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Verb zu Whatsapp
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Heinz Lohmann
2019-03-01 01:02:43 UTC
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Da Whatsapp der meistgenutzte Messaging-Dienst im deutschsprachigen Raum
zu sein scheint, ist ein praktisches Verb fällig, ähnlich wie "simsen"
zur SMS.

Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
bisschen holperig und lang, besonders wenn noch ein Objekt dazu kommen soll:
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?

Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Ram
2019-03-01 01:17:10 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Ich würde „sappen“ ['sæp.ən] sagen, da „appen“ zu sehr an
„App“ erinnert (nicht /spezifisch/ an “Whatsapp”).

Oder “wappen” [ˈwæp.ən].

Aber das ist jetzt nur für diese Posting hier erfunden!
Soweit ich weiß, gibt es kein allgemein bekanntes Verb
im Deutschen dafür.
Manfred Haertel
2019-03-01 04:40:13 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Heinz Lohmann
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Ich würde „sappen“ ['sæp.ən] sagen, da „appen“ zu sehr an
„App“ erinnert (nicht /spezifisch/ an “Whatsapp”).
Oder “wappen” [ˈwæp.ən].
Dann besser gleich "warpen" ['vaʁpən]. Fände ich sehr treffend.
--
Manfred Härtel, DB3HM mailto:***@rz-online.de
http://rz-home.de/mhaertel
HC Ahlmann
2019-03-01 08:23:44 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Ich würde "sappen" ['sæp.?n] sagen, da "appen" zu sehr an
"App" erinnert (nicht /spezifisch/ an "Whatsapp").
Oder "wappen" [?wæp.?n].
Dann besser gleich "warpen" ['va?p?n]. Fände ich sehr treffend.
Nur echt mit Anker!
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Manfred Hoß
2019-03-03 10:51:51 UTC
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Post by Manfred Haertel
Post by Stefan Ram
Post by Heinz Lohmann
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Ich würde „sappen“ ['sæp.ən] sagen, da „appen“ zu sehr an
„App“ erinnert (nicht /spezifisch/ an “Whatsapp”).
Oder “wappen” [ˈwæp.ən].
Dann besser gleich "warpen" ['vaʁpən]. Fände ich sehr treffend.
"Let's do the Time Warpen again!"

SCNR
Manfred.
Stefan Ram
2019-03-01 05:01:43 UTC
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Post by Stefan Ram
Aber das ist jetzt nur für diese Posting hier erfunden!
Soweit ich weiß, gibt es kein allgemein bekanntes Verb
im Deutschen dafür.
Es ist auch nicht klar, ob Personen, die Uotsäp kennen oder
nutzen, überhaupt zu Verbschöpfungen fähig sind.

Dejenigen, welche wirklich zu sprachlich kreativen Leistungen
fähig sind - befinden sich im Usenet. Und diese Elite kennt
dieses Uotsäp gar nicht.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, einen Usenetter zu
Uotsäp zu befragen. Und hier ist, was er mir antwortete:

|Was gegeben ist, ist weder das Bewußtsein noch ein reines
|Sein, sondern, wie Kant selbst es tiefsinnig ausgesprochen
|hat, die Erfahrung, m. a. W. die Kommunikation eines
|endlichen Subjekts mit einem undurchdringlichen Sein, aus
|dem es emportaucht, worin es aber gleichwohl engagiert bleibt.

.
Frank Nitzschner
2019-03-09 15:30:21 UTC
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Post by Stefan Ram
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, einen Usenetter zu
Post by Stefan Ram
Was gegeben ist, ist weder das Bewußtsein noch ein reines
Sein, sondern, wie Kant selbst es tiefsinnig ausgesprochen
hat, die Erfahrung, m. a. W. die Kommunikation eines
endlichen Subjekts mit einem undurchdringlichen Sein, aus
dem es emportaucht, worin es aber gleichwohl engagiert bleibt.
Karl Kraus nannte das WIMRE, "Auf einer Glatze Locken drehen"..

Grüsse
Frank

Roland Franzius
2019-03-01 09:22:46 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Heinz Lohmann
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Ich würde „sappen“ ['sæp.ən] sagen, da „appen“ zu sehr an
„App“ erinnert (nicht /spezifisch/ an “Whatsapp”).
Oder “wappen” [ˈwæp.ən].
Aber das ist jetzt nur für diese Posting hier erfunden!
Soweit ich weiß, gibt es kein allgemein bekanntes Verb
im Deutschen dafür.
Süddt. Sapperlot ist ja schon da, watsen oder uppen fehlen hingegen noch
beim Pulen im gemeingermanischen Küstenursand.
--
Roland Franzius
Frank Hucklenbroich
2019-03-01 14:12:45 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Da Whatsapp der meistgenutzte Messaging-Dienst im deutschsprachigen Raum
zu sein scheint, ist ein praktisches Verb fällig, ähnlich wie "simsen"
zur SMS.
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Genauso kenne ich das, und verwende es bisweilen auch.

Wobei ich für wichtige Nachrichten lieber "Signal" benutze, das ist
wesentlich sicherer. Dazu kenne ich aber kein Verb.
Post by Heinz Lohmann
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Das habe ich so noch nie gehört.

Grüße,

Frank
Stefan Schmitz
2019-03-01 17:22:03 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Da Whatsapp der meistgenutzte Messaging-Dienst im deutschsprachigen Raum
zu sein scheint, ist ein praktisches Verb fällig, ähnlich wie "simsen"
zur SMS.
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Mir scheint "mailen" gebräuchlich zu sein. Whatsapper scheinen keine Emails mehr
zu schreiben, brauchen also das Verb nicht mehr für diese Textform.
Heinz Lohmann
2019-03-02 03:58:43 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Heinz Lohmann
Da Whatsapp der meistgenutzte Messaging-Dienst im deutschsprachigen Raum
zu sein scheint, ist ein praktisches Verb fällig, ähnlich wie "simsen"
zur SMS.
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Mir scheint "mailen" gebräuchlich zu sein. Whatsapper scheinen keine Emails mehr
zu schreiben, brauchen also das Verb nicht mehr für diese Textform.
Bei meinen Kursteilnehmern ist das auch so. E-Mails nur noch bei
offiziellen Inhalt und Hausaufgaben.
Das macht Sinn. Dann ginge auch: "Ich schicke dir das Foto und die Adresse."

Hier in Taiwan ist LINE am weitesten verbreitet. Daraus lässt sich dann
im Chinesischen ohne weitere Änderung ein Verb machen.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Michael Kallweitt
2019-03-02 22:09:10 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Mir scheint "mailen" gebräuchlich zu sein.
In welchem Kontext?
Post by Stefan Schmitz
Whatsapper scheinen keine Emails mehr zu schreiben, […]
Das mag für diejenigen zutreffen, die bisher keinen Bedarf für E-Mails
hatten. Es gibt jedoch durchaus Menschen, die sowohl E-Mail als auch
andere Mitteilungsdienste nutzen.
Post by Stefan Schmitz
[…] brauchen also das Verb nicht mehr für diese Textform.
Trotzdem sollten sie sich korrekt ausdrücken.
--
www.wasfuereintheater.com - Neue Theaterprojekte im Ruhrpott
»DAS UNBEKANNTE SCHÖN ZU FINDEN. DEM UNVERSTANDENEN MIT WÄRME ZU BEGEGNEN.
DAS IST WAHRE LIEBE« Barbara Bollwahn, https://www.taz.de/!472086/
Tobias J. Becker
2019-03-01 19:50:56 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Da Whatsapp der meistgenutzte Messaging-Dienst im deutschsprachigen Raum
zu sein scheint, ist ein praktisches Verb fällig, ähnlich wie "simsen"
zur SMS.
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Ich habe vor ein, zwei Jahren in der deutschen Fassung einer
amerikanischen Serie konsequent "appen"/"geappt" gehört, was ich erst
gar nicht einordnen konnte (geebbt?!). "Whatsappen" war mir aber bekannt
und ich nahm an, dass es eine Verkürzung aus rechtlichen Gründen war.
Nach kurzer Eingewöhnungsphase war das aber dann gut etabliert.

In der Sprachpraxis scheint das Wort aber gar mal nicht so nötig zu
sein. Dann heißt es eher "Ich schreib dir heut Abend noch" und es ist
jedem klar, dass per WhatsApp gemeint ist. Wenn es um Bilder geht analog
"Ich schick dir's" oder "Ich stell's in die Gruppe."

Tobias
Heinz Lohmann
2019-03-04 01:45:22 UTC
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Post by Tobias J. Becker
Post by Heinz Lohmann
Da Whatsapp der meistgenutzte Messaging-Dienst im deutschsprachigen Raum
zu sein scheint, ist ein praktisches Verb fällig, ähnlich wie "simsen"
zur SMS.
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Ich habe vor ein, zwei Jahren in der deutschen Fassung einer
amerikanischen Serie konsequent "appen"/"geappt" gehört, was ich erst
gar nicht einordnen konnte (geebbt?!). "Whatsappen" war mir aber bekannt
und ich nahm an, dass es eine Verkürzung aus rechtlichen Gründen war.
Nach kurzer Eingewöhnungsphase war das aber dann gut etabliert.
In der Sprachpraxis scheint das Wort aber gar mal nicht so nötig zu
sein. Dann heißt es eher "Ich schreib dir heut Abend noch" und es ist
jedem klar, dass per WhatsApp gemeint ist. Wenn es um Bilder geht analog
"Ich schick dir's" oder "Ich stell's in die Gruppe."
Das scheint mir für die Studis ein praktischer Hinweis zu sein.
Wahrscheinlich müssen sie am Anfang nachfragen:
Hast du Line oder Whatsapp?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Thomas Schade
2019-03-04 05:49:42 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Tobias J. Becker
In der Sprachpraxis scheint das Wort aber gar mal nicht so nötig zu
sein. Dann heißt es eher "Ich schreib dir heut Abend noch" und es ist
jedem klar, dass per WhatsApp gemeint ist. Wenn es um Bilder geht analog
"Ich schick dir's" oder "Ich stell's in die Gruppe."
Das ist in meinem Umfeld, nach heutiger Art stark messengergeprägt, die
gebräuchliche Version.
Post by Heinz Lohmann
Das scheint mir für die Studis ein praktischer Hinweis zu sein.
Hast du Line oder Whatsapp?
Das müssten sie in jedem Fall bei einem neuen Kontakt, auch ohne Verb
dafür. Und von seinen bestehenden Kontakten weiß man einfach, welchen
Messenger die bevorzugen.


Ciao
Toscha
--
Nazis fühlen sich fremd im eigenen Land? Gut so! Ich hoffe, es wird
nie wieder ein Deutschland geben, in dem sich Nazis zu Hause fühlen.
Ralph Aichinger
2019-03-04 06:50:41 UTC
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Post by Tobias J. Becker
Post by Heinz Lohmann
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
Naja, geht so. "Mit der Post schicken" ist länger. Da sagt auch keiner
"schneckenpostieren".
Post by Tobias J. Becker
Post by Heinz Lohmann
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Ich habe vor ein, zwei Jahren in der deutschen Fassung einer
amerikanischen Serie konsequent "appen"/"geappt" gehört, was ich erst
gar nicht einordnen konnte (geebbt?!). "Whatsappen" war mir aber bekannt
und ich nahm an, dass es eine Verkürzung aus rechtlichen Gründen war.
Nach kurzer Eingewöhnungsphase war das aber dann gut etabliert.
So sehe ich das auch. Für mich wäre es weitgehend unverständlich.
Schließlich gibt es ja auch noch andere Apps als die mit dem Wort-
spiel.
Post by Tobias J. Becker
In der Sprachpraxis scheint das Wort aber gar mal nicht so nötig zu
sein. Dann heißt es eher "Ich schreib dir heut Abend noch" und es ist
jedem klar, dass per WhatsApp gemeint ist. Wenn es um Bilder geht analog
"Ich schick dir's" oder "Ich stell's in die Gruppe."
ACK!

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Andreas Karrer
2019-03-04 08:44:38 UTC
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Post by Tobias J. Becker
Post by Heinz Lohmann
Da Whatsapp der meistgenutzte Messaging-Dienst im deutschsprachigen Raum
zu sein scheint, ist ein praktisches Verb fällig, ähnlich wie "simsen"
zur SMS.
In der Sprachpraxis scheint das Wort aber gar mal nicht so nötig zu
sein. Dann heißt es eher "Ich schreib dir heut Abend noch" und es ist
jedem klar, dass per WhatsApp gemeint ist. Wenn es um Bilder geht analog
"Ich schick dir's" oder "Ich stell's in die Gruppe."
Gerade bei Bildern ist es wichtig, weil Whatsapp die Bilder per Default
verkleinert. So gut wie alle Mail-Clients tun das nicht oder fragen
nach. Aber das wissen gefühlte 90% der Whatsapp-Anwender gar nicht,
und von den restlichen wissen wiederum 90% nicht, wie man das umgeht
(man schickt das Bild als Attachment, was auf einem iPhone nicht ganz
einfach ist).

Aber bei 90% der Bilder (Katzen/Hunde) ist es ja auch egal.

- Andi
Jakob Achterndiek
2019-03-03 12:05:40 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Da Whatsapp der meistgenutzte Messaging-Dienst im deutschsprachigen Raum
zu sein scheint, ist ein praktisches Verb fällig, ähnlich wie "simsen"
zur SMS.
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Das ist eine Frage der Gewohnheit und des Gewissens.

Gewohnheit:
Du mußt bei deinen Studenten erreichen, daß im Zuge der Globalisierung
auch andere Verben harmonisiert, d.h. einem allgemeinen Standard
angeglichen werden. Beispiele wirst du beliebig viele finden und
aufbereiten können. Ich nenne nur, ausgehend von Dudens Vorgabe:
whatsappen - ich whatsappe - ich habe gewhatsappt;
kaffeemaschinen - ich kaffeemaschine - ich habe gekaffeemaschint;
und analog dazu in die Breite der Sprachpraxis führend:
autofahren - ich autofahre - ich habe geautofahrt;
bücherlesen - ich bücherlese - ich habe gebücherlest;
deutschlernen - ich deutschlerne - ich habe gedeutschlernt;

Gewissen:
Du wirst mit dir und deinen Studenten abwägen müssen, ob dir eine
reibungslose moderne Internationalität oder eine verstaubte,
nicht mehr zeitgerechte Historizität der Kommunikation wichtiger
ist. Beides zugleich kann man nicht haben!
Post by Heinz Lohmann
Jetzt hab ich neulich im Radio "appen" gehört. Ist das schon verbreitet?
Meine Studis haben mich danach gefragt.
Das kann ich nicht empfehlen, weil die Verkürzung auf das Bedeutungs-
fossil "Applikation" nicht verrät, WAS da appliziert wird. Es müßte
mindestens ein Rudiment des Bestimmungsapplexes erhalten bleiben.
Am Beispiel der schon erwähnten HotDrinksApp erklärt:
kaffschinen - ich kaffschine - ich habe gekaffschint
teeschinen - ich teeschinc - ich habe geteeschint
und so weiter und so fort.

Da bleibt noch viel zu tun für die soziolinguistischen Praktikaster.
--
j/\a
U***@web.de
2019-03-03 15:44:13 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Das ist eine Frage der Gewohnheit und des Gewissens.
Du mußt bei deinen Studenten erreichen, daß im Zuge der Globalisierung
auch andere Verben harmonisiert, d.h. einem allgemeinen Standard
angeglichen werden. Beispiele wirst du beliebig viele finden und
whatsappen - ich whatsappe - ich habe gewhatsappt;
Wobei sich das mit der Betonung der Vorsilbe schon schlecht veträgt.
Post by Jakob Achterndiek
kaffeemaschinen - ich kaffeemaschine - ich habe gekaffeemaschint;
Wie bekommt man denn nach Fassenacht den Knallfrosch wieder aus Dir heraus?
Heinz Lohmann
2019-03-04 02:19:08 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich ein
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Das ist eine Frage der Gewohnheit und des Gewissens.
Die Studis sollen mit den Gewohnheiten ihrer Altersgenossen in
Deutschland klarkommen.
Simsen fand ich damals auch gewöhnungsbedürftig, aber war vor langer
Zeit mal in, wie ich hörte & las.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Jakob Achterndiek
2019-03-04 10:04:34 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Duden verzeichnet "whatsappen" [vɔts[ʔ]ˈɛpn̩], aber das finde ich
ein bisschen holperig und lang, besonders wenn noch ein Objekt
"Ich whatsappe dir das Foto und die Adresse"?
Das ist eine Frage der Gewohnheit und des Gewissens.
Die Studis sollen mit den Gewohnheiten ihrer Altersgenossen in
Deutschland klarkommen.
Zunächst mal ganz bierernst und humorlos: Man kommuniziert, indem
man miteinander spricht oder einander schreibt. Beides wird durch
verschiedene Möglichkeiten der Telekommunikation erweitert. Wenn es
wirklich notwendig ist, auf eine der jeweils gewählten Möglichkeiten
hinzuweisen, dann reichen auch dafür die vorhandenen sprachlichen
Muster.

Und jetzt nicht mehr ganz so bierernst: Wenn Duden es für angebracht
hält, dafür neue sprachliche Muster zu fixieren, dann doch, bitteschön,
auch konsequent: "Du hast mir gewhatsappt [so Duden]; darauf habe ich
dir meine Antwort ganz altmodisch geschreibmaschint. Sie wird dir
hoffentlich morgen schon gebriefträgert."

Aber so etwas muß man doch dann nicht seinen "Studis" beibringen!

Apricot "Studis" (und bitte wieder nicht *nur* bierernst zu nehmen):
Auch einer meiner Chefs konnte der Versuchung schwer widerstehen, sich
mittels vermeintlich jugendgerechter Sprachverhunzungen bei Schülern
und Eltern anzubiedern. Die "Studis" und die "Penne" gehörten dazu.
Aber wie so oft: Man merkte die Absicht, und man war verstimmt:
Solcherart Sprache am falschen Platz kann genauso lächerlich wirken
wie (in früheren Jahren) eine nicht standes- und nicht altersgemäße
Kostümierung.
--
j/\a
Heinz Lohmann
2019-03-05 01:05:57 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Und jetzt nicht mehr ganz so bierernst: Wenn Duden es für angebracht
hält, dafür neue sprachliche Muster zu fixieren, dann doch, bitteschön,
auch konsequent: "Du hast mir gewhatsappt [so Duden]; darauf habe ich
dir meine Antwort ganz altmodisch geschreibmaschint. Sie wird dir
hoffentlich morgen schon gebriefträgert."
Aber so etwas muß man doch dann nicht seinen "Studis" beibringen!
Tu ich auch nicht. Die Antworten zum aktuellen Sprachgebrauch hab ich
bereits weiter oben gelesen. Das bring ich denen bei.
Post by Jakob Achterndiek
Auch einer meiner Chefs konnte der Versuchung schwer widerstehen, sich
mittels vermeintlich jugendgerechter Sprachverhunzungen bei Schülern
und Eltern anzubiedern. Die "Studis" und die "Penne" gehörten dazu.
Solcherart Sprache am falschen Platz kann genauso lächerlich wirken
wie (in früheren Jahren) eine nicht standes- und nicht altersgemäße
Kostümierung.
Den Ausdruck gebrauch ich unter Kollegen.
Die Studenten (m/w) rede ich auf Deutsch mit Hamburger Sie an
(asymmetrisch).
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Uwe Schickedanz
2019-03-05 15:27:50 UTC
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Permalink
Post by Heinz Lohmann
Die Studenten (m/w) rede ich auf Deutsch mit Hamburger Sie an
(asymmetrisch).
Und die Diversen (d)?

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
U***@web.de
2019-03-05 12:25:45 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Apricot
Noch hast Du den Narrenbonus aus der Fassenacht...
Post by Jakob Achterndiek
Auch einer meiner Chefs konnte der Versuchung schwer widerstehen, sich
mittels vermeintlich jugendgerechter Sprachverhunzungen bei Schülern
und Eltern anzubiedern. Die "Studis" und die "Penne" gehörten dazu.
Gerade für die Herabwürdigung von Oberschülern möge dies gelten.
https://www.dwds.de/wb/Penn%C3%A4ler
Detlef Meißner
2019-03-05 12:39:36 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Apricot
Noch hast Du den Narrenbonus aus der Fassenacht...
Post by Jakob Achterndiek
Auch einer meiner Chefs konnte der Versuchung schwer widerstehen, sich
mittels vermeintlich jugendgerechter Sprachverhunzungen bei Schülern
und Eltern anzubiedern. Die "Studis" und die "Penne" gehörten dazu.
Gerade für die Herabwürdigung von Oberschülern möge dies gelten.
https://www.dwds.de/wb/Penn%C3%A4ler
Wir haben uns seinerzeit nicht als Pennäler bezeichnet (habe das auch
nie von jemand anderem gehört), aber wir gingen auf die Penne.
Wobei "Penne" für uns von "pennen" kam.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
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