Discussion:
"gulgern"
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b***@gmail.com
2020-02-05 16:11:54 UTC
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Ja so könnte man es beschreiben. Ich verwende diesen Begriff bei einer Kaffeemaschine. Wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter zur Neige geht, saugt die kleine Pumpe Luft mit ein. Diese wird in kleinen Bläschen der Flüssigkeit beigemischt. Dabei sondert die Kaffeemaschine seltsame Töne von sich. Dieses Geräusch kündigt ein baldiges Ende an.(Sie gulgert).Der Kaffee ist durch!
Detlef Meißner
2020-02-05 17:26:48 UTC
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Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben. Ich verwende diesen Begriff bei einer
Kaffeemaschine. Wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter zur Neige geht, saugt
die kleine Pumpe Luft mit ein. Diese wird in kleinen Bläschen der Flüssigkeit
beigemischt. Dabei sondert die Kaffeemaschine seltsame Töne von sich. Dieses
Geräusch kündigt ein baldiges Ende an.(Sie gulgert).Der Kaffee ist durch!
Sind da nicht die Buchstaben versautcht worden?

Detlef
--
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen. (Mark Twain)
Der Habakuk.
2020-02-05 17:32:30 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben. Ich verwende diesen Begriff bei
einer Kaffeemaschine. Wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter zur
Neige geht, saugt die kleine Pumpe Luft mit ein. Diese wird in
kleinen Bläschen der Flüssigkeit beigemischt. Dabei sondert die
Kaffeemaschine seltsame Töne von sich. Dieses Geräusch kündigt ein
baldiges Ende an.(Sie gulgert).Der Kaffee ist durch!
Sind da nicht die Buchstaben versautcht worden?
Detlef
Eine Kaffeemaschine gurgelt nicht! Allenfalls macht sie Geräusche, die
so ähnlich klingen.
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Sergio Gatti
2020-02-05 17:49:47 UTC
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Post by Der Habakuk.
Eine Kaffeemaschine gurgelt nicht! Allenfalls macht sie Geräusche, die
so ähnlich klingen.
Genau. Sie prötkert, oder röchelt.
Prötkern? In welchem Dialekt?
Thomas Schade
2020-02-05 18:03:44 UTC
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Post by Sergio Gatti
Prötkern? In welchem Dialekt?
Ohne das Wort überhaupt zu kennen, meine Vermutung ist Westfalen, genau
genommen das Münsterland, bis hin zum östlichen Ruhrgebiet.


Ciao
Toscha
--
Ich weiß nicht, wieso ich euch so hasse, Fahrradfahrer dieser Stadt.
[Tocotronic: Freiburg]
Detlef Meißner
2020-02-05 18:54:16 UTC
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Post by Sergio Gatti
Post by Der Habakuk.
Eine Kaffeemaschine gurgelt nicht! Allenfalls macht sie Geräusche, die
so ähnlich klingen.
Genau. Sie prötkert, oder röchelt.
Prötkern? In welchem Dialekt?
Vielleicht meint er "prötern" oder "pröttern".

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Dorothee Hermann
2020-02-05 19:52:53 UTC
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Post by Der Habakuk.
Eine Kaffeemaschine gurgelt nicht! Allenfalls macht sie Geräusche, die
so ähnlich klingen.
Genau. Sie prötkert, oder röchelt.
Das heißt "pröttkern", Du Westfale!
;-)


Dorothee
Quinn C
2020-02-05 20:06:19 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Der Habakuk.
Post by Detlef Meißner
Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben. Ich verwende diesen Begriff bei einer
Kaffeemaschine. Wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter zur Neige geht,
saugt die kleine Pumpe Luft mit ein. Diese wird in kleinen Bläschen der
Flüssigkeit beigemischt. Dabei sondert die Kaffeemaschine seltsame Töne
von sich. Dieses Geräusch kündigt ein baldiges Ende an.(Sie gulgert).Der
Kaffee ist durch!
Sind da nicht die Buchstaben versautcht worden?
Detlef
Eine Kaffeemaschine gurgelt nicht!
^^^^^^
Du hat noch einen Versuch!
Sie gluckert. Dialektal kann das wie "gluggert" klingen.

Die Frage war von 1998. Schon damals hat jemals in Grimms Wörterbuch
die Variante "gulken, gulkern" ausgemacht. Es gibt noch mehr.
--
dasz jederman sehe, wie falsch unsere gugelmönche zu ihres ordens
verteidigung der ersten kirchenexempel anziehen Calvin
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Detlef Meißner
2020-02-05 20:11:47 UTC
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Post by Quinn C
Die Frage war von 1998.
Ich glaube, das ist ein neuer Rekord!

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Dorothee Hermann
2020-02-05 20:40:40 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Quinn C
Die Frage war von 1998.
Ich glaube, das ist ein neuer Rekord!
Tatsächlich?
(Wäre so etwas eine Erwähnung in "... Statistik" wert) ;-)


Ehe ich antwortete, hatte ich schon gesucht/gefunden:
https://groups.google.com/forum/#!search/%22gulgern%22/de.etc.sprache.deutsch/BkgEuQvYXig/OX_S0BAlBAAJ


Aber ich wollte es nicht (wieder mal) erwähnen, dass da jemand ein wenig
spät dran ist - und außerdem driftete der damalige Thread in eine andere
Richtung ab.


Dorothee
Ralf Joerres
2020-02-11 16:44:01 UTC
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Post by Quinn C
Post by Dorothee Hermann
Post by Der Habakuk.
Post by Detlef Meißner
Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben. Ich verwende diesen Begriff bei einer
Kaffeemaschine. Wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter zur Neige geht,
saugt die kleine Pumpe Luft mit ein. Diese wird in kleinen Bläschen der
Flüssigkeit beigemischt. Dabei sondert die Kaffeemaschine seltsame Töne
von sich. Dieses Geräusch kündigt ein baldiges Ende an.(Sie gulgert).Der
Kaffee ist durch!
Sind da nicht die Buchstaben versautcht worden?
Detlef
Eine Kaffeemaschine gurgelt nicht!
^^^^^^
Du hat noch einen Versuch!
Sie gluckert. Dialektal kann das wie "gluggert" klingen.
Unter anderem gluckert die, ziemlich gegen Ende. Meine schnurgelt eher, so
vom Geräusch her, genauer gesagt schlurgelt, weil 'schlürfen' ist auch
dabei, aber das assoziiert dann wieder 'schlurfen' und 'schlören' und
'Schluri'. Außerdem spotzt meine manchmal, so ähnlich wie beim Dampfbügel-
eisen der 'Dampfstoß'. Manchmal gibt's auch so'n Geräusch, was man schon
mal im Wasserabfluss vom Waschbecken hört, wenn in einer anderen Wohnung
im Mietshaus Wasser abfließt, so'n dumpfes Glucksen, wie ein nach innen
gesprochenen 'g' (war ne Weile bei uns Sport in der Schule, das zu üben).

Mich faszinieren solche Wörter, die wie gerade erfunden wirken, manchmal
sind sie auch erfunden. Ob 'gulgern' so'ne gelungene Erfindung ist, also
ick weeß nich...

Im Bereich 'Sinneseindrücke' gibt's ne ganze Menge Wortbedarf und nur einen
ziemlich begrenzten Wortvorrat, da muss man vielleicht schonmal nachhelfen.
Bald wird man sich was für E-Autos ausdenken müssen, was passt da für das
Motorgeräusch? Hab selbst noch keinen E-Wagen gehört.

Gruß Ralf Joerres
Detlef Meißner
2020-02-11 16:48:30 UTC
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Post by Ralf Joerres
Im Bereich 'Sinneseindrücke' gibt's ne ganze Menge Wortbedarf und nur einen
ziemlich begrenzten Wortvorrat, da muss man vielleicht schonmal nachhelfen.
Bald wird man sich was für E-Autos ausdenken müssen, was passt da für das
Motorgeräusch? Hab selbst noch keinen E-Wagen gehört.
Stromen.:-)

Detlef
--
Verordnetes Gendern _ist_ Fundamentalismus!
[Henning Sponbiel]
Ralf Joerres
2020-02-11 17:46:34 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Im Bereich 'Sinneseindrücke' gibt's ne ganze Menge Wortbedarf und nur einen
ziemlich begrenzten Wortvorrat, da muss man vielleicht schonmal nachhelfen.
Bald wird man sich was für E-Autos ausdenken müssen, was passt da für das
Motorgeräusch? Hab selbst noch keinen E-Wagen gehört.
Stromen.:-)
Wenn schon, dann stormern. Obwohl... 'stromen' gemahnt an 'strömen',
ist vielleicht doch nicht so schlecht.

Gruß Ralf J.
Antonia H.
2020-02-11 19:01:16 UTC
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Post by Ralf Joerres
Im Bereich 'Sinneseindrücke' gibt's ne ganze Menge Wortbedarf und nur einen
ziemlich begrenzten Wortvorrat, da muss man vielleicht schonmal nachhelfen.
Bald wird man sich was für E-Autos ausdenken müssen, was passt da für das
Motorgeräusch? Hab selbst noch keinen E-Wagen gehört.
Gruß Ralf Joerres
Unter "Sinneseindrücke" könnte man auch die Geräusche, die ein
Kaffeevollautomat ab Anfangs- bis zum Endstadium ausstößt, einordnen,
wenn man kann..
Diese Sinneseindrücke finde ich interessant. Sind erscheinen anders,
als normale Kaffeemaschinen, haben ihren eigenen Reiz..

A.
Andreas Karrer
2020-02-11 23:00:16 UTC
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Post by Ralf Joerres
Im Bereich 'Sinneseindrücke' gibt's ne ganze Menge Wortbedarf und nur einen
ziemlich begrenzten Wortvorrat, da muss man vielleicht schonmal nachhelfen.
Bald wird man sich was für E-Autos ausdenken müssen, was passt da für das
Motorgeräusch? Hab selbst noch keinen E-Wagen gehört.
Bald? Die müssen bis 20 km/h ein zusätzliches Geräusch machen.

Der VW-Konzeren überlässt da nichts dem Zufall und hat ein ganzes
Team, das dafür Sounds designt. Der Id.3 kriegt ein Geräusch, das
nach deren Ansicht edler klingt¹ als das des Skoda Citigo, und der Seat
el-Born kriegt ein noch etwas billiger klingendes.

Es wird ohne jeden Zweifel "Chiptuner" geben, bei denen man eigene
Sounds einspielen kann, obwohl natürlich die Hersteller versuchen
werden, das zu verunmöglichen. Hat jemand "Jamba!" gesagt? Ein Auto,
das rülpst wie weiland Cameron Diaz bei Jay Leno wollte ich schon
immer.


¹ https://uploads.volkswagen-newsroom.com/system/production/uploaded_files/15403/file/6b17aea91b634a63305ae7e95a0ff69d7b0dd178/AVAS_EU_VW-ID3_Start_Fahrt_ueber30kmh_Bremsen.wav

Mir fällt dazu sofort "Raumpatrouille" ein. Man
sucht unwillkürlich nach einem Bügeleisen auf dem Armaturenbrett.

- Andi

Dorothee Hermann
2020-02-05 19:52:55 UTC
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Am 05.02.20 um 17:11 schrieb Broetchenrad:
^^^^^^^^^^^^
Nur mal so: Für was wollte Dich Deine Mami mit diesem Namen strafen?
Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben.
"Gulgern"? (Ist das sächsisch?)
Eher gluckern, oder röcheln, oder gurgeln, oder so etwas
lautmalerisch-ähnliches!
Was würde denn Frau Erika Fuchs sagen?
Post by b***@gmail.com
Ich verwende diesen Begriff bei einer Kaffeemaschine. Wenn das Wasser
aus dem Vorratsbehälter zur Neige geht, saugt die kleine Pumpe Luft
mit ein. Diese wird in kleinen Bläschen der Flüssigkeit beigemischt.
Dabei sondert die Kaffeemaschine seltsame Töne von sich.
Dieses Geräusch kündigt ein baldiges Ende an.
Und sagt einem Eingeweihten, dass Kaffeemaschinchen älteren Datums ist
und wieder einmal entkalkt werden sollte!
Post by b***@gmail.com
(Sie gulgert)
Das "l" passt für mich irgendwie nicht zum Geräusch!
Post by b***@gmail.com
Der Kaffee ist durch!
Nö! Das Wasser.


Dorothee
Detlef Meißner
2020-02-05 20:03:40 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by b***@gmail.com
Ich verwende diesen Begriff bei einer Kaffeemaschine. Wenn das Wasser
aus dem Vorratsbehälter zur Neige geht, saugt die kleine Pumpe Luft
mit ein. Diese wird in kleinen Bläschen der Flüssigkeit beigemischt.
Dabei sondert die Kaffeemaschine seltsame Töne von sich.
Dieses Geräusch kündigt ein baldiges Ende an.
Und sagt einem Eingeweihten, dass Kaffeemaschinchen älteren Datums ist
und wieder einmal entkalkt werden sollte!
Post by b***@gmail.com
(Sie gulgert)
Der Kaffee ist durch!
Nö! Das Wasser.
Bei dem Geräusch scheint es sich wirklich um Kaffee(pulver) zu handeln.
;-)

Detlef
--
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen. (Mark Twain)
Bertel Lund Hansen
2020-02-05 22:23:05 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by b***@gmail.com
(Sie gulgert)
Das "l" passt für mich irgendwie nicht zum Geräusch!
Es gibt aber ein L in deinen drei Vorschlägen.

Frage: Muss "drei" auch gebeugt werden (dreien)?
--
/Bertel - aus Dänemark
U***@web.de
2020-02-06 11:56:07 UTC
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Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Es gibt aber ein L in deinen drei Vorschlägen.
Frage: Muss "drei" auch gebeugt werden (dreien)?
Ganz im Gegenteil, bei attributiver
Benutzung der Kardinalzahl lasse man das.
Quinn C
2020-02-06 18:05:24 UTC
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Permalink
Post by U***@web.de
Post by Bertel Lund Hansen
Es gibt aber ein L in deinen drei Vorschlägen.
Frage: Muss "drei" auch gebeugt werden (dreien)?
Ganz im Gegenteil, bei attributiver
Benutzung der Kardinalzahl lasse man das.
Nicht im Dativ, wie im obigen Beispiel. Im Genitiv tut man es aber noch:

| Bawej, Izabela: Sprachliche Fehler und ihre Ursachen im Lichte dreier
| Spracherwerbshypothesen (2018)
<https://fbc.pionier.net.pl/details/nnrzk02>
--
es sol kain leitgeb eim paurnknecht nicht mer parigen
dann sein gurtelgewant, ... swert und gugel wert ist
österr. weist.
Bertel Lund Hansen
2020-02-06 21:00:16 UTC
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Tut - oder muss?
Post by Quinn C
| Bawej, Izabela: Sprachliche Fehler und ihre Ursachen im Lichte dreier
| Spracherwerbshypothesen (2018)
<https://fbc.pionier.net.pl/details/nnrzk02>
Wie wäre es mit folgendem Beispiel?

Sprachliche Fehler und ihre Ursachen
im Lichte deiner drei(er) Spracherwerbshypothesen.
--
/Bertel - aus Dänemark
Quinn C
2020-02-06 22:05:10 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Tut - oder muss?
Post by Quinn C
| Bawej, Izabela: Sprachliche Fehler und ihre Ursachen im Lichte dreier
| Spracherwerbshypothesen (2018)
<https://fbc.pionier.net.pl/details/nnrzk02>
In Fällen wie diesem muß es MUSEN sein. Sonst sollte man die
"von"-Konstruktion verwenden, wie bei größeren Zahlen, die nicht gebeugt
werden:

... im Lichte von fünf Spracherwerbshypothesen.

Das -e von Lichte würde ich hingegen heutzutage als fakultativ
einstufen, auch in formalem Schreibstil.
Post by Bertel Lund Hansen
Wie wäre es mit folgendem Beispiel?
Sprachliche Fehler und ihre Ursachen
im Lichte deiner drei(er) Spracherwerbshypothesen.
In diesem Fall "drei". Das folgt der allgemeinen Regel, daß nur eine
Konstituente stark gebeugt wird. Vergleiche:

... im Lichte neuer Spracherwerbshypothesen.
... im Lichte deiner neuen Spracherwerbshypothesen.
--
GUGELIEREN, vb., schwelgen: dann das ander jar war ein solch gugelieren
bei dem guten most J. HEROLT
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Helmut Richter
2020-02-06 22:10:18 UTC
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Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Tut - oder muss?
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch nicht
durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am Possessivpronomen)
bezeichnet wurden. Die Idee dieser Logik ist hier beschrieben:
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion

Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.

Die Endung ist also ähnlich wie an Adjektiven:

stark dekliniert:
im Lichte *bekannter* Spracherwerbshypothesen
im Lichte *dreier* Spracherwerbshypothesen
im Lichte *dreier* *bekannter* Spracherwerbshypothesen

schwach dekliniert:
im Lichte der *bekannten* Spracherwerbshypothesen
im Lichte der *drei* Spracherwerbshypothesen
im Lichte der *drei* *bekannten* Spracherwerbshypothesen
im Lichte deiner *drei* *bekannten* Spracherwerbshypothesen

Und man tut es eigentlich nicht jenseits der drei; aber wenn man es tun
müsste, aber nicht tun will, muss man auf Konstruktionen mit „von“
ausweichen:

im Lichte von Spracherwerbshypothesen
im Lichte von neunzehn Spracherwerbshypothesen

aber nicht:

* im Lichte Spracherwerbshypothesen (falsch: Genitiv nicht markiert)
* im Lichte neunzehn Spracherwerbshypothesen (falsch: Genitiv nicht markiert)
* im Lichte neunzehner Spracherwerbshypothesen
(Genitiv richtig markiert, aber falsch: so große Zahlen wie neunzehn
bekommen nie eine Genitivendung)

Genauer stehts hier:
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/phrase/#adjective

Wahrscheinlich versteht man die Schnipsel aus dem längeren Artikel nicht, wenn
man nicht die übrigen Teile wenigstens ungefähr liest.

--
Helmut Richter
Gunhild Simon
2020-02-07 07:37:12 UTC
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Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
Tut - oder muss?
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch nicht
durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am Possessivpronomen)
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion
Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.
im Lichte *bekannter* Spracherwerbshypothesen
...
Vielen Dank für de konzise Zusammenfassung.
Es ist das, was ich hier, in dieser Gruppe,
jenseits von respektlosen Anwürfen wie "Vollquottel",
"zu doof für ...", "Ab in den Filter!" erwarte.
Man kann ja auch beim Lesen ignorieren oder scrollen.
(Gelegentlich mache ich mir auch meine Gedanken
darüber, wofür der eine oder andere nichts mehr kann:
Senilität, Kontaktarmut, Behinderung, Beschränktheit).

Gruß
Gunhild
U***@web.de
2020-02-07 08:06:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
Tut - oder muss?
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch nicht
durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am Possessivpronomen)
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion
Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.
im Lichte *bekannter* Spracherwerbshypothesen
...
Vielen Dank für de konzise Zusammenfassung.
Es ist das, was ich hier, in dieser Gruppe,
jenseits von respektlosen Anwürfen wie "Vollquottel",
"zu doof für ...", "Ab in den Filter!" erwarte.
Du willst hier schulmeistern? Bislang warst Du,
soweit ich das ersah, nicht Adressatin solcher
Anwürfe.
Detlef Meißner
2020-02-07 09:40:19 UTC
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Permalink
Post by U***@web.de
Post by Gunhild Simon
Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
Tut - oder muss?
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch
nicht durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am
Possessivpronomen) bezeichnet wurden. Die Idee dieser Logik ist hier
beschrieben: https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion
Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.
im Lichte *bekannter* Spracherwerbshypothesen
...
Vielen Dank für de konzise Zusammenfassung.
Es ist das, was ich hier, in dieser Gruppe,
jenseits von respektlosen Anwürfen wie "Vollquottel",
"zu doof für ...", "Ab in den Filter!" erwarte.
Du willst hier schulmeistern?
Ich glaube, sie möchte schlichten.
Frauen haben, im Gegensatz zu Männern, häufig ein Harmoniebedürfnis.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Quinn C
2020-02-07 20:30:02 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by U***@web.de
[...]
Du willst hier schulmeistern?
Ich glaube, sie möchte schlichten.
Frauen haben, im Gegensatz zu Männern, häufig ein Harmoniebedürfnis.
Aber Vorsicht in mündlichen Diskussionen: "Frauen sind oft Schlichter"
könnte mißverstanden werden.
--
GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Sergio Gatti
2020-02-07 20:46:31 UTC
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Permalink
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Ich glaube, sie möchte schlichten.
Frauen haben, im Gegensatz zu Männern, häufig ein Harmoniebedürfnis.
Aber Vorsicht in mündlichen Diskussionen: "Frauen sind oft Schlichter"
könnte mißverstanden werden.
Man kann "Frauen schlichten öfter" sagen, wenn man "schlichten"
unbedingt benutzen will.

Übrigens, was soll an einem Harmoniebedürfnis so schlimm sein? Tann und
AfD-Wähler ausgenommen.
Gunhild Simon
2020-02-07 10:15:31 UTC
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Permalink
Am Freitag, 7. Februar 2020 09:06:02 UTC+1 schrieb ***@web.de:


...
Post by U***@web.de
Du willst hier schulmeistern? Bislang warst Du,
soweit ich das ersah, nicht Adressatin solcher
Anwürfe.
Muß man namentlich betroffen sein, um einen schlechten
Diskussionsstil zu kritisieren? Reicht es nicht, wenn
man - indirekt - damit konfrontiert wird?

Ja, da bin ich Schulmeister, wenn es darum geht,
Unqualifiziertes zu brandmarken.

Es gibt ja auch Gegenbeispiele - Wie lange noch? - die
monolithengleich und unbeirrbar sachlich und fachlich
bleiben.

Dennoch, es sind schon viele weggeblieben - vielleicht
auch aus anderen - bedauerlicheren - Gründen.
Dein eigenes Auftauchen wurde ja auch nicht von ungefähr
mit einem gewissen Wiedererkennungswert bedacht.

Gruß
Gunhild
U***@web.de
2020-02-07 11:28:14 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gunhild Simon
Dein eigenes Auftauchen wurde ja auch nicht von ungefähr
mit einem gewissen Wiedererkennungswert bedacht.
Dieser Satz klingt - mit Verlaub - geschwurbelt.
Was gedachtest Du damit auszudrücken?
Gunhild Simon
2020-02-07 12:58:54 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Gunhild Simon
Dein eigenes Auftauchen wurde ja auch nicht von ungefähr
mit einem gewissen Wiedererkennungswert bedacht.
Dieser Satz klingt - mit Verlaub - geschwurbelt.
Was gedachtest Du damit auszudrücken?
Ich war mir nicht vollkommen sicher:
Ich hatte den Eindruck, daß Du einigen bereits bekannt warst.
Vielleicht aus anderen Gruppen, wie mir erst jetzt bewußt
wird.
Nur - wie mir scheint, ist hier ist eigentlich deine fachliche
Heimat.
Daher meine Annahme, daß Du bereits vor meiner Zeit -
also vor 2005 - hier mitdiskutiert hast.

Ich kannte Dich bis dato gar nicht, hatte aber keine
Vorbehalte, wie ich sie jedoch aus den Beiträgen anderer
ersehen konnte:
So wie etwa in der Rekursion auf dich nur deinen
Nachnamen zu nennen, was auf mich
vertraulich und sogar ein bißchen unhöflich wirkte.

Andererseits werden echte Newbies oft nicht ernst
genommen, also weniger beachtet.

Allerdings sind qualifizierte Gelegenheitsposter davon
ausgenommen.

Als ich hier eingestiegen bin, fand ich den Anfang schwer,
und ich mußte mich gegen allerlei Anfeindungen wappnen.
H.R., D.H., C.K. und O.C. habe ich ihre Unterstützung damals
hoch angerechnet. Andere haben mich dagegen stante pede mit
dem Filter bedroht. Aber das waren teils leere Drohungen,
um mich einzuschüchtern. Deshalb bin ich da wachsam.

Gruß
Gunhild
U***@web.de
2020-02-07 15:29:55 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by U***@web.de
Post by Gunhild Simon
Dein eigenes Auftauchen wurde ja auch nicht von ungefähr
mit einem gewissen Wiedererkennungswert bedacht.
Dieser Satz klingt - mit Verlaub - geschwurbelt.
Was gedachtest Du damit auszudrücken?
Ich hatte den Eindruck, daß Du einigen bereits bekannt warst.
Vielleicht aus anderen Gruppen, wie mir erst jetzt bewußt
wird.
Nur - wie mir scheint, ist hier ist eigentlich deine fachliche
Heimat.
Ich habe mich fachlich auf mehreren Gebieten umgetan.
Post by Gunhild Simon
Daher meine Annahme, daß Du bereits vor meiner Zeit -
also vor 2005 - hier mitdiskutiert hast.
Durchaus.
Post by Gunhild Simon
Ich kannte Dich bis dato gar nicht, hatte aber keine
Vorbehalte, wie ich sie jedoch aus den Beiträgen anderer
So wie etwa in der Rekursion auf dich nur deinen
Nachnamen zu nennen, was auf mich
vertraulich und sogar ein bißchen unhöflich wirkte.
Ich nehme es schlicht als unhöflich
und nehme es so hin. Möchte auch sein,
daß ich, wenn mir jemand unhöflich kommt,
den Vornamen weglasse.
Post by Gunhild Simon
Andererseits werden echte Newbies oft nicht ernst
genommen, also weniger beachtet.
Allerdings sind qualifizierte Gelegenheitsposter davon
ausgenommen.
Als ich hier eingestiegen bin, fand ich den Anfang schwer,
und ich mußte mich gegen allerlei Anfeindungen wappnen.
H.R., D.H., C.K. und O.C. habe ich ihre Unterstützung damals
hoch angerechnet. Andere haben mich dagegen stante pede mit
dem Filter bedroht. Aber das waren teils leere Drohungen,
um mich einzuschüchtern.
Ich hate auch schon jemanden um Wiederaufnahme
in den Filter gebeten. Filterblasiertheit schadet
zwar der Erkenntnis, beruhigt aber manch Diskussion.

Gruß, ULF
Detlef Meißner
2020-02-07 16:46:02 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gunhild Simon
Als ich hier eingestiegen bin, fand ich den Anfang schwer,
und ich mußte mich gegen allerlei Anfeindungen wappnen.
H.R., D.H., C.K. und O.C. habe ich ihre Unterstützung damals
hoch angerechnet. Andere haben mich dagegen stante pede mit
dem Filter bedroht.
Es ist überall dasselbe: Es sind Konkurrenzängste.
Post by Gunhild Simon
Aber das waren teils leere Drohungen,
um mich einzuschüchtern.
Was ich mich immer frage: Warum?

Dass so ein Verhalten sehr häufig vorkommt, z.B. bei einem neuen
Schüler in einer Klasse, ist bekannt, aber im Usenet, wo fast nur
Akademiker gepostet haben ...

Deshalb bin ich da wachsam.

Ein dickes Fell reicht auch.
Manche kann man auch zur Weißglut bringen. ;-)

Detlef
--
Die Mathematik lehrt uns, dass man Nullen nicht übersehen darf.
Der Habakuk.
2020-02-07 17:05:22 UTC
Antworten
Permalink
Post by Detlef Meißner
Als ich hier eingestiegen bin, fand ich den Anfang schwer, und ich
mußte mich gegen allerlei Anfeindungen wappnen.
H.R., D.H., C.K. und O.C. habe ich ihre Unterstützung damals hoch
angerechnet. Andere haben mich dagegen stante pede mit dem Filter
bedroht.
Es ist überall dasselbe: Es sind Konkurrenzängste.
Aber das waren teils leere Drohungen, um mich einzuschüchtern.
Was ich mich immer frage: Warum?
Dass so ein Verhalten sehr häufig vorkommt, z.B. bei einem neuen
Schüler in einer Klasse, ist bekannt, aber im Usenet, wo fast nur
Akademiker gepostet haben ...
Die Zeiten sind längst vorbei.
Post by Detlef Meißner
Deshalb bin ich da wachsam.
Ein dickes Fell reicht auch.
Manche kann man auch zur Weißglut bringen. ;-)
Aber doch nicht einen frontalunterrichtgestählten alten Lehrer!
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Bertel Lund Hansen
2020-02-07 17:05:17 UTC
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Post by Gunhild Simon
Als ich hier eingestiegen bin, fand ich den Anfang schwer,
und ich mußte mich gegen allerlei Anfeindungen wappnen.
H.R., D.H., C.K. und O.C. habe ich ihre Unterstützung damals
hoch angerechnet. Andere haben mich dagegen stante pede mit
dem Filter bedroht. Aber das waren teils leere Drohungen,
um mich einzuschüchtern. Deshalb bin ich da wachsam.
Das passt nicht mit meinem Eindruck von der Gruppe. Und ich denke
nicht an mein eigenes Erlebnis - die Leute sind gegen mich
besonders freundlich gewesen (bis ich etwas blödes geschrieben
habe). Aber die generelle Stimmung kommt mir behaglich vor. Dass
irgendeiner sich ab und zu scharf formuliert, ändert nichts
dabei.

Ich war auch hier in 2005, aber ich habe keine Erinnerung davon.
--
/Bertel - aus Dänemark
Der Habakuk.
2020-02-07 08:33:29 UTC
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Post by Gunhild Simon
Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
Tut - oder muss?
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch nicht
durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am Possessivpronomen)
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion
Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.
im Lichte *bekannter* Spracherwerbshypothesen
...
Vielen Dank für de konzise Zusammenfassung.
Es ist das, was ich hier, in dieser Gruppe,
jenseits von respektlosen Anwürfen wie "Vollquottel",
"zu doof für ...", "Ab in den Filter!" erwarte.
Obwohl du ja zumindest teilweise auch mich damit gemeint hast, kann
ich das unterschreiben. Solche Plänkeleien nerven eigentlich nur.
Insbesondere die Unbeteiligten, die damit konfrontiert werden. Ich
sollte mich also wohl darin üben, solche Anwürfe (Vollquottel etc.)
der einschlägigen Kantonisten hier einfach zu ignorieren.
Post by Gunhild Simon
Man kann ja auch beim Lesen ignorieren oder scrollen.
(Gelegentlich mache ich mir auch meine Gedanken
Senilität, Kontaktarmut, Behinderung, Beschränktheit).
Gruß
Gunhild
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Bertel Lund Hansen
2020-02-07 09:52:48 UTC
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Post by Helmut Richter
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch nicht
durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am Possessivpronomen)
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion
Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.
Mein Deutschlehrer in der Grundschule verglich es mit einem Laden
mit zwei Fenstern. Wenn die Ware nicht im ersten Fenster gezeigt
wird, muss man es im anderen Fenster zeigen. Dieses Prinzip
vergesse ich nicht - bewusst. Meine dänische Bewusstheit 'zwingt'
mich aber ab und zu Deutsch mit dänischer Grammatik zu schreiben,
obwohl ich durch ein bisschen Nachdenken einen Fehler entdecken
könnte.

In diesem Fall handelte es sich aber um Zahlwörter, und es kam
mir vor, dass sie ab und zu gebeugt werden, und deshalb fragte
ich.
Danke für die grundliche Erklärung.
--
/Bertel - aus Dänemark
Helmut Richter
2020-02-07 11:01:26 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Helmut Richter
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch nicht
durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am Possessivpronomen)
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion
Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.
Mein Deutschlehrer in der Grundschule verglich es mit einem Laden
mit zwei Fenstern. Wenn die Ware nicht im ersten Fenster gezeigt
wird, muss man es im anderen Fenster zeigen.
... muss man *sie* ...

Ein sehr schönes Bild für die Situation.

Die genauen Regeln ersetzt sie natürlich nicht, und in manchen Fällen
werden auch Muttersprachler unsicher.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2020-02-08 12:37:08 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Helmut Richter
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch nicht
durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am Possessivpronomen)
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion
Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.
Mein Deutschlehrer in der Grundschule verglich es mit einem Laden
mit zwei Fenstern. Wenn die Ware nicht im ersten Fenster gezeigt
wird, muss man es im anderen Fenster zeigen.
... muss man *sie* ...
Ein sehr schönes Bild für die Situation.
Die genauen Regeln ersetzt sie natürlich nicht, und in manchen Fällen
werden auch Muttersprachler unsicher.
Bei den dreien könnte man stundenlang verweilen.

Hier liegt allerdings die Dativendungsware gleich in
zwei Wortfenstern.
Helmut Richter
2020-02-08 14:12:49 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Helmut Richter
Man muss es in starker Deklination tun, d.h. wenn Genus und Kasus noch nicht
durch eine Endung (z.B. am bestimmten Artikel oder am Possessivpronomen)
https://hhr-m.userweb.mwn.de/de-decl/general/#monoflexion
Ich finde, das ist eine der größten Schwierigkeiten der deutschen Grammatik.
Mein Deutschlehrer in der Grundschule verglich es mit einem Laden
mit zwei Fenstern. Wenn die Ware nicht im ersten Fenster gezeigt
wird, muss man es im anderen Fenster zeigen.
... muss man *sie* ...
Ein sehr schönes Bild für die Situation.
Die genauen Regeln ersetzt sie natürlich nicht, und in manchen Fällen
werden auch Muttersprachler unsicher.
Bei den dreien könnte man stundenlang verweilen.
Hier liegt allerdings die Dativendungsware gleich in
zwei Wortfenstern.
So ist es. Die Dativendung am Zahlwort hat andere Regeln als die
Genitivendung: sie ist unabhängig von der Position (ob stark oder schwach
gebeugte Adjektive dort verwendet worden wären) und hängt stattdessen
davon ab, ob das Zahlwort das letzte Wort der Nominalphrase ist.

Nicht letztes Wort:

Er half drei Kollegen.
Er half den drei Kollegen.
er half seinen drei Kollegen.
Er half drei anderen.

Letztes Wort:

Er half dreien.
Er half den dreien.

Wäre ja zu einfach, wenn Dativendungen denselben Regeln gehorchten wie
Genitivendungen.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2020-02-07 08:03:46 UTC
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Post by Quinn C
Post by U***@web.de
Post by Bertel Lund Hansen
Es gibt aber ein L in deinen drei Vorschlägen.
Frage: Muss "drei" auch gebeugt werden (dreien)?
Ganz im Gegenteil, bei attributiver
Benutzung der Kardinalzahl lasse man das.
| Bawej, Izabela: Sprachliche Fehler und ihre Ursachen im Lichte dreier
Klar, das gehört so. Meine Erklärung war zu knapp.
Deine jetzt aber auch.
Post by Quinn C
| Spracherwerbshypothesen (2018)
<https://fbc.pionier.net.pl/details/nnrzk02>
Aber eher nicht mit Possessiv- oder sonstigem Artikel:

*wegen Deiner/der dreier Vorschläge.

Gruß, ULF
Florian Ritter
2020-02-07 17:50:49 UTC
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Post by Quinn C
| Bawej, Izabela: Sprachliche Fehler und ihre Ursachen im Lichte dreier
| Spracherwerbshypothesen (2018)
<https://fbc.pionier.net.pl/details/nnrzk02>
Der Verweis zeigt die Originalarbeit in polnischer Sprache.
2018 auf Deutsch erschienen?
Titel erinnert an: "Die Opern Richard Wagners im Lichte des deutschen
Strafrechts".

FR
Peter Blancke
2020-02-09 08:46:14 UTC
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Post by Florian Ritter
Titel erinnert an: "Die Opern Richard Wagners im Lichte des
deutschen Strafrechts".
Recte: "Richard Wagners 'Der Ring des Nibelungen' im Lichte des
deutschen Strafrechts" von Ernst von Pidde, Verlag Barmeier und
Nikel.

Köstlich zu lesen, wurde mir als Wagnerianer 1993 von meinen Eltern
zugedacht. Beispiel daraus:

"Fröhlich nicht
hängt Freia
den Rauhen über dem Rücken."

Ist nach von Pidde natürlich ein Verstoß gegen Par. 239 des StGB,
auch wenn ebendieser Par. als Raubobjekt Menschen meint, so muß er
doch auch auf Götter anwendbar sein, da hier "argumentum a minore ad
majus" gilt.

Gruß,

Peter Blancke
--
Hoc est enim verbum meum!
Florian Ritter
2020-02-10 13:33:49 UTC
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Post by Peter Blancke
Post by Florian Ritter
Titel erinnert an: "Die Opern Richard Wagners im Lichte des
deutschen Strafrechts".
Recte: "Richard Wagners 'Der Ring des Nibelungen' im Lichte des
deutschen Strafrechts" von Ernst von Pidde
Pseudonym, civiliter Jörg von Uthmann, gibt als Arbeitsschwerpunkt
an: Kultur im weitesten Sinne des Mordes.
War im diplomatischen Dienst, Mitarbeiter von FAZ und Tagesspiegel - FR
Voce dalla Germania
2020-02-07 10:44:37 UTC
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Post by Dorothee Hermann
^^^^^^^^^^^^
Nur mal so: Für was wollte Dich Deine Mami mit diesem Namen strafen?
Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben.
"Gulgern"? (Ist das sächsisch?)
Eher gluckern, oder röcheln, oder gurgeln, oder so etwas
lautmalerisch-ähnliches!
Was würde denn Frau Erika Fuchs sagen?
Übrigens, da niemand Dorothees Frage aufgegriffen hat und auch niemand
den Betreff geändert hat: Meinen alle tatsächlich "gulgern"?
U***@web.de
2020-02-07 11:28:01 UTC
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Post by Voce dalla Germania
Meinen alle tatsächlich "gulgern"?
Aber sicher. Es bedeutet so etwas wie "Voce".
Frank Nitzschner
2020-02-08 17:12:48 UTC
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Post by Dorothee Hermann
"Gulgern"? (Ist das sächsisch?)
Ja. Auch fürs Geräusch welches Wasser im Abfluß
oder beim Leeren eines Kanisters macht. Z.B.

Grüsse
Frank
Frank Hucklenbroich
2020-02-05 20:55:22 UTC
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Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben. Ich verwende diesen Begriff bei einer Kaffeemaschine. Wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter zur Neige geht, saugt die kleine Pumpe Luft mit ein. Diese wird in kleinen Bläschen der Flüssigkeit beigemischt. Dabei sondert die Kaffeemaschine seltsame Töne von sich. Dieses Geräusch kündigt ein baldiges Ende an.(Sie gulgert).Der Kaffee ist durch!
Sie gluckert dann?!

Grüße,

Frank
Jakob Achterndiek
2020-02-05 20:59:09 UTC
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Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben. Ich verwende diesen Begriff bei einer Kaffeemaschine. Wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter zur Neige geht, saugt die kleine Pumpe Luft mit ein. Diese wird in kleinen Bläschen der Flüssigkeit beigemischt. Dabei sondert die Kaffeemaschine seltsame Töne von sich. Dieses Geräusch kündigt ein baldiges Ende an.(Sie gulgert).Der Kaffee ist durch!
Wenn unsere Kinder das mit heißem Tee taten, dann "schlürften" sie.
Durften sie aber eigentlich nicht. Die Kaffeemaschine darf?
--
j/\a
Quinn C
2020-02-05 23:13:29 UTC
Antworten
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Post by Jakob Achterndiek
Post by b***@gmail.com
Ja so könnte man es beschreiben. Ich verwende diesen Begriff bei
einer Kaffeemaschine. Wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter zur
Neige geht, saugt die kleine Pumpe Luft mit ein. Diese wird in
kleinen Bläschen der Flüssigkeit beigemischt. Dabei sondert die
Kaffeemaschine seltsame Töne von sich. Dieses Geräusch kündigt ein
baldiges Ende an.(Sie gulgert).Der Kaffee ist durch!
Wenn unsere Kinder das mit heißem Tee taten, dann "schlürften" sie.
Durften sie aber eigentlich nicht. Die Kaffeemaschine darf?
"Schlürfen" beschreibt für mich nicht ein Geräusch, sondern eine
Tätigkeit, die man mit dem Mund durchführt. Mangels eines solchen kann
die Kaffeemaschine das nicht.
--
gugelgans, f., alberne gans, schelte:
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Jakob Achterndiek
2020-02-06 16:37:51 UTC
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Post by Quinn C
"Schlürfen" beschreibt für mich nicht ein Geräusch, sondern eine
Tätigkeit, die man mit dem Mund durchführt.
Gibt es keinen linguistischen Fachausdruck dafür, daß ein
Geräusch mit demselben Wort belegt wird wie die Tätigkeit,
die dieses hervorbringt?
Post by Quinn C
Mangels eines solchen kann die Kaffeemaschine das nicht.
Oh, da waren unsere Kaffeemaschinen wahre Wunderwerke;
Die konnten sogar ohne Beine stehen - schon lange vor
der Roboter-Zeit und verhältnismäßig billig.
--
j/\a
Quinn C
2020-02-06 18:05:28 UTC
Antworten
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Quinn C
"Schlürfen" beschreibt für mich nicht ein Geräusch, sondern eine
Tätigkeit, die man mit dem Mund durchführt.
Gibt es keinen linguistischen Fachausdruck dafür, daß ein
Geräusch mit demselben Wort belegt wird wie die Tätigkeit,
die dieses hervorbringt?
Das würde ich unter Metonymie einordnen.

In meinem Deutsch wird es aber halt so nicht belegt. Ich würde von einem
"Schlürfgeräusch" sprechen.
Post by Jakob Achterndiek
Post by Quinn C
Mangels eines solchen kann die Kaffeemaschine das nicht.
Oh, da waren unsere Kaffeemaschinen wahre Wunderwerke;
Die konnten sogar ohne Beine stehen - schon lange vor
der Roboter-Zeit und verhältnismäßig billig.
So manche Sprache unterscheidet bei Dingen erst gar nicht zwischen
"stehen, sitzen, liegen". Das Deutsche ist in der Hinsicht recht
kleinlich.
--
Um Begrenzung zu entfernen und sicher Ihre Kreditkarte laden Sie
sich bitte und füllen Sie das beigefügte Formular aus.
-- SPAMPOESIE
Jakob Achterndiek
2020-02-06 19:49:55 UTC
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Permalink
Post by Quinn C
Post by Jakob Achterndiek
Gibt es keinen linguistischen Fachausdruck dafür, daß ein
Geräusch mit demselben Wort belegt wird wie die Tätigkeit,
die dieses hervorbringt?
Das würde ich unter Metonymie einordnen.
In meinem Deutsch wird es aber halt so nicht belegt. [..]
Gräm dich nicht! Ich gebe dir gern etwas von meinem Deutsch ab.
Bei mir läge das sonst ungebraucht herum.
--
j/\a
Gunhild Simon
2020-02-07 13:34:22 UTC
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Am Donnerstag, 6. Februar 2020 00:13:33 UTC+1 schrieb Quinn C:
...
Post by Quinn C
"Schlürfen" beschreibt für mich nicht ein Geräusch, sondern eine
Tätigkeit, die man mit dem Mund durchführt. Mangels eines solchen kann
die Kaffeemaschine das nicht.
Schlürfende, glucksende, gurgelnde, schmatzende Geräusche
macht man zwar mit dem Mund. Aber gerade diese
Beschreibungen, sogar wenn sie persönlich eingesetzt sind,
verleihen einem Text mehr Farbe, als wenn es eigene
Fähigkeiten oder Eigenschaften einer Sache wären:
- der Stabmixer schlürft
- das Wasser gluckst
- die Espressomachine gurgelt
- das Messer schmatzt

Gruß
Gunhild
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