Discussion:
Klein Erna
(zu alt für eine Antwort)
db
2019-02-06 12:09:15 UTC
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Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.

Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
--
Dieter Britz
Detlef Meißner
2019-02-06 12:19:28 UTC
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Post by db
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Im Kontext des gesamten Witzes?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Kind, Jaakob
2019-02-06 12:42:52 UTC
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Post by db
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Ist es dieser hier? Erklären kann ich ihn leider nicht, auch wenn ich in
Hamburg aufgewachsen bin.

***
Mamma sitzt auf ne Bank an der Alster, und Klein Erna geht in die
Anlagen spazieren. Mamma strickt zwei schlicht zwei kraus und will gaa
nich gestört werden ...

Und wie da mit'n mal 'n grosser Schwan angeschwommen kommt, da ruft
Klein Erna: "Mamma, Mamma, kuck mal den Schwaan, der hat aber 'n langen
Hals!"

Mamma: "Den lass man, Klein Erna, der soll ja wohl."
***

Viele Grüße
Jaakob
U***@web.de
2019-02-06 16:58:22 UTC
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Post by Kind, Jaakob
auch wenn ich in
Hamburg aufgewachsen bin.
***
Mamma sitzt auf ne Bank an der Alster, und Klein Erna geht in die
Anlagen spazieren.
Dem Dativ habe man dort auch nicht ernstlich gerettet?

Gruß, ULF
Stefan Schmitz
2019-02-06 19:12:33 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Kind, Jaakob
auch wenn ich in
Hamburg aufgewachsen bin.
***
Mamma sitzt auf ne Bank an der Alster, und Klein Erna geht in die
Anlagen spazieren.
Dem Dativ habe man dort auch nicht ernstlich gerettet?
Hier ein Beispiel für einen Konjunktiv ohne jeden Kontext, der indirekte Rede nahelegt. Was ist sein Sinn?
Heinz Lohmann
2019-02-07 01:58:58 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Kind, Jaakob
auch wenn ich in
Hamburg aufgewachsen bin.
***
Mamma sitzt auf ne Bank an der Alster, und Klein Erna geht in die
Anlagen spazieren.
Dem Dativ habe man dort auch nicht ernstlich gerettet?
Das Plattdeutsche unterscheidet meist nicht zwischen Dativ und
Akkusativ. Das wirkt(e) bei eigentlich plattdeutschen Muttersprachlern
nach, wenn sie Hochdeutsch redeten.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
U***@web.de
2019-02-07 09:37:10 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by U***@web.de
Post by Kind, Jaakob
auch wenn ich in
Hamburg aufgewachsen bin.
***
Mamma sitzt auf ne Bank an der Alster, und Klein Erna geht in die
Anlagen spazieren.
Dem Dativ habe man dort auch nicht ernstlich gerettet?
Das Plattdeutsche unterscheidet meist nicht zwischen Dativ und
Akkusativ. Das wirkt(e) bei eigentlich plattdeutschen Muttersprachlern
nach, wenn sie Hochdeutsch redeten.
Das Phänomen beim Berlinern hatte ich ja auf Slawen geschoben,
denen die Grammatik etwas kompliziert gewesen sein mochte,
wenngleich der Dativ ihren Herkunftssprachen gerade nicht fremd ist.

Aber dann schiebe ich das hier

"Ick liebe dir,
ich liebe dich,
wies richtich is,
ick weeß et nich."


https://textesammler.wordpress.com/2014/12/19/ick-liebe-dir/
ab sofort auch auf die Niederdeutschen (und die Hyperkorrektur?).

Gruß, ULF
Christina Kunze
2019-02-07 11:34:04 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
Das Plattdeutsche unterscheidet meist nicht zwischen Dativ und
Akkusativ. Das wirkt(e) bei eigentlich plattdeutschen Muttersprachlern
nach, wenn sie Hochdeutsch redeten.
Das Phänomen beim Berlinern hatte ich ja auf Slawen geschoben,
denen die Grammatik etwas kompliziert gewesen sein mochte,
wenngleich der Dativ ihren Herkunftssprachen gerade nicht fremd ist.
Aber dann schiebe ich das hier
"Ick liebe dir,
ich liebe dich,
wies richtich is,
ick weeß et nich."
https://textesammler.wordpress.com/2014/12/19/ick-liebe-dir/
ab sofort auch auf die Niederdeutschen (und die Hyperkorrektur?).
Jenau so isset. Beim Balinan sin ma doch de Fälle ejal, und wenn ich
Hochdeutsch sprechen will und es nicht richtig kann, muss ich eben
raten. Mit fifty-fifty Erfolg. Wobei natürlich die Fehler auffallen.
Ist doch dialektal plattdeutscher Bereich, dit siehste schon an Wörtern
wie kieken und Topp, wa.

chr
Quinn C
2019-02-07 22:57:30 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by U***@web.de
Aber dann schiebe ich das hier
"Ick liebe dir,
ich liebe dich,
wies richtich is,
ick weeß et nich."
https://textesammler.wordpress.com/2014/12/19/ick-liebe-dir/
ab sofort auch auf die Niederdeutschen (und die Hyperkorrektur?).
Jenau so isset. Beim Balinan sin ma doch de Fälle ejal, und wenn ich
Hochdeutsch sprechen will und es nicht richtig kann, muss ich eben
raten. Mit fifty-fifty Erfolg.
Ich nehme mal an, das war ein allgemeines "ich", nicht speziell
Christina.
Post by Christina Kunze
Wobei natürlich die Fehler auffallen.
Ist doch dialektal plattdeutscher Bereich, dit siehste schon an Wörtern
wie kieken und Topp, wa.
Richtiger: war mal plattdeutscher Bereich, und enthält Rückstände
davon.
--
gugelfug, m., späsze, unfug
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Bertel Lund Hansen
2019-02-06 18:34:19 UTC
Permalink
Post by Kind, Jaakob
Mamma strickt zwei schlicht zwei kraus
Rate ich richtig, dass das "two plain and two purl" bedeutet?
--
/Bertel - aus Dänemark
Andreas Karrer
2019-02-06 20:24:09 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Kind, Jaakob
Mamma strickt zwei schlicht zwei kraus
Rate ich richtig, dass das "two plain and two purl" bedeutet?
Eher "two knit, two purl". Im überregionalen Strickjargon nennt man
das "zwei rechts, zwei links". Das ergibt ein elastisches
Bündchenmuster, wie man es typisch an der Manschette von Pullovern
oder oben am Schaft von Socken verwendet.

"Kraus" bezeichnet üblicherweise nicht eine Masche, sondern ein
Muster, das entsteht, wenn man hin und zurück nur rechte Maschen (oder
nur linke Maschen) strickt. In der Schweiz nennt man das nicht "kraus",
sondern "Rippchen", im Englichen "rib".

"Schlicht" kenne ich als Maschen- oder Musterbezeichnung nicht.



Meine Schwiegermutter ist im Sommer mit 95 gestorben. Diese Frau hat 90
Jahre in einem winzigen Dorf auf knapp 2000m gelebt, noch mit 85 hat
sie beim Heuen mitgeholfen, und bis fast zuletzt ist sie jeden Tag
zweimal die Treppe runter, hat Holz geholt und den Ofen eingeheizt --
da oben heizt man auch im Juli. Zuletzt konnte sie kaum mehr gehen, ist
manchmal mittem im Satz eingeschlafen, aber eins konnte sie noch gut:
Stricken. Sie hat Socken gestrickt. Viele Socken. An der Beerdigung
haben wir jedem Besucher ein Paar mitgegeben.

- Andi
Bertel Lund Hansen
2019-02-06 21:39:59 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Eher "two knit, two purl". Im überregionalen Strickjargon nennt man
das "zwei rechts, zwei links". Das ergibt ein elastisches
Bündchenmuster, wie man es typisch an der Manschette von Pullovern
oder oben am Schaft von Socken verwendet.
Auf Dänisch: to ret to vrang (dasselbe Wort wie "wrong").
Diesen Muster nennen wir "ribstrik".
--
/Bertel - aus Dänemark
Christina Kunze
2019-02-06 21:13:27 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Kind, Jaakob
Mamma strickt zwei schlicht zwei kraus
Rate ich richtig, dass das "two plain and two purl" bedeutet?
Knit two, purl two, steht in den Anleitungen, die ich so in Erinnerung habe.
Aber ja, genau das ist gemeint, wobei das bei mir "zwei rechts, zwei
links" heißt.

chr
Bertel Lund Hansen
2019-02-06 21:48:10 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Knit two, purl two, steht in den Anleitungen, die ich so in Erinnerung habe.
Aber ja, genau das ist gemeint, wobei das bei mir "zwei rechts, zwei
links" heißt.
Bedeutet das, dass man in Deutschland die Stricknadeln nicht
wechselt, sondern wirklich nach rechts und nach links strickt?

In Dänemark wechseln wir die Stricknadeln, und wir stricken immer
nach rechts. "Vrangstrikning" wird in einer besonderen Weise
gemacht, und "glatstrikning" wird mit einer Reihe "ret-" und
einer Reihe "vrangstrikning" gemacht.
--
/Bertel - aus Dänemark
Andreas Karrer
2019-02-06 22:33:47 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Christina Kunze
Knit two, purl two, steht in den Anleitungen, die ich so in Erinnerung habe.
Aber ja, genau das ist gemeint, wobei das bei mir "zwei rechts, zwei
links" heißt.
Bedeutet das, dass man in Deutschland die Stricknadeln nicht
wechselt, sondern wirklich nach rechts und nach links strickt?
Neinnein. Man könnte die zwei Maschenarten auch rot/grün,
richtig/falsch, charm/strange, nord/süd oder, bewahre,
männlich/weiblich nennen.

Beim Stricken einer Reihe beginnt man mit einer freien Nadel
in der rechten Hand und der Strickarbeit auf der linken Nadel. Beim
Stricken der Reihe wandert die Strickarbeit von der linken zur rechten
Nadel. Wenn die linke Nadel frei ist, wird gewechselt, dabei wird die
Strickarbeit gewendet.

Bei einer Rundstricknadel oder beim Sockenstricken mit 5 Nadeln (einem
"Spiel") wird natürlich nicht gewendet.
Post by Bertel Lund Hansen
In Dänemark wechseln wir die Stricknadeln, und wir stricken immer
nach rechts. "Vrangstrikning" wird in einer besonderen Weise
gemacht, und "glatstrikning" wird mit einer Reihe "ret-" und
einer Reihe "vrangstrikning" gemacht.
Das heisst auch im Deutschen "glatt gestrickt". So sind fast alle
maschinellen Trikotstoffe gestrickt.




- Andi
Christina Kunze
2019-02-07 08:07:48 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Christina Kunze
Knit two, purl two, steht in den Anleitungen, die ich so in Erinnerung habe.
Aber ja, genau das ist gemeint, wobei das bei mir "zwei rechts, zwei
links" heißt.
Bedeutet das, dass man in Deutschland die Stricknadeln nicht
wechselt, sondern wirklich nach rechts und nach links strickt?
Neinnein. Man könnte die zwei Maschenarten auch rot/grün,
richtig/falsch, charm/strange, nord/süd oder, bewahre,
männlich/weiblich nennen.
Ich glaube, die Bezeichnungen haben etwas mit der "rechten" (richtigen)
Seite des Gestricks zu tun, die andere Seite heißt dann eben linke Seite.

chr
Bertel Lund Hansen
2019-02-07 10:34:35 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Beim Stricken einer Reihe beginnt man mit einer freien Nadel
in der rechten Hand und der Strickarbeit auf der linken Nadel.
Das ist ganz wie in Dänemark. Aber ich dachte, dass das andere
eigentlich möglich sein muss. Ich werde es später versuchen.
--
/Bertel - aus Dänemark
Andreas Karrer
2019-02-07 15:48:25 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Andreas Karrer
Beim Stricken einer Reihe beginnt man mit einer freien Nadel
in der rechten Hand und der Strickarbeit auf der linken Nadel.
Das ist ganz wie in Dänemark. Aber ich dachte, dass das andere
eigentlich möglich sein muss. Ich werde es später versuchen.
Natürlich ist es möglich, aber die wenigsten werden das tun, weil die
Handbewegungen ja recht asymmetrisch sind. Und man übt diese
Bewegungen ja ein, bis sie sozusagen automatisch ablaufen. Statt der
Nadeln muss man nach einer Reihe den Faden auf die andere Seite
wechseln, da ist nicht viel gewonnen.

Die meisten Linkshänder stricken so wie Rechtshänder, also den Faden in
der linken Hand und die "Einstechnadel" in der rechten. Oder zumindest
die im Alter meiner Mutter, die Linkshänderin ist und das Schreiben
mit der rechten Hand erlernen musste.

Aber es geht auch umgekehrt. Man muss dann halt Strickanleitungen
korrekt übersetzen. Und das ist nicht so einfach, wegen der
kontextabhängigen Bedeutung der Begriffe "links" und "rechts". Eine
rechte Masche bleibt eine rechte Masche, weil es ja eigentlich eine
"richtige" Masche oder vielleicht klarer eine "hintere" Masche ist.

Aber anders als beim Schreiben werden ja beim Stricken oder beim
Schlagzeug- und Gitarrespielen beide Hände benutzt, und je nach
Technik ist es nicht einmal sicher, welche Hand die anspruchsvollere
Aufgabe hat. Bei Gitarren gibt es alles mögliche: linkshändige
Gitarristen, die Rechtshändergitarren wie Rechtshänder spielen
(Knopfler), Linkshänder, die Linkshändergitarren spielen (Hendrix,
Cobain, Collins), Linkshänder, die Rechtshändergitarren "verkehrt"
bespannen und mit der linken Hand als Anschlaghand spielen,
Linkshänder, die normale Rechtshändergitarren mit der linken Hand als
Anschlaghand spielen. Bei Schlagzeugern gibt es noch weitere
Zwischenstufen.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_musicians_who_play_left-handed

- Andi
Bertel Lund Hansen
2019-02-07 19:06:48 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Natürlich ist es möglich, aber die wenigsten werden das tun, weil die
Handbewegungen ja recht asymmetrisch sind. Und man übt diese
Bewegungen ja ein, bis sie sozusagen automatisch ablaufen. Statt der
Nadeln muss man nach einer Reihe den Faden auf die andere Seite
wechseln, da ist nicht viel gewonnen.
Nein, nichts gewonnen, aber man könnte sich vorstellen, dass es
eine Region gibt, wo man so strickt. In UK z.B. haltet man die
Nadeln bei der 'falschen' Ende.
Post by Andreas Karrer
Die meisten Linkshänder stricken so wie Rechtshänder, also den Faden in
der linken Hand und die "Einstechnadel" in der rechten.
Ich hatte eine Kollegin, die Handarbeit unterrichtete, und sie
wurde einmal gefragt, was sie mit den Linkshändern tat?

Bei mir gibt es keine Linkshändern.

Das Argument, das ich vernünftig finde, war, dass die Kinder
vorher keine Gewohnheit mit Handarbeit hatten, und deshalb
konnten sie ganz einfach die üblichste Stellung lernen. Dann
brauchten sie auch keine Übersetzung von Anleitungen.

Dies geschah in einer Zeit, wo kein Schreiblehrer die Kinder zum
Rechtsschreiben zwingen wollten.
Post by Andreas Karrer
Bei Schlagzeugern gibt es noch weitere Zwischenstufen.
Als ich selbst Musik lehren sollte, benutzte ich dasselbe
Argument, so dass alle meine Schüler ohne Probleme rechtshändig
spielten. Wenn einer von ihnen vorher linkshändig spielen gelernt
hätte, würde ich natürlich das respektieren, aber das kam nicht
vor.
--
/Bertel - aus Dänemark
Sergio Gatti
2019-02-07 21:03:43 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Andreas Karrer
Natürlich ist es möglich, aber die wenigsten werden das tun, weil die
Handbewegungen ja recht asymmetrisch sind. Und man übt diese
Bewegungen ja ein, bis sie sozusagen automatisch ablaufen. Statt der
Nadeln muss man nach einer Reihe den Faden auf die andere Seite
wechseln, da ist nicht viel gewonnen.
Nein, nichts gewonnen, aber man könnte sich vorstellen, dass es
eine Region gibt, wo man so strickt. In UK z.B. haltet man die
Nadeln bei der 'falschen' Ende.
Post by Andreas Karrer
Die meisten Linkshänder stricken so wie Rechtshänder, also den Faden in
der linken Hand und die "Einstechnadel" in der rechten.
Ich hatte eine Kollegin, die Handarbeit unterrichtete, und sie
wurde einmal gefragt, was sie mit den Linkshändern tat?
Bei mir gibt es keine Linkshändern.
Das Argument, das ich vernünftig finde, war, dass die Kinder
vorher keine Gewohnheit mit Handarbeit hatten, und deshalb
konnten sie ganz einfach die üblichste Stellung lernen.
Einspruch!
Zwar habe ich noch nie gestrickt, aber bei der Beschreibung
von Andreas merkte ich sofort, dass es für mich natürlich
wäre, die freie Nadel (mit der man strickt, nehme ich an) in
der _linken_ Hand zu nehmen und die Strickarbeit auf der
_rechten_ Nadel.
Andreas Karrer
2019-02-08 01:51:29 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Andreas Karrer
Die meisten Linkshänder stricken so wie Rechtshänder, also den Faden in
der linken Hand und die "Einstechnadel" in der rechten.
Ich hatte eine Kollegin, die Handarbeit unterrichtete, und sie
wurde einmal gefragt, was sie mit den Linkshändern tat?
Bei mir gibt es keine Linkshändern.
Das Argument, das ich vernünftig finde, war, dass die Kinder
vorher keine Gewohnheit mit Handarbeit hatten, und deshalb
konnten sie ganz einfach die üblichste Stellung lernen.
Einspruch!
Zwar habe ich noch nie gestrickt, aber bei der Beschreibung
von Andreas merkte ich sofort, dass es für mich natürlich
wäre, die freie Nadel (mit der man strickt, nehme ich an) in
der _linken_ Hand zu nehmen und die Strickarbeit auf der
_rechten_ Nadel.
Schon, aber wenn du das als 8jähriges Kind von einer
Handarbeitsleherein lernen sollst, die Rechtshänderin ist und dir
nicht vorzeigen kann, wie es andersherum geht, weil sie's selber nicht
kann? Kannst du ihr Rechtshänderstricken im Kopf spiegeln?

Vielleicht würde ein Spiegel helfen.

Aber, wie gesagt, Stricken ist eine beidhändige Tätigkeit, und die
Aufgabe der rechten Hand ist nicht viel komplexer als die der linken.
Diese hält die Strickerei, der Zeigefinger führt den Arbeitsfaden und
gleichzeitig muss die Fadenspannung konstant gehalteen werden.

In England wird meist eine etwas andere Technik verwendet (die aber die
gleichen Maschen erzeugt), bei der der Arbeitsfaden mit der rechten
Hand gehalten wird, und der rechte Zeigefinger wickelt den Faden mit
einer relativ ausladenden Bewegung um die rechte Nadel. Hier hat die
linke Hand wirklich weniger zu tun.

In Italien hab ich mal eine Variante der englischen Technik gesehen,
die nur mit langen Nadeln funktioniert. Dabei wird die rechte Nadel
unter den Arm geklemmt und ist praktisch unbeweglich. Dadurch wird die
rechte Hand, die bei der englischen Technik den Faden führt, die
Fadenspannung kontrolliert und diese Wickelbewegung macht etwas
entlastet, sie muss nicht auch noch die rechte Nadel halten.



- Andi
Bertel Lund Hansen
2019-02-08 08:10:43 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Post by Sergio Gatti
Einspruch!
Schon, aber wenn du das als 8jähriges Kind von einer
Handarbeitsleherein lernen sollst, die Rechtshänderin ist und dir
nicht vorzeigen kann, wie es andersherum geht, weil sie's selber nicht
kann? Kannst du ihr Rechtshänderstricken im Kopf spiegeln?
Ich zweifle daran, dass der 8-jährige überhaupt auf den Gedanken
kommen würde, dass man es vielleicht anders tun könnte. Wenn
meine Kollegin Probleme bemerkt hätte, würde sie das gesagt
haben. Das hatte sie aber nicht - und ich auch nicht als
Musiklehrer.
--
/Bertel - aus Dänemark
Martin Udelhoven
2019-02-08 13:40:52 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Andreas Karrer
Schon, aber wenn du das als 8jähriges Kind von einer
Handarbeitsleherein lernen sollst, die Rechtshänderin ist und dir
nicht vorzeigen kann, wie es andersherum geht, weil sie's selber nicht
kann? Kannst du ihr Rechtshänderstricken im Kopf spiegeln?
Ich zweifle daran, dass der 8-jährige überhaupt auf den Gedanken
kommen würde, dass man es vielleicht anders tun könnte. Wenn
meine Kollegin Probleme bemerkt hätte, würde sie das gesagt
haben. Das hatte sie aber nicht - und ich auch nicht als
Musiklehrer.
Als Linkshänder habe ich schon in der früheren Kindheit beim Nachahmen
technischer Bewegungen zunächst überlegt bzw. probiert, ob es sich
lohnt, den Bewegungsablauf links-rechts zu spiegeln.
Stricken habe ich allerdings nie ernsthaft ausprobiert. Beim Klavier
hätte ich wirklich zu gern einmal eine seitenverkehrte Klaviatur
getestet, ich habe die linken Akkorde stets zu sehr betont.

Martin
Bertel Lund Hansen
2019-02-08 16:21:31 UTC
Permalink
Beim Klavier hätte ich wirklich zu gern einmal eine
seitenverkehrte Klaviatur getestet, ich habe die linken
Akkorde stets zu sehr betont.
Ich spiele seit 55 Jahren Guitarre und habe neulich begonnen
Keyboard zu spielen. Ich muss mich langsam dazu gewöhnen, dass
die linke Hand nicht die wichtigste ist. Ich bin Rechtshänder,
aber die linke Hand benutze ich gerne. Zwei meiner Geschwister
sind Linkshänder, die dazu gezwungen worden sind, mit der rechten
Hand zu schreiben. Eine meiner Töchter ist völlig Linkshänderin.
--
/Bertel - aus Dänemark
Quinn C
2019-02-08 18:13:29 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Beim Klavier hätte ich wirklich zu gern einmal eine
seitenverkehrte Klaviatur getestet, ich habe die linken
Akkorde stets zu sehr betont.
Ich spiele seit 55 Jahren Guitarre und habe neulich begonnen
Keyboard zu spielen. Ich muss mich langsam dazu gewöhnen, dass
die linke Hand nicht die wichtigste ist.
Ich finde nicht, daß man das so sagen kann. Das hängt von der Musik ab.
Die Hände haben andere typische Aufgaben und entwickeln daher
üblicherweise andere Stärken.
--
die pfaffen mit ihren platten,
die münch mit ihren gugeln schon
bergreihen 26 ndr.
Sergio Gatti
2019-02-08 19:36:42 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Ich spiele seit 55 Jahren Guitarre und habe neulich begonnen
Keyboard zu spielen. Ich muss mich langsam dazu gewöhnen, dass
die linke Hand nicht die wichtigste ist.
Die linke Hand IST die wichtigste für Linkshänder.
Rechtshänder dürfen anderer Meinung sein. Sie haben recht,
was sie persönlich betrifft, aber sie haben nicht recht,
wenn sie über Linkshänder sprechen wollen.
Aber das müsstest du eigentlich wissen, wenn du eine
linkshändige Tochter hast.
Bertel Lund Hansen
2019-02-08 21:27:15 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Die linke Hand IST die wichtigste für Linkshänder.
Ja, ich sprach von mir selbst. Als ich began mit dem Keyboard,
spielte ich die Melodie mit der linken Hand.
--
/Bertel - aus Dänemark
Jakob Achterndiek
2019-02-06 13:21:05 UTC
Permalink
Post by db
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Viele Klein-Erna-Witze (ich behaupte: die meisten) sind im
Grunde gar keine Witze und haben also auch keine eigentliche
Pointe. Sie sind vielmehr Widerspiegelungen der Welt in den
Augen schlicht gestrickter einfacher Hamburger Leute und sind
deshalb in südlicheren Gefilden nur schwer und dem gebildeten
Hochmut schon gar nicht verständlich zu machen. Es sind gut
erfundene *Anekdoten zum Naserümpfen*.
Die von dir erwähnte läßt unsereinen an Leibnizens "beste
aller möglichen Welten" denken und daran, daß der Mensch sich
nicht immer berufen fühlen soll, alles Natürliche durch seine
Kunst noch besser zu machen. In der schlichten Diktion des
hamburgischen Missingsch klingt das dann eben so: "Kuck mal,
Mutti, den Schwan! Der hat aber 'n langen Hals!" - "Den laß
mal; der soll ja wohl."
--
j/\a
U***@web.de
2019-02-06 17:00:05 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Viele Klein-Erna-Witze (ich behaupte: die meisten) sind im
Grunde gar keine Witze und haben also auch keine eigentliche
Pointe. Sie sind vielmehr Widerspiegelungen der Welt in den
Augen schlicht gestrickter einfacher Hamburger Leute und sind
deshalb in südlicheren Gefilden nur schwer und dem gebildeten
Hochmut
Sei Hamburg frei davon? Manch Ex-Hamburger ist es jedenfalls nicht.
Post by Jakob Achterndiek
schon gar nicht verständlich zu machen.
Roland Franzius
2019-02-07 10:57:28 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by db
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Viele Klein-Erna-Witze (ich behaupte: die meisten) sind im
Grunde gar keine Witze und haben also auch keine eigentliche
Pointe. Sie sind vielmehr Widerspiegelungen der Welt in den
Augen schlicht gestrickter einfacher Hamburger Leute und sind
deshalb in südlicheren Gefilden nur schwer und dem gebildeten
Hochmut schon gar nicht verständlich zu machen. Es sind gut
erfundene *Anekdoten zum Naserümpfen*.
Nein, die Klein Erna Witze, die ich von meinem Großvater und seiner
Schwester Erna aus Altona erzählt bekam, waren Anekdoten über die
Sprache und die unverfrorene Schlauheit, die Gewitzheit, die Abwesenheit
jeglicher bürgerlicher Schamhaftigkeit und die fehlerhafte
Interpretation der formalisierten Verhaltensregeln der bürgerlichen
Gesellschaft.

Wie die Geschichte der Witze überliefert ist, entstanden sie an
Stammtischen von Jugendlichen rund um den Liegeplatz der Kutters "Klein
Erna" und sind so weiter nichts, als das, was heute standarmäßig in der
Tageszeitung in der Rubrik "Kindermund" liest.

Die Klein-Erna-Sphäre in Hamburg hat natürlicherweise viele Witze der
präpubertären Schlüpfrigkeit an der großstädtischen Verkehrs-Grenze
zwischen dem wohlanständigem hanseatischem Bürgertum am Rothenbaum und
dem Proletariat in St. Georg und Altona geanus so wie bei "Zille sein
Milieu" aufgenommen.
Post by Jakob Achterndiek
Die von dir erwähnte läßt unsereinen an Leibnizens "beste
aller möglichen Welten" denken und daran, daß der Mensch sich
nicht immer berufen fühlen soll, alles Natürliche durch seine
Kunst noch besser zu machen. In der schlichten Diktion des
hamburgischen Missingsch klingt das dann eben so: "Kuck mal,
Mutti, den Schwan! Der hat aber 'n langen Hals!" - "Den laß
mal; der soll ja wohl."
Der Witz, der diesen Spruch vielleicht verständlicher macht, ist
Mutterns abwehrende Geistesabwesenheit gegen Ernas Dauerkommentierungen
der laufenden Ereignisse im nächsten Witz:

Mamma, komm mal, unter meinem Bett liegt ein fremder Mann.
Mamma: Den lass mal.
Klein Erna: Hab ich schon, aber er will nochmal.

Oder: Klein Erna heiratet. In der Hochzeitsnacht steht sie nackt mit Hut
und Schuhen im Schlafzimmer. Er: Was soll denn das? Sie: Mamma hat mir
vorhin gesagt, zeig dich deinem Mann nie ganz nackig.

Auch das ist nur noch historisch bei Kerzenlicht, Waschschüsseln und Klo
übern Hof zu verstehen.
--
Roland Franzius
Jakob Achterndiek
2019-02-07 13:13:35 UTC
Permalink
[..] *Anekdoten zum Naserümpfen*.
Nein, [..]
Der Wikipedia-Artikel verführt durch seine Scheingenauigkeit.
Sicher ist aber doch nur, daß eine Frau Vera Möller zwei oder drei
Lieferungen mit von ihr illustrierten Nacherzählungen herausgegeben
hat. Alles weitere bis hin zu dem vergeblichen Versuch einer Preetzer
Göre, ein Ruderboot anläßlich seiner Taufe mit einer Sektflasche zu
zerschlagen, scheint spekulativ und soziologisch nicht schlüssig.
Der Witz, der diesen Spruch vielleicht verständlicher macht, ist
Mutterns abwehrende Geistesabwesenheit gegen Ernas
Mamma, komm mal, unter meinem Bett liegt ein fremder Mann. Mamma: De
lass mal. Klein Erna: Hab ich schon, aber er will nochmal.
Der wird in einer anderen Quelle besser erzählt.
Wenn man den für die Deutung der Schwanen-Anekdote heranziehen wollte,
müßte man voraussetzen, daß Klein Ernas Mutter über die Amouren des Zeus
oder zumindest die Geschichte von Leda und dem Schwan im Bilde gewesen
wäre. Das wäre aber eine sehr unglaubwürdige Erfindung und deutete eher
auf Schweinkram an wiehernden Stammtischen.
[..] Auch das ist nur noch historisch bei Kerzenlicht,
Waschschüsseln und Klo übern Hof zu verstehen.
Klo auf halber Treppe reicht schon.
--
j/\a
db
2019-02-07 14:24:13 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden über die Klein Erna
Geschichten. Eine davon, wo ein Schwan vorkommt, endet mit den Worten
".. Lass den mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Viele Klein-Erna-Witze (ich behaupte: die meisten) sind im
Grunde gar keine Witze und haben also auch keine eigentliche Pointe. Sie
sind vielmehr Widerspiegelungen der Welt in den Augen schlicht
gestrickter einfacher Hamburger Leute und sind deshalb in südlicheren
Gefilden nur schwer und dem gebildeten Hochmut schon gar nicht
verständlich zu machen. Es sind gut erfundene *Anekdoten zum
Naserümpfen*.
Die von dir erwähnte läßt unsereinen an Leibnizens "beste
aller möglichen Welten" denken und daran, daß der Mensch sich nicht
immer berufen fühlen soll, alles Natürliche durch seine Kunst noch
besser zu machen. In der schlichten Diktion des hamburgischen Missingsch
klingt das dann eben so: "Kuck mal, Mutti, den Schwan! Der hat aber 'n
langen Hals!" - "Den laß mal; der soll ja wohl."
OK, also nicht unbedingt als Witz gemeint, aber irgendetwas
soll der Satz doch aussagen. Was kann das sein? Sonst
ist es doch nur Unsinn.
--
Dieter Britz
Detlef Meißner
2019-02-07 16:23:30 UTC
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Post by db
Post by Jakob Achterndiek
Die von dir erwähnte läßt unsereinen an Leibnizens "beste
aller möglichen Welten" denken und daran, daß der Mensch sich nicht
immer berufen fühlen soll, alles Natürliche durch seine Kunst noch
besser zu machen. In der schlichten Diktion des hamburgischen Missingsch
klingt das dann eben so: "Kuck mal, Mutti, den Schwan! Der hat aber 'n
langen Hals!" - "Den laß mal; der soll ja wohl."
OK, also nicht unbedingt als Witz gemeint, aber irgendetwas
soll der Satz doch aussagen. Was kann das sein? Sonst
ist es doch nur Unsinn.
Klein Erna wundert sich, dass der Schwan so einen langen Hals hat.
Damit sie nicht denkt, den hätte jemand lang gezogen, erklärt ihr die
Mutter dass das wohl so sein soll.

Es gibt viele Witze, über die man nicht unbedingt lachen muss. Hier
geht es wohl eher um die Sprachwendung "das soll ja wohl".

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Frank Hucklenbroich
2019-02-07 19:53:51 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by db
Post by Jakob Achterndiek
Die von dir erwähnte läßt unsereinen an Leibnizens "beste
aller möglichen Welten" denken und daran, daß der Mensch sich nicht
immer berufen fühlen soll, alles Natürliche durch seine Kunst noch
besser zu machen. In der schlichten Diktion des hamburgischen Missingsch
klingt das dann eben so: "Kuck mal, Mutti, den Schwan! Der hat aber 'n
langen Hals!" - "Den laß mal; der soll ja wohl."
OK, also nicht unbedingt als Witz gemeint, aber irgendetwas
soll der Satz doch aussagen. Was kann das sein? Sonst
ist es doch nur Unsinn.
Klein Erna wundert sich, dass der Schwan so einen langen Hals hat.
Damit sie nicht denkt, den hätte jemand lang gezogen, erklärt ihr die
Mutter dass das wohl so sein soll.
"Mir schwant was", sagte die Entenmutter, als der Hals ihrer Kinder immer
länger wurde.

Grüße,

Frank
Detlef Meißner
2019-02-07 20:03:58 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Detlef Meißner
Post by db
Post by Jakob Achterndiek
Die von dir erwähnte läßt unsereinen an Leibnizens "beste
aller möglichen Welten" denken und daran, daß der Mensch sich nicht
immer berufen fühlen soll, alles Natürliche durch seine Kunst noch
besser zu machen. In der schlichten Diktion des hamburgischen Missingsch
klingt das dann eben so: "Kuck mal, Mutti, den Schwan! Der hat aber 'n
langen Hals!" - "Den laß mal; der soll ja wohl."
OK, also nicht unbedingt als Witz gemeint, aber irgendetwas
soll der Satz doch aussagen. Was kann das sein? Sonst
ist es doch nur Unsinn.
Klein Erna wundert sich, dass der Schwan so einen langen Hals hat.
Damit sie nicht denkt, den hätte jemand lang gezogen, erklärt ihr die
Mutter dass das wohl so sein soll.
"Mir schwant was", sagte die Entenmutter, als der Hals ihrer Kinder immer
länger wurde.
Oder eines ihrer Kinder ("Das hässliche Entlein").

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
U***@web.de
2019-02-07 15:45:08 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Viele Klein-Erna-Witze (ich behaupte: die meisten) sind im
Grunde gar keine Witze und haben also auch keine eigentliche
Pointe. Sie sind vielmehr Widerspiegelungen der Welt in den
Augen schlicht gestrickter einfacher Hamburger Leute und sind
deshalb in südlicheren Gefilden nur schwer und dem gebildeten
Hochmut schon gar nicht verständlich zu machen. Es sind gut
erfundene *Anekdoten zum Naserümpfen*.
Die von dir erwähnte läßt unsereinen an Leibnizens "beste
aller möglichen Welten" denken und daran, daß der Mensch sich
nicht immer berufen fühlen soll, alles Natürliche durch seine
Kunst noch besser zu machen. In der schlichten Diktion des
hamburgischen Missingsch klingt das dann eben so: "Kuck mal,
Mutti, den Schwan! Der hat aber 'n langen Hals!" - "Den laß
mal;
bzw. man;
Post by Jakob Achterndiek
der soll ja wohl."
http://grocceni.com/w/kleinerna.html
Ralf Joerres
2019-02-07 20:40:00 UTC
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Post by db
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Erinnert mich an den hier und da gehörten Spruch 'dat soll wohl!', den ich
immer als 'ja genau!' oder 'is ja auch meine Rede!' oder auch 'so gehört sich
das auch!' verstanden hatte.

Hilft das?

Gruß Ralf Joerres

(Noch eine Fundstelle für ein solches 'dat soll wohl!' hier:
https://forum.westline.de/viewtopic.php?f=14&t=369469&start=40

als Zitat:

"Re: veltins arena
Beitrag von Bierchenbärchen » Di 19. Aug 2008, 12:30

Segelflieger schrieb:
-------------------------------------------------------
Post by db
Die Arena "AufSchalke", wie sie richtig heißt, ist
das geilste Fußballstadion Europas !
Sozusagen das GAS (geilst anzunehmende Stadion)
Für den geilsten Klub der Welt ein würdiger Rahmen!

Ich würde töten für eine DK... [vermutlich 'Dauerkarte']
Mottekk Münster auf Youtube

Re: veltins arena
Beitragvon Segelflieger » Di 19. Aug 2008, 12:54

Dat soll wohl !")
U***@web.de
2019-02-08 10:49:39 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by db
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Erinnert mich an den hier und da gehörten Spruch 'dat soll wohl!',
Gelegentlich auch:

Das soll so.
https://pac-werbeagentur.de/das-soll-so-kolumne/

Gruß, ULF
Ralf Joerres
2019-02-08 14:59:23 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Ralf Joerres
Post by db
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Erinnert mich an den hier und da gehörten Spruch 'dat soll wohl!',
Das soll so.
https://pac-werbeagentur.de/das-soll-so-kolumne/
Hat ne etwas andere Bedeutung, denke ich: "Warum hängt die Tür so schief?" -
"Dat soll so, is Kunst."

Würde bei klein Erna auch passen: Bei nem Schwan geht so'n langer Hals in
Ordnung, das ist nix Besonderes, da lohnt die Aufregung nicht.

Gruß Ralf Joerres
U***@web.de
2019-02-08 17:25:46 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by U***@web.de
Post by Ralf Joerres
Post by db
Als Kind in Hamburg hörte ich die Erwachsenen reden
über die Klein Erna Geschichten. Eine davon, wo ein
Schwan vorkommt, endet mit den Worten ".. Lass den
mal, der soll ja wohl". Das sollte wohl ein Witz sein,
aber niemand verstand ihn.
Weiss jemand hier, wo der Witz liegt?
Erinnert mich an den hier und da gehörten Spruch 'dat soll wohl!',
Das soll so.
https://pac-werbeagentur.de/das-soll-so-kolumne/
Hat ne etwas andere Bedeutung, denke ich: "Warum hängt die Tür so schief?" -
"Dat soll so, is Kunst."
Würde bei klein Erna auch passen: Bei nem Schwan geht so'n langer Hals in
Ordnung, das ist nix Besonderes, da lohnt die Aufregung nicht.
Etwas hochsprachlicher (wohl eher nicht höhersprachlich):

"Das gehört so."

Gruß, ULF
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