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Das Wort "Zigeuner"
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Stefan Ram
2019-11-29 02:03:49 UTC
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wo das Wort Zigeuner anscheinend tabu ist?
Das kommt wohl auf die Situation an.

In der angesehenen Web-Enzyklopädie "Die Wikipädie"
wird das Wort verwendet, Beispiele:

|da der Tote ein Zigeuner war
de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Die_schlafende_Sch%C3%B6ne

|Noch ehe Sander zustimmen kann, erscheint schon die Polizei
|im Lager der Zigeuner
de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Armer_Nanosh

|Jenny war eine „Technoschamanin“ und Angehörige des
|Zigeunerstammes, der Angel damals mit dem Fluch der Seele
|belegte.
de.wikipedia.org/wiki/Buffy_%E2%80%93_Im_Bann_der_D%C3%A4monen

Ich erinnere mich auch an ein Mädchen in der Berliner
U-Bahn, die erklärte, sie sei "halbe Zigeunerin", ("halbe",
denn sie erklärte, daß nur ihr Vater Zigeuner sei).
[mitgehörte Unterhaltung]
Heinz Lohmann
2019-11-29 09:45:44 UTC
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Post by Stefan Ram
wo das Wort Zigeuner anscheinend tabu ist?
Das kommt wohl auf die Situation an.
In der angesehenen Web-Enzyklopädie "Die Wikipädie"
|da der Tote ein Zigeuner war
de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Die_schlafende_Sch%C3%B6ne
|Noch ehe Sander zustimmen kann, erscheint schon die Polizei
|im Lager der Zigeuner
de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Armer_Nanosh
|Jenny war eine „Technoschamanin“ und Angehörige des
|Zigeunerstammes, der Angel damals mit dem Fluch der Seele
|belegte.
de.wikipedia.org/wiki/Buffy_%E2%80%93_Im_Bann_der_D%C3%A4monen
Ich erinnere mich auch an ein Mädchen in der Berliner
U-Bahn, die erklärte, sie sei "halbe Zigeunerin", ("halbe",
denn sie erklärte, daß nur ihr Vater Zigeuner sei).
[mitgehörte Unterhaltung]
Es gibt sogar einen eigenen Eintrag:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zigeuner

Auch im Wiktionary:
https://de.wiktionary.org/wiki/Zigeuner
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Roland Franzius
2019-11-29 10:38:27 UTC
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Post by Heinz Lohmann
wo das Wort Zigeuner anscheinend tabu ist?
   Das kommt wohl auf die Situation an.
   In der angesehenen Web-Enzyklopädie "Die Wikipädie"
|da der Tote ein Zigeuner war
de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Die_schlafende_Sch%C3%B6ne
|Noch ehe Sander zustimmen kann, erscheint schon die Polizei
|im Lager der Zigeuner
de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Armer_Nanosh
|Jenny war eine „Technoschamanin“ und Angehörige des
|Zigeunerstammes, der Angel damals mit dem Fluch der Seele
|belegte.
de.wikipedia.org/wiki/Buffy_%E2%80%93_Im_Bann_der_D%C3%A4monen
   Ich erinnere mich auch an ein Mädchen in der Berliner
   U-Bahn, die erklärte, sie sei "halbe Zigeunerin", ("halbe",
   denn sie erklärte, daß nur ihr Vater Zigeuner sei).
   [mitgehörte Unterhaltung]
https://de.wikipedia.org/wiki/Zigeuner
https://de.wiktionary.org/wiki/Zigeuner
Die in Europa üblichen Bezeichnungen leiten sich wie gypsy meist von
Ägyptern und Kopten ab, die als deutlich erkennbare nicht-europäische
Bevölkerungsgruppe im frühen Mittelalter verantwortlich für die Kultur
der reisenden Bettelmönche waren und insbesondere im Bereich
Nordmazedonien und Kosovo heimisch waren, wo sie sich noch heute als
Ägypter bezeichnen. Diese Volksgruppe hat sich ähnlich wie die antiken
Thebaner in Böotien und die Juden im persischen Großreich im Altertum
als Auswanderer aus Ägypten begriffen, was ihre jeweils relativ
hochstehenden Kulturen in barbarischer Umwelt erklären sollte.

Dass sich irgenwelche Stämme auf dem Balkan als Römer bezeichneten, war
völlig normal. Romaier ist die Selbstbezeichnung der Griechen im
öströmischen Reichsteil bis 1453. Die italienische Bezeichnung Greci für
die Süditaliener ist im Osten unbekannt, die Bezeichnugen Hellene und
Ionier galten seit der Augusteischen Zeit abwertend im Sinne des
deutsch-türkischen Gauners beruhend auf der überragenden Kunst des
gebildeten Hellenentum, alle anderen im Imperium sprachlich,
philosophisch und wirtschaftlich auf Kreuz zu legen.

Der sprachliche Urspung der italienisch-spanisch-deutschen Bezeichnung
Zigeuner - Tsiganes - Gitanes ist ungeklärt. Ähnlich wie Bohemiens und
Flamencos war es wohl eher eine Bezeichnung für Theatere- und Zirkusvolk
und reisende Handwerker und Händler ohne jeden Bezug auf
Volkszugehörigkeiten.

Bei spanischen und sizilianischen Namen muss man in Betracht ziehen,
dass der Südteil Spaniens und der Westteil Siziliens in der Antike
phoenizisch-karthagisch und in der frühen Neuzeit maurisch, also
arabisch und berberisch besiedelt war. Berber ist auch nur eine
Verballhornung des griechischen Barbaren.

Es ist also für jeden, der ein bischen kulturell und historisch gebildet
ist, selbstverständlich, dass die Bezeichnung Zigeuner ebenso wie alle
anderen abwertenden Gruppenbezeichnungen wie Bajuwaren, Pfaffen,
Untermenschen oder Hinterwäldler im Amtsverkehr nicht mehr benutzt
werden sollten.
--
Roland Franzius
Werner Tann
2019-11-29 10:54:26 UTC
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Post by Roland Franzius
Es ist also für jeden, der ein bischen kulturell und historisch gebildet
ist, selbstverständlich, dass die Bezeichnung Zigeuner ebenso wie alle
anderen abwertenden Gruppenbezeichnungen wie Bajuwaren, Pfaffen,
Untermenschen oder Hinterwäldler im Amtsverkehr nicht mehr benutzt
werden sollten.
Warum habe ich mir deinen ganzen gelehrten Topfen durchgelesen? Nur um
dann zu deiner simplen Ansicht vorzustoßen, dass Bildung mit
Menschenfreundlichkeit korreliere? Darüber denkst du übers Wochenende
nochmal nach und googelst vielleicht mal den naturalistischen
Fehlschluss.
Jakob Achterndiek
2019-11-29 11:38:40 UTC
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Post by Roland Franzius
Es ist also für jeden, der ein bischen kulturell und historisch gebildet
ist, selbstverständlich, dass die Bezeichnung Zigeuner ebenso wie alle
anderen abwertenden Gruppenbezeichnungen wie Bajuwaren, Pfaffen,
Untermenschen oder Hinterwäldler im Amtsverkehr nicht mehr benutzt
werden sollten.
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
--
j/\a
Werner Tann
2019-11-29 11:57:09 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Auf der anderen Seite werden gewisse Zuordnungen unaufgefordert und
absichtlich präsentiert. Wenn also am Elternabend der geschiedene
Vater "so nebenbei" verkündet, dass sein Detlef jetzt 2 Papas hat.
Ralph Aichinger
2019-11-29 12:53:42 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Thomas Schade
2019-11-29 13:11:07 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
In der Mitte des vorigen Jahrhunderts, als der Schutz persönlicher Daten
noch nicht erfunden war, war es für einen Lehrer wichtig zu wissen, ob
er vor dem Vater (die Mutter spielte noch keine Rolle) eines Schülers
buckeln musste, oder ob er auch auf ihn herabsehen durfte.


Ciao
Toscha
--
Ich bin nämlich eigentlich ganz anders,
aber ich komme nur so selten dazu.
[Ödön von Horvarth]
Jakob Achterndiek
2019-11-29 13:53:41 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins
Klassenbuch zu schreiben?
In der Mitte des vorigen Jahrhunderts, als der Schutz persönlicher Daten
noch nicht erfunden war, war es für einen Lehrer wichtig zu wissen, ob
er vor dem Vater (die Mutter spielte noch keine Rolle) eines Schülers
buckeln musste, oder ob er auch auf ihn herabsehen durfte.
;)
Und umgekehrt konnten wieder die Schulräte und Direktoren ihre Lehrer
besser einschätzen. Bei dem einen hatten die Ärzte-Kinder meist gute
Noten: Der war offenbar nicht ganz gesund, von dem konnte man nicht
mehr viel erwarten. Beim anderen kamen die Kinder von Richtern und
Anwälten besonders gut weg: Der hatte bestimmt Dreck am Stecken, mit
dem war also nicht zu spaßen. Beim dritten konnte man gar kein solches
Prinzip der Bevorzugungen erkennen: Da war besondere Vorsicht geboten,
der hielt sich alle Türen offen.
;)
--
j/\a
Werner Tann
2019-11-29 14:51:06 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Und umgekehrt konnten wieder die Schulräte und Direktoren ihre Lehrer
besser einschätzen. Bei dem einen hatten die Ärzte-Kinder meist gute
Noten: Der war offenbar nicht ganz gesund, von dem konnte man nicht
mehr viel erwarten. Beim anderen kamen die Kinder von Richtern und
Anwälten besonders gut weg [...]
... und erst die Konstellation des schon leicht überwuzelten
Junggesellen-Lehrers, der das Kind einer alleinerziehenden, jungen,
hübschen Mutter unterrichten mu... äh ... darf. :-)
Jakob Achterndiek
2019-11-29 13:11:10 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Das habe ich doch geschrieben: Man konnte sich etwas dabei denken.
--
j/\a
Quinn C
2019-11-29 13:31:52 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Das habe ich doch geschrieben: Man konnte sich etwas dabei denken.
Sprich, danach wurde weitgehend bestimmt,wer ins Gymnasium "gehört".
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
--
dasz jederman sehe, wie falsch unsere gugelmönche zu ihres ordens
verteidigung der ersten kirchenexempel anziehen Calvin
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Bertel Lund Hansen
2019-11-29 17:21:45 UTC
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Post by Quinn C
Sprich, danach wurde weitgehend bestimmt,wer ins Gymnasium "gehört".
So ist es auch in Dänemark gewesen. Die Schüler bekamen das
Urteil "Geeignet", "vielleicht geeignet" und "nicht geeignet"
(fürs Gymnasium). Die Lehrer, die den Schüler kennte,
diskutierten und gab zuletzt das Urteil. Nicht-Geeignete konnten
nicht ins Gymnasium kommen. Später wurde es nur als Empfolung
benutzt, und heute geben die Lehrer keine (offizielle)
Empfohlung. Etwa 33 % melden sich ans Gymnasium an [1].
Post by Quinn C
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
Was bedeutet das? (ich verstehe den Satz)
Ist Deutschland schlechter als Dänemark?

[1] Wie ist die idiomatische Formulierung?
--
/Bertel - aus Dänemark
Lars Bräsicke
2019-11-29 17:35:19 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Empfohlung.
Empfehlung.
(Wörter auf -ung verwenden generell den Präsensstamm)
René Marquardt
2019-11-29 18:11:33 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Sprich, danach wurde weitgehend bestimmt,wer ins Gymnasium "gehört".
So ist es auch in Dänemark gewesen. Die Schüler bekamen das
Urteil "Geeignet", "vielleicht geeignet" und "nicht geeignet"
(fürs Gymnasium). Die Lehrer, die den Schüler kennte,
diskutierten und gab zuletzt das Urteil. Nicht-Geeignete konnten
nicht ins Gymnasium kommen. Später wurde es nur als Empfolung
benutzt, und heute geben die Lehrer keine (offizielle)
Empfohlung. Etwa 33 % melden sich ans Gymnasium an [1].
Post by Quinn C
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
Was bedeutet das? (ich verstehe den Satz)
Ist Deutschland schlechter als Dänemark?
Es bedeutet, dass es in Deutschland ein Kastensystem strenger als
in Indien gibt, wo namhafte Ausnahmen, vom sozialen Aufstieg vom
Handwerker ins Bildungsbuergertum, so prominent sind, dass sie
200 Jahre spaeter noch in der Wikipedia stehen.
U***@web.de
2019-11-29 18:14:14 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Sprich, danach wurde weitgehend bestimmt,wer ins Gymnasium "gehört".
So ist es auch in Dänemark gewesen. Die Schüler bekamen das
Urteil "Geeignet", "vielleicht geeignet" und "nicht geeignet"
(fürs Gymnasium). Die Lehrer, die den Schüler kennte,
diskutierten und gab zuletzt das Urteil. Nicht-Geeignete konnten
nicht ins Gymnasium kommen. Später wurde es nur als Empfolung
benutzt, und heute geben die Lehrer keine (offizielle)
Empfohlung. Etwa 33 % melden sich ans Gymnasium an [1].
Post by Quinn C
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
Was bedeutet das? (ich verstehe den Satz)
Ist Deutschland schlechter als Dänemark?
Es bedeutet, dass es in Deutschland ein Kastensystem strenger als
in Indien gibt, wo namhafte Ausnahmen, vom sozialen Aufstieg vom
Handwerker ins Bildungsbuergertum, so prominent sind, dass sie
200 Jahre spaeter noch in der Wikipedia stehen.
Du bist ein Witzbold. Vor 200 Jahren war es einigermaßen unüblich.
Der Genosse der Bosse hatte es hingegen nicht als einziger seiner
Generation geschafft.
René Marquardt
2019-11-29 18:22:27 UTC
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Post by U***@web.de
Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Sprich, danach wurde weitgehend bestimmt,wer ins Gymnasium "gehört".
So ist es auch in Dänemark gewesen. Die Schüler bekamen das
Urteil "Geeignet", "vielleicht geeignet" und "nicht geeignet"
(fürs Gymnasium). Die Lehrer, die den Schüler kennte,
diskutierten und gab zuletzt das Urteil. Nicht-Geeignete konnten
nicht ins Gymnasium kommen. Später wurde es nur als Empfolung
benutzt, und heute geben die Lehrer keine (offizielle)
Empfohlung. Etwa 33 % melden sich ans Gymnasium an [1].
Post by Quinn C
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
Was bedeutet das? (ich verstehe den Satz)
Ist Deutschland schlechter als Dänemark?
Es bedeutet, dass es in Deutschland ein Kastensystem strenger als
in Indien gibt, wo namhafte Ausnahmen, vom sozialen Aufstieg vom
Handwerker ins Bildungsbuergertum, so prominent sind, dass sie
200 Jahre spaeter noch in der Wikipedia stehen.
Du bist ein Witzbold. Vor 200 Jahren war es einigermaßen unüblich.
Der Genosse der Bosse hatte es hingegen nicht als einziger seiner
Generation geschafft.
https://www.diw.de/de/diw_01.c.584241.de/themen_nachrichten/soziale_mobilitaet_in_deutschland_durchlaessigkeit_hat_sich_in_den_letzten_30_jahren_kaum_veraendert.html
Quinn C
2019-11-29 18:30:47 UTC
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Post by René Marquardt
Post by U***@web.de
Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
Was bedeutet das? (ich verstehe den Satz)
Ist Deutschland schlechter als Dänemark?
Es bedeutet, dass es in Deutschland ein Kastensystem strenger als
in Indien gibt, wo namhafte Ausnahmen, vom sozialen Aufstieg vom
Handwerker ins Bildungsbuergertum, so prominent sind, dass sie
200 Jahre spaeter noch in der Wikipedia stehen.
Du bist ein Witzbold. Vor 200 Jahren war es einigermaßen unüblich.
Der Genosse der Bosse hatte es hingegen nicht als einziger seiner
Generation geschafft.
https://www.diw.de/de/diw_01.c.584241.de/themen_nachrichten/soziale_mobilitaet_in_deutschland_durchlaessigkeit_hat_sich_in_den_letzten_30_jahren_kaum_veraendert.html
Der Unterschied zu den USA ist daß es dort die Einkommen der Eltern und
Kinder sind, die heutzutage stark korrelieren (dabei abwärts weisend -
aus der amerikanische Traum); in Deutschland ist die Korrelation auf
Bildungsseite höher als beim Einkommen. Soweit ich mich erinnere.
--
Bring home one dismembered body part, once, mind you, once,
and people get twitchy about checking your luggage ever after.
-- Vicereine Cordelia
in L. McMaster Bujold, Gentleman Jole and the Red Queen
Florian Ritter
2019-12-01 16:57:33 UTC
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Post by U***@web.de
Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
Was bedeutet das? (ich verstehe den Satz)
Ist Deutschland schlechter als Dänemark?
Es bedeutet, dass es in Deutschland ein Kastensystem strenger als
in Indien gibt, wo namhafte Ausnahmen, vom sozialen Aufstieg vom
Handwerker ins Bildungsbuergertum, so prominent sind, dass sie
200 Jahre spaeter noch in der Wikipedia stehen.
Du bist ein Witzbold. Vor 200 Jahren war es einigermaßen unüblich.
Nun, der Vater von Carl Friedrich Gauß konnte weder schreiben
noch rechnen, trotzdem ist aus Sohnemann einigermaßen was
geworden - FR
Manfred Hoß
2019-12-01 17:06:22 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
Was bedeutet das? (ich verstehe den Satz)
Ist Deutschland schlechter als Dänemark?
Es bedeutet, dass es in Deutschland ein Kastensystem strenger als
in Indien gibt, wo namhafte Ausnahmen, vom sozialen Aufstieg vom
Handwerker ins Bildungsbuergertum, so prominent sind, dass sie
200 Jahre spaeter noch in der Wikipedia stehen.
Du bist ein Witzbold. Vor 200 Jahren war es einigermaßen unüblich.
Nun, der Vater von Carl Friedrich Gauß konnte weder schreiben
noch rechnen, trotzdem ist aus Sohnemann einigermaßen was
geworden - FR
Ausnahmen bestätigen die Regel, habe ich früher sehr oft gehört.

Gruß
Manfred.
Florian Ritter
2019-12-01 17:40:07 UTC
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Post by Manfred Hoß
Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Du bist ein Witzbold. Vor 200 Jahren war es einigermaßen unüblich.
Nun, der Vater von Carl Friedrich Gauß konnte weder schreiben
noch rechnen, trotzdem ist aus Sohnemann einigermaßen was
geworden.
Ausnahmen bestätigen die Regel, habe ich früher sehr oft gehört.
War ein Schüler durch Pfarrer, Lehrer oder sonstewem als
hochbegabt erkannt, gab es zahlreiche Möglichkeiten der
Förderung - bei Gauß trat der Hannöversche Landesherr ein.
Auch vergaben die Universitäten Stipendien zahlreich.
Bekannt war die Univ. Greifswald für ihre Stipendienfonds.
In einem Liede wurde in jeder Strophe jeweils eine Univ.
kurz chartakterisiert - zu Greifswald hieß es (sinngemäß,
ich begebe mich jetzt nicht auf Nachsuche): Man reichte
mir durch's Zugfenster ein Stipendium herein und ich fuhr weiter.

FR
U***@web.de
2019-12-01 17:54:29 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by Manfred Hoß
Post by Florian Ritter
Nun, der Vater von Carl Friedrich Gauß konnte weder schreiben
noch rechnen, trotzdem ist aus Sohnemann einigermaßen was
geworden.
Ausnahmen bestätigen die Regel, habe ich früher sehr oft gehört.
War ein Schüler durch Pfarrer, Lehrer oder sonstewem als
hochbegabt erkannt, gab es zahlreiche Möglichkeiten der
Förderung - bei Gauß trat der Hannöversche Landesherr ein.
Hm. Der https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Wilhelm_Ferdinand_(Braunschweig-Wolfenb%C3%BCttel)
war keiner
Werner Tann
2019-12-01 18:44:57 UTC
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Post by Florian Ritter
War ein Schüler durch Pfarrer, Lehrer oder sonstewem als
hochbegabt erkannt, gab es zahlreiche Möglichkeiten der
Förderung
Oftmals waren aber Pfarrer, Lehrer und sonstewer Dummköpfe, die die
Begabung nicht erkannten oder nicht wussten, wie man sie fördern
könnte. Dazu kommt noch, dass die Eltern zustimmen mussten bei dem,
was der wohlmeinende Mentor vorschlug. Und gerade bei einfachen Leuten
zählten Bildung und Schulbesuch nicht wirklich viel.

Kurz, ich denke, du überschätzt die Aufstiegschancen begabter Kinder.
Wär's anders gewesen, wäre die Klassendurchlässigkeit gegeben gewesen,
damit der Klassenbegriff hinfällig, und man hätte Marx für seine
Theorien ausgelacht.
U***@web.de
2019-12-01 17:29:55 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Bis heute zeichnet sich Deutschland durch besonders geringe
Bildungsmobilität aus.
Was bedeutet das? (ich verstehe den Satz)
Ist Deutschland schlechter als Dänemark?
Es bedeutet, dass es in Deutschland ein Kastensystem strenger als
in Indien gibt, wo namhafte Ausnahmen, vom sozialen Aufstieg vom
Handwerker ins Bildungsbuergertum, so prominent sind, dass sie
200 Jahre spaeter noch in der Wikipedia stehen.
Du bist ein Witzbold. Vor 200 Jahren war es einigermaßen unüblich.
Nun, der Vater von Carl Friedrich Gauß konnte weder schreiben
Er übte wechselnde Berufe aus. Überliefert unter anderen:
Kaufmannsassistent und Schatzmeister einer kleinen Versicherungsgesellschaft.
Post by Florian Ritter
noch rechnen, trotzdem ist aus Sohnemann einigermaßen was
geworden
Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig förderte den Wunderknaben
finanziell.
Heinz Lohmann
2019-12-02 01:33:29 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Du bist ein Witzbold. Vor 200 Jahren war es einigermaßen unüblich.
Nun, der Vater von Carl Friedrich Gauß konnte weder schreiben
noch rechnen, trotzdem ist aus Sohnemann einigermaßen was
geworden - FR
Der Sohnemann soll den Vater bei Lohnabrechnungen korrigiert haben.
Zumindest schien der Vater Zahlen schreiben zu können.

Hier übrigens ein Brief von Gauß an seine Eltern:
https://gauss.adw-goe.de/handle/gauss/1764
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Werner Tann
2019-11-29 13:28:46 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Kommt mir auch merkwürdig vor. Seinerzeit zu meiner Zeit gab's das
nicht. Die Stammdaten der Eltern haben im Klassenbuch nichts verloren,
denn zumindest früher lag das Klassenbuch auch in den Pausen immer in
der Klasse rum, damit es alle Schüler ggf. misshandeln oder
verschwinden lassen konnten. Das kam aber nur in wirklichen
Problemklassen vor, von denen es damals verschwindend wenige gab,
wenigsten in den Gymnasien (alles auf AT bezogen).
Hans
2019-11-29 14:15:20 UTC
Antworten
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Kommt mir auch merkwürdig vor. Seinerzeit zu meiner Zeit gab's das
nicht. Die Stammdaten der Eltern haben im Klassenbuch nichts verloren,
denn zumindest früher lag das Klassenbuch auch in den Pausen immer in
der Klasse rum, damit es alle Schüler ggf. misshandeln oder
verschwinden lassen konnten. Das kam aber nur in wirklichen
Problemklassen vor, von denen es damals verschwindend wenige gab,
wenigsten in den Gymnasien (alles auf AT bezogen).
Ich war in AT in einem Gymnasium, und in der Oberstufe war auf einmal
das Klassenbuch verschwunden. Resultat: Sippenhaftung, die ganze Klasse
bekam Karzer für einige Stunden, und da verbrannten wir weisungsgemäß
uralte Hefte von Schularbeiten im Schulhof.

War eine Hetz, also eine nette Sache.

Hans
Frank Hucklenbroich
2019-11-29 14:41:12 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Kommt mir auch merkwürdig vor. Seinerzeit zu meiner Zeit gab's das
nicht. Die Stammdaten der Eltern haben im Klassenbuch nichts verloren,
denn zumindest früher lag das Klassenbuch auch in den Pausen immer in
der Klasse rum, damit es alle Schüler ggf. misshandeln oder
verschwinden lassen konnten. Das kam aber nur in wirklichen
Problemklassen vor, von denen es damals verschwindend wenige gab,
wenigsten in den Gymnasien (alles auf AT bezogen).
Mit dem Klassenbuch haben wir auf dem Gymnasium auch so mache Späße
getrieben. Einmal haben wir in der Mittelstufe einen fiktiven Schüler
erfunden, der hieß "Felix Zobel", weil das "Z" am Ende des Alphabetes bei
uns noch frei war (dazwischenschreiben konnte man den ja schlecht).

Der wurde dann am Anfang der Stunde immer mit aufgerufen, und war natürlich
nie anwesend. Dazu erzählten wir dann immer Geschichte, daß der arme Felix
mal wieder krank sei, aber nächste Woche seie er sicher wieder da.
Irgendwann präsentierten wir ihn denn (es war der Freund einer Mitschülerin
von einer anderen Schule der einen freien Tag hatte), und die Lehrer, die
Zweifel an seiner Existenz hatten, waren nun doppelt überrascht.

Inwiefern die Lehrer uns das tatsächlich abgekauft haben, weiß ich
natürlich nicht, jedenfalls haben sie das Spielchen eine zeitlang
mitgespielt.

War ein städtisches Gymnasium mit ca. 1.000 Schülern, von der Klientel her
eher Bildungsbürgertum.

Grüße,

Frank
Werner Tann
2019-11-29 16:19:54 UTC
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Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Inwiefern die Lehrer uns das tatsächlich abgekauft haben, weiß ich
natürlich nicht, jedenfalls haben sie das Spielchen eine zeitlang
mitgespielt.
War ein städtisches Gymnasium mit ca. 1.000 Schülern, von der Klientel her
eher Bildungsbürgertum.
Süß. Das erinnert mich irgendwie an die alten Lehrerklamotten mit dem
Rühmann, als man die Pauker noch nicht verprügelte, sondern ihn Leim
auf den Sessel schmierte.
Heinz Lohmann
2019-11-30 01:51:54 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Mit dem Klassenbuch haben wir auf dem Gymnasium auch so mache Späße
getrieben. Einmal haben wir in der Mittelstufe einen fiktiven Schüler
erfunden, der hieß "Felix Zobel", weil das "Z" am Ende des Alphabetes bei
uns noch frei war (dazwischenschreiben konnte man den ja schlecht).
Der wurde dann am Anfang der Stunde immer mit aufgerufen, und war natürlich
nie anwesend. Dazu erzählten wir dann immer Geschichte, daß der arme Felix
mal wieder krank sei, aber nächste Woche seie er sicher wieder da.
Irgendwann präsentierten wir ihn denn (es war der Freund einer Mitschülerin
von einer anderen Schule der einen freien Tag hatte), und die Lehrer, die
Zweifel an seiner Existenz hatten, waren nun doppelt überrascht.
Inwiefern die Lehrer uns das tatsächlich abgekauft haben, weiß ich
natürlich nicht, jedenfalls haben sie das Spielchen eine zeitlang
mitgespielt.
War ein städtisches Gymnasium mit ca. 1.000 Schülern, von der Klientel her
eher Bildungsbürgertum.
Sicher haben sie ihn für einen Verwandten von Alfred E. Neumann gehalten
oder für einen Neffen von Jakob Maria Mierscheid.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Schmitz
2019-12-01 19:33:01 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Mit dem Klassenbuch haben wir auf dem Gymnasium auch so mache Späße
getrieben. Einmal haben wir in der Mittelstufe einen fiktiven Schüler
erfunden, der hieß "Felix Zobel", weil das "Z" am Ende des Alphabetes bei
uns noch frei war (dazwischenschreiben konnte man den ja schlecht).
Und ihr habt die Schrift desjenigen nachahmen können, der die echten Einträge
gemacht hat? Mindestens derjenige wird gemerkt haben, dass der Felix nicht
existiert. Und die anderen Lehrer hätte man auch nur reinlegen können, wenn
die sich nicht interessiert hätten und der Eintrag schon am Schuljahresanfang
da stand.
Frank Hucklenbroich
2019-12-02 07:59:08 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Frank Hucklenbroich
Mit dem Klassenbuch haben wir auf dem Gymnasium auch so mache Späße
getrieben. Einmal haben wir in der Mittelstufe einen fiktiven Schüler
erfunden, der hieß "Felix Zobel", weil das "Z" am Ende des Alphabetes bei
uns noch frei war (dazwischenschreiben konnte man den ja schlecht).
Und ihr habt die Schrift desjenigen nachahmen können, der die echten Einträge
gemacht hat?
Wir haben uns zumindest Mühe gegeben.
Post by Stefan Schmitz
Mindestens derjenige wird gemerkt haben, dass der Felix nicht
existiert. Und die anderen Lehrer hätte man auch nur reinlegen können, wenn
die sich nicht interessiert hätten und der Eintrag schon am Schuljahresanfang
da stand.
Der Legende nach war der zugezogen und kam deshalb im laufenden Schuljahr
hinzu.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2019-12-01 17:45:46 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Kommt mir auch merkwürdig vor. Seinerzeit zu meiner Zeit gab's das
nicht. Die Stammdaten der Eltern haben im Klassenbuch nichts verloren (...)
In der DDR war im Klassenbuch hinter dem Namen ein Kästchen
für die soziale Zuordnung ohne Berufsangabe - der Staat
wähnte sich ja im "Klassenkampf".
Neben meinem Namen stand "I", was für "Intelligenz" stand.
Kommt bei Marx "Intelligenz" als soziale Gruppe überhaupt
vor? Ich halte das eher für eine russische Erfindung - FR
Wie auch immer:

Parteilich
sollte die Sozialpolitik sein und vor allem „den Interessen der herrschenden
Arbeiterklasse und
ihrer Verbündeten“22 dienen, also auch den Interessen „der Klasse der
Genossenschaftsbauern,
der Intelligenz sowie der anderen werktätigen Schichten“23.

https://core.ac.uk/download/pdf/71724510.pdf

Vielleicht hatte Marx zu prognostizieren versäumt:

Es kam zu einem sich über viele Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts erstreckenden
Prozeß der Verlagerung von geistiger Arbeit in den Bereich der Arbeiterklasse.
(Andre Leisewitz, Klassen in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt/M 1977,
S.59) Der Anteil der qualifizierten Arbeiter erhöhte sich. Eine größere Gruppe
der anwachsenden wissenschaftlich-technischen Intelligenz (Chemiker, Physiker,
Ingenieure), die mit dem Produktions- und Forschungsprozess verbunden ist,
gehört heute objektiv zur Arbeiterklasse, ebenso wie die Mehrzahl der in
der Produktion beschäftigten Angestellten.

http://www.marx-engels-stiftung.de/debatte1.html
Frank Hucklenbroich
2019-11-29 13:35:20 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Ooch, da fallen mir so einige Dinge ein, die man heute unter "Korruption"
zusammenfassen könnte.

Der Vater ist Malermeister? Oh, wir hätten da unser Haus zu streichen. Aber
bitte 50% Rabatt, dann bekommt der Sohn noch seine Gnadenvier.

Grüße,

Frank
Roland Franzius
2019-11-29 15:10:49 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Ooch, da fallen mir so einige Dinge ein, die man heute unter "Korruption"
zusammenfassen könnte.
Der Vater ist Malermeister? Oh, wir hätten da unser Haus zu streichen. Aber
bitte 50% Rabatt, dann bekommt der Sohn noch seine Gnadenvier.
Einer der Gründe, warum sich die Einwohner Westfalens und des Bistums
Köln nie recht mit der preußischen Herrschaft anfreunden konnten.

Das hergebrachte Verhalten endete dann typischerweise mit Versetzung ins
Emsland.

Das mit den Preußen ist gottlob seit 1948 wieder zuende und man pflegt
mit Rückendeckung des BVG die hergebrachten Grundsätze des
Berufsbeamtentums und dazu gehört zumindest in Westfalen ein Körbchen
mit Schinken, Dauerwurst, einem Hühnchen und einer Flasche Steinhäger zu
den Festtagen.
--
Roland Franzius
Frank Hucklenbroich
2019-11-30 20:25:51 UTC
Antworten
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Post by Roland Franzius
Das mit den Preußen ist gottlob seit 1948 wieder zuende und man pflegt
mit Rückendeckung des BVG die hergebrachten Grundsätze des
Berufsbeamtentums und dazu gehört zumindest in Westfalen ein Körbchen
mit Schinken, Dauerwurst, einem Hühnchen und einer Flasche Steinhäger zu
den Festtagen.
Und heute muß die arme Grundschullehrerin schon ein schlechtes Gewissen
haben, wenn sie von der Elternpflegschaft einen bunten Blumenstrauß und
einen Büchergutschein über 20 € überreicht bekommt.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2019-12-01 10:53:54 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Roland Franzius
Das mit den Preußen ist gottlob seit 1948 wieder zuende und man pflegt
mit Rückendeckung des BVG die hergebrachten Grundsätze des
Berufsbeamtentums und dazu gehört zumindest in Westfalen ein Körbchen
mit Schinken, Dauerwurst, einem Hühnchen und einer Flasche Steinhäger zu
den Festtagen.
Und heute muß die arme Grundschullehrerin schon ein schlechtes Gewissen
haben, wenn sie von der Elternpflegschaft
Von der was bitte?
Post by Frank Hucklenbroich
einen bunten Blumenstrauß und
einen Büchergutschein über 20 € überreicht bekommt.
Vorteilsnahme. Hat man früher nicht so eng gesehen,
wie auch die Vermittlung von Beamtenversicherungen
durch in der Dienststelle diensttuende Beamte
in der Dienstzeit.

Gruß, ULF
Florian Ritter
2019-12-01 18:01:22 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
einen bunten Blumenstrauß und
einen Büchergutschein über 20 € überreicht bekommt.
Vorteilsnahme. Hat man früher nicht so eng gesehen,
wie auch die Vermittlung von Beamtenversicherungen
durch in der Dienststelle diensttuende Beamte
in der Dienstzeit.
"Geldwerter Vorteil" fällt mir da bei.

Meine Mutter bekam von Patienten so allerhandlei ins
Ordinationszimmer geschleppt. Schweinefilet (in der DDR
ein Rarum) ging ja an, aber ein ungerupftes Huhn war
dann doch etwas zu hart. Überbrühen und rupfen wurde
einer mecklenburgischen Hausangestellten überlassen -
der dabei freigesetzte Gestank war so infernalisch, daß
wir anempfahlen, die Annahme weiterer Hühner zu verweigern - FR
Frank Hucklenbroich
2019-12-02 08:03:27 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Roland Franzius
Das mit den Preußen ist gottlob seit 1948 wieder zuende und man pflegt
mit Rückendeckung des BVG die hergebrachten Grundsätze des
Berufsbeamtentums und dazu gehört zumindest in Westfalen ein Körbchen
mit Schinken, Dauerwurst, einem Hühnchen und einer Flasche Steinhäger zu
den Festtagen.
Und heute muß die arme Grundschullehrerin schon ein schlechtes Gewissen
haben, wenn sie von der Elternpflegschaft
Von der was bitte?
Elternpflegschaft. So nennt man die (meistens sind es zwei je Klasse)
Elternvetreter, die einmal jährlich beim Elternabend von den anderen Eltern
gewählt werden, um an diversen Sitzungen mit den Lehrern teilzunehmen.

Eine Stufe darüber ist dann die Schulpflegschaft, das sind dann
Elternvertreter, die direkt mit dem Direktor zusammenarbeiten.
Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
einen bunten Blumenstrauß und
einen Büchergutschein über 20 € überreicht bekommt.
Vorteilsnahme.
Ja, klar, aber wenn es in so einem kleinen Rahmen bleibt, mutet es mitunter
etwas lächerlich an.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2019-12-02 08:09:47 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Roland Franzius
Das mit den Preußen ist gottlob seit 1948 wieder zuende und man pflegt
mit Rückendeckung des BVG die hergebrachten Grundsätze des
Berufsbeamtentums und dazu gehört zumindest in Westfalen ein Körbchen
mit Schinken, Dauerwurst, einem Hühnchen und einer Flasche Steinhäger zu
den Festtagen.
Und heute muß die arme Grundschullehrerin schon ein schlechtes Gewissen
haben, wenn sie von der Elternpflegschaft
Von der was bitte?
Elternpflegschaft. So nennt man die (meistens sind es zwei je Klasse)
Elternvetreter, die einmal jährlich beim Elternabend von den anderen Eltern
gewählt werden, um an diversen Sitzungen mit den Lehrern teilzunehmen.
Eine Stufe darüber ist dann die Schulpflegschaft, das sind dann
Elternvertreter, die direkt mit dem Direktor zusammenarbeiten.
Den Begriff "Pflegschaft", möge er auch von Eurem Landesgesetzgeber
eingeführt worden sein, halte ich hier für deplaziert.


IN RLP gibt es Schulelternbeiräte und einen Landeselterneirat.
https://bm.rlp.de/fileadmin/mbwwk/Publikationen/Bildung/Elternmitwirkung_in_RLP.pdf

Gruß, ULF
Diedrich Ehlerding
2019-12-02 08:14:51 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Elternpflegschaft. So nennt man
jedenfalls in manchen Bundesländern
Post by Frank Hucklenbroich
die (meistens sind es zwei je Klasse)
Elternvetreter, die einmal jährlich beim Elternabend von den anderen
Eltern gewählt werden, um an diversen Sitzungen mit den Lehrern
teilzunehmen.
Zu meiner Schulzeit (Hessen) hieß das "Elternbeirat" und zu der meiner
Tochter (Niedersachsen) "Elternvertreter". Die hierzugruppe unzitierbare
Allwissende kennt noch mehr Synonyme.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2019-12-02 08:26:42 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
[Elternpflegschaft]
Zu meiner Schulzeit (Hessen) hieß das "Elternbeirat" und zu der
meiner Tochter (Niedersachsen) "Elternvertreter".
Dito.

Allerdings wäre es denen (oder anderen Eltern) niemals in den Sinn
gekommen, den Lehrern etwas zu schenken. Weshalb auch?

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan. Für gezierte Taeler in verschmierten Welten!
(Sloganizer)
Ralph Aichinger
2019-12-02 08:30:48 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Allerdings wäre es denen (oder anderen Eltern) niemals in den Sinn
gekommen, den Lehrern etwas zu schenken. Weshalb auch?
Eigentlich wird typischerweise bei jeder Art von Treffen
das aus sozialen Charakter hat früher oder später irgendwem
was geschenkt, sei es weil er Geburtstag hat, sei es um sich
für über die bezahlte Arbeit hinausgehende Tätigkeiten zu
bedanken, sei es, weil Leute sich einfach gerne was schenken.

In unserer Firma steht ca. jeden zweiten Tag eine große Torte
oder ein Kuchen in der Küche, den irgendwer mitgebracht hat.
Ich denke in anderen Organisationen gibt es ähnliche Rituale.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Florian Ritter
2019-12-01 17:50:24 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Ooch, da fallen mir so einige Dinge ein, die man heute unter "Korruption"
zusammenfassen könnte.
Der Vater ist Malermeister? Oh, wir hätten da unser Haus zu streichen. Aber
bitte 50% Rabatt, dann bekommt der Sohn noch seine Gnadenvier.
Der zuständige Stadtbezirksschulrat war Patient meiner Mutter,
was meinem Bruder den Weg zum Abitur eröffnete - FR
U***@web.de
2019-11-29 17:06:14 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Kann man auch in die Schülerakte schreiben. Auf
alten Schulzeugnissen fand ich ihn schon erwähnt.

Gruß, ULF
René Marquardt
2019-11-29 18:05:30 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Vater ist Lasterfahrer, Mutter Friseuse, kann ich es mir eigentlich sparen,
den Eltern einen Brief zu schicken, dass sie mit Schackeliene mal ein
bisschen Lesen ueben sollen.
Uwe Schickedanz
2019-12-01 20:43:59 UTC
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On Fri, 29 Nov 2019 10:05:30 -0800 (PST), René Marquardt
Post by René Marquardt
Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
Vater ist Lasterfahrer, Mutter Friseuse, kann ich es mir eigentlich sparen,
den Eltern einen Brief zu schicken, dass sie mit Schackeliene mal ein
bisschen Lesen ueben sollen.
Na ein Glück, daß du nicht Kevin heißen tust...

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Heinz Lohmann
2019-11-30 01:43:53 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
In meinem Fall gab es in der 1. Grundschulklasse einen Schüler, der den
gleichen Vor- und Familiennamen hatte wie ich. Da stand dann auf den
Klassenarbeitsheften hinter meinem Namen ein S, hinter seinem Namen ein B.

Sowas kann hier in Taiwan praktisch nicht passieren ...
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Quinn C
2019-11-30 04:52:39 UTC
Antworten
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Post by Heinz Lohmann
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
In meinem Fall gab es in der 1. Grundschulklasse einen Schüler, der den
gleichen Vor- und Familiennamen hatte wie ich. Da stand dann auf den
Klassenarbeitsheften hinter meinem Namen ein S, hinter seinem Namen ein B.
Und die Buchstaben standen für den Beruf der Eltern? Hattet ihr keine
zweiten Vornamen?

Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Post by Heinz Lohmann
Sowas kann hier in Taiwan praktisch nicht passieren ...
Warum nicht? Sind die Leute so kreativ?
Oder nur nicht mit Deinem Namen?
--
da kamen abermals in das Elsas uber die Zaberer steig ein volck, die
nante man auch die Engelländer und gugeler B. HERTZOG
Heinz Lohmann
2019-11-30 06:13:16 UTC
Antworten
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Post by Quinn C
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
In meinem Fall gab es in der 1. Grundschulklasse einen Schüler, der den
gleichen Vor- und Familiennamen hatte wie ich. Da stand dann auf den
Klassenarbeitsheften hinter meinem Namen ein S, hinter seinem Namen ein B.
Und die Buchstaben standen für den Beruf der Eltern? Hattet ihr keine
zweiten Vornamen?
Es war der Beruf der Eltern. Auf die Idee mit dem zweiten Namen ist die
Lehrerin nicht gekommen.
Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Post by Heinz Lohmann
Sowas kann hier in Taiwan praktisch nicht passieren ...
Warum nicht? Sind die Leute so kreativ?
Oder nur nicht mit Deinem Namen?
Es gibt zwar nur ca. 100 gängige Familiennamen, aber der Vorname wird in
Taiwan meist aus zwei Zeichen frei kombiniert, oft auch nach Rat eines
Wahrsagers ein bis zwei seltene Zeichen. Und da gibt es so viele
Möglichkeiten, dass ich noch nie zwei Leute mit demselben
Personennamen/Vornamen in einem Kurs hatte.

Stattdessen mal drei sehr ähnliche gesprochene Familiennamen:
石 shí
史 shǐ
施 shī
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Christina Kunze
2019-11-30 06:15:44 UTC
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Post by Quinn C
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
In meinem Fall gab es in der 1. Grundschulklasse einen Schüler, der den
gleichen Vor- und Familiennamen hatte wie ich. Da stand dann auf den
Klassenarbeitsheften hinter meinem Namen ein S, hinter seinem Namen ein B.
Und die Buchstaben standen für den Beruf der Eltern? Hattet ihr keine
zweiten Vornamen?
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Die Kinder finden das u.U. gar nicht witzig.
Mein eines Kind hat sich nach einer Grundschulzeit mit Vorname +
Anfangsbuchstaben des Nachnamens in der Gymnasialklasse, als der Vorname
wieder zweimal vorkam, kurzerhand einen Namen ausgedacht. Da das gleich
am Anfang war, haben sich alle an diesen Namen gewöhnt (auch die
Lehrer). Interessant finde ich, dass nicht der zweite Vorname benutzt
wurde.

chr
Quinn C
2019-11-30 16:22:22 UTC
Antworten
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Quinn C
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralph Aichinger
Welchen praktischen Grund gibt es, den Beruf der Eltern ins Klassenbuch zu
schreiben?
In meinem Fall gab es in der 1. Grundschulklasse einen Schüler, der den
gleichen Vor- und Familiennamen hatte wie ich. Da stand dann auf den
Klassenarbeitsheften hinter meinem Namen ein S, hinter seinem Namen ein B.
Und die Buchstaben standen für den Beruf der Eltern? Hattet ihr keine
zweiten Vornamen?
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Die Kinder finden das u.U. gar nicht witzig.
In der Tat. Ich fand es schon damals problematisch, und es wurde auch
nicht oft verwendet, nach ein paar Monaten nicht mehr, WIMRE
Post by Christina Kunze
Mein eines Kind hat sich nach einer Grundschulzeit mit Vorname +
Anfangsbuchstaben des Nachnamens in der Gymnasialklasse, als der Vorname
wieder zweimal vorkam, kurzerhand einen Namen ausgedacht. Da das gleich
am Anfang war, haben sich alle an diesen Namen gewöhnt (auch die
Lehrer). Interessant finde ich, dass nicht der zweite Vorname benutzt
wurde.
In den Kreisen, in denen ich jetzt verkehre, versucht man es
normalerweise zuerst mit Kurznamen. Im obigen Beispiel hätte eine der
beiden "Nikki" sein können. Wir hatten im Chor schon mal Catherine,
Cathy und Kate, im Ausweis alle K/Catherine. Auf der Arbeit hatten wir
drei Alex, da läßt sich nicht viel kürzen, also waren sie Alex B, Alex
C und Alex D, nach dem Familiennamen (nicht etwa, weil Alex A gekündigt
hatte).
--
Motives? Who cares for motives? Humans, perhaps.
-- Klingon Ambassador Kell
Manfred Hoß
2019-11-30 07:51:38 UTC
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Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
In einer Klasse, die ich besuchte, waren vier Jungen, die mit Vornamen
Thomas hießen. Wenn der Lehrer/die Lehrerin hereinkam, so musste er/sie nur
sagen "Thomas, sei ruhig" und die komplette Klasse war still.

Gruß
Manfred.
Werner Tann
2019-11-30 09:06:01 UTC
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Post by Manfred Hoß
In einer Klasse, die ich besuchte, waren vier Jungen, die mit Vornamen
Thomas hießen. Wenn der Lehrer/die Lehrerin hereinkam, so musste er/sie nur
sagen "Thomas, sei ruhig" und die komplette Klasse war still.
Selbst wenn man das an heutige Verhältnisse anpasst und statt "Thomas"
"Mohammed" sagt, wird es in der Klasse mit Garantie nicht still. Was
vielleicht an den heutigen Verhältnissen liegt.
Bertel Lund Hansen
2019-11-30 08:49:09 UTC
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Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Zwei meiner Eks-Kollegen heissen "Jan Ry" und "Jan Rye". Sie sind
so ähnlich, dass sie immer verwechselt wurden - und damit machten
sie natürlich viel Spass. Sie waren gleich alt, aber der eine
nannten wir "gammel Ry", der andere "ny Ry" - weil er später als
der erste gekommen war.
--
/Bertel - aus Dänemark
Hans
2019-11-30 09:21:34 UTC
Antworten
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Zwei meiner Eks-Kollegen heissen "Jan Ry" und "Jan Rye". Sie sind
so ähnlich, dass sie immer verwechselt wurden - und damit machten
sie natürlich viel Spass. Sie waren gleich alt, aber der eine
nannten wir "gammel Ry", der andere "ny Ry" - weil er später als
der erste gekommen war.
Wobei "gammel" ja "alt" heißt. Dagegen hat "Gammel" auf Deutsch eine
völlig andere Bedeutung:

https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Gammel

Hans
U***@web.de
2019-11-30 09:24:39 UTC
Antworten
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Post by Hans
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Zwei meiner Eks-Kollegen heissen "Jan Ry" und "Jan Rye". Sie sind
so ähnlich, dass sie immer verwechselt wurden - und damit machten
sie natürlich viel Spass. Sie waren gleich alt, aber der eine
nannten wir "gammel Ry", der andere "ny Ry" - weil er später als
der erste gekommen war.
Wobei "gammel" ja "alt" heißt. Dagegen hat "Gammel" auf Deutsch eine
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Gammel
Nicht völlig. Vergammelt: für den Genuß zu alt und fern jeder Frische.
Bertel Lund Hansen
2019-11-30 09:53:15 UTC
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Post by Hans
Post by Bertel Lund Hansen
nannten wir "gammel Ry", der andere "ny Ry" - weil er später als
der erste gekommen war.
Wobei "gammel" ja "alt" heißt. Dagegen hat "Gammel" auf Deutsch eine
Deshalb die Kleinschreibung ...
Post by Hans
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Gammel
Da steht aber auch "gammeln", dessen Bedeutung die dänische
ähnelt.
--
/Bertel - aus Dänemark
Markus Loch
2019-11-30 13:11:25 UTC
Antworten
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Hans
Post by Bertel Lund Hansen
nannten wir "gammel Ry", der andere "ny Ry" - weil er später als
der erste gekommen war.
Wobei "gammel" ja "alt" heißt. Dagegen hat "Gammel" auf Deutsch eine
Deshalb die Kleinschreibung ...
Post by Hans
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Gammel
Da steht aber auch "gammeln", dessen Bedeutung die dänische
ähnelt.
hebräisch: gamal = alt

Gruss
Markus
Florian Ritter
2019-12-01 18:56:09 UTC
Antworten
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Hans
Wobei "gammel" ja "alt" heißt. Dagegen hat "Gammel" auf Deutsch eine
Deshalb die Kleinschreibung ...
Post by Hans
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Gammel
Da steht aber auch "gammeln", dessen Bedeutung die dänische
ähnelt.
Ich bin ja mehr für Gammel Dansk - FR
Sergio Gatti
2019-11-30 12:57:12 UTC
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Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Nikola mit k? Wo kamen die Eltern her? Und waren die zwei
Nikolas Jungs oder Mädchen?
Die letzte Frage deshalb, weil die italienische Wikipedia
mehrere Personen mit dem Vornamen Nikola kennt. Dabei sind
die wenigen aus der ehemaligen Tschechoslowakei Frauen, die
zahlreichen aus Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien Männer.
U***@web.de
2019-11-30 13:27:07 UTC
Antworten
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Post by Sergio Gatti
Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Nikola mit k? Wo kamen die Eltern her? Und waren die zwei
Nikolas Jungs oder Mädchen?
Die letzte Frage deshalb, weil die italienische Wikipedia
mehrere Personen mit dem Vornamen Nikola kennt. Dabei sind
die wenigen aus der ehemaligen Tschechoslowakei Frauen, die
zahlreichen aus Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien Männer.
Wie der serbische Herr Tesla.
Frank Hucklenbroich
2019-11-30 20:29:33 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Sergio Gatti
Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Nikola mit k? Wo kamen die Eltern her? Und waren die zwei
Nikolas Jungs oder Mädchen?
Die letzte Frage deshalb, weil die italienische Wikipedia
mehrere Personen mit dem Vornamen Nikola kennt. Dabei sind
die wenigen aus der ehemaligen Tschechoslowakei Frauen, die
zahlreichen aus Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien Männer.
Wie der serbische Herr Tesla.
Du bist mir zuvor gekommen, den wollte ich auch gerade anführen.

Grüße,

Frank
Uwe Schickedanz
2019-12-01 20:45:58 UTC
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On Sat, 30 Nov 2019 21:29:33 +0100, Frank Hucklenbroich
Post by Frank Hucklenbroich
Du bist mir zuvor gekommen, den wollte ich auch gerade anführen.
Da wir hier in desd sind - da ist ein Leerzeichen zuviel in deinem
Satz.

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Quinn C
2019-11-30 16:22:22 UTC
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Post by Sergio Gatti
Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Nikola mit k? Wo kamen die Eltern her? Und waren die zwei
Nikolas Jungs oder Mädchen?
Mit c oder k kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen, ich habe k
gewählt, weil ich es für die in Deutschland übliche Schreibweise halte.
Sie waren beide Mädchen, kein mir bekannter nichtdeutscher Hintergrund.

Fünfte Klasse, das war damals Gymnasium, und da waren plötzlich nur
noch ganz wenige "Ausländerkinder". In der Grundschule hatte ich in
einer Klasse Mitschüler, deren Eltern Italiener, Türken oder Perser
waren (und wo ich das wußte). Als ich Abitur gemacht habe, war im
ganzen Jahrgang unter fast 250 Schülern genau einer mit türkischem
Namen, eine asiatisch aussehende Mitschülerin (adoptiert) und einer mit
einem schwarzen Elternteil. Die fielen auf wie bunte Hunde. Drei oder
vier mit einem persischen Elternteil. Aussiedlerischen Hintergrund
hatten wohl etliche.
--
The bee must not pass judgment on the hive. (Voxish proverb)
-- Robert C. Wilson, Vortex (novel), p.125
Manfred Hoß
2019-11-30 17:06:41 UTC
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Post by Quinn C
Als ich Abitur gemacht habe, war im
ganzen Jahrgang unter fast 250 Schülern genau einer mit türkischem
Namen, eine asiatisch aussehende Mitschülerin (adoptiert) und einer mit
einem schwarzen Elternteil. Die fielen auf wie bunte Hunde. Drei oder
vier mit einem persischen Elternteil. Aussiedlerischen Hintergrund
hatten wohl etliche.
Inzwischen machen sehr viel mehr Schüler mit Migrationshintergrund Abitur,
aber selbst diese Form der Integration ist für die Rechten Anlass, gegen
die Schüler zu hetzen.

https://twitter.com/RainerLeurs/status/1197083327997583360

Gruß
Manfred.
Sergio Gatti
2019-11-30 19:40:20 UTC
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Post by Manfred Hoß
Inzwischen machen sehr viel mehr Schüler mit Migrationshintergrund Abitur,
aber selbst diese Form der Integration ist für die Rechten Anlass, gegen
die Schüler zu hetzen.
https://twitter.com/RainerLeurs/status/1197083327997583360
Ars**lö**** bleiben Ars**lö****.
Was ich vor fast 40 Jahren nicht gesehen und bedacht habe:
Sie sterben nicht aus. Wenn doch, sie stecken vorher Jüngere an.

Schönes Wochenende, trotz der schrecklichen und
abschreckenden Nachricht in deinem Link! Einige Leser sind
von diesem Glückwunsch ausdrücklich ausgeschlossen.
Manfred Hoß
2019-11-30 21:02:45 UTC
Antworten
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Post by Sergio Gatti
Post by Manfred Hoß
Inzwischen machen sehr viel mehr Schüler mit Migrationshintergrund Abitur,
aber selbst diese Form der Integration ist für die Rechten Anlass, gegen
die Schüler zu hetzen.
https://twitter.com/RainerLeurs/status/1197083327997583360
Ars**lö**** bleiben Ars**lö****.
Sie sterben nicht aus. Wenn doch, sie stecken vorher Jüngere an.
Zumindest versuchen sie es mit einseitiger Themen- und diskriminierender
Wortwahl. Und dann sind manche von ihnen noch zu feige, mit ihrem eigenen
Namen zu ihrer menschenverachtenden Hetze zu stehen.
Post by Sergio Gatti
Schönes Wochenende, trotz der schrecklichen und
abschreckenden Nachricht in deinem Link!
Dir auch ein schönes Wochenende.

Gruß
Manfred.
Frank Hucklenbroich
2019-11-30 20:36:18 UTC
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Post by Quinn C
Post by Sergio Gatti
Post by Quinn C
Wir hatten zwei Nikolas in der fünften Klasse, da hat die Lehrerin nach
dem Zweitnamen gefragt - beides Mal Maria. Aber einmal mit Bindestrich,
einmal ohne. Also waren sie fortan "Nikola mit" und "Nikola ohne".
Nikola mit k? Wo kamen die Eltern her? Und waren die zwei
Nikolas Jungs oder Mädchen?
Mit c oder k kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen, ich habe k
gewählt, weil ich es für die in Deutschland übliche Schreibweise halte.
Sie waren beide Mädchen, kein mir bekannter nichtdeutscher Hintergrund.
Fünfte Klasse, das war damals Gymnasium, und da waren plötzlich nur
noch ganz wenige "Ausländerkinder". In der Grundschule hatte ich in
einer Klasse Mitschüler, deren Eltern Italiener, Türken oder Perser
waren (und wo ich das wußte).
Ich war auf einer städtischen katholischen Grundschule, da war der einzige
Ausländer ein Pole, der in der 3. Klasse zu uns kam, seine Eltern waren
wohl in den Westen geflüchtet.
Post by Quinn C
Als ich Abitur gemacht habe, war im
ganzen Jahrgang unter fast 250 Schülern genau einer mit türkischem
Namen, eine asiatisch aussehende Mitschülerin (adoptiert) und einer mit
einem schwarzen Elternteil. Die fielen auf wie bunte Hunde.
Bei uns ca. 100 Abiturienten, davon einige Türkinnen, eine halb-schwarze
Deutsche (in Deutschland geboren, Vater Sudanese), ein paar Asiaten (Korea,
Indonesien, Japan) und ein paar Jungs aus Jugoslawien. Von letzteren ist
einer ein Jahr nach dem Abi im Jugoslawienkrieg gefallen (wo er es wohl bei
den Kroaten bis zum Offizier gebracht hatte). Was ich damals ziemlich krass
fand, denn "im Krieg gefallen" kannte ich bis dato nur von meinen
Großeltern, das war mir unbegreiflich, der war gerade mal 21.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2019-12-01 13:43:57 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Quinn C
Als ich Abitur gemacht habe, war im
ganzen Jahrgang unter fast 250 Schülern genau einer mit türkischem
Namen, eine asiatisch aussehende Mitschülerin (adoptiert) und einer mit
einem schwarzen Elternteil. Die fielen auf wie bunte Hunde.
Bei uns ca. 100 Abiturienten, davon einige Türkinnen, eine halb-schwarze
Deutsche (in Deutschland geboren, Vater Sudanese), ein paar Asiaten (Korea,
Indonesien, Japan) und ein paar Jungs aus Jugoslawien. Von letzteren ist
einer ein Jahr nach dem Abi im Jugoslawienkrieg gefallen (wo er es wohl bei
den Kroaten bis zum Offizier gebracht hatte).
Hierzulande Einstellung als Berufsoffizier(s)Anwärter
mit Abitur möglich. https://de.wikipedia.org/wiki/Offizieranw%C3%A4rter_(Bundeswehr)#Zulassung_zur_Laufbahn_der_Offiziere_des_Truppendienstes

Wer gerade Krieg führt, der sucht in der Regel auch Leute
für Kommandoposten.
Florian Ritter
2019-12-01 19:10:00 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Quinn C
Fünfte Klasse, das war damals Gymnasium, und da waren plötzlich nur
noch ganz wenige "Ausländerkinder". In der Grundschule hatte ich in
einer Klasse Mitschüler, deren Eltern Italiener, Türken oder Perser
waren (und wo ich das wußte).
Ich war auf einer städtischen katholischen Grundschule, da war der einzige
Ausländer ein Pole, der in der 3. Klasse zu uns kam, seine Eltern waren
wohl in den Westen geflüchtet.
Eine Klasse über mir war ein gewisser Knud Wollenberger, der
hatte einen roten Personalausweis, was ihn als Ausländer kennzeichnete -
er war in Dänemark geboren. Er studierte Mathematik und heiratete
eine gewisse Lengsfeld, die später Bundestagsabgeordnete wurde - FR
Frank Hucklenbroich
2019-11-29 13:33:04 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Es ist also für jeden, der ein bischen kulturell und historisch gebildet
ist, selbstverständlich, dass die Bezeichnung Zigeuner ebenso wie alle
anderen abwertenden Gruppenbezeichnungen wie Bajuwaren, Pfaffen,
Untermenschen oder Hinterwäldler im Amtsverkehr nicht mehr benutzt
werden sollten.
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Jetzt mal ernsthaft nachgefragt - wann stand denn sowas jemals ernsthaft im
Klassenbuch? Und wer hat seinerzeit die Angaben gemacht? Die Kinder selbst?
Die hätten ja sonstwas erzählen können. Oder mussten die Eltern bei der
Anmeldung ihren Beruf angeben?

Grüße,

Frank
Markus Ermert
2019-12-01 07:13:32 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
wann stand denn sowas jemals ernsthaft im
Klassenbuch?
In NRW Anfang der 80er Jahre.
Post by Frank Hucklenbroich
. Oder mussten die Eltern bei der
Anmeldung ihren Beruf angeben?
Vermutlich.

Amtlich abgeforderte und veröffentlichte Berufsangaben sind übrigens im
Wahlrecht bis heute noch üblich.
Klaus Pommerening
2019-12-01 08:12:59 UTC
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Permalink
Post by Markus Ermert
Post by Frank Hucklenbroich
wann stand denn sowas jemals ernsthaft im
Klassenbuch?
In NRW Anfang der 80er Jahre.
Post by Frank Hucklenbroich
. Oder mussten die Eltern bei der
Anmeldung ihren Beruf angeben?
Vermutlich.
Amtlich abgeforderte und veröffentlichte Berufsangaben sind übrigens im
Wahlrecht bis heute noch üblich.
Hab grad ein paar Zeitungen aus den 60er-Jahren durchgeblättert.
In den offiziellen Standesamtsnachrichten standen bei den
Eheschließungen und Sterbefällen für die Männer immer die
Berufsbezeichnungen dabei (sehr oft: "Hilfsarbeiter"). Bei
den Frauen hingegen, selbst bei stadtbekannten Lehrerinnen,
wurden nur die Geburtsnamen aufgeführt.
--
Klaus Pommerening
Wer unter Meinungsfreiheit die eigene Freiheit zur unsanktionierten
Beleidigung versteht, hat weniger ein Grundrechteproblem.
Sondern ein Anstandsproblem. (Sascha Lobo)
Markus Ermert
2019-12-01 11:03:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Klaus Pommerening
Hab grad ein paar Zeitungen aus den 60er-Jahren durchgeblättert.
In den offiziellen Standesamtsnachrichten standen bei den
Eheschließungen und Sterbefällen für die Männer immer die
Berufsbezeichnungen dabei
Ist heute noch in München der Fall.
Jakob Achterndiek
2019-12-01 12:28:09 UTC
Antworten
Permalink
Post by Markus Ermert
Post by Klaus Pommerening
Hab grad ein paar Zeitungen aus den 60er-Jahren durchgeblättert.
In den offiziellen Standesamtsnachrichten standen bei den
Eheschließungen und Sterbefällen für die Männer immer die
Berufsbezeichnungen dabei
Ist heute noch in München der Fall.
Auch gestorbene Witwen werden hierzulande noch häufig mit dem
Beruf des Ehemannes angezeigt.

Viele Selbstverwirklicher*innen :( wollen nicht gar begreifen,
daß sich in solchen alten Zöpfen ehrwürdige Ordnungsstrukturen
offenbaren, die andernorts oft schmerzlich vermißt werden. Da
war die "Frau Metzgermeisterswitwe", deren Tod angezeigt wird,
kein bloß übriggebliebenes Anhängsel. Sondern unter den Augen
ihres Gottes, des Metzgermeisters, war sie der Fixstern eines
Universums gewesen, um den Gesellen und Lehrlinge, Geschäfts-
und Haushaltshilfen mitsamt deren Familien kreisten und von ihr
zusammengehalten wurden.
--
j/\a
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2019-12-02 08:33:19 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Markus Ermert
Post by Klaus Pommerening
Hab grad ein paar Zeitungen aus den 60er-Jahren
durchgeblättert. In den offiziellen Standesamtsnachrichten
standen bei den Eheschließungen und Sterbefällen für die Männer
immer die Berufsbezeichnungen dabei
Ist heute noch in München der Fall.
Auch gestorbene Witwen werden hierzulande noch häufig mit dem
Beruf des Ehemannes angezeigt.
Zur diesbezüglichen Ergötzung empfehle ich den Sankt Marxer Friedhof
in Wien (der vor über 100 Jahren geschlossen und 1937 in einen Park
umgewandelt wurde). Da stehen die Grabsteine verblichener
Hausbesitzersgattinnen zahlreich herum.
Post by Jakob Achterndiek
Viele Selbstverwirklicher*innen :( wollen nicht gar begreifen, daß
sich in solchen alten Zöpfen ehrwürdige Ordnungsstrukturen
offenbaren, die andernorts oft schmerzlich vermißt werden.
Standesbewusstsein bis über den Tod hinaus halt. Es ging nicht (nur)
darum, was jemand war, sondern auch sehr stark darum, was jemand
werden konnte.

Servus,
Stefan
--
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Der hohle Mann liebt Stefan. Wer noch?
(Sloganizer)
Quinn C
2019-12-01 16:41:32 UTC
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Post by Klaus Pommerening
Post by Markus Ermert
Post by Frank Hucklenbroich
wann stand denn sowas jemals ernsthaft im
Klassenbuch?
In NRW Anfang der 80er Jahre.
Post by Frank Hucklenbroich
. Oder mussten die Eltern bei der
Anmeldung ihren Beruf angeben?
Vermutlich.
Amtlich abgeforderte und veröffentlichte Berufsangaben sind übrigens im
Wahlrecht bis heute noch üblich.
Hab grad ein paar Zeitungen aus den 60er-Jahren durchgeblättert.
In den offiziellen Standesamtsnachrichten standen bei den
Eheschließungen und Sterbefällen für die Männer immer die
Berufsbezeichnungen dabei (sehr oft: "Hilfsarbeiter"). Bei
den Frauen hingegen, selbst bei stadtbekannten Lehrerinnen,
wurden nur die Geburtsnamen aufgeführt.
Ich erinnere mich, daß ich laut Rede der Standesbeamtin eine Friseus...
Friseurin geheiratet habe. Das war schon etwas merkwürdig, denn sie
hatte zu dem Zeitpunkt ihr Studium abgeschlossen und keine Absicht, je
wieder im Lehrberuf zu arbeiten.

Ich glaube nicht, daß es zu der Zeit noch offizielle
Standesamtsnachrichten gab. Das Aufgebot war jedenfalls abgeschafft,
wie auch die Erfordernis von Trauzeugen.
--
binsaugnesseln, hummelsköl, mönchspfeffer, gugelköpf, minbrüdermüntz
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Florian Ritter
2019-12-01 19:22:34 UTC
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Post by Quinn C
Ich erinnere mich, daß ich laut Rede der Standesbeamtin eine Friseus...
Friseurin geheiratet habe. Das war schon etwas merkwürdig, denn sie
hatte zu dem Zeitpunkt ihr Studium abgeschlossen und keine Absicht, je
wieder im Lehrberuf zu arbeiten.
Ich glaube nicht, daß es zu der Zeit noch offizielle
Standesamtsnachrichten gab. Das Aufgebot war jedenfalls abgeschafft,
wie auch die Erfordernis von Trauzeugen.
Ich hatte Anfang der 80er in einem Westberliner Standesamt
das Aufgebot aushängen lassen, worauf ich Zielobjekt unzähliger
Außendienstler wurde - FR
Heinz Lohmann
2019-12-02 01:36:45 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Ich erinnere mich, daß ich laut Rede der Standesbeamtin eine Friseus...
Friseurin geheiratet habe. Das war schon etwas merkwürdig, denn sie
hatte zu dem Zeitpunkt ihr Studium abgeschlossen und keine Absicht, je
wieder im Lehrberuf zu arbeiten.
Einmal Beruf, immer Beruf. Das ist der Unterschied zum "Job".
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Quinn C
2019-12-02 03:19:28 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Quinn C
Ich erinnere mich, daß ich laut Rede der Standesbeamtin eine Friseus...
Friseurin geheiratet habe. Das war schon etwas merkwürdig, denn sie
hatte zu dem Zeitpunkt ihr Studium abgeschlossen und keine Absicht, je
wieder im Lehrberuf zu arbeiten.
Einmal Beruf, immer Beruf. Das ist der Unterschied zum "Job".
Deswegen sagte ich ja "Echo der Ständeordnung". Hat man als Studierter
(ohne Staatsexamen) einen Beruf in dem Sinne?
--
gugelgans, f., alberne gans, schelte:
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Heinz Lohmann
2019-12-02 04:44:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Post by Heinz Lohmann
Post by Quinn C
Ich erinnere mich, daß ich laut Rede der Standesbeamtin eine Friseus...
Friseurin geheiratet habe. Das war schon etwas merkwürdig, denn sie
hatte zu dem Zeitpunkt ihr Studium abgeschlossen und keine Absicht, je
wieder im Lehrberuf zu arbeiten.
Einmal Beruf, immer Beruf. Das ist der Unterschied zum "Job".
Deswegen sagte ich ja "Echo der Ständeordnung". Hat man als Studierter
(ohne Staatsexamen) einen Beruf in dem Sinne?
Meiner Meinung nach eigentlich noch nicht.

PS: Darf man nicht mehr Friseuse schreiben?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
U***@web.de
2019-12-02 08:06:12 UTC
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Permalink
Post by Heinz Lohmann
PS: Darf man nicht mehr Friseuse schreiben?
Schreib, was Du willst, aber hier assoziiert man
den Begriff mit der Begleitung von Mantafahrern.
Nachdem schon das Auto weitestgehend ausgestorben
ist...
U***@web.de
2019-12-02 08:04:25 UTC
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Post by Quinn C
Post by Heinz Lohmann
Post by Quinn C
Ich erinnere mich, daß ich laut Rede der Standesbeamtin eine Friseus...
Friseurin geheiratet habe. Das war schon etwas merkwürdig, denn sie
hatte zu dem Zeitpunkt ihr Studium abgeschlossen und keine Absicht, je
wieder im Lehrberuf zu arbeiten.
Einmal Beruf, immer Beruf. Das ist der Unterschied zum "Job".
Deswegen sagte ich ja "Echo der Ständeordnung". Hat man als Studierter
(ohne Staatsexamen) einen Beruf in dem Sinne?
Diplom-Ingenieur? Ja, meiner Ansicht nach.
U***@web.de
2019-12-02 08:03:12 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Quinn C
Ich erinnere mich, daß ich laut Rede der Standesbeamtin eine Friseus...
Friseurin geheiratet habe. Das war schon etwas merkwürdig, denn sie
hatte zu dem Zeitpunkt ihr Studium abgeschlossen und keine Absicht, je
wieder im Lehrberuf zu arbeiten.
Einmal Beruf, immer Beruf. Das ist der Unterschied zum "Job".
Und ich Einfaltspinsel hatte mir eingebildet, es liege
nicht zuletzt am berufsqualifizierenden Abschluß,
wovon es gelegentlich auch mehrere gibt, unterschiedlicher
Ausrichtung noch dazu.
Frank Hucklenbroich
2019-12-02 08:07:51 UTC
Antworten
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Post by Markus Ermert
Post by Frank Hucklenbroich
wann stand denn sowas jemals ernsthaft im
Klassenbuch?
In NRW Anfang der 80er Jahre.
Zu der Zeit bin ich auch aufs Gymnasium gegangen, auch in NRW, bei uns gab
es das definitiv nicht. Kam wohl auf die Schule an.
Post by Markus Ermert
Post by Frank Hucklenbroich
. Oder mussten die Eltern bei der
Anmeldung ihren Beruf angeben?
Vermutlich.
Amtlich abgeforderte und veröffentlichte Berufsangaben sind übrigens im
Wahlrecht bis heute noch üblich.
Stimmt, bei Politikern steht das oft dabei, z.B: bei Kommunalwahlen.
Gewisse rechtslastige Parteien zeichnen sich da oft durch eine große Anzahl
von Kandidaten aus, bei denen als Beruf "arbeitslos" steht.

Die Lehrer treten dann eher für die SPD an, und bei der FDP findet man dann
die Anwälte.

Grüße,

Frank
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2019-11-29 14:10:41 UTC
Antworten
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Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem
Beispiel vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins
Klassenbuch schreiben, wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt,
Handwerksmeister oder Immobilienmakler war
Das war in Österreich schon 10 Jahre früher nicht der Fall - und
vermutlich auch davor nicht. Abgesehen davon, dass es im Einzelfall
der Schule vermutlich gar nicht bekannt gewesen ist, hatten die
Klassenlehrer wohl auch ohne expliziten Eintrag im Klassenbuch recht
rasch einen Überblick über den sozialen Hintergrund ihrer Schüler.
Post by Jakob Achterndiek
Man hätte sich ja sonst wer weiß was denken können ...
Wenn's drinsteht, denken sich die Leute auch wer weiß was. Insofern :)

Servus,
Stefan
--
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Stefan - die vollendetste Verführung der Romantik!
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Heinz Lohmann
2019-11-30 01:47:15 UTC
Antworten
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Roland Franzius
Es ist also für jeden, der ein bischen kulturell und historisch gebildet
ist, selbstverständlich, dass die Bezeichnung Zigeuner ebenso wie alle
anderen abwertenden Gruppenbezeichnungen wie Bajuwaren, Pfaffen,
Untermenschen oder Hinterwäldler im Amtsverkehr nicht mehr benutzt
werden sollten.
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war - von den Müttern ganz zu schweigen. Man hätte sich ja sonst
wer weiß was denken können ...
Eventuell hat man es einfach von der Geburtsurkunde übernommen, weil es
eben der Brauch war.
Heute weiß die Schule vermutlich auch, welchen Beruf die Eltern haben,
nur dass es nicht unbedingt im Klassenbuch steht.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Quinn C
2019-11-30 04:52:39 UTC
Antworten
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Post by Heinz Lohmann
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war
Eventuell hat man es einfach von der Geburtsurkunde übernommen, weil es
eben der Brauch war.
Heute weiß die Schule vermutlich auch, welchen Beruf die Eltern haben,
nur dass es nicht unbedingt im Klassenbuch steht.
Außerdem hätte der sich seit der Geburtsurkunde eventuell schon dreimal
geändert. Wenn sowas noch in der Geburtsurkunde stünde.

Ich habe neulich gefunden, daß man eine Geburtsurkunde "ohne
Religionsangabe" beantragen kann. Wußte nicht, daß die Religion da
drinstehen kann. Wobei das mich nicht wundert, historisch betrachtet.
Aber die Idee, den Beruf reinzuschreiben, erscheint mir schon sehr
altertümlich, ein Echo der Ständeordnung.
--
GUGELIEREN, vb., schwelgen: dann das ander jar war ein solch
gugelieren bei dem guten most J. HEROLT
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Christina Kunze
2019-11-30 06:12:18 UTC
Antworten
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Post by Quinn C
Post by Heinz Lohmann
Post by Jakob Achterndiek
In unseren Schulen sind wir da schon seit etwa 1980 mit bestem Beispiel
vorangegangen: Da durften wir auch nicht mehr ins Klassenbuch schreiben,
wessen Vater etwa Arzt, Rechtsanwalt, Handwerksmeister oder Immobilien-
makler war
Eventuell hat man es einfach von der Geburtsurkunde übernommen, weil es
eben der Brauch war.
Heute weiß die Schule vermutlich auch, welchen Beruf die Eltern haben,
nur dass es nicht unbedingt im Klassenbuch steht.
Außerdem hätte der sich seit der Geburtsurkunde eventuell schon dreimal
geändert. Wenn sowas noch in der Geburtsurkunde stünde.
Steht nicht mehr, aber in (zumindest ungarischen) älteren Urkunden ist
ein solches Feld vorgesehen und vor ca. 1970 auch regelmäßig ausgefüllt.

chr
U***@web.de
2019-11-29 11:50:36 UTC
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Post by Roland Franzius
Bei spanischen und sizilianischen Namen muss man in Betracht ziehen,
dass der Südteil Spaniens und der Westteil Siziliens in der Antike
phoenizisch-karthagisch und in der frühen Neuzeit maurisch, also
arabisch und berberisch besiedelt war. Berber ist auch nur eine
Verballhornung des griechischen Barbaren.
Immerhin brachte man Kenntnisse im Bewässerungsfeldbau;
Ackerbau soll nach Scholl-Latour den Arabern nicht gerade gelegen haben.
Sergio Gatti
2019-11-29 16:26:20 UTC
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Permalink
Post by U***@web.de
Post by Roland Franzius
Bei spanischen und sizilianischen Namen muss man in Betracht ziehen,
dass der Südteil Spaniens und der Westteil Siziliens in der Antike
phoenizisch-karthagisch und in der frühen Neuzeit maurisch, also
arabisch und berberisch besiedelt war. Berber ist auch nur eine
Verballhornung des griechischen Barbaren.
Immerhin brachte man Kenntnisse im Bewässerungsfeldbau;
Wer ist "man"? Wen brachte "man" was? Sizilien war schon die
Kornkammer Roms, als das Christentum noch nicht existierte.
Post by U***@web.de
Ackerbau soll nach Scholl-Latour den Arabern nicht gerade gelegen haben.
Hat wirklich niemand Scholl-Latour verraten, dass der
Ursprung der Araber in einer Wüstenregion liegt???
Seine Behauptung liegt ungefähr auf dasselbe niedrigste
Niveau, als würde jemand die geringe Käseherstellung in
China anprangern.
Hinweis: Laut
<https://de.wikipedia.org/wiki/Laktoseintoleranz#Weltweit>
sind 15% in Deutschland und schlappe 94% in China
laktoseintolerant.
Uwe Schickedanz
2019-12-01 20:50:26 UTC
Antworten
Permalink
On Fri, 29 Nov 2019 17:26:20 +0100, Sergio Gatti
Post by Sergio Gatti
Post by U***@web.de
Post by Roland Franzius
Bei spanischen und sizilianischen Namen muss man in Betracht ziehen,
dass der Südteil Spaniens und der Westteil Siziliens in der Antike
phoenizisch-karthagisch und in der frühen Neuzeit maurisch, also
arabisch und berberisch besiedelt war. Berber ist auch nur eine
Verballhornung des griechischen Barbaren.
Immerhin brachte man Kenntnisse im Bewässerungsfeldbau;
Wer ist "man"? Wen brachte "man" was? Sizilien war schon die
Kornkammer Roms, als das Christentum noch nicht existierte.
Post by U***@web.de
Ackerbau soll nach Scholl-Latour den Arabern nicht gerade gelegen haben.
Hat wirklich niemand Scholl-Latour verraten, dass der
Ursprung der Araber in einer Wüstenregion liegt???
Ich stimme dir ja in der Beurteilung zu, aber macht diese das Faktum
weniger wahr?

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Henning Sponbiel
2019-11-29 10:13:11 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stefan Ram
wo das Wort Zigeuner anscheinend tabu ist?
Das kommt wohl auf die Situation an.
In der angesehenen Web-Enzyklopädie "Die Wikipädie"
|da der Tote ein Zigeuner war
de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Die_schlafende_Sch%C3%B6ne
|Noch ehe Sander zustimmen kann, erscheint schon die Polizei
|im Lager der Zigeuner
de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Armer_Nanosh
|Jenny war eine „Technoschamanin“ und Angehörige des
|Zigeunerstammes, der Angel damals mit dem Fluch der Seele
|belegte.
de.wikipedia.org/wiki/Buffy_%E2%80%93_Im_Bann_der_D%C3%A4monen
Ich erinnere mich auch an ein Mädchen in der Berliner
U-Bahn, die erklärte, sie sei "halbe Zigeunerin", ("halbe",
denn sie erklärte, daß nur ihr Vater Zigeuner sei).
[mitgehörte Unterhaltung]
Mir hat mal jemand "anvertraut", dass er Zigeuner ist. Ich habe damals
überhaupt nicht verstanden, weshalb das ein Problem sein sollte.


Henning
Heinz Lohmann
2019-11-30 01:55:14 UTC
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Post by Henning Sponbiel
Mir hat mal jemand "anvertraut", dass er Zigeuner ist. Ich habe damals
überhaupt nicht verstanden, weshalb das ein Problem sein sollte.
Vielleicht hatte er hin und wieder als Kind den Spruch gehört:

Zick zack, Zigeunerpack,
steckt die Kinder in den Sack.

Kindermund und Volksmund waren da recht brutal.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Werner Tann
2019-11-30 07:47:20 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Zick zack, Zigeunerpack,
steckt die Kinder in den Sack.
Kindermund und Volksmund waren da recht brutal.
Heißt's nicht
Kindermund tut Wahrheit kund?
Lars Bräsicke
2019-11-30 12:09:23 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Heinz Lohmann
Zick zack, Zigeunerpack,
steckt die Kinder in den Sack.
Kindermund und Volksmund waren da recht brutal.
Heißt's nicht
Kindermund tut Wahrheit kund?
Welche Wahrheit, Brauntanne?
Fritz
2019-11-30 17:05:58 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by Werner Tann
Post by Heinz Lohmann
Zick zack, Zigeunerpack,
steckt die Kinder in den Sack.
Kindermund und Volksmund waren da recht brutal.
Heißt's nicht
Kindermund tut Wahrheit kund?
Welche Wahrheit, Brauntanne?
Gute AW zu diesem Braun-Troll!
--
Fritz
für eine liberale, offene, pluralistische Gesellschaft,
für ein liberales, offenes, pluralistisches EUropa!
Henning Sponbiel
2019-11-30 12:31:23 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Henning Sponbiel
Mir hat mal jemand "anvertraut", dass er Zigeuner ist. Ich habe damals
überhaupt nicht verstanden, weshalb das ein Problem sein sollte.
Zick zack, Zigeunerpack,
steckt die Kinder in den Sack.
Mag sein.

_Ich_ kannte ihn nicht und habe ihn jetzt zum ersten Mal gelesen.


Henning
Quinn C
2019-11-29 18:04:25 UTC
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Post by Stefan Ram
|Jenny war eine „Technoschamanin“ und Angehörige des
|Zigeunerstammes, der Angel damals mit dem Fluch der Seele
|belegte.
de.wikipedia.org/wiki/Buffy_%E2%80%93_Im_Bann_der_D%C3%A4monen
Hier vermutlich als Übersetzung von "gypsy" in einem englischen Text.
Auch im englischen Sprachraum wird die Bezeichnung "gypsy" für Jenny
von einigen kritisch bewertet, obwohl der Terminus gerade in den USA
nicht so stark abwertende Assoziationen hat. An anderen Stellen
innerhalb der Serie wurde das spezifischere "Kalderash" verwendet.

<https://buffy.fandom.com/wiki/Clan_Kalderash>
--
da kamen abermals in das Elsas uber die Zaberer steig ein volck, die
nante man auch die Engelländer und gugeler B. HERTZOG
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