Discussion:
Das Tier und wir
(zu alt für eine Antwort)
Heinz Lohmann
2018-06-02 15:57:02 UTC
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Aus einer Programmbeschreibung von Sat3:

"Das Tier und wir

Einblicke in ein widersprüchliches Verhältnis: Es gibt Tiere, die
Menschen lieben. Und es gibt Tiere, die sie essen. Mit anderen Worten:
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind widersprüchlich."

Wer liebt/isst wen? Ich bin mir da jetzt auch nicht so einig.
Das Video wird es sicher klären.

<http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=73716>
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
René Marquardt
2018-06-02 16:58:50 UTC
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Post by Heinz Lohmann
"Das Tier und wir
Einblicke in ein widersprüchliches Verhältnis: Es gibt Tiere, die
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind widersprüchlich."
Wer liebt/isst wen? Ich bin mir da jetzt auch nicht so einig.
Das Video wird es sicher klären.
<http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=73716>
Auch hier gilt wieder, was ich zu der vierzehnfachen Mutter
gesagt habe: schuld ist die zunehmende Verblödung der Gesellschaft
in Deutschland und die Degeneration der Sprache,
und Schuld daran haben zu einem großen Teil die Medien.
Bald gibts nur noch das Urwaldgrunzen.
Jakob Achterndiek
2018-06-02 18:04:29 UTC
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[..] schuld ist die zunehmende Verblödung der Gesellschaft
in Deutschland und die Degeneration der Sprache, [..]
Dat is ja nu so, as dat all uns Unkel Bräsig up de Börgerversammlung
in Rahnstedt seggt hett: "Die große Armut in der Stadt kommt von der
großen Powerteh her." [Fritz Reuter, Ut mine Stromtid, 38. Kapitel]

As hei dit seggt harr, dor blusen em de Rahnstedter Stadtmuskanten
"Heil Dir im Siegerkranz", un de Rahnstedter Gesangsverein sung em
as'n Abendständchen "Hohe Lorbeern stehen, wo der Krieger schläft".

Un so willn wi dat nu ok für René Marquardten daun! Denn recht hett
hei: Nich du un nich ick, nee: De Gesellschaft un de Sprak sünd dat
in schuld! - Un dat is ok gaud so!
--
j/\a
René Marquardt
2018-06-03 00:41:21 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
[..] schuld ist die zunehmende Verblödung der Gesellschaft
in Deutschland und die Degeneration der Sprache, [..]
Dat is ja nu so, as dat all uns Unkel Bräsig up de Börgerversammlung
in Rahnstedt seggt hett: "Die große Armut in der Stadt kommt von der
großen Powerteh her." [Fritz Reuter, Ut mine Stromtid, 38. Kapitel]
As hei dit seggt harr, dor blusen em de Rahnstedter Stadtmuskanten
"Heil Dir im Siegerkranz", un de Rahnstedter Gesangsverein sung em
as'n Abendständchen "Hohe Lorbeern stehen, wo der Krieger schläft".
Un so willn wi dat nu ok für René Marquardten daun! Denn recht hett
hei: Nich du un nich ick, nee: De Gesellschaft un de Sprak sünd dat
in schuld! - Un dat is ok gaud so!
Na, wo dei alter Oheim Brässch recht hat, da hatt'r recht.
Frieher, wo's eim noch in d'r Schuln s'Gruße Eenmmoleens ham
auswändsch lern' lasssen onns Kleene Latinum, dor hamm
die Geeschel wenschtens noch eene broochbare Edukatatzion
bekomm.
Heutzetaach darste allweil in der Zeitung leese, daß d'r
deitsche Technik-Sschargon vunn d'nei Fochgräfd nit
versschtonn werd.
Heinz Brückner
2018-06-03 10:22:22 UTC
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am Sat, 2 Jun 2018 17:41:21 -0700 (PDT) schrieb René Marquardt
Post by René Marquardt
Post by Jakob Achterndiek
[..] schuld ist die zunehmende Verblödung der Gesellschaft
in Deutschland und die Degeneration der Sprache, [..]
Dat is ja nu so, as dat all uns Unkel Bräsig up de Börgerversammlung
in Rahnstedt seggt hett: "Die große Armut in der Stadt kommt von der
großen Powerteh her." [Fritz Reuter, Ut mine Stromtid, 38. Kapitel]
As hei dit seggt harr, dor blusen em de Rahnstedter Stadtmuskanten
"Heil Dir im Siegerkranz", un de Rahnstedter Gesangsverein sung em
as'n Abendständchen "Hohe Lorbeern stehen, wo der Krieger schläft".
Un so willn wi dat nu ok für René Marquardten daun! Denn recht hett
hei: Nich du un nich ick, nee: De Gesellschaft un de Sprak sünd dat
in schuld! - Un dat is ok gaud so!
Na, wo dei alter Oheim Brässch recht hat, da hatt'r recht.
Frieher, wo's eim noch in d'r Schuln s'Gruße Eenmmoleens ham
auswändsch lern' lasssen onns Kleene Latinum, dor hamm
die Geeschel wenschtens noch eene broochbare Edukatatzion
bekomm.
Heutzetaach darste allweil in der Zeitung leese, daß d'r
deitsche Technik-Sschargon vunn d'nei Fochgräfd nit
versschtonn werd.
Abr mid de Zahla hammses o ned aso.
Grad han i gläasa, dass de Bayern zwoidausndsibzeh fümbfkommanein Milliarda
fr andere Bundesländr zahld händ. Ab zwidausndzwanzg sollens dann gnabb
oinahalb Milliarda - im Monad! - weniger werra.
Des hob no dr Seehofer ausgmachd. A so a Hund, ha!

Heinz
(Augsburger Allgemeine, Fr., 1.6.2018, S.4. Michael Pohl.)
Florian Ritter
2018-06-16 20:07:44 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Jakob Achterndiek
[..] schuld ist die zunehmende Verblödung der Gesellschaft
in Deutschland und die Degeneration der Sprache, [..]
Dat is ja nu so, as dat all uns Unkel Bräsig up de Börgerversammlung
in Rahnstedt seggt hett: "Die große Armut in der Stadt kommt von der
großen Powerteh her." [Fritz Reuter, Ut mine Stromtid, 38. Kapitel]
As hei dit seggt harr, dor blusen em de Rahnstedter Stadtmuskanten
"Heil Dir im Siegerkranz", un de Rahnstedter Gesangsverein sung em
as'n Abendständchen "Hohe Lorbeern stehen, wo der Krieger schläft".
Un so willn wi dat nu ok für René Marquardten daun! Denn recht hett
hei: Nich du un nich ick, nee: De Gesellschaft un de Sprak sünd dat
in schuld! - Un dat is ok gaud so!
Na, wo dei alter Oheim Brässch recht hat, da hatt'r recht.
Frieher, wo's eim noch in d'r Schuln s'Gruße Eenmmoleens ham
auswändsch lern' lasssen onns Kleene Latinum, dor hamm
die Geeschel wenschtens noch eene broochbare Edukatatzion
bekomm.
Heutzetaach darste allweil in der Zeitung leese, daß d'r
deitsche Technik-Sschargon vunn d'nei Fochgräfd nit
versschtonn werd.
Ich hatte einen Düringer, Ratte genannt, der in seiner
klaftertiefen Blödheit einen Kühlschrank voller Ampullen
mit Sera (Plural von Serum korrekt?)offen ließ. Dies
führte dazu, daß die DDR für einige Zeit kein diplomatisches,
konsularisches, außenhändlerisches Personal &c. in tropische
Länder entsenden konnte.
Ich dachte, mir schwänden die Sinne, als unlängst Rattes
grenzdebile Fresse auf meinem Fernsehschirm erschien und
als Kunstschmied vorgestellt wurde - aus guten Gründen
ließ man ihn aber nicht zu Worte kommen.

FR
H.-P. Schulz
2018-06-02 18:06:56 UTC
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Post by Heinz Lohmann
"Das Tier und wir
Einblicke in ein widersprüchliches Verhältnis: Es gibt Tiere, die
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind widersprüchlich."
Wer liebt/isst wen?
Tschä, da hat der Textmacher in der Eile das Schubfach mit dem Passiv
nicht aufgekriegt.
Stefan Schmitz
2018-06-02 19:45:13 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Post by Heinz Lohmann
"Das Tier und wir
Einblicke in ein widersprüchliches Verhältnis: Es gibt Tiere, die
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind widersprüchlich."
Wer liebt/isst wen?
Tschä, da hat der Textmacher in der Eile das Schubfach mit dem Passiv
nicht aufgekriegt.
Ich gehe mal davon aus, dass dieser Satz nicht speziell für die schriftliche
Ankündigung gemacht wurde, sondern auch im Film gesprochen wird. Und da
fände ich das Passiv unnötig schwierig für die Zuschauer. Subjekt und Objekt
werden aus der Betonung klar.

Wenn es nur um das schriftliche ginge, würde ich "wir Menschen" schreiben.
H.-P. Schulz
2018-06-03 06:28:40 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by H.-P. Schulz
Post by Heinz Lohmann
"Das Tier und wir
Einblicke in ein widersprüchliches Verhältnis: Es gibt Tiere, die
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind widersprüchlich."
Wer liebt/isst wen?
Tschä, da hat der Textmacher in der Eile das Schubfach mit dem Passiv
nicht aufgekriegt.
Ich gehe mal davon aus, dass dieser Satz nicht speziell für die schriftliche
Ankündigung gemacht wurde, sondern auch im Film gesprochen wird. Und da
fände ich das Passiv unnötig schwierig für die Zuschauer.
Passiv ... schwierig ... hm ... ja, nee, vielleicht hast Du Recht ...
hm ... schwierig! ... Ak... a geh', is' scho' egal ... ;-/
Post by Stefan Schmitz
Subjekt und Objekt werden aus der Betonung klar.
*Das* tät ich gern mal hören: Wie das "klar wird".
Post by Stefan Schmitz
Wenn es nur um das schriftliche ginge, würde ich "wir Menschen" schreiben.
Und warum nicht
"Es gibt Tiere, die von den Menschen geliebt werden. Und es gibt
Tiere, die von den Menschen gegessen werden."

Ach nee, sorry, ist ja schwierig, weil Passiv mit dabei!

(Übrigens ist dieses Satzpaar rein inhaltlich genauso verstusst wie
stilistisch, denn sehr viele Menschen "lieben" just auch die Tiere,
die ihnen zur Nahrung werden. Oder hat man schon mal *keine* Freude
auf den Gesichtern von Leuten gesehen, die Kälbchen oder Ferkel oder
Gänschen betrachten? Wo also ist da die "Widersprüchlichkeit", von der
da geraunt wird??)
Stefan Schmitz
2018-06-03 19:57:24 UTC
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Post by H.-P. Schulz
(Übrigens ist dieses Satzpaar rein inhaltlich genauso verstusst wie
stilistisch, denn sehr viele Menschen "lieben" just auch die Tiere,
die ihnen zur Nahrung werden. Oder hat man schon mal *keine* Freude
auf den Gesichtern von Leuten gesehen, die Kälbchen oder Ferkel oder
Gänschen betrachten? Wo also ist da die "Widersprüchlichkeit", von der
da geraunt wird??)
Was du beschreibst, ist die generelle Niedlichkeit von Tierjungen.

Erwachsene Rinder, Schweine und Ferkel liebt (außer vielleicht Kindern vom Land)
niemand. Hunde und Katzen dagegen sogar über den Tod hinaus.
H.-P. Schulz
2018-06-04 08:24:08 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by H.-P. Schulz
(Übrigens ist dieses Satzpaar rein inhaltlich genauso verstusst wie
stilistisch, denn sehr viele Menschen "lieben" just auch die Tiere,
die ihnen zur Nahrung werden. Oder hat man schon mal *keine* Freude
auf den Gesichtern von Leuten gesehen, die Kälbchen oder Ferkel oder
Gänschen betrachten? Wo also ist da die "Widersprüchlichkeit", von der
da geraunt wird??)
Was du beschreibst, ist die generelle Niedlichkeit von Tierjungen.
Erwachsene Rinder, Schweine und Ferkel liebt (außer vielleicht Kindern vom Land)
niemand. Hunde und Katzen dagegen sogar über den Tod hinaus.
Ja ja, stimmt schon.
Mit "lieben" meint der Autor ja wohl die Heimtier-Hätschelei - im
Gegensatz zur eher sachlichen Erzeugung tierischer Menschennahrung.

Wobei viele Tiere, die heute vornehmlich Liebesobjekt sind, früher als
reine Nutzgegenstände gesehen wurden: Pferd, Hund, Katze.

Sogar heute noch soll es Katzen geben, die ungehindert ihre
Kernkompetenz, das Mäuse Fangen, ausleben dürfen ... :)
Henning Sponbiel
2018-06-03 10:45:11 UTC
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Post by Heinz Lohmann
"Das Tier und wir
Einblicke in ein widersprüchliches Verhältnis: Es gibt Tiere, die
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind widersprüchlich."
Warum? Liebe geht bekanntlich durch den Magen.


Henning
Gunhild Simon
2018-06-17 13:08:53 UTC
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Post by Heinz Lohmann
"Das Tier und wir
Einblicke in ein widersprüchliches Verhältnis: Es gibt Tiere, die
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind widersprüchlich."
Wer liebt/isst wen? Ich bin mir da jetzt auch nicht so einig.
Das Video wird es sicher klären.
<http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=73716>
Ja.

Das Video - ich habe es mir (ich gebe es zu: mit mehreren
Tränen, die auch wieder trockneten, weil gerade auch meine
eigene Sentimentalität aufgedeckt wurde) bis zum Ende
angesehen.

Ich vermute, daß die sprachliche Widersprüchlichkeit beabsichtigt
war, weil unser Verhältnis zu Tieren, kategorisiert in Nutz-
und Haustier auch widersprüchlich ist.

Der Tierfreund - Jäger und Freund - tötet, liebt und ißt die
Tiere. Er sieht seinen Respekt vor ihnen darin, daß er sie
treffgenau und schmerzlos tötet.
"seine" Tiere
Und der Bauer, besser Mäster, kennt "seine" Tiere genau,
spricht und schmust mit ihnen, wohl wissend, welche Aufgabe
sie als dereinstige Fleischlieferanten haben.

Selbst die Tierkommunikatorin greift zur Flinte, um einen
räudigen Fuchs vor Unrettbarkeit, Unwürdigkeit zu erlösen.

Ich hatte das Gefühl, daß sie alle drei sich in einer
wechselseitigen Beziehung zum Tier sehen, ein Verhältnis,
das uns allen wohl anstünde, das aber verschüttet ist und
um des eigene Seelenfriedens willen verdrängt wird.

Das sollte vermutlich auch der Filmtitel ausdrücken.

Gruß
Gunhild
Gunhild Simon
2018-06-17 13:42:42 UTC
Permalink
Am Sonntag, 17. Juni 2018 15:08:54 UTC+2 schrieb Gunhild Simon:

...
Post by Gunhild Simon
Ich hatte das Gefühl, daß sie alle drei sich in einer
wechselseitigen Beziehung zum Tier sehen, ein Verhältnis,
^^^^^

Da bin ich meinem eigenen Anspruch auf Kongruenz untreu geworden.
Ich korrigiere:
... in einer wechselseitigen Beziehung ..., einem Verhältnis, ...
Post by Gunhild Simon
das uns allen wohl anstünde, das aber verschüttet ist und
um des eigene Seelenfriedens willen verdrängt wird.
...
Post by Gunhild Simon
Gruß
Gunhild
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