Discussion:
Reinhold "Rey" Aman gestorben
(zu alt für eine Antwort)
Andreas Karrer
2019-03-11 11:27:17 UTC
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In alt.usage.english drüben haben sie's bemerkt:
<8b75c3ad-d306-4af9-bd50-***@googlegroups.com>


Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Dennoch: er hat über Jahre und auch im Februar noch hier gepostet.

https://en.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Aman
https://www.nrc.nl/nieuws/2019/03/08/zelfs-hij-kreeg-kippenvel-van-de-allerergste-vloek-a3952602

Verflucht nochmal.


- Andi
Frank Hucklenbroich
2019-03-11 12:14:57 UTC
Permalink
:-(

R.I.P.
Der Habakuk.
2019-03-11 13:34:08 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
:-(
R.I.P.
traurig. Wirklich schade!
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Christian Weisgerber
2019-03-11 14:31:20 UTC
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Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Ich habe nie recht verstanden, wo bei ihm die Grenzen zwischen
Sarkasmus, Provokation und psychischer Erkrankung waren. Vielleicht
gab es auch keine. Entsprechend ist mir auch unklar, ob seine
angeblich akademischen Arbeiten ernst zu nehmen sind.

*Schulterzuck*
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
René Marquardt
2019-03-11 15:45:45 UTC
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Ich habe nie recht verstanden, wo bei ihm die Grenzen zwischen
Sarkasmus, Provokation und psychischer Erkrankung waren. Vielleicht
gab es auch keine. Entsprechend ist mir auch unklar, ob seine
angeblich akademischen Arbeiten ernst zu nehmen sind.
*Schulterzuck*
Eins weiss ich: er wuerde sich ueber die Beileidsbekundungen in diesem
Thread aergern und schweinisch, wenn auch kuenstlich-bemueht, fluchen, die olle Sau.
Thomas Schade
2019-03-11 18:22:14 UTC
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Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Dennoch: er hat über Jahre und auch im Februar noch hier gepostet.
Er wird fehlen mit seinen Verbalinjurien, dieser sprudelnden Quelle
brauchbarer Beleidigungen.


Ciao
Toscha
--
Q: What happens if we invest in developing in our people and then
they leave us?
A: What happens if we don't, and they stay?
Gunhild Simon
2019-03-12 00:41:12 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier
...
Post by Thomas Schade
Er wird fehlen mit seinen Verbalinjurien, dieser sprudelnden Quelle
brauchbarer Beleidigungen.
Mir fehlt wohl irgendwann jeder, der mal hier
in diesem Wohnzmmer rumgesessen hat.
Erst war ich empört über seine gestylte Malediktion. Er wurde mir erst sympathisch, als ich
nicht mehr Ziel seiner Rundumschläge war.

Ja, ich gebe zu, ich fühlte mich ein bißchen geschmeichelt, als ich vom allgemeinen Haßobjekt zum
Sympathieträger avancierte. Ich hatte mir diesen Lorbeer offenbar durch irgendeine schlaue Bemerkung
zur Grammatiik verdient. Vielleicht auch durch
fortgesetzten Stoizismus?

Jedenfalls hat mich die Nachricht von seinem Tod
den ganzen Tag beschwert.

Sit tibi terra levis!
Gunhild
Florian Ritter
2019-03-25 22:08:34 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by Thomas Schade
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier
Er wird fehlen mit seinen Verbalinjurien, dieser sprudelnden Quelle
brauchbarer Beleidigungen.
Ich hatte sein Curriculum vitae nur kursorisch eingenommen, es schien
mir kurvig, er war aber kein Dummer.
Post by Gunhild Simon
Mir fehlt wohl irgendwann jeder, der mal hier
in diesem Wohnzmmer rumgesessen hat.
Erst war ich empört über seine gestylte Malediktion. Er wurde mir erst sympathisch, als ich
nicht mehr Ziel seiner Rundumschläge war.
Ja, ich gebe zu, ich fühlte mich ein bißchen geschmeichelt, als ich vom allgemeinen Haßobjekt zum
Sympathieträger avancierte. Ich hatte mir diesen Lorbeer offenbar durch irgendeine schlaue Bemerkung
zur Grammatiik verdient. Vielleicht auch durch
fortgesetzten Stoizismus?
Jedenfalls hat mich die Nachricht von seinem Tod den ganzen Tag beschwert.
Gerade zurückgekehrt von einem Treffen unter brüllender Sonne
(entsprechend devastiert stellt sich mein Exterieur dar) mit
Absolventen der Ersten Hohen Schule der Christenheit, scil. der
Pommerschen Landesuniversität, weise ich in Übereinstimmung mit
einem teilgenommen habenden neurochirurgischen Kommilitonen,
nahezu täglich mit dem Tod konfrontiert, darauf hin:
Der Mensch ist sterblich.

FR
Ralf Joerres
2019-04-06 11:03:38 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Dennoch: er hat über Jahre und auch im Februar noch hier gepostet.
https://en.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Aman
https://www.nrc.nl/nieuws/2019/03/08/zelfs-hij-kreeg-kippenvel-van-de-allerergste-vloek-a3952602
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich wohl kein Blatt vor den Mund
und hatte da eine reichhaltige Auswahl. Ich, der ich oft nicht verstehe, warum
eine Beleidigung verboten ist, hätte viel von einem lernen können, der dafür in
den Knast gegangen ist, weil er gesagt hat, was er sagen musste - in heutigen
Zeiten sind solche Leute praktisch nicht mehr auffindbar. Mir bleiben seine Bücher.

Ralf Joerres
U***@web.de
2019-04-06 12:18:28 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Dennoch: er hat über Jahre und auch im Februar noch hier gepostet.
https://en.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Aman
https://www.nrc.nl/nieuws/2019/03/08/zelfs-hij-kreeg-kippenvel-van-de-allerergste-vloek-a3952602
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich
Das Reflexivpronomen widerstrebt mir hier.
Post by Ralf Joerres
wohl kein Blatt vor den Mund
und hatte da eine reichhaltige Auswahl. Ich, der ich oft nicht verstehe, warum
eine Beleidigung verboten ist, hätte viel von einem lernen können, der dafür in
den Knast gegangen ist, weil er gesagt hat, was er sagen musste - in heutigen
Zeiten sind solche Leute praktisch nicht mehr auffindbar.
Möglich, daß sich gleich ein Mitschreiber meldet, mit ansonsten
anderen Qualitäten.

Gruß, ULF
Ralf Joerres
2019-04-06 12:38:50 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Ralf Joerres
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich
Das Reflexivpronomen widerstrebt mir hier.
Post by Ralf Joerres
wohl kein Blatt vor den Mund
Jetzt wo du's sagst... stimmt! Ich frag mich, wie ich da drauf gekommen war,
mit irgendwas muss ich das vermischt haben.

Gruß Ralf Joerres
Dorothee Hermann
2019-04-06 12:44:57 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Post by U***@web.de
Post by Ralf Joerres
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich
Das Reflexivpronomen widerstrebt mir hier.
Post by Ralf Joerres
wohl kein Blatt vor den Mund
Jetzt wo du's sagst... stimmt! Ich frag mich, wie ich da drauf
gekommen war, mit irgendwas muss ich das vermischt haben.
Ich habe Deinen Satz gelesen und an so etwas wie:
"Er nahm sich die Freiheit und kein Blatt vor den Mund" gedacht.
Fand ich gut!


Dorothee
Ralf Joerres
2019-04-06 13:35:20 UTC
Permalink
Post by Dorothee Hermann
Post by Ralf Joerres
Post by U***@web.de
Post by Ralf Joerres
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich
Das Reflexivpronomen widerstrebt mir hier.
Post by Ralf Joerres
wohl kein Blatt vor den Mund
Jetzt wo du's sagst... stimmt! Ich frag mich, wie ich da drauf
gekommen war, mit irgendwas muss ich das vermischt haben.
"Er nahm sich die Freiheit und kein Blatt vor den Mund" gedacht.
Fand ich gut!
Oh, danke für diese galante Handreichung - genau das wollte ich natürlich
sagen!

Aber im Ernst: Mal eben schnell gegoogelt und gesehen "nahm sich kein Blatt
vor den Mund" ist nicht gerade sehr selten.

Gruß Ralf Joerres
U***@web.de
2019-04-06 13:41:04 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Aber im Ernst: Mal eben schnell gegoogelt und gesehen "nahm sich kein Blatt
vor den Mund" ist nicht gerade sehr selten.
Wie wenig selten im Vergleich zur Variante ohne
Reflexivpronomen?

Gruß, ULF
Ralf Joerres
2019-04-07 07:57:22 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Ralf Joerres
Aber im Ernst: Mal eben schnell gegoogelt und gesehen "nahm sich kein Blatt
vor den Mund" ist nicht gerade sehr selten.
Wie wenig selten im Vergleich zur Variante ohne
Reflexivpronomen?
Das kann man in der Simpelversion so nicht machen, weil, wie mir mal ein
Mann mit Einblick erklärte, die sehr hohen Trefferzahlen eigentlich nur
bedeuten: 'Es gibt sehr viele Vorkommen.' In Hunderten-Größenordnungen stimmen
die kleineren Trefferzahlen, er konnte auch nicht sagen, bis zu welcher
Grenze genau. Ich nehme an, dass eine Trefferzahl von sagen wir '978', also
präzise bis zur Einer-Stelle, eine gewisse Aussagekraft hat, vor allem im
Vergleich. Im Allerwelts-Google liefert "kein Blatt vor den Mund" bei mir
463.000 Treffer, von denen 199 aufrufbar sind, was auch immer das bedeutet;
"sich kein Blatt vor den Mund" kommt mit Google auf 23.100 Treffer, von denen
jedoch 144 aufrufbar sind. Solche Zahlen sind mit großer Vorsicht zu genießen.

Ich hab dann mal in den Google Ngram Viewer eingegeben (ohne
Anführungszeichen):

"nahm kein Blatt vor,nahm sich kein Blatt vor"

Das musste so abgekürzt sein, weil der Ngram Viewer nur Anfragen mit bis zu
fünf Wörtern verarbeiten kann. Das Ergebnis sieht dann so aus:

https://books.google.com/ngrams/graph?content=nahm+kein+Blatt+vor%2Cnahm+sich+kein+Blatt+vor&year_start=1800&year_end=2000&corpus=20&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Cnahm%20kein%20Blatt%20vor%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Cnahm%20sich%20kein%20Blatt%20vor%3B%2Cc0#t1%3B%2Cnahm%20kein%20Blatt%20vor%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Cnahm%20sich%20kein%20Blatt%20vor%3B%2Cc0

Die Datenbasis des Ngram Viewers besteht, soweit ich weiß, aus den von Google
Books in der jeweiligen Sprache eingescannten Büchern.

Während ich dies schreibe, sehe ich, dass man hier auch eine deutsche Abfrage
mit einem Korpus machen kann, das bis 2009 reicht; die Standardeinstellung
reicht bis 2000:

https://books.google.com/ngrams/graph?content=nahm+kein+Blatt+vor%2Cnahm+sich+kein+Blatt+vor&year_start=1800&year_end=2000&corpus=8&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Cnahm%20kein%20Blatt%20vor%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Cnahm%20sich%20kein%20Blatt%20vor%3B%2Cc0

Jeweils auf einzelne Jahre bezogen weichen die Relationen +sich/-sich
variieren die Relationen von Fast-Gleichstand (z.B. 1913) bis zu 1/7
(1923, zu verstehen als'+sich kommt auf 1/7 der Vorkommen von -sich').
Pi mal Daumen liegt die Relation im Google-Books-Korpus über die Jahre bei
ca. 1/5, für 2000 liegt sie bei 2/5, für 1999 bei nicht ganz 1/4 usw.

Man kann mit DWDS noch offenere Abfragen zusammenbasteln, aber die DWDS-
Korpora haben eine stärker eingeschränkte Reichweite, allerdings beziehen
sie "Die Zeit" mit ein, und zwar alle Ausgaben von 1949 bis -1 Jahr vor der
Abfrage, was für mich sehr wertvoll ist. Leider wurde bei der ZEIT
mittlerweile die Möglichkeit eingeschränkt, die kompletten Artikel dazu in
beliebiger Anzahl aufzurufen, um den Kontext besser einschätzen zu können,
das geht glaube ich nur noch für bis zu 5 Artikel pro Tag, vielleicht ist
mit Registrierung mehr drin. Die DWDS-Abfragen sind etwas fummelig - weil
öffentlich nicht vollständig dokumentiert - zu erstellen (zumindest hab ich
bis jetzt nur Dokumentationen zu den 'Wörtern' der Abfragesprache gefunden
und muss mir die korrekte Syntax jeweils aus angegebenen Beispielen mit
reichlich Trial and Error zusammenfriemeln). Dafür sind die Ergebnisse,
wenn alles hinhaut, recht ergiebig.

Gruß Ralf Joerres
Detlef Meißner
2019-04-06 12:31:05 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Dennoch: er hat über Jahre und auch im Februar noch hier gepostet.
https://en.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Aman
https://www.nrc.nl/nieuws/2019/03/08/zelfs-hij-kreeg-kippenvel-van-de-allerergste-vloek-a3952602
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich wohl kein Blatt vor den
Mund und hatte da eine reichhaltige Auswahl. Ich, der ich oft nicht
verstehe, warum eine Beleidigung verboten ist, hätte viel von einem lernen
können, der dafür in den Knast gegangen ist, weil er gesagt hat, was er
sagen musste - in heutigen Zeiten sind solche Leute praktisch nicht mehr
auffindbar. Mir bleiben seine Bücher.
Zu beleidigen und dafür in den Knast zu gehen, ist ja keine Kunst und
auch nicht immer ein Zeichen von Klugheit.
Klüger dürfte es sein, zu beleidigen und dafür nicht in den Knast zu
gehen.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Ralf Joerres
2019-04-06 13:28:22 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Dennoch: er hat über Jahre und auch im Februar noch hier gepostet.
https://en.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Aman
https://www.nrc.nl/nieuws/2019/03/08/zelfs-hij-kreeg-kippenvel-van-de-allerergste-vloek-a3952602
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich wohl kein Blatt vor den
Mund und hatte da eine reichhaltige Auswahl. Ich, der ich oft nicht
verstehe, warum eine Beleidigung verboten ist, hätte viel von einem lernen
können, der dafür in den Knast gegangen ist, weil er gesagt hat, was er
sagen musste - in heutigen Zeiten sind solche Leute praktisch nicht mehr
auffindbar. Mir bleiben seine Bücher.
Zu beleidigen und dafür in den Knast zu gehen, ist ja keine Kunst und
auch nicht immer ein Zeichen von Klugheit.
Klüger dürfte es sein, zu beleidigen und dafür nicht in den Knast zu
gehen.
Mir ging es mehr darum, dass diese vielen klaren Ansagen, die man nicht
auszusprechen wagt, um sich die Unbill einer Geldstrafe zu ersparen, oft dem
Inhalt nach der einzig angemessene Ausdruck dessen sind, was man gerade denkt
und fühlt. Ich muss aber zugeben, dass mir die heutzutage landläufigen anonymen Pöbeleien im Internet nicht behagen, da weiß ich nicht, was dahintersteckt und
will's auch gar nicht wissen.

Reinhold Aman wollte Brief und Postkarten, die zu der Verurteilung führten,
dann als Satire verstanden wissen. Klar, wenn ein Gefängnisaufenthalt im
Raum steht, will man's dann doch lieber nicht so gemeint haben. Jedenfalls
hatte er geschrieben, was ihm zu schreiben wichtig war.

Es ist ja auch so: Wie will man eine Sammlung von beleidigenden Ausdrücken
bewerkstelligen, wenn niemand solche auszusprechen wagt? Und warum sich nicht
mal erkenntlich zeigen für die vielen Fundstücke und Beisteuerungen anderer
mit einer Anwendung durch des Meisters Hand im richtigen Leben? Irgendwie
hat das was.

Gruß Ralf Joerres
Christina Kunze
2019-04-07 04:32:03 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Es ist ja auch so: Wie will man eine Sammlung von beleidigenden Ausdrücken
bewerkstelligen, wenn niemand solche auszusprechen wagt? Und warum sich nicht
mal erkenntlich zeigen für die vielen Fundstücke und Beisteuerungen anderer
mit einer Anwendung durch des Meisters Hand im richtigen Leben? Irgendwie
hat das was.
Früh einsetzende Verklärung? Ich war froh, wenn seine Anwürfe ad
personam nicht mir galten.

Allerdings ist es ja öfter so, dass Menschen sehr umgänglich sind, wenn
man sie zu nehmen weiß. So ging es mir mit Rey, mit dem ich gelegentlich
auch fernab der NG über Sprachliches korrespondiert habe.

chr
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2019-04-07 06:12:21 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Reinhold Aman wollte Brief und Postkarten, die zu der Verurteilung
führten, dann als Satire verstanden wissen. Klar, wenn ein
Gefängnisaufenthalt im Raum steht, will man's dann doch lieber
nicht so gemeint haben. Jedenfalls hatte er geschrieben, was ihm
zu schreiben wichtig war.
Weiss man denn den Paragraphen, der zur Anwendung kam? Ob des
Sachverhalts würde ich weniger auf Beleidigung tippen, als auf
gefährliche Drohung - und das ist einer der Punkte im Leben, wo es
IMHO auch subjektiv nicht ganz so toll ist, zu sagen, was einem
gerade wichtig ist.
Post by Ralf Joerres
Es ist ja auch so: Wie will man eine Sammlung von beleidigenden
Ausdrücken bewerkstelligen, wenn niemand solche auszusprechen
wagt?
Meine Freundin war in jungen Jahren in Russland und kam recht bald
dahinter, dass es da eine Reihe von Worten (sic!) gab, die zwar
offenbar jeder kannte, aber niemand auszusprechen wagte. Es kostete
einige weibliche Überredungskünste, bis ihr ein junger Mann eine
Liste aufgeschrieben hatte, auszusprechen traute er sich das aber
auch nicht. Wochen später dann sah sie einen alkoholisierten Penner,
der mit einer Verkäuferin in Streit geriet - und konnte endlich Wort
für Wort der Liste als erledigt abhaken.

(Heutzutage findet sich das schon in der deutschen Wikipedia,
<https://de.wikipedia.org/wiki/Russischer_Mat>, die Welt geht ihrer
Geheimnisse verlustig)

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Für glückliche Stunden - Stefan: ballern, welch murkliges Erwarten!
(Sloganizer)
Quinn C
2019-04-08 21:54:46 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Dennoch: er hat über Jahre und auch im Februar noch hier gepostet.
https://en.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Aman
https://www.nrc.nl/nieuws/2019/03/08/zelfs-hij-kreeg-kippenvel-van-de-allerergste-vloek-a3952602
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich wohl kein Blatt vor den Mund
und hatte da eine reichhaltige Auswahl. Ich, der ich oft nicht verstehe, warum
eine Beleidigung verboten ist, hätte viel von einem lernen können, der dafür in
den Knast gegangen ist, weil er gesagt hat, was er sagen musste - in heutigen
Zeiten sind solche Leute praktisch nicht mehr auffindbar.
Im Gefängnis zu landen, dazu bedurfte es schon ein wenig mehr als nur
Beleidigung. Da war die Androhung von Gewalt (die Juristen haben dann
auszukungeln, ob sowas konkret und glaubhaft ist) und Verachtung für
die Gerichtsbarkeit. Letzteres läuft auf "die bestehende
Gesellschaftsordnung geht mir am A... vorbei, ich mache mir meine
Regeln selber" hinaus, und da braucht man sich nicht wundern, wenn die
Gesellschaftsordnung ihren längeren Hebel auspackt.
--
gugelfug, m., späsze, unfug
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
René Marquardt
2019-04-09 00:21:11 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Karrer
Rey war sicher nicht der pflegeleichteste Fall hier, aufgrund seines
Expertenwissens war die Ausdrucksweise auch meist unterirdisch.
Dennoch: er hat über Jahre und auch im Februar noch hier gepostet.
https://en.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Aman
https://www.nrc.nl/nieuws/2019/03/08/zelfs-hij-kreeg-kippenvel-van-de-allerergste-vloek-a3952602
Was ich jetzt alles über ihn lese... Er nahm sich wohl kein Blatt vor den Mund
und hatte da eine reichhaltige Auswahl. Ich, der ich oft nicht verstehe, warum
eine Beleidigung verboten ist, hätte viel von einem lernen können, der dafür in
den Knast gegangen ist, weil er gesagt hat, was er sagen musste - in heutigen
Zeiten sind solche Leute praktisch nicht mehr auffindbar.
Im Gefängnis zu landen, dazu bedurfte es schon ein wenig mehr als nur
Beleidigung. Da war die Androhung von Gewalt (die Juristen haben dann
auszukungeln, ob sowas konkret und glaubhaft ist) und Verachtung für
die Gerichtsbarkeit. Letzteres läuft auf "die bestehende
Gesellschaftsordnung geht mir am A... vorbei, ich mache mir meine
Regeln selber" hinaus, und da braucht man sich nicht wundern, wenn die
Gesellschaftsordnung ihren längeren Hebel auspackt.
Selbst DAS ist in dem Land, in dem er verurteilt wurde und einsass,
nicht als solches strafbar; es ist geradezu der Gruendungsmythos.

Aber beim SEHR kurzen Ueberflug des Urteils hat das Subjekt R.A.
Richter, Anwaelte, Ex-Frau nicht nur beleidigt (ebenfalls nicht
als solches strafbar), sondern sie auch bedroht und ihnen, trotz
der Forderung, dieses doch bitte sein zu lassen, wahnhaft weiter
belaestigt.

Urteil neulich: ja, es ist voellig legal, einem Polizisten den
Mittelfinger zu zeigen und ihn verbal zu beleidigen. Zaehlt
als Rede- und Meinungsfreiheit.

In Deutschland macht dafuer eine komplette Hundertschaft auf dem
Weg zum Einsatz kehrt, um des rebellischen Teenagers habhaft zu
werden.
U***@web.de
2019-04-09 08:04:50 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Quinn C
Im Gefängnis zu landen, dazu bedurfte es schon ein wenig mehr als nur
Beleidigung. Da war die Androhung von Gewalt (die Juristen haben dann
auszukungeln, ob sowas konkret und glaubhaft ist) und Verachtung für
die Gerichtsbarkeit. Letzteres läuft auf "die bestehende
Gesellschaftsordnung geht mir am A... vorbei, ich mache mir meine
Regeln selber" hinaus, und da braucht man sich nicht wundern, wenn die
Gesellschaftsordnung ihren längeren Hebel auspackt.
Selbst DAS ist in dem Land, in dem er verurteilt wurde und einsass,
nicht als solches strafbar;
Mißachtung des Gerichts führt dort gerne zu deutlichen
Sanktionen.
Werner Tann
2019-04-09 06:47:15 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Im Gefängnis zu landen, dazu bedurfte es schon ein wenig mehr als nur
Beleidigung. Da war die Androhung von Gewalt (die Juristen haben dann
auszukungeln, ob sowas konkret und glaubhaft ist) und Verachtung für
die Gerichtsbarkeit. Letzteres läuft auf "die bestehende
Gesellschaftsordnung geht mir am A... vorbei, ich mache mir meine
Regeln selber" hinaus, und da braucht man sich nicht wundern, wenn die
Gesellschaftsordnung ihren längeren Hebel auspackt.
Dass die "Verachtung der Gerichtsbarkeit" bei Euch in DE in
irgendeiner Form einen Straftatbestand erfüllt, bezweifle ich mal bis
zur entsprechenden Belehrung. Dass solche Einstellung keine Sympathien
bei Gericht erzeugt, versteht sich. Ein Richter hat aber unabhängig
von Sympathie zu einem Urteil zu kommen. Speziell kann das Verhalten
vor Gericht nicht den Ausschlag geben, ob man einer Sache wegen eine
unbedingte Freiheitsstrafe ausfasst oder eine Bedingte/Geldstrafe. So
viel Optimismus in Sachen Rechtssprechung sollte noch vorhanden sein.
Detlef Meißner
2019-04-09 17:49:08 UTC
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Quinn C
Im Gefängnis zu landen, dazu bedurfte es schon ein wenig mehr als nur
Beleidigung. Da war die Androhung von Gewalt (die Juristen haben dann
auszukungeln, ob sowas konkret und glaubhaft ist) und Verachtung für
die Gerichtsbarkeit. Letzteres läuft auf "die bestehende
Gesellschaftsordnung geht mir am A... vorbei, ich mache mir meine
Regeln selber" hinaus, und da braucht man sich nicht wundern, wenn die
Gesellschaftsordnung ihren längeren Hebel auspackt.
Dass die "Verachtung der Gerichtsbarkeit" bei Euch in DE in
irgendeiner Form einen Straftatbestand erfüllt, bezweifle ich mal bis
zur entsprechenden Belehrung.
Nennt sich "Missachtung des Gerichts".

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Werner Tann
2019-04-10 07:55:30 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Werner Tann
Dass die "Verachtung der Gerichtsbarkeit" bei Euch in DE in
irgendeiner Form einen Straftatbestand erfüllt, bezweifle ich mal bis
zur entsprechenden Belehrung.
Nennt sich "Missachtung des Gerichts".
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus. Für *dieses* Vergehen. Aber
dieses Vergehen ist ein *zweites* und sollte nicht in die
Urteilsfindung und Strafbemessung des ersten Vergehens einfließen. Man
kann doch nicht einem Bankräuber ein Jahr mehr aufbrummen, weil er zum
Richter gesagt hat, er soll scheißen gehen! Einem Richter, der sich so
beim Angeklagten "revanchiert", fehlte jene Souveränität und
Objektivität, die man von diesem Amt erwartet.
Detlef Meißner
2019-04-10 08:04:23 UTC
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Detlef Meißner
Post by Werner Tann
Dass die "Verachtung der Gerichtsbarkeit" bei Euch in DE in
irgendeiner Form einen Straftatbestand erfüllt, bezweifle ich mal bis
zur entsprechenden Belehrung.
Nennt sich "Missachtung des Gerichts".
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus. Für *dieses* Vergehen. Aber
dieses Vergehen ist ein *zweites* und sollte nicht in die
Urteilsfindung und Strafbemessung des ersten Vergehens einfließen. Man
kann doch nicht einem Bankräuber ein Jahr mehr aufbrummen, weil er zum
Richter gesagt hat, er soll scheißen gehen! Einem Richter, der sich so
beim Angeklagten "revanchiert", fehlte jene Souveränität und
Objektivität, die man von diesem Amt erwartet.
Dass in den USA vieles anders ist, weißt du?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Ralf Joerres
2019-04-10 09:58:58 UTC
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Detlef Meißner
Post by Werner Tann
Dass die "Verachtung der Gerichtsbarkeit" bei Euch in DE in
irgendeiner Form einen Straftatbestand erfüllt, bezweifle ich mal bis
zur entsprechenden Belehrung.
Nennt sich "Missachtung des Gerichts".
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus.
Heißt 'ausfassen' dann soviel wie 'aufgebrummt bekommen'?

Gruß Ralf Joerres
Werner Tann
2019-04-10 11:02:33 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Post by Werner Tann
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus.
Heißt 'ausfassen' dann soviel wie 'aufgebrummt bekommen'?
Meinetwegen. Und? Was folgt nun draus?
Quinn C
2019-04-10 17:58:12 UTC
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Ralf Joerres
Post by Werner Tann
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus.
Heißt 'ausfassen' dann soviel wie 'aufgebrummt bekommen'?
Meinetwegen. Und? Was folgt nun draus?
Ich nehme an, das war eine Sprachfrage. "Ausfassen" ist in Deutschland
ungebräuchlich, ich kannte es auch nicht.

Laut Duden schlicht "bekommen", aber der einzige Beispielsatz
kombiniert es mit "Vorstrafen".
--
GOGELICH,gogelig, (...) 'fröhlich, lustig, ausgelassen'
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Heinz Lohmann
2019-04-11 01:26:34 UTC
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Post by Quinn C
Post by Werner Tann
Post by Ralf Joerres
Post by Werner Tann
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus.
Heißt 'ausfassen' dann soviel wie 'aufgebrummt bekommen'?
Meinetwegen. Und? Was folgt nun draus?
Ich nehme an, das war eine Sprachfrage. "Ausfassen" ist in Deutschland
ungebräuchlich, ich kannte es auch nicht.
Laut Duden schlicht "bekommen", aber der einzige Beispielsatz
kombiniert es mit "Vorstrafen".
Lt. "Variantenwörterbuch des Deutschen" in A und CH:
(eine Strafe) bekommen

Passt.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2019-04-11 06:04:53 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Werner Tann
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus.
"Ausfassen" ist in Deutschland ungebräuchlich, ich kannte es
auch nicht.
(eine Strafe) bekommen
Passt.
Das ist die gebräuchlichste Verwendung, man kann sich allerdings
auch zum "Essen ausfassen" in die Schlange in der Kantine einreihen
(ok, je nach Kantine kann das auch eine Strafe darstellen).

Servus,
Stefan
--
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Ein starker Partner, oder warum Stefan so makellos blickt!
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Andreas Karrer
2019-04-11 07:40:23 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Heinz Lohmann
Post by Werner Tann
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus.
"Ausfassen" ist in Deutschland ungebräuchlich, ich kannte es
auch nicht.
(eine Strafe) bekommen
Passt.
Das ist die gebräuchlichste Verwendung, man kann sich allerdings
auch zum "Essen ausfassen" in die Schlange in der Kantine einreihen
(ok, je nach Kantine kann das auch eine Strafe darstellen).
Aus der CH kenne ich das nur aus der Militärsprache. "Fassen" ist dort
üblich, "ausfassen" selten. "Ausfassen" tut der mit der Schöpfkelle,
der mit dem Teller "fasst" das Essen. Man kann nicht nur Essen fassen,
sondern auch beispielsweise Asurüstungsgegenstände im Zeughaus. Wenn
man 3 Tage Arrest "fasst", ist das bereits eine übertragene Bedeutung.

Wenn man im Zivilen im Zusammenhang mit Essen von "fassen" spricht,
wird damit insinuiert, dass dieses Essen auf der Qualitätsstufe des im
Militär üblichen steht.

Das Idiotikon kennt das Wort in dieser Bedeutung erstaunlicherweise nicht.

- Andi
U***@web.de
2019-04-11 08:32:11 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Heinz Lohmann
Post by Werner Tann
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus.
"Ausfassen" ist in Deutschland ungebräuchlich, ich kannte es
auch nicht.
(eine Strafe) bekommen
Passt.
Das ist die gebräuchlichste Verwendung, man kann sich allerdings
auch zum "Essen ausfassen" in die Schlange in der Kantine einreihen
(ok, je nach Kantine kann das auch eine Strafe darstellen).
Aus der CH kenne ich das nur aus der Militärsprache. "Fassen" ist dort
üblich, "ausfassen" selten. "Ausfassen" tut der mit der Schöpfkelle,
Der Juwelier kann Steine ausfassen, also aus der Fassung wieder herauslösen.
Post by Andreas Karrer
der mit dem Teller "fasst" das Essen. Man kann nicht nur Essen fassen,
sondern auch beispielsweise Asurüstungsgegenstände im Zeughaus. Wenn
man 3 Tage Arrest "fasst", ist das bereits eine übertragene Bedeutung.
Wenn man im Zivilen im Zusammenhang mit Essen von "fassen" spricht,
wird damit insinuiert, dass dieses Essen auf der Qualitätsstufe des im
Militär üblichen steht.
Oder daß man auf Ansage an der Gulaschkanone anzustehen hat.

In österreichischen Urteilen finde ich 'ausfassen' oder 'ausgefasst'
nicht, nur in Berichten darüber. Vielleicht habe ich aber
auch nicht lange genug gesucht.

Gruß, ULF
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2019-04-11 08:37:19 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
"Ausfassen" ist in Deutschland ungebräuchlich, ich kannte es
auch nicht.
(eine Strafe) bekommen
In österreichischen Urteilen finde ich 'ausfassen' oder
'ausgefasst' nicht, nur in Berichten darüber. Vielleicht habe ich
aber auch nicht lange genug gesucht.
Das ist Umgangssprache, ich halte es für ausgeschlossen, diese
Formulierung in einem Urteil zu finden.

Servus,
Stefan
--
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Eck um Eck - ein Meisterstück - Stefan: schiessen, welch weiteres Verlangen!
(Sloganizer)
Christina Kunze
2019-04-11 20:29:37 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
"Ausfassen" ist in Deutschland ungebräuchlich, ich kannte es
auch nicht.
(eine Strafe) bekommen
In österreichischen Urteilen finde ich 'ausfassen' oder
'ausgefasst' nicht, nur in Berichten darüber. Vielleicht habe ich
aber auch nicht lange genug gesucht.
Das ist Umgangssprache, ich halte es für ausgeschlossen, diese
Formulierung in einem Urteil zu finden.
Dann war die Vermutung, es heiße ungefähr "aufgebrummt bekommen", ja gar
nicht so falsch, das steht auch nicht im Urteil.

chr
Heinz Lohmann
2019-04-12 01:34:47 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
"Ausfassen" ist in Deutschland ungebräuchlich, ich kannte es
auch nicht.
(eine Strafe) bekommen
In österreichischen Urteilen finde ich 'ausfassen' oder
'ausgefasst' nicht, nur in Berichten darüber. Vielleicht habe ich
aber auch nicht lange genug gesucht.
Das ist Umgangssprache, ich halte es für ausgeschlossen, diese
Formulierung in einem Urteil zu finden.
Dann war die Vermutung, es heiße ungefähr "aufgebrummt bekommen", ja gar
nicht so falsch, das steht auch nicht im Urteil.
Wurde er nicht in den USA verurteilt?

Der Thread ist etwas unübersichtlich zerlaxxxx/ zerfasert ...
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Roland Franzius
2019-04-12 04:39:56 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
"Ausfassen" ist in Deutschland ungebräuchlich, ich kannte es
auch nicht.
(eine Strafe) bekommen
In österreichischen Urteilen finde ich 'ausfassen' oder
'ausgefasst' nicht, nur in Berichten darüber. Vielleicht habe ich
aber auch nicht lange genug gesucht.
Das ist Umgangssprache, ich halte es für ausgeschlossen, diese
Formulierung in einem Urteil zu finden.
Dann war die Vermutung, es heiße ungefähr "aufgebrummt bekommen", ja gar
nicht so falsch, das steht auch nicht im Urteil.
Also, wenn ich die Beipiele

https://www.google.com/search?q=%22ausgefasst%22&tbm=bks&tbs=cdr:1,cd_min:1800,cd_max:1806&lr=lang_de

aus alten Zeiten um 1800 anschaue, scheint ausfassen das Gegenteil zu
einfassen gewesen zu sein, dh es geht wohl um einen handwerklichen
Begriff wie die Trennung von Edelsteinen vom Gold, die Isolation
chemischer Bestandteile.

Später um 1900 wird es zB im Bereich Marine als Vorgang des Empfangs von
Geräten und Geld benutzt.

Insofern ist das Ausfassen einer Strafe schon arg methphorisch, es
suggeriert, dass der Straftäter eine warme Unterkunft für den Winter
sucht, zB Jean Gabin in "Im Kitchen ist kein Zimmer frei", oder aktiv
eine Besserung/Aufgabe gesucht und gefunden hat.
--
Roland Franzius
Thomas Schade
2019-04-11 06:28:08 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Ich nehme an, das war eine Sprachfrage. "Ausfassen" ist in Deutschland
ungebräuchlich, ich kannte es auch nicht.
Es ist selten - die hier installierte Rechtschreibprüfung moniert
'ausfassen' - völlig ungebräuchlich aber nicht. So klingt mir die
Wendung 'Werkzeug ausfassen' zumindest nicht fremd.

'Gezähe, das nicht zur persönlichen Ausstattung gehörte und nur hin und
wieder benötigt wurde, konnte der Bergmann in der Gezähekammer (auch:
Magazin) gegen Abgabe einer Gezähemarke ausfassen.'

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gez%C3%A4he


Ciao
Toscha
--
Nazis fühlen sich fremd im eigenen Land? Gut so! Ich hoffe, es wird
nie wieder ein Deutschland geben, in dem sich Nazis zu Hause fühlen.
Quinn C
2019-04-11 12:59:52 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Post by Quinn C
Ich nehme an, das war eine Sprachfrage. "Ausfassen" ist in Deutschland
ungebräuchlich, ich kannte es auch nicht.
Es ist selten - die hier installierte Rechtschreibprüfung moniert
'ausfassen' - völlig ungebräuchlich aber nicht. So klingt mir die
Wendung 'Werkzeug ausfassen' zumindest nicht fremd.
'Gezähe, das nicht zur persönlichen Ausstattung gehörte und nur hin und
Magazin) gegen Abgabe einer Gezähemarke ausfassen.'
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gez%C3%A4he
Die Erwartung des Gebräuchlichen ist in obigem Text schon beim ersten
Wort enttäuscht.
--
Some things are taken away from you, some you leave behind-and
some you carry with you, world without end.
-- Robert C. Wilson, Vortex (novel), p.31
U***@web.de
2019-04-11 13:06:44 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Thomas Schade
'Gezähe, das nicht zur persönlichen Ausstattung gehörte und nur hin und
Magazin) gegen Abgabe einer Gezähemarke ausfassen.'
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gez%C3%A4he
Die Erwartung des Gebräuchlichen ist in obigem Text schon beim ersten
Wort enttäuscht.
Du magst jetzt Fachsprache als ungebräuchlich bezeichnen.
Daß im Zweifel wir beide das Wort nicht kannten, ändert
nichts an der Fachsprachlichkeit und Gebräuchlichkeit
in Fachkreisen.
Quinn C
2019-04-11 21:11:13 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Quinn C
Post by Thomas Schade
'Gezähe, das nicht zur persönlichen Ausstattung gehörte und nur hin und
Magazin) gegen Abgabe einer Gezähemarke ausfassen.'
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gez%C3%A4he
Die Erwartung des Gebräuchlichen ist in obigem Text schon beim ersten
Wort enttäuscht.
Du magst jetzt Fachsprache als ungebräuchlich bezeichnen.
Daß im Zweifel wir beide das Wort nicht kannten, ändert
nichts an der Fachsprachlichkeit und Gebräuchlichkeit
in Fachkreisen.
Ja sicher. Nur sagt der Text dann auch nichts mehr über die
nicht-fachsprachliche Gebräuchlichkeit von "ausfassen". Und nur dazu
habe ich mich geäußert.
--
If someone has a penis (or we think they have a penis) we use
he/him/his pronouns and treat them like a boy/man. If someone
has a vagina (or we think they have a vagina) we use she/her/
hers pronouns and treat them like a girl/woman.
See what I did there? -- Kyl Myers
Thomas Schade
2019-04-12 05:23:45 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by U***@web.de
Post by Quinn C
Post by Thomas Schade
'Gezähe, das nicht zur persönlichen Ausstattung gehörte und nur hin und
Magazin) gegen Abgabe einer Gezähemarke ausfassen.'
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gez%C3%A4he
Die Erwartung des Gebräuchlichen ist in obigem Text schon beim ersten
Wort enttäuscht.
Du magst jetzt Fachsprache als ungebräuchlich bezeichnen.
Daß im Zweifel wir beide das Wort nicht kannten, ändert
nichts an der Fachsprachlichkeit und Gebräuchlichkeit
in Fachkreisen.
Ja sicher. Nur sagt der Text dann auch nichts mehr über die
nicht-fachsprachliche Gebräuchlichkeit von "ausfassen". Und nur dazu
habe ich mich geäußert.
Ich hatte nach 'werkzeug ausfassen' gesucht, was mir als Wendung immer
noch vertraut vorkommt. Der Beitrag aus der Wikipedia war schlicht der
erste sinnvolle Treffer. Das Gezähe kannte ich bis dahin auch nicht.


Ciao
Toscha
--
Rassismus hat viele Gesichter. Aber alle sind hässlich.
Stefan Schmitz
2019-04-12 11:57:36 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Ich hatte nach 'werkzeug ausfassen' gesucht, was mir als Wendung immer
noch vertraut vorkommt. Der Beitrag aus der Wikipedia war schlicht der
erste sinnvolle Treffer. Das Gezähe kannte ich bis dahin auch nicht.
Gezäh war eine gebräuchliche Vokabel meiner Mutter. Ich habe sie immer als
Zeug/Kram/Krempel verstanden. Könnte natürlich von Bergleuten auf ihre Umgebung
abgefärbt sein und dabei eine Bedeutungserweiterung erfahren haben.
Ralf Joerres
2019-04-14 17:06:10 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Thomas Schade
Ich hatte nach 'werkzeug ausfassen' gesucht, was mir als Wendung immer
noch vertraut vorkommt. Der Beitrag aus der Wikipedia war schlicht der
erste sinnvolle Treffer. Das Gezähe kannte ich bis dahin auch nicht.
Gezäh war eine gebräuchliche Vokabel meiner Mutter. Ich habe sie immer als
Zeug/Kram/Krempel verstanden. Könnte natürlich von Bergleuten auf ihre Umgebung
abgefärbt sein und dabei eine Bedeutungserweiterung erfahren haben.
Wird wohl. Die Bergleute machten um ihren Wortschatz schon auch ein Gewese,
aber nicht ganz so verbiestert wie die Jäger. 'Geleucht' fand ich eher albern,
das 'Arschleder' deftig, 'anderen das Gedinge kaputtmachen' war hier in die
Umgangssprache eingegangen für 'durch zu schnelles und übereifriges Arbeiten
den Vorarbeiter darauf bringen, von allen mehr Leistung zu erwarten', d.h.
die gleiche (alte) Leistung schlechter zu bezahlen. 'Gezähe' für 'Werkzeug':
Ich war nie unter Tage, aber nach dem, was ich gehört habe, wäre das Wort
'Werkzeug' für die schweren Geräte und Maschinen und auch für die zur
Einrichtung erforderlichen Schlüssel usw. stark untertrieben, da ist ein
eigenes Wort schon angemessen. Und wie immer schwappte ein Teil dieses
Wortschatzes metaphorisch in die Umgangssprache. Früher nannte man dicke
Beine einer Frau bei uns ganz uncharmant 'dicke Stempel'. 'Hängen im Schacht'
ist ebenfalls geläufig für 'es geht nicht weiter' oder für eine bedrohliche
Situation.

Gruß Ralf Joerres
Sepp Neuper
2019-04-17 00:42:10 UTC
Permalink
Schade, wieder einer weniger.
Seine "Worte" werden mir aber immer in Erinnerung bleiben.

Ruhe in Frieden.

bye, Sepp

Ralf Joerres
2019-04-11 08:05:15 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Ralf Joerres
Post by Werner Tann
Für die Missachtung des Gerichts fasst man Geldstrafe oder
schlimmstenfalls ein paar Tage Knast aus.
Heißt 'ausfassen' dann soviel wie 'aufgebrummt bekommen'?
Meinetwegen. Und? Was folgt nun draus?
Hallo!? Darf man nicht nachfragen, wenn man nicht sicher ist, wie ein
Wort, dass man noch nicht gehört hat, zu verstehen ist?

Bin ich hier bei ...sprache.deutsch oder was?
Werner Tann
2019-04-11 08:40:11 UTC
Permalink
Post by Ralf Joerres
Post by Werner Tann
Post by Ralf Joerres
Heißt 'ausfassen' dann soviel wie 'aufgebrummt bekommen'?
Meinetwegen. Und? Was folgt nun draus?
Hallo!? Darf man nicht nachfragen, wenn man nicht sicher ist, wie ein
Wort, dass man noch nicht gehört hat, zu verstehen ist?
Hallo?! Darf man nicht nachfragen, wenn man den Sinn der Frage nicht
verstanden hat?
Ralf Joerres
2019-04-11 10:44:05 UTC
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Ralf Joerres
Post by Werner Tann
Post by Ralf Joerres
Heißt 'ausfassen' dann soviel wie 'aufgebrummt bekommen'?
Meinetwegen. Und? Was folgt nun draus?
Hallo!? Darf man nicht nachfragen, wenn man nicht sicher ist, wie ein
Wort, dass man noch nicht gehört hat, zu verstehen ist?
Hallo?! Darf man nicht nachfragen, wenn man den Sinn der Frage nicht
verstanden hat?
Ich bezweifle, dass das der Sinn Deiner Frage war. Das 'Was folgt nun draus?'
hab ich verstanden als 'was für eine blöde Frage!' Mit 'meinetwegen' war die
ja schon etwas schnoddrig aber verständlich beantwortet. Oder wolltest Du
eine Antwort bekommen wie 'Daraus folgt, dass ein regionales 'ausfassen'
dasselbe bedeuten kann wie ein regional-umgangssprachliches 'aufgebrummt-
bekommen'? Das heißt, ernst gemeint würde ich Deine Frage verstehen als
Aufforderung zu einer Nonsense-Antwort. Und so etwas kann ich nur
interpretieren als 'wieso fragst du überhaupt?'

Ralf Joerres
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