Discussion:
Und immer das selbe
(zu alt für eine Antwort)
Stefan Ram
2018-08-09 14:26:37 UTC
Permalink
Newsgroups: de.rec.fahrrad,de.etc.sprache.deutsch
Followup-To: de.etc.sprache.deutsch
Zumindest ist der Verlauf weniger tendentiös beschrieben als
sonst.
Es ehrt Dich, daß Du versuchst, auf deutsch zu schreiben!
Aber auch im Deutschen schreibt man "tendenziös" mit einem "z".
Johann Mayerwieser
2018-08-09 15:20:55 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
de.etc.sprache.deutsch
Zumindest ist der Verlauf weniger tendentiös beschrieben als sonst.
Es ehrt Dich, daß Du versuchst, auf deutsch zu schreiben!
Aber auch im Deutschen schreibt man "tendenziös" mit einem "z".
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden" und
abgesehen davon dass mit scharfem "ß" schreibt.

Aber Hauptsache, wieder Rechtschreibmüll abgelassen


X-post auf de.rec.fahrrad wieder gesetzt, da ich d.e.s.d nicht lese
Stefan Ram
2018-08-09 15:37:20 UTC
Permalink
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden" und
abgesehen davon dass mit scharfem "ß" schreibt.
Ich schreibe "dass" mit "ss" und "daß" mit "ß".

(An das mit dem Fenster kann ich mich nicht erinnern.)
Detlef Meißner
2018-08-09 15:42:39 UTC
Permalink
Post by Johann Mayerwieser
Post by Stefan Ram
de.etc.sprache.deutsch
Zumindest ist der Verlauf weniger tendentiös beschrieben als sonst.
Es ehrt Dich, daß Du versuchst, auf deutsch zu schreiben!
Aber auch im Deutschen schreibt man "tendenziös" mit einem "z".
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden" und
abgesehen davon dass mit scharfem "ß" schreibt.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Was ist denn das für ein Deutsch?

Man könnte auch noch monieren, dass man "auf deutsch schreiben" "auf
Deutsch schreiben" schreibt.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Stefan Ram
2018-08-09 16:01:07 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Man könnte auch noch monieren, dass man "auf deutsch schreiben" "auf
Deutsch schreiben" schreibt.
Dann bist Du vermutlich Katzenbergianer. Einzig in jenem
Texte schreibt Jean Paul nämlich:

»Strykius wußte, als ein leise auftretender Mann,
durchaus nicht, wie er auf Deutsch (zumal da außer dem
eignen Namen wenig Latinität in ihm war) zugleich die
Ohren seines Gastes bewirten, und die der Nachbarinnen
beschirmen sollte.«

"Dr. Katzenbergers Badereise" - Jean Paul

In allen anderen Texten ("Hesperus oder 45 Hundsposttage",
"Leben des Quintus Fixlein" und "Titan") schreibt Jean Paul
es klein.

Alle anderen (Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff,
Theodor Fontane, Heinrich Heine, Gotthold Ephraim Lessing,
Friedrich Nietzsche, Theodor Storm, Ludwig Tieck, Frank
Wedekind und selbst der große Friedrich Schiller) schreiben
es klein.
Detlef Meißner
2018-08-09 16:58:21 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
Post by Detlef Meißner
Man könnte auch noch monieren, dass man "auf deutsch schreiben" "auf
Deutsch schreiben" schreibt.
Dann bist Du vermutlich Katzenbergianer. Einzig in jenem
»Strykius wußte, als ein leise auftretender Mann,
durchaus nicht, wie er auf Deutsch (zumal da außer dem
eignen Namen wenig Latinität in ihm war) zugleich die
Ohren seines Gastes bewirten, und die der Nachbarinnen
beschirmen sollte.«
"Dr. Katzenbergers Badereise" - Jean Paul
In allen anderen Texten ("Hesperus oder 45 Hundsposttage",
"Leben des Quintus Fixlein" und "Titan") schreibt Jean Paul
es klein.
Alle anderen (Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff,
Theodor Fontane, Heinrich Heine, Gotthold Ephraim Lessing,
Friedrich Nietzsche, Theodor Storm, Ludwig Tieck, Frank
Wedekind und selbst der große Friedrich Schiller) schreiben
es klein.
Warum so ein Gedöns?

Alte Rechtschreibung: auf deutsch
Neue Rechtschreibung: auf Deutsch

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Stefan Ram
2018-08-09 17:50:10 UTC
Permalink
...
...

Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Ihnen geht es erkennbar nicht darum, ein Sachproblem zu
lösen, sondern eine Destabilisierung herbeizufühen.

Die Schulsprache wurde von ihnen gezielt kompliziert
gemacht, indem beispielsweise am Silbenende einer Silbe mit
einem s-Auslaut nun /drei/ Möglichkeiten ("s", "ss" und "ß")
statt bisher /zwei/ ("s" und "ß") erzwungen wurden.

Die Folgen sind wesentlich mehr Fehler auf diesem Gebiet.
Schulterzucken oder gar ein schleichendes Sich-daran-Gewöhnen
sind als Reaktion dabei nicht angemessen und auch nicht
ausreichend.

(Die Schulsprachfreunde behaupten, dann oft, daß heute in
der Schule allgemein weniger Wert auf Rechtschreibung gelegt
werde. Aber das stimmt nicht. Studien zeigen eine
/spezifische Erhöhung/ der Zahl der Fehler bei s-Schreibung
am Silbenauslaut, /ohne/ eine Erhöhung der Fehlerzahl auf den
Gebieten, auf denen sich die Schulschreibung /nicht/ vom
Deutschen unterscheidet.)

Siehe auch:

www.purl.org/stefan_ram/pub/rechtschreibreform
Stefan Ram
2018-08-09 18:59:05 UTC
Permalink
Offenlegung: Ich habe bei Verfassen des aus

<Schulsprache-***@ram.dialup.fu-berlin.de>

zitierten Textes einmal bewußt einige Plagiate eingebaut,
weil ich sie hier passend fand und selber vielleicht nicht
auf diese guten Formulierungen gekommen wäre.
Post by Stefan Ram
Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Ihnen geht es erkennbar nicht darum, ein Sachproblem zu
lösen, sondern eine Destabilisierung herbeizufüh[r]en.
Original:

|Es geht erkennbar gar nicht darum, ein Sachproblem zu
|lösen, sondern eine Destabilisierung herbeizuführen

wurde ursprünglich wohl von Robert Habeck (Politiker von
"Die Grünen") über die CSU gesagt.
Post by Stefan Ram
Die Schulsprache wurde von ihnen gezielt kompliziert
gemacht
Original:

Die Autoren einer Studie zu den /Privatsphäre-Optionen/
einiger Websites gingen davon aus, daß bestimmte
unerwünschte Festlegungen von den Websites "gezielt
kompliziert gemacht" wurden.
Post by Stefan Ram
Schulterzucken oder gar ein schleichendes Sich-daran-Gewöhnen
sind als Reaktion dabei nicht angemessen und auch nicht
ausreichend.
Original:

|Schulterzucken oder gar ein schleichendes
|Sich-daran-Gewöhnen sind als Reaktion dabei nicht
|angemessen und auch nicht ausreichend.

wurde im November 2017 vom damaligen Bundesratspräsidenten
Michael Müller im Rahmen einer Kritik politischer
Umgangsformen geäußert.
Detlef Meißner
2018-08-10 04:32:14 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
...
...
Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Dass das Kampfbegriffe sind, ist mir neu. "Rechtschreibung" ist ein
sehr alter Begriff, und irgendwie muss man ja begrifflich die zwei
Rechtschreibungen auseinanderhalten, um zu kommunizieren.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Stefan Ram
2018-08-10 11:54:19 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
...
...
Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Dass das Kampfbegriffe sind, ist mir neu. "Rechtschreibung" ist ein
sehr alter Begriff, und irgendwie muss man ja begrifflich die zwei
Rechtschreibungen auseinanderhalten, um zu kommunizieren.
Zur Erklärung meiner Kritik kopiere ich hier ein nun schon
etwas älteres Posting von mir. Allerdings gibt es wohl zu
vielen Umfragen der nuller Jahre keine Nachfolgeumfragen
mehr, so daß einige der in dem folgenden älteren Posting
zitierten Umfrageergebnisse weiterhin die "letzten
bekannten" Umfrageergebnisse zu den gestellten Fragen
liefern. Möglicherweise haben die Medien sich ja von den
Schulministern nicht nur die Sprache, sondern auch gleich
noch den "Rechtschreibfrieden" aufdiktieren lassen?

|Sascha Klix <***@klixworld_NOSPAM.de> writes:
|>die neue Rechtschreibung
|
| Dieser Begriff wurde wohl geschaffen, um den Eindruck zu
| erwecken, daß es eine allgemeine Umstellung gegeben habe.
| Außerdem, daß es dabei nicht um eine Änderung der Sprache,
| sondern »nur der Rechtschreibung« gehe.
|
| Tatsächlich hatten 2006 nach einer Umfrage nur 19 % die
| namenlose Regelung angewendet:
|
| »Mehr als zwei Drittel der Deutschen (nämlich 68 Prozent)
| schreiben weiterhin nach den klassischen
| Rechtschreibungsregeln. Nur 19 Prozent richten sich
| komplett nach der neuen Regelung, und 12 Prozent verwenden
| dagegen eine Mischung aus alter und neuer
| Rechtschreibung.«
|
|http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,403601,00.html
|
| Anders als von den Sprachbekämpfern gedacht, /vermindert/ sich
| die Zahl der Befürworter, denn 2008 sind es nur noch 9 Prozent:
|
| »Demnach lehnen 55 % der Deutschen die Rechtschreibreform
| immer noch prinzipiell ab, 9 % befürworten sie; 31 %
| erklären, die Reform sei ihnen egal. Bei der Frage nach
| den täglichen Problemen mit dem Deutschen entscheiden sich
| sogar 79 % der Teilnehmer für die Aussage "Durch die
| Rechtschreibreform weiß man bei vielen Wörtern gar nicht
| mehr, wie sie richtig geschrieben werden." Selbst eine
| Mehrheit der Reformbefürworter (54 %) teilt diesen
| Standpunkt.«
|
|http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E53F1F6FEE6144E8DBC2CC2895FB534F3~ATpl~Ecommon~Scontent.html
|
| Die namenlose Regelung hat keine Gesetzeskraft oder irgendeine
| bindende Wirkung für Bürger, sie gilt an Schulen nur Kraft von
| Ministererlassen. Sie wird von Agenturen aufgrund ihrer
| eigenen Entscheidung verwendet - oft in individuell
| abgewandelter Form - und so gut es den Redakteuren oder
| Autoren überhaupt möglich ist.
|
| Sie hat sich selber keinen bestimmten dauerhaften Namen
| gegeben. Einmal hieß sie »amtliche Regelung« und heute wieder
| anders. Du kannst die beiden letzten Ausgaben etwa hier finden:
|
|http://www.korrekturen.de/docs/Rechtschreibung2004.pdf
|http://www.korrekturen.de/docs/regeln2006.pdf
|
| Hinzu kommt, daß die neueren Ausgaben der namenlosen Regelung
| (von 2004 und 2006) immer mehr Teile des normalen Deutschs
| wieder als zulässig erklären (beispielsweise bestimmte
| Zusammenschreibungen), so daß jemand, der schon immer auf
| deutsch schrieb, damit nach den neueren namenlose Regelungen
| immer weniger falsch macht.
|
| Damit ist also die namenlose Regelung von 1996 veraltet,
| während die neueste namenlose Regelung einen großen Teil
| des normalen Deutschs wieder einführt, das damit »neuer« ist
| als das, was 1996 als »neu« galt.
|
| Es ist bekannt, daß die namenlose Regelung viele altertümliche
| Getrenntschreibungen und die vor etwas 100 Jahren abgeschaffte
| Heyse-Regelung wieder verwendet - also auch insofern nicht »neu«
| sondern rückschrittlich ist.
|
| Welche Regelungen des normalen Deutschs in den nächsten Jahren
| noch alle auch in der NRS wieder eingeführt werden ist heute
| noch nicht bekannt. Gerade die Zusammenschreibung bestimmter
| wiederkehrender Wortkombinationen ist nämlich ein natürlicher
| Prozeß: Das Zusammenwachsen dessen, was zusammengehört.
|
...
|
| Zusammengefaßt:
|
| - Die große Mehrheit der Bevölkerung verwendet Deutsch
|
| - Die namenlose Regelung ist inkonsistent, wiederholt
| verändert und fehlerträchtig
|
| - Die namenlose Regelung hat keine Verbindlichkeit für
| irgendjemanden außer für Lehrer und Schüler
|
Detlef Meißner
2018-08-10 12:36:15 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
...
...
Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Dass das Kampfbegriffe sind, ist mir neu. "Rechtschreibung" ist ein
sehr alter Begriff, und irgendwie muss man ja begrifflich die zwei
Rechtschreibungen auseinanderhalten, um zu kommunizieren.
Zur Erklärung meiner Kritik kopiere ich hier ein nun schon
etwas älteres Posting von mir.
[...]

Das Thema ist, zumindest für mich, gegessen. Von daher keine weiteren
Bemerkungen dazu.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Manfred Hoß
2018-08-10 12:55:03 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
...
...
Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Dass das Kampfbegriffe sind, ist mir neu. "Rechtschreibung" ist ein
sehr alter Begriff, und irgendwie muss man ja begrifflich die zwei
Rechtschreibungen auseinanderhalten, um zu kommunizieren.
Zur Erklärung meiner Kritik kopiere ich hier ein nun schon
etwas älteres Posting von mir.
[...]
Das Thema ist, zumindest für mich, gegessen. Von daher keine weiteren
Bemerkungen dazu.
Am 1. August jährte sich die Gültigkeit der neuen Rechtschreibung zum 20.
Mal. Ich fragte mich, ob ich an dem Tag darauf hinweisen sollte, ließ es
dann aber bleiben, weil das Thema auch für mich durch ist.

Gruß
Manfred.
Manfred Hoß
2018-08-10 13:01:31 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
...
...
Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Dass das Kampfbegriffe sind, ist mir neu. "Rechtschreibung" ist ein
sehr alter Begriff, und irgendwie muss man ja begrifflich die zwei
Rechtschreibungen auseinanderhalten, um zu kommunizieren.
Zur Erklärung meiner Kritik kopiere ich hier ein nun schon
etwas älteres Posting von mir.
[...]
Das Thema ist, zumindest für mich, gegessen. Von daher keine weiteren
Bemerkungen dazu.
Am 1. August jährte sich das Inkrafttreten der neuen Rechtschreibung zum
20. Mal. Ich fragte mich, ob ich an dem Tag darauf hinweisen sollte, ließ
es dann aber bleiben, weil das Thema auch für mich durch ist.

Gruß
Manfred.
Stefan Schmitz
2018-08-10 20:29:28 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Am 1. August jährte sich das Inkrafttreten der neuen Rechtschreibung zum
20. Mal. Ich fragte mich, ob ich an dem Tag darauf hinweisen sollte, ließ
es dann aber bleiben, weil das Thema auch für mich durch ist.
Interessant, dass auch kein Gegner das thematisiert hat. Für die ist das Thema
ja offenbar nicht durch.
Martin Gerdes
2018-08-11 16:26:40 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Detlef Meißner
Das Thema ist, zumindest für mich, gegessen. Von daher keine weiteren
Bemerkungen dazu.
Am 1. August jährte sich das Inkrafttreten der neuen Rechtschreibung zum
20. Mal.
So ähnlich.
Post by Manfred Hoß
Ich fragte mich, ob ich an dem Tag darauf hinweisen sollte, ließ
es dann aber bleiben, weil das Thema auch für mich durch ist.
:-)

Man liest die von der BRaZ verursachten Schäden alle Tage (namentlich
Zwangstrennungen und hyperkorrekte Großschreibungen). Jedem Altschreiber
werden derlei Schreibungen vermutlich bis zum Ende seiner Tage ins Auge
springen -- und das wird noch ein Weilchen dauern.

Nach wie vor verblüffend finde ich, daß das Jahrhundertprojekt so gut
wie nicht wissenschaftlich begleitet wurde. Das verordnete Bußschweigen
der Germanistik dauert bis heute fort.
Quinn C
2018-08-11 00:53:16 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
...
...
Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Dass das Kampfbegriffe sind, ist mir neu. "Rechtschreibung" ist ein
sehr alter Begriff, und irgendwie muss man ja begrifflich die zwei
Rechtschreibungen auseinanderhalten, um zu kommunizieren.
Zur Erklärung meiner Kritik kopiere ich hier ein nun schon
etwas älteres Posting von mir.
[...]
Das Thema ist, zumindest für mich, gegessen.
Ich hoffe, es hat gemundet.
--
GUGELFAHRT, f., mutwilliges treiben, lärmende lustbarkeit
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Detlef Meißner
2018-08-11 13:43:49 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Ram
...
...
Interessant! Du verwendest die Kampfbegriffe der Schulsprachler.
Dass das Kampfbegriffe sind, ist mir neu. "Rechtschreibung" ist ein
sehr alter Begriff, und irgendwie muss man ja begrifflich die zwei
Rechtschreibungen auseinanderhalten, um zu kommunizieren.
Zur Erklärung meiner Kritik kopiere ich hier ein nun schon
etwas älteres Posting von mir.
[...]
Das Thema ist, zumindest für mich, gegessen.
Ich hoffe, es hat gemundet.
Zwangsernährung!

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Jakob Achterndiek
2018-08-09 17:57:57 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Warum so ein Gedöns?
Alte Rechtschreibung: auf deutsch
Neue Rechtschreibung: auf Deutsch

--
j/\a
Stefan Ram
2018-08-09 16:02:50 UTC
Permalink
Supersedes: <auf-deutsch-***@ram.dialup.fu-berlin.de>
Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch
Post by Detlef Meißner
Man könnte auch noch monieren, dass man "auf deutsch schreiben" "auf
Deutsch schreiben" schreibt.
Dann bist Du vermutlich Katzenbergianer. Einzig in jenem
Texte schreibt Jean Paul nämlich:

»Strykius wußte, als ein leise auftretender Mann,
durchaus nicht, wie er auf Deutsch (zumal da außer dem
eignen Namen wenig Latinität in ihm war) zugleich die
Ohren seines Gastes bewirten, und die der Nachbarinnen
beschirmen sollte.«

"Dr. Katzenbergers Badereise" - Jean Paul

In allen anderen Texten ("Hesperus oder 45 Hundsposttage",
"Leben des Quintus Fixlein" und "Titan") schreibt Jean Paul
es klein.

Alle anderen (Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff,
Theodor Fontane, Heinrich Heine, Gotthold Ephraim Lessing,
Friedrich Nietzsche, Theodor Storm, Ludwig Tieck, Frank
Wedekind und selbst der große Friedrich Schiller) schreiben
es klein.
Jakob Achterndiek
2018-08-09 18:28:07 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch
Post by Detlef Meißner
Man könnte auch noch monieren, dass man "auf deutsch schreiben" "auf
Deutsch schreiben" schreibt.
Dann bist Du vermutlich Katzenbergianer. Einzig in jenem
»Strykius wußte, als ein leise auftretender Mann,
durchaus nicht, wie er auf Deutsch (zumal da außer dem
eignen Namen wenig Latinität in ihm war) zugleich die
Ohren seines Gastes bewirten, und die der Nachbarinnen
beschirmen sollte.«
"Dr. Katzenbergers Badereise" - Jean Paul
In allen anderen Texten ("Hesperus oder 45 Hundsposttage",
"Leben des Quintus Fixlein" und "Titan") schreibt Jean Paul
es klein.
Alle anderen (Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff,
Theodor Fontane, Heinrich Heine, Gotthold Ephraim Lessing,
Friedrich Nietzsche, Theodor Storm, Ludwig Tieck, Frank
Wedekind und selbst der große Friedrich Schiller) schreiben
es klein.
digibib Deutsche Literatur weist für "auf Deutsch" etwa ein Schock
Fundstellen über das ganze Spektrum deutscher Dichtung aus.
Ich muß allerdings einräumen, daß digibib nicht durchweg kritische
Ausgaben enthält. Ist Deine Quelle da zuverlässiger?
--
j/\a
Stefan Ram
2018-08-09 18:36:46 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
digibib Deutsche Literatur weist für "auf Deutsch" etwa ein Schock
Fundstellen über das ganze Spektrum deutscher Dichtung aus.
Ich muß allerdings einräumen, daß digibib nicht durchweg kritische
Ausgaben enthält. Ist Deine Quelle da zuverlässiger?
Ein guter Forscher wird seine Fundstellen auch noch einmal
inspizieren. Beispielsweise findet man bei Goethe:

|Ob sich gleich auf Deutsch nichts reimet,
|Reimt der Deutsche dennoch fort.

. Darin kommt zwar »auf Deutsch« vor, aber gemeint ist
»auf "Deutsch"« (»auf das Wort "Deutsch"«). Damit wäre
jenes Zitat beispielsweiser hier nicht mitzuzählen.

(Jahaaha! Das Deutsche gibt uns die Möglichkeit zwischen
»auf deutsch« und »auf Deutsch« zu /unterscheiden/!)

Nun zu deiner Frage:

Leider habe ich keine Kenntnis über die Zuverlässigkeit
der von mir verwendeten Quelle. Ich hoffe, daß sie die
Originalschreibweise des genannten Autors wiedergibt,
aber leider weiß ich nichts Sicheres dazu.
Stephen Hust
2018-08-10 15:07:35 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
Post by Detlef Meißner
Man könnte auch noch monieren, dass man "auf deutsch schreiben" "auf
Deutsch schreiben" schreibt.
Dann bist Du vermutlich Katzenbergianer. Einzig in jenem
»Strykius wußte, als ein leise auftretender Mann,
durchaus nicht, wie er auf Deutsch (zumal da außer dem
eignen Namen wenig Latinität in ihm war) zugleich die
Ohren seines Gastes bewirten, und die der Nachbarinnen
beschirmen sollte.«
"Dr. Katzenbergers Badereise" - Jean Paul
In allen anderen Texten ("Hesperus oder 45 Hundsposttage",
"Leben des Quintus Fixlein" und "Titan") schreibt Jean Paul
es klein.
Alle anderen (Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff,
Theodor Fontane, Heinrich Heine, Gotthold Ephraim Lessing,
Friedrich Nietzsche, Theodor Storm, Ludwig Tieck, Frank
Wedekind und selbst der große Friedrich Schiller) schreiben
es klein.
Der große Arthur Schopenhauer schreibt es groß.

| Diese Absicht wird uns noch deutlicher, wenn wir bemerken, daß in der
| selben Definition das Wort ACHTUNG gebraucht ist, wo GEHORSAM gemeint
| war. Nämlich in der Anmerkung, S. 16; - R., S. 20, heißt es: "ACHTUNG
| bedeutet bloß die Unterordnung meines Willens unter einem Gesetz. Die
| unmittelbare Bestimmung durchs Gesetz und das Bewußtseyn derselben
| heißt ACHTUNG." In welcher Sprache? Was hier angegeben ist, heißt auf
| Deutsch GEHORSAM.
|
(Arthur Schopenhauer, PREISSCHRIFT ÜBER DIE GRUNDLAGE DER MORAL, II.
KRITIK DES VON /KANT/ DER ETHIK GEGEBENEN FUNDAMENTS, §. 6. /Vom/
Fundament /der Kantischen Ethik/. In Arthur Schopenhauers Werke in Fünf
Bänden, Nach den Ausgaben letzter Hand herausgegeben von Ludger
Lütkehaus, Band III, Kleinere Schriften, S. 491-492.)

Vgl. die Ausgabe 1860, Leipzig, S. 135:

<https://books.google.at/books?id=tFBiAAAAcAAJ&dq=%22auf%20deutsch%22%20inauthor%3Aschopenhauer&pg=PA135#v=onepage&q=%22auf%20deutsch%22%20inauthor:schopenhauer&f=false>

In dem Band "Aus Arthur Schopenhauer's handschriftlichem Nachlaß",
herausgegeben von Julius Frauenstädt, Leipzig, 1864, kommt "auf Deutsch"
mehrmals vor. (Hier GANZES WORT IN GROßBUCHSTABEN = im Original gesperrt.)

Ein paar Beispiele:

| In dem allbekannten Volksliede "Was ist des Deutschen Vaterland" heißt
| es: "So weit die deutsche Zunge klingt Und GOTT im Himmel Lieder
| singt." Auf Deutsch besagt dies, daß Gott im Himmel sitzt und Lieder
| singt. [S. 68.]

| Sie schreiben "NAMENS" statt "IM NAMEN". Auf Deutsch aber bedeutet
| NAMENS nicht IM, sondern MIT Namen, z. B. ein Kaufmann Namens Meyer.
| [S. 69.]

| Dies besagt auf Deutsch, daß der Mann alle drei Gewerbe versah [...]
| [S. 70.]

| *) VARIANTE: Eine Zeitung berichtet eine bevorstehende "Aenderung der
| Uniform": dies besagt auf Deutsch, daß statt der bisherigen eine ganz
| andere eingeführt werden soll, - während bloß eine Veränderung in der
| Uniform gemeint ist. [S. 82.]

<https://books.google.at/books?id=L7JRAAAAcAAJ&dq=%22auf%20deutsch%22%20inauthor%3Aschopenhauer&pg=PA68#v=onepage&q=%22auf%20deutsch%22%20inauthor:schopenhauer&f=false>
--
Steve

My e-mail address works as is.
Roland Franzius
2018-08-10 14:33:06 UTC
Permalink
Post by Stephen Hust
Post by Detlef Meißner
Man könnte auch noch monieren, dass man "auf deutsch schreiben" "auf
Deutsch schreiben" schreibt.
   Dann bist Du vermutlich Katzenbergianer. Einzig in jenem
       »Strykius wußte, als ein leise auftretender Mann,
       durchaus nicht, wie er auf Deutsch (zumal da außer dem
       eignen Namen wenig Latinität in ihm war) zugleich die
       Ohren seines Gastes bewirten, und die der Nachbarinnen
       beschirmen sollte.«
     "Dr. Katzenbergers Badereise" - Jean Paul
   In allen anderen Texten ("Hesperus oder 45 Hundsposttage",
   "Leben des Quintus Fixlein" und "Titan") schreibt Jean Paul
   es klein.
   Alle anderen (Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff,
   Theodor Fontane, Heinrich Heine, Gotthold Ephraim Lessing,
   Friedrich Nietzsche, Theodor Storm, Ludwig Tieck, Frank
   Wedekind und selbst der große Friedrich Schiller) schreiben
   es klein.
Der große Arthur Schopenhauer schreibt es groß.
| Diese Absicht wird uns noch deutlicher, wenn wir bemerken, daß in der
| selben Definition das Wort ACHTUNG gebraucht ist, wo GEHORSAM gemeint
| war. Nämlich in der Anmerkung, S. 16; - R., S. 20, heißt es: "ACHTUNG
| bedeutet bloß die Unterordnung meines Willens unter einem Gesetz. Die
| unmittelbare Bestimmung durchs Gesetz und das Bewußtseyn derselben
| heißt ACHTUNG." In welcher Sprache? Was hier angegeben ist, heißt auf
| Deutsch GEHORSAM.
|
(Arthur Schopenhauer, PREISSCHRIFT ÜBER DIE GRUNDLAGE DER MORAL, II.
KRITIK DES VON /KANT/ DER ETHIK GEGEBENEN FUNDAMENTS, §. 6. /Vom/
Fundament /der Kantischen Ethik/. In Arthur Schopenhauers Werke in Fünf
Bänden, Nach den Ausgaben letzter Hand herausgegeben von Ludger
Lütkehaus, Band III, Kleinere Schriften, S. 491-492.)
<https://books.google.at/books?id=tFBiAAAAcAAJ&dq=%22auf%20deutsch%22%20inauthor%3Aschopenhauer&pg=PA135#v=onepage&q=%22auf%20deutsch%22%20inauthor:schopenhauer&f=false>
In dem Band "Aus Arthur Schopenhauer's handschriftlichem Nachlaß",
herausgegeben von Julius Frauenstädt, Leipzig, 1864, kommt "auf Deutsch"
mehrmals vor. (Hier GANZES WORT IN GROßBUCHSTABEN = im Original gesperrt.)
| In dem allbekannten Volksliede "Was ist des Deutschen Vaterland" heißt
| es: "So weit die deutsche Zunge klingt  Und GOTT im Himmel Lieder
| singt." Auf Deutsch besagt dies, daß Gott im Himmel sitzt und Lieder
| singt. [S. 68.]
| Sie schreiben "NAMENS" statt "IM NAMEN". Auf Deutsch aber bedeutet
| NAMENS nicht IM, sondern MIT Namen, z. B. ein Kaufmann Namens Meyer.
| [S. 69.]
| Dies besagt auf Deutsch, daß der Mann alle drei Gewerbe versah [...]
| [S. 70.]
| *) VARIANTE: Eine Zeitung berichtet eine bevorstehende "Aenderung der
| Uniform": dies besagt auf Deutsch, daß statt der bisherigen eine ganz
| andere eingeführt werden soll, - während bloß eine Veränderung in der
| Uniform gemeint ist. [S. 82.]
<https://books.google.at/books?id=L7JRAAAAcAAJ&dq=%22auf%20deutsch%22%20inauthor%3Aschopenhauer&pg=PA68#v=onepage&q=%22auf%20deutsch%22%20inauthor:schopenhauer&f=false>
Der Schriftheilg Arthur ist immer ein schlechtes Beispiel für die
schulmäßige Orthographie Mitte des 19. Jh.

Er hat regelmäßig seinen Verleger und Lektor durch seine beharrliche,
philosophische Sonderschreibung in den Wahnsinn getrieben, ließ sich auf
keinerlei Korrkturen ein.

Auf ihn passt in vielerlei Hinsicht das Wort: Niemand ist nicht so
nutzlos, dass er nicht noch als schlechtes Beispiel dienen kann.

Aber man soll ja nicht meckern, da ihn justement gestern der ebenfalls
stets maulende, große französische Philosoph Huellebeque als
Geistescousin entdequete.
--
Roland Franzius
U***@web.de
2018-08-09 16:50:32 UTC
Permalink
Post by Johann Mayerwieser
Post by Stefan Ram
Aber auch im Deutschen schreibt man "tendenziös" mit einem "z".
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wenn er das so schreibt (mit Punkt am Satzende),
dann ist das gut so.
Bertel Lund Hansen
2018-08-09 17:02:22 UTC
Permalink
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wieso sollte das falsch sein?

Crosspostet nach: de.etc.sprache.deutsch, de.rec.fahrrad
--
/Bertel - aus Dänemark
Poul E. Jørgensen
2018-08-09 18:19:18 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wieso sollte das falsch sein?
Hehheh, siehe
https://www.rund-ums-baby.de/forenarchiv/grundschule/Er-hat-gestanden-Er-ist-gestanden_12883.htm
--
Poul E. Jørgensen

Fjern Z hvis du svarer pr. e-mail.
Remove the Z if replying by e-mail.
Bertel Lund Hansen
2018-08-09 21:58:29 UTC
Permalink
Post by Poul E. Jørgensen
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wieso sollte das falsch sein?
Hehheh, siehe
https://www.rund-ums-baby.de/forenarchiv/grundschule/Er-hat-gestanden-Er-ist-gestanden_12883.htm
Ich schlug in Duden nach, und da stehen beide Möglichkeiten.

Crosspostet nach: de.etc.sprache.deutsch, de.rec.fahrrad
--
/Bertel - aus Dänemark
Ralph Aichinger
2018-08-09 19:23:06 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wieso sollte das falsch sein?
Weil Räume für Verhöre meist gar keine Fenster haben.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Poul E. Jørgensen
2018-08-09 20:08:59 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wieso sollte das falsch sein?
Weil Räume für Verhöre meist gar keine Fenster haben.
Die Mailadresse des Ralph Aichinger ist ***@pi.h5.or.at - also aus
Österreich.
Also, Bertel, siehe noch einmal
https://www.rund-ums-baby.de/forenarchiv/grundschule/Er-hat-gestanden-Er-ist-gestanden_12883.htm

PS: Hat gestanden kann auch bedeuten 'har tilstået'.
--
--
Poul E. Jørgensen

Fjern Z hvis du svarer pr. e-mail.
Remove the Z if replying by e-mail.
Bodo G. Meier
2018-08-09 20:10:46 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wieso sollte das falsch sein?
Das ist vollkommen richtig. Das Hilfsverb zu /stehen/ ist /haben/.
Jedenfalls in der hochdeutschen Sprache.

Hilsen!
Bodo
Hans
2018-08-09 20:34:35 UTC
Permalink
Post by Bodo G. Meier
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wieso sollte das falsch sein?
Das ist vollkommen richtig. Das Hilfsverb zu /stehen/ ist /haben/.
Jedenfalls in der hochdeutschen Sprache.
In Österreich heißt es "ich BIN gestanden". Und zwischen "ich bin
gesessen" und "ich habe gesessen" ist auch ein Unterschied: Ich habe
gesessen bedeutet: Ich war im Gefängnis.


Hans
Helmut Richter
2018-08-09 20:47:30 UTC
Permalink
Post by Bodo G. Meier
Das ist vollkommen richtig. Das Hilfsverb zu /stehen/ ist /haben/.
Jedenfalls in der hochdeutschen Sprache.
Kommt darauf an, was man unter „hochdeutsch“ versteht. Ursprünglich ist
das ja der Gegensatz zu „niederdeutsch“: die Sprache der höhergelegenen,
südlichen Gefilde, wo das Nibelungenlied (oberdeutsch) und die Lutherbibel
(mitteldeutsch) herkommen. Und dort findet man das korrekte *hoch*deutsche
Hilfsverb /sein/ für /stehen/, /sitzen/, /liegen/. Aber den Effekt gibts
ja öfter, dass in N-Dtl die Sprache „verbessert“ wird, die sie von den
S-Dt übernommen haben.

Muss doch mal gesagt werden. „After all, *we* invented the language“, wie
der Brite sagt, wenn ihm Amerikanismen begegnen.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2018-08-10 08:16:49 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Bodo G. Meier
Das ist vollkommen richtig. Das Hilfsverb zu /stehen/ ist /haben/.
Jedenfalls in der hochdeutschen Sprache.
Kommt darauf an, was man unter „hochdeutsch“ versteht. Ursprünglich ist
das ja der Gegensatz zu „niederdeutsch“: die Sprache der höhergelegenen,
südlichen Gefilde, wo das Nibelungenlied (oberdeutsch) und die Lutherbibel
(mitteldeutsch) herkommen. Und dort findet man das korrekte *hoch*deutsche
Hilfsverb /sein/
auch den süddeutschen Regionalismus
Post by Helmut Richter
für /stehen/, /sitzen/, /liegen/. Aber den Effekt gibts
ja öfter, dass in N-Dtl die Sprache „verbessert“ wird, die sie von den
S-Dt übernommen haben.
Nicht übertreiben. Wie schrieb denn Martin Luther?

Gruß, ULF
Helmut Richter
2018-08-10 08:50:01 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Helmut Richter
Kommt darauf an, was man unter „hochdeutsch“ versteht. Ursprünglich ist
das ja der Gegensatz zu „niederdeutsch“: die Sprache der höhergelegenen,
südlichen Gefilde, wo das Nibelungenlied (oberdeutsch) und die Lutherbibel
(mitteldeutsch) herkommen. Und dort findet man das korrekte *hoch*deutsche
Hilfsverb /sein/
auch den süddeutschen Regionalismus
Post by Helmut Richter
für /stehen/, /sitzen/, /liegen/. Aber den Effekt gibts
ja öfter, dass in N-Dtl die Sprache „verbessert“ wird, die sie von den
S-Dt übernommen haben.
Nicht übertreiben.
Manchmal muss man sich Smilies dazudenken, deren ich zu entraten trachte.
Post by U***@web.de
Wie schrieb denn Martin Luther?
Bis 1912 verwendete er /sein/, aber seit 1984 hat er sich von den N-Dt
überzeugen lassen, dass die das richtige™ Hochdeutsch spreche.n Oder die
haben zuerst die Duden-Redaktion überzeugt und diese dann die Revisoren
der Lutherbibel.
--
Helmut Richter
Johann Mayerwieser
2018-08-10 17:32:23 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Bodo G. Meier
Das ist vollkommen richtig. Das Hilfsverb zu /stehen/ ist /haben/.
Jedenfalls in der hochdeutschen Sprache.
Kommt darauf an, was man unter „hochdeutsch“ versteht. Ursprünglich ist
das ja der Gegensatz zu „niederdeutsch“: die Sprache der höhergelegenen,
südlichen Gefilde, wo das Nibelungenlied (oberdeutsch) und die
Lutherbibel (mitteldeutsch) herkommen. Und dort findet man das korrekte
*hoch*deutsche Hilfsverb /sein/ für /stehen/, /sitzen/, /liegen/. Aber
den Effekt gibts ja öfter, dass in N-Dtl die Sprache „verbessert“ wird,
die sie von den S-Dt übernommen haben.
Nun, südlich und südöstlich von Bayern, wo wirklich deutsch gesprochen
wird, bin ich am Fenster gestanden und habe ich Geld.
Quinn C
2018-08-11 00:58:22 UTC
Permalink
Post by Johann Mayerwieser
Post by Helmut Richter
Post by Bodo G. Meier
Das ist vollkommen richtig. Das Hilfsverb zu /stehen/ ist /haben/.
Jedenfalls in der hochdeutschen Sprache.
Kommt darauf an, was man unter „hochdeutsch“ versteht. Ursprünglich ist
das ja der Gegensatz zu „niederdeutsch“: die Sprache der höhergelegenen,
südlichen Gefilde, wo das Nibelungenlied (oberdeutsch) und die
Lutherbibel (mitteldeutsch) herkommen. Und dort findet man das korrekte
*hoch*deutsche Hilfsverb /sein/ für /stehen/, /sitzen/, /liegen/. Aber
den Effekt gibts ja öfter, dass in N-Dtl die Sprache „verbessert“ wird,
die sie von den S-Dt übernommen haben.
Nun, südlich und südöstlich von Bayern, wo wirklich deutsch gesprochen
wird, bin ich am Fenster gestanden und habe ich Geld.
Ich dachte, bei Euch hat man "ein Geld".
--
er müez an dem kragen
stæt ein gugel tragen,
daz im der hals belîbe wîz
OTTOKAR V. STEIERMARK
Johann Mayerwieser
2018-08-11 07:02:55 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Ich dachte, bei Euch hat man "ein Geld".
Wenn schon "a Göd"
U***@web.de
2018-08-11 08:11:21 UTC
Permalink
Post by Johann Mayerwieser
Post by Quinn C
Ich dachte, bei Euch hat man "ein Geld".
Wenn schon "a Göd"
Und das soll das einig wahre Deutsch sein?

Man gebe dafür landesweit gültige Wörterbücher heraus
und mache es zur Amtssprache.
Hans
2018-08-11 08:52:39 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Johann Mayerwieser
Post by Quinn C
Ich dachte, bei Euch hat man "ein Geld".
Wenn schon "a Göd"
Und das soll das einig wahre Deutsch sein?
Man gebe dafür landesweit gültige Wörterbücher heraus
und mache es zur Amtssprache.
Es gibt eh schon offiziell ein "Österreichisches Wörterbuch".

https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichisches_Wörterbuch

Hans
U***@web.de
2018-08-11 09:05:39 UTC
Permalink
Post by Hans
Post by U***@web.de
Post by Johann Mayerwieser
Post by Quinn C
Ich dachte, bei Euch hat man "ein Geld".
Wenn schon "a Göd"
Und das soll das einig wahre Deutsch sein?
Man gebe dafür landesweit gültige Wörterbücher heraus
und mache es zur Amtssprache.
Es gibt eh schon offiziell ein "Österreichisches Wörterbuch".
https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichisches_Wörterbuch
Ich habe keines. Nach der Beschreibung wäre es
auch denkbar, daß der Eintrag fehlt:

"Deshalb enthält es auch zahlreiche allgemein verwendete
Wörter der österreichischen Umgangssprache und der
österreichischen Mundarten, wenngleich keine Wörter
in mundartlicher Schreibung."

Gruß, ULF
Manfred Hoß
2018-08-11 09:14:27 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Hans
Post by U***@web.de
Post by Johann Mayerwieser
Post by Quinn C
Ich dachte, bei Euch hat man "ein Geld".
Wenn schon "a Göd"
Und das soll das einig wahre Deutsch sein?
Man gebe dafür landesweit gültige Wörterbücher heraus
und mache es zur Amtssprache.
Es gibt eh schon offiziell ein "Österreichisches Wörterbuch".
https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichisches_Wörterbuch
Ich habe keines. Nach der Beschreibung wäre es
"Deshalb enthält es auch zahlreiche allgemein verwendete
Wörter der österreichischen Umgangssprache und der
österreichischen Mundarten, wenngleich keine Wörter
in mundartlicher Schreibung."
In meinem "Österreichischen Wörterbuch", 35., völlig neu bearbeitete und
erweiterte Auflage von 1979, ist ein Eintrag zu "Göd" vorhanden, aber da
steht nichts von "Geld".

"*Göd* der, -en/-en, Göt (mda.): Pate; Firmgöd; Taufgöd; -> Godl"

Gruß
Manfred.
Hans
2018-08-11 09:27:52 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by U***@web.de
Post by Hans
Post by U***@web.de
Post by Johann Mayerwieser
Post by Quinn C
Ich dachte, bei Euch hat man "ein Geld".
Wenn schon "a Göd"
Und das soll das einig wahre Deutsch sein?
Man gebe dafür landesweit gültige Wörterbücher heraus
und mache es zur Amtssprache.
Es gibt eh schon offiziell ein "Österreichisches Wörterbuch".
https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichisches_Wörterbuch
Ich habe keines. Nach der Beschreibung wäre es
"Deshalb enthält es auch zahlreiche allgemein verwendete
Wörter der österreichischen Umgangssprache und der
österreichischen Mundarten, wenngleich keine Wörter
in mundartlicher Schreibung."
In meinem "Österreichischen Wörterbuch", 35., völlig neu bearbeitete und
erweiterte Auflage von 1979, ist ein Eintrag zu "Göd" vorhanden, aber da
steht nichts von "Geld".
"*Göd* der, -en/-en, Göt (mda.): Pate; Firmgöd; Taufgöd; -> Godl"
Richtig, nur ist das "Schriftsprache", wogegen "Göd" für "Geld" Dialekt ist.

Hans
Stephen Hust
2018-08-11 13:37:09 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
In meinem "Österreichischen Wörterbuch", 35., völlig neu bearbeitete und
erweiterte Auflage von 1979, ist ein Eintrag zu "Göd" vorhanden, aber da
steht nichts von "Geld".
"*Göd* der, -en/-en, Göt (mda.): Pate; Firmgöd; Taufgöd; -> Godl"
Folgendes habe ich schon 2008 hier gepostet:

"'Jede Godl, jeder Göd, kauft die Firmungsuhr bei(m) Schwödt' (einem
Juwelier am Julius-Tandler-Platz in Wien)."

Und kurz danach hat Michael Pronay es noch einmal gepostet:

"Jede Godl, jeder Göd -
Kauft die Firmungsuhr beim Schwödt!"

<https://groups.google.com/d/msg/de.etc.sprache.deutsch/0-hLOApHiuM/iHY_ziVfg5AJ>

<https://groups.google.com/d/msg/de.etc.sprache.deutsch/0-hLOApHiuM/Sk7jnxAIAncJ>

2011 hat er den Spruch noch einmal gepostet:

<https://groups.google.com/d/msg/de.etc.sprache.deutsch/w8eOjsSYTEc/H1Ujp0cA_CkJ>
--
Steve

My e-mail address works as is.
Quinn C
2018-08-11 00:57:39 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Bodo G. Meier
Das ist vollkommen richtig. Das Hilfsverb zu /stehen/ ist /haben/.
Jedenfalls in der hochdeutschen Sprache.
Kommt darauf an, was man unter „hochdeutsch“ versteht. Ursprünglich ist
das ja der Gegensatz zu „niederdeutsch“: die Sprache der höhergelegenen,
südlichen Gefilde, wo das Nibelungenlied (oberdeutsch) und die Lutherbibel
(mitteldeutsch) herkommen. Und dort findet man das korrekte *hoch*deutsche
Hilfsverb /sein/ für /stehen/, /sitzen/, /liegen/.
Naja, eher oberdeutsch, In meiner mitteldeutschen Heimat
Mitteldeutschland (*) war das nicht üblich.

* Was macht eigentlich ... Rüdiger?
--
dasz jederman sehe, wie falsch unsere gugelmönche zu ihres ordens
verteidigung der ersten kirchenexempel anziehen Calvin
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Martin Gerdes
2018-08-11 16:26:41 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Helmut Richter
Post by Bodo G. Meier
Das ist vollkommen richtig. Das Hilfsverb zu /stehen/ ist /haben/.
Jedenfalls in der hochdeutschen Sprache.
Kommt darauf an, was man unter „hochdeutsch“ versteht. Ursprünglich ist
das ja der Gegensatz zu „niederdeutsch“: die Sprache der höhergelegenen,
südlichen Gefilde, wo das Nibelungenlied (oberdeutsch) und die Lutherbibel
(mitteldeutsch) herkommen. Und dort findet man das korrekte *hoch*deutsche
Hilfsverb /sein/ für /stehen/, /sitzen/, /liegen/.
Naja, eher oberdeutsch, In meiner mitteldeutschen Heimat
Mitteldeutschland (*) war das nicht üblich.
* Was macht eigentlich ... Rüdiger?
Politik?
http://fdp-ansbach.org/Index.php?Seite=Start

Martin Gerdes
2018-08-10 10:12:01 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Johann Mayerwieser
Und das sagt gerade einer, der sagt "Ich habe am Fenster gestanden"
Wieso sollte das falsch sein?
In Süddeutschland und Österreich versteht man das Wort "stehen" als
Bewegungsverb und konjugiert es daher mit "sein". Standardsprachlich
gelten "stehen" und "sitzen" nicht als Bewegungsverben, also konjugiert
man sie mit "haben".

Ich als Süddeutscher hätte das (in beide Richtungen) nicht moniert, so
wie ich die Schreibung "tendentiös" nicht kritisiert hätte. Die
Engländer schreiben nach dem lateinischen Ursprung "tendentious".

Allerdings steht im Altschreibduden das ähnliche Wort
"tendentiell/tendenziell" mit. Das habe ich vor vielen, vielen Jahren
mal nachgeschaut, und der Eintrag ist mir in der Erinnerung geblieben.
Damals beugte sich alles dem Duden ("maßgebend in allen
Zweifelsfällen"), mittlerweile sehe ich den Duden als sicherlich
seriöses Nachschlagewerk, aber halt als Menschenwerk und somit nicht
mehr als letztinstanzlichen Vorgesetzten wie früher.

Auch bei "tendentiös/tendenziös" würde ich beide Versionen akzeptieren
(mit eigener Tendenz zu der Form mit t). Das ist sinngemäß nicht anders
als bei "potentiell/potenziell".
Loading...