Discussion:
Vierstöcker?
(zu alt für eine Antwort)
Stefan Schmitz
2019-02-09 20:52:10 UTC
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Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?

Spontan meinte ich, ein Skandal könne nicht sexuell sein. Aber "Sex-Skandal" ist
ja quasi Standardvokabel des Boulevards.
U***@web.de
2019-02-09 21:08:46 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.

Mein Fehler?
Post by Stefan Schmitz
Spontan meinte ich, ein Skandal könne nicht sexuell sein. Aber "Sex-Skandal" ist
ja quasi Standardvokabel des Boulevards.
Im Prinzip dünkt mich das wie eine lokomotivbespannte Zugverspätung.

Gruß, ULF
Holger_H
2019-02-09 22:06:38 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Post by Stefan Schmitz
Spontan meinte ich, ein Skandal könne nicht sexuell sein. Aber "Sex-Skandal" ist
ja quasi Standardvokabel des Boulevards.
Im Prinzip dünkt mich das wie eine lokomotivbespannte Zugverspätung.
Gruß, ULF
Wer verarscht hier jetzt wen? Mit der letzten Phrase hast du doch
ausgedrückt, dass du das Phänomen der Hypallage durchaus kennst.

JIC, das Schulbuchbeispiel hierzu ist der "vierstöckige Hauseigentümer".
U***@web.de
2019-02-10 08:06:45 UTC
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Post by Holger_H
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Post by Stefan Schmitz
Spontan meinte ich, ein Skandal könne nicht sexuell sein. Aber "Sex-Skandal" ist
ja quasi Standardvokabel des Boulevards.
Im Prinzip dünkt mich das wie eine lokomotivbespannte Zugverspätung.
Wer verarscht
Etwas Contenance, wenn Du das am Wochenende noch hinbekommst.
Post by Holger_H
hier jetzt wen? Mit der letzten Phrase hast du doch
ausgedrückt, dass du das Phänomen der Hypallage durchaus kennst.
JIC, das Schulbuchbeispiel hierzu ist der "vierstöckige Hauseigentümer".
Und davor steht in https://de.wikipedia.org/wiki/Hypallage
die gute Flasche Wein.

Die aber darf als akzeptiert gelten.

Daß der stöckige Eigentümer zur Benennung des sprachlichen Phänomens
insgesamt herhalte oder herhalten sollte, wäre oder war
mir neu.
Martin Gerdes
2019-02-10 10:54:31 UTC
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Post by Holger_H
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Ja.
Post by Holger_H
JIC, das Schulbuchbeispiel hierzu ist der "vierstöckige Hauseigentümer".
Der "vierstöckige Hausbesitzer" (oder der "faule Orangenverkäufer").

Wolf Schneider ist Journalist und kein Jurist.
Ralph Aichinger
2019-02-10 11:23:37 UTC
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Post by Martin Gerdes
Der "vierstöckige Hausbesitzer" (oder der "faule Orangenverkäufer").
Ich kenn auch ersteres als Beispiel. Aber: Es gibt auch Beispiele
wo diese Konstruktion richtig ist, z.B. die "tatsächliche Berichtigung".

https://www.parlament.gv.at/PERK/GL/ALLG/T.shtml

die eine Berichtigung von Tatsachen ist, keine in Unterscheidung
von einer unechten oder nur scheinbaren Berichtigung.

/ralph
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
U***@web.de
2019-02-10 12:01:35 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Der "vierstöckige Hausbesitzer" (oder der "faule Orangenverkäufer").
Ich kenn auch ersteres als Beispiel. Aber: Es gibt auch Beispiele
wo diese Konstruktion richtig ist, z.B.
Ich hätte jetzt den arbeitsunwilligen Orangenverkäufer genommen.

Gruß, ULF
Diedrich Ehlerding
2019-02-10 12:39:19 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Der "vierstöckige Hausbesitzer" (oder der "faule Orangenverkäufer").
Ich kenn auch ersteres als Beispiel. Aber: Es gibt auch Beispiele
wo diese Konstruktion richtig ist, z.B. die "tatsächliche Berichtigung".
https://www.parlament.gv.at/PERK/GL/ALLG/T.shtml
die eine Berichtigung von Tatsachen ist, keine in Unterscheidung
von einer unechten oder nur scheinbaren Berichtigung.
Der klassische Vierstöckige Hausbesitzer ebenso wie der faule
Orangenverkäufer und die von Ulf genannte lokomitivbespannte Zugverspätung
haben gemeinsam, dass ein Kompositumn näher erläutert wird. Das
erläuternde Adjektiv soll sich auf die erste Komponente dieses Kompositums
beziehen, wird aber entsprechend der zweiten dekliniert. Insofern ist
"tatsächliche Berichtigung" kein Beispiel, dass ein "Vierstöcker" korrekt
gebildet sei.
--
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U***@web.de
2019-02-11 08:33:11 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Der "vierstöckige Hausbesitzer" (oder der "faule Orangenverkäufer").
Ich kenn auch ersteres als Beispiel. Aber: Es gibt auch Beispiele
wo diese Konstruktion richtig ist, z.B. die "tatsächliche Berichtigung".
https://www.parlament.gv.at/PERK/GL/ALLG/T.shtml
die eine Berichtigung von Tatsachen ist, keine in Unterscheidung
von einer unechten oder nur scheinbaren Berichtigung.
Der klassische Vierstöckige Hausbesitzer ebenso wie der faule
Orangenverkäufer und die von Ulf genannte lokomitivbespannte Zugverspätung
haben gemeinsam, dass ein Kompositumn näher erläutert wird. Das
erläuternde Adjektiv soll sich auf die erste Komponente dieses Kompositums
beziehen, wird aber entsprechend der zweiten dekliniert. Insofern ist
"tatsächliche Berichtigung" kein Beispiel, dass ein "Vierstöcker" korrekt
gebildet sei.
Andererseits ist von subjektiven Tatbestandsmerkmalen
auch und gerade dann die Rede, wenn nicht die Merkmale
subjektiv sind, sondern eben der Tatbestand (subjektiv ist).
Stefan Schmitz
2019-02-11 18:46:28 UTC
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Post by U***@web.de
Andererseits ist von subjektiven Tatbestandsmerkmalen
auch und gerade dann die Rede, wenn nicht die Merkmale
subjektiv sind, sondern eben der Tatbestand (subjektiv ist).
Nach meinem Verständnis hat der Tatbestand objektive und subjektive Merkmale.
U***@web.de
2019-02-11 19:20:45 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Andererseits ist von subjektiven Tatbestandsmerkmalen
auch und gerade dann die Rede, wenn nicht die Merkmale
subjektiv sind, sondern eben der Tatbestand (subjektiv ist).
Nach meinem Verständnis hat der Tatbestand objektive und subjektive Merkmale.
Ebent. https://de.wikipedia.org/wiki/Tatbestand#Strafrecht

Gruß, ULF
Stefan Schmitz
2019-02-11 19:24:43 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Andererseits ist von subjektiven Tatbestandsmerkmalen
auch und gerade dann die Rede, wenn nicht die Merkmale
subjektiv sind, sondern eben der Tatbestand (subjektiv ist).
Nach meinem Verständnis hat der Tatbestand objektive und subjektive Merkmale.
Ebent. https://de.wikipedia.org/wiki/Tatbestand#Strafrecht
Du schriebst aber, er selbst sei objektiv oder subjektiv.
U***@web.de
2019-02-12 10:39:15 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Post by U***@web.de
Andererseits ist von subjektiven Tatbestandsmerkmalen
auch und gerade dann die Rede, wenn nicht die Merkmale
subjektiv sind, sondern eben der Tatbestand (subjektiv ist).
Nach meinem Verständnis hat der Tatbestand objektive und subjektive Merkmale.
Ebent. https://de.wikipedia.org/wiki/Tatbestand#Strafrecht
Du schriebst aber, er selbst sei objektiv oder subjektiv.
Nach juristischer Lesart zerfällt der Tatbestand allerdings
in einen objektiven und einen subjektiven Tatbestand.
Martin Gerdes
2019-02-10 20:12:03 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Der "vierstöckige Hausbesitzer" (oder der "faule Orangenverkäufer").
Ich kenn auch ersteres als Beispiel.
Beide Beispiele sind Zitate von Wolf Schneider.
Post by Ralph Aichinger
Aber: Es gibt auch Beispiele wo diese Konstruktion richtig ist,
z.B. die "tatsächliche Berichtigung".
Diese Konstruktion widerspricht generell der Logik der deutschen
Sprache, was die Bürokratie verschiedener Staaten noch nie daran
gehindert hat, ihr zuwider zu handeln.

Eine "steuerliche Bewertung" ist keineswegs steuerlich, sondern
bezeichnet eine "Bewertung durch die Steuer (genauer: die
Finanzbehörden)". Trotzdem ist der genannte Begriff so üblich.

Man kann solche Konstuktionen noch akzeptieren, solange man sie nicht
erweitert: "steuerliche Bewertung" ist als Begriff noch tolerabel,
"steuerliche Bewertungsrichtlinie" aber nicht mehr, da sich das
"steuerlich" allenfalls auf "Bewertung" bezieht, aber nicht auf
"Richtlinie".
Ralph Aichinger
2019-02-10 20:41:58 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Ralph Aichinger
Aber: Es gibt auch Beispiele wo diese Konstruktion richtig ist,
z.B. die "tatsächliche Berichtigung".
Diese Konstruktion widerspricht generell der Logik der deutschen
Sprache,
Da gebe ich dir durchaus recht. Trotzdem ist sie "richtig".
Post by Martin Gerdes
was die Bürokratie verschiedener Staaten noch nie daran
gehindert hat, ihr zuwider zu handeln.
Eben. Ich vermute, daß da auch irgendwelche Konstruktionen aus
dem Lateinischen durchschimmern, schließlich sind damit die Juristen
die solche Begriffe einführen gequält worden. Oder liege ich da
völlig daneben?
Post by Martin Gerdes
Eine "steuerliche Bewertung" ist keineswegs steuerlich, sondern
bezeichnet eine "Bewertung durch die Steuer (genauer: die
Finanzbehörden)". Trotzdem ist der genannte Begriff so üblich.
Das ist ein gutes Beispiel, das hab ich auch schön öfter gehört.
Post by Martin Gerdes
Man kann solche Konstuktionen noch akzeptieren, solange man sie nicht
erweitert: "steuerliche Bewertung" ist als Begriff noch tolerabel,
"steuerliche Bewertungsrichtlinie" aber nicht mehr, da sich das
"steuerlich" allenfalls auf "Bewertung" bezieht, aber nicht auf
"Richtlinie".
Das kommt mir ein bisschen sophistisch vor wie Schärfentiefe/Tiefenschärfe.

Wenn es eine "steuerliche Bewertung" gibt, warum sollte es nicht nach
dem gleichen Bildungsmuster auch eine "steuerliche Richtlinie"
geben?

/ralph
--
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Stefan Schmitz
2019-02-10 21:16:42 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Post by Ralph Aichinger
Aber: Es gibt auch Beispiele wo diese Konstruktion richtig ist,
z.B. die "tatsächliche Berichtigung".
Diese Konstruktion widerspricht generell der Logik der deutschen
Sprache,
Da gebe ich dir durchaus recht. Trotzdem ist sie "richtig".
Das ist kein grundsätzliches Problem, sondern nur eine zusätzliche Bedeutung
für "tatsächlich". Bloß weil die Bedeutung "wirklich" allgemein bekannt ist, ist
die Bedeutung "auf die Tatsachen bezogen" nicht abwegig. (Vgl. "inhaltlich".)
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Eine "steuerliche Bewertung" ist keineswegs steuerlich, sondern
bezeichnet eine "Bewertung durch die Steuer (genauer: die
Finanzbehörden)". Trotzdem ist der genannte Begriff so üblich.
Das ist ein gutes Beispiel, das hab ich auch schön öfter gehört.
Eher eine Bewertung im Hinblick auf die Steuer.
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Man kann solche Konstuktionen noch akzeptieren, solange man sie nicht
erweitert: "steuerliche Bewertung" ist als Begriff noch tolerabel,
"steuerliche Bewertungsrichtlinie" aber nicht mehr, da sich das
"steuerlich" allenfalls auf "Bewertung" bezieht, aber nicht auf
"Richtlinie".
Das kommt mir ein bisschen sophistisch vor wie Schärfentiefe/Tiefenschärfe.
Wenn es eine "steuerliche Bewertung" gibt, warum sollte es nicht nach
dem gleichen Bildungsmuster auch eine "steuerliche Richtlinie"
geben?
Es geht einmal um eine ungewöhnliche Bedeutung des Adjektivs, einmal um einen
falschen Bezug.
U***@web.de
2019-02-11 08:34:52 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Post by Ralph Aichinger
Aber: Es gibt auch Beispiele wo diese Konstruktion richtig ist,
z.B. die "tatsächliche Berichtigung".
Diese Konstruktion widerspricht generell der Logik der deutschen
Sprache,
Da gebe ich dir durchaus recht. Trotzdem ist sie "richtig".
Post by Martin Gerdes
was die Bürokratie verschiedener Staaten noch nie daran
gehindert hat, ihr zuwider zu handeln.
Eben. Ich vermute, daß da auch irgendwelche Konstruktionen aus
dem Lateinischen durchschimmern, schließlich sind damit die Juristen
die solche Begriffe einführen gequält worden. Oder liege ich da
völlig daneben?
Post by Martin Gerdes
Eine "steuerliche Bewertung" ist keineswegs steuerlich, sondern
bezeichnet eine "Bewertung durch die Steuer (genauer: die
Finanzbehörden)". Trotzdem ist der genannte Begriff so üblich.
Das ist ein gutes Beispiel, das hab ich auch schön öfter gehört.
Nein, es ist eine Bewertung unter steuerlichen Gesichtspunkten.

Man sucht und findet da steuerbare Tatbestände...
Quinn C
2019-02-11 02:46:36 UTC
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Post by Martin Gerdes
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Der "vierstöckige Hausbesitzer" (oder der "faule Orangenverkäufer").
Ich kenn auch ersteres als Beispiel.
Beide Beispiele sind Zitate von Wolf Schneider.
Post by Ralph Aichinger
Aber: Es gibt auch Beispiele wo diese Konstruktion richtig ist,
z.B. die "tatsächliche Berichtigung".
Diese Konstruktion widerspricht generell der Logik der deutschen
Sprache,
Nein. Es ist vielmehr eine Parallelkonstruktion mit anderer Bedeutung
als das ûblichere "tatsächlich".

Ein Adjektiv nach dem Muster, über das sich kaum jemand beschweren
wird, ist "städtisch". Diese haben besondere Eigenschaften, z.B. sind
sie nicht komparierbar (ein *städtischerer Kindergarten.)
Post by Martin Gerdes
was die Bürokratie verschiedener Staaten noch nie daran
gehindert hat, ihr zuwider zu handeln.
Das gilt generell natürlich schon.
--
gugelfug, m., späsze, unfug
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Diedrich Ehlerding
2019-02-10 12:35:04 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein
Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Ja. Wenn du hier eine Zeitlang mitgelesen hättest, wäre dir bekannt, dass
das ein in desd gängiger Begriff ist dafür, dass ein Adjektiv sich auf die
erste Komponente eines Kompositums beziehen soll, aber grammatisch dem
Genus und Numerus der zweiten Komponente dekliniert ist. Der Begriff kommt
vom "vierstöckigen Hausbesitzer"; nicht der Besitzer hat vier Stockwerke,
sondern das Haus.
Post by U***@web.de
Im Prinzip dünkt mich das wie eine lokomotivbespannte Zugverspätung.
Exakt; auch das ist ein Vierstöcker.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
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U***@web.de
2019-02-10 12:44:09 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Ja. Wenn du hier eine Zeitlang mitgelesen hättest,
Habe ich niemals nicht.

Mein Informant sagt mir nun, 2012 sei der Begriff
tatsächlich zweimal aufgeschienen, dann 2019.
Post by Diedrich Ehlerding
wäre dir bekannt, dass
das ein in desd gängiger Begriff ist dafür, dass ein Adjektiv sich auf die
erste Komponente eines Kompositums beziehen soll, aber grammatisch dem
Genus und Numerus der zweiten Komponente dekliniert ist. Der Begriff kommt
vom "vierstöckigen Hausbesitzer"; nicht der Besitzer hat vier Stockwerke,
Ach ja?
Quinn C
2019-02-11 02:52:37 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Ja. Wenn du hier eine Zeitlang mitgelesen hättest,
Habe ich niemals nicht.
Mein Informant sagt mir nun, 2012 sei der Begriff
tatsächlich zweimal aufgeschienen, dann 2019.
Hast wohl nur nach "Vierstöcker" gesucht? Nimmst du den "vierstöckigen"
hinzu, findet Google auf Anhieb Beispiele aus jedem Jahr seit 2001
außer einem (2016).
--
gugelfranz, m., spöttische bezeichnung eines mönchs
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Quinn C
2019-02-11 02:58:53 UTC
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Post by Quinn C
Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Ja. Wenn du hier eine Zeitlang mitgelesen hättest,
Habe ich niemals nicht.
Mein Informant sagt mir nun, 2012 sei der Begriff
tatsächlich zweimal aufgeschienen, dann 2019.
Hast wohl nur nach "Vierstöcker" gesucht? Nimmst du den "vierstöckigen"
hinzu, findet Google auf Anhieb Beispiele aus jedem Jahr seit 2001
außer einem (2016).
Scheint allerdings in <http://faql.de> und
<http://www.schweinebildchen.de/> zu fehlen, sonst hätte ich gerne
dorthin verwiesen. Generell aber immer noch gut, dort mal zu stöbern.
--
We say, 'If any lady or gentleman shall buy this article _____ shall
have it for five dollars.' The blank may be filled with he, she, it,
or they; or in any other manner; and yet the form of the expression
will be too vulgar to be uttered. -- Wkly Jrnl of Commerce (1839)
U***@web.de
2019-02-11 08:36:57 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Ja. Wenn du hier eine Zeitlang mitgelesen hättest,
Habe ich niemals nicht.
Mein Informant sagt mir nun, 2012 sei der Begriff
tatsächlich zweimal aufgeschienen, dann 2019.
Hast wohl nur nach "Vierstöcker" gesucht?
Stand halt im Betreff und im Text.
Quinn C
2019-02-11 22:13:54 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Quinn C
Post by U***@web.de
Post by Diedrich Ehlerding
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Letzterer Begriff ist mir bislang nicht
im Zusammenhang mit Fachsprache aufgefallen.
Mein Fehler?
Ja. Wenn du hier eine Zeitlang mitgelesen hättest,
Habe ich niemals nicht.
Mein Informant sagt mir nun, 2012 sei der Begriff
tatsächlich zweimal aufgeschienen, dann 2019.
Hast wohl nur nach "Vierstöcker" gesucht?
Stand halt im Betreff und im Text.
War auch nicht als Kritik gemeint, mehr als Erklärung.

"Vierstöcker" ist bereits eine Verkürzung, die die Kenntnis der
Langversion voraussetzt.
--
gugelfug, m., späsze, unfug
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Stefan Ram
2019-02-10 14:13:41 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Ja. Wenn du hier eine Zeitlang mitgelesen hättest, wäre dir bekannt, dass
das ein in desd gängiger Begriff ist dafür, dass ein Adjektiv sich auf die
erste Komponente eines Kompositums beziehen soll, aber grammatisch dem
Genus und Numerus der zweiten Komponente dekliniert ist. Der Begriff kommt
vom "vierstöckigen Hausbesitzer"; nicht der Besitzer hat vier Stockwerke,
sondern das Haus.
Nicht nur habe ich den vierstöckigen Hausbesitzer wiederholt
hier gelesen, sondern finde ihn auch selbsterklärend.

Er ist spezieller als "Enallage".

Man ist Regular in desd, wenn man ohne Nachdenken alle
Wörter aufzählen kann, die mit "-nf" enden. (Dies ist ja
wohl die hier am häufigsten gestellte Frage. Sie wird
jeden Monat mindestens zweimal gestellt.)

Außerdem kennt sich jeder desd-Regular auch mit dem
"Röschenhof" aus (das Wort steht in keinem Duden!).
Quinn C
2019-02-10 00:28:00 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Im Prinzip ja ...
Post by Stefan Schmitz
Spontan meinte ich, ein Skandal könne nicht sexuell sein. Aber "Sex-Skandal" ist
ja quasi Standardvokabel des Boulevards.
... aber deswegen ein ganz harmloser.
--
selbstheiligen und vom himmel dünkelheilige gefallene gugelfritzen
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Bertel Lund Hansen
2019-02-10 10:40:26 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Spontan meinte ich, ein Skandal könne nicht sexuell sein. Aber
"Sex-Skandal" ist ja quasi Standardvokabel des Boulevards.
Es gibt Sex-Skandalen, die nicht mit Missbrauch zu tun haben, und
Skandalen, die nicht mit Sex zu tun haben, so ich sehe keine
überflüssige Elemente.
--
/Bertel - aus Dänemark
Martin Gerdes
2019-02-10 20:12:03 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Stefan Schmitz
Ist "sexueller Missbrauchsskandal" korrektes Deutsch oder ein Vierstöcker?
Das ist ein Vierstöcker*.

*Dieser Begriff ist vermutlich nur für Leser dieser Newsgroup (und/oder
Leser von Wolf Schneider verständlich). Aber Du zählst ja zu Ersteren.
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Stefan Schmitz
Spontan meinte ich, ein Skandal könne nicht sexuell sein. Aber
"Sex-Skandal" ist ja quasi Standardvokabel des Boulevards.
Es gibt Sex-Skandalen, die nicht mit Missbrauch zu tun haben, und
Skandalen, die nicht mit Sex zu tun haben, so ich sehe keine
überflüssige Elemente.
Der Bezug ist falsch (wie oben richtig genannt. Man könnte (wenngleich
mit sprachlichem Bauchweh) das Wort "sexuell" noch auf "Mißbrauch"
beziehen.

Bei Komposita bestimmt generell das letzte Element, worum es sich
handelt: Ein Löffelstiel ist primär mal ein Stiel und eigentlich kein
Löffel. Ein Adjektivattribut bezieht sich also immer auf das letzte
Element eines Kompositum. Und ein "sexueller Skandal" ist nunmal kein
besonders toller Ausdruck. Das muß "Sexskandal" heißen, wenn schon.

Wenn man die drei Teile schon zusammenspannt, müßte das nach den Regeln
der deutschen Sprache "Sexmißbrauchsskandal" heißen.
Lars Bräsicke
2019-02-10 20:47:01 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Wenn man die drei Teile schon zusammenspannt, müßte das nach den Regeln
der deutschen Sprache "Sexmißbrauchsskandal" heißen.
Was soll Sexmißbrauch sein?
Nicht der Sex wird missbraucht, sondern das Opfer.
Quinn C
2019-02-11 02:39:41 UTC
Permalink
Post by Lars Bräsicke
Post by Martin Gerdes
Wenn man die drei Teile schon zusammenspannt, müßte das nach den Regeln
der deutschen Sprache "Sexmißbrauchsskandal" heißen.
Was soll Sexmißbrauch sein?
Nicht der Sex wird missbraucht, sondern das Opfer.
Beim Kinderschnitzel wird auch nicht das Kind geschnitzelt, im
Gegensatz zum Kalbsschnitzel. Soviel Flexibilität gibt es bei der
Zusammensetzung von Hauptwörtern; Sexmißbrauch ist ein Mißbrauch, der
mit Sex in Zusammenhang steht. Das ist linguistisch gesehen nicht
anders als "sexueller Mißbrauch", nur unüblich.

Auch "Kindesmißbrauch" ist eine Metapher, denn naiv gelesen setzt das
ja voraus, daß es einen richtigen "Gebrauch" der Kinder gibt,

Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
--
das beten vermöge niemant dann die grawen gugler EBERLIN V. GÜNZBURG
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Roland Franzius
2019-02-11 08:22:58 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Auch "Kindesmißbrauch" ist eine Metapher, denn naiv gelesen setzt das
ja voraus, daß es einen richtigen "Gebrauch" der Kinder gibt,
Ja, den gibt es. Das erfährt man aber erst als Großeltern, wenn man die
reine Lebensfreude, die die Kinder verbreiten, bedingungslos genießen
und befördern kann, ohne auf Kosten und pädagogische Folgen Rücksicht
nehmen zu müssen.
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
--
Roland Franzius
Jakob Achterndiek
2019-02-11 10:47:02 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Essen"-Sprüche deklamiert:
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
Der Hoteldirektor Carlucci im Billy-Wilder-Film "Avanti, Avanti!"
drückt das unvergleichlich viel vornehmer aus. Aber ich habe mich
immer gefragt: Wo beginnt denn jetzt der Mißbrauch?

Anders erklärt: Das Wort "Mißbrauch" setzt eine Normalform des als
richtig geltenden "Gebrauchs" voraus. Da müßten doch beim sexuellen
"Brauch" sofort alle Alarmglocken der political correctness schrillen.
Tun sie aber nicht. Da schreiben alle einfach drauflos.
--
j/\a
U***@web.de
2019-02-11 15:00:31 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Anders erklärt: Das Wort "Mißbrauch" setzt eine Normalform des als
richtig geltenden "Gebrauchs" voraus.
Das Adjektiv 'mißliebig' läßt sich hingegen nicht
normalisierend einkürzen.
Jakob Achterndiek
2019-02-11 16:23:01 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Anders erklärt: Das Wort "Mißbrauch" setzt eine Normalform des als
richtig geltenden "Gebrauchs" voraus.
Das Adjektiv 'mißliebig' läßt sich hingegen nicht
normalisierend einkürzen.
Doch, zu Fleischextrakt.
--
j/\a
U***@web.de
2019-02-11 17:57:06 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Anders erklärt: Das Wort "Mißbrauch" setzt eine Normalform des als
richtig geltenden "Gebrauchs" voraus.
Das Adjektiv 'mißliebig' läßt sich hingegen nicht
normalisierend einkürzen.
Doch, zu Fleischextrakt.
Ähää.

Russ. ljuboj hätte ich noch gelten lassen.
Manfred Hoß
2019-02-11 16:47:32 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
[...]
Post by Jakob Achterndiek
Anders erklärt: Das Wort "Mißbrauch" setzt eine Normalform des als
richtig geltenden "Gebrauchs" voraus.
Du solltest nicht aufgrund kraftmeiernder Sprüche von sich in ihrer
vermeintlichen Überlegenheit suhlender Männer hier "Miss-brauch" und
"Ge-brauch" in Verbindung bringen. In diesem Fall gibt es keinen
Zusammenhang.

Gruß
Manfred.
Detlef Meißner
2019-02-11 16:58:15 UTC
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Post by Manfred Hoß
Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
[...]
Post by Jakob Achterndiek
Anders erklärt: Das Wort "Mißbrauch" setzt eine Normalform des als
richtig geltenden "Gebrauchs" voraus.
Du solltest nicht aufgrund kraftmeiernder Sprüche von sich in ihrer
vermeintlichen Überlegenheit suhlender Männer hier "Miss-brauch" und
"Ge-brauch" in Verbindung bringen. In diesem Fall gibt es keinen
Zusammenhang.
Also, mir gegenüber hat den Spruch mal nach einer Mahlzeit eine Frau
gebraucht.

Und was schließen wir daraus?

Und da mir PC sonst wo vorbeigeht, geben ich eine Variante kund:

Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Miss gebrauchen.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Aleks Holub
2019-02-11 19:04:37 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
Diesen Spruch vernahm ich erstmals in meiner Jugendzeit aus dem Mund
einer meiner Tanten. Im trauten Familienkreis, fernab jeglicher
Männerhorden.
Quinn C
2019-02-11 22:13:55 UTC
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Post by Aleks Holub
Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
Diesen Spruch vernahm ich erstmals in meiner Jugendzeit aus dem Mund
einer meiner Tanten. Im trauten Familienkreis, fernab jeglicher
Männerhorden.
Und sie hat nicht auf "einen Mann" umgedichtet? Schwach.

Daß Frauen sowas sagen, beweist auch nicht, daß es nicht
frauenfeindlich ist. Das wäre naiv.
--
gugelfechten, vb., sich närrisch aufführen, narren, fantasieren,
gauglen und gugelfechten ZWENGEL formularbuch (1568) 39b. --
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Detlef Meißner
2019-02-11 22:17:40 UTC
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Post by Quinn C
Post by Aleks Holub
Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
Diesen Spruch vernahm ich erstmals in meiner Jugendzeit aus dem Mund
einer meiner Tanten. Im trauten Familienkreis, fernab jeglicher
Männerhorden.
Und sie hat nicht auf "einen Mann" umgedichtet? Schwach.
Daß Frauen sowas sagen, beweist auch nicht, daß es nicht
frauenfeindlich ist. Das wäre naiv.
Aber es beweist, dass Frauen nicht alles, was irgendwer als
frauenfeindlich bezeichnet, ebenso sehen.

Selbstdenkende Frauen wollen nämlich emanzipiert sein und sich nicht
von irgendwem vorschreiben lassen, was sie denken sollen.
Blöd, wenn sie dann als Verräterinnen abgestempelt werden.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Quinn C
2019-02-11 23:00:58 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Post by Aleks Holub
Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
Diesen Spruch vernahm ich erstmals in meiner Jugendzeit aus dem Mund
einer meiner Tanten. Im trauten Familienkreis, fernab jeglicher
Männerhorden.
Und sie hat nicht auf "einen Mann" umgedichtet? Schwach.
Daß Frauen sowas sagen, beweist auch nicht, daß es nicht
frauenfeindlich ist. Das wäre naiv.
Aber es beweist, dass Frauen nicht alles, was irgendwer als
frauenfeindlich bezeichnet, ebenso sehen.
Selbstdenkende Frauen wollen nämlich emanzipiert sein und sich nicht
von irgendwem vorschreiben lassen, was sie denken sollen.
Blöd, wenn sie dann als Verräterinnen abgestempelt werden.
Verräterinnen ist hart. Kollaborateurinnen sind sie.

Das ist weit verbreitet, und auf individueller Ebene kann ich das gut
verstehen, denn sich bei den Mächtigen einzuschmeicheln ist oft der
beste, jedenfalls der schnellste Weg, um in einem System zu was zu
kommen - noch zu Lebzeiten. Ich bin da kein Schwarz- und Weißdenker.
Wenn man in einer großen Firma oder Behörde arbeitet, ist ähnliches
auch kaum durchgängig zu vermeiden.

Aber ich behalte mir vor, es so zu nennen, wie ich es sehe.
--
GUGEL, f., m., kapuze, mlat. cuculla, cucullus, ahd. cucalun cucullam
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Detlef Meißner
2019-02-12 09:03:20 UTC
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Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Post by Aleks Holub
Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Post by Quinn C
Mißbraucht wird im direkten Sinne eher die Macht, die der Täter über
das Opfer hat.
Nein, Mißbrauch ist jede mißbräuchliche Benutzung der Liebesfähigkeit
und Ausnutzung der Zutraulichkeit der Kinder für eigene Zwecke zu deren
Nachteil.
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
Diesen Spruch vernahm ich erstmals in meiner Jugendzeit aus dem Mund
einer meiner Tanten. Im trauten Familienkreis, fernab jeglicher
Männerhorden.
Und sie hat nicht auf "einen Mann" umgedichtet? Schwach.
Daß Frauen sowas sagen, beweist auch nicht, daß es nicht
frauenfeindlich ist. Das wäre naiv.
Aber es beweist, dass Frauen nicht alles, was irgendwer als
frauenfeindlich bezeichnet, ebenso sehen.
Selbstdenkende Frauen wollen nämlich emanzipiert sein und sich nicht
von irgendwem vorschreiben lassen, was sie denken sollen.
Blöd, wenn sie dann als Verräterinnen abgestempelt werden.
Verräterinnen ist hart. Kollaborateurinnen sind sie.
Das ist weit verbreitet, und auf individueller Ebene kann ich das gut
verstehen, denn sich bei den Mächtigen einzuschmeicheln ist oft der
beste, jedenfalls der schnellste Weg, um in einem System zu was zu
kommen - noch zu Lebzeiten. Ich bin da kein Schwarz- und Weißdenker.
Wenn man in einer großen Firma oder Behörde arbeitet, ist ähnliches
auch kaum durchgängig zu vermeiden.
Aber ich behalte mir vor, es so zu nennen, wie ich es sehe.
Aha.
Naja, wenn man im Besitz der absoluten Wahrheit ist, muss man das
natürlich so sehen.

Ich würde mich jetzt aber vorsehen, den Kollaborateurinnen das ins
Gesicht zu sagen. Könnte übel ausgehen.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Quinn C
2019-02-12 23:52:51 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Post by Aleks Holub
Post by Jakob Achterndiek
In rauhen Männerhorden wurde bisweilen als einer der vielen "Nach-dem-
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen.
Diesen Spruch vernahm ich erstmals in meiner Jugendzeit aus dem Mund
einer meiner Tanten. Im trauten Familienkreis, fernab jeglicher
Männerhorden.
Und sie hat nicht auf "einen Mann" umgedichtet? Schwach.
Daß Frauen sowas sagen, beweist auch nicht, daß es nicht
frauenfeindlich ist. Das wäre naiv.
Aber es beweist, dass Frauen nicht alles, was irgendwer als
frauenfeindlich bezeichnet, ebenso sehen.
Selbstdenkende Frauen wollen nämlich emanzipiert sein und sich nicht
von irgendwem vorschreiben lassen, was sie denken sollen.
Blöd, wenn sie dann als Verräterinnen abgestempelt werden.
Verräterinnen ist hart. Kollaborateurinnen sind sie.
Das ist weit verbreitet, und auf individueller Ebene kann ich das gut
verstehen, denn sich bei den Mächtigen einzuschmeicheln ist oft der
beste, jedenfalls der schnellste Weg, um in einem System zu was zu
kommen - noch zu Lebzeiten. Ich bin da kein Schwarz- und Weißdenker.
Wenn man in einer großen Firma oder Behörde arbeitet, ist ähnliches
auch kaum durchgängig zu vermeiden.
Aber ich behalte mir vor, es so zu nennen, wie ich es sehe.
Aha.
Naja, wenn man im Besitz der absoluten Wahrheit ist, muss man das
natürlich so sehen.
Und woran erkennt man, daß meine Einschätzungen absoluten
Wahrheitsanspruch mit sich bringen, und Deine nicht?
Post by Detlef Meißner
Ich würde mich jetzt aber vorsehen, den Kollaborateurinnen das ins
Gesicht zu sagen. Könnte übel ausgehen.
Man sollte nicht allen alles ins Gesicht sagen, was man über sie denkt?
Na sowas aber auch!
--
Perhaps it might be well, while the subject is under discussion,
to attempt the creation of an entirely new gender, for the purpose
of facilitating reference to the growing caste of manly women and
womanly men. -- Baltimore Sun (1910)
Detlef Meißner
2019-02-13 09:41:25 UTC
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Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Aber ich behalte mir vor, es so zu nennen, wie ich es sehe.
Aha.
Naja, wenn man im Besitz der absoluten Wahrheit ist, muss man das
natürlich so sehen.
Und woran erkennt man, daß meine Einschätzungen absoluten
Wahrheitsanspruch mit sich bringen, und Deine nicht?
Weil ich niemanden bekehren will.
Wahrheitsverkünder wollen das.
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Ich würde mich jetzt aber vorsehen, den Kollaborateurinnen das ins
Gesicht zu sagen. Könnte übel ausgehen.
Man sollte nicht allen alles ins Gesicht sagen, was man über sie denkt?
Na sowas aber auch!
Also ist das was Unredliches, was du tust?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Quinn C
2019-02-13 17:17:14 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Aber ich behalte mir vor, es so zu nennen, wie ich es sehe.
Aha.
Naja, wenn man im Besitz der absoluten Wahrheit ist, muss man das
natürlich so sehen.
Und woran erkennt man, daß meine Einschätzungen absoluten
Wahrheitsanspruch mit sich bringen, und Deine nicht?
Weil ich niemanden bekehren will.
Wahrheitsverkünder wollen das.
Ich habe schon den Eindruck, daß Du bestimmte Änderungen, die in der
Luft liegen, aufhalten willst. Nein, ich lasse das nicht als "nichts
tun" gelten. Auf alle Fälle dann nicht, wenn man im Jahre 2019 den
Stand von 1980 konservieren will.
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Ich würde mich jetzt aber vorsehen, den Kollaborateurinnen das ins
Gesicht zu sagen. Könnte übel ausgehen.
Man sollte nicht allen alles ins Gesicht sagen, was man über sie denkt?
Na sowas aber auch!
Also ist das was Unredliches, was du tust?
Wieso das denn?

Dann bin ich mal ehrlich: Ich denke jetzt schon eine Weile, über Dich
und einige andere hier, wie schwer es ist, solche Themen zu diskutieren
mit Leuten, die noch nie ernsthaft darüber nachgedacht haben, wie
"Gesellschaft" funktioniert.
--
We say, 'If any lady or gentleman shall buy this article _____ shall
have it for five dollars.' The blank may be filled with he, she, it,
or they; or in any other manner; and yet the form of the expression
will be too vulgar to be uttered. -- Wkly Jrnl of Commerce (1839)
Detlef Meißner
2019-02-13 17:22:54 UTC
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Post by Quinn C
Dann bin ich mal ehrlich: Ich denke jetzt schon eine Weile, über Dich
und einige andere hier, wie schwer es ist, solche Themen zu diskutieren
mit Leuten, die noch nie ernsthaft darüber nachgedacht haben, wie
"Gesellschaft" funktioniert.
Meinst du nicht, dass das eine Unterstellung ist.
Und Überheblichkeit deinerseits scheint dabei auch noch eine Rolle zu
spielen.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Quinn C
2019-02-13 18:52:24 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Dann bin ich mal ehrlich: Ich denke jetzt schon eine Weile, über Dich
und einige andere hier, wie schwer es ist, solche Themen zu diskutieren
mit Leuten, die noch nie ernsthaft darüber nachgedacht haben, wie
"Gesellschaft" funktioniert.
Meinst du nicht, dass das eine Unterstellung ist.
Es ist natürlich immer möglich, daß Du darüber schon nachgedacht hast,
das aber nicht in Deine Ausführungen hier einfließen läßt. Ich kann nur
von dem ausgehen, was ich sehe.

Aber wie sonst soll ich Deine Frage interpretieren:

| Und du hast all denen erlaubt, einen Trichter bei dir anzusetzen?

Ich bin in einer Gesellschaft sozialisiert, von Geburt an, und gehe
ständig mit Mitgliedern dieser Gesellschaft um, und in diesem
Zusammenhang habe ich meine Werte und Auffassungen entwickelt. Du Deine
auch, aber ich erkenne aus Deinen Ausführungen nicht, daß Du Dir dessen
bewußt bist. [1]

Jede einzelne Meinung, die gegen den Mainstream geht, mußte ich mir
mühsam erarbeiten. Dafür sind die aber auch durchdacht, während man
handelsübliche Meinungen auch ohne eigene Denkleistung vertreten kann.

Normalerweise muß man sich dafür ja nicht rechtfertigen, so absurd sie
einem Marsmenschen (oder Papalagi) auch erscheinen mögen! Vielleicht
fällt es Dir ja deswegen nicht weiter auf, daß Du oft gar keine
Argumente hast, sondern im Wesentlichen dem Neuen nur mit einfachem
"brauche mer net, wolle mer net" begegnest.

____
[1] Ich war da versucht, zu schreiben "daß Du auf den Trichter gekommen
bist". aber dann wollte ich doch auf der ernsten Schiene bleiben.
--
If someone has a penis (or we think they have a penis) we use
he/him/his pronouns and treat them like a boy/man. If someone
has a vagina (or we think they have a vagina) we use she/her/
hers pronouns and treat them like a girl/woman.
See what I did there? -- Kyl Myers
Detlef Meißner
2019-02-13 19:13:54 UTC
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Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Dann bin ich mal ehrlich: Ich denke jetzt schon eine Weile, über Dich
und einige andere hier, wie schwer es ist, solche Themen zu diskutieren
mit Leuten, die noch nie ernsthaft darüber nachgedacht haben, wie
"Gesellschaft" funktioniert.
Meinst du nicht, dass das eine Unterstellung ist.
Es ist natürlich immer möglich, daß Du darüber schon nachgedacht hast,
das aber nicht in Deine Ausführungen hier einfließen läßt. Ich kann nur
von dem ausgehen, was ich sehe.
Jetzt sach bloß!
(Und wie ist es mit den anderen, denen du dasselbe unterstellst?)
Hint: Wenn du etwas nicht bemerkst, dann heißt es nicht, dass es nicht
da ist.
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Und du hast all denen erlaubt, einen Trichter bei dir anzusetzen?
Ich bin in einer Gesellschaft sozialisiert, von Geburt an, und gehe
ständig mit Mitgliedern dieser Gesellschaft um, und in diesem
Zusammenhang habe ich meine Werte und Auffassungen entwickelt. Du Deine
auch, aber ich erkenne aus Deinen Ausführungen nicht, daß Du Dir dessen
bewußt bist. [1]
Nun, ich habe mal so was studiert. :-)
Post by Quinn C
Jede einzelne Meinung, die gegen den Mainstream geht, mußte ich mir
mühsam erarbeiten. Dafür sind die aber auch durchdacht, während man
handelsübliche Meinungen auch ohne eigene Denkleistung vertreten kann.
Du glaubst gar nicht, wie oft ich gegen den Mainstream (z.B. gegen die
Rechtschreibreform)) agiert habe. Das war auch sehr mühsam und hat mir
Nachteile eingebracht.
Das heißt aber nicht, dass ich *immer* gegen den Mainstream bin.

Und glaube mir, das ist auch wohldurchdacht.
Post by Quinn C
Normalerweise muß man sich dafür ja nicht rechtfertigen, so absurd sie
einem Marsmenschen (oder Papalagi) auch erscheinen mögen! Vielleicht
fällt es Dir ja deswegen nicht weiter auf, daß Du oft gar keine
Argumente hast, sondern im Wesentlichen dem Neuen nur mit einfachem
"brauche mer net, wolle mer net" begegnest.
Richtig, man muss nicht ständig argumentieren. Argumente sind nur
erforderlich, wenn man was ändern möchte. Und da müssen die Argumente
aber wirklich überzeugend sein.

Man wirft mir bisweilen vor, dass man mit mir nicht diskutieren könne.
Dem stimme ich zu; denn die Leute hätten gern, dass ich meine Meinung
ändere. Das nennen sie dann diskutieren.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Quinn C
2019-02-13 23:07:22 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Dann bin ich mal ehrlich: Ich denke jetzt schon eine Weile, über Dich
und einige andere hier, wie schwer es ist, solche Themen zu diskutieren
mit Leuten, die noch nie ernsthaft darüber nachgedacht haben, wie
"Gesellschaft" funktioniert.
Meinst du nicht, dass das eine Unterstellung ist.
Es ist natürlich immer möglich, daß Du darüber schon nachgedacht hast,
das aber nicht in Deine Ausführungen hier einfließen läßt. Ich kann nur
von dem ausgehen, was ich sehe.
Jetzt sach bloß!
(Und wie ist es mit den anderen, denen du dasselbe unterstellst?)
Hint: Wenn du etwas nicht bemerkst, dann heißt es nicht, dass es nicht
da ist.
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Und du hast all denen erlaubt, einen Trichter bei dir anzusetzen?
Ich bin in einer Gesellschaft sozialisiert, von Geburt an, und gehe
ständig mit Mitgliedern dieser Gesellschaft um, und in diesem
Zusammenhang habe ich meine Werte und Auffassungen entwickelt. Du Deine
auch, aber ich erkenne aus Deinen Ausführungen nicht, daß Du Dir dessen
bewußt bist. [1]
Nun, ich habe mal so was studiert. :-)
Warum zeigst Du das dann nicht mal?
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Jede einzelne Meinung, die gegen den Mainstream geht, mußte ich mir
mühsam erarbeiten. Dafür sind die aber auch durchdacht, während man
handelsübliche Meinungen auch ohne eigene Denkleistung vertreten kann.
Du glaubst gar nicht, wie oft ich gegen den Mainstream (z.B. gegen die
Rechtschreibreform)) agiert habe. Das war auch sehr mühsam und hat mir
Nachteile eingebracht.
Das heißt aber nicht, dass ich *immer* gegen den Mainstream bin.
Und glaube mir, das ist auch wohldurchdacht.
Warum zeigst Du das dann nicht mal?
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Normalerweise muß man sich dafür ja nicht rechtfertigen, so absurd sie
einem Marsmenschen (oder Papalagi) auch erscheinen mögen! Vielleicht
fällt es Dir ja deswegen nicht weiter auf, daß Du oft gar keine
Argumente hast, sondern im Wesentlichen dem Neuen nur mit einfachem
"brauche mer net, wolle mer net" begegnest.
Richtig, man muss nicht ständig argumentieren. Argumente sind nur
erforderlich, wenn man was ändern möchte. Und da müssen die Argumente
aber wirklich überzeugend sein.
Deshalb mein Hinweis auf 1980. Du möchtest das Rad zurückdrehen, dafür
braucht es auch überzeugende Argumente.

Es besteht ein Bedarf an gewissen Änderungen. Man kann und soll
diskutieren, wie man mit diesem Bedarf umgeht, aber "einfach
ignorieren, dann geht's vielleicht wieder weg" ist für mich ... ein
"Beitrag", den ich einfach ignorieren werde.
Post by Detlef Meißner
Man wirft mir bisweilen vor, dass man mit mir nicht diskutieren könne.
Dem stimme ich zu; denn die Leute hätten gern, dass ich meine Meinung
ändere. Das nennen sie dann diskutieren.
Es ist für mich jedenfalls kein Diskutieren, wenn ich mich nicht
ernstgenommen fühle.

Es wäre ein Anfang, wenn Du Deine Meinung klarstellen würdest,
eventuell sogar mit der ein oder anderen Begründung, statt bloß zu
sagen, daß Du die andere Meinung nicht magst. Ich kann mich nicht
erinnern, von Dir irgendwas gelesen zu haben, was mich dazu angeregt
hätte, meinen Standpunkt zu überdenken, zu erweitern oder dergleichen.
Ist alles mit reflexhaftem Konservatismus erklärbar. Bevor ich Dir
glaube, daß das wohldurchdacht ist, müßte ich schon mehr sehen, sonst
gilt Ockham.
--
GOGELICH,gogelig, (...) 'fröhlich, lustig, ausgelassen'
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Detlef Meißner
2019-02-14 09:50:24 UTC
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Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Ich bin in einer Gesellschaft sozialisiert, von Geburt an, und gehe
ständig mit Mitgliedern dieser Gesellschaft um, und in diesem
Zusammenhang habe ich meine Werte und Auffassungen entwickelt. Du Deine
auch, aber ich erkenne aus Deinen Ausführungen nicht, daß Du Dir dessen
bewußt bist. [1]
Nun, ich habe mal so was studiert. :-)
Warum zeigst Du das dann nicht mal?
Das wäre zu auffällig. :-)
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Jede einzelne Meinung, die gegen den Mainstream geht, mußte ich mir
mühsam erarbeiten. Dafür sind die aber auch durchdacht, während man
handelsübliche Meinungen auch ohne eigene Denkleistung vertreten kann.
Du glaubst gar nicht, wie oft ich gegen den Mainstream (z.B. gegen die
Rechtschreibreform)) agiert habe. Das war auch sehr mühsam und hat mir
Nachteile eingebracht.
Das heißt aber nicht, dass ich *immer* gegen den Mainstream bin.
Und glaube mir, das ist auch wohldurchdacht.
Warum zeigst Du das dann nicht mal?
Siehst du, genau so muss es funktionieren. :-)
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Normalerweise muß man sich dafür ja nicht rechtfertigen, so absurd sie
einem Marsmenschen (oder Papalagi) auch erscheinen mögen! Vielleicht
fällt es Dir ja deswegen nicht weiter auf, daß Du oft gar keine
Argumente hast, sondern im Wesentlichen dem Neuen nur mit einfachem
"brauche mer net, wolle mer net" begegnest.
Richtig, man muss nicht ständig argumentieren. Argumente sind nur
erforderlich, wenn man was ändern möchte. Und da müssen die Argumente
aber wirklich überzeugend sein.
Deshalb mein Hinweis auf 1980. Du möchtest das Rad zurückdrehen, dafür
braucht es auch überzeugende Argumente.
Nein, nur einen kräftigen Arm.
Post by Quinn C
Es besteht ein Bedarf an gewissen Änderungen.
Ein herbeidiskutierter Bedarf. (Ich vergleiche den gern mit der Neuen
Rechtschreibung.)
Post by Quinn C
Man kann und soll
diskutieren, wie man mit diesem Bedarf umgeht, aber "einfach
ignorieren, dann geht's vielleicht wieder weg" ist für mich ... ein
"Beitrag", den ich einfach ignorieren werde.
Man kann diesen "Bedarf" diskutieren. Mache ich aber erst dann, wenn es
ernst wird. Sonst warte ich ab, ob sich der "Bedarf" evtl. nach einiger
Zeit erübrigt.
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Man wirft mir bisweilen vor, dass man mit mir nicht diskutieren könne.
Dem stimme ich zu; denn die Leute hätten gern, dass ich meine Meinung
ändere. Das nennen sie dann diskutieren.
Es ist für mich jedenfalls kein Diskutieren, wenn ich mich nicht
ernstgenommen fühle.
Durchaus möglich, dass dich dein Gefühl nicht trügt.
Post by Quinn C
Es wäre ein Anfang, wenn Du Deine Meinung klarstellen würdest,
eventuell sogar mit der ein oder anderen Begründung, statt bloß zu
sagen, daß Du die andere Meinung nicht magst. Ich kann mich nicht
erinnern, von Dir irgendwas gelesen zu haben, was mich dazu angeregt
hätte, meinen Standpunkt zu überdenken, zu erweitern oder dergleichen.
Ist alles mit reflexhaftem Konservatismus erklärbar. Bevor ich Dir
glaube, daß das wohldurchdacht ist, müßte ich schon mehr sehen, sonst
gilt Ockham.
Ich habe nicht die Absicht, dich dahin zu bringen, dass du deinen
Standpunkt überdenkst. Dafür ist er schon zu stark ausgeprägt.
*Du* propagierst permanent eine Änderung, also musst du überzeugende
Begründungen dafür liefern. Ich hab's einfacher und brauche nur zu
sagen: Will ich nicht, klappt nicht, überzeugt mich nicht.
Wenn du das mit "reflexhaftem Konservatismus" gleichsetzt, dann machst
du dir das sehr einfach.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Martin Gerdes
2019-02-11 21:48:32 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Lars Bräsicke
Was soll Sexmißbrauch sein?
Nicht der Sex wird missbraucht, sondern das Opfer.
Beim Kinderschnitzel wird auch nicht das Kind geschnitzelt, im
Gegensatz zum Kalbsschnitzel. Soviel Flexibilität gibt es bei der
Zusammensetzung von Hauptwörtern; Sexmißbrauch ist ein Mißbrauch, der
mit Sex in Zusammenhang steht. Das ist linguistisch gesehen nicht
anders als "sexueller Mißbrauch", nur unüblich.
Auch "Kindesmißbrauch" ist eine Metapher, denn naiv gelesen setzt das
ja voraus, daß es einen richtigen "Gebrauch" der Kinder gibt,
Müßte das nach dem gleichen Bauprinzip wie "sexueller Mißbrauch" nicht
"kindlicher Mißbrauch" heißen?
U***@web.de
2019-02-11 08:35:47 UTC
Permalink
Post by Lars Bräsicke
Post by Martin Gerdes
Wenn man die drei Teile schon zusammenspannt, müßte das nach den Regeln
der deutschen Sprache "Sexmißbrauchsskandal" heißen.
Was soll Sexmißbrauch sein?
Nicht der Sex wird missbraucht, sondern das Opfer.
Dann künftig Opfermißbrauchsskandal, gerade
auch nachdem immer wieder Menschen brutal (wie sonst?)
erschossen werden.
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