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Die Tagesschau...
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Manfred Bachmann
2020-05-06 13:15:16 UTC
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schreibt:
"In New York wächst die Angst vor der Armut: Eine halbe Million Menschen
hat in der Corona-Krise schon den Job verloren, viele können die Miete
nicht mehr zahlen - und die Ämter versinken im Chaos."

Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise schon ihren
Job verloren," nicht besser?
Danke für Eure Hilfe.
Frank Hucklenbroich
2020-05-06 14:02:50 UTC
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Post by Manfred Bachmann
"In New York wächst die Angst vor der Armut: Eine halbe Million Menschen
hat in der Corona-Krise schon den Job verloren, viele können die Miete
nicht mehr zahlen - und die Ämter versinken im Chaos."
Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise schon ihren
Job verloren," nicht besser?
Ja, das fände ich auch passender.

Grüße,

Frank
Detlef Meißner
2020-05-06 14:07:42 UTC
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Post by Manfred Bachmann
"In New York wächst die Angst vor der Armut: Eine halbe Million Menschen
hat in der Corona-Krise schon den Job verloren, viele können die Miete
nicht mehr zahlen - und die Ämter versinken im Chaos."
Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise schon ihren
Job verloren," nicht besser?
Danke für Eure Hilfe.
Ich würde mich eher an "Million" stören.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Stefan Schmitz
2020-05-06 14:51:16 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Manfred Bachmann
"In New York wächst die Angst vor der Armut: Eine halbe Million Menschen
hat in der Corona-Krise schon den Job verloren, viele können die Miete
nicht mehr zahlen - und die Ämter versinken im Chaos."
Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise schon ihren
Job verloren," nicht besser?
Danke für Eure Hilfe.
Kommt drauf an, ob man die Menschen betrachtet oder die halbe Million.
Post by Detlef Meißner
Ich würde mich eher an "Million" stören.
Warum?
wolfgang sch
2020-05-06 15:04:08 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Manfred Bachmann
Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise schon
ihren Job verloren," nicht besser?
Danke für Eure Hilfe.
Kommt drauf an, ob man die Menschen betrachtet oder die halbe Million.
Was hier zutrifft ist aber klar: Der Satz macht eine Aussage über
Menschen.
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Ich würde mich eher an "Million" stören.
Warum?
Es ist nicht die Zahl "Million", die ihren Job verloren hat.
--
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http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Quinn C
2020-05-07 17:45:59 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Manfred Bachmann
Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise schon
ihren Job verloren," nicht besser?
Danke für Eure Hilfe.
Kommt drauf an, ob man die Menschen betrachtet oder die halbe Million.
Was hier zutrifft ist aber klar: Der Satz macht eine Aussage über
Menschen.
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Ich würde mich eher an "Million" stören.
Warum?
Es ist nicht die Zahl "Million", die ihren Job verloren hat.
Dann würdest Du den folgenden Satz (Von der Webseite der Hamburger
Morgenpost) auch ändern wollen?

| Die Bevölkerung hat Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus

"Die Bevölkerung haben Angst ..." knarzt sehr, da müßte man schon das
Wort wechseln. Ich finde solche Metonymien aber durchaus akzeptabel.
--
es sol kain leitgeb eim paurnknecht nicht mer parigen
dann sein gurtelgewant, ... swert und gugel wert ist
österr. weist.
wolfgang sch
2020-05-07 22:09:38 UTC
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Post by Quinn C
Post by wolfgang sch
Es ist nicht die Zahl "Million", die ihren Job verloren hat.
Dann würdest Du den folgenden Satz (Von der Webseite der Hamburger
Morgenpost) auch ändern wollen?
| Die Bevölkerung hat Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus
"Die Bevölkerung haben Angst ..." knarzt sehr
Das ist nicht analog.
Post by Quinn C
Das beißt sich in der gleichen Weise wie "Das Mädchen holt seine
Schlüssel heraus" (statt "ihre Schlüssel").
Auch das ist nicht analog.

Es geht nicht um die Differenz zwischen formeller und semantischer
Grammatik. Deswegen passen die beiden Beispiele nicht.
Post by Quinn C
Das Verb richtet sich bei der Million nach dem grammatischen Numerus
Hier ist der Punkt: Das Subjekt des Satzes ist nicht "Million", sondern
"Menschen". Das davorstehende Zahlwort beschreibt lediglich das Subjekt
näher, es hat ähnliche Funktion wie ein Adjektiv und sollte deswegen
nicht den Numerus bestimmen - es sei denn das Zahlwort wäre die 1,
logischerweise.

Wer dagegen den Numerus von der "Million" bestimmen lässt, betrachtet
diese als das Subjekt des Satzes und das nachfolgende Substantiv als
Beiwerk, so wie du das oben ja explizit auch forderst. Diese Art den
Satz zu analysieren, kommt mir extrem fremdartig vor.
--
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Thomas Schade
2020-05-07 22:23:03 UTC
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Post by wolfgang sch
Hier ist der Punkt: Das Subjekt des Satzes ist nicht "Million", sondern
"Menschen". Das davorstehende Zahlwort beschreibt lediglich das Subjekt
näher, es hat ähnliche Funktion wie ein Adjektiv und sollte deswegen
nicht den Numerus bestimmen - es sei denn das Zahlwort wäre die 1,
logischerweise.
Wer dagegen den Numerus von der "Million" bestimmen lässt, betrachtet
diese als das Subjekt des Satzes und das nachfolgende Substantiv als
Beiwerk, so wie du das oben ja explizit auch forderst. Diese Art den
Satz zu analysieren, kommt mir extrem fremdartig vor.
Wie würdest du in den folgende Sätzen empfinden, in Bezug auf 'richtig'
oder 'falsch':

Eine Million ist eine große Zahl.
Eine Million sind eine große Zahl.
Eine Million Menschen ist eine große Menge.
Eine Million Menschen sind eine große Menge.

Ich bin mir selbst nicht ganz sicher, daher die Frage.


Ciao
Toscha
--
In the country, the quiet country no nurses sleep at night.
But in the White House the full-of-shite house the liar tweets tonight.

Diedrich Ehlerding
2020-05-08 05:30:49 UTC
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Post by Thomas Schade
Wie würdest du in den folgende Sätzen empfinden, in Bezug auf 'richtig'
Eine Million ist eine große Zahl.
Eine Million sind eine große Zahl.
Hier geht es um Zahlen. Die Zahl "1000000" ist /eine/ Zahl, auch die Zahl
"137512" ist nur /eine/ Zahl. Da rät MUSE immer zum Singular; den Plural
halte ih da für falsch.
Post by Thomas Schade
Eine Million Menschen ist eine große Menge.
Eine Million Menschen sind eine große Menge.
Da schwankt MUSE und würde beides akzeptieren.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
wolfgang sch
2020-05-08 06:08:22 UTC
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Post by Thomas Schade
Wie würdest du in den folgende Sätzen empfinden, in Bezug auf 'richtig'
Eine Million ist eine große Zahl.
richtig
Post by Thomas Schade
Eine Million sind eine große Zahl.
falsch

Weil in diesen beiden Sätzen die Million selbst das Subjekt ist.
Post by Thomas Schade
Eine Million Menschen ist eine große Menge.
falsch
Post by Thomas Schade
Eine Million Menschen sind eine große Menge.
richtig

Weil in diesen beiden Sätzen die Menschen das Subjekt sind.
--
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Quinn C
2020-05-08 03:13:49 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Post by wolfgang sch
Es ist nicht die Zahl "Million", die ihren Job verloren hat.
Dann würdest Du den folgenden Satz (Von der Webseite der Hamburger
Morgenpost) auch ändern wollen?
| Die Bevölkerung hat Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus
"Die Bevölkerung haben Angst ..." knarzt sehr
Das ist nicht analog.
Post by Quinn C
Das beißt sich in der gleichen Weise wie "Das Mädchen holt seine
Schlüssel heraus" (statt "ihre Schlüssel").
Auch das ist nicht analog.
Es geht nicht um die Differenz zwischen formeller und semantischer
Grammatik. Deswegen passen die beiden Beispiele nicht.
Post by Quinn C
Das Verb richtet sich bei der Million nach dem grammatischen Numerus
Hier ist der Punkt: Das Subjekt des Satzes ist nicht "Million", sondern
"Menschen". Das davorstehende Zahlwort beschreibt lediglich das Subjekt
näher, es hat ähnliche Funktion wie ein Adjektiv und sollte deswegen
nicht den Numerus bestimmen - es sei denn das Zahlwort wäre die 1,
logischerweise.
Wer dagegen den Numerus von der "Million" bestimmen lässt, betrachtet
diese als das Subjekt des Satzes und das nachfolgende Substantiv als
Beiwerk, so wie du das oben ja explizit auch forderst. Diese Art den
Satz zu analysieren, kommt mir extrem fremdartig vor.
Million hat wirklich gar nichts adjektivisches an sich, daher analysiere
ich "eine halbe Million Menschen" so wie "ein Haufen Leute" und -
abgesehen von der Zählbarkeit - wie "ein Batzen Geld" oder "eine halbe
Tasse Kaffee". Ich fände es eigenwillig, die alle als Adjektive
einzuordnen.
--
gugelfug, m., späsze, unfug
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Christina Kunze
2020-05-08 04:33:22 UTC
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Post by Quinn C
Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Post by wolfgang sch
Es ist nicht die Zahl "Million", die ihren Job verloren hat.
Dann würdest Du den folgenden Satz (Von der Webseite der Hamburger
Morgenpost) auch ändern wollen?
| Die Bevölkerung hat Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus
"Die Bevölkerung haben Angst ..." knarzt sehr
Das ist nicht analog.
Post by Quinn C
Das beißt sich in der gleichen Weise wie "Das Mädchen holt seine
Schlüssel heraus" (statt "ihre Schlüssel").
Auch das ist nicht analog.
Es geht nicht um die Differenz zwischen formeller und semantischer
Grammatik. Deswegen passen die beiden Beispiele nicht.
Post by Quinn C
Das Verb richtet sich bei der Million nach dem grammatischen Numerus
Hier ist der Punkt: Das Subjekt des Satzes ist nicht "Million", sondern
"Menschen". Das davorstehende Zahlwort beschreibt lediglich das Subjekt
näher, es hat ähnliche Funktion wie ein Adjektiv und sollte deswegen
nicht den Numerus bestimmen - es sei denn das Zahlwort wäre die 1,
logischerweise.
Wer dagegen den Numerus von der "Million" bestimmen lässt, betrachtet
diese als das Subjekt des Satzes und das nachfolgende Substantiv als
Beiwerk, so wie du das oben ja explizit auch forderst. Diese Art den
Satz zu analysieren, kommt mir extrem fremdartig vor.
Million hat wirklich gar nichts adjektivisches an sich, daher analysiere
ich "eine halbe Million Menschen" so wie "ein Haufen Leute" und -
abgesehen von der Zählbarkeit - wie "ein Batzen Geld" oder "eine halbe
Tasse Kaffee". Ich fände es eigenwillig, die alle als Adjektive
einzuordnen.
Die letzten beiden sind etwas anderes, weil das Bezugswort nicht
sinnvoll zählbar ist.

Ich finde beide Formulierungen aus unterschiedlichen Gründen nicht
schön: "eine Million Menschen hat" ist zwar grammatisch korrekt, aber
sehr abstrakt und bildet die große Menge im Prädikat nicht ab, "eine
Million Menschen haben" ist inhaltlich richtig, aber grammatisch für
mich schwer auszuhalten.
Fazit: Ich würde Formulierungen dieser Art zu vermeiden versuchen.

chr
wolfgang sch
2020-05-08 06:06:24 UTC
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Post by Quinn C
Million hat wirklich gar nichts adjektivisches an sich, daher analysiere
ich "eine halbe Million Menschen" so wie "ein Haufen Leute"
Aber warum behandelst du verschiedene Zahlwörter unterschiedlich? Wenn
du Zahlwörter unbedingt substantivisch verstehen willst, dann viel Spaß
damit. Aber warum dann nicht auch bei "die Zwanzig", und im Satz sowas
wie "Zwanzig Menschen ist arbeitslos geworden" oder so.
--
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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Thomas Schade
2020-05-08 06:20:16 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Million hat wirklich gar nichts adjektivisches an sich, daher analysiere
ich "eine halbe Million Menschen" so wie "ein Haufen Leute"
Aber warum behandelst du verschiedene Zahlwörter unterschiedlich? Wenn
du Zahlwörter unbedingt substantivisch verstehen willst, dann viel Spaß
damit. Aber warum dann nicht auch bei "die Zwanzig", und im Satz sowas
wie "Zwanzig Menschen ist arbeitslos geworden" oder so.
Blöd das, je länger ich drüber nachdenke, umso unsicherer werde ich. Ich
versuch's mal mit einem anderen Zahlwort, das aufgrund seiner geringeren
Größe vielleicht 'griffiger' ist:

Ein Dutzend Menschen hat sich versammelt.
Ein Dutzend Menschen haben sich versammelt.

Hier kommt mir der Plural ungelenk und letztlich 'falsch' vor. Ich
zumindest würde ihn nicht verwenden.


Ciao
Toscha
--
A pizza is basically a real-time pie chart of how much pizza is left.
Christina Kunze
2020-05-08 07:20:09 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Million hat wirklich gar nichts adjektivisches an sich, daher analysiere
ich "eine halbe Million Menschen" so wie "ein Haufen Leute"
Aber warum behandelst du verschiedene Zahlwörter unterschiedlich?
Weil es unterschiedliche Wortarten sind. Das war einfach.
Helmut Richter hat das gestern in einem Beitrag aufgedröselt.

Ich glaube, gerade darin besteht auch das sprachliche Unbehagen.

chr
Sergio Gatti
2020-05-08 09:50:03 UTC
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Post by Quinn C
Post by wolfgang sch
Post by Quinn C
Das Verb richtet sich bei der Million nach dem grammatischen Numerus
Hier ist der Punkt: Das Subjekt des Satzes ist nicht "Million", sondern
"Menschen".
Nicht einverstanden. Das Subjekt ist eindeutig "Million". "Menschen" ist
eine Apposition. Es könnte auch im Genitiv stehen. Beispiel aus
"Richtiges und gutes Deutsch", Duden Band 9, Ausgabe 2011: "Eine Million
hungernder Menschen".
Post by Quinn C
Post by wolfgang sch
Das davorstehende Zahlwort beschreibt lediglich das Subjekt
näher, es hat ähnliche Funktion wie ein Adjektiv und sollte deswegen
nicht den Numerus bestimmen - es sei denn das Zahlwort wäre die 1,
logischerweise.
Genau. Aber das davorstehende Zahlwort ist "eine" als Zahladjektiv von
Million und nicht "eine Million".
Post by Quinn C
Post by wolfgang sch
Wer dagegen den Numerus von der "Million" bestimmen lässt, betrachtet
diese als das Subjekt des Satzes und das nachfolgende Substantiv als
Beiwerk, so wie du das oben ja explizit auch forderst. Diese Art den
Satz zu analysieren, kommt mir extrem fremdartig vor.
Mir kommt deine Art der Satzanalyse extrem fremdartig vor und ich stimme
mit Quinn überein.
Ich lasse den Numerus von der Zahl "eine" bestimmen.
Post by Quinn C
Million hat wirklich gar nichts adjektivisches an sich, daher analysiere
ich "eine halbe Million Menschen" so wie "ein Haufen Leute" und -
abgesehen von der Zählbarkeit - wie "ein Batzen Geld" oder "eine halbe
Tasse Kaffee". Ich fände es eigenwillig, die alle als Adjektive
einzuordnen.
Ich auch.
Sergio Gatti
2020-05-06 15:57:32 UTC
Antworten
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Post by Stefan Schmitz
Post by Manfred Bachmann
"In New York wächst die Angst vor der Armut: Eine halbe Million Menschen
hat in der Corona-Krise schon den Job verloren, viele können die Miete
nicht mehr zahlen - und die Ämter versinken im Chaos."
Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise schon ihren
Job verloren," nicht besser?
Danke für Eure Hilfe.
Kommt drauf an, ob man die Menschen betrachtet oder die halbe Million.
Die gleiche Diskussion gibt es auch in meiner Muttersprache. Dort wie
hier betrachte ich die halbe Million, daher Singular.

Wenn ich unbedingt den Plural verwenden möchte, dann "500.000 Menschen
haben ..."
Christina Kunze
2020-05-06 19:48:08 UTC
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Post by Sergio Gatti
Post by Stefan Schmitz
Post by Manfred Bachmann
"In New York wächst die Angst vor der Armut: Eine halbe Million Menschen
hat in der Corona-Krise schon den Job verloren, viele können die Miete
nicht mehr zahlen - und die Ämter versinken im Chaos."
Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise schon ihren
Job verloren," nicht besser?
Danke für Eure Hilfe.
Kommt drauf an, ob man die Menschen betrachtet oder die halbe Million.
Die gleiche Diskussion gibt es auch in meiner Muttersprache. Dort wie
hier betrachte ich die halbe Million, daher Singular.
Wenn ich unbedingt den Plural verwenden möchte, dann "500.000 Menschen
haben ..."
Wir sollten sowas wie ein logisches Subjekt einführen.
Das grammatische Subjekt ist die (halbe) Million.
Das logische Subjekt sind die Menschen.

chr
Wolfgang
2020-05-08 02:08:08 UTC
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Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Sergio Gatti
Post by Stefan Schmitz
Post by Manfred Bachmann
"In New York wächst die Angst vor der Armut: Eine halbe Million
Menschen hat in der Corona-Krise schon den Job verloren, viele
können die Miete nicht mehr zahlen - und die Ämter versinke
im Chaos."
Wäre "Eine halbe Million Menschen haben in der Corona-Krise
schon ihren Job verloren," nicht besser? Danke für Eure Hilfe.
Kommt drauf an, ob man die Menschen betrachtet oder die halbe Million.
Die gleiche Diskussion gibt es auch in meiner Muttersprache.
Dort wie hier betrachte ich die halbe Million, daher Singular.
Wenn ich unbedingt den Plural verwenden möchte, dann
"500.000 Menschen haben ..."
Wir sollten sowas wie ein logisches Subjekt einführen.
Das grammatische Subjekt ist die (halbe) Million.
Das logische Subjekt sind die Menschen.
Früher nannte man so etwas «constructio ad sensum» oder, etwas
vornehmer, «Synesis» (schau in Wikipedia nach).

An Sergio: im Italienischen heißt sie «sinesi del numero» (findet
sich bei Treccani).

Ob man sie nun mag oder nicht, in beiden Sprachen gilt sie nicht als
Fehler, sondern als Stilmittel (hier haben sich mal wieder die
Normativisten den Deskriptivisten beugen müssen - bäh).

Ciao,
Wolfgang
Stefan Ram
2020-05-08 02:26:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolfgang
Ob man sie nun mag oder nicht, in beiden Sprachen gilt sie nicht als
Fehler, sondern als Stilmittel (hier haben sich mal wieder die
Normativisten den Deskriptivisten beugen müssen - b?h).
|Laboratorio: Strumenti e modelli didattici della lingua
|italiana e delle sue varietà – SIS 2007/2008 – S. Fornara
|
|I principali tratti linguistici dell'italiano substandard in
|una tabella
|
|[Tratta e adattata da "Insegnare italiano", a cura di D. Corno,
|Milano, La Nuova Italia, 2000: 190-192]
|
...
|AREA GRAMMATICALE FENOMENO ESEMPIO
...
|Sintassi Rafforzamento "La maggior parte dei giovani
della amano la musica" al posto di
concordanza "La maggior parte dei giovani
a senso ama la musica".
...
Wolfgang
2020-05-08 08:29:48 UTC
Antworten
Permalink
Ich benutze iso-8859-15 mit Thunderbird 68.7.0 (64-bit) und du UTF-8
mit unbekanntem Newsreader ; die Umsetzung hat bisher nie zu einem
Problem geführt. Vielleicht liegt es an deinem Newsreader, dessen
Typ die Headers deines Postings nicht nennen. Interessant ist, dass
mein ü von deinem Newsreader richtig als ü erkannt wird, nicht
aber mein ä. Man sollte die Stimmen anderer Teilnehmer abwarten.
Post by Stefan Ram
Post by Wolfgang
Ob man sie nun mag oder nicht, in beiden Sprachen gilt sie nicht als
Fehler, sondern als Stilmittel (hier haben sich mal wieder die
Normativisten den Deskriptivisten beugen müssen - b?h).
|Laboratorio: Strumenti e modelli didattici della lingua
|italiana e delle sue varietà - SIS 2007/2008 - S. Fornara
|
|I principali tratti linguistici dell'italiano substandard in
|una tabella
|
|[Tratta e adattata da "Insegnare italiano", a cura di D. Corno,
|Milano, La Nuova Italia, 2000: 190-192]
|
...
|AREA GRAMMATICALE FENOMENO       ESEMPIO
...
|Sintassi          Rafforzamento  "La maggior parte dei giovani
                     della         amano la musica" al posto di
                     concordanza   "La maggior parte dei giovani
                     a senso       ama la musica".
Hierzu 2 Fragen:

1. Wieso ist in der mittleren Spalte die Rede von einer Verstärkung
der Synesis und nicht einfach von einer Synesis?

2. Bist du dir sicher, dass Ausdrücke wie «der größte Teil» dem
Numerale «Million» syntaktisch gleichzusetzen sind?

Ciao,
Wolfgang
Thomas Schade
2020-05-08 08:46:05 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolfgang
Ich benutze iso-8859-15 mit Thunderbird 68.7.0 (64-bit) und du UTF-8
mit unbekanntem Newsreader ; die Umsetzung hat bisher nie zu einem
Problem geführt. Vielleicht liegt es an deinem Newsreader, dessen
Typ die Headers deines Postings nicht nennen. Interessant ist, dass
mein ü von deinem Newsreader richtig als ü erkannt wird, nicht
aber mein ä. Man sollte die Stimmen anderer Teilnehmer abwarten.
Alles okay hier (ebenfalls Tunderbird).


Ciao
Toscha
--
If your name isn't Ozzy Osbourne you shouldn't eat bats.
Stefan Ram
2020-05-08 13:50:23 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolfgang
Typ die Headers deines Postings nicht nennen. Interessant ist, dass
mein ü von deinem Newsreader richtig als ü erkannt wird, nicht
aber mein ä. Man sollte die Stimmen anderer Teilnehmer abwarten.
Das Problem liegt ganz auf meiner Seite (gestörter Newsreader).
Ich bitte um Entschuldigung! Ich versuche, die Zeichen manuell
zu reparieren, wann immer ich sie eindeutig erraten kann
(daher das "ü").
Post by Wolfgang
Post by Stefan Ram
|AREA GRAMMATICALE FENOMENO ESEMPIO
...
|Sintassi Rafforzamento "La maggior parte dei giovani
della amano la musica" al posto di
concordanza "La maggior parte dei giovani
a senso ama la musica".
1. Wieso ist in der mittleren Spalte die Rede von einer Verstärkung
der Synesis und nicht einfach von einer Synesis?
Vielleicht soll ausgedrückt werden, daß sie in Substandardsprache
nicht immer auftritt, sondern nur häufiger ("verstärkt").
Post by Wolfgang
2. Bist du dir sicher, dass Ausdrücke wie "der größte Teil" dem
Numerale "Million" syntaktisch gleichzusetzen sind?
Ich wollte mich mit meinem Zitat nur zur italienischen
Sprache äußern. Nicht behaupten will ich, daß man solche
Aussagen zur italienischen Sprache auf die deutsche Sprache
übertragen kann.

Ich würde "der größte Teil" syntaktisch nicht mit "Million"
gleichsetzen, da "der größte Teil" syntaktisch die Form
"Artikel Adjektiv Substantiv" hat, während "Million"
syntaktisch die Form "Substantiv" ist. Beispielsweise ist
der Kasus von "der größte Teil" eindeutig Nominativ,
während "Million" auch Genitiv, Dativ und Akkusativ ist.
Außerdem ist "der größte Teil" maskulin und Million
feminin.

Beispielsweise kann man in die Satzform "Sie hat eine ... ."
nur "Million" einsetzen ("Sie hat eine Million."), nicht
aber "der größte Teil" (*"Sie hat eine der größte Teil.").
wolfgang sch
2020-05-06 15:01:31 UTC
Antworten
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"Eine halbe Million Menschen hat ..."
Es ist zwar teilweise üblich, "eine Million x", "eine Milliarde y" usw.
im Singular zu verwenden, aber ich empfinde das als unlogisch. Das
Subjekt eines so gebildeten Satzes ist das Zahlwort, statt die Personen
oder Dinge die damit bezeichnet werden. MMn sollten das was gezählt
wird das Subjekt sein, daher Plural wenn mehr als eine Person/ein Ding
bezeichnet wird.
--
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Martin Gerdes
2020-05-06 21:48:07 UTC
Antworten
Permalink
Post by wolfgang sch
"Eine halbe Million Menschen hat ..."
Es ist zwar teilweise üblich, "eine Million x", "eine Milliarde y" usw.
im Singular zu verwenden, aber ich empfinde das als unlogisch. Das
Subjekt eines so gebildeten Satzes ist das Zahlwort, statt die Personen
oder Dinge die damit bezeichnet werden. MMn sollten das was gezählt
wird das Subjekt sein, daher Plural wenn mehr als eine Person/ein Ding
bezeichnet wird.
"Eine Million Euro sind eine Menge Geld?"

Meinst Du das so?

WIMRE "erlaubt" der DU in seiner Indolenz beide Versionen, also Singular
und Plural.
wolfgang sch
2020-05-07 05:37:20 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Gerdes
"Eine Million Euro sind eine Menge Geld?"
Meinst Du das so?
Ja sicher, wie sonst. Du würdest ja auch nicht sagen "Zwei Millionen
Euro ist eine Menge Geld" oder "Zwanzig Euro ist eine Menge Geld",
sondern in beiden Fällen natürlich "sind". Wieso manche Leute bei "eine
Million" - und nur da - in den Singular verfallen verstehe ich nicht,
es beißt sich.
--
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Helmut Richter
2020-05-07 09:06:06 UTC
Antworten
Permalink
Post by wolfgang sch
Post by Martin Gerdes
"Eine Million Euro sind eine Menge Geld?"
Meinst Du das so?
Ja sicher, wie sonst. Du würdest ja auch nicht sagen "Zwei Millionen
Euro ist eine Menge Geld" oder "Zwanzig Euro ist eine Menge Geld",
sondern in beiden Fällen natürlich "sind". Wieso manche Leute bei "eine
Million" - und nur da - in den Singular verfallen verstehe ich nicht,
es beißt sich.
In vielen Sprachen gilt die Regel: je kleiner die Zahl, desto adjektiver
ist sie, und je größer, desto substantiver.

Im Deutschen: „ein“ wird voll durchdekliniert, „zwei“ und „drei“ haben
noch einen starken Genitiv („zweier Kinder“), „zwei“ bis „zwölf“ (außer
„sieben“) haben einen starken Dativ am Ende der Nominalphrase („wievielen?
– fünfen!“) und danach verlieren sich die Adjektiveigenschaften zusehends.
Ab der tausend gibts ein richtiges Substantiv („viele Tausende“), das aber
bei exakten Angaben („zweitausend“) nicht verwendet wird. Und ab der
Million sinds richtige Substantive mit Plural: nicht wie „zweitausend“
auch „*zweimillion“, sondern „zwei Millionen“ – was die sprachlich
richtige Schreibung ist, weil sie die andere Intonation mit Betonung des
Substantivs wiedergibt.

Zurück zur Frage: nur wo es ein Zahl-Substantiv gibt, kann das einen
eigenen Numerus haben, mit dem das folgende Verb kongruiert.

Ob man das Verb trotzdem mit dem Plural der gezählten Objekte statt mit
dem Singular der gezählten Millionen kongruieren lassen sollte, ist eine
andere Frage.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2020-05-07 16:52:54 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by wolfgang sch
Post by Martin Gerdes
"Eine Million Euro sind eine Menge Geld?"
Meinst Du das so?
Ja sicher, wie sonst. Du würdest ja auch nicht sagen "Zwei Millionen
Euro ist eine Menge Geld" oder "Zwanzig Euro ist eine Menge Geld",
sondern in beiden Fällen natürlich "sind". Wieso manche Leute bei "eine
Million" - und nur da - in den Singular verfallen verstehe ich nicht,
es beißt sich.
In vielen Sprachen gilt die Regel: je kleiner die Zahl, desto adjektiver
ist sie, und je größer, desto substantiver.
Im Deutschen: „ein“ wird voll durchdekliniert
Immerhin ist die Million die erste Zehnerpotenz, die
zwingend Großschreibung und einen Artikel benötigt.
Quinn C
2020-05-07 17:50:05 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Martin Gerdes
"Eine Million Euro sind eine Menge Geld?"
Meinst Du das so?
Ja sicher, wie sonst. Du würdest ja auch nicht sagen "Zwei Millionen
Euro ist eine Menge Geld" oder "Zwanzig Euro ist eine Menge Geld",
sondern in beiden Fällen natürlich "sind". Wieso manche Leute bei "eine
Million" - und nur da - in den Singular verfallen verstehe ich nicht,
es beißt sich.
Das beißt sich in der gleichen Weise wie "Das Mädchen holt seine
Schlüssel heraus" (statt "ihre Schlüssel").

Das Verb richtet sich bei der Million nach dem grammatischen Numerus,
nicht dem logischen, wie im zweiten Fall das Adjektiv nach dem
grammatischen Genus, nicht dem natürlichen Geschlecht.
--
GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Martin Gerdes
2020-05-09 20:39:56 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Martin Gerdes
"Eine Million Euro sind eine Menge Geld?"
Meinst Du das so?
Ja sicher, wie sonst.
Ist das eine Frage.
Setzt man hinter Fragen kein Fragezeichen.
Post by wolfgang sch
Du würdest ja auch nicht sagen "Zwei Millionen Euro ist eine Menge Geld"
oder "Zwanzig Euro ist eine Menge Geld" sondern in beiden Fällen
natürlich "sind". Wieso manche Leute bei "eine Million" - und nur da -
in den Singular verfallen, verstehe ich nicht, es beißt sich.
Dann müßtest Du auch sagen:

"Ein Dutzend Eier sind genug." und:
"Dort stehen ein Paar Schuhe."

Tust Du das.
Frank Zeeb
2020-05-10 07:44:58 UTC
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Post by Martin Gerdes
"Dort stehen ein Paar Schuhe."
Tust Du das.
Es wird darauf ankommen, ob man die Mengeneinheit als vorherrschend
sieht oder die Einzelstücke.

Für den zweiten Satz kann ich mir keinen Kontext vorstellen, weil hier
wohl immer das "Paar" überwiegt und nicht die Einzelexemplare.

Beim ersten Satz kann ich mir beim Kochen Zusammenhänge vorstellen, in
denen ich das so sagen könnte, z.B. wenn die Eier einzeln und
nacheinander einer Crème oder dem Brandteig zugefügt werden, in Analogie
zu "vier Eier sind genug".

Gruß
Frank
Martin Gerdes
2020-05-10 22:10:27 UTC
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Post by Frank Zeeb
Post by Martin Gerdes
"Dort stehen ein Paar Schuhe."
Tust Du das?
Es wird darauf ankommen, ob man die Mengeneinheit als vorherrschend
sieht oder die Einzelstücke.
Klar.
Post by Frank Zeeb
Für den zweiten Satz kann ich mir keinen Kontext vorstellen, weil hier
wohl immer das "Paar" überwiegt und nicht die Einzelexemplare.
Die Behauptung war ja: Wenn eine Mengeneinheit eine Mehrzahl von
Einzelexemplaren bezeichnet, wird sie behandelt wie ein Plural, obwohl
sie grammatikalisch ein Singular ist.

Unsere Freunde von Ms. Windsors Insel sagen ja auch:

"The police were present." -- "Die Polizei *waren auch da."


Ich könnte mir übrigens auch die gegenteilige Erscheinung vor stellen
und nicht nur sagen:

"Eine Million Euro ist ein Haufen Geld."

sondern auch:

"Drei Millionen Euro ist ein Haufen Geld."

Gegen "... sind ein Haufen Geld." hätte ich auch nichts einzuwenden, das
wäre vielleicht sogar meine Präferenz, aber bei "... ist ein Haufen
Geld" würde ich kein warnendes Stimmchen hören, das "Falsch! Falsch!"
flüstert.
Post by Frank Zeeb
Beim ersten Satz kann ich mir beim Kochen Zusammenhänge vorstellen, in
denen ich das so sagen könnte, z.B. wenn die Eier einzeln und
nacheinander einer Crème oder dem Brandteig zugefügt werden, in Analogie
zu "vier Eier sind genug".
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