Discussion:
Tatort: "Ich toete niemand"
(zu alt für eine Antwort)
Michael Pachta
2018-04-23 15:12:01 UTC
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Ich töte niemanden.
Die Regel gilt laut Duden schon lange nicht mehr.
Wie lautet denn die Regel? Ich sage, dass "töten" den Akkusativ
verlangt, und der Akkusativ von "niemand" ist meinem Sprachverständnis
nach "niemanden".

** Hinweis: X-Post und Fup2 nach de.etc.deutsch, da ist das on-topic.

M.
Bertel Lund Hansen
2018-04-23 15:26:26 UTC
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Post by Michael Pachta
Ich töte niemanden.
Die Regel gilt laut Duden schon lange nicht mehr.
Wie lautet denn die Regel?
Das weiss ich nicht, aber in Duden steht unter "niemand":

Grammatik
Indefinitpronomen

Genitiv: niemand[e]s
Dativ: niemandem oder niemand
Akkusativ: niemanden oder niemand
--
/Bertel - aus Dänemark
Michael Pachta
2018-04-23 16:05:16 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Michael Pachta
Ich töte niemanden.
Die Regel gilt laut Duden schon lange nicht mehr.
Wie lautet denn die Regel?
[...]
Akkusativ: niemanden oder niemand
OK, letzteres war mir nicht bekannt. Danke für den Hinweis.

Unabhängig davon schreibt MUSEN mir vor, "niemanden" zu benutzen.

M.
Klaus Dahlwitz
2018-04-24 15:01:19 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Michael Pachta
Ich töte niemanden.
Die Regel gilt laut Duden schon lange nicht mehr.
Wie lautet denn die Regel?
Grammatik
Indefinitpronomen
Genitiv: niemand[e]s
Dativ: niemandem oder niemand
Akkusativ: niemanden oder niemand
Auch der Autor der dienstäglichen "Deutschstunde" des Hamburger
Abendblatts beschäftigt sich heute mit "niemand" und "jemand":

<https://www.abendblatt.de/meinung/article214105823/Nicht-jedes-gebeugte-Wort-endet-mit-einer-Endung.html>

Klaus
--
Winterspeck heißt jetzt Frühlingsrolle!
Heinz Lohmann
2018-04-24 15:56:19 UTC
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Post by Klaus Dahlwitz
Auch der Autor der dienstäglichen "Deutschstunde" des Hamburger
<https://www.abendblatt.de/meinung/article214105823/Nicht-jedes-gebeugte-Wort-endet-mit-einer-Endung.html>
Ist dem Autor in diesem Abschnitt nicht ein Fehler unterlaufen:
"Falls wir außer als Konjunktion (Bindewort) auffassen, können wir das
Bezugswort kasusgleich gebrauchen:
Niemand kann es herausbekommen außer ich selbst (Nominativ).
Niemand entsann sich dieses Vorfalls außer meines Onkels (Genitiv).
Ich kenne niemanden außer ihn (Akkusativ).
Wir können außer aber auch als Präposition (Verhältniswort) mit Dativ
einstufen: Niemand kennt die Lösung außer mir."

Das Beispiel zum Genitiv kommt mir mächtich schräch vor ...
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
U***@web.de
2018-04-24 17:14:25 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Klaus Dahlwitz
Auch der Autor der dienstäglichen "Deutschstunde" des Hamburger
<https://www.abendblatt.de/meinung/article214105823/Nicht-jedes-gebeugte-Wort-endet-mit-einer-Endung.html>
"Falls wir außer als Konjunktion (Bindewort) auffassen, können wir das
Niemand kann es herausbekommen außer ich selbst (Nominativ).
Niemand entsann sich dieses Vorfalls außer meines Onkels (Genitiv).
Ich kenne niemanden außer ihn (Akkusativ).
Wir können außer aber auch als Präposition (Verhältniswort) mit Dativ
einstufen: Niemand kennt die Lösung außer mir."
Das Beispiel zum Genitiv kommt mir mächtich schräch vor ...
Mir auch. Außer meinem Onkel. Meinetwegen auch
außer mein Onkel.

Der Onkel wurde hier fälschlicherweise, dem Vorfall gleich,
zum Genitivobjekt mutiert.

Gruß, ULF
Helmut Richter
2018-04-24 17:22:35 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
[...]
Niemand entsann sich dieses Vorfalls außer meines Onkels (Genitiv).
Der Onkel wurde hier fälschlicherweise, dem Vorfall gleich,
zum Genitivobjekt mutiert.
Richtig wäre z.B. gewesen:

Niemandes entsannen sich die Anwesenden außer meines Onkels (Genitiv).

--
Helmut Richter
Helmut Richter
2018-04-24 16:01:45 UTC
Permalink
Post by Klaus Dahlwitz
Auch der Autor der dienstäglichen "Deutschstunde" des Hamburger
<https://www.abendblatt.de/meinung/article214105823/Nicht-jedes-gebeugte-Wort-endet-mit-einer-Endung.html>
Da ist aber der Wurm drin:

Falls wir „außer“ als Konjunktion (Bindewort) auffassen, können wir
das Bezugswort kasusgleich gebrauchen: Niemand kann es
herausbekommen außer ich selbst (Nominativ). Niemand entsann sich
dieses Vorfalls außer meines Onkels (Genitiv). Ich kenne niemanden
außer ihn (Akkusativ). Wir können „außer“ aber auch als Präposition
(Verhältniswort) mit Dativ einstufen: Niemand kennt die Lösung außer
mir. [Gänsefüßchen von mir – ohne ists nicht lesbar]

Eines der Beispiele ist schlicht falsch.

Und noch eins: Vor "anders" fällt zwar oft die Endung weg, aber dafür
kann "anders" eine bekommen – darauf hätte man hinweisen müssen. Also:

1. nirgends dekliniert (außer im Genitiv)
niemand anders
niemandes anders
niemand anders
niemand anders

2. vorne dekliniert
niemand anders
niemandes anders
niemandem anders
niemanden anders

3. hinten dekliniert
niemand anderer
niemandes anderen
niemand anderem
niemand anderen

4. überall dekliniert
niemand anderer
niemandes anderen
niemandem anderen
niemanden anderen

Ich empfinde die im Artikel vorgeschlagene Form (1) als
umgangssprachlich, die Formen (2) und (3) als schriftsprachlich und
die Form (4) als übertrieben. Wenn jemand die Form (4) so abwegig
findet, dass sie eigentlich nicht vorkommen sollte, sei er daran
erinnert, dass "kein anderer" genau nach Form (4) dekliniert wird, und
nur so.

--
Helmut Richter
Martin Gerdes
2018-04-24 21:59:27 UTC
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Post by Klaus Dahlwitz
Ich töte niemanden.
Auch der Autor der dienstäglichen "Deutschstunde" des Hamburger
Abendblatts
... der bekannte Peter Meyer aus Schmachthagen
Post by Klaus Dahlwitz
<https://www.abendblatt.de/meinung/article214105823/Nicht-jedes-gebeugte-Wort-endet-mit-einer-Endung.html>
... wo er dann auch schreibt:

| Über die Präposition wegen könnte ich in jeder Woche
| eine Kolumne schreiben. Es gehört zum Allgemeinwissen,
| dass wegen mit dem Genitiv steht. Steht nach wegen ein
| an sich stark flektiertes Substantiv im Singular
| ohne Artikel und ohne Attribut, dann wird das
| Genitiv-s im Allgemeinen weggelassen: wegen Umbau,
| wegen Diebstahl, wegen Urlaub und wegen Motorschaden
| sind korrekt.

Huch! Das weiß doch jedes Kind, daß es "wegen Diebstahls" heißt.

Mit s. Das s ist hierzustadt eminent wichtig.

Andy Angerer
2018-04-23 21:56:40 UTC
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Post by Michael Pachta
Ich töte niemanden.
Die Regel gilt laut Duden schon lange nicht mehr.
Wie lautet denn die Regel? Ich sage, dass "töten" den Akkusativ
verlangt, und der Akkusativ von "niemand" ist meinem Sprachverständnis
nach "niemanden".
** Hinweis: X-Post und Fup2 nach de.etc.deutsch, da ist das on-topic.
Schleichzeich; Linguistenpack.
--
Die andere Site
mit den anderen Links
www.angerer-bodenlos.de
Markus Donath
2018-04-24 12:30:37 UTC
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Post by Michael Pachta
Wie lautet denn die Regel? Ich sage, dass "töten" den Akkusativ
verlangt, und der Akkusativ von "niemand" ist meinem Sprachverständnis
nach "niemanden".
Die Regel (https://www.duden.de/rechtschreibung/niemand) besagt:

Grammatik

Indefinitpronomen

- Genitiv niemand[e]s
- Dativ niemandem oder niemand
- Akkusativ niemanden oder niemand


Markus
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