stefan Schmitz
2021-06-04 12:35:06 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
[..] Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das
nicht als falsch werten.
Es ist im Umgang mit Menschen eine gute Idee, auch "mal fünfe
gerade sein zu lassen".
Aber ich halte es für keine gute Idee, jungen Leuten dabei
zuzusehen oder sie gar zu ermuntern, daß sie bewußt Regeln
brechen, bevor sie überhaupt den Sinn solcher Regeln erfaßt
haben.
Wie kann man *bewusst* gegen Regeln verstoßen, ohne ihren Sinn erfasst
zu haben?

Oder meinst du mit "Sinn erfassen" ein tieferes Verständnis, warum die
Regeln so und nicht anders sind? Das wird niemand in der Schulzeit bekommen.
Detlef Meißner
2021-06-04 12:49:45 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
[..] Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das
nicht als falsch werten.
Es ist im Umgang mit Menschen eine gute Idee, auch "mal fünfe
gerade sein zu lassen".
Aber ich halte es für keine gute Idee, jungen Leuten dabei
zuzusehen oder sie gar zu ermuntern, daß sie bewußt Regeln
brechen, bevor sie überhaupt den Sinn solcher Regeln erfaßt
haben.
Wie kann man *bewusst* gegen Regeln verstoßen, ohne ihren Sinn erfasst zu
haben?
Indem man die Regeln, die einem genannt werden, befolgt.

"Der Herr geht links von der Frau" kann befolgt werden, ohne den Sinn
erfasst zu haben.

Detlef
--
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im
Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
(Mark Twain)
Helmut Richter
2021-06-04 13:10:49 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Indem man die Regeln, die einem genannt werden, befolgt.
"Der Herr geht links von der Frau" kann befolgt werden, ohne den Sinn erfasst
zu haben.
In England bin ich damit reingefallen. Damals galt dort, was ich auch
sinnvoller finde, dass der Herr auf der der Fahrbahn zugewandten Seite des
Bürgersteigs geht. Wenn schon ritterlicher Schutz – welch sexistische
Vorstellung! – dann nicht vor abstrakten Gefahren, die von links kommen,
sondern vor dem Inhalt von Pfützen, der von Kraftfahrern über Passanten
ergossen wird.
--
Helmut Richter
Detlef Meißner
2021-06-04 13:25:15 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Detlef Meißner
Indem man die Regeln, die einem genannt werden, befolgt.
"Der Herr geht links von der Frau" kann befolgt werden, ohne den Sinn
erfasst zu haben.
In England bin ich damit reingefallen. Damals galt dort, was ich auch
sinnvoller finde, dass der Herr auf der der Fahrbahn zugewandten Seite des
Bürgersteigs geht.
Kenne ich auch so.
Ist aber doch nur sinnvoll, wenn man den Bürgersteig benutzt - und dann
haben die Damen freien Blick auf die Schaufensterauslagen.
Post by Helmut Richter
Wenn schon ritterlicher Schutz – welch sexistische
Vorstellung! – dann nicht vor abstrakten Gefahren, die von links kommen,
sondern vor dem Inhalt von Pfützen, der von Kraftfahrern über Passanten
ergossen wird.
Wenn schon ritterlich, dann die Frau auf der rechten Seite, damit man
schnell den Degen/das Schwert ziehen kann. Bei Linkshändern umgekehrt.

Detlef
--
"Was die Massen überzeugt, sind keine Fakten, noch nicht einmal
erfundene Fakten, sondern die Konsistenz der Illusion." (Hannah Arendt)
Stephan Seitz
2021-06-04 13:29:35 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Wenn schon ritterlich, dann die Frau auf der rechten Seite, damit man
schnell den Degen/das Schwert ziehen kann. Bei Linkshändern umgekehrt.
Wie willst du als Rechtshänder mit rechts den Degen/das Schwert
ziehen, wenn die Frau rechts geht und sich an dem Arm klammert?

Wäre es nicht logischer, wenn die Frau in diesem Fall links ginge, so
daß dein rechter Arm frei wäre, um an die Waffe zu kommen?

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Detlef Meißner
2021-06-04 14:01:44 UTC
Permalink
Post by Stephan Seitz
Post by Detlef Meißner
Wenn schon ritterlich, dann die Frau auf der rechten Seite, damit man
schnell den Degen/das Schwert ziehen kann. Bei Linkshändern umgekehrt.
Wie willst du als Rechtshänder mit rechts den Degen/das Schwert
ziehen, wenn die Frau rechts geht und sich an dem Arm klammert?
Die Frau wird dann schon loslassen. Notfalls wird sie weggestoßen.
Post by Stephan Seitz
Wäre es nicht logischer, wenn die Frau in diesem Fall links ginge, so
daß dein rechter Arm frei wäre, um an die Waffe zu kommen?
Du meinst, wenn sie links geht, schlägt ihr der Degen so lustig gegen
die Beine?

Detlef
--
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen. (Mark Twain)
Uwe Schickedanz
2021-06-05 07:29:53 UTC
Permalink
Post by Stephan Seitz
Post by Detlef Meißner
Wenn schon ritterlich, dann die Frau auf der rechten Seite, damit man
schnell den Degen/das Schwert ziehen kann. Bei Linkshändern umgekehrt.
Wie willst du als Rechtshänder mit rechts den Degen/das Schwert
ziehen, wenn die Frau rechts geht und sich an dem Arm klammert?
Wäre es nicht logischer, wenn die Frau in diesem Fall links ginge, so
daß dein rechter Arm frei wäre, um an die Waffe zu kommen?
Damit du ihr beim Ziehen gleich einen Striemen über die Hüfte
verpasst, beim Hängenbleiben Sekundenbruchteile einbüßt und deshalb
stirbst? Nee, du...

Gruß Uwe
--
"Wir haben der CDU ganz dringend ans Herz gelegt, sich im dritten
Wahlgang zu enthalten...Leider sind die Abgeordneten sozusagen
ihrer eigenen Entscheidung gefolgt." (AKK)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Jakob Achterndiek
2021-06-05 08:37:07 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by Stephan Seitz
Wie willst du als Rechtshänder mit rechts den Degen/das Schwert
ziehen, wenn die Frau rechts geht und sich an dem Arm klammert?
Wäre es nicht logischer, wenn die Frau in diesem Fall links ginge,
so daß dein rechter Arm frei wäre, um an die Waffe zu kommen?
Damit du ihr beim Ziehen gleich einen Striemen über die Hüfte
verpasst, beim Hängenbleiben Sekundenbruchteile einbüßt und deshalb
stirbst? Nee, du...
Bei der studentischen Bestimmungsmensur kauert der Sekundant
links neben seinem Paukanten, weil er ihn aus dieser Position
am schnellsten und sichersten, mit vorgestrecktem rechtem Arm
und Schläger aufspringend, vor weiteren Hieben schützen kann.

Frage an FR:
Bekam ein Linkspaukant immer auch einen Links-Sekundanten, der
dann rechts hocken mußte?
--
j/\a
Hans-R. Biermann
2021-06-05 18:04:43 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Uwe Schickedanz
Damit du ihr beim Ziehen gleich einen Striemen über die Hüfte
verpasst, beim Hängenbleiben Sekundenbruchteile einbüßt und deshalb
stirbst? Nee, du...
Bei der studentischen Bestimmungsmensur kauert der Sekundant
links neben seinem Paukanten, weil er ihn aus dieser Position
am schnellsten und sichersten, mit vorgestrecktem rechtem Arm
und Schläger aufspringend, vor weiteren Hieben schützen kann.
Bekam ein Linkspaukant immer auch einen Links-Sekundanten, der
dann rechts hocken mußte?
Nee, soweit ich weiß. Ich habe nie sekundiert.
Wir hatten mal einen Treffer auf Quart, vom Ohrläppchen bis zum
Mundwinkel, so daß die Pastete runterklappte. Da war Trubel im
Lokal, es ertönten Rufe nach einem Notarzt. Der zuständige Paukarzt,
jetzt Oberstarzt (hat viele im Einsatz verwundete Soldaten operiert), brüllte,
das wäre Unfug, denn dann müßte er hinter dem Sankra herfahren und
den Paukanten im Krankenhaus flicken, denn dort wären um die Uhrzeit keine
Chirurgen mehr, das könnte er gleich vor Ort machen.
Der Getroffene wurde auf zwei zusammengeschobene Tisch gelegt, Schleimhaut,
Muskel, Epidermis nacheinander genäht, dann konnte ein Sankra den
Abtransport übernehmen - FR
Christina Kunze
2021-06-04 19:25:53 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Detlef Meißner
Indem man die Regeln, die einem genannt werden, befolgt.
"Der Herr geht links von der Frau" kann befolgt werden, ohne den Sinn erfasst
zu haben.
In England bin ich damit reingefallen. Damals galt dort, was ich auch
sinnvoller finde, dass der Herr auf der der Fahrbahn zugewandten Seite des
Bürgersteigs geht. Wenn schon ritterlicher Schutz – welch sexistische
Vorstellung! – dann nicht vor abstrakten Gefahren, die von links kommen,
sondern vor dem Inhalt von Pfützen, der von Kraftfahrern über Passanten
ergossen wird.
Wie man es unwillkürlich auch macht, wenn man neben einem kleinen Kind
auf dem Gehweg geht. Nicht so sehr wegen der Pfützen, sondern, weil es
es dann schwerer hat, auszubüxen und auf die Straße zu laufen.

chr
Hartmut Kraus
2021-06-13 08:20:35 UTC
Permalink
Der Drang der Frauen zum Ausbüxen erscheint mir auffällig hoch.
Dann lass' sie doch sausen! ;)
Hartmut Kraus
2021-06-13 08:25:19 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Detlef Meißner
Indem man die Regeln, die einem genannt werden, befolgt.
"Der Herr geht links von der Frau" kann befolgt werden, ohne den Sinn erfasst
zu haben.
In England bin ich damit reingefallen. Damals galt dort, was ich auch
sinnvoller finde, dass der Herr auf der der Fahrbahn zugewandten Seite des
Bürgersteigs geht.
Gilt auch in D. Ansonsten eben links, wenn keine Fahrbahn da ist.
Post by Helmut Richter
Wenn schon ritterlicher Schutz – welch sexistische Vorstellung!
Nein, Kavalierspflicht. ;)
Post by Helmut Richter
dann nicht vor abstrakten Gefahren, die von links kommen,
sondern vor dem Inhalt von Pfützen, der von Kraftfahrern über Passanten
ergossen wird.
Zum Beispiel.
Stefan Schmitz
2021-06-04 13:20:04 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
[..] Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das
nicht als falsch werten.
Es ist im Umgang mit Menschen eine gute Idee, auch "mal fünfe
gerade sein zu lassen".
Aber ich halte es für keine gute Idee, jungen Leuten dabei
zuzusehen oder sie gar zu ermuntern, daß sie bewußt Regeln
brechen, bevor sie überhaupt den Sinn solcher Regeln erfaßt
haben.
Wie kann man *bewusst* gegen Regeln verstoßen, ohne ihren Sinn erfasst
zu haben?
Indem man die Regeln, die einem genannt werden, befolgt.
Es geht um bewusstes Verstoßen, nicht um blindes Befolgen.
Post by Detlef Meißner
"Der Herr geht links von der Frau" kann befolgt werden, ohne den Sinn
erfasst zu haben.
Die kenne ich nicht. Dagegen kann ich nicht bewusst verstoßen.
Detlef Meißner
2021-06-04 13:28:10 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
[..] Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das
nicht als falsch werten.
Es ist im Umgang mit Menschen eine gute Idee, auch "mal fünfe
gerade sein zu lassen".
Aber ich halte es für keine gute Idee, jungen Leuten dabei
zuzusehen oder sie gar zu ermuntern, daß sie bewußt Regeln
brechen, bevor sie überhaupt den Sinn solcher Regeln erfaßt
haben.
Wie kann man *bewusst* gegen Regeln verstoßen, ohne ihren Sinn erfasst zu
haben?
Indem man die Regeln, die einem genannt werden, befolgt.
Es geht um bewusstes Verstoßen, nicht um blindes Befolgen.
Bewusstes Verstoßen bedeutet, dass man weiß, dass man gegen Regeln
verstößt. Nennt man Vorsatz.
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
"Der Herr geht links von der Frau" kann befolgt werden, ohne den Sinn
erfasst zu haben.
Die kenne ich nicht. Dagegen kann ich nicht bewusst verstoßen.
Jetzt kannst du!

Detlef
--
Verordnetes Gendern _ist_ Fundamentalismus!
[Henning Sponbiel]
wolfgang sch
2021-06-04 10:09:11 UTC
Permalink
Post by Klaus Ethgen
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
Ich würde es auch nicht anstreichen, da es ja kein Ausweis mangelnder
Rechtschreibkenntnisse ist sondern ein "Statement" das als solches
nicht bewertet werden sollte. So ungerecht wie es ist, Gendersprache
vorzuschreiben, so ungerecht wäre es sie zu sanktionieren.
Post by Klaus Ethgen
Was mache ich aber mit einem
Schüler, der aus Deutschland in die Schweiz zieht und das »ß« gelernt
hat? Streiche ich das als Fehler an? Vermutlich würde ich das nicht
machen.
Ich würde es auch nicht anstreichen, da es trotz allem korrektes
Deutsch ist; so ein Schüler macht es sich allerdings unnötig selbst
schwer, weil er zusätzlich die Eszet-Regeln beachten muss die den
Schweizern egal sein können. Anders sieht es aus wenn eine verbindliche
Regel verkündet würde, Schweizer Rechtschreibung sei verbindlich. Ohne
eine solche Ansage sollte es IMHO gelten gelassen werden.
Post by Klaus Ethgen
(Außer vielleicht im »daß«, das ja auch nach neuestem Duden in
Deutschland nicht mehr erlaubt ist.)
Das ist aber die Frage ob alte oder neue Rechtschreibung anzuwenden
sei, es hat allgemein mit der Schweiz nichts zu tun. Ob heutige Schüler
die alte überhaupt kennen? Wenn nein stellt sich die Frage nicht.
--
Wollt ihr den totalen Lockdown?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
wolfgang sch
2021-06-04 10:09:20 UTC
Permalink
Post by Klaus Ethgen
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
Ich würde es auch nicht anstreichen, da es ja kein Ausweis mangelnder
Rechtschreibkenntnisse ist sondern ein "Statement" das als solches
nicht bewertet werden sollte. So ungerecht wie es ist, Gendersprache
vorzuschreiben, so ungerecht wäre es sie zu sanktionieren.
Post by Klaus Ethgen
Was mache ich aber mit einem
Schüler, der aus Deutschland in die Schweiz zieht und das »ß« gelernt
hat? Streiche ich das als Fehler an? Vermutlich würde ich das nicht
machen.
Ich würde es auch nicht anstreichen, da es trotz allem korrektes
Deutsch ist; so ein Schüler macht es sich allerdings unnötig selbst
schwer, weil er zusätzlich die Eszet-Regeln beachten muss die den
Schweizern egal sein können. Anders sieht es aus wenn eine verbindliche
Regel verkündet würde, Schweizer Rechtschreibung sei verbindlich. Ohne
eine solche Ansage sollte es IMHO gelten gelassen werden.
Post by Klaus Ethgen
(Außer vielleicht im »daß«, das ja auch nach neuestem Duden in
Deutschland nicht mehr erlaubt ist.)
Das ist aber die Frage ob alte oder neue Rechtschreibung anzuwenden
sei, es hat allgemein mit der Schweiz nichts zu tun. Ob heutige Schüler
die alte überhaupt kennen? Wenn nein stellt sich die Frage nicht.
--
Wollt ihr den totalen Lockdown?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
wolfgang sch
2021-06-04 10:09:27 UTC
Permalink
Post by Klaus Ethgen
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
Ich würde es auch nicht anstreichen, da es ja kein Ausweis mangelnder
Rechtschreibkenntnisse ist sondern ein "Statement" das als solches
nicht bewertet werden sollte. So ungerecht wie es ist, Gendersprache
vorzuschreiben, so ungerecht wäre es sie zu sanktionieren.
Post by Klaus Ethgen
Was mache ich aber mit einem
Schüler, der aus Deutschland in die Schweiz zieht und das »ß« gelernt
hat? Streiche ich das als Fehler an? Vermutlich würde ich das nicht
machen.
Ich würde es auch nicht anstreichen, da es trotz allem korrektes
Deutsch ist; so ein Schüler macht es sich allerdings unnötig selbst
schwer, weil er zusätzlich die Eszet-Regeln beachten muss die den
Schweizern egal sein können. Anders sieht es aus wenn eine verbindliche
Regel verkündet würde, Schweizer Rechtschreibung sei verbindlich. Ohne
eine solche Ansage sollte es IMHO gelten gelassen werden.
Post by Klaus Ethgen
(Außer vielleicht im »daß«, das ja auch nach neuestem Duden in
Deutschland nicht mehr erlaubt ist.)
Das ist aber die Frage ob alte oder neue Rechtschreibung anzuwenden
sei, es hat allgemein mit der Schweiz nichts zu tun. Ob heutige Schüler
die alte überhaupt kennen? Wenn nein stellt sich die Frage nicht.
--
Wollt ihr den totalen Lockdown?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
wolfgang sch
2021-06-04 10:16:23 UTC
Permalink
In dieser Sache würde ich Duden skla­visch folgen. Wer das nicht mag,
muss sich bei Duden melden.
Böse Falle: Der Duden gendert neuerdings selbst :)
--
Wollt ihr den totalen Lockdown?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Uwe Schickedanz
2021-06-05 07:30:47 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
In dieser Sache würde ich Duden skla­visch folgen. Wer das nicht mag,
muss sich bei Duden melden.
Böse Falle: Der Duden gendert neuerdings selbst :)
Der Dud:*Innen, bitteschön!

Gruß Uwe
--
"Wir haben der CDU ganz dringend ans Herz gelegt, sich im dritten
Wahlgang zu enthalten...Leider sind die Abgeordneten sozusagen
ihrer eigenen Entscheidung gefolgt." (AKK)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Hans
2021-06-05 07:57:05 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by wolfgang sch
In dieser Sache würde ich Duden skla­visch folgen. Wer das nicht mag,
muss sich bei Duden melden.
Böse Falle: Der Duden gendert neuerdings selbst :)
Der Dud:*Innen, bitteschön!
Öha, was ist dann mit dem Dud:*Außen?
Arno Welzel
2021-06-11 09:38:47 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by wolfgang sch
In dieser Sache würde ich Duden skla­visch folgen. Wer das nicht mag,
muss sich bei Duden melden.
Böse Falle: Der Duden gendert neuerdings selbst :)
Der Dud:*Innen, bitteschön!
Das übliche Geschwalle :-(. So kann man auch klarstellen, dass man keine
Diskussion zum Thema will, sondern es einfach nur scheiße findet.

Gemeint war eher sowas:

<https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/gendern-komposita-personenbezeichnungen>
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Ulf Kutzner
2021-06-11 11:38:58 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
So kann man auch klarstellen, dass man keine
Diskussion zum Thema will, sondern es einfach nur scheiße findet.
Wenn Du als Emanz:in solche Ausdrucksformen pflegst,
wer sollte da mit Dir inhaltlich diskutieren wollen.

Abgesehen davon geht es um Tendenzen, die Genderei
gegen die durchzudrücken, die sie nich haben schlucken
mögen.
Arno Welzel
2021-06-11 19:13:05 UTC
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
So kann man auch klarstellen, dass man keine
Diskussion zum Thema will, sondern es einfach nur scheiße findet.
Wenn Du als Emanz:in solche Ausdrucksformen pflegst,
wer sollte da mit Dir inhaltlich diskutieren wollen.
Und "Der Dud:*Innen, bitteschön!" ist natürlich eine völlig
ernstgemeinte und sachliche Äußerung, schon klar.
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Detlef Meißner
2021-06-11 19:17:15 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
So kann man auch klarstellen, dass man keine
Diskussion zum Thema will, sondern es einfach nur scheiße findet.
Wenn Du als Emanz:in solche Ausdrucksformen pflegst,
wer sollte da mit Dir inhaltlich diskutieren wollen.
Und "Der Dud:*Innen, bitteschön!" ist natürlich eine völlig
ernstgemeinte und sachliche Äußerung, schon klar.
Du meinst, man muss stets auf gleichem Nivea argumentieren?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Thomas Hochstein
2021-06-11 20:48:29 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
Und "Der Dud:*Innen, bitteschön!" ist natürlich eine völlig
ernstgemeinte und sachliche Äußerung, schon klar.
Ich sehe mich außerstande, zu beurteilen, ob das ernstgemeint ist oder
nicht, weil genügend Formulierungsvarianten, die ich für Satire hielt,
sich als durchaus ernsthaft gemeint entpuppten. Warum sollte
ausgerechnet der Duden dabei eine Ausnahme sein?
Stefan Schmitz
2021-06-11 12:09:54 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by wolfgang sch
In dieser Sache würde ich Duden skla­visch folgen. Wer das nicht mag,
muss sich bei Duden melden.
Böse Falle: Der Duden gendert neuerdings selbst :)
Der Dud:*Innen, bitteschön!
Ach, das ist ein Genitiv?
Detlef Meißner
2021-06-11 12:18:06 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Uwe Schickedanz
Post by wolfgang sch
In dieser Sache würde ich Duden skla­visch folgen. Wer das nicht mag,
muss sich bei Duden melden.
Böse Falle: Der Duden gendert neuerdings selbst :)
Der Dud:*Innen, bitteschön!
Ach, das ist ein Genitiv?
Und Plural.

Aber man weiß ja nie so genau, als was sich eine/r fühlt.

Detlef
--
"Was die Massen überzeugt, sind keine Fakten, noch nicht einmal
erfundene Fakten, sondern die Konsistenz der Illusion." (Hannah Arendt)
Hans
2021-06-11 12:21:55 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Uwe Schickedanz
Post by wolfgang sch
In dieser Sache würde ich Duden skla­visch folgen. Wer das nicht mag,
muss sich bei Duden melden.
Böse Falle: Der Duden gendert neuerdings selbst :)
Der Dud:*Innen, bitteschön!
Und was ist mit Du:*Außen?
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Ach, das ist ein Genitiv?
Und Plural.
Aber man weiß ja nie so genau, als was sich eine/r fühlt.
Oder einfach nur jemand.
Andreas Karrer
2021-06-04 10:54:10 UTC
Permalink
Post by Klaus Ethgen
ich bin zukünftiger Lehrer und hatte letztens eine Diskussion mit
Kommilitonen, die ich mal hier her tragen möchte.
Huch, ein gaaanz neues Thema.
Post by Klaus Ethgen
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
Was meinst du mit "dieser ganze Gender-Kram"? Du wirst dich dem nicht
entziehen können und wirst, gerade an der PH, ohenhin damit täglich
konfroniert. Schon vor 40 Jahren war dort "Lehrperson" und "Schülerinnen
und Schüler" die Regel, vor etwa 20 Jahren wurde "Eltern" durch
"Erziehungsberechtigte" ersetzt. Verlautbarungen der PHs sind in der
Regel bereits gut durchgegendert, da ist nur von Dozierenden,
Studierenden und Schülerinnen und Schülern die Rede. In
Stellenausschreibungen steht "Mitarbeiter:in". Viele Sätze wirken sehr
papiern, weil sie in einem Passiv-Stil verfasst sind, um
Personalpronomen zu vermeiden.

Einige deiner Schüler werden nur wenige Jahre später mit Vorschriften
konfrontiert werden, die ihnen bis aufs i-Tüpfelchen vorschreiben, wie
sie gendern *müssen*. Ihnen in der Schule zu *verbieten*, das zu tun,
ist sicher kontraproduktiv.

Wenn du "Schüler:in" anstreichst -- was gedenkst du zu tun, wenn du
eine wohohoke Schülerin in deiner Klasse hast, die jedesmal, wenn du
"Ärzte" oder sowas sagt, "Ärztinnen und Ärzte!" dazwischenruft? Wenn
dich ein militantes Alphatier in der Schülerzeitung deswegen als
vorgestrigen alten weissen Macho betitelt?
Post by Klaus Ethgen
In dem Zusammenhang bin ich mir auch wieder am überlegen, wie ich mit
dem »ß« umgehe. Ich selber komme aus Deutschland, werde aber in der
Schweiz unterrichten. Hier ist zwar das »ß« nie wirklich abgeschafft
worden aber es wird nicht mehr benutzt.
Bis zur RSR hat sich die Politik kaum um solche Belange gekümmert,
daher ja, es gab nie ein Verbot oder eine Volksinitiative gegen das
"ß", was in der Schweiz ja vorstellbar wäre. Auf niedriger
Verordnungsstufe gab es das schon; in den Lehrplänen wurden die Regeln
explizit nicht mehr gelehrt, im Kanton Zürich ab 1935. Faktisch
abgeschafft war das "ß" spätestens 1974, als auch die NZZ als letzte
Zeitung aufgab.

In letzter Zeit tauchen gelegentlich ß aus Schweizer Feder auf, das
ist in fast allen Fällen eine automatische Rechtschreibkorrektur.

Wir hatten auf Gymnasialstufe die Regeln mal kurz behandelt, oder eher:
uns wurde mitgeteilt, dass es solche Regeln gibt und dass man nicht
einfach ss durch ß ersetzen kann, aber das wurde nie geprüft. Das
liegt sicher im Ermessen des Deutschlehrers, aber als Deutscher würde
ich mich darauf vorbereiten, von den Schülern ausgelacht zu werden,
wenn du zu viel Zeit darauf verwendet. ß ist in der Schweiz einfach
ein Nicht-Thema.
Post by Klaus Ethgen
Meine Einstellung ist nun, daß
(ich schreibe absichtlich »daß«, da ich das so gelernt hatte) ich das
logischerweise nicht unterrichten werde. Was mache ich aber mit einem
Schüler, der aus Deutschland in die Schweiz zieht und das »ß« gelernt
hat? Streiche ich das als Fehler an? Vermutlich würde ich das nicht
machen. (Außer vielleicht im »daß«, das ja auch nach neuestem Duden in
Deutschland nicht mehr erlaubt ist.)
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass deutsche Schüler irgendwann wieder
nach Deutschland zurückkehren, daher: Wenn ein Schüler die ß richtig
setzt, ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Wenn er sie nach ARS
und NRS falsch setzt, also z.B. "Waßer", dann würde ich das auf jeden
Fall anstreichen, aber nicht als Fehler werten. Bei "daß" und den
anderen bei der RSR geänderten ß-Schreibungen ist es imho einigermassen
egal, das war ja eine ganze Weile lang richtig und es ist anzunehmen,
dass die Schüler durchaus Bücher lesen werden, in denen "daß"
vorkommt.

Natürlich kommt es auch vor, dass es Schweizer Schüler im späteren
Leben nach D oder A verschlägt. Nur-ss wird aber nach meiner
persönlichen Erfahrung fast immer akzeptiert. In München hatte ich
allerdings eine Mitarbeiterin, die bei Präsentationen und anderem, das
ich ablieferte, die ß korrigierte, sie könne das nicht mitansehen,
ihr schmerzten die Augen. Sie muss später bei der RSR gelitten haben.

Später habe ich etliche Bücher ins Deutsche übersetzt und mit TeX
gesetzt; da hatte ich einfach eine Wörterliste und ein Skript (namens
"fixbeta" :-), das das erledigte. Die sehr seltenen Fälle wie
Busse/Buße, Masse/Maße kannte ich, sonst habens der Lektor und die
Korrektorin angestrichen.


- Andi
Stefan Schmitz
2021-06-04 12:45:48 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass deutsche Schüler irgendwann wieder
nach Deutschland zurückkehren, daher: Wenn ein Schüler die ß richtig
setzt, ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Wenn er sie nach ARS
und NRS falsch setzt, also z.B. "Waßer", dann würde ich das auf jeden
Fall anstreichen, aber nicht als Fehler werten. Bei "daß" und den
anderen bei der RSR geänderten ß-Schreibungen ist es imho einigermassen
egal, das war ja eine ganze Weile lang richtig und es ist anzunehmen,
dass die Schüler durchaus Bücher lesen werden, in denen "daß"
vorkommt.
Aber wie kämen Schüler überhaupt auf die Idee, eine Schreibweise zu
verwenden, die bei ihrer Einschulung schon viele Jahre nicht mehr
gelehrt wurde?
Es würde mich wirklich sehr wundern, wenn ein heutiger Lehrer mit
altschreibenden Schülern konfrontiert wäre.
Gerald Gruner
2021-06-04 14:11:20 UTC
Permalink
Lebendige Sprachen entwickeln sich, und Duden wird auch geändert werden.
Was haben "sich entwickelnde lebendige Sprachen" mit dieser zwangsweisen
Einführung von "Gender-Neusprech" durch gewisse Eliten zu tun???

MfG
Gerald
--
"Was würde passieren, wenn ein Student von einem 56 000 km/h schnellen
Rostbraten getroffen würde?"
- Prüfungsfrage gestellt vom Physik-Nobelpreisträger Robert Laughlin
an der Universität Stanford
Stefan Schmitz
2021-06-04 14:18:53 UTC
Permalink
Post by Gerald Gruner
Lebendige Sprachen entwickeln sich, und Duden wird auch geändert werden.
Was haben "sich entwickelnde lebendige Sprachen" mit dieser zwangsweisen
Einführung von "Gender-Neusprech" durch gewisse Eliten zu tun???
Die Sprecher entscheiden, ob sie es übernehmen oder nicht.
Jakob Achterndiek
2021-06-04 14:50:08 UTC
Permalink
[..]
Einführung von "Gender-Neusprech" durch gewisse Eliten [..]?
Deshalb sind das ja auch keine Eliten, sondern Emanzen:
nicht ausgewählt, sondern nur aus der Hand gerutscht.
--
j/\a
Bertel Lund Hansen
2021-06-04 17:13:00 UTC
Permalink
Post by Gerald Gruner
Was haben "sich entwickelnde lebendige Sprachen" mit dieser zwangsweisen
Einführung von "Gender-Neusprech" durch gewisse Eliten zu tun???
Die Sprache unterscheiden nicht zwischen den Einflüssen. In Dänemark,
z.B. sprach die Elite in vielen Jahren Französisch und Deutsch, und nur
selten Dänisch. Das hat unsere Sprache deutlich geändert.

Handwerker, die früher in Europa reisten (Naver), brachten deutsche
Spezialwörtern nach Dänemark, und die sind heute für uns 'pæredanske',
wenn wir nicht darüber denken.
--
Bertel
Quinn C
2021-06-04 21:59:10 UTC
Permalink
Post by Gerald Gruner
Lebendige Sprachen entwickeln sich, und Duden wird auch geändert werden.
Was haben "sich entwickelnde lebendige Sprachen" mit dieser zwangsweisen
Einführung von "Gender-Neusprech" durch gewisse Eliten zu tun???
Im diskutierten Fall, wenn Schüler sie verwenden, ohne vom Lehrer dazu
aufgefordert worden zu sein, dann ist es offenbar keine
Zwangseinführung.
--
Du wirst in der Lage sein, die alte Version zurück, wenn Sie
es wünschen.
-- SPAMPOESIE
Arno Welzel
2021-06-11 09:39:19 UTC
Permalink
Post by Gerald Gruner
Lebendige Sprachen entwickeln sich, und Duden wird auch geändert werden.
Was haben "sich entwickelnde lebendige Sprachen" mit dieser zwangsweisen
Einführung von "Gender-Neusprech" durch gewisse Eliten zu tun???
Welche "Eliten"?
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Gerald Gruner
2021-06-12 13:39:41 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
Post by Gerald Gruner
Lebendige Sprachen entwickeln sich, und Duden wird auch geändert werden.
Was haben "sich entwickelnde lebendige Sprachen" mit dieser zwangsweisen
Einführung von "Gender-Neusprech" durch gewisse Eliten zu tun???
Welche "Eliten"?
Diejenigen, die sich für etwas "besseres" und "moralisch höherwertiges"
halten und anderen ihre Sprach-Rituale aufzwingen wollen. Wer das nicht
begeistert mitmacht, wird attackiert.

Der Gender-Schwachsinn hat schon fast den Status einer Neo-Religion, die
Kritiker und Zweifler für Ketzer und als "das ultimativ Böse" erachtet und
sie bedroht mit Shitstorm, Abwertung der Prüfungsnoten, Jobverlust, etc.

MfG
Gerald
--
Wer sich nicht an die Fehler der Vergangenheit erinnert, ist dazu
verdammt, sie zu wiederholen. Wer sich erinnert und die Fehler trotzdem
wiederholt, ist einfach nur verdammt.
- Andy A. in drg
Arno Welzel
2021-06-20 17:29:01 UTC
Permalink
Post by Gerald Gruner
Post by Arno Welzel
Post by Gerald Gruner
Lebendige Sprachen entwickeln sich, und Duden wird auch geändert werden.
Was haben "sich entwickelnde lebendige Sprachen" mit dieser zwangsweisen
Einführung von "Gender-Neusprech" durch gewisse Eliten zu tun???
Welche "Eliten"?
Diejenigen, die sich für etwas "besseres" und "moralisch höherwertiges"
halten und anderen ihre Sprach-Rituale aufzwingen wollen. Wer das nicht
begeistert mitmacht, wird attackiert.
Wer sich für etwas "besseres" und "moralisch höherwertiges" *hält*, ist
schon Teil der Elite?
Post by Gerald Gruner
Der Gender-Schwachsinn hat schon fast den Status einer Neo-Religion, die
Kritiker und Zweifler für Ketzer und als "das ultimativ Böse" erachtet und
sie bedroht mit Shitstorm, Abwertung der Prüfungsnoten, Jobverlust, etc.
Hast Du für "Abwertung der Prüfungsnoten, Jobverlust" konkrete
Beispiele? Also Beispiele dafür, dass jemand wegen Nicht-Gendern oder
Kritik am Gendern schlechtere Noten bekommen hat oder seinen Job verloren?
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Quinn C
2021-06-04 21:59:10 UTC
Permalink
Post by Klaus Ethgen
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren.
In dieser Sache würde ich Duden skla­visch folgen. Wer das nicht mag,
muss sich bei Duden melden.
Der Duden ist keine offizielle Instanz mehr. Wichtiger noch: in der
Praxis war er das zu meiner Zeit auch nicht. Eine Schreibweise wurde
vielleicht gelegentlich diskutiert, aber der Duden wurde in der Regel
nicht zur Klärung herangezogen. Ich habe in der Schule selten einen
Duden auch nur gesehen. Am ehesten auf dem Tisch der Sekretärin.

Da standen wir drüber. Wir hätten vielleicht gedacht, daß das
(sklavisches Folgen) für die Realschule in Ordnung wäre, aber für
Schüler, die auf die Universität vorbereitet werden, nicht ausreichend.
Die sollen lernen, wie man entscheidet, welchen Regeln man wann folgt
und wann nicht.

Wir wissen nicht, was der OP unterrichten wird, aber im
Deutschunterricht sollte beim gegenwärtigen Stand Gendern als Thema
gelernt werden, und dann Beispieltexte bewußt mit und ohne verfaßt, als
Übung.
Post by Klaus Ethgen
In dem Zusammenhang bin ich mir auch wieder am überlegen, wie ich mit
dem »ß« umgehe.
Es ist mir als Fremdsprachler unmöglich, ß richtig zu benutzen. Einer in
dieser Gruppe hat mir den Rat gegeben, der schweizischen Norm zu folgen
- dass heisst nur SS schreiben. Da habe ich mir den schweiss von der
Stirn getrocknet.
In deiner Stelle würde ich die Deutsche Norm akzeptieren, wenn ein
Schüler kam, der sie gelernt hat. Dann muss man natürlich verlangen,
dass er den korrekt folgt.
Heute noch die alte Rechtschreibung zu verwenden, oder in der Schweiz
die deutsche, steht für mich auf einer sehr ähnlichen Stufe wie
Genderschreibung: die bewußte Wahl eines anderen Systems als des
üblichen.
--
Wir haben ein Teil von Ihren persönlichen Angaben ausgestriechen.
Mit freundlichen Grüßen Managementteam der Angaben mit persönlichem
Charakter der Paypal
-- SPAMPOESIE
H.-P. Schulz
2021-06-05 08:23:54 UTC
Permalink
Post by Klaus Ethgen
Hi Folks,
ich bin zukünftiger Lehrer und hatte letztens eine Diskussion mit
Kommilitonen, die ich mal hier her tragen möchte.
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
In unserem auf Selektion getrimmten Schulsystem kann ein
"Orthografie"-Fehler (gemeint: ein von der Lehrkraft als solcher
angestrichener) für den weiteren Selektions- also Lebensweg bedeutsam
werden, kann er doch eventuell die Schwelle von '4' zu '5' markieren,
was, wenn 's dumm läuft, die respektive Zeugnisnote auf '5' flippen
lässt ... was, wenn 's dumm läuft, die weitere Schullaufbahn ... Klar?

Drum: VORSICHT!!

Und auf "vermintem Terrain" (... und das "Gender-Zeugs" würde ich
z.Zt. als solches einstufen) lautet die Devise für die Lehrkraft, die
vorhat, einigermaßen gesund den Ruhestand zu erreichen, allemal und
unbedingt auf "Fünf gerade sein lassen"!
Post by Klaus Ethgen
Dabei kam auch die Frage auf, wie eine Sprache sich denn entwickelt und
ob wirklich nur das, was im Duden steht, korrekt ist. (Meiner Meinung
nach, ist das spätestens nach der Schlechtschreibreform im vergangenen
Jahrtausend definitiv so.)
Wo - warum auch immer - eindeutig auf "korrekt" bzw. "falsch"
entschieden werden soll, muss ein "amtlicher" Kodex existieren. Und
was vor diesem Kodex dann "korrekt" genannt wird, müsste richtiger
"konform" heißen: kodexkonform.

Da, wie ich immer mitbekomme, der "Duden" immer "demokratischer" wird,
was meint, dass er zu vielen Wörtern mehrere Schreibungen aufführt,
ist er im Urteil derer, die auf jeweils "einzig korrekte" Schreibung
aus sind, kein ernst zu nehmender Kodex mehr.
Ulf Kutzner
2021-06-05 08:40:03 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Klaus Ethgen
Dabei kam auch die Frage auf, wie eine Sprache sich denn entwickelt und
ob wirklich nur das, was im Duden steht, korrekt ist. (Meiner Meinung
nach, ist das spätestens nach der Schlechtschreibreform im vergangenen
Jahrtausend definitiv so.)
Wo - warum auch immer - eindeutig auf "korrekt" bzw. "falsch"
entschieden werden soll, muss ein "amtlicher" Kodex existieren. Und
was vor diesem Kodex dann "korrekt" genannt wird, müsste richtiger
"konform" heißen: kodexkonform.
Ich hallte es vyr nicht ganns färkeert, västtsulehgen, wi ätwaß notirt wärden sol.
Bertel Lund Hansen
2021-06-05 08:50:45 UTC
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Ich hallte es vyr nicht ganns färkeert, västtsulehgen, wi ätwaß notirt wärden sol.
Gänaw!
--
Bertel
Stefan Schmitz
2021-06-05 11:49:13 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Klaus Ethgen
Hi Folks,
ich bin zukünftiger Lehrer und hatte letztens eine Diskussion mit
Kommilitonen, die ich mal hier her tragen möchte.
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
In unserem auf Selektion getrimmten Schulsystem kann ein
"Orthografie"-Fehler (gemeint: ein von der Lehrkraft als solcher
angestrichener) für den weiteren Selektions- also Lebensweg bedeutsam
werden, kann er doch eventuell die Schwelle von '4' zu '5' markieren,
was, wenn 's dumm läuft, die respektive Zeugnisnote auf '5' flippen
lässt ... was, wenn 's dumm läuft, die weitere Schullaufbahn ... Klar?
Drum: VORSICHT!!
Und auf "vermintem Terrain" (... und das "Gender-Zeugs" würde ich
z.Zt. als solches einstufen) lautet die Devise für die Lehrkraft, die
vorhat, einigermaßen gesund den Ruhestand zu erreichen, allemal und
unbedingt auf "Fünf gerade sein lassen"!
"Fünf gerade sein lassen" bedeutet also, dass der Lehrer statt der 5
eine 4 gibt?
Detlef Meißner
2021-06-05 12:24:57 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Klaus Ethgen
Hi Folks,
ich bin zukünftiger Lehrer und hatte letztens eine Diskussion mit
Kommilitonen, die ich mal hier her tragen möchte.
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
In unserem auf Selektion getrimmten Schulsystem kann ein
"Orthografie"-Fehler (gemeint: ein von der Lehrkraft als solcher
angestrichener) für den weiteren Selektions- also Lebensweg bedeutsam
werden, kann er doch eventuell die Schwelle von '4' zu '5' markieren,
was, wenn 's dumm läuft, die respektive Zeugnisnote auf '5' flippen
lässt ... was, wenn 's dumm läuft, die weitere Schullaufbahn ... Klar?
Drum: VORSICHT!!
Und auf "vermintem Terrain" (... und das "Gender-Zeugs" würde ich
z.Zt. als solches einstufen) lautet die Devise für die Lehrkraft, die
vorhat, einigermaßen gesund den Ruhestand zu erreichen, allemal und
unbedingt auf "Fünf gerade sein lassen"!
"Fünf gerade sein lassen" bedeutet also, dass der Lehrer statt der 5 eine 4
gibt?
Am besten gar keine Note, dann klappt's auch mit der Berufslaufbahn.

Detlef
--
Wer nicht will, findet Gründe, wer will, findet Wege.
H.-P. Schulz
2021-06-05 15:27:46 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Da, wie ich immer mitbekomme, der "Duden" immer "demokratischer" wird,
was meint, dass er zu vielen Wörtern mehrere Schreibungen aufführt,
ist er im Urteil derer, die auf jeweils "einzig korrekte" Schreibung
aus sind, kein ernst zu nehmender Kodex mehr.
Duden? Was ist das überhaupt?
Orthographisch richtig ist alles, was "Word" nicht unterringelt.
À propos ... Wenn ich mal - spaßeshalber - die RS-Prüfung laufen
lasse, wird mir erst bewusst, wie viele Wörter ich pro Stückchen neu
schöpfe. Ich mache ja gern so Sachen wie Alleszusammenschreiben,
besonders wenn 's mal wieder verteufelt feuilletonistisch zu werden
hat.

Ich habe über Rechtschreibung, Rechtschreibreformen und Verschriftung
gearbeitet; damals war die Frage der Großschreibung bzw. der
eventuellen Alleskleinschreibung auf dem Tapet. So Sachen.

Ich habe meine Meinung zur Orthografie seither fast ins Gegenteil
geändert. Ich halte eine gut kodifizierte Schreibung (also eine
Rechtschreibung), - die übrigens auch dem fremdsprachigen Lerner eine
große Hilfe ist!, für eine gute Sache, und ihre Befolgung für eine
Höflichkeitspflicht jeglichem Leser gegenüber.
Detlef Meißner
2021-06-05 16:24:20 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Ich habe über Rechtschreibung, Rechtschreibreformen und Verschriftung
gearbeitet; damals war die Frage der Großschreibung bzw. der
eventuellen Alleskleinschreibung auf dem Tapet. So Sachen.
Ich habe meine Meinung zur Orthografie seither fast ins Gegenteil
geändert.
Aber sind denn diese gegenteiligen Meinungen auch dokumentiert?
Oft ist es doch so, dass Arbeiten in jungen Jahren, in denen man meint,
besonders klug zu sein, erfolgen. Die Revision der Meinungen geht dann
oft unter.

Detlef
--
Wer Fragen stellt, muss gegenwärtig sein, Anworten zu bekommen, die
nicht gefallen...
Helmut Richter
2021-06-05 18:09:37 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Wo - warum auch immer - eindeutig auf "korrekt" bzw. "falsch"
entschieden werden soll, muss ein "amtlicher" Kodex existieren. Und
was vor diesem Kodex dann "korrekt" genannt wird, müsste richtiger
"konform" heißen: kodexkonform.
Da, wie ich immer mitbekomme, der "Duden" immer "demokratischer" wird,
was meint, dass er zu vielen Wörtern mehrere Schreibungen aufführt,
ist er im Urteil derer, die auf jeweils "einzig korrekte" Schreibung
aus sind, kein ernst zu nehmender Kodex mehr.
„demokratisch“ soll wohl heißen deskriptiv: berichtet, wie die Leute reden und
schreiben; das Gegenteil wäre „diktatorisch“, also präskriptiv: legt fest, was
richtig und was falsch ist.

Ein vernünftiges Wörterbuch hat von beidem etwas: weder ist jeder Fehler, den
mehr als einer mal gemacht hat, ein wertvoller Beitrag zum Sprachwandel, noch
ist es sinnvoll, Sprachwandel zu vereiteln zu versuchen, indem man einfach
vorschreibt, die bisherige Sprache gelte unverändert weiter.

Der Duden ist nicht mehr normativ, also ist ein präskriptiver Ansatz ohne
bindende Wirkung. Trotzdem ist er dort sinnvoll, wo es einen weitgehenden
Konsensus der kompetenten Sprecher gibt, was richtig und was falsch ist.
Außerdem wird ein Nachschlagewerk zu Rate gezogen, wenn man unsicher ist, und
unsicher ist man, wenn man etwas oft hört oder liest, aber Zweifel hat, ob es
richtig ist. Dann hilft die deskriptive Information, man höre oder lese dies
und jenes jetzt öfter, nicht wirklich weiter; deswegen hat man ja
nachgeschlagen.

Wichtig: Zum Thema Gendern ist das Folgende kein Beitrag – das ist
ausgelutscht – sondern nur zur Gebrauchstauglichkeit des Dudens am *Beispiel*
Gendern, weil das in diesem Thread der Ausgangspunkt war.

In den letzten Jahrzehnten hat sich beim Duden ein stärker deskriptiver Ansatz
durchgesetzt. Speziell beim Gendern ist er aber inkonsequent:

– Einerseits hat er die Semantik *gegen* den Sprachgebrauch voll gegendert:
ein „Arzt“ kann keine Frau sein (mit einer nachträglich eingefügten
Ausnahme, die aber de facto der Normalfall der Wortbenutzung ist), ein
„Mädchen“ muss ein Kind sein, keine Heranwachsende oder junge Erwachsene.
Dafür wurde, um sich ja nicht den Mund zu verbrennen, das Wort „Mädchen“
zwei Monate lang aus dem Online-Duden gestrichen und ist jetzt mit einer
Gebrauchswarnung versehen zurück: „Im modernen Sprachgebrauch sollte das
Wort Mädchen nur noch in der Bedeutung ‚Kind weiblichen Geschlechts‘
verwendet werden. In den weiteren veraltenden oder veralteten Bedeutungen
gilt die Bezeichnung Mädchen zunehmend als diskriminierend.“ – „sollte
... verwendet werden“ ist aber rein präskriptiv, deskriptiv (aber unwahr)
wäre „wird ... verwendet“.

– Andererseits werden Spracherweiterungen wie die Pluraliatantum auf
„-*innen“ mit dem neuen Buchstaben „*“ zur Bezeichnung des neuerdings
lexemintern vorkommenden Glottisschlags nicht aufgeführt. Duden-konform
lässt sich also nur schreiben, indem man bei *jedem* Vorkommen eines
movierbaren generischen Wortes die movierte und die unmovierte Form
benutzt.

– Die Aufnahme so wichtiger Lemmata wie „Müllwerkerin“ und „Stahlkocherin“,
jedoch inkonsequenterweise nicht „Bergfrau“ und „Müllfrau“, ist gegenüber
der vorgenannten Inkonsequenz ein vernachlässigbarer Schönheitsfehler.

Ich schaue schon ab und zu hinein, z.B. um reine Rechtschreibfehler zu
vermeiden, aber für Entscheidungen richtig/falsch oder gebräuchlich/
ungebräuchlich taugt er nicht mehr. Drin steht, was nach Meinung der Redaktion
in der Sprache vorkommen *sollte*, und das wird dann so beschrieben, als wäre
das auch der ausschließliche tatsächliche Sprachgebrauch.

--
Helmut Richter
Stefan Schmitz
2021-06-05 21:36:26 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Ein vernünftiges Wörterbuch hat von beidem etwas: weder ist jeder Fehler, den
mehr als einer mal gemacht hat, ein wertvoller Beitrag zum Sprachwandel, noch
ist es sinnvoll, Sprachwandel zu vereiteln zu versuchen, indem man einfach
vorschreibt, die bisherige Sprache gelte unverändert weiter.
Und ab wann sollte eine Veränderung dann aufgenommen werden?
Bertel Lund Hansen
2021-06-06 12:15:56 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Und ab wann sollte eine Veränderung dann aufgenommen werden?
Wenn es Sinn hat.

In Dänemark haben wir Retskrivningsordbogen, das von Sprognævnet
ausgegeben wird. Das legt die Norm fest, der offizielle Texte folgen
muss, und so auch Lehrer und Schüler.

Die Mitglieder Sprognævnets studieren allerlei Texte, und wenn 'genug'
'sichere' Sprachbenutzer eine Änderung aufgenommen haben, wird sie im
Retskrivningsordbog eingeführt, vielleicht erst als eine alternative
Möglichkeit.

Sie müssen aber auch die Schreibweise von Wörtern vereinfachen, wenn
viele Leute sie falsch schreiben. Deshalb haben sie mit "majonæse" und
"remulade" versucht. "Remulade" ist noch eine Möglichkeit, aber
"majonæse" ist wieder weggenommen.
--
Bertel
Stefan Schmitz
2021-06-06 12:42:44 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Stefan Schmitz
Und ab wann sollte eine Veränderung dann aufgenommen werden?
Wenn es Sinn hat.
In Dänemark haben wir Retskrivningsordbogen, das von Sprognævnet
ausgegeben wird. Das legt die Norm fest, der offizielle Texte folgen
muss, und so auch Lehrer und Schüler.
Die Mitglieder Sprognævnets studieren allerlei Texte, und wenn 'genug'
'sichere' Sprachbenutzer eine Änderung aufgenommen haben, wird sie im
Retskrivningsordbog eingeführt, vielleicht erst als eine alternative
Möglichkeit.
Was ist "genug" und wer gilt als "sicher"?

Und ich hoffe, dass das systematischer abläuft, als "studieren allerlei
Texte" suggiert. Man müsste schon automatisiert bestimmte Textkategorien
nach neuen Wörtern durchsuchen.
Post by Bertel Lund Hansen
Sie müssen aber auch die Schreibweise von Wörtern vereinfachen, wenn
viele Leute sie falsch schreiben. Deshalb haben sie mit "majonæse" und
"remulade" versucht. "Remulade" ist noch eine Möglichkeit, aber
"majonæse" ist wieder weggenommen.
Bertel Lund Hansen
2021-06-06 15:21:54 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Was ist "genug" und wer gilt als "sicher"?
Ich glaube nicht, dass es objektive Kriterien gibt. Deshalb die
Anführungszeichen.
Post by Stefan Schmitz
Und ich hoffe, dass das systematischer abläuft, als "studieren allerlei
Texte" suggiert. Man müsste schon automatisiert bestimmte Textkategorien
nach neuen Wörtern durchsuchen.
Das tun sie auch. Sie haben eine grosse Datei, wo man unter anderem
sehen kann, wo sie für jedes Wort sehen können, wann und wo sie die
erste Mal das Wort gesehen haben.
--
Bertel
H.-P. Schulz
2021-06-07 09:06:10 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by H.-P. Schulz
Wo - warum auch immer - eindeutig auf "korrekt" bzw. "falsch"
entschieden werden soll, muss ein "amtlicher" Kodex existieren. Und
was vor diesem Kodex dann "korrekt" genannt wird, müsste richtiger
"konform" heißen: kodexkonform.
Da, wie ich immer mitbekomme, der "Duden" immer "demokratischer" wird,
was meint, dass er zu vielen Wörtern mehrere Schreibungen aufführt,
ist er im Urteil derer, die auf jeweils "einzig korrekte" Schreibung
aus sind, kein ernst zu nehmender Kodex mehr.
„demokratisch“ soll wohl heißen deskriptiv: berichtet, wie die Leute reden und
schreiben; das Gegenteil wäre „diktatorisch“, also präskriptiv: legt fest, was
richtig und was falsch ist.
Das alles ist ein sehr weites Feld ...
Warum überhaupt ein Kodex?
Antwort: Die moderne Ära hat ihn hervorgebracht, zuvörderst um der
verstärkten Mobilität, dem interregionalen Austausch zwischen z.T.
stark unterschiedlichen Dialektregionen Rechnung zu tragen.
(Mir kommt immer der Vergleich zur Einführung einer Standard-Uhrzeit
in einem Land; bzw. nötigenfalls mehrerer klar definierter Zeitzonen.)

Natürlich hat die Orthografie etwas mit Verschriftung zu tun, also mit
Sprache (einem Aspekt derselben), sie ist sozusagen der Kodex der
Verschriftung: Eine hoheitliche Regelung; eine "Staatsaktion". Und als
solche hat sie nicht zuvörderst Sprachgelehrte zufrieden zu stellen,
sondern hat eindeutig zu sein: erlern- und gebrauchbar.
Und ihre Befolgung muss für eine bestimmte Verfassergruppe gesichert
werden: Parlament, Gerichte, Verwaltung u.a.m. ... Schule.

Redaktionen, Vereine, Kirchen ... treten fast sämtlich freiwillig dem
Kodex bei.

Nochmal, ganz deutlich: Orthografie *ist nicht* Sprache!
Post by Helmut Richter
Ein vernünftiges Wörterbuch hat von beidem etwas: weder ist jeder Fehler, den
mehr als einer mal gemacht hat, ein wertvoller Beitrag zum Sprachwandel, noch
ist es sinnvoll, Sprachwandel zu vereiteln zu versuchen, indem man einfach
vorschreibt, die bisherige Sprache gelte unverändert weiter.
Im Zusammenhang mit Sprache würde ich das Konzept |gelten| nicht
einsetzen. Gelten ist, was ein Orthografie-Kodex tut.
Post by Helmut Richter
Der Duden ist nicht mehr normativ, also ist ein präskriptiver Ansatz ohne
bindende Wirkung. Trotzdem ist er dort sinnvoll, wo es einen weitgehenden
Konsensus der kompetenten Sprecher gibt, was richtig und was falsch ist.
Sagen wir: ... was akzeptabel sei.
Ob man nun 'einbleuen' oder 'einbläuen' schreibt: Wen schert 's? Ich
meine, außer einem Deutschlehrer, der gehalten ist, Fehler zu finden
und Noten zu vergeben?

Oder 'nummerieren' (eine Schreibung, die z.B. ich selbst nicht
praktiziere): Es ist immer die Übergangsphase, die Zeitspanne, wo alte
und neue Schreibung noch gewissermaßen in ideeller Konkurrenz stehen,
die zu schaffen macht. Die Menschen, die den nunmehr überholten Kodex
gelernt hatten, fühlen sich u.U. künstlich - und mutwillig -
"altgemacht", als gestrig.
Hinzu kommt die nicht selten - mild ausgedrückt: anfechtbare
Begründung einer Änderung seitens der Sprachwissenschaft (... wofür
besagtes 'nummerieren' ein schönes Beispiel ist).
Post by Helmut Richter
Außerdem wird ein Nachschlagewerk zu Rate gezogen, wenn man unsicher ist, und
unsicher ist man, wenn man etwas oft hört oder liest, aber Zweifel hat, ob es
richtig ist. Dann hilft die deskriptive Information, man höre oder lese dies
und jenes jetzt öfter, nicht wirklich weiter; deswegen hat man ja
nachgeschlagen.
Das ist ein Thema für sich: Gerade auch eine fremdsprachige Person ist
zumeist eher auf eine Prä- denn auf eine Deskription aus.

Man schaue sich zu diesem Thema mal etwa ein englischsprachiges
Wörterbuch an! Da gibt es kaum "deskriptiv kontaminierte" Einträge.

______________

Um nochmal auf die Schulsituation zurück zu kommen:
Die Orthografie erlernt am besten, wer viel orthografisch konformen
Text _liest_!
Ich plädiere seit Jahrzehnten für eine zeitliche Entkopplung des
Lesen- und Schreibenlernens, und zwar in dem Sinne, ersteres zwei oder
gar drei Jahre früher zu lehren - man kann ja ruhig mit Vierjährigen
anfangen! (Am Tag meiner Einschulung konnte ich im großen und ganzen
lesen, meint: meinen Wortschatz lesen; schreiben hingegen nicht.)

Und dann: Hörtraining! Der Nutzen eines ausgebildeten Gehörs kann gar
nicht überschätzt werden! Und ja, man kann sehr wohl mit Sechs- bis
Achtjährigen ganz wunderbar Hörtraining machen (... natürlich *nicht*
so gut mit 30 zugleich!! Aber mit zehn Kindern geht das), was u.a.
darin resultiert, dass sie fürs Leben kein Problem mehr haben,
Vokallänge und -kürze zu bestimmen. Und *das* ist ein wesentlicher
Schlüssel u.a. zur dt. Orthografie!
Arno Welzel
2021-06-11 09:35:47 UTC
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Klaus Ethgen:

[...]
Post by Klaus Ethgen
Meiner Auffassung nach ist dieser ganze Gender-Kram orthographisch
einfach falsch und ich würde es bei meinen Schülern auch als falsch
korrigieren. Andere Kommilitonen meinten, man könne da (wohlgemerkt im
Deutsch-Unterricht) auch mal fünfe gerade sein lassen und das nicht als
falsch werten.
Die Kriterien für die Bewertung der Orthographie von Schülern sind
nicht, was jemand persönlich für richtig oder falsch erachtest oder wie
sich Sprache entwickelt, sondern was laut amtlichem Regelwerk gilt:

<https://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/>

Alles andere führt nur zu sinnlosen Diskussionen darüber, ob nun die
Meinung des Lehrers richtig ist oder die der Schüler oder ihrer Eltern.

Wenn Du bei der Bewertung strikt die amtlichen Regeln als Referenz
nimmst, ist das rein sachlich korrekt, egal ob jemand das persönlich für
sinnvoll erachtet oder nicht. Erstmal müssen die Schüler lernen, wie die
Regeln sind. Davon abweichen können sie später immer noch. Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Ulf Kutzner
2021-06-11 11:35:14 UTC
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Post by Arno Welzel
Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Genau. Deswegen mußten bei größeren und
kleineren politischen Umwälzungen auch nie Geschichtsbücher
für den Schulgebrauch ersetzt werden, desgleichen
Sozialkundebücher.
Detlef Meißner
2021-06-11 12:16:47 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Genau. Deswegen mußten bei größeren und
kleineren politischen Umwälzungen auch nie Geschichtsbücher
für den Schulgebrauch ersetzt werden, desgleichen
Sozialkundebücher.
Und weil es nur um Fakten geht, werden ja auch diverse Arbeiten
unterschiedlich beurteilt.

"Es geht nur um Fakten" sagt derjenige, der nur seine eigenen Fakten
gelten lässt.

Aber vielleicht lässt sich dahingehend ein Konsens herstellen, dass man
bestimmte Regeln in der Schule befolgen soll und deren Beachtung
entsprechend benotet wird. Dass es noch andere Regeln gibt, sollte
dabei nicht unerwähnt bleiben.

Typisches Beispiel: "Im Osten geht die Sonne auf ...."

Detlef

Detlef
--
"Was die Massen überzeugt, sind keine Fakten, noch nicht einmal
erfundene Fakten, sondern die Konsistenz der Illusion." (Hannah Arendt)
Arno Welzel
2021-06-11 19:14:23 UTC
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Genau. Deswegen mußten bei größeren und
kleineren politischen Umwälzungen auch nie Geschichtsbücher
für den Schulgebrauch ersetzt werden, desgleichen
Sozialkundebücher.
Deswegen nennt man es auch "politische Umwälzungen", weil sich etwas
verändert.
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Detlef Meißner
2021-06-11 19:18:29 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Genau. Deswegen mußten bei größeren und
kleineren politischen Umwälzungen auch nie Geschichtsbücher
für den Schulgebrauch ersetzt werden, desgleichen
Sozialkundebücher.
Deswegen nennt man es auch "politische Umwälzungen", weil sich etwas
verändert.
Ja, nämlich die Fakten.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
Christina Kunze
2021-06-11 20:16:34 UTC
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Post by Arno Welzel
Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Genau. Deswegen mußten bei größeren und
kleineren politischen Umwälzungen auch nie Geschichtsbücher
für den Schulgebrauch ersetzt werden, desgleichen
Sozialkundebücher.
Deswegen nennt man es auch "politische Umwälzungen", weil sich etwas
verändert.
Das, was sich bei politischen Umwälzungen ändert, sind die historischen
Fakten?
Ich glaube nicht.

Die Zusammenstellung der zu vermittelnden Fakten spiegelt die Auslegung
der Welt, wie man sie gern hätte.

chr
Arno Welzel
2021-06-20 17:33:12 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Arno Welzel
Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Genau. Deswegen mußten bei größeren und
kleineren politischen Umwälzungen auch nie Geschichtsbücher
für den Schulgebrauch ersetzt werden, desgleichen
Sozialkundebücher.
Deswegen nennt man es auch "politische Umwälzungen", weil sich etwas
verändert.
Das, was sich bei politischen Umwälzungen ändert, sind die historischen
Fakten?
Ja - denn es entstehen ja neue Fakten.
Post by Christina Kunze
Ich glaube nicht.
Die Zusammenstellung der zu vermittelnden Fakten spiegelt die Auslegung
der Welt, wie man sie gern hätte.
Was wird denn z.B. heute an der Schule aus der Geschichte der Menschheit
nicht mehr vermittelt, weil man es nicht mehr will?
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Ulf Kutzner
2021-06-11 20:22:27 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Genau. Deswegen mußten bei größeren und
kleineren politischen Umwälzungen auch nie Geschichtsbücher
für den Schulgebrauch ersetzt werden, desgleichen
Sozialkundebücher.
Deswegen nennt man es auch "politische Umwälzungen", weil sich etwas
verändert.
Mit Zeitmaschine sogar die Geschichte. Oder doch nur die Vorgabe der Sichtweise?
Arno Welzel
2021-06-20 17:33:43 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
Post by Ulf Kutzner
Post by Arno Welzel
Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Genau. Deswegen mußten bei größeren und
kleineren politischen Umwälzungen auch nie Geschichtsbücher
für den Schulgebrauch ersetzt werden, desgleichen
Sozialkundebücher.
Deswegen nennt man es auch "politische Umwälzungen", weil sich etwas
verändert.
Mit Zeitmaschine sogar die Geschichte. Oder doch nur die Vorgabe der Sichtweise?
Nö. Der Zustand, wie er ist. Es kommen einfach neue Dinge hinzu.
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Jakob Achterndiek
2021-06-11 13:03:19 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
Die Kriterien für die Bewertung der Orthographie von Schülern sind
nicht, was jemand persönlich für richtig oder falsch erachtest oder wie
<https://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/>
Alles andere führt nur zu sinnlosen Diskussionen [..]
Seine Kompetenz weist dieser Rechtschreibrat schon im ersten
Absatz seiner Selbsterklärung nach, in dem er (und indem er)
von seinem Regelwerk behauptet:
| [Es] fixiert .. die amtliche Norm und bildet damit gleichsam
| den „Urmeter“ der deutschen Rechtschreibung.

Nachdem er das neutrale in einen maskulinen Urmeter verwandelt
hat, darf er, der Rechtschreibrat, auch gern ein bißchen an dem
herumfeilen und z.B., weil's gerade paßt, "Schose" und "Sketsch"
wegschnibbeln und dafür "Creme" und "Schmand" neu dranbappen an
diesen Urmeter, damit er, _der_ gleichsame Meter, wenigstens
_ungefähr_ immer gleich lang bleibt.
--
j/\a
Diedrich Ehlerding
2021-06-11 13:25:41 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Nachdem er das neutrale in einen maskulinen Urmeter verwandelt
hat,
"Meter" ist auch laut Grimms Wörterbuch sowohl maskulinen als auch
neutralen Generis:

| meter, m. n. längenmasz, nach dem franz. mètre durch gesetz von 1868
| eingeführt,

DWDS hat auch Belege für "Urmeter" in beiderlei Gestalt (wenn auch
zugegebenermaßen mehr "das" als "der")

| Doch recht bald wurde den neuen Herren bewusst, dass da der kulturelle
| Urmeter der Nation verschleudert wurde.
| Die Welt, 18.07.2003
| Der Ablauf des Lebens zwischen Geburt und Tod bleibt das Urmeter
| historischer Zeit.
| Süddeutsche Zeitung, 06.08.2003

Insofern steht der Rechtschreibrat da nicht völlig allein auf weiter
Flur.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Jakob Achterndiek
2021-06-11 17:48:23 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Jakob Achterndiek
Nachdem er das neutrale in einen maskulinen Urmeter verwandelt
hat,
DWDS hat auch Belege für "Urmeter" in beiderlei Gestalt (wenn auch
zugegebenermaßen mehr "das" als "der")
Insofern steht der Rechtschreibrat da nicht völlig allein auf weiter
Flur.
Quod licet bovi, non licet Jovi.
--
j/\a
Arno Welzel
2021-06-11 19:16:16 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Arno Welzel
Die Kriterien für die Bewertung der Orthographie von Schülern sind
nicht, was jemand persönlich für richtig oder falsch erachtest oder wie
<https://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/>
Alles andere führt nur zu sinnlosen Diskussionen [..]
Seine Kompetenz weist dieser Rechtschreibrat schon im ersten
Absatz seiner Selbsterklärung nach, in dem er (und indem er)
| [Es] fixiert .. die amtliche Norm und bildet damit gleichsam
| den „Urmeter“ der deutschen Rechtschreibung.
Nachdem er das neutrale in einen maskulinen Urmeter verwandelt
hat, darf er, der Rechtschreibrat, auch gern ein bißchen an dem
[...]

<https://www.dwds.de/wb/Meter>

"Meter, der oder das"

Da gibt es auch Beispiele für die Verwendung in der maskulinen Form.
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Jakob Achterndiek
2021-06-11 22:34:30 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
<https://www.dwds.de/wb/Meter>
"Meter, der oder das"
Da gibt es auch Beispiele für die Verwendung in der maskulinen Form.
Ja, und je genauer man es wissen möchte, desto unübersichtlicher
wird es. Zum Beispiel mit Wärme bildet es meistens ein Neutrum,
aber mit Gewichten meistens ein Maskulinum: _Das_ Thermometer,
aber _der_ Kilometer. Als feminine Meter fällt mir jetzt nur was
mit Göttern ein: Demeter. Aber ganz sicher scheint das auch nicht
zu sein, weil: Von der steht im Online-Duden kein Genus und nicht
einmal ein bestimmter Artikel. Die alten Griechen sollen sie sich
weiblich vorgestellt haben: Δήμητρα. - Aber Sprache ändert sich
natürlich. Darum hält Duden sich in diesem Fall vorsichtig zurück.
--
j/\a
Ulf Kutzner
2021-06-12 04:32:44 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Arno Welzel
<https://www.dwds.de/wb/Meter>
"Meter, der oder das"
Da gibt es auch Beispiele für die Verwendung in der maskulinen Form.
Ja, und je genauer man es wissen möchte, desto unübersichtlicher
wird es. Zum Beispiel mit Wärme bildet es meistens ein Neutrum,
aber mit Gewichten meistens ein Maskulinum: _Das_ Thermometer,
aber _der_ Kilometer.
Autsch.
Thomas Hochstein
2021-06-12 10:36:02 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Zum Beispiel mit Wärme bildet es meistens ein Neutrum,
aber mit Gewichten meistens ein Maskulinum: _Das_ Thermometer,
aber _der_ Kilometer.
Das Kilometermeter.
Quinn C
2021-06-12 16:34:34 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Als feminine Meter fällt mir jetzt nur was
mit Göttern ein: Demeter. Aber ganz sicher scheint das auch nicht
zu sein, weil: Von der steht im Online-Duden kein Genus und nicht
einmal ein bestimmter Artikel. Die alten Griechen sollen sie sich
weiblich vorgestellt haben: Δήμητρα.
Und nun setz mal die Mitra des Sprachpapstes schnell wieder ab.
--
Sie konnen Ihre Postsendung in unserer Postabteilung personlich
kriegen. Vielen Dank! Deutsche Post AG.
He called it, and now Silver's a pop-culture star
-- SPAMPOESIE
Fritz
2021-06-12 07:14:01 UTC
Permalink
Post by Arno Welzel
Die Kriterien für die Bewertung der Orthographie von Schülern sind
nicht, was jemand persönlich für richtig oder falsch erachtest oder wie
<https://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/>
Alles andere führt nur zu sinnlosen Diskussionen darüber, ob nun die
Meinung des Lehrers richtig ist oder die der Schüler oder ihrer Eltern.
Wenn Du bei der Bewertung strikt die amtlichen Regeln als Referenz
nimmst, ist das rein sachlich korrekt, egal ob jemand das persönlich für
sinnvoll erachtet oder nicht. Erstmal müssen die Schüler lernen, wie die
Regeln sind. Davon abweichen können sie später immer noch. Aber in der
Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die Auslegung
der Welt, wie man sie gerne hätte.
Was 'lebende' Sprachen generell betrifft: πάντα ῥεῖ (panta rhei)
--
Fritz
Zentrum Liberale Moderne <https://libmod.de/>
Paneuropa <https://www.paneuropa.at/>
Ingo
2021-06-13 11:16:33 UTC
Permalink
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und
nicht um die Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Über vierzig Jahre her im Relgionsunterricht:
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Ich: "Wer?" (war wirklich die einzige Zeile von mir)
Lehrer: 0 Punkte, sechs

Nun kläre mich jemand mal über die Fakten auf :-)
Bertel Lund Hansen
2021-06-13 12:26:53 UTC
Permalink
Lehrer:        0 Punkte, sechs
Frage von einem, der nicht das deutsche System kennt:

"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"?
Wenn es ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
--
Bertel
Detlef Meißner
2021-06-13 12:43:05 UTC
Permalink
Lehrer:        0 Punkte, sechs
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"? Wenn
es ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
6 ist die schlechteste Note.
0 Punkte, weil die Arbeit nach einem Punkteschema bewertet wurde.

Detlef
--
"Was die Massen überzeugt, sind keine Fakten, noch nicht einmal
erfundene Fakten, sondern die Konsistenz der Illusion." (Hannah Arendt)
Ingo
2021-06-13 12:49:38 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Lehrer:        0 Punkte, sechs
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"?
Wenn es ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
Das deutsche Notensystem geht von 1 bis 6
1 Sehr gut
2 Gut
3 Befriedigend
4 Ausreichend
5 Mangelhaft
6 Ungenügend

sechs ist also die schlechteste Note, di du bekommen kannst.
Neben diesen Noten gab es auch ein Punktesystem

15 Ein plus (also besser als sehr gut)
13-14 Sehr gut
11-12 Gut
8-10 Befriedigend
5- 7 Ausreichend
2- 4 Mangelhaft
0- 1 Ungenügend


bei mir war das eindeutig verteilt :-)
Naturwissenschaftliche Fächer: immer 15 Punkte
Sonstige Fächer so bis 10 Punkte.
In Geschichte und Religion gerne auch 0 Punkt

Geschichtslehrer teil Aufgaben aus.
Ich schreibe meinen Namen drauf, holen eine Apfel aus dem Ranzen und
gehe nach vorne: "Hier ist meine Arbeit, ich gehe dann mal in die Pause"
Lehrer:"Das ist dann aber einen glatte sechs/0 Punkte"
Ich: "Ja, weiß ich. Aber in den nächsten 45 Minuten wird sich daran auch
nichts ändern" :-)
Detlef Meißner
2021-06-13 12:52:30 UTC
Permalink
Post by Ingo
Lehrer:        0 Punkte, sechs
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"? Wenn
es ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
bei mir war das eindeutig verteilt :-)
Naturwissenschaftliche Fächer: immer 15 Punkte
Sonstige Fächer so bis 10 Punkte.
In Geschichte und Religion gerne auch 0 Punkt
Geschichtslehrer teil Aufgaben aus.
Ich schreibe meinen Namen drauf, holen eine Apfel aus dem Ranzen und gehe
nach vorne: "Hier ist meine Arbeit, ich gehe dann mal in die Pause"
Lehrer:"Das ist dann aber einen glatte sechs/0 Punkte"
Ich: "Ja, weiß ich. Aber in den nächsten 45 Minuten wird sich daran auch
nichts ändern" :-)
Das Thema "Kokettieren mit Unwissenheit" hatten wir hier schon vor
kurzem.

Detlef
--
„Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen,
wahrhaftig Wahrheit ist oder ob es uns nur so scheint." (H. v. Kleist)
Ingo
2021-06-13 13:07:13 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Bertel Lund Hansen
Lehrer:        0 Punkte, sechs
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet
"sechs"? Wenn es ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
bei mir war das eindeutig verteilt :-)
Naturwissenschaftliche Fächer: immer 15 Punkte
Sonstige Fächer so bis 10 Punkte.
In Geschichte und Religion gerne auch 0 Punkt
Geschichtslehrer teil Aufgaben aus.
Ich schreibe meinen Namen drauf, holen eine Apfel aus dem Ranzen und
gehe nach vorne: "Hier ist meine Arbeit, ich gehe dann mal in die Pause"
Lehrer:"Das ist dann aber einen glatte sechs/0 Punkte"
Ich: "Ja, weiß ich. Aber in den nächsten 45 Minuten wird sich daran
auch nichts ändern" :-)
Das Thema "Kokettieren mit Unwissenheit" hatten wir hier schon vor kurzem.
War nicht nur Unwissenheit.
Ich hatte einfach keinen Bock auf die "dummen" Fragen :-)

Und ja, lernen war auch nicht meine Stärke:
Entweder es war herleitbar oder für mich nicht relevant *grins'

Wobei ganz stimmt das iregdnwei auch nicht.
In Englisch war ich auch nicht die Leuchte.
Als meine Elteren scherzhaft meinte, wenn die nächste Arbeiot eine eins
ist, bekomme ich 50 Mark.
Keine Ahnung wie ich es geschaft haben - intensiv lernen kann es nicht
gewesen sein -, habe ich die 50 Mark mitgenommen :-)
Stefan Schmitz
2021-06-13 13:38:43 UTC
Permalink
   15 Ein plus (also besser als sehr gut)
13-14 Sehr gut
11-12 Gut
 8-10 Befriedigend
 5- 7 Ausreichend
 2- 4 Mangelhaft
 0- 1 Ungenügend
Da hast du bei "Gut" einen Punkt vergessen und bei "Ungenügend" eingefügt.
bei mir war das eindeutig verteilt :-)
Naturwissenschaftliche Fächer: immer 15 Punkte
Sonstige Fächer so bis 10 Punkte.
In Geschichte und Religion gerne auch 0 Punkt
Verstehe ich nicht. Wenn man in Deutsch, Sozialwissenschaft und Erdkunde
10 Punkte erreicht, warum in den anderen beiden Fächern 0?

Bei Sport, Kunst und Musik kann ich mir 0 Punkte noch mit fehlendem
Talent erklären. (Musik war das einzige Fach, wo ich mal 0 Punkte in
einem Test geschafft habe. Ich hatte keine Intervalle und Akkorde
richtig erkannt.)

Ansonsten muss es selektiver Unwille sein. Lag es am Lehrer?
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen,
aber Geschichte?
Detlef Meißner
2021-06-13 14:11:38 UTC
Permalink
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen, aber
Geschichte?
Wenn man bei Religion seiner diesbezüglichen Überzeugung folgen möchte,
dann gibt es die Möglichkeit, das Fach nicht zu belegen. Das wäre dann
konsequent.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Stefan Schmitz
2021-06-13 14:21:50 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen,
aber Geschichte?
Wenn man bei Religion seiner diesbezüglichen Überzeugung folgen möchte,
dann gibt es die Möglichkeit, das Fach nicht zu belegen. Das wäre dann
konsequent.
Das geht erst ab 14 unabhängig von den Eltern.
Detlef Meißner
2021-06-13 14:27:22 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen, aber
Geschichte?
Wenn man bei Religion seiner diesbezüglichen Überzeugung folgen möchte,
dann gibt es die Möglichkeit, das Fach nicht zu belegen. Das wäre dann
konsequent.
Das geht erst ab 14 unabhängig von den Eltern.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Kinder dürfen durchaus ihre Wünsche vortragen.

Ich weiß aber, dass viele Eltern und Schüler von dieser Möglichkeit
keine Ahnung hatten.

Detlef
--
Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.
Bertel Lund Hansen
2021-06-13 14:20:05 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen,
Mag sein, aber man kann es als einfaches Wissen behandeln. Es braucht
nichts mit Glauben zu tun haben.

Ich bin Ateist. Dennoch musste ich in der Schule, im Gymnasium und sogar
beim Lehrerseminarium Religionunterricht haben. Noch dazu habe ich es
als Spezialfach gewählt.
--
Bertel
Detlef Meißner
2021-06-13 14:25:23 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen,
Mag sein, aber man kann es als einfaches Wissen behandeln. Es braucht nichts
mit Glauben zu tun haben.
Ich bin Ateist.
^^Atheist
Dennoch musste ich in der Schule, im Gymnasium und sogar beim
Lehrerseminarium Religionunterricht haben. Noch dazu habe ich es als
Spezialfach gewählt.
Bei uns besteht der Religionsunterricht stellenweise nicht aus der
Vermittlung von Wissen *über* den Glauben, sondern von Wissen, wie man
*richtig* glaubt.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
Stefan Schmitz
2021-06-13 14:31:40 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Stefan Schmitz
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen,
Mag sein, aber man kann es als einfaches Wissen behandeln. Es braucht
nichts mit Glauben zu tun haben.
Ich bin Ateist. Dennoch musste ich in der Schule, im Gymnasium und sogar
beim Lehrerseminarium Religionunterricht haben. Noch dazu habe ich es
als Spezialfach gewählt.
Warum hast du das als Atheist gewählt?
Bertel Lund Hansen
2021-06-13 15:30:17 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Warum hast du das als Atheist gewählt?
Weil ich neugierig war, und der Lehrer, der als Priester gearbeitet
hatte, war eine kluge und interessante Person. Das merkte ich schon beim
obligatorischen Religionunterricht.

Jetzt weiss ich besser, was Kristentum ist, und wir lernten auch etwas
von anderen Religionen. Es hat aber nichts für mich geändert, was
Überzeugung angeht.
--
Bertel
wolfgang sch
2021-06-14 02:43:34 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Stefan Schmitz
Warum hast du das als Atheist gewählt?
Weil ich neugierig war, und der Lehrer, der als Priester gearbeitet
hatte, war eine kluge und interessante Person. Das merkte ich schon beim
obligatorischen Religionunterricht.
Jetzt weiss ich besser, was Kristentum ist, und wir lernten auch etwas
von anderen Religionen. Es hat aber nichts für mich geändert, was
Überzeugung angeht.
Es gibt atheistische Bibelforscher, bekannt ist zB Francesca
Stavrakopoulou (s. Google). Das ist kein Widerspruch. Interesse am
Thema Religionsgeschichte setzt ja nicht voraus, selbst zu glauben.

Das Problem mit dem Religionsunterricht ist, dass er nicht einfach
Information über Religionen ist, sondern (jedenfalls bei uns) Erziehung
_zum_ _Glauben_.

Wenn es ein weltanschaulich neutrales Fach "Religionslehre" gäbe, wäre
das besser.
--
Wollt ihr den totalen Lockdown?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Bertel Lund Hansen
2021-06-14 07:15:24 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
Das Problem mit dem Religionsunterricht ist, dass er nicht einfach
Information über Religionen ist, sondern (jedenfalls bei uns) Erziehung
_zum_ _Glauben_.
Wenn es ein weltanschaulich neutrales Fach "Religionslehre" gäbe, wäre
das besser.
So ist es in Dänemark. Der Unterricht, den ich selbst erlebt habe,
handelte sich auch nicht darum uns zum Glauben zu bringen, obwohl die
Grenze damals nicht streng gezogen wurde. Z.B sollten wir Vaterunser
aussprechen. Das kann heute nicht vorkommen.

Ich habe auch zahlreiche Hymnen gesungen und gelernt, sowohl Text als
auch Melodie. Das hat mir keine Schäden verursacht. Im Gegenteil liebe
ich zu singen, und weil ich nicht glaube, haben die Worte auf mich
keinen Einfluss.
--
Bertel
Wolfgang
2021-06-14 08:36:44 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
[...]
So ist es in Dänemark. Der Unterricht, den ich selbst erlebt habe,
handelte sich auch nicht darum [1] uns zum Glauben zu bringen, obwohl
die Grenze damals nicht streng gezogen wurde. Z.B sollten wir [2]
Vaterunser aussprechen [3]. Das kann heute nicht vorkommen.
Ich habe auch zahlreiche Hymnen [4] gesungen und gelernt, sowohl
Text als auch Melodie. Das hat mir keine Schäden verursacht. Im
Gegenteil liebe ich zu singen, und weil ich nicht glaube, haben
die Worte auf mich keinen Einfluss.
Was für ein Deutscher wäre ich, wenn ich nicht auch als Besserwisser
aufträte. Deshalb nimm mir bitte die folgenden Korrekturen nicht gar
zu übel, sondern nimm sie als Manifestation einer typisch deutschen
Unart.

[1] «handelte sich nicht darum» ist kein guter Ausdruck; besser wäre
«hatte nicht zum Ziel».

[2] hier fehlt der Artikel «das».

[3] «aussprechen» ist in diesem Falle unangemessen; «sprechen» genügt.

        Beispiele für «aussprechen»:
        1. «Ich habe mich mit meinem Kollegen ausgesprochen,
           um unseren Streit beizulegen.»
        2. Vielen Deutschen (u.a. auch mir) gelingt es nicht,
           den Stød am Endes des Namens «Kierkegaard» richtig
           auszusprechen.

[4] «Hymnen» ist hier zwar nicht falsch, aber heutzutage in dieser
Bedeutung sehr ungewöhnlich; gebräuchlicher ist «Kirchenlieder».

Ciao,
Wolfgang
Bertel Lund Hansen
2021-06-14 13:37:07 UTC
Permalink
Post by Wolfgang
Was für ein Deutscher wäre ich, wenn ich nicht auch als Besserwisser
aufträte.
Keine Angst. Ich habe mehrmals hier gesagt, dass ich gerne korrigiert
werden möchte.
--
Bertel
Martin Gerdes
2021-06-15 21:50:10 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Wolfgang
Was für ein Deutscher wäre ich, wenn ich nicht auch als Besserwisser
aufträte.
Keine Angst. Ich habe mehrmals hier gesagt, dass ich gerne korrigiert
werden möchte.
Gelegentlich hast Du aber auch schon das Gegenteil geschrieben (was der
Grund dafür ist, daß ich Dir keine Korrektur mehr zukommen lasse).
Stephan Seitz
2021-06-14 11:52:38 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
Das Problem mit dem Religionsunterricht ist, dass er nicht einfach
Information über Religionen ist, sondern (jedenfalls bei uns) Erziehung
_zum_ _Glauben_.
Eben. Religionsgeschichte an sich ist durchaus interessant. Das wird
aber weniger unterrichtet.

Bei uns damals gabs ja schon Ärger, wenn ein Evangele mal zu den
Katholen rein interessehalber in den Unterricht wollte. So was gibts
hier nicht.
Post by wolfgang sch
Wenn es ein weltanschaulich neutrales Fach "Religionslehre" gäbe, wäre
das besser.
Es könnte da durchaus zu einem besseren Verständnis dieser Sekten
führen.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Christina Kunze
2021-06-13 16:02:05 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Stefan Schmitz
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen,
Mag sein, aber man kann es als einfaches Wissen behandeln. Es braucht
nichts mit Glauben zu tun haben.
Ich bin Ateist. Dennoch musste ich in der Schule, im Gymnasium und
sogar beim Lehrerseminarium Religionunterricht haben. Noch dazu habe
ich es als Spezialfach gewählt.
Warum hast du das als Atheist gewählt?
Die besten Kenner des Marxismus waren die Jesuiten. Noch Fragen?

chr
Detlef Meißner
2021-06-13 16:16:27 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Stefan Schmitz
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Stefan Schmitz
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen,
Mag sein, aber man kann es als einfaches Wissen behandeln. Es braucht
nichts mit Glauben zu tun haben.
Ich bin Ateist. Dennoch musste ich in der Schule, im Gymnasium und sogar
beim Lehrerseminarium Religionunterricht haben. Noch dazu habe ich es als
Spezialfach gewählt.
Warum hast du das als Atheist gewählt?
Die besten Kenner des Marxismus waren die Jesuiten. Noch Fragen?
"Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können."

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Quinn C
2021-06-13 16:47:14 UTC
Permalink
Post by Ingo
bei mir war das eindeutig verteilt :-)
Naturwissenschaftliche Fächer: immer 15 Punkte
Sonstige Fächer so bis 10 Punkte.
In Geschichte und Religion gerne auch 0 Punkt
[...] Ansonsten muss es selektiver Unwille sein. Lag es am Lehrer?
Mit Religion kann man ja aus Überzeugung nichts zu tun haben wollen,
aber Geschichte?
Bei mir lag es an den Lehrer:innen, daß Geschichte eins der sehr wenigen
Fächer war, in denen ich mal eine 5 in einer Klassenarbeit hatte. Es war
teilweise entsetzlich langweilig.

In Religion hatte ich trotz Atheismus das Problem weniger. In der 5.
Klasse mal, wo uns der Lehrer die perfekte Bienenwabe als Gottesbeweis
verkaufen wollte. Aber später gab es da zum Teil ganz interessante
ethische Diskussionen.
--
1234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890
-- SPAMPOESIE
wolfgang sch
2021-06-14 02:47:58 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Bei mir lag es an den Lehrer:innen
Hattest du wirklich genderfluide Lehrer?
--
Wollt ihr den totalen Lockdown?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Quinn C
2021-06-14 17:12:46 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Bei mir lag es an den Lehrer:innen
Hattest du wirklich genderfluide Lehrer?
Weiß ich nicht, solche waren damals in der Regel nicht out.
--
Um zu unserem neuen Sicherheits-System zu verbinden und
zum Schutz vor Betrug.
_klicken Sie hier_
-- SPAMPOESIE
Quinn C
2021-06-13 16:47:15 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Bertel Lund Hansen
Lehrer:        0 Punkte, sechs
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"?
Wenn es ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
Das deutsche Notensystem geht von 1 bis 6
1 Sehr gut
2 Gut
3 Befriedigend
4 Ausreichend
5 Mangelhaft
6 Ungenügend
sechs ist also die schlechteste Note, di du bekommen kannst.
Neben diesen Noten gab es auch ein Punktesystem
15 Ein plus (also besser als sehr gut)
13-14 Sehr gut
11-12 Gut
8-10 Befriedigend
5- 7 Ausreichend
2- 4 Mangelhaft
0- 1 Ungenügend
Ich habe das anderes in Erinnerung:

15-13 Sehr gut
12-10 Gut
9-7 Befriedigend
6-4 Ausreichend
3-1 Mangelhaft
0 Unbefriedigend

5 Punkte war das Minimum für "bestanden".

Die Punktzahl kann man in klassische Noten umsetzen:

15 1+
14 1
13 1-
12 2+
11 2
...

Rechnerisch entspricht dabei das + oder - 0.3 Notenstufen*, also

15 0,7
14 1,0
13 1,3
12 1,7
11 2,0
...

* Wenn man Durchschnitte bildet, in Wirklichkeit 1/3, aber feinere
Abstufungen als Zehntel wurden nie ausgeschrieben.

Das Gesamtergebnis des Abiturs war "klassisch" mit Zehnteln
ausgeschrieben, also z.B. "1,8".

Deine Skala, bei dem die Note "gut" schmaler ist als die anderen, wäre
für Umrechnungen sehr kompliziert geworden - von daher würde ich Dir in
Mathe einstweilen keine 15 Punkte zuerkennen :)
--
Sie konnen Ihre Postsendung in unserer Postabteilung personlich
kriegen. Vielen Dank! Deutsche Post AG.
He called it, and now Silver's a pop-culture star
-- SPAMPOESIE
Stefan Schmitz
2021-06-13 17:03:15 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Rechnerisch entspricht dabei das + oder - 0.3 Notenstufen*, also
15 0,7
14 1,0
13 1,3
12 1,7
11 2,0
...
* Wenn man Durchschnitte bildet, in Wirklichkeit 1/3, aber feinere
Abstufungen als Zehntel wurden nie ausgeschrieben.
Ist das wirklich 1/3? Die Aussage habe ich noch nie gehört, mich aber
immer über die unterschiedlichen Abstände gewundert.
Helmut Richter
2021-06-13 12:50:29 UTC
Permalink
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"? Wenn es
ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
1 = sehr gut
2 = gut
3 = befriedigend
4 = ausreichend
5 = mangelhaft
6 = ungenügend

Die Grundregel lautete früher (wie es heute ist, weiß ich nicht): hat ein
Schüler in einem Fach eine 6 oder in zwei Fächern eine 5, muss er die
Klasse wiederholen. Dann gabs noch Sonderregeln für einseitig begabte
Schüler, die mit einer 1 in einem Fach eine 5 oder 6 in einem anderen Fach
um eine Stufe aufwerten konnten.
--
Helmut Richter
Hans
2021-06-13 13:31:30 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"? Wenn es
ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
1 = sehr gut
2 = gut
3 = befriedigend
4 = ausreichend
5 = mangelhaft
6 = ungenügend
Die Grundregel lautete früher (wie es heute ist, weiß ich nicht): hat ein
Schüler in einem Fach eine 6 oder in zwei Fächern eine 5, muss er die
Klasse wiederholen. Dann gabs noch Sonderregeln für einseitig begabte
Schüler, die mit einer 1 in einem Fach eine 5 oder 6 in einem anderen Fach
um eine Stufe aufwerten konnten.
In Österreich gab und gibt es nur fünf Noten, von 1 (die beste) bis 5
(die schlechteste). Und hatte man damals in zwei Fächern einen Fünfer,
wurde die Klasse wiederholt. Ist mir mal passiert.
Andreas Karrer
2021-06-13 15:54:11 UTC
Permalink
Post by Hans
Post by Helmut Richter
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"? Wenn es
ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
1 = sehr gut
2 = gut
3 = befriedigend
4 = ausreichend
5 = mangelhaft
6 = ungenügend
Die Grundregel lautete früher (wie es heute ist, weiß ich nicht): hat ein
Schüler in einem Fach eine 6 oder in zwei Fächern eine 5, muss er die
Klasse wiederholen. Dann gabs noch Sonderregeln für einseitig begabte
Schüler, die mit einer 1 in einem Fach eine 5 oder 6 in einem anderen Fach
um eine Stufe aufwerten konnten.
In Österreich gab und gibt es nur fünf Noten, von 1 (die beste) bis 5
(die schlechteste). Und hatte man damals in zwei Fächern einen Fünfer,
wurde die Klasse wiederholt. Ist mir mal passiert.
Nur der Vollständigkeit halber: In der CH ist die Skala umgekehrt:

6: sehr gut
5: gut
4: genügend
3: ungenügend
2: schlecht
1: unterirdisch

Gefordert ist ein Durchschnitt von 4, manchmal mit Nebenbedingungen
(z.B. ein Note unter 4 muss mit 2 Noten über 4 kompensiert werden).
Es gibt halbe Noten (3.5, 5.5 etc), im Maturazeugnis nur ganze.

Einstein hat an der Kantonsschule Aarau Matura (Abitur) gemacht und war
nur in Frz. ungenügend (3), in Mathe, Physik und Geschichte hatte er
eine 6. Das hat den Mythos genährt, Einstein sei ein sehr schlechter
Schüler gewesen.


- Andi
Detlef Meißner
2021-06-13 16:01:15 UTC
Permalink
Post by Hans
Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"?
Wenn es ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
1 = sehr gut
2 = gut
3 = befriedigend
4 = ausreichend
5 = mangelhaft
6 = ungenügend
Die Grundregel lautete früher (wie es heute ist, weiß ich nicht): hat ein
Schüler in einem Fach eine 6 oder in zwei Fächern eine 5, muss er die
Klasse wiederholen. Dann gabs noch Sonderregeln für einseitig begabte
Schüler, die mit einer 1 in einem Fach eine 5 oder 6 in einem anderen Fach
um eine Stufe aufwerten konnten.
In Österreich gab und gibt es nur fünf Noten, von 1 (die beste) bis 5
(die schlechteste). Und hatte man damals in zwei Fächern einen Fünfer,
wurde die Klasse wiederholt. Ist mir mal passiert.
In Russland wohl auch.

Detlef
--
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im
Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
(Mark Twain)
Stefan Schmitz
2021-06-13 16:17:47 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
6: sehr gut
5: gut
4: genügend
3: ungenügend
2: schlecht
1: unterirdisch
Gefordert ist ein Durchschnitt von 4, manchmal mit Nebenbedingungen
(z.B. ein Note unter 4 muss mit 2 Noten über 4 kompensiert werden).
Es gibt halbe Noten (3.5, 5.5 etc), im Maturazeugnis nur ganze.
Drei Noten für schlechte Leistungen, aber nur zwei für gute finde ich
merkwürdig. Kommen 1 und 2 überhaupt vor? Deren Namen sehen aus wie von
dir erfunden.
Martin Gerdes
2021-06-13 17:20:49 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Andreas Karrer
6: sehr gut
5: gut
4: genügend
3: ungenügend
2: schlecht
1: unterirdisch
Gefordert ist ein Durchschnitt von 4, manchmal mit Nebenbedingungen
(z.B. ein Note unter 4 muss mit 2 Noten über 4 kompensiert werden).
Es gibt halbe Noten (3.5, 5.5 etc), im Maturazeugnis nur ganze.
Drei Noten für schlechte Leistungen, aber nur zwei für gute finde ich
merkwürdig.
Wieso? Bei Ebay und Amazon gibts doch auch nur eine einzige Bewertung
für eine normale Leistung, aber sogar vier Stufen für eine schlechte --
und offenbar nimmt keiner Anstoß an dieser Bewertungsskala.
Andreas Karrer
2021-06-13 19:17:00 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Andreas Karrer
6: sehr gut
5: gut
4: genügend
3: ungenügend
2: schlecht
1: unterirdisch
Gefordert ist ein Durchschnitt von 4, manchmal mit Nebenbedingungen
(z.B. ein Note unter 4 muss mit 2 Noten über 4 kompensiert werden).
Es gibt halbe Noten (3.5, 5.5 etc), im Maturazeugnis nur ganze.
Drei Noten für schlechte Leistungen, aber nur zwei für gute finde ich
merkwürdig. Kommen 1 und 2 überhaupt vor? Deren Namen sehen aus wie von
dir erfunden.
Genau so ist es, sie kommen praktisch nie vor. "unterirdisch" hab ich
erfunden. Nach WP ist 2: schwach, 1: schlecht.

- Andi
wolfgang sch
2021-06-14 02:46:07 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
6: sehr gut
5: gut
4: genügend
3: ungenügend
2: schlecht
1: unterirdisch
Gefordert ist ein Durchschnitt von 4, manchmal mit Nebenbedingungen
Das ist nicht ganz symmetrisch. Die schweizerische 4 entspräche der
deutschen 3, die schweizerische 3 der deutschen 4.

Aber die deutsche 4 gilt noch als bestanden, die schweizerische 3 nach
dem was du sagst nicht.
--
Wollt ihr den totalen Lockdown?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Jakob Achterndiek
2021-06-13 12:53:10 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Lehrer:        0 Punkte, sechs
"0 Punkte" glaube ich, dass ich raten kann, aber was bedeutet "sechs"?
Wenn es ein Charakter ist, wie ist denn die Skala?
Noten nach alter (deutscher) Skala von 1 bis 6
sehr gut / gut / befriedigend / ausreichend / mangelhaft / ungenügend.
Punktwerte 15 - 13 / 12 - 10 / 9 - 7 / 6 - 4 / 3 - 1 / 0

In meiner langen Laufbahn habe ich EINE mündliche Abitur-Prüfung
erlebt, bei der in einer halbe Stunde trotz guten Zuredens nicht
mehr als NULL Punkte herauszuholen waren. Das war für _alle_
Beteiligten äußerst quälend. Und ich hätte so etwas vorher nicht
für möglich gehalten.
--
j/\a
Detlef Meißner
2021-06-13 12:46:04 UTC
Permalink
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die
Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Ich: "Wer?" (war wirklich die einzige Zeile von mir)
Lehrer: 0 Punkte, sechs
Nun kläre mich jemand mal über die Fakten auf :-)
Fakten sind halt das, was man aktuell weiß.
Und Fakt war auch, dass du nicht wusstest (oder so tatest), was "Gott"
überhaupt ist.
Aber ich denke, bei deinen Klassenkameraden hast du einen starken
Eindruck hinterlassen.

Detlef
--
Die Mathematik lehrt uns, dass man Nullen nicht übersehen darf.
Bärbel Nolden
2021-06-13 12:56:45 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um
die Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Ich:           "Wer?"       (war wirklich die einzige Zeile von mir)
Lehrer:        0 Punkte, sechs
Nun kläre mich jemand mal über die Fakten auf :-)
Fakten sind halt das, was man aktuell weiß.
Und Fakt war auch, dass du nicht wusstest (oder so tatest), was "Gott"
überhaupt ist.
Aber ich denke, bei deinen Klassenkameraden hast du einen starken
Eindruck hinterlassen.
Beim Lehrer ja vielleicht auch (oder zumindest einen günstigeren), wenn
er "Wen?" geschrieben hätte.
Stefan Schmitz
2021-06-13 13:46:44 UTC
Permalink
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um
die Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Welche Klasse?
In Religion kenne ich keine Klassenarbeiten. Klausuren in der Oberstufe
hätten wohl andere Fragen gestellt.
Post by Ingo
Ich:           "Wer?"       (war wirklich die einzige Zeile von mir)
Lehrer:        0 Punkte, sechs
Klar, wenn du zum Ausdruck bringst, dass du dem Unterricht nie gefolgt
bist, bleibt ihm nichts anderes übrig.

Wie wäre wohl die Bewertung bei "Nichts!" ausgefallen? Schließlich gibt
es da kein Wissen, nur Glauben.
Detlef Meißner
2021-06-13 14:14:33 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um die
Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Welche Klasse?
In Religion kenne ich keine Klassenarbeiten.
Früher nannte man jegliche Arbeit, die gemeinsam in einer Klasse
geschrieben wurde, Klassenarbeit. Später unterschied man dann zwischen
den Klassenarbeiten (in den Hauptfächern) und Lernkontrollen und Tests
in den Nebenfächern.

Detlef
--
"Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch
nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden." (Popper)
Stefan Schmitz
2021-06-13 14:28:57 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht
um die Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Welche Klasse?
In Religion kenne ich keine Klassenarbeiten.
Früher nannte man jegliche Arbeit, die gemeinsam in einer Klasse
geschrieben wurde, Klassenarbeit. Später unterschied man dann zwischen
den Klassenarbeiten (in den Hauptfächern) und Lernkontrollen und Tests
in den Nebenfächern.
Wann war denn "später"? Vor vierzig Jahren hieß es bei mir jedenfalls
schon Test.

Aber was ist eigentlich der Unterschied? Für Klassenarbeiten hatten wir
ein eigenes Heft. Und die wurden immer mit Termin angekündigt.
Gehen Tests nicht in die Note ein?
Detlef Meißner
2021-06-13 14:38:11 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um
die Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Welche Klasse?
In Religion kenne ich keine Klassenarbeiten.
Früher nannte man jegliche Arbeit, die gemeinsam in einer Klasse
geschrieben wurde, Klassenarbeit. Später unterschied man dann zwischen den
Klassenarbeiten (in den Hauptfächern) und Lernkontrollen und Tests in den
Nebenfächern.
Wann war denn "später"? Vor vierzig Jahren hieß es bei mir jedenfalls schon
Test.
Aber was ist eigentlich der Unterschied? Für Klassenarbeiten hatten wir ein
eigenes Heft. Und die wurden immer mit Termin angekündigt.
Gehen Tests nicht in die Note ein?
Einfach mal nach "Klassenarbeiten" googeln.

Detlef
--
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen. (Mark Twain)
Andreas Karrer
2021-06-13 16:04:38 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht
um die Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Welche Klasse?
In Religion kenne ich keine Klassenarbeiten.
Früher nannte man jegliche Arbeit, die gemeinsam in einer Klasse
geschrieben wurde, Klassenarbeit. Später unterschied man dann zwischen
den Klassenarbeiten (in den Hauptfächern) und Lernkontrollen und Tests
in den Nebenfächern.
Wann war denn "später"? Vor vierzig Jahren hieß es bei mir jedenfalls
schon Test.
Die Begriffe sind nicht eindeutig.
http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-5/f11a-b/

Zu meiner Zeit (tm), Zürich 1972-76, hiessen im Gymnasium alle
Prüfungen "Ex", ob angekündigt oder nicht. Wir wussten nicht mal,
dass das eine Kurzform von "Extemporale" ist. Ein paar zig km weiter
war die Terminologie schon eine andere.

- Andi
Stephan Seitz
2021-06-13 17:13:38 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Wann war denn "später"? Vor vierzig Jahren hieß es bei mir jedenfalls
schon Test.
Was heißt hier schon? Ich mit Abijahrgang 92 hatte Klassenarbeiten in
allen Fächern bis einschließlich 11. Klasse. Da es danach (12 und 13)
keine Klassen mehr gab sondern nur noch Kurse, hießen die Arbeiten
dann Kursarbeiten. Aber es gab keinen Unterschied in den Fächern.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
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Stefan Schmitz
2021-06-13 18:37:07 UTC
Permalink
Post by Stephan Seitz
Post by Stefan Schmitz
Wann war denn "später"? Vor vierzig Jahren hieß es bei mir jedenfalls
schon Test.
Was heißt hier schon? Ich mit Abijahrgang 92 hatte Klassenarbeiten in
allen Fächern bis einschließlich 11. Klasse.
In allen, auch Chemie, Geschichte, Kunst, Sport und Religion? Ich nicht.
Aber vielleicht hängt das vom Bundesland ab.
Stephan Seitz
2021-06-13 20:58:56 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
In allen, auch Chemie, Geschichte, Kunst, Sport und Religion? Ich nicht.
In Kunst gab es neben den Kunstaufgaben auch Arbeiten, ja. Habe ich
aber ab der 11. abgewählt. In Sport gab es tatsächlich keine
Klassenarbeiten (es sei denn, du hattest Sportleistungskurs).

Chemie, Geschichte und Religion hatten genauso ihre Klassenarbeiten
wie Mathe oder Deutsch.
Post by Stefan Schmitz
Aber vielleicht hängt das vom Bundesland ab.
Ist ja auch Ländersache.

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
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Diedrich Ehlerding
2021-06-13 18:45:11 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Wann war denn "später"? Vor vierzig Jahren hieß es bei mir jedenfalls
schon Test.
Aber was ist eigentlich der Unterschied? Für Klassenarbeiten hatten
wir ein eigenes Heft. Und die wurden immer mit Termin angekündigt.
Gehen Tests nicht in die Note ein?
Meiner Erinnerung nach (~1970, bei mir gabs noch bis zum Abitur Klassen
und keine Kurse) gab es dortzubundesland kultusministerielle Vorgaben,
dass in den sog. "Hauptfächern", damals für mich Deutsch, Englisch,
Mathematik, Physik - also den Fächern der schriftlichen Prüfung im
Abitur - pro Jahr oder Halbjahr soundsoviele Klassenarbeiten
(maximal+minimal) geschrieben werden sollten, und im Zeugnis stand dann
der Durchschnitt aus denen, nur wenn der ziemlich genau zwischen zwei
Stufen landete, wurde die Mitarbeit im Unterricht usw, für die
Entscheidung tatsächlich herangezogen, egal ob offiziell was anderes
behauptet wurde. In den Nebenfächern (allen anderen) wurden eben keine
Klassenarbeiten geschrieben - und daher schrieb man dann dort keine
Klassenarbeiten, sondern Tests, Lernkontrollen oder wie auch immer der
Lehrer das nannte ...
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Quinn C
2021-06-13 16:47:14 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und nicht um
die Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Welche Klasse?
In Religion kenne ich keine Klassenarbeiten. Klausuren in der Oberstufe
hätten wohl andere Fragen gestellt.
Post by Ingo
Ich:           "Wer?"       (war wirklich die einzige Zeile von mir)
Lehrer:        0 Punkte, sechs
Klar, wenn du zum Ausdruck bringst, dass du dem Unterricht nie gefolgt
bist, bleibt ihm nichts anderes übrig.
Wie wäre wohl die Bewertung bei "Nichts!" ausgefallen? Schließlich gibt
es da kein Wissen, nur Glauben.
Was weißt Du über Freiheit? Ich weiß so einiges über soziale Konstrukte
wie "Gott" oder "Freiheit" (oder "Gender", um ans Subjekt anzuknüpfen).
--
Sie konnen Ihre Postsendung in unserer Postabteilung personlich
kriegen. Vielen Dank! Deutsche Post AG.
He called it, and now Silver's a pop-culture star
-- SPAMPOESIE
Arno Welzel
2021-06-20 17:37:54 UTC
Permalink
Post by Ingo
Aber in der Schule geht es um die Vermittlung von Fakten und
nicht um die Auslegung der Welt, wie man sie gerne hätte.
Klassenarbeit: "Was wisst ihr über Gott?"
Ich: "Wer?" (war wirklich die einzige Zeile von mir)
Lehrer: 0 Punkte, sechs
Nun kläre mich jemand mal über die Fakten auf :-)
Ich plädiere dafür, jegliche Form von Religion aus den Schulen zu
verbannen. Wer als Eltern glaubt, seine Kinder in irgendeinem Glauben
unterrichten zu müssen, soll das doch bitte selber tun. Wieso soll das
von Steuergeldern finanziert in allgemeinen Schulen passieren?
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Fritz
2021-06-12 07:11:52 UTC
Permalink
Post by Klaus Ethgen
In dem Zusammenhang bin ich mir auch wieder am überlegen, wie ich mit
dem »ß« umgehe. Ich selber komme aus Deutschland, werde aber in der
Schweiz unterrichten. Hier ist zwar das »ß« nie wirklich abgeschafft
worden aber es wird nicht mehr benutzt. Meine Einstellung ist nun, daß
(ich schreibe absichtlich »daß«, da ich das so gelernt hatte) ich das
logischerweise nicht unterrichten werde. Was mache ich aber mit einem
Schüler, der aus Deutschland in die Schweiz zieht und das »ß« gelernt
hat? Streiche ich das als Fehler an? Vermutlich würde ich das nicht
machen. (Außer vielleicht im »daß«, das ja auch nach neuestem Duden in
Deutschland nicht mehr erlaubt ist.)
Es gibt mittlerweile auch ein Großes ß = ẞ
<https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F>

STRASSE – STRAẞE

»Gemäß der 2020 erschienenen Fassung der DIN 5008 „Schreib- und
Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“ gilt: „Bei
der Verwendung von Großbuchstaben ist das große ẞ der Auflösung in SS
bzw. SZ vorzuziehen“«

<https://www.giga.de/tipp/grosses-scharfes-s-ss-auf-tastatur-schreiben-so-gehts/>

Und an das Gender Sternchen * musst du dich auch gewöhnen!
--
Fritz
Zentrum Liberale Moderne <https://libmod.de/>
Paneuropa <https://www.paneuropa.at/>
Diedrich Ehlerding
2021-06-12 07:14:28 UTC
Permalink
Und an das Gender Sternchen * musst du dich auchgewöhnen
Offenbar hast du dich schon an die Getrennt Schreibung von Kom Posita
gewöhnt.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Ulf Kutzner
2021-06-12 09:25:04 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Und an das Gender Sternchen * musst du dich auchgewöhnen
Offenbar hast du dich schon an die Getrennt Schreibung von Kom Posita
gewöhnt.
Du scheinst ja Kom Positum für ein solches zu halten.

Zudem kompensierte Fritz durch Zweitpräfigierung des Verbs.
Ingo
2021-06-13 11:31:41 UTC
Permalink
Post by Fritz
Es gibt mittlerweile auch ein Großes ß = ẞ
<https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F>
STRASSE – STRAẞE
»Gemäß der 2020 erschienenen Fassung der DIN 5008 „Schreib- und
Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“ gilt: „Bei
der Verwendung von Großbuchstaben ist das große ẞ der Auflösung in SS
bzw. SZ vorzuziehen“«
Und wie oft kommt dieser neue, große Buchstabe in der freien Wildbahn vor?
Weit aus seltener als ein Gender "*",":","-Innen",...

Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Der Namensgeber heißt "Roßmann" und hat das doppel-s eingeführt, um auch
bei Großschreibung des Namens kein Problem zu bekommen :-)

Gruß Ingo
Detlef Meißner
2021-06-13 12:49:39 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Fritz
Es gibt mittlerweile auch ein Großes ß = ẞ
<https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F>
STRASSE – STRAẞE
»Gemäß der 2020 erschienenen Fassung der DIN 5008 „Schreib- und
Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“ gilt: „Bei
der Verwendung von Großbuchstaben ist das große ẞ der Auflösung in SS
bzw. SZ vorzuziehen“«
Und wie oft kommt dieser neue, große Buchstabe in der freien Wildbahn vor?
Weit aus seltener als ein Gender "*",":","-Innen",...
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Du erkennst den Unterschied zwischen Straße und Roßmann?

Detlef
--
Verordnetes Gendern _ist_ Fundamentalismus!
[Henning Sponbiel]
Ingo
2021-06-13 13:17:02 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Ingo
Post by Fritz
Es gibt mittlerweile auch ein Großes ß = ẞ
<https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F>
STRASSE – STRAẞE
»Gemäß der 2020 erschienenen Fassung der DIN 5008 „Schreib- und
Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“ gilt: „Bei
der Verwendung von Großbuchstaben ist das große ẞ der Auflösung in SS
bzw. SZ vorzuziehen“«
Und wie oft kommt dieser neue, große Buchstabe in der freien Wildbahn vor?
Weit aus seltener als ein Gender "*",":","-Innen",...
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Du erkennst den Unterschied zwischen Straße und Roßmann?
Welcher soll es sein?

https://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Ro%C3%9Fmann
"Der Firmenname „Rossmann“ weicht orthographisch vom Familiennamen
Roßmann ab, weil eine Großschreibung des Buchstabens ß früher nur in
wenigen Schriftarten möglich war und das ß im Auslandsmarkt in der Regel
nicht bekannt ist. "
Detlef Meißner
2021-06-13 13:19:21 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Detlef Meißner
Post by Ingo
Post by Fritz
Es gibt mittlerweile auch ein Großes ß = ẞ
<https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F>
STRASSE – STRAẞE
»Gemäß der 2020 erschienenen Fassung der DIN 5008 „Schreib- und
Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“ gilt: „Bei
der Verwendung von Großbuchstaben ist das große ẞ der Auflösung in SS
bzw. SZ vorzuziehen“«
Und wie oft kommt dieser neue, große Buchstabe in der freien Wildbahn vor?
Weit aus seltener als ein Gender "*",":","-Innen",...
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Du erkennst den Unterschied zwischen Straße und Roßmann?
Welcher soll es sein?
Also erkennst du ihn nicht.

Sergio hat auch einen entsprechenden Hinweis gegeben.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
Stefan Schmitz
2021-06-13 13:50:59 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Detlef Meißner
Post by Ingo
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Du erkennst den Unterschied zwischen Straße und Roßmann?
Welcher soll es sein?
https://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Ro%C3%9Fmann
"Der Firmenname „Rossmann“ weicht orthographisch vom Familiennamen
Roßmann ab, weil eine Großschreibung des Buchstabens ß früher nur in
wenigen Schriftarten möglich war und das ß im Auslandsmarkt in der Regel
nicht bekannt ist. "
Das letzte Argument verschwindet nicht durch Einführung des großen ß.
Sergio Gatti
2021-06-13 13:11:28 UTC
Permalink
Post by Ingo
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Der Namensgeber heißt "Roßmann" und hat das doppel-s eingeführt, um auch
bei Großschreibung des Namens kein Problem zu bekommen :-)
Wie wurde und wird der Name ausgesprochen? Rohs-mann oder Ross-mann wie
im Ross bzw. Pferd?
Ingo
2021-06-13 13:18:23 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Ingo
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Der Namensgeber heißt "Roßmann" und hat das doppel-s eingeführt, um auch
bei Großschreibung des Namens kein Problem zu bekommen :-)
Wie wurde und wird der Name ausgesprochen? Rohs-mann oder Ross-mann wie
im Ross bzw. Pferd?
Der Zentauer im Logo ist Hinweis genug :-)
Der Name geht auf das stolze Pferd, das "Roß" zurück
Detlef Meißner
2021-06-13 13:20:46 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Sergio Gatti
Post by Ingo
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Der Namensgeber heißt "Roßmann" und hat das doppel-s eingeführt, um auch
bei Großschreibung des Namens kein Problem zu bekommen :-)
Wie wurde und wird der Name ausgesprochen? Rohs-mann oder Ross-mann wie
im Ross bzw. Pferd?
Der Zentauer im Logo ist Hinweis genug :-)
Der Name geht auf das stolze Pferd, das "Roß" zurück
Es geht um Aussprache und die entsprechende Schreibweise.

Detlef
--
Die Mathematik lehrt uns, dass man Nullen nicht übersehen darf.
Ulf Kutzner
2021-06-14 06:47:51 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Sergio Gatti
Wie wurde und wird der Name ausgesprochen? Rohs-mann oder Ross-mann wie
im Ross bzw. Pferd?
Der Zentauer im Logo ist Hinweis genug
Ich muß doch sehr bitten...

Gruß, ULF
Hans
2021-06-13 13:36:23 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Fritz
Es gibt mittlerweile auch ein Großes ß = ẞ
<https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F>
STRASSE – STRAẞE
»Gemäß der 2020 erschienenen Fassung der DIN 5008 „Schreib- und
Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“ gilt: „Bei
der Verwendung von Großbuchstaben ist das große ẞ der Auflösung in SS
bzw. SZ vorzuziehen“«
Und wie oft kommt dieser neue, große Buchstabe in der freien Wildbahn vor?
Weit aus seltener als ein Gender "*",":","-Innen",...
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Der Namensgeber heißt "Roßmann" und hat das doppel-s eingeführt, um auch
bei Großschreibung des Namens kein Problem zu bekommen :-)
Als ich mal in der Volksschule nach dem "großen ẞ" frage, wurde ich
ausgelacht. Spät aber doch bekam ich das große ẞ zu sehen und stellte
fest, daß ich damals meiner Zeit voraus war. Wurde auch eine
"Berufskrankheit", weil ich mein Berufsleben als Meteorologe im
Wetterdienst der Flugsicherung verbrachte.
Andreas Karrer
2021-06-13 16:49:33 UTC
Permalink
Post by Ingo
Post by Fritz
Es gibt mittlerweile auch ein Großes ß = ẞ
<https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F>
STRASSE – STRAẞE
»Gemäß der 2020 erschienenen Fassung der DIN 5008 „Schreib- und
Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“ gilt: „Bei
der Verwendung von Großbuchstaben ist das große ẞ der Auflösung in SS
bzw. SZ vorzuziehen“«
Und wie oft kommt dieser neue, große Buchstabe in der freien Wildbahn vor?
Weit aus seltener als ein Gender "*",":","-Innen",...
Außerdem müsst dann die Drogerie "Rossmann" auch wieder umbenannt werden.
Der Namensgeber heißt "Roßmann" und hat das doppel-s eingeführt, um auch
bei Großschreibung des Namens kein Problem zu bekommen :-)
Familiennamen richten sich oft nicht nach Orthografieregeln, daher
Burckhardt, Merck usw.

Aber eine Firma? Die kann sich doch nennen, wie sie will, z.b. auch "X
Æ A-XII", auch wenn das als Vorname für ein Kind in D/A/CH kaum
ginge.

Gescheit ist es jedoch nicht, merkwürdige Zeichen im Firmennamen zu
haben. Ein paar Kollegen von der ETH haben seinerzeit die Firma µ-Blox
gegründet, aber das Mu machte dauernd Probleme, und so haben sie sich
bald in "u-blox" umgetauft. War zukunftssicherer, heute ist die Firma
in zig Ländern tätig und hat 1000 Mitarbeiter.

Die Tiernahrungskette "Fressnapf" hiess früher "Freßnapf", das wurde
im Logo klein geschrieben. Als um 1998 rum die ersten Läden in der
Schweiz auftauchten, sah das schon sehr schräg aus. Aber kaum ein Jahr
später haben sie den Namen NRS-konform gemacht und dann auch den
Schriftzug in FRESSNAPF geändert.

- Andi
Martin Gerdes
2021-06-13 17:20:49 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Familiennamen richten sich oft nicht nach Orthografieregeln, daher
Burckhardt, Merck usw.
Aber eine Firma? Die kann sich doch nennen, wie sie will, z.b. auch "X
Æ A-XII", auch wenn das als Vorname für ein Kind in D/A/CH kaum
ginge.
Gescheit ist es jedoch nicht, merkwürdige Zeichen im Firmennamen zu
haben. Ein paar Kollegen von der ETH haben seinerzeit die Firma µ-Blox
gegründet, aber das Mu machte dauernd Probleme, und so haben sie sich
bald in "u-blox" umgetauft. War zukunftssicherer, heute ist die Firma
in zig Ländern tätig und hat 1000 Mitarbeiter.
Wo wohntest Du nochmal?

Man stelle sich nur mal vor, es gäbe in Deiner Stadt eine
Versicherungsgesellschaft. Die müßte ja glatt ihren Namen ändern, sonst
könnte das ja kein Ami lesen! Das Geschäft geht ja vor.
Diedrich Ehlerding
2021-06-13 18:51:29 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Man stelle sich nur mal vor, es gäbe in Deiner Stadt eine
Versicherungsgesellschaft. Die müßte ja glatt ihren Namen ändern,
sonst könnte das ja kein Ami lesen! Das Geschäft geht ja vor.
Die Münchner Rückversicherung nennt sich schon seit 2009 "Munich Re".
und die "Zurich Insurance Group" hat das ü schon 1998 aufgegeben.

Ich erwarte, dass die Vorständin Doris Höpke der Munich Re dann
demnächst ihren Namen ändert, sonst kann ja kein ami die
Geschäftsbriefbogen mit der Vorstandsleiste lesen.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Martin Gerdes
2021-06-13 22:10:01 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
Man stelle sich nur mal vor, es gäbe in Deiner Stadt eine
Versicherungsgesellschaft. Die müßte ja glatt ihren Namen
ändern, sonst könnte das ja kein Ami lesen! Das Geschäft geht ja vor.
Die Münchner Rückversicherung nennt sich schon seit 2009 "Munich Re".
und die "Zurich Insurance Group" hat das ü schon 1998 aufgegeben.
Sag bloß!
Jetzt sollte man nur noch wissen, wo unser Andi residiert.
Post by Diedrich Ehlerding
Ich erwarte, dass die Vorständin Doris Höpke der Munich Re dann
demnächst ihren Namen ändert, sonst kann ja kein ami die
Geschäftsbriefbogen mit der Vorstandsleiste lesen.
Und wie war das nochmal mit dem Vorstandsvorsitzer von Siemens?
Stefan Schmitz
2021-06-13 22:41:19 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Und wie war das nochmal mit dem Vorstandsvorsitzer von Siemens?
Hardcore-Antigenderer?
Ulf Kutzner
2021-06-14 06:42:54 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Man stelle sich nur mal vor, es gäbe in Deiner Stadt eine
Versicherungsgesellschaft. Die müßte ja glatt ihren Namen ändern,
sonst könnte das ja kein Ami lesen! Das Geschäft geht ja vor.
Die Münchner Rückversicherung nennt sich schon seit 2009 "Munich Re".
und die "Zurich Insurance Group" hat das ü schon 1998 aufgegeben.
Ich erwarte, dass die Vorständin Doris Höpke der Munich Re dann
demnächst ihren Namen ändert, sonst kann ja kein ami die
Geschäftsbriefbogen mit der Vorstandsleiste lesen.
Der Unternehmenslenker Käser hat das ja schon vorgemacht,
wobei ich nicht weiß, ob er das standesamtlich hat ändern
lassen.
Jakob Achterndiek
2021-06-14 11:11:55 UTC
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Der Unternehmenslenker Käser hat das ja schon vorgemacht,
wobei ich nicht weiß, ob er das standesamtlich hat ändern
lassen.
In einer Seitenlinie unserer Verwandtschaft beklagt man den
gegenteiligen Fall: Man legte Wert auf die vom sonst üblichen
abweichende Schreibweise Roever. Aber als die geschäftliche
Welt nur noch ASCII gelten ließ, da okkupierte auch die ganze
Röwer-Plebs die vormals elitäre Schreibweise.
--
j/\a
Ulf Kutzner
2021-06-14 12:31:47 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Ulf Kutzner
Der Unternehmenslenker Käser hat das ja schon vorgemacht,
wobei ich nicht weiß, ob er das standesamtlich hat ändern
lassen.
In einer Seitenlinie unserer Verwandtschaft beklagt man den
gegenteiligen Fall: Man legte Wert auf die vom sonst üblichen
abweichende Schreibweise Roever. Aber als die geschäftliche
Welt nur noch ASCII gelten ließ, da okkupierte auch die ganze
Röwer-Plebs die vormals elitäre Schreibweise.
Nicht umgekehrt, der Mann nennt sich nun Kaeser; das war
seine Selbstadelung für die internationale Geschäftswelt.
Möchte sein, daß die neue Schreibweise in D gar nicht so
viel mehr Prestige unter belesenen Leuten bringt.
Andreas Karrer
2021-06-13 19:27:25 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Andreas Karrer
Familiennamen richten sich oft nicht nach Orthografieregeln, daher
Burckhardt, Merck usw.
Aber eine Firma? Die kann sich doch nennen, wie sie will, z.b. auch "X
Æ A-XII", auch wenn das als Vorname für ein Kind in D/A/CH kaum
ginge.
Gescheit ist es jedoch nicht, merkwürdige Zeichen im Firmennamen zu
haben. Ein paar Kollegen von der ETH haben seinerzeit die Firma µ-Blox
gegründet, aber das Mu machte dauernd Probleme, und so haben sie sich
bald in "u-blox" umgetauft. War zukunftssicherer, heute ist die Firma
in zig Ländern tätig und hat 1000 Mitarbeiter.
Wo wohntest Du nochmal?
Man stelle sich nur mal vor, es gäbe in Deiner Stadt eine
Versicherungsgesellschaft. Die müßte ja glatt ihren Namen ändern, sonst
könnte das ja kein Ami lesen! Das Geschäft geht ja vor.
Zurich? Auch nicht viel anders als Munich Re.

Die ü-Pünktchen können die Amis ja meist einfach einfach weglassen.
Aber mit dem µ haben sie ihre liebe Mühe. In der Elektronik sieht man
öfter einen Kondensator mit einer Kapazität von 2.2 mF. Aus dem
Zusammenhang oder wegen der Baugrösse kann man dann meist ableiten,
dass eher nicht Millifarad gemeint sind.


- Andi
Stefan Schmitz
2021-06-13 19:34:43 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Die ü-Pünktchen können die Amis ja meist einfach einfach weglassen.
Aber mit dem µ haben sie ihre liebe Mühe. In der Elektronik sieht man
öfter einen Kondensator mit einer Kapazität von 2.2 mF. Aus dem
Zusammenhang oder wegen der Baugrösse kann man dann meist ableiten,
dass eher nicht Millifarad gemeint sind.
Wie unterscheiden die dann Milli- und Mikrometer?
Diedrich Ehlerding
2021-06-13 19:47:34 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Andreas Karrer
Die ü-Pünktchen können die Amis ja meist einfach einfach weglassen.
Aber mit dem µ haben sie ihre liebe Mühe. In der Elektronik sieht man
öfter einen Kondensator mit einer Kapazität von 2.2 mF. Aus dem
Zusammenhang oder wegen der Baugrösse kann man dann meist ableiten,
dass eher nicht Millifarad gemeint sind.
Wie unterscheiden die dann Milli- und Mikrometer?
Sie verwenden einfach keine metrischen Einheiten, und sie verwenden
keine Zehner-, sondern Zweierpotenzen: Drei-Viertel-Zoll (ist für
Waserleitungen usw. auch hierzulande gängig), Sechzehntel-Zoll usw. Ein
Millimeter ist dann einfach ungefähr (sogar ziemlich genau) 10/256 Zoll,
ein Mikrometer vermutlich 10*2^(-18) Zoll ...
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Andreas Karrer
2021-06-13 20:32:34 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Stefan Schmitz
Post by Andreas Karrer
Die ü-Pünktchen können die Amis ja meist einfach einfach weglassen.
Aber mit dem µ haben sie ihre liebe Mühe. In der Elektronik sieht man
öfter einen Kondensator mit einer Kapazität von 2.2 mF. Aus dem
Zusammenhang oder wegen der Baugrösse kann man dann meist ableiten,
dass eher nicht Millifarad gemeint sind.
Wie unterscheiden die dann Milli- und Mikrometer?
Sie verwenden einfach keine metrischen Einheiten, und sie verwenden
keine Zehner-, sondern Zweierpotenzen: Drei-Viertel-Zoll (ist für
Waserleitungen usw. auch hierzulande gängig), Sechzehntel-Zoll usw. Ein
Millimeter ist dann einfach ungefähr (sogar ziemlich genau) 10/256 Zoll,
ein Mikrometer vermutlich 10*2^(-18) Zoll ...
Nicht zu vergesen die schöne Einheit "mil", meistens 1/1000 inch (also
25.4 µm), manchmal aber auch ein Millimeter oder gar ein Milliliter.

- Andi
wolfgang sch
2021-06-14 02:53:27 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Wo wohntest Du nochmal?
Man stelle sich nur mal vor, es gäbe in Deiner Stadt eine
Versicherungsgesellschaft. Die müßte ja glatt ihren Namen ändern, sonst
könnte das ja kein Ami lesen! Das Geschäft geht ja vor.
Häagen-Dasz

Ich meine mal gelesen zu haben, der ORF habe wegen der internationalen
Schreibbarkeit auf das Ö verzichtet.
--
Wollt ihr den totalen Lockdown?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2021-06-14 05:59:50 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
Post by Martin Gerdes
Man stelle sich nur mal vor, es gäbe in Deiner Stadt eine
Versicherungsgesellschaft. Die müßte ja glatt ihren Namen
ändern, sonst könnte das ja kein Ami lesen! Das Geschäft geht ja
vor.
Ich meine mal gelesen zu haben, der ORF habe wegen der
internationalen Schreibbarkeit auf das Ö verzichtet.
Der ORF behauptet auf Anfrage selbiges, allerdings wurde der 1957
gegründet, und damals war die internationale Les- und Schreibbarkeit
nicht ganz so ein großes Thema. Entweder war man dort also seiner
Zeit voraus, oder man hatte Sorge, dass die Aussprechbarkeit von
"ÖRF" auch im Deutschen nicht gar so simpel ist.

Annähernd zeitgleich hat sich auch unsere Mineralölverwaltung
unter dem Namen ÖMV konstituiert, Mitte der 90er aber (in diesem
Fall definitiv wegen der Internationalisierung) auf OMV umbenannt,
was angesichts des damaligen Werbeslogans "Österreicher mit
Verantwortung" eher spöttische Reaktionen zur Folge hatte.

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - Man kann doch alles haben.
(Sloganizer)
Helmut Richter
2021-06-14 09:04:07 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by wolfgang sch
Ich meine mal gelesen zu haben, der ORF habe wegen der
internationalen Schreibbarkeit auf das Ö verzichtet.
[...]
Annähernd zeitgleich hat sich auch unsere Mineralölverwaltung
unter dem Namen ÖMV konstituiert, Mitte der 90er aber (in diesem
Fall definitiv wegen der Internationalisierung) auf OMV umbenannt,
was angesichts des damaligen Werbeslogans "Österreicher mit
Verantwortung" eher spöttische Reaktionen zur Folge hatte.
Ja, die Umstellung ist mir auch aufgefallen. Damals habe ich oft bei denen
getankt, und irgendwann fielen mir die fehlenden Ö-Punkte auf. Kurz danach
wurden sie teurer als andere, und ich bin wieder auf lokale Produkte
umgestiegen (Bavaria Petrol statt Österreichische MV).
--
Helmut Richter
Wolfgang
2021-06-13 17:29:38 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
[...]
Die Tiernahrungskette "Fressnapf" hiess früher "Freßnapf", das
wurde im Logo klein geschrieben. Als um 1998 rum die ersten Läden
in der Schweiz auftauchten, sah das schon sehr schräg aus. Aber
kaum ein Jahr später haben sie den Namen NRS-konform gemacht und
dann auch den Schriftzug in FRESSNAPF geändert.
Schweizerische Verlage wie Diogenes drucken «ß» in ihren Büchern, so
dass dieses Zeichen den Deutschschweizern nicht komplett fremd sein
dürfte.

Fremdsprachigen Lesern ist dagegen das «ß» kaum zumutbar. Während
ihres Studiums in Italien hat meine Tochter etliche Kommilitonen
getroffen, die das «ß» für ein Beta hielten und auch als B lasen,
wobei sie sich wunderten, dass die Deutschen einen griechischen
Buchstaben verwendeten. Einige dachten, das liege an der
Verherrlichung der Griechen durch einige deutsche Dichter.

Ciao,
Wolfgang
Diedrich Ehlerding
2021-06-13 19:00:18 UTC
Permalink
Post by Wolfgang
Fremdsprachigen Lesern ist dagegen das «ß» kaum zumutbar.
Quark. Fast alle Sprachen außer Englisch benötigen diakritische Zeichen
zusätzlich zum lateinischen Alphabet. Wer als Nichtfranzose Französisch
lernt, wird Zeichen wie î, é, à, ç und œ lernen müssen, wer Polnisch
lernt, muss sich mit z.B. ł und ż herumschlagen, wer Tschechisch lernt,
mit č und š, wer Ungarisch lernt, mit ő, wer Türkisch lernt, mit ş, ç, ı
und ğ, in Dänemark stößt er auf å und ø, usw. Und all diese Zeichen
kommen auch in Namen vor (Wałesa, Dubček, Erdoğan, Ørsted, ...)

Und wer Deutsch lernt oder mit deutschen Namen zu tun hat, muss sich mit
ä, ö, ü und ß herumschlagen.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Bertel Lund Hansen
2021-06-13 22:36:57 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
in Dänemark stößt er auf å und ø,
und æ, das nichts mit œ zu tun hat.
Post by Diedrich Ehlerding
Und wer Deutsch lernt oder mit deutschen Namen zu tun hat, muss sich mit
ä, ö, ü und ß herumschlagen.
Ä, ö und ü sind für Dänen einfach, teilweise weil wir sie von Namen
kennen, und teilweise weil sie wie æ, ø und y klingen.
--
Bertel
Ulf Kutzner
2021-06-14 06:40:15 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Wolfgang
Fremdsprachigen Lesern ist dagegen das «ß» kaum zumutbar.
Quark.
Damit hast Du Deinen Ansatz recht umfassend beschrieben.
Post by Diedrich Ehlerding
Fast alle Sprachen außer Englisch benötigen diakritische Zeichen
Ist 'ß' ein solches?
Post by Diedrich Ehlerding
zusätzlich zum lateinischen Alphabet. Wer als Nichtfranzose Französisch
lernt, wird Zeichen wie î, é, à, ç und œ lernen müssen, wer Polnisch
lernt, muss sich mit z.B. ł und ż herumschlagen, wer Tschechisch lernt,
mit č und š, wer Ungarisch lernt, mit ő, wer Türkisch lernt, mit ş, ç, ı
und ğ, in Dänemark stößt er auf å und ø, usw. Und all diese Zeichen
kommen auch in Namen vor (Wałesa
Wer soll denn das sein?
Bertel Lund Hansen
2021-06-14 07:22:14 UTC
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Diedrich Ehlerding
Fast alle Sprachen außer Englisch benötigen diakritische Zeichen
Ist 'ß' ein solches?
Das ist doch nicht wichtig. Der Punkt war, dass man beim Lernen von
Fremdsprachen sich zu unbekannten Zeichen gewöhnen muss.
Post by Ulf Kutzner
Post by Diedrich Ehlerding
kommen auch in Namen vor (Wałesa
Wer soll denn das sein?
Lech Wałęsa. Das Beispiel ist sogar besser, als Diedrich wusste/erinnerte.
--
Bertel
Andreas Karrer
2021-06-13 20:12:17 UTC
Permalink
Post by Wolfgang
Post by Andreas Karrer
[...]
Die Tiernahrungskette "Fressnapf" hiess früher "Freßnapf", das
wurde im Logo klein geschrieben. Als um 1998 rum die ersten Läden
in der Schweiz auftauchten, sah das schon sehr schräg aus. Aber
kaum ein Jahr später haben sie den Namen NRS-konform gemacht und
dann auch den Schriftzug in FRESSNAPF geändert.
Schweizerische Verlage wie Diogenes drucken «ß» in ihren Büchern, so
dass dieses Zeichen den Deutschschweizern nicht komplett fremd sein
dürfte.
Die meisten Buchverlage tun das, weil ja der Markt in D ungleich
grösser ist, aber nicht alle. Diogenes nimmt auch »diese«
Anführungszeichen.

Es ist in der Tat erstaunlich, dass einem als Schweizer Leser das ß
nicht auffällt, wenn man ein Buch, den "Spiegel" oder deutsche
Webseiten liest. Aber es fällt mir sofort auf, wenn ich von einem
Schweizer eine Mail mit "Liebe Grüße" bekomme, oder wenn auf einem
Ladenschild in Zürich ein ß vorkommt.

Und ich bin nicht der einzige, dem das einigermassen wichtig ist, sonst
würden sich Aldi, Lidl & Co nicht bemühen, in ihren Texten für die
Schweiz ß durch ss zu ersetzen. In der Wikipedia steht bei Schweizer
Themen am Anfang meist ein "<!--schweizbezogen-->", dann belässt WP
die ss und die «Anführungszeichen».

- Andi
Ulf Kutzner
2021-06-14 06:51:24 UTC
Permalink
Post by Ingo
Und wie oft kommt dieser neue, große Buchstabe in der freien Wildbahn vor?
Weit aus seltener als
Hast Du Dir mal an geschaut,
wie das aus sieht?

Gruß, ULF
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