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Moralisieren ist immer eine Verfallserscheinung - Die Zartsprache der Pseudolinken
(zu alt für eine Antwort)
Werner Tann
2018-04-16 07:44:40 UTC
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https://derstandard.at/2000077974183/Philosoph-Robert-Pfaller-Moralisieren-ist-immer-eine-Verfallserscheinung
http://tinyurl.com/yau3hc9z

| Pfaller: Meine These lautet, dass diese postmoderne Propaganda der
| Empfindlichkeit und der exzessiven Behutsamkeit im Sprechen die
| Begleiterscheinung und Komplizin der brutalen, raubtierhaften neoliberalen
| Ökonomie ist. In dem Moment, ungefähr um 1980, als auch die
| Sozialdemokratien der westlichen Länder nicht mehr an der so erfolgreichen
| keynesianischen Ökonomie festhielten, die in den ersten drei
| Nachkriegsjahrzehnten für Wohlstand, soziale Sicherheit und zunehmende
| Gleichheit gesorgt hatte, verlagerten sie ihre Engagements in die Kultur.
| Statt Gleichberechtigung und Kinderbetreuungseinrichtungen bekam man
| nun "Diversity" oder Binnen-Is.
H.-P. Schulz
2018-04-16 08:28:39 UTC
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Post by Werner Tann
https://derstandard.at/2000077974183/Philosoph-Robert-Pfaller-Moralisieren-ist-immer-eine-Verfallserscheinung
http://tinyurl.com/yau3hc9z
| Pfaller: Meine These lautet, dass diese postmoderne Propaganda der
| Empfindlichkeit und der exzessiven
Um genau *dieses* eine Wort geht es dem Herrn Filosofen in dem ganzen
Statement.
Er mag das -innen nicht.
Ich auch nicht.
Aber das hat mit diesem und jenem zu tun, gewisslich aber nichts mit
Postmoderne, Empfindlichkeit oder Behutsamkeit.
Und exzessiv ist daran auch nichts. Nur doof. So doof, wie
Sozialdemokraten halt sind.
Post by Werner Tann
| Behutsamkeit im Sprechen die
| Begleiterscheinung und Komplizin der brutalen, raubtierhaften neoliberalen
| Ökonomie ist. In dem Moment, ungefähr um 1980,
Richtig los ging es mit der "brutalen, raubtierhaften neoliberalen
Ökonomie" nach 1990. Blühende Landschaften und so; und - wer erinnert
sich noch? - "Fridensdividende"! Na, das mit der Dividende mag - für
einige, wenige - sogar hinhauen ...
Post by Werner Tann
| als auch
"auch"??

Welche "keynesianische Ökonomie" haben denn zB Thatcher, zB Reagan
beendet??
Post by Werner Tann
| die
| Sozialdemokratien der westlichen Länder nicht mehr an der so erfolgreichen
| keynesianischen Ökonomie festhielten, die in den ersten drei
| Nachkriegsjahrzehnten für Wohlstand, soziale Sicherheit und zunehmende
| Gleichheit gesorgt hatte, verlagerten sie ihre Engagements in die Kultur.
| Statt Gleichberechtigung und Kinderbetreuungseinrichtungen bekam man
| nun "Diversity" oder Binnen-Is.
Der Filosof hat nicht gecheckt, dass Sozialdemokratie nie etwas
anderes war als ein Verein zur Abschaffung des Proletariats; die
Transformation des Proletariers in den auf Babyniveau am Raffen und
Gieren teilnehmenden, den Wirtschaftsteil lesenden (und nichts
verstehenden) Kleinürger-Gollum ist seit je Sendung und Religion der
Sozialdemokratie.
Detlef Meißner
2018-04-16 08:47:15 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Der Filosof hat nicht gecheckt, dass Sozialdemokratie nie etwas
anderes war als ein Verein zur Abschaffung des Proletariats; die
Transformation des Proletariers in den auf Babyniveau am Raffen und
Gieren teilnehmenden, den Wirtschaftsteil lesenden (und nichts
verstehenden) Kleinürger-Gollum ist seit je Sendung und Religion der
Sozialdemokratie.
Einfach ausgedrückt: Vom Blaumann- zum Schlipsträger (white-collar).

Detlef
H.-P. Schulz
2018-04-16 12:26:37 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by H.-P. Schulz
Der Filosof hat nicht gecheckt, dass Sozialdemokratie nie etwas
anderes war als ein Verein zur Abschaffung des Proletariats; die
Transformation des Proletariers in den auf Babyniveau am Raffen und
Gieren teilnehmenden, den Wirtschaftsteil lesenden (und nichts
verstehenden) Kleinürger-Gollum ist seit je Sendung und Religion der
Sozialdemokratie.
Einfach ausgedrückt: Vom Blaumann- zum Schlipsträger (white-collar).
Eher "Blaumann mit vermögenswirksamen Leistungen".
Detlef Meißner
2018-04-16 12:54:50 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Post by Detlef Meißner
Post by H.-P. Schulz
Der Filosof hat nicht gecheckt, dass Sozialdemokratie nie etwas
anderes war als ein Verein zur Abschaffung des Proletariats; die
Transformation des Proletariers in den auf Babyniveau am Raffen und
Gieren teilnehmenden, den Wirtschaftsteil lesenden (und nichts
verstehenden) Kleinürger-Gollum ist seit je Sendung und Religion der
Sozialdemokratie.
Einfach ausgedrückt: Vom Blaumann- zum Schlipsträger (white-collar).
Eher "Blaumann mit vermögenswirksamen Leistungen".
Nun, jeder Blaumann möchte aufsteigen und eine Tätigkeit verrichten, in
denen er sich nicht schmutzig macht, aber andere herumkommandieren kann.
Optimal ist eine Tätigkeit in einer Gewerkschaft und/oder im Aufsichtsrat.
Jeder Prolet(arier) möchte Kapitalist werden. Dumm nur, dass, wenn es
passiert, er seine Herkunft vergisst - und die Solidarität gleich mit.

Oder, weil momentan ganz aktuell ist, die 68er mit ihrer "Umverteilung
des Vermögens". Das fordert man nur, wenn man keins hat.

Detlef
Lars Bräsicke
2018-04-16 17:53:43 UTC
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Post by Detlef Meißner
Das fordert man nur, wenn man keins hat.
Schade, dass es nicht alle fordern, die keins haben.
Detlef Meißner
2018-04-16 18:18:55 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by Detlef Meißner
Das fordert man nur, wenn man keins hat.
Schade, dass es nicht alle fordern, die keins haben.
Irgendwoher muss es ja kommen!
Aber natürlich immer nur von anderen.

Nur blöd, wenn man dann eines Tages zu den anderen gehört.

Detlef
H.-P. Schulz
2018-04-16 18:39:54 UTC
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Post by Detlef Meißner
Jeder Prolet(arier) möchte Kapitalist werden.
Das ist die Beruhigungs- und Lebenslüge-Pille aller, die sich haben
korrumpieren lassen: Dass es alle so machen; und wo nicht machen, doch
wollen.

Das ist der sozialdemokratische Katechismus: Dass Proletarier Leute
seien, die danach streben, es dereinst nicht mehr zu sein.
Detlef Meißner
2018-04-16 18:48:03 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Post by Detlef Meißner
Jeder Prolet(arier) möchte Kapitalist werden.
Das ist die Beruhigungs- und Lebenslüge-Pille aller, die sich haben
korrumpieren lassen: Dass es alle so machen; und wo nicht machen, doch
wollen.
Das ist der sozialdemokratische Katechismus: Dass Proletarier Leute
seien, die danach streben, es dereinst nicht mehr zu sein.
Hat das was mit Sozialdemokratie zu tun?

Detlef
H.-P. Schulz
2018-04-17 08:20:50 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by H.-P. Schulz
Post by Detlef Meißner
Jeder Prolet(arier) möchte Kapitalist werden.
Das ist die Beruhigungs- und Lebenslüge-Pille aller, die sich haben
korrumpieren lassen: Dass es alle so machen; und wo nicht machen, doch
wollen.
Das ist der sozialdemokratische Katechismus: Dass Proletarier Leute
seien, die danach streben, es dereinst nicht mehr zu sein.
Hat das was mit Sozialdemokratie zu tun?
Wo Du nun so nett fragst: Ja. Alles.
Detlef Meißner
2018-04-17 08:23:36 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Post by Detlef Meißner
Post by H.-P. Schulz
Post by Detlef Meißner
Jeder Prolet(arier) möchte Kapitalist werden.
Das ist die Beruhigungs- und Lebenslüge-Pille aller, die sich haben
korrumpieren lassen: Dass es alle so machen; und wo nicht machen, doch
wollen.
Das ist der sozialdemokratische Katechismus: Dass Proletarier Leute
seien, die danach streben, es dereinst nicht mehr zu sein.
Hat das was mit Sozialdemokratie zu tun?
Wo Du nun so nett fragst: Ja. Alles.
Danke für deine erhellende Antwort.

Detlef
H.-P. Schulz
2018-04-29 07:33:37 UTC
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Ein etwas verspäteter Kommentar noch, den ich aber dann doch nicht
ungepostet lassen will - - - ohne aber jetzt noch eine riesen
Diskussion anbinden zu wollen ... ;-\
Post by Detlef Meißner
Jeder Prolet(arier) möchte Kapitalist werden.
Nein. Genau hier liegt die Trennlinie zwischen Proletarier (kaum
jemand hat auch nur noch eine Vorstellung, was, genauer, das sei!)
einer- und Klein(st)bürger andererseits.

Und dass obiger Satz völlig unwidersprochen - außer jetzt hier, durch
mich -, sozusagen als etablierte Wahrheit und unhintergehbares
Nunmalsosein, passiert, belegt die Gründlichkeit und Vollendung des
sozialdemokratischen Projekts.

"Aufstieg" heißt das auf sozdemisch, "sozialer Aufstieg": Anteile,
Aktien, Anlage, Verzinsung, Vermögensbildung . . . und wie sonst noch
die Möhren vor des Esels Nase genannt werden.
Bausparen statt proletarischer Entwicklung; Konsumismus statt
Kommunismus: Das Panier der Prostitution im Schlaraffenland. Egal,
was' kost'.

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