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Das Phänomen des Gegenläufigen
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Manfred Russ
2019-05-03 15:33:33 UTC
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Klingt nach mehr, als es ist.

Hat man beispielsweise in der Computerei. Zur Erleichterung der
Bedienung schafft man graphische Benutzeroberflächen und gestaltet diese
nach und nach so, daß sie so intuitiv wie möglich zu bedienen sind. Bei
Microsoft hat das hat mit der Dosshell angefangen, ging über Win 3.x bis
zu Win 2000, wo man meiner Ansicht nach einen recht hohen Level erreicht
hat was Usability und Ergonomie anbelangt. Seither geht es sukzessive
bergab bis hin zu Win 10. D.h. man hat jetzt nicht mehr die Schritte
Sehen=>Erkennen, sondern eher Sehen=>Suchen=>Lesen=>Erkennen. Samt
Wegfall aller 3D-Elemente (die vor 20 Jahren als die große
Errungenschaft gefeiert wurden im Sinne von "das Auge liest mit") und
Hinwendung zu reinen 2D-Elementen, großflächig, einfarbig. Damit hätten
wir praktisch wieder den Stand von 1988.

Es geht also wohl gar nicht um Benutzerfreundlichkeit, um Usability und
Look & Feel. Es geht um Mode. Es muß nicht besser sein als das Alte, nur
anders. In 10 Jahren ist das Zeug dann vielleicht wieder bedienbar.

---

Mittlerweile glaube ich, daß es in der Sprache ganz ähnlich ist. "Trotz"
hat recht lange den Dativ regiert und "wegen" den Genitiv. Vor
vielleicht einem halben Jahrhundert begann die Sache sich zu drehen
[ohne Komma]. Ziemlich "zeitgleich".
(Kann man sagen, woran das liegt? Ist es womöglich die Ähnlichkeit der
Endlaute bei "trotz des" "wegen dem" 'tz'->'s' resp. 'n'->'m'?)

Für den etwas ungeübten Enduser bietet das Feld der Interpunktion
reichlich Gelegenheit, möglichst viel "anders" zu machen, und wo
Regelkenntnis den Weg nicht weist, behilft man sich mit Gefühl.

Und gefühlt die Hälfte der Satzzeichen wird falsch gesetzt. Es scheint
mir aber jetzt nicht so, daß sie einfach nur falsch gesetzt werden,
sondern daß sie quasi komplemetär falsch gesetzt werden. Soll heißen:
da, wo ein Komma hingehört, steht keines; dafür wird eines gesetzt, wo
es nicht hingehört. (Sehr gern, wird ja das "prädikative Trennkomma"
verwendet, das im Hauptsatz immer vor den finiten Verb steht - und
außerdem da, wo der Sprecher(,) eine Pause macht.)
Das gilt sinngemäß auch für Apostrophe (wobei da eher mehr gesetzt
werden als nötig) und - ganz heikel! - für Binde Striche.

Alles, was mit Werbung und Waren zu tun hat (also überall, wo
Marketingfritzen ihre Finger im Spiel haben), verfährt völlig frei nach
dem Prinzip "sieht so besser aus" und läßt die wohl als störend,
mindestens als irritierend empfundenen Bindstriche gleich ganz weg. Gut,
ist man seit Jahrzehnten schon gewohnt. War vielleicht nie anders.
Demgegenüber werden die so eingesparten Bindestriche seltsamerweise dann
gesetzt, wenn es nicht paßt. (will sagen: im gleichen Text, gern auch im
gleichen Satz.)
Warum? Ich vermute, man hat sich an das (eigentlich) Falsche so gewöhnt,
daß es als richtig erscheint, und es ergreift einen ein unbestimmtes
Unwohlsein in Situationen, wo eine Folge von Wörten "doch irgendwie
zusammengehört".

Hat man also einerseits Dinge wie "Orangen Saft", Himbeer Joghurt" und
"Video überwacht", wird das anderweitig wieder ausgeglichen - wie bei
dem Saft, den ich letzten bei Aldi gekauft habe:
"Apfel-Schwarze Johannisbeere-Traube"

Diese ganze Unsicherheit, die da schwärt, ist quasi mit Händen zu
greifen und doch nicht zu fassen. Ich hab längst aufgegeben, mich davon
nerven zu lassen, aber es gibt Augenblicke, da kommt das dann doch
wieder hoch. Jetzt grade. Sorry.

---

Aporopos nerven: Ist eigentlich unser Spammer noch aktiv?
Meldung im ARD-Text:

|Darknet-Marktplatz ausgehoben
|[...]
|Die Seite "Wallstreet Market" galt
|als zweitgrößtes Darknet-Forum für
|Drogen, gekaperte Kreditkarten und
|gefälschte Ausweispapiere. Die
|Betreiber richteten sich vor allem
|an den US-Markt. Sie sitzen in
|Deutschland in Untersuchungshaft.
U***@web.de
2019-05-03 15:56:54 UTC
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Post by Manfred Russ
Aporopos nerven: Ist eigentlich unser Spammer noch aktiv?
|Darknet-Marktplatz ausgehoben
|[...]
|Die Seite "Wallstreet Market" galt
|als zweitgrößtes Darknet-Forum für
|Drogen, gekaperte Kreditkarten und
|gefälschte Ausweispapiere.
Führerscheine wurden hier zuletzt um 16h12 angeboten.

Gruß, ULF
Helmut Waitzmann
2019-05-03 17:36:39 UTC
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Post by Manfred Russ
Für den etwas ungeübten Enduser bietet das Feld der Interpunktion
reichlich Gelegenheit, möglichst viel "anders" zu machen, und wo
Regelkenntnis den Weg nicht weist, behilft man sich mit Gefühl.
Mathematik, die Wissenschaft von den Strukturen, ist ja bei den
meisten Leuten vermintes Gebiet. Genau so geht es der
Sprachwissenschaft. »Regeln entdecken und erforschen? Es muss
auch ohne Nachdenken gehen!« Dann wird das Komma, das Struktur
anzeigt, als Atemzeichen missverstanden und entsprechend
eingesetzt – auch dort, wo sich die Struktur vom Atmen
Post by Manfred Russ
da, wo ein Komma hingehört, steht keines; dafür wird eines gesetzt, wo
es nicht hingehört. (Sehr gern, wird ja das "prädikative Trennkomma"
verwendet, das im Hauptsatz immer vor den finiten Verb steht - und
außerdem da, wo der Sprecher(,) eine Pause macht.)
Das gilt sinngemäß auch für Apostrophe (wobei da eher mehr gesetzt
werden als nötig) und - ganz heikel! - für Binde Striche.
Da ist es ähnlich: Bindestriche zeigen Zusammengehörigkeit an und
schaffen Struktur.

[…]
Post by Manfred Russ
Diese ganze Unsicherheit, die da schwärt, ist quasi mit Händen zu
greifen und doch nicht zu fassen. Ich hab längst aufgegeben, mich davon
nerven zu lassen, aber es gibt Augenblicke, da kommt das dann doch
wieder hoch. Jetzt grade. Sorry.
Danke für Deinen Artikel.
Bertel Lund Hansen
2019-05-03 17:59:56 UTC
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Post by Manfred Russ
Hat man beispielsweise in der Computerei. Zur Erleichterung der
Bedienung schafft man graphische Benutzeroberflächen [...]
"-oberfläche" gefällt mir nicht. Ich zie "-schnittfläche" oder
"-grenzfläche" vor. Es gibt andere Schnittflächen als die für
Benutzer (sie sind selten 'oben').

Auf Dänisch wird nur "brugergrænseflade" benutzt.
--
/Bertel - aus Dänemark
Helmut Waitzmann
2019-05-04 00:06:29 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Manfred Russ
Hat man beispielsweise in der Computerei. Zur Erleichterung der
Bedienung schafft man graphische Benutzeroberflächen [...]
"-oberfläche" gefällt mir nicht. Ich zie "-schnittfläche" oder
"-grenzfläche" vor. Es gibt andere Schnittflächen als die für
Benutzer (sie sind selten 'oben').
»Oberfläche« empfinde ich hier weniger als Ausrichtung im Raum
sondern eher als Synonym zu »Außenhaut«:

Wenn ich mir einen Apfel in die hohle Hand lege, dann berühre ich
ihn an seiner Ober‐, nicht an seiner Unterfläche (gibt es das Wort
überhaupt?).

Damit ich ihn an einer Schnittfläche berühren könnte, müsste ich
ihn in zwei Hälften schneiden und mit der flachen Seite auf die
Hand legen.

Der Begriff »Grenzfläche« hört sich für mich sehr technisch an:
Wenn jemand von der Grenzfläche eines Apfel spricht, erwarte ich,
dass er ein Elektronenmikroskop zur Hand nimmt und schaut, ob der
Apfel, auf Teilchenebene betrachtet, vielleicht von einer Wolke
von Apfelteilchen umgeben ist, die längs der Senkrechten auf die
Oberfläche einen sehr großen, aber nicht unendlich großen,
Gradienten hat, also zwar sehr dünn, aber dennoch vorhanden ist.
Helmut Waitzmann
2019-05-04 00:25:39 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Manfred Russ
Hat man beispielsweise in der Computerei. Zur Erleichterung der
Bedienung schafft man graphische Benutzeroberflächen [...]
"-oberfläche" gefällt mir nicht. Ich zie "-schnittfläche" oder
"-grenzfläche" vor. Es gibt andere Schnittflächen als die für
Benutzer (sie sind selten 'oben').
»Oberfläche« empfinde ich hier weniger als Ausrichtung im Raum
sondern eher als Synonym zu »Außenhaut«:

Wenn ich mir einen Apfel in die hohle Hand lege, dann berühre ich
ihn an seiner Ober‐, nicht an seiner Unterfläche (gibt es das Wort
überhaupt?).

Damit ich ihn an einer Schnittfläche berühren könnte, müsste ich
ihn in zwei Hälften schneiden und mit der flachen Seite auf die
Hand legen.

Der Begriff »Grenzfläche« hört sich für mich sehr technisch an:
Wenn jemand von der Grenzfläche eines Apfels spricht, erwarte ich,
dass er ein Elektronenmikroskop zur Hand nimmt und schaut, ob der
Apfel, auf Teilchenebene betrachtet, vielleicht von einer Wolke
von Apfelteilchen umgeben ist, die längs der Senkrechten auf die
Oberfläche einen sehr großen, aber nicht unendlich großen,
Gradienten hat, also zwar sehr dünn, aber dennoch vorhanden ist.
Außerdem schwingt für mich beim Begriff »Grenzfläche«
Materialdurchlässigkeit – beispielsweise Osmose – mit.

Das Computerprogramm empfinde ich ähnlich wie einen Apfel:

Ich schneide es nicht halb durch, um es zu verwenden, sondern
lasse es unbeschädigt. Deshalb hat es für mich keine
Schnittfläche sondern eine Oberfläche. Die Oberfläche soll ja
gerade von mir fernhalten, was innen drin ist.

Auch hat es keine Grenzfläche, durch die vielleicht
Programmteilchen bei Kontakt auf mich übergehen oder umgekehrt.
Bertel Lund Hansen
2019-05-04 07:41:11 UTC
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Post by Helmut Waitzmann
Ich schneide es nicht halb durch, um es zu verwenden, sondern
lasse es unbeschädigt.
Klar. Den Schnitt hat der Programmierer schon gemacht.
Post by Helmut Waitzmann
Auch hat es keine Grenzfläche, durch die vielleicht
Programmteilchen bei Kontakt auf mich übergehen oder
umgekehrt.
Es gibt das wirkliche Leben, und es gibt die Signale, die im
Rechner herumfahren. Die Grenzfläche erlaubt dir, daten
einzugeben und auszulesen.
--
/Bertel - aus Dänemark
Martin Gerdes
2019-05-04 12:11:55 UTC
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Post by Helmut Waitzmann
»Oberfläche« empfinde ich hier weniger als Ausrichtung im Raum
ACK.
Post by Helmut Waitzmann
Wenn ich mir einen Apfel in die hohle Hand lege, dann berühre ich
ihn an seiner Ober?, nicht an seiner Unterfläche (gibt es das Wort
überhaupt?).
Klar gibts "Unterfläche" (so wie es auch die "Seitenfläche" gibt), aber
"Unterfläche" ist kein Antonym zu "Oberfläche".

Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.

Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Thomas Schade
2019-05-04 12:27:13 UTC
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Post by Martin Gerdes
Klar gibts "Unterfläche" (so wie es auch die "Seitenfläche" gibt), aber
"Unterfläche" ist kein Antonym zu "Oberfläche".
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.
Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Ich spräche hier, auch wenn es die Begriffe so nicht gibt, von Unte/n/-
bzw. Obe/n/fläche. Allerdings war ich auch noch nie in einer Situation,
wo ich so einen Begriff überhaupt benötigt hätte.


Ciao
Toscha
--
A life spent resisting temptations is a wasted life.
[Paulo Coelho]
Manfred Hoß
2019-05-04 12:44:17 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Klar gibts "Unterfläche" (so wie es auch die "Seitenfläche" gibt), aber
"Unterfläche" ist kein Antonym zu "Oberfläche".
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.
Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Ich spräche hier, auch wenn es die Begriffe so nicht gibt, von Unte/n/-
bzw. Obe/n/fläche. Allerdings war ich auch noch nie in einer Situation,
wo ich so einen Begriff überhaupt benötigt hätte.
Ich spräche nie von Unter- oder Untenfläche, sondern ich spreche von
Unterseite. Ein Würfel liegt mit der Unterseite auf dem Tisch. Und die
Seite, die obenauf ist, ist die Oberseite, nicht die Oberfläche.

Gruß
Manfred.
Detlef Meißner
2019-05-04 12:50:23 UTC
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Post by Manfred Hoß
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Klar gibts "Unterfläche" (so wie es auch die "Seitenfläche" gibt), aber
"Unterfläche" ist kein Antonym zu "Oberfläche".
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.
Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Ich spräche hier, auch wenn es die Begriffe so nicht gibt, von Unte/n/-
bzw. Obe/n/fläche. Allerdings war ich auch noch nie in einer Situation,
wo ich so einen Begriff überhaupt benötigt hätte.
Ich spräche nie von Unter- oder Untenfläche, sondern ich spreche von
Unterseite. Ein Würfel liegt mit der Unterseite auf dem Tisch. Und die
Seite, die obenauf ist, ist die Oberseite, nicht die Oberfläche.
Genau.
Oberfläche ist bekanntlich was anderes.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Thomas Schade
2019-05-04 13:20:53 UTC
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Post by Manfred Hoß
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.
Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Ich spräche hier, auch wenn es die Begriffe so nicht gibt, von Unte/n/-
bzw. Obe/n/fläche. Allerdings war ich auch noch nie in einer Situation,
wo ich so einen Begriff überhaupt benötigt hätte.
Ich spräche nie von Unter- oder Untenfläche, sondern ich spreche von
Unterseite. Ein Würfel liegt mit der Unterseite auf dem Tisch. Und die
Seite, die obenauf ist, ist die Oberseite, nicht die Oberfläche.
Ein durchaus gültiger Einwand, der m. E. aber dennoch an Martins Frage
vorbei geht. Denn wenn es Seitenflächen gibt, was ich für unbestritten
halte, sind Ober- bzw. Unterseite keine direkten Entsprechungen dazu.


Ciao
Toscha
--
Procrastinators unite!
Tomorrow ...
Manfred Hoß
2019-05-04 14:58:34 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Manfred Hoß
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.
Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Ich spräche hier, auch wenn es die Begriffe so nicht gibt, von Unte/n/-
bzw. Obe/n/fläche. Allerdings war ich auch noch nie in einer Situation,
wo ich so einen Begriff überhaupt benötigt hätte.
Ich spräche nie von Unter- oder Untenfläche, sondern ich spreche von
Unterseite. Ein Würfel liegt mit der Unterseite auf dem Tisch. Und die
Seite, die obenauf ist, ist die Oberseite, nicht die Oberfläche.
Ein durchaus gültiger Einwand, der m. E. aber dennoch an Martins Frage
vorbei geht. Denn wenn es Seitenflächen gibt, was ich für unbestritten
halte, sind Ober- bzw. Unterseite keine direkten Entsprechungen dazu.
Nun, ein Würfel hat sechs Seiten. Er liegt mit der Unterseite auf dem
Tisch, die Oberseite zeigt noch oben und der Rest sind dann halt "nur"
Seiten. Gut, man kann noch von Vorderseite und Rückseite sprechen sowie von
der linken und der rechten Seite, aber "Seitenfläche" zu sagen ist unnötig.

Gruß
Manfred.
Klaus Dahlwitz
2019-05-04 16:50:52 UTC
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Post by Manfred Hoß
Nun, ein Würfel hat sechs Seiten.
Aber er hat nur eine Oberfläche.

Klaus, der auch nur eine - inzwischen teilweise faltige - Oberfläche hat
--
Mein Wort des Monats:
Eierschalensollbruchstellenverursacher
(gefunden in einer Glosse im Hamburger Abendblatt)
Detlef Meißner
2019-05-04 16:55:36 UTC
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Post by Klaus Dahlwitz
Post by Manfred Hoß
Nun, ein Würfel hat sechs Seiten.
Aber er hat nur eine Oberfläche.
Klaus, der auch nur eine - inzwischen teilweise faltige - Oberfläche hat
Nennt man dann Oberflächenvergrößerung.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Klaus Dahlwitz
2019-05-04 17:39:20 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Klaus Dahlwitz
Post by Manfred Hoß
Nun, ein Würfel hat sechs Seiten.
Aber er hat nur eine Oberfläche.
Klaus, der auch nur eine - inzwischen teilweise faltige - Oberfläche hat
Nennt man dann Oberflächenvergrößerung.
Eine WG-Partnerin sagte "Reservehaut" (sie selbst hatte diesbezüglich
noch sehr wenig Reserven).

Klaus
--
Mein Wort des Monats:
Eierschalensollbruchstellenverursacher
(gefunden in einer Glosse im Hamburger Abendblatt)
Henning Sponbiel
2019-05-04 13:27:52 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Manfred Hoß
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.
Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Ich spräche hier, auch wenn es die Begriffe so nicht gibt, von Unte/n/-
bzw. Obe/n/fläche. Allerdings war ich auch noch nie in einer Situation,
wo ich so einen Begriff überhaupt benötigt hätte.
Ich spräche nie von Unter- oder Untenfläche, sondern ich spreche von
Unterseite. Ein Würfel liegt mit der Unterseite auf dem Tisch. Und die
Seite, die obenauf ist, ist die Oberseite, nicht die Oberfläche.
Ein durchaus gültiger Einwand, der m. E. aber dennoch an Martins Frage
vorbei geht. Denn wenn es Seitenflächen gibt, was ich für unbestritten
halte, sind Ober- bzw. Unterseite keine direkten Entsprechungen dazu.
Das mag sein. Es ging aber doch darum, wie die einzelnen Teilnehmer
diese Fläche nennen. Bei Manfred und bei mir redet man von Ober- bzw.
Unterseite.



Henning
Martin Gerdes
2019-05-04 15:53:11 UTC
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Post by Thomas Schade
Ein durchaus gültiger Einwand, der m. E. aber dennoch an Martins Frage
vorbei geht. Denn wenn es Seitenflächen gibt, was ich für unbestritten
halte, sind Ober- bzw. Unterseite keine direkten Entsprechungen dazu.
Oberseite, Unterseite und vier Seitenseiten.

Man kann statt "Würfel" auch "Hexaeder" sagen, das bedeutet
"Sechsseitner".

Alles ganz einfach :-)
Roland Franzius
2019-05-04 16:18:41 UTC
Antworten
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Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Schade
Ein durchaus gültiger Einwand, der m. E. aber dennoch an Martins Frage
vorbei geht. Denn wenn es Seitenflächen gibt, was ich für unbestritten
halte, sind Ober- bzw. Unterseite keine direkten Entsprechungen dazu.
Oberseite, Unterseite und vier Seitenseiten.
Man kann statt "Würfel" auch "Hexaeder" sagen, das bedeutet
"Sechsseitner".
Alles ganz einfach :-)
Oder Hexameter bei einem Quadratmeter Grundfläche.
--
Roland Franzius
HC Ahlmann
2019-05-04 21:01:52 UTC
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Post by Martin Gerdes
Man kann statt "Würfel" auch "Hexaeder" sagen, das bedeutet
"Sechsseitner".
Es heißt Sechsflächner, denn ein Würfel hat nicht sechs Seiten, sondern
zwölf und die heißen Kanten.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Detlef Meißner
2019-05-05 07:48:39 UTC
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Post by HC Ahlmann
Post by Martin Gerdes
Man kann statt "Würfel" auch "Hexaeder" sagen, das bedeutet
"Sechsseitner".
Es heißt Sechsflächner, denn ein Würfel hat nicht sechs Seiten, sondern
zwölf und die heißen Kanten.
Und wo hast du deine Schokoladenkante?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Martin Gerdes
2019-05-05 07:53:27 UTC
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***@gmx.de (HC Ahlmann) schrieb:

[Du hast an dieser Stelle leider ärgerlich viel gekürzt, wodurch der
Bezug nun weg ist.]
Post by HC Ahlmann
Post by Martin Gerdes
Man kann statt "Würfel" auch "Hexaeder" sagen, das bedeutet
"Sechsseitner".
Es heißt Sechsflächner, denn ein Würfel hat nicht sechs Seiten, sondern
zwölf und die heißen Kanten.
Es heißt "Auch wenn ein ironischer Inhalt nicht eindeutig als solcher
bezeichnet ist, kann welcher drin sein."

Kauf Dir mal gelegentlich einen Satz neue Batterien, dann merkst Du das
auch.
HC Ahlmann
2019-05-04 15:40:55 UTC
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Post by Manfred Hoß
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Klar gibts "Unterfläche" (so wie es auch die "Seitenfläche" gibt), aber
"Unterfläche" ist kein Antonym zu "Oberfläche".
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.
Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Ich spräche hier, auch wenn es die Begriffe so nicht gibt, von Unte/n/-
bzw. Obe/n/fläche. Allerdings war ich auch noch nie in einer Situation,
wo ich so einen Begriff überhaupt benötigt hätte.
Ich spräche nie von Unter- oder Untenfläche, sondern ich spreche von
Unterseite. Ein Würfel liegt mit der Unterseite auf dem Tisch. Und die
Seite, die obenauf ist, ist die Oberseite, nicht die Oberfläche.
Ein Würfel hat fachsprachlich keine Seite, auf der er liegt, denn Seiten
begrenzen ebene Flächen, sondern Flächen, Kanten und Ecken (dummerweise
wird der Unterschied zwischen Kante und Seite zunehmend ignoriert und
Seite verwendet). Er steht auf seiner Grundfläche, der die Deckfläche
gegenüberliegt. Die übrigen vier Quadrate bilden die Mantelfläche.
Oberfläche ist die Summe aus Grund-, Mantel- und Deckfläche.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Henning Sponbiel
2019-05-04 15:50:54 UTC
Antworten
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Post by HC Ahlmann
Post by Manfred Hoß
Post by Thomas Schade
Post by Martin Gerdes
Klar gibts "Unterfläche" (so wie es auch die "Seitenfläche" gibt), aber
"Unterfläche" ist kein Antonym zu "Oberfläche".
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut.
Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? -- Fläche des Würfels?
Ich spräche hier, auch wenn es die Begriffe so nicht gibt, von Unte/n/-
bzw. Obe/n/fläche. Allerdings war ich auch noch nie in einer Situation,
wo ich so einen Begriff überhaupt benötigt hätte.
Ich spräche nie von Unter- oder Untenfläche, sondern ich spreche von
Unterseite. Ein Würfel liegt mit der Unterseite auf dem Tisch. Und die
Seite, die obenauf ist, ist die Oberseite, nicht die Oberfläche.
Ein Würfel hat fachsprachlich keine Seite, auf der er liegt, denn Seiten
begrenzen ebene Flächen, sondern Flächen, Kanten und Ecken (dummerweise
wird der Unterschied zwischen Kante und Seite zunehmend ignoriert und
Seite verwendet). Er steht auf seiner Grundfläche, der die Deckfläche
gegenüberliegt. Die übrigen vier Quadrate bilden die Mantelfläche.
Oberfläche ist die Summe aus Grund-, Mantel- und Deckfläche.
Du heidenreichst.


Henning
Helmut Waitzmann
2019-05-06 22:32:44 UTC
Antworten
Permalink
Post by HC Ahlmann
Ein Würfel hat fachsprachlich keine Seite, auf der er liegt, denn Seiten
begrenzen ebene Flächen, sondern Flächen, Kanten und Ecken (dummerweise
wird der Unterschied zwischen Kante und Seite zunehmend ignoriert und
Seite verwendet).
So, wie ein Blatt Papier eine Vorder‐ und eine Rückseite hat?
(Die Frage ist ehrlich gemeint.) Oder verstehe ich Dich ganz
falsch?
Diedrich Ehlerding
2019-05-07 05:22:45 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Waitzmann
Post by HC Ahlmann
Ein Würfel hat fachsprachlich keine Seite, auf der er liegt, denn Seiten
^^^^^^^^^^^^^^
Post by Helmut Waitzmann
Post by HC Ahlmann
begrenzen ebene Flächen, sondern Flächen, Kanten und Ecken (dummerweise
wird der Unterschied zwischen Kante und Seite zunehmend ignoriert und
Seite verwendet).
So, wie ein Blatt Papier eine Vorder‐ und eine Rückseite hat?
(Die Frage ist ehrlich gemeint.) Oder verstehe ich Dich ganz
falsch?
Ja, du verstehst etwas falsch.

Es ging um (mathematische) Fachsprache. Und Mathematiker reden eben bei
Polygonen (von Linien begrenzten Figuren in der Ebeen) von "Seiten", etwa
den drei Seiten eines Dreiecks, und bei räumlichen Figuren wie einem
Würfel von "Ecken", "Kanten" und "Flächen". Fachsprachliche Begriffe mit
umgangssprachlichen zu vergleichen kann in die Irre führen - insbesondere
im Fall der Mathematik; wenn Mathematiker etwa von einem "Körper", gar
einem "Schiefkörper", einem "Ring" oder einem "Ideal" sprechen, ist für
Nichtmathematiker nicht unbedingt verständlich, was sie da meinen; auch
eine "Funktion" oder eine "Ableitung" sind als Vokabel nicht unmittelbar
verständlich, sondern nur, wenn man die Definition kennt.

"Die Mathematiker sind eine Art Franzosen: redet man zu ihnen, so
übersetzen sie es in ihre Sprache, und dann ist es alsobald ganz etwas
anders." (Goethe).
--
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U***@web.de
2019-05-07 06:49:14 UTC
Antworten
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
"Die Mathematiker sind eine Art Franzosen: redet man zu ihnen, so
übersetzen sie es in ihre Sprache, und dann ist es alsobald ganz etwas
anders." (Goethe).
Einer der wenigen Fälle, wo man in moderner Sprache
noch ein 'e' zusätzlich verbauen will.

Sonst kenne ich es umgekehrt, etwa Wandelung -> Wandlung.
HC Ahlmann
2019-05-07 07:22:46 UTC
Antworten
Permalink
Post by HC Ahlmann
Ein Würfel hat fachsprachlich keine Seite, auf der er liegt, denn Seiten
begrenzen ebene Flächen, sondern Flächen, Kanten und Ecken (dummerweise
wird der Unterschied zwischen Kante und Seite zunehmend ignoriert und
Seite verwendet).
So, wie ein Blatt Papier eine Vorder? und eine Rückseite hat?
(Die Frage ist ehrlich gemeint.) Oder verstehe ich Dich ganz
falsch?
Die Vorder- und Rückseite eines Papierblatts sind allgemeiner
Sprachgebrauch.

Mathematiker haben den Begriff Seite anders definiert: Eine Seite ist
die gerade Begrenzung einer ebenen Fläche zwischen zwei benachbarten
Eckpunkten. Am Beispiel des Papierblatts sind dessen Blattkanten die
Seiten eines Rechtecks. Unter Kanten versteht man in der Geometrie
wiederum die gerade Verbindung benachbarter Ecken eines Körpers,
beispielsweise eines Würfels, wo sich zwei der Begrenzungsflächen des
Körpers schneiden. Und weil eine Kante des Körpers eine Seite seiner
Begrenzungsfläche ist, wird die Kante oft fälschlich als Seite
bezeichnet.

Macht man jetzt den Sprung in den allgemeinen Gebrauch, ist die
Begrenzungsfläche auch eine Seite und mischt man beides, hat ein
"babylonischer Würfel" sechs Seiten mit dem Flächeninhalt a^2 und zwölf
Seiten der Länge a.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
U***@web.de
2019-05-07 07:46:00 UTC
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Permalink
Post by HC Ahlmann
So, wie ein Blatt Papier eine Vorder? und eine Rückseite hat?
(Die Frage ist ehrlich gemeint.) Oder verstehe ich Dich ganz
falsch?
Die Vorder- und Rückseite eines Papierblatts sind allgemeiner
Sprachgebrauch.
Mal abgesehen davon, daß die Anbieter von Kopierpapier
durchaus eine Vorstellung davon haben, welche Seite
bei einseitigem Druck nun bedruckt werden solle.
Dorothee Hermann
2019-05-04 14:58:06 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Gerdes
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut. Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? --
Fläche des Würfels?
Würfel: Ich kenne nur Grundfläche und Oberfläche.


Dorothee
--
Frauen würden ihre Fehler sofort zugeben – wenn sie welche hätten.
Christina Kunze
2019-05-04 15:14:18 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Martin Gerdes
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut. Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? --
Fläche des Würfels?
Würfel: Ich kenne nur Grundfläche und Oberfläche.
Dazu würde ich Oberseite sagen.
Die Oberfläche des Würfels ist doch die Summe der Außenflächeninhalte.

chr
Detlef Meißner
2019-05-04 15:16:10 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Dorothee Hermann
Post by Martin Gerdes
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut. Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? --
Fläche des Würfels?
Würfel: Ich kenne nur Grundfläche und Oberfläche.
Dazu würde ich Oberseite sagen.
Die Oberfläche des Würfels ist doch die Summe der Außenflächeninhalte.
Für manche ist die Grundfläche keine Außenfläche. Stelle dir mal ein
würfelförmiges Haus vor.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Carlo XYZ
2019-05-04 15:40:30 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Dorothee Hermann
Post by Martin Gerdes
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut. Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? --
Fläche des Würfels?
Würfel: Ich kenne nur Grundfläche und Oberfläche.
Dazu würde ich Oberseite sagen.
Die Oberfläche des Würfels ist doch die Summe der Außenflächeninhalte.
Jo, das deckt sich mit mathematischer Sprechweise.
Oberfläche = 6 mal a^2, a gleich Kantenlänge.

Oberseite, Unterseite, Mantelseiten,
(einzelne) Seitenfläche, weil Seitenseite nicht geht.
Detlef Meißner
2019-05-04 15:14:24 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Martin Gerdes
Liegt ein Würfel auf dem Tisch, berührt seine Unterfläche die
Tischplatte. Die vier Seitenflächen sieht man, wenn man den Würfel
seitlich anschaut. Aber wie zum Teufel heißt die obere -- oberste? --
Fläche des Würfels?
Würfel: Ich kenne nur Grundfläche und Oberfläche.
Dann hast du aber im Geometrie-Unterricht ein Problem.

Berechne die Oberfläche eines Würfels mit der Kantenlänge 2 cm.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Hartmut Ott
2019-05-04 13:28:21 UTC
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Hej,
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Manfred Russ
Hat man beispielsweise in der Computerei. Zur Erleichterung der
Bedienung schafft man graphische Benutzeroberflächen [...]
"-oberfläche" gefällt mir nicht. Ich zie "-schnittfläche" oder
"-grenzfläche" vor. Es gibt andere Schnittflächen als die für
Benutzer (sie sind selten 'oben').
Naja, "Integrieren Sie ... mit Windows/386, der grafischen
Benutzeroberfläche, die Sie mit OS/2, dem Betriebssystem der Zukunft
verbindet" stand schon bei Windows 2.11 auf der Packung, genau so wie
die Bezeichnung "Presentation Manager". Hat sich eben so eingebürgert
und ganz falsch ist es ja nicht. Das ist die Oberfläche die der Benutzer
zu sehen bekommt.



mfg
Hartmut Ott
*Wir alle tragen den Heiligenschein des gewöhnlichen Wahnsinns*
--
Trage es lachend
H.-P. Schulz
2019-05-04 09:32:00 UTC
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Post by Manfred Russ
Für den etwas ungeübten Enduser bietet das Feld der Interpunktion
reichlich Gelegenheit, möglichst viel "anders" zu machen, und wo
Regelkenntnis den Weg nicht weist, behilft man sich mit Gefühl.
Das fällt heutzutage einfach mehr auf als früher, schlicht weil Hans
und Franz mehr schreiben, was heißt: auf dem
Hamsterpfötchentastatürchen des portablen Alleskönners mit den dicken
dummen Fingern etwas zusammentupfen und -stupsen.

Schreiben lernt man durch eines: lesen. Und richtig schreiben lernt
man durch Lesen richtig geschriebener Texte. Und mit 'richtig' ist
nicht nur orthografische Regelkonformität gemeint.

Wo/Wie kommt man aber an verlässlich richtig Geschriebenes?
Post by Manfred Russ
Und gefühlt die Hälfte der Satzzeichen wird falsch gesetzt. Es scheint
mir aber jetzt nicht so, daß sie einfach nur falsch gesetzt werden,
da, wo ein Komma hingehört, steht keines; dafür wird eines gesetzt, wo
es nicht hingehört. (Sehr gern, wird ja das "prädikative Trennkomma"
verwendet, das im Hauptsatz immer vor den finiten Verb steht - und
außerdem da, wo der Sprecher(,) eine Pause macht.)
Das gilt sinngemäß auch für Apostrophe (wobei da eher mehr gesetzt
werden als nötig) und - ganz heikel! - für Binde Striche.
Meistens stimmt alles ganz harmonisch zusammen:
schwache Interpunktion, Kuddelmuddel-Grammatik, kleiner Wortschatz ...
und, beinah wichtigstes: konsequentes Nichtnochmaldurchlesen des
Geschriebenen!
Martin Gerdes
2019-05-04 12:11:55 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Schreiben lernt man durch eines: lesen. Und richtig schreiben lernt
man durch Lesen richtig geschriebener Texte. Und mit 'richtig' ist
nicht nur orthografische Regelkonformität gemeint.
Aber schon auch!
Post by H.-P. Schulz
Wo/Wie kommt man aber an verlässlich richtig Geschriebenes?
Das könnte heutzutage schwierig werden, es ist jedenfalls schwieriger
als zu meinen Kindertagen.
Post by H.-P. Schulz
schwache Interpunktion, Kuddelmuddel-Grammatik, kleiner Wortschatz ...
und, beinah wichtigstes: konsequentes Nichtnochmaldurchlesen des
Geschriebenen!
Mich verblüfft, daß die Tweets von The Donald kaum orthographische
Fehler aufweisen. Ist der so sicher in der (amerikanischen)
Rechtschreibung oder liest das einer nochmal durch, bevor es in die
Wolke geht?
Uwe Schickedanz
2019-05-04 13:08:24 UTC
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On Sat, 04 May 2019 14:11:55 +0200, Martin Gerdes
Post by Martin Gerdes
Mich verblüfft, daß die Tweets von The Donald kaum orthographische
Fehler aufweisen. Ist der so sicher in der (amerikanischen)
Rechtschreibung oder liest das einer nochmal durch, bevor es in die
Wolke geht?
Mich verblüfft, dass das überhaupt jemand liest, der nicht dafür
bezhalt wird.

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Roland Franzius
2019-05-04 15:32:11 UTC
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Post by Uwe Schickedanz
On Sat, 04 May 2019 14:11:55 +0200, Martin Gerdes
Post by Martin Gerdes
Mich verblüfft, daß die Tweets von The Donald kaum orthographische
Fehler aufweisen. Ist der so sicher in der (amerikanischen)
Rechtschreibung oder liest das einer nochmal durch, bevor es in die
Wolke geht?
Mich verblüfft, dass das überhaupt jemand liest, der nicht dafür
bezhalt wird.
Das einzige, was der Stab noch tut, ist die Tweets zu filtern, damit er
sich nicht doch noch in den Knast tweetet. Pressemitteilungen haben sie
im Weißen Haus ja schon wegen Arbeitsüberlastung für den intellektuell
herausgefordeten Stab eingestellt.

Ich erinnere mich, dass man bei Reagan den Hubschrauber anstellte, wenn
er das Haus verließ, um zu verhindern, dass seine Alterweisheiten
bekannt würden.
--
Roland Franzius
Bernd Schwegmann
2019-05-04 19:17:59 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Uwe Schickedanz
Mich verblüfft, dass das überhaupt jemand liest, der nicht dafür
bezhalt wird.
Das einzige, was der Stab noch tut, ist die Tweets zu filtern, damit er
sich nicht doch noch in den Knast tweetet. Pressemitteilungen haben sie
im Weißen Haus ja schon wegen Arbeitsüberlastung für den intellektuell
herausgefordeten Stab eingestellt.
Ich erinnere mich, dass man bei Reagan den Hubschrauber anstellte, wenn
er das Haus verließ, um zu verhindern, dass seine Alterweisheiten
bekannt würden.
Franzl, du bist mein Held! Machst uns hier den Relotius. Bravo.
Bei SpOn suchens noch Marken wie dich.


SCNR
BS+
Roland Franzius
2019-05-04 19:30:50 UTC
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Post by Bernd Schwegmann
Post by Roland Franzius
Post by Uwe Schickedanz
Mich verblüfft, dass das überhaupt jemand liest, der nicht dafür
bezhalt wird.
Das einzige, was der Stab noch tut, ist die Tweets zu filtern, damit er
sich nicht doch noch in den Knast tweetet. Pressemitteilungen haben sie
im Weißen Haus ja schon wegen Arbeitsüberlastung für den intellektuell
herausgefordeten Stab eingestellt.
Ich erinnere mich, dass man bei Reagan den Hubschrauber anstellte, wenn
er das Haus verließ, um zu verhindern, dass seine Alterweisheiten
bekannt würden.
Franzl, du bist mein Held! Machst uns hier den Relotius. Bravo.
Bei SpOn suchens noch Marken wie dich.
SCNR
BS+
Ich kann das Kompliment leider nicht retounieren. Bullshit++ ist
eigentlich nirgendwo erwünscht.
--
Roland Franzius
Roland Franzius
2019-05-05 05:43:44 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Uwe Schickedanz
On Sat, 04 May 2019 14:11:55 +0200, Martin Gerdes
Post by Martin Gerdes
Mich verblüfft, daß die Tweets von The Donald kaum orthographische
Fehler aufweisen. Ist der so sicher in der (amerikanischen)
Rechtschreibung oder liest das einer nochmal durch, bevor es in die
Wolke geht?
Mich verblüfft, dass das überhaupt jemand liest, der nicht dafür
bezhalt wird.
Das einzige, was der Stab noch tut, ist die Tweets zu filtern, damit er
sich nicht doch noch in den Knast tweetet. Pressemitteilungen haben sie
im Weißen Haus ja schon wegen Arbeitsüberlastung für den intellektuell
herausgefordeten Stab eingestellt.
Ich erinnere mich, dass man bei Reagan den Hubschrauber anstellte, wenn
er das Haus verließ, um zu verhindern, dass seine Alterweisheiten
bekannt würden.
Mit den heutigen Recherchemethoden kann der Hobby-Zeitgeschichtler sogar
die Quelle im Print-Spiegel 1984 orten:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13510917.html

Das war die Geschichte von Regan (ohne a) über die Fernsteuerung des
amerikanischen Präsidentenkalenders durch die Wahrsagerin seiner Frau Nancy.

--

Roland Franzius

Roland Franzius
Kind, Jaakob
2019-05-06 14:35:22 UTC
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Post by Roland Franzius
Das einzige, was der Stab noch tut, ist die Tweets zu filtern, damit er
sich nicht doch noch in den Knast tweetet.
Die würden das gerne filtern. AFAIK ist ihnen das bisher nicht gelungen
(steht so z. B. im Buch von Bob Woodward).

Viele Grüße
Jaakob
Kind, Jaakob
2019-05-06 14:39:31 UTC
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Post by Martin Gerdes
Mich verblüfft, daß die Tweets von The Donald kaum orthographische
Fehler aufweisen. Ist der so sicher in der (amerikanischen)
Rechtschreibung oder liest das einer nochmal durch, bevor es in die
Wolke geht?
Es gab doch schon viele lustige Fehler. Gerade hat er "stollen" statt
"stolen" geschrieben. Am lustigsten war "unpresidented".
Ich glaube nicht, dass das jemand liest.

Viele Grüße
Jaakob
U***@web.de
2019-05-06 17:04:01 UTC
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Post by Kind, Jaakob
Am lustigsten war "unpresidented".
Mit Bindestrich gab es das von anderem Autor vor annähernd
10 Jahren. https://www.hawaiinewsnow.com/story/10545263/un-presidented/

Gruß, ULF
HC Ahlmann
2019-05-04 15:40:54 UTC
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Post by H.-P. Schulz
schwache Interpunktion, Kuddelmuddel-Grammatik, kleiner Wortschatz ...
und, beinah wichtigstes: konsequentes Nichtnochmaldurchlesen des
Geschriebenen!
Du hast die Rechtschreibkorrektur vergessen, die den Schreibenden mit
falschen Begriffen linkt – Absicht statt Aussicht widerfuhr mir neulich
– andere Vorschläge des Automaten sind auch eher unpassend.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Manfred Russ
2019-05-06 22:48:54 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Schreiben lernt man durch eines: lesen. Und richtig schreiben lernt
man durch Lesen richtig geschriebener Texte. Und mit 'richtig' ist
nicht nur orthografische Regelkonformität gemeint.
Das ist alles gut & schön & richtig.
Wo aber gibt es denn noch das "gute Buch", das man diesen Kandidaten
vorbehaltlos empfehlen könnte?
Post by H.-P. Schulz
Wo/Wie kommt man aber an verlässlich richtig Geschriebenes?
das genau ist die Krux.
H.-P. Schulz
2019-05-07 07:12:12 UTC
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Post by Manfred Russ
Post by H.-P. Schulz
Wo/Wie kommt man aber an verlässlich richtig Geschriebenes?
das genau ist die Krux.
Ich sehe da nicht so dunkelweiß.
Freilich ist in *einem* Buch, gleich, ob Belletristik oder Sachbuch,
nicht alles korrekt geschrieben.
Die Masse macht's!
Und sicherlich steht selbst im erstbesten Buch nicht "vorraus", "seid
gestern ist ..." oder "ebend".
Auch die richtige Verwendung der Wörter lernt man aus Büchern, - nicht
aus der Zeitung; und gleich schon gar nicht in den DLF-Nachrichten
(... was *da* für Böcke geschossen werden! Au warte, au warte!).

Ich finde auch immer wieder, dass das Deutsch der
Belletristik-*Übersetzungen* (also: Übersetzungen belletristischer
"Hoch"- wo nicht "Welt"literatur) überwiegend sehr genießbar ist.
Womit ich nicht meine, dass die Übersetzung _als Übersetzung_ im
Einzelfall sehr gut wäre (das ist ein anderes Thema), sondern dass
schlicht und einfach das Deutsch ordentlich ist.

Auch die Lektüre der modernen Klassiker bringt einen deutschmäßig
sicherlich voran.

Also, von da her Entwarnung: Das "Gute Buch" gibts nach wie vor.

Aber wer nicht liest, liest nicht. Leider ist es so einfach.

Außerdem kenne ich nicht wenige Leute, die "lesen", ohne daraus den
geringsten Gewinn zu ziehen - in keiner Hinsicht; natürlich auch nicht
in der auf die eigene Sprachentwicklung. Meist sind das
gewohnheitsmäßige Zeitungleser und/oder Konsumenten dicker Schmöker
mit starkfarbigem Szenenbild aufm Cover.
Jakob Achterndiek
2019-05-07 07:54:17 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Auch die Lektüre der modernen Klassiker bringt einen deutschmäßig
sicherlich voran.
Beim Lesen solcher Weisheiten tippe ich verdachtmäßig erst mal auf
ein klassikmäßiges Defizit beim Schreiber selbst.
--
j/\a
H.-P. Schulz
2019-05-07 08:15:27 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by H.-P. Schulz
Auch die Lektüre der modernen Klassiker bringt einen deutschmäßig
sicherlich voran.
Beim Lesen solcher Weisheiten tippe ich verdachtmäßig erst mal auf
ein klassikmäßiges Defizit beim Schreiber selbst.
Jetzt komm - ich darf sowas, weil, bei mir heißt das Register! :)
Jakob Achterndiek
2019-05-07 08:35:36 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Jetzt komm - ich darf sowas, weil, bei mir heißt das Register! :)
OK :)
j/\a-mäßig
Sergio Gatti
2019-05-06 09:02:00 UTC
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Post by Manfred Russ
Mittlerweile glaube ich, daß es in der Sprache ganz ähnlich ist. "Trotz"
hat recht lange den Dativ regiert und "wegen" den Genitiv. Vor
vielleicht einem halben Jahrhundert begann die Sache sich zu drehen
[ohne Komma].
Bist du dir deiner Zeitangaben sicher? Ich lese:
"Trotz - ... Als dann die Präpos. nicht bloß bei
persönlichen Beziehungen, sondern auch zur Kennzeichnung des
Grundes in seiner Wirkungslosigkeit angewendet ward,
herrschte noch lange der Dat. vor dem Gen., während *jetzt*
bei zugenommener Abschwächung der Bedeutung der Gen. zu
überwiegen scheint."

"Wegen - ... Seiner Natur gemäß hat wegen den Gen. bei sich,
doch neigt die Umgangsspr. immer mehr dem Dat. zu, und auch
die Schriftsteller setzen diesen bisweilen."
(Jetzt bedeutet wohl "zur Zeit der Veröffentlichung" dieser
"Grammatik der neuhochdeutschen Sprache", Engelien, 1892, d.
h. vor eineinviertel Jahrhundert.)
Manfred Russ
2019-05-06 23:04:20 UTC
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Post by Manfred Russ
Hat man also einerseits Dinge wie "Orangen Saft", Himbeer Joghurt" und
"Video überwacht", wird das anderweitig wieder ausgeglichen - wie bei
"Apfel-Schwarze Johannisbeere-Traube"
Auf das Naheliegendste komme ich mal wieder nicht.

Weil ich's heut auch in der Firma mal wieder gesehen habe: es werden
nicht nur Satzzeichen gesetzt nach Gefühl, sondern das gleiche Gefühl
ist auch zuständig für Textformatierung. Da wird nich nur mit
Textauszeichnungen um sich geschmissen, daß es einem graut, man plenkt
auch exzessiv. (Ja, ich kenne den Standpunkt von Arno Schmid)

Soll heißen: da, wo Bindestrich stehen müßten, werden sie (rein
sicherheitshalber) von Leer - Zeichen flankiert, und wo eigentlich
Gedankenstriche oder Verwandtes* stehen sollten (gerne in Tabellen),
sieht es dann so aus, wie bei ob erwähntem Aldi-Saft.

*Was dann letztlich daraus wird, entscheidet einzig und allein die
Autokorrektur von Word.
Florian Ritter
2019-05-28 15:19:05 UTC
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Post by Manfred Russ
Post by Manfred Russ
Hat man also einerseits Dinge wie "Orangen Saft", Himbeer Joghurt" und
"Video überwacht", wird das anderweitig wieder ausgeglichen - wie bei
"Apfel-Schwarze Johannisbeere-Traube"
Auf das Naheliegendste komme ich mal wieder nicht.
Weil ich's heut auch in der Firma mal wieder gesehen habe: es werden
nicht nur Satzzeichen gesetzt nach Gefühl, sondern das gleiche Gefühl
ist auch zuständig für Textformatierung. Da wird nich nur mit
Textauszeichnungen um sich geschmissen, daß es einem graut, man plenkt
auch exzessiv. (Ja, ich kenne den Standpunkt von Arno Schmid)
Schmidt bitte, soviel Zeit muß einfach sein, auch als ASch bekannt.
Er forderte auch mal seinen Verleger auf, dem Setzer seiner Texte
bekanntzugeben, jener sollte niemals annehmen, er, ASch, hätte
sich verschrieben.
Friedr. Torberg, abr. FT, verfluchte mal "die Dudenknechte in
Gütersloh". Im übrigen war FT ein Briefschreiber von hohen Graden,
seine Korrespondenzen sind zum Teil veröffentlicht, etwa mit
Alma Mahler-Werfel oder mit Verlegern, Lektoren &c. unter dem
Titel "Pegasus im Joch" und allesamt zur Lektüre anempfohlen - FR
U***@web.de
2020-01-10 13:24:19 UTC
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Post by Manfred Russ
Post by Manfred Russ
Hat man also einerseits Dinge wie "Orangen Saft", Himbeer Joghurt" und
"Video überwacht", wird das anderweitig wieder ausgeglichen - wie bei
"Apfel-Schwarze Johannisbeere-Traube"
Auf das Naheliegendste komme ich mal wieder nicht.
Weil ich's heut auch in der Firma mal wieder gesehen habe: es werden
nicht nur Satzzeichen gesetzt nach Gefühl, sondern das gleiche Gefühl
ist auch zuständig für Textformatierung. Da wird nich nur mit
Textauszeichnungen um sich geschmissen, daß es einem graut, man plenkt
auch exzessiv. (Ja, ich kenne den Standpunkt von Arno Schmid)
Soll heißen: da, wo Bindestrich stehen müßten, werden sie (rein
sicherheitshalber) von Leer - Zeichen flankiert, und wo eigentlich
Gedankenstriche oder Verwandtes* stehen sollten (gerne in Tabellen),
sieht es dann so aus, wie bei ob erwähntem Aldi-Saft.
*Was dann letztlich daraus wird, entscheidet einzig und allein die
Autokorrektur von Word.
So ähnlich, nicht nur bei Strichen.

Als die "Russische Förderation" entstand, war schon
zu viel Textverarbeitung.

https://isb.rlp.de/aktuelles/news/detailansicht/wirtschaftsreise-russische-foerderation.html
https://www.bmjv.de/DE/Themen/EuropaUndInternationaleZusammenarbeit/ModernisierungspartnerschaftRussland/ModernisierungspartnerschaftRussland_node.html
(weitere Themenbereiche)
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/aktuelles/kondolenzschreiben-von-bundeskanzlerin-merkel-an-den-praesidenten-der-russischen-foerderation-medwedew-756910
https://www.stk.niedersachsen.de/startseite/presseinformationen/ministerpraesident-stephan-weil-besucht-die-russische-foerderation---schwerpunkte-sind-wissenschaftliche-und-wirtschaftliche-kooperationen-119966.html
https://www.mbei.nrw/de/verabschiedung-des-generalkonsuls-der-russischen-f%C3%B6rderation-schmagin
https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/070423-gks/222732
http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP17/383/38337.html
https://www.ministerpraesident.sachsen.de/ministerpraesident-kretschmer-empfaengt-generalkonsul-der-russischen-foerderation-6309.html

Die Föderierten und Konföderierten schrieb man doch
in aller Regel ohne diesen Lapsus.

Gruß, ULF

U***@web.de
2019-05-30 12:32:19 UTC
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Post by Manfred Russ
Alles, was mit Werbung und Waren zu tun hat (also überall, wo
Marketingfritzen ihre Finger im Spiel haben), verfährt völlig frei nach
dem Prinzip "sieht so besser aus" und läßt die wohl als störend,
mindestens als irritierend empfundenen Bindstriche gleich ganz weg. Gut,
ist man seit Jahrzehnten schon gewohnt. War vielleicht nie anders.
Demgegenüber werden die so eingesparten Bindestriche seltsamerweise dann
gesetzt, wenn es nicht paßt. (will sagen: im gleichen Text, gern auch im
gleichen Satz.)
Warum? Ich vermute, man hat sich an das (eigentlich) Falsche so gewöhnt,
Man sollte derlei Notation auf Sprachen beschränken, in
denen sie nicht falsch ist.
Post by Manfred Russ
daß es als richtig erscheint, und es ergreift einen ein unbestimmtes
Unwohlsein in Situationen, wo eine Folge von Wörten "doch irgendwie
zusammengehört".
Hat man also einerseits Dinge wie "Orangen Saft", Himbeer Joghurt" und
"Video überwacht",
Bei REWE in der Dose:

Kicher
Erbsen

Hier am Wohnheimangeschrieben:

Studierenden
Werk Mainz

Wirklich schön im Blocksatz, nicht wie in https://www.studierendenwerk-mainz.de/home/
Post by Manfred Russ
wird das anderweitig wieder ausgeglichen - wie bei
"Apfel-Schwarze Johannisbeere-Traube"
Das geht doch. Gut, die Bezeichnung "Saft" fehlt. War es am Ende
ein Nektar oder ein Fruchtsaftgetränk?

Gruß, ULF
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