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Mehr Mut wagen
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Helmut Schellong
2019-03-08 20:33:43 UTC
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In dem Satz "Mehr Mut wagen."
kommt mir etwas irgendwie doppelt vor.

"Mehr Mut"
"Mehr wagen"

scheinen mir jeweils effektiv die gleiche Aussage zu haben.
--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong ***@schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm
Stefan Ram
2019-03-08 21:18:45 UTC
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Post by Helmut Schellong
"Mehr Mut wagen."
Dieser Satz ist ein Beispiel für das Gegenteil dessen,
was er vorgeblich fordert.

Es braucht Mut, klar und genau zu sein. Genau zu sagen,
/was/ man will. Beispielsweise, zu sagen: "Ich will,
daß die Haltung von Haustieren mit Gefängnis zwischen
3 Monaten und 3 Jahren bestraft wird.".

Der Satz "Mehr Mut wagen." ist das Gegenteil davon,
er ist maximal vage. Er sagt überhaupt nichts. Um ihn
auszusprechen, braucht man keinen Mut. Er drückt vielmehr
Angst aus. Die Angst, sich auf irgendetwas festzulegen,
und die Bereitschaft, bei jedem Dreck mitzumachen,
solange er hinter wohlklingend vagen Worten verborgen wird.
Stefan Ram
2019-03-08 22:39:04 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Helmut Schellong
"Mehr Mut wagen."
Dieser Satz ist ein Beispiel für das Gegenteil dessen,
was er vorgeblich fordert.
Ich kann ihn mir nur als eine Persiflage auf Phrasen wie
"Mehr Demokratie wagen." erklären, bei der die letzten Reste
von Bedeutung auch noch entfernt wurden.

Aber selbst "Mehr Demokratie wagen." ist schon in bösartiger
Weise vage.
Helmut Schellong
2019-03-09 00:24:06 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Stefan Ram
Post by Helmut Schellong
"Mehr Mut wagen."
Dieser Satz ist ein Beispiel für das Gegenteil dessen,
was er vorgeblich fordert.
Ich kann ihn mir nur als eine Persiflage auf Phrasen wie
"Mehr Demokratie wagen." erklären, bei der die letzten Reste
von Bedeutung auch noch entfernt wurden.
Aber selbst "Mehr Demokratie wagen." ist schon in bösartiger
Weise vage.
Ich vergaß:
Das ist die Hauptüberschrift auf der Titelseite
der Fernsehzeitschrift 'tv Hören und Sehen #10'.
Ein Psychologie-Artikel, mit Pipi Langstrumpf illustriert.
--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong ***@schellong.biz
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http://www.schellong.de/c.htm
Roland Franzius
2019-03-09 07:09:25 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Helmut Schellong
"Mehr Mut wagen."
Dieser Satz ist ein Beispiel für das Gegenteil dessen,
was er vorgeblich fordert.
Es braucht Mut, klar und genau zu sein. Genau zu sagen,
/was/ man will. Beispielsweise, zu sagen: "Ich will,
daß die Haltung von Haustieren mit Gefängnis zwischen
3 Monaten und 3 Jahren bestraft wird.".
Der Satz "Mehr Mut wagen." ist das Gegenteil davon,
er ist maximal vage. Er sagt überhaupt nichts. Um ihn
auszusprechen, braucht man keinen Mut. Er drückt vielmehr
Angst aus. Die Angst, sich auf irgendetwas festzulegen,
und die Bereitschaft, bei jedem Dreck mitzumachen,
solange er hinter wohlklingend vagen Worten verborgen wird.
Wahrscheinlich hätte sich der Verf. deutlicher ausdrücken sollen.

Also zB "mehr Vagemut wagen" (to wage more wage courage).

Vielleicht ist ja auch Marxscher Merhmut gemeint, also das Mehr an Mut,
das das Individuum über den persönlichen Bedarf hinaus ohne Gegenwert waged.

Andererseits liegt ja in der Kürze einer Tautologie des Schlusses Kürze.
--
Roland Franzius

--

Roland Franzius
Christina Kunze
2019-03-09 07:23:06 UTC
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Post by Roland Franzius
Vagemut
YMMD.

chr

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