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Radiogerede
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Detlef Meißner
2021-07-19 16:22:08 UTC
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Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.

Detlef
Johannes Leckebusch
2021-07-19 16:29:44 UTC
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Post by Detlef Meißner
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.
Tja. Was ähnlich nerviges finde ich das "Schauen". Einen Film schauen
(statt anschauen) ... aus dem Fenster schauen, aber man sagt doch auch
nicht "die Landschaft schauen", oder eben dumm schauen usw.
--
Johannes Leckebusch - AR3

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Johannes Leckebusch
2021-07-19 17:24:06 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
Post by Detlef Meißner
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.
Tja. Was ähnlich nerviges finde ich das "Schauen". Einen Film schauen
(statt anschauen) ... aus dem Fenster schauen, aber man sagt doch auch
nicht "die Landschaft schauen", oder eben dumm schauen usw.
Aber man kann "in die Landschaft schauen".
Ja, eben.
https://de.wiktionary.org/wiki/trau,_schau,_wem
Es heißt doch auch "trau, schau, wem" und nicht "trau, anschau, wem".
Es gibt wohl auch einen gewissen Unterschied zwischen "schauen" und
"anschauen". (Schauinsland)
"Schauen" ist eher so etwas wie ein Ausdruck.
Oder: Ich schaue auf die Uhr.
Wenn ich mir eine Uhr anschauen, dann ist das etwas anderes.
Ja, eben, beides nicht "ich schaue die Uhr", auch nicht "ich schaue die
Zeit".
Und "einen Film schauen" ist wohl etwas oberflächlich anschauen.
Du sagst es.
--
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Detlef Meißner
2021-07-19 17:48:11 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
Post by Johannes Leckebusch
Post by Detlef Meißner
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.
Tja. Was ähnlich nerviges finde ich das "Schauen". Einen Film schauen
(statt anschauen) ... aus dem Fenster schauen, aber man sagt doch auch
nicht "die Landschaft schauen", oder eben dumm schauen usw.
Aber man kann "in die Landschaft schauen".
Ja, eben.
https://de.wiktionary.org/wiki/trau,_schau,_wem
Es heißt doch auch "trau, schau, wem" und nicht "trau, anschau, wem".
Es gibt wohl auch einen gewissen Unterschied zwischen "schauen" und
"anschauen". (Schauinsland)
"Schauen" ist eher so etwas wie ein Ausdruck.
Oder: Ich schaue auf die Uhr.
Wenn ich mir eine Uhr anschauen, dann ist das etwas anderes.
Ja, eben, beides nicht "ich schaue die Uhr", auch nicht "ich schaue die
Zeit".
Und "einen Film schauen" ist wohl etwas oberflächlich anschauen.
Du sagst es.
Der Beckenbauer ist Schuld: "Schau'n mer mal!"

Detlef
Johannes Leckebusch
2021-07-19 17:50:55 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Johannes Leckebusch
Post by Johannes Leckebusch
Post by Detlef Meißner
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.
Tja. Was ähnlich nerviges finde ich das "Schauen". Einen Film schauen
(statt anschauen) ... aus dem Fenster schauen, aber man sagt doch auch
nicht "die Landschaft schauen", oder eben dumm schauen usw.
Aber man kann "in die Landschaft schauen".
Ja, eben.
https://de.wiktionary.org/wiki/trau,_schau,_wem
Es heißt doch auch "trau, schau, wem" und nicht "trau, anschau, wem".
Es gibt wohl auch einen gewissen Unterschied zwischen "schauen" und
"anschauen". (Schauinsland)
"Schauen" ist eher so etwas wie ein Ausdruck.
Oder: Ich schaue auf die Uhr.
Wenn ich mir eine Uhr anschauen, dann ist das etwas anderes.
Ja, eben, beides nicht "ich schaue die Uhr", auch nicht "ich schaue die
Zeit".
Und "einen Film schauen" ist wohl etwas oberflächlich anschauen.
Du sagst es.
Der Beckenbauer ist Schuld: "Schau'n mer mal!"
Halbsatz. Das heißt: "Schaugn mer moi, na seng' ma scho"!
--
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Helmut Richter
2021-07-19 22:53:34 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
Halbsatz. Das heißt: "Schaugn mer moi, na seng' ma scho"!
Schauen und sehen sind völlig verschiedene Tätigkeiten: schauen heißt, die
Augen offen zu halten um etwas zu sehen, sehen heißt etwas optisch
wahrzunehmen. Man kann schauen ohne etwas Bestimmtes sehen zu wollen oder
auch, um es zu sehen; man kann schauen, ohne zu sehen, wonach man schaut;
man kann etwas sehen, wonach man nicht geschaut hat. Auch in anderen
Sprachen wird genau derselbe oder ein ganz ähnlicher Unterschied gemacht,
und es sind meistens ganz verschiedene Wortwurzeln: en: look/see, fr:
regarder/voir, ...

Es ist eine deutsche Marotte, den Unterschied nicht zu machen und die zwei
Wörter für regionale Varianten desselben Wörtes zu halten. Es ist richtig,
dass im S gelegentlich umgangssprachlich „schauen“ statt „sehen“ gesagt
wird, obwohl, wie auch das Beckenbauer-Zitat zeigt, beide Wörter zum
regionalen und dialektalen Wortschatz gehören und meist gemäß ihrer
Bedeutung verwendet werden. Umgekehrt wird im N umgangssprachlich häufig
nur „sehen“ verwendet: da wird dann aus dem Fenster „gesehen“, obwohl sich
erst beim Schauen aus dem Fenster ergibt, ob es da etwas zu sehen gibt.

Zum Beckenbauer-Zitat: Einen solchen Satz könnte man im Wortsinn
verwenden, wenn man etwas sucht: man schaut überall hin, vielleicht sieht
man das Gesuchte. Hier ist er aber metaphorisch gemeint: Seien wir
aufmerksam und für Neues offen (die Haltung beim Schauen), dann werden wir
schon entdecken (sehen), wie es weitergeht.
--
Helmut Richter
Quinn C
2021-07-20 00:27:09 UTC
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Post by Helmut Richter
Es ist richtig,
dass im S gelegentlich umgangssprachlich „schauen“ statt „sehen“ gesagt
wird, obwohl, wie auch das Beckenbauer-Zitat zeigt, beide Wörter zum
regionalen und dialektalen Wortschatz gehören und meist gemäß ihrer
Bedeutung verwendet werden. Umgekehrt wird im N umgangssprachlich häufig
nur „sehen“ verwendet: da wird dann aus dem Fenster „gesehen“, obwohl sich
erst beim Schauen aus dem Fenster ergibt, ob es da etwas zu sehen gibt.
Ei gugge da!

Gelegentlich mag "schauen" einem Nordi als zu formell für
Alltagsbemerkungen erscheinen, "gucken"/"kucken" dagegen als zu
umgangssprachlich zum Niederschreiben (und dann muß man sich auch noch
für einen Anfangsbuchstaben entscheiden!)
--
Es wurde versucht, auf Ihr Konto von einem neuen verbinden Computer.
-- SPAMPOESIE
Helmut Richter
2021-07-21 17:46:38 UTC
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Post by Quinn C
Gelegentlich mag "schauen" einem Nordi als zu formell für
Alltagsbemerkungen erscheinen,
Auf die Idee wäre ich *nie* gekommen, außer wenn „schauen“ transitiv verwendet
wird – aber das ist dann im N wie im S sehr formell, eher dichterisch oder
antiquiert:

Ich richtete mein Herz darauf, zu erkennen die Weisheit und zu schauen die
Mühe, die auf Erden geschieht, dass einer weder Tag noch Nacht Schlaf
bekommt in seine Augen. (Prd 8:16, Luther 1912)

Aber intransitives „schauen“ klingt für mich deutlich weniger formell als
„sehen“.

Mit Vorsilben (hinschauen, anschauen, zuschauen, ...) ist die Einordnung in
Sprachregister deutlich anders als ohne, und die Bevorzugung von „schauen“ im
S ist ausgeprägter: „Schaug hi!“ – „Sieh hin!“

--
Helmut Richter
Christina Kunze
2021-07-21 18:53:52 UTC
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Post by Helmut Richter
Aber intransitives „schauen“ klingt für mich deutlich weniger formell als
„sehen“.
Weil Du da im Süden bist. Mir kommt "schauen" ungewohnt und viel
schriftsprachlicher vor als "sehen" (hier mit stimmhaftem Anlaut,
versteht sich).

Was sagst Du eigentlich für "hast du den Mann da drüben gesehen?", ist
das nicht bei Euch auch "sehen"?

chr
Johannes Leckebusch
2021-07-21 19:03:40 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Helmut Richter
Aber intransitives „schauen“ klingt für mich deutlich weniger formell als
„sehen“.
Weil Du da im Süden bist. Mir kommt "schauen" ungewohnt und viel
schriftsprachlicher vor als "sehen" (hier mit stimmhaftem Anlaut,
versteht sich).
Was sagst Du eigentlich für "hast du den Mann da drüben gesehen?", ist
das nicht bei Euch auch "sehen"?
Ja, aber falls man nicht rübergeschaut hat, konnte man ihn auch nicht sehen.
--
Johannes Leckebusch - AR3

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Detlef Meißner
2021-07-21 19:07:10 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
Post by Christina Kunze
Post by Helmut Richter
Aber intransitives „schauen“ klingt für mich deutlich weniger formell als
„sehen“.
Weil Du da im Süden bist. Mir kommt "schauen" ungewohnt und viel
schriftsprachlicher vor als "sehen" (hier mit stimmhaftem Anlaut,
versteht sich).
Was sagst Du eigentlich für "hast du den Mann da drüben gesehen?", ist
das nicht bei Euch auch "sehen"?
Ja, aber falls man nicht rübergeschaut hat, konnte man ihn auch nicht sehen.
Da schau an! :-)

Detlef
Johannes Leckebusch
2021-07-21 19:10:05 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Johannes Leckebusch
Post by Christina Kunze
Post by Helmut Richter
Aber intransitives „schauen“ klingt für mich deutlich weniger formell als
„sehen“.
Weil Du da im Süden bist. Mir kommt "schauen" ungewohnt und viel
schriftsprachlicher vor als "sehen" (hier mit stimmhaftem Anlaut,
versteht sich).
Was sagst Du eigentlich für "hast du den Mann da drüben gesehen?", ist
das nicht bei Euch auch "sehen"?
Ja, aber falls man nicht rübergeschaut hat, konnte man ihn auch nicht sehen.
Da schau an! :-)
Siehste!
--
Johannes Leckebusch - AR3

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Johannes Leckebusch
2021-07-21 19:54:39 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Helmut Richter
Aber intransitives „schauen“ klingt für mich deutlich weniger formell als
„sehen“.
Weil Du da im Süden bist. Mir kommt "schauen" ungewohnt und viel
schriftsprachlicher vor als "sehen" (hier mit stimmhaftem Anlaut,
versteht sich).
Was sagst Du eigentlich für "hast du den Mann da drüben gesehen?", ist
das nicht bei Euch auch "sehen"?
Tja - warum nicht einfach mal in den Duden schauen?

Oh weh - was weißt dud'n schon bzw. dann noch!?!?!?!?!?!?........

Naja ... also, erst mal sehen:

*******************************************

se|hen <st. V.; hat> [mhd. sehen, ahd. sehan, eigtl. = (mit den Augen)
verfolgen (verw. mit lat. sequi= folgen), wahrsch. liegt ein altes Wort
der Jägersprache zugrunde, das sich auf den verfolgenden u. spürenden
Hund bezog]: 1. mit dem Gesichtssinn, mit den Augen optische Eindrücke
wahrnehmen: gut, schlecht, scharf, weit s.; sehe ich recht? (Ausruf der
Überraschung); er kann wieder sehen (ist nicht mehr blind); sie sieht
nur noch auf/mit einem Auge; *jmdn. sehend machen (geh.; jmd. dazu
bringen, die Wahrheit zu erkennen). 2. a) den Blick irgendwohin richten,
gerichtet halten; blicken [um etw. festzustellen, zu ermitteln]: auf die
Uhr, den Bildschirm s.; alle sahen gespannt, erwartungsvoll auf sie; aus
dem Fenster s.; durchs Schlüsselloch, Fernrohr s.; durch die Brille, den
Sucher s.; in alle Schubladen s.; in die Sonne, ins Licht s.; jmdm.
[fest, tief] in die Augen s.; seine Augen sehen in die Ferne; nach der
Uhr s.; nach oben, unten, vorn, hinten, links, rechts s.; zum Himmel s.;
[nach] rückwärts s.; *sieh[e] da/(ugs. scherzh.:) sieh mal [einer] guck
(Ausruf der Überraschung, des überraschten Erkennens): Sieh da, der
Marquis trainiert solo (Th. Mann, Krull 393); Man wird älter, ist nicht
mehr ganz jung und siehe da, die Zeit beschleunigt sich (K.Mann,
Wendepunkt 335); sieh mal einer guck, das ist ja unser Freund Kalle!; b)
<s. + sich> durch Sehen, Blicken, Ausschauhalten in einen bestimmten
Zustand kommen: sie hat sich müde, matt [danach] gesehen; c)
Aufmerksamkeit, Interesse, Erwartung auf jmdn., auf etw. richten od.
gerichtet halten: alles sah auf den kommenden Präsidenten; hoffnungsvoll
in die Zukunft s.; Ich finde, dass jeder erst mal auf sich selbst s.
sollte, ehe er auf die Eisenbahner sieht (Freie Presse 22. 12. 89,4); Es
schien also auch Klavierlehrer zu geben, die mehr aufs Alltägliche sahen
(Kempowski, Immer 198). 3. aus etw. ragen u. zu sehen sein; hervorsehen:
das Boot sah nur ein Stück aus dem Wasser; diesen niedlichen Revolver
..., der ihm aus der Potasche sah (Schnurre, Ich 67). 4. eine Lage mit
Blick in eine bestimmte Richtung haben: die Fenster sehen auf den
Garten/nach dem Garten, zur Straße; die Küche sieht zum Hof, nach hinten
raus, nach Osten. 5. a) erblicken, bemerken [können], als vorhanden
feststellen [können]: jmdn. plötzlich, oft, den ganzen Tag, jeden Tag,
schon von weitem, nur flüchtig, im Büro, vom Fenster aus s.; es war so
neblig, dass man die Hand nicht vor den Augen sah; jmdn., etw. [nicht]
zu s. bekommen; niemand war zu s.; die Berge waren kaum, nur
verschwommen zu s.; aber der Pfad war frei von Gestrüpp und gut zu s.
(Schnabel, Marmor 91); ... erzählt, es wären Schwarze vor uns. Das ist
unangenehm, man kann sie schlecht s. (Remarque, Westen 148); hast du
[es] gesehen? Er hat ihn gefoult!; Draußen auf der Straße (durch ein ...
Fensterloch war es zu s.) flackerte ein Infanteriegefecht (Plievier,
Stalingrad 314); Der war wohl vom Lande, tat halb, als ob er's nicht
sieht, aber kuckte doch, wie die Sache ausgeht (Kempowski, Uns 82); von
jmdm., etw. ist nichts zu s. (jmd., etw. ist nicht da); ich sehe es
[un]deutlich, mit Staunen, verwundert; ich sehe alles doppelt; er wurde
von mehreren Zeugen [am Tatort, beim Verlassen der Wohnung] gesehen; ich
habe sie davonlaufen sehen/(selten:) gesehen; »Hör auf, Fanny«,
flüsterte Sabina, als sie Lotta kommen sah (Thor [Übers.], Ich 41); den
möchte ich s. (den gibt es nicht), der das kann!; Sogar Tobbe, der mich
sonst gar nicht sah (bemerkte), klopfte mir auf den Rücken (Thor
[Übers.], Ich 42); sich am Fenster s. lassen (zeigen); wann sehen wir
uns (wann treffen wir uns, wann kommen wir zusammen)?; Deshalb hatten
wir uns zwei Monate nicht gesehen (waren uns nicht begegnet; Thor
[Übers.], Ich 6); wir sehen sie häufig bei uns [zu Besuch] (geh.; sie
ist oft bei uns zu Besuch); wir sehen (geh.; haben) häufig Gäste [bei
uns] zum Tee; überall gern gesehen (willkommen) sein; gesehen (zur
Kenntnis genommen; Vermerk auf Schriftstücken, Akten); (Verweise in
Texten:) siehe (Abk.: s.) dies, Seite 99, beiliegenden Prospekt, oben,
unten; *etw. gern s. (etw. gern haben): meine Eltern sehen diese
Freundschaft nicht gern; sie sieht es gern, wenn man sie fragt; gern
gesehen werden/sein (auf Zustimmung stoßen): so etwas wird/ist hier, an
dieser Schule nicht gern gesehen; jmdn., etw. nicht mehr s. können
(ugs.; jmds., einer Sache überdrüssig sein): ich kann ihn, seine Visage,
das Kleid nicht mehr s.; ich kann das Kantinenessen [allmählich] nicht
mehr s.; [und] hast du nicht gesehen (ugs.; unversehens): [und] hast du
nicht gesehen, war sie verschwunden; sich s. lassen können (beachtlich
sein): diese Leistung kann sich s. lassen; sein Vorstrafenregister kann
sich s. lassen; sich mit jmdm., etw. s. lassen können (gewiss sein
können, mit jmdm., etw. einen guten Eindruck zu machen): mit ihm, dieser
Figur, dieser Leistung kann sie sich s. lassen; mit ihr kann ich mich
überall, nirgends s. lassen; sich [bei jmdm., irgendwo] s. lassen (ugs.;
bei jmdm., irgendwo erscheinen, einen Besuch machen): lass dich mal
wieder [bei uns] s.!; in der Kneipe kann ich mich [seitdem] nicht mehr
s. lassen; <subst.:> jmdn. vom Sehen kennen (jmdm. schon [öfter]
begegnet sein, ihn aber nicht persönlich kennen): ich kenne sie, wir
kennen uns nur vom Sehen; diese paar Stammgäste, die ich vom Sehen alle
kannte (Hesse, Steppenwolf 46); b) sich (jmdn., etw.) deutlich, lebhaft
vorstellen [können], sich (an jmdn., etw.) deutlich erinnern [können]:
ich sehe sie noch deutlich vor mir; ich sehe noch deutlich, wie er sich
verabschiedete; Ich sehe noch das Telegramm vor mir, in dem André Gide
seine Glückwünsche aussprach (K.Mann, Wendepunkt 193); und zum ersten
Mal ... sah er vor sich die neue große Straße, die nun gebaut werden
musste (Schneider, Erdbeben 110); sie sah ihren Sohn schon als großen
Künstler; Ich sah mich schon von den Panzerketten zermalmt (Spiegel9,
1977, 46); er sah sich schon als der neue Chef/(selten:) als den neuen
Chef, schon am Ziel angelangt; ich sehe [noch] kein baldiges Ende des
Krieges (halte es nicht für wahrscheinlich); c) nachsehen: es hat
geklopft. Ich werde s., wer es ist; ich rufe erst mal an, um zu s.
(festzustellen), ob sie überhaupt da ist. 6. a) sich (etw., jmdn.)
ansehen; betrachten: den Film habe ich [schon dreimal] gesehen; den
Sonnenuntergang hättest du s. sollen!; sie macht große Reisen, um die
Welt zu s.; ich habe ihn leider nie auf der Bühne, live gesehen; Er hat
Nijinski tanzen gesehen (Riess, Cäsar 338); Wenn man mich von der Seite
sieht (Thor [Übers.], Ich 44); das muss man gesehen haben (das ist
sehenswert)!; von der Altstadt haben wir leider nicht viel zu s.
gekriegt; Aber möglichst viel von seinem bisherigen Schaffen zu s., sei
ich entschlossen (Th. Mann, Krull 341); Der Mann hat bisher nichts vom
Krieg gesehen (mitbekommen; Plievier, Stalingrad 174); die Krypta ist
nur für Geld zu s. (zu besichtigen); da gibt es nichts [Besonderes] zu
s.; lass [es] [mich] s. (zeige es mir)!; erste Ehejahre ..., in denen
Mann und Frau noch gerne zusammen ausgehen und sich s. lassen, damit man
sie beneidet (Gaiser, Schlußball 148); sich als Hungerkünstler s. lassen
(als Hungerkünstler auftreten); b) <s. + sich> durch Sehen (6 a) in
einen Zustand kommen: sich [an etw.] satt, müde s. 7. erleben: wir haben
sie selten so fröhlich, so guter Laune gesehen; nie zuvor hatte ich eine
solche Begeisterung gesehen; hat man so etwas schon gesehen! (Ausruf der
Verwunderung); ihr habt sie in Not gesehen und habt ihr nicht geholfen;
Noch nie hatten sie ihn in einer solchen Erregung gesehen (Ott, Haie
317); sie hat schon bessere Zeiten, Tage gesehen (es ging ihr früher
besser); dieser Schrank hat auch schon bessere Zeiten gesehen (scherzh.;
war einmal in einem besseren Zustand). 8. a) [be]merken; feststellen:
überall nur Fehler s.; nur seinen Vorteil s.; von der einstigen
Begeisterung war nichts mehr zu s.; wir sahen, mussten mit Bestürzung
s., dass wir nicht mehr helfen konnten; ich sehe schon, so ist das nicht
zu machen; wie ich sehe, ist hier alles in Ordnung; hast du gesehen? Er
weiß es nicht; da sieht mans wieder!; siehst du [wohl]/(ugs.:) siehste
(merkst du jetzt, dass ich Recht habe; Äußerung, mit der jmd. darauf
hinweist, dass sich eine Ansicht, Befürchtung, Hoffnung bestätigt hat);
ich möchte doch [einmal] s. (feststellen, herausfinden), ob er es wagt;
wir werden [ja, schon] s./wir wollen s. (warten wir ab, das wird sich
dann schon herausstellen); mal s. (ugs.; warten wir einmal ab), wie das
Wetter morgen ist, wie lange es dauert, ob sie es merkt; ihr werdet
schon s. [was geschieht]! (warnende Äußerung); seht (ihr müsst wissen),
das war folgendermaßen; wir sahen unsere Wünsche alle erfüllt, unsere
Erwartungen enttäuscht; wir sahen uns betrogen (stellten fest, dass wir
betrogen worden waren); wir sehen uns (verblasst: sind) genötigt, nicht
in der Lage, die Kosten zu erstatten; b) beurteilen, einschätzen: alles
falsch, verzerrt, negativ s.; Hier schaltet sich Frau Schmidt ein. Sie
sieht das anders (Grossmann, Liebe 89); Eine Stellungnahme wollen Sie
nicht schreiben, sehe ich das richtig? (Spiegel 44, 1977, 220); so
darfst du das nicht s.; wir müssen die Lage ganz nüchtern s.; das dürfen
Sie nicht so eng s.!; die Dinge s., wie sie sind; man muss die Tat im
richtigen Zusammenhang s.; Die Stadtväter sehen Singapur vor allem als
lukratives Konglomerat aus Einkaufsparadies, Schlemmerland und Disney
World (a& r2, 1997, 62); Eigentlich sehe ich mich als eine Art
Handwerker (a& r2, 1997, 72); so gesehen hat sie nicht ganz Unrecht;
menschlich gesehen (in menschlicher Hinsicht) ist es ein großartiges
Team; auf die Dauer gesehen (für die Dauer), ist dies wohl die bessere
Lösung; R ... oder wie seh ich das? (ugs.; oder wie verhält es sich
damit?, oder täusche ich mich?, nicht wahr?); c) erkennen, erfassen: das
Wesen, den Kern einer Sache s.; Man sah klar und lockend das Positive,
die Schwierigkeiten traten zurück (Feuchtwanger, Erfolg 782); doch der
eine sah nicht die Zielrichtung der anzusetzenden Generalattacke
(Plievier, Stalingrad 276); ich sehe nur allzu deutlich, wie es gemeint
ist; sie hat in ihrem Roman einige Figuren sehr gut gesehen (erfasst u.
gestaltet); sie sieht in ihm nur den (betrachtet ihn nur als) Gegner;
Kein Grieche hat darin etwas Befremdliches gesehen (hat es durchaus
nicht für befremdlich gehalten; Thieß, Reich 47); Sie sehen (ersehen)
daraus, dass ich nicht ganz falsch lag; daran lässt sich s. (ermessen),
wie schwer sie sich tut; d) überlegen; prüfen; festzustellen suchen: s.,
ob es einen Ausweg gibt; [ich will] mal s., was sich tun lässt. 9. a)
[zu jmdm., etw. hingehen u.] sich um jmdn., etw. kümmern: nach den
Kindern, nach dem Kranken s.; Er meint, er braucht jemand, der immer für
ihn sorgt, der für ihn da ist, nach ihm sieht (Hörzu5, 1972, 102); ich
musste doch nach der Heizung s., weil Else heute ihren freien Nachmittag
hat (Fallada, Trinker7); sieh bitte mal nach den Kartoffeln auf dem
Herd; b) suchen, forschen, Ausschau halten: nach neuen Möglichkeiten s.
müssen. 10. a) (auf etw.) besonders achten, besonderen Wert legen: auf
Ordnung, Sauberkeit s.; Die Diva sah auf Formen (Ott, Haie 163); Der
Kaiser ... sah auf Nutzen mehr als auf Ritterlichkeit (Feuchtwanger,
Herzogin 75); er sieht nur auf seinen Vorteil, aufs Geld; du solltest
mehr auf dich selbst s.; nicht auf den Preis s. (sich unabhängig vom
Preis für od. gegen etw. entscheiden); wir müssen darauf s., dass die
Bestimmungen eingehalten werden; b) (landsch.) auf jmdn., etw.
aufpassen; jmdn., etw. im Auge behalten: bitte sieh auf das Kind. 11.
sich darum kümmern, etw. Bestimmtes zu erreichen: sieh, dass du bald
fertig wirst; Ich ... griff mein Eigentum und sah, dass ich davonkam
(Hagelstange, Spielball 72); sie soll [selbst] s., wie sie das Problem
löst; ich muss s., dass ich etwas Festes habe, bevor ich keine
Engagements mehr finde (Remarque, Obelisk 301); Die Frau muss s., wie
sie an die Unterstützung kommt, die ihr zusteht (Kronauer, Bogenschütze
289); R man muss s., wo man bleibt (ugs.; man muss zusehen, dass man
nicht zu kurz kommt); jmd. soll/kann s., wo er bleibt (jmd. muss selbst
für sich sorgen). 12. aussehen (1 a): Du erschreckst mich, Fernando. Du
siehst wild (Goethe, StellaI,4); sie haben ihm den violetten Rock so
lang geklopft, bis er abfärbte und auch sein Rücken violett geworden ist
und nicht mehr menschenähnlich sieht (Heine, Rabbi 470); Aber ist euch
auch wohl, Vater? Ihr seht so blass (Schiller, RäuberI,1). 13. <Prät.
sahe:> Das letzte Mal, da ich sie sahe, hatte ich nicht mehr Sinne als
ein Trunkener (Goethe, GötzI).

© 2000 Dudenverlag
*******************************************

Ach! Dann mal schauen:

*******************************************
schau|en <sw. V.; hat> [mhd. schouwen, ahd. scouwon= sehen, betrachten,
eigtl.= auf etw. achten, aufpassen; bemerken]: 1. (bes. südd., österr.,
schweiz.) a) sehen (1): mit der neuen Brille kann ich besser s.; er
stand da und schaute nur (ließ den Blick verweilen od. schweifen); ich
glaube nicht, dass er was kaufen wird: der will nur s. (sich umsehen);
b) blicken (a), sehen (2 a): auf die Uhr, aus dem Fenster, durch das
Fernglas, in den Schrank, unters Bett, zu Boden s.; jmdm. in die Augen
s.; nach rechts, um sich s.; Wohin man s. kann, schneit es (Frisch, Cruz
55); Ohne zu s. (auf den Verkehr zu achten) lief er auf die Fahrbahn
(Express 2.10. 68,4); Evelyn schaute ... fragend auf das Fräulein (sah
sie fragend an; Baum, Paris 56); Ü optimistisch in die Zukunft s.; es
war eine spannende Wahlnacht, und alle schauten auf die Hauptstadt; die
Fenster der Wohnung schauen auf die Straße, zur Straße (befinden sich
auf der Straßenseite); c) dreinblicken: traurig, düster, fragend,
freundlich s.; der hat vielleicht geschaut (ein erstauntes, überraschtes
Gesicht gemacht), als er uns sah; seine Augen schauten vergnügt,
spöttisch; Wie sie dasteht ..., wie sie wild schaut, das ist Pose
(Feuchtwanger, Erfolg 650); Ü der Himmel schaute düster; *jmd. schaut
jmdm. ähnlich (jmd. hat Ähnlichkeit mit jmdm.): er schaut seinem Vater
ähnlich; etw. schaut jmdm. ähnlich (ugs.; etw. ist typisch für jmdn.):
Das schaut dir ähnlich, sagt der Vater (Zenker, Froschfest 73). 2.
(geh.) (mit dem geistigen Auge) wahrnehmen, intuitiv erfassen; erschauen
(1 b): Sabbas ... rang mit seinem Zagen und suchte Gott zu s. von
Angesicht zu Angesicht (Schaper, Kirche 174); <auch o. Akk.-Obj.:> Alte,
erfahrene Augen nehmen sie besser wahr als jugendblöde, welche zwar
sehen, aber nicht schauen (Th. Mann, Joseph 593). 3. (südd., österr.)
ansehen, betrachten: Bilder, alte Filme s.; sie haben stundenlang
Fernsehen geschaut (ferngesehen); schauen Sie, was ich gefunden habe
(Frisch, Nun singen 153); *schau, schau! (Ausruf der Verwunderung). 4.
a) (südd., österr.) sehen (9 a), sich um jmdn., etw. kümmern: ab und zu
nach den alten Eltern s.; die Nachbarin hat nach den Blumen geschaut;
auf die Kinder s. (österr.; die Kinder beaufsichtigen); b) (schweiz.)
sich ständig (um jmdn., etw.) kümmern; (jmdn., etw.) betreuen: Der Vater
... züchtet Geflügel, schaut zum Vieh (St. Galler Tagblatt 29.10. 88,
I5). 5. (südd., österr., schweiz.) sehen (10 a), Wert legen, achten: auf
Ordnung, Sauberkeit s.; er schaut nicht aufs Geld, auf Schönheit, auf
Äußerlichkeiten. 6. (südd., österr., schweiz.) sehen (11)
*******************************************

Alles klar?
--
Johannes Leckebusch - AR3

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Jakob Achterndiek
2021-07-21 20:52:34 UTC
Permalink
Post by Johannes Leckebusch
*******************************************
se|hen <st. V.; hat>
schau|en <sw. V.; hat>
Alles klar?
In den philologischen Disziplinen nannte man so etwas
früher abschätzig: Fleißig kompiliert!

Erkennbaren Sinn bekommen solche Übungen erst, wenn
jemand mit Sachkenntnis und sicherem sprachlichem
Gespür die Bedeutungsfelder _gegeneinander_ abgrenzt.
Es gab hier schon mal einen solchen Versuch anläßlich
von Goethes Faust Teil II, 5. Akt, Tiefe Nacht
DER TÜRMER auf der Schloßwarte, singend.
Zum Sehen geboren,
Zum Schauen bestellt,
Dem Turme geschworen,
Gefällt mir die Welt.
[..]
--
j/\a
Manfred Hoß
2021-07-21 22:46:29 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Johannes Leckebusch
*******************************************
se|hen <st. V.; hat>
schau|en <sw. V.; hat>
Alles klar?
In den philologischen Disziplinen nannte man so etwas
früher abschätzig: Fleißig kompiliert!
Erkennbaren Sinn bekommen solche Übungen erst, wenn
jemand mit Sachkenntnis und sicherem sprachlichem
Gespür die Bedeutungsfelder _gegeneinander_ abgrenzt.
*schauen* (Verb) Das Wort kann wie *blicken* für bestimmte Bedeutungen von
/sehen/ stehen; /schauen/ ist landsch., bes. süddt., österr. gebräuchlich.
Außerhalb des regional begrenzten Gebrauchs wird es in der gehobenen Stil-
ebene verwendet. Es hat folgende Bedeutungen von /sehen/: 'die Augen, den
Blick bewußt auf ein bestimmtes Ziel richten' /(auf die Uhr, zum Himmel/
/schauen; sie schaut in den Spiegel; schauen Sie, so wird es gemacht!)/,
'sich um etw. kümmern, sich bemühen, etw. zu erreichen' /(schau, daß du/
/dir das Buch selbst besorgst!; schau, wie du damit fertig wirst!)/, 'jmdn.
betreuen, für jmdn., etw. sorgen' /(die Nachbarin schaut nach den Kindern:/
/nach dem Rechten schauen)/ und /die Fenster schauen zur Straße/ 'sind auf
die Straße gerichtet'. Die Bedeutung 'jmdn., etw. erblicken' wird auch
süddt., österr. mit /sehen/ wiedergegeben: /ich habe dich gestern gesehen./
Das Verb 'blicken' ist dem Gebrauch in der gehobenen Stilebene vorbehalten.
Es bedeutet 'die Augen, den Blick bewußt auf ein bestimmtes Ziel richten'
/(auf, nach jmdm., etw. blicken: sie blickte aus dem Fenster, zu Boden;/
/blickt um euch!); die nach der Straße blickenden/ 'gerichteten' /Fenster/

(Quelle: Wörterbuch der Sprachschwierigkeiten. Zweifelsfälle, Normen und
Varianten im gegenwärtigen deutschen Sprachgebrauch / herausgegeben von
Joachim Dückert und Günter Kempcke. - Leipzig : VEB Bibliographisches
Institut, 1984. - S. 421)

Gruß
Manfred.
Johannes Leckebusch
2021-07-21 23:18:26 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Helmut Richter
Aber intransitives „schauen“ klingt für mich deutlich weniger formell als
„sehen“.
Weil Du da im Süden bist. Mir kommt "schauen" ungewohnt und viel
schriftsprachlicher vor als "sehen" (hier mit stimmhaftem Anlaut,
versteht sich).
Was sagst Du eigentlich für "hast du den Mann da drüben gesehen?", ist
das nicht bei Euch auch "sehen"?
Mir fällt gerade ein Ratespiel ein (so ähnlich wie Teekessel-Raten):

"Ich sehe was, was Du nicht siehst, und das ist rot/grün/rund/eckig
...", was auch immer. Nun muss das Gegenüber sich umschauen, also
schauen, um etwas zu entdecken, was der Beschreibung entspricht.
Natürlich kann es rote Dinge entdecken, also sehen, die nicht das
Gesuchte sind, dann geht es weiter.

Das "Sehen" ist hier "etwas wahrnehmen, entdeckt haben", das "Schauen"
das suchende Gucken in der Hoffnung, irgendwann auch genau das zu sehen,
was gesucht wird.

Aber wie die Wörterbuchzitate etc. ja schon gezeigt (sic!) haben, die
Bedeutung der beiden Verben ist sehr, sehr vielfältig, in weitem Feld
auch indirekt ("Das sehe ich auch so" - das meine, verstehe ich auch so,
nicht konkretes optisches Sehen meinend), und in vielem sich
überschneidend und je nach Sprachregion auch unterschiedlich verwendet.
--
Johannes Leckebusch - AR3

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Christina Kunze
2021-07-20 06:03:20 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Johannes Leckebusch
Halbsatz. Das heißt: "Schaugn mer moi, na seng' ma scho"!
Schauen und sehen sind völlig verschiedene Tätigkeiten: schauen heißt, die
Augen offen zu halten um etwas zu sehen, sehen heißt etwas optisch
wahrzunehmen. Man kann schauen ohne etwas Bestimmtes sehen zu wollen oder
auch, um es zu sehen; man kann schauen, ohne zu sehen, wonach man schaut;
man kann etwas sehen, wonach man nicht geschaut hat. Auch in anderen
Sprachen wird genau derselbe oder ein ganz ähnlicher Unterschied gemacht,
regarder/voir, ...
Es ist eine deutsche Marotte, den Unterschied nicht zu machen und die zwei
Wörter für regionale Varianten desselben Wörtes zu halten.
Die regionale Opposition besteht für mich zwischen schauen und gucken
(hier kucken gesprochen).
Post by Helmut Richter
Umgekehrt wird im N umgangssprachlich häufig
nur „sehen“ verwendet: da wird dann aus dem Fenster „gesehen“,
Rausgekuckt, und dann vielleicht auch was gesehen.

Aber Du hast recht: die Unterscheidung wird nicht konsequent vorgenommen.

chr
Ulf Kutzner
2021-07-20 08:08:19 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Johannes Leckebusch
Halbsatz. Das heißt: "Schaugn mer moi, na seng' ma scho"!
Schauen und sehen sind völlig verschiedene Tätigkeiten: schauen heißt, die
Augen offen zu halten um etwas zu sehen, sehen heißt etwas optisch
wahrzunehmen. Man kann schauen ohne etwas Bestimmtes sehen zu wollen oder
auch, um es zu sehen; man kann schauen, ohne zu sehen, wonach man schaut;
man kann etwas sehen, wonach man nicht geschaut hat. Auch in anderen
Sprachen wird genau derselbe oder ein ganz ähnlicher Unterschied gemacht,
regarder/voir, ...
Es ist eine deutsche Marotte, den Unterschied nicht zu machen und die zwei
Wörter für regionale Varianten desselben Wörtes zu halten. Es ist richtig,
dass im S gelegentlich umgangssprachlich „schauen“ statt „sehen“ gesagt
wird, obwohl, wie auch das Beckenbauer-Zitat zeigt, beide Wörter zum
regionalen und dialektalen Wortschatz gehören und meist gemäß ihrer
Bedeutung verwendet werden. Umgekehrt wird im N umgangssprachlich häufig
nur „sehen“ verwendet: da wird dann aus dem Fenster „gesehen“, obwohl sich
erst beim Schauen aus dem Fenster ergibt, ob es da etwas zu sehen gibt.
Zum Beckenbauer-Zitat: Einen solchen Satz könnte man im Wortsinn
verwenden, wenn man etwas sucht: man schaut überall hin, vielleicht sieht
man das Gesuchte. Hier ist er aber metaphorisch gemeint: Seien wir
aufmerksam und für Neues offen (die Haltung beim Schauen), dann werden wir
schon entdecken (sehen), wie es weitergeht.
Gerade im ganz überwiegend bairisch geprägten Österreich bezeichnet
man Zuschauer als Zuseher.
Markus Ermert
2021-07-26 14:56:01 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Johannes Leckebusch
Halbsatz. Das heißt: "Schaugn mer moi, na seng' ma scho"!
Schauen und sehen sind völlig verschiedene Tätigkeiten: schauen heißt, die
Augen offen zu halten um etwas zu sehen, sehen heißt etwas optisch
wahrzunehmen. Man kann schauen ohne etwas Bestimmtes sehen zu wollen oder
auch, um es zu sehen; man kann schauen, ohne zu sehen, wonach man schaut;
man kann etwas sehen, wonach man nicht geschaut hat. Auch in anderen
Sprachen wird genau derselbe oder ein ganz ähnlicher Unterschied gemacht,
regarder/voir, ...
Vgl. auch beobachten/betrachten, wobei hier der Bewegungsgrad des Objekts
die einfache Unterscheidung bietet.
Post by Helmut Richter
Es ist eine deutsche Marotte, den Unterschied nicht zu machen und die zwei
Wörter für regionale Varianten desselben Wörtes zu halten.
Bist Du sicher, dass alle Mundarten diesen Unterschied machen?
wolfgang sch
2021-07-27 10:45:14 UTC
Permalink
Helmut Richter <***@email.de> wrote in news:***@kiboko2:

[schauen/sehen]
Post by Helmut Richter
Es ist eine deutsche Marotte, den Unterschied nicht zu machen und die
zwei Wörter für regionale Varianten desselben Wörtes zu halten.
Es ist richtig, dass im S gelegentlich umgangssprachlich „schauen“ statt
„sehen“ gesagt wird
Ich glaube da verstehst du was falsch. Die regionalen Paare sind nicht
schauen <-> sehen, sondern schauen <-> gucken.

Süddeutsch: "Schau mal"
Norddeutsch: "Guck mal"

"Schau mal" sagt man bei uns gar nicht, wer so redet muss ein
Zugereister sein. Umgekehrt wird "gucken" im Süden AFAIK gar nicht
verwendet, es sei denn durch Zugereiste oder von solchen beeinflusste
Menschen.

"Schauen" ist im Gegensatz dazu im Norden zwar nicht völlig
ungebräuchlich, kommt aber seltener vor und hat ein engeres
Bedeutungsspektrum, da ein Teil davon schon durch "gucken" abgedeckt
ist.

Das Bedeutungsspektrum von "sehen" ist nochmal anders als diese beiden,
und variiert AFAICT nicht regional.
--
Wollt ihr den totalen Klimaschutz?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Klaus Pommerening
2021-07-28 06:49:06 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
Ich glaube da verstehst du was falsch. Die regionalen Paare sind nicht
schauen <-> sehen, sondern schauen <-> gucken.
Süddeutsch: "Schau mal"
Norddeutsch: "Guck mal"
Also „gucken“ ist nach Süden hin mindestens bis in die rheinfränkischen
Dialekte gängig.
... und selbst im Alemannischen durchaus anzutreffen, neben der bei
Dialektsprechern bevorzugten Version "Lueg emol!"
(Für Nordlichter: 'ue' wird nicht als 'ü' ausgesprochen.)
--
Klaus Pommerening
Alemannisch für Anfänger: 's isch henne wie denne
= Es ist überall das gleiche.
Ulf Kutzner
2021-07-28 07:19:48 UTC
Permalink
Post by Klaus Pommerening
Post by wolfgang sch
Ich glaube da verstehst du was falsch. Die regionalen Paare sind nicht
schauen <-> sehen, sondern schauen <-> gucken.
Süddeutsch: "Schau mal"
Norddeutsch: "Guck mal"
Also „gucken“ ist nach Süden hin mindestens bis in die rheinfränkischen
Dialekte gängig.
... und selbst im Alemannischen durchaus anzutreffen, neben der bei
Dialektsprechern bevorzugten Version "Lueg emol!"
(Für Nordlichter: 'ue' wird nicht als 'ü' ausgesprochen.)
Leider ohne Herleitung:

https://de.wiktionary.org/wiki/lugen
Beziehungen von lugen oder luhren zu look
müßte man sich zurechtlegen.

Ach was:
https://en.wiktionary.org/wiki/look#Etymology
Lurk(en) paßt da nicht.
wolfgang sch
2021-07-28 09:44:08 UTC
Permalink
Post by Ulf Kutzner
https://en.wiktionary.org/wiki/look#Etymology
Etymonline ist der gleichen Meinung:

https://www.etymonline.com/search?q=look
--
Wollt ihr den totalen Klimaschutz?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Markus Ermert
2021-07-29 22:07:38 UTC
Permalink
Post by Klaus Pommerening
Post by wolfgang sch
Süddeutsch: "Schau mal"
Norddeutsch: "Guck mal"
Also „gucken“ ist nach Süden hin mindestens bis in die rheinfränkischen
Dialekte gängig.
... und selbst im Alemannischen durchaus anzutreffen, neben der bei
Dialektsprechern bevorzugten Version "Lueg emol!"
Im Moselfränkischen auch „lugge(n)“.
Esch lugge, do lüggst, hä/et/et lüggt.

„Lugge mo loah“.

Ripuarisch „luhre(n)“.

wolfgang sch
2021-07-28 09:42:13 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
Ich glaube da verstehst du was falsch. Die regionalen Paare sind nicht
schauen <-> sehen, sondern schauen <-> gucken.
Süddeutsch: "Schau mal"
Norddeutsch: "Guck mal"
Also „gucken“ ist nach Süden hin mindestens bis in die rheinfränkischen
Dialekte gängig.
Hier ist die Karte:

https://www.atlas-alltagssprache.de/r10-f13h/

Dann hätte ich vielleicht besser "Süddostdeutsch" vs "Rest ohne
Schweiz" formulieren sollen.
--
Wollt ihr den totalen Klimaschutz?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Gerald Gruner
2021-07-20 16:46:12 UTC
Permalink
[...]
Post by Johannes Leckebusch
Post by Detlef Meißner
Der Beckenbauer ist Schuld: "Schau'n mer mal!"
Halbsatz. Das heißt: "Schaugn mer moi, na seng' ma scho"!
Wobei das "Schau'n" in diesem Kontext wenig mit den Augen zutun hat,
sondern eher bedeutet: "Warten wir's ab, was sich ergibt."

MfG
Gerald
--
Es hört sich gut und vernünftig an...
Das ist nunmal das gefährliche an Sozialromantik.
- Leserkommentar auf Welt.de zu Plänen Bärbocks/Grüne
Ulf Kutzner
2021-07-21 05:37:18 UTC
Permalink
Post by Gerald Gruner
[...]
Post by Johannes Leckebusch
Post by Detlef Meißner
Der Beckenbauer ist Schuld: "Schau'n mer mal!"
Halbsatz. Das heißt: "Schaugn mer moi, na seng' ma scho"!
Wobei das "Schau'n" in diesem Kontext wenig mit den Augen zutun hat,
sondern eher bedeutet: "Warten wir's ab, was sich ergibt."
"Wirst schon sehen, was Du davon hast" meint ggf. auch
Prügel in absoluter Dunkelheit oder bei übergezogener
Zwangskapuze.
Stefan Schmitz
2021-07-20 08:02:56 UTC
Permalink
Post by Johannes Leckebusch
Post by Detlef Meißner
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.
Tja. Was ähnlich nerviges finde ich das "Schauen". Einen Film schauen
(statt anschauen) ...
Wer einen Film anschaut, wirft einen Blick darauf. Wer ihn schaut,
verfolgt die Handlung von Anfang an.
Johannes Leckebusch
2021-07-19 17:36:27 UTC
Permalink
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Der Zustand "Sonne" herrscht einen größeren Teil des Tages als der
Zustand "Wolken".
Heißt das nun, einige Zeit sind gar keine Wolken am Himmel? Oder doch
welche, aber meist scheint die Sonne durch?
--
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Matthias Opatz
2021-07-20 07:33:19 UTC
Permalink
Post by Johannes Leckebusch
Heißt das nun, einige Zeit sind gar keine Wolken am Himmel? Oder doch
welche, aber meist scheint die Sonne durch?
Man kann den Zustand von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang relativ genau
messen, indem man an einen Punkt die Dauer von Licht und Schatten bestimmt.

Die Sonnenscheindauer kann dann in Zeiteinheiten oder in Prozent angeben
werden. Das ist ziemlich üblich.

Matthias
Bertel Lund Hansen
2021-07-19 17:47:18 UTC
Permalink
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen?
Denke an die Zeit mit Sonne und die Zeit mit Wolken.
--
Bertel
Johannes Leckebusch
2021-07-19 17:53:52 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen?
Denke an die Zeit mit Sonne und die Zeit mit Wolken.
Hat man denn auch schon mal "Mehr Wolken als Sonne" gehört?
--
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Bertel Lund Hansen
2021-07-19 18:01:05 UTC
Permalink
Post by Johannes Leckebusch
Hat man denn auch schon mal "Mehr Wolken als Sonne" gehört?
Ich nicht, aber sei nur geduldig.
--
Bertel
Johannes Leckebusch
2021-07-19 18:02:15 UTC
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Johannes Leckebusch
Hat man denn auch schon mal "Mehr Wolken als Sonne" gehört?
Ich nicht, aber sei nur geduldig.
Jedenfalls machen Wolken mehr Krach.
--
Johannes Leckebusch - AR3

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Frank Hucklenbroich
2021-07-20 06:19:07 UTC
Permalink
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.

1 Octa = 1 Achtel

Wenn es da also heißt "5 Octa", dann ist der Himmel zu 5/8 mit Wolken
bedeckt.

Grüße,

Frank
Arnulf Sopp
2021-07-20 23:00:39 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.
1 Octa = 1 Achtel
Bei so etwas stehe ich immer sofort auf meinem Arbeitsstuhl, also sah ich
nach:

Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.

Selbstverständlich übersehe ich nicht die Unlogik: Gemeint ist hier ein
Achtel, (octavum, pars octava), also der Kehrwert eines Achtels.
Post by Frank Hucklenbroich
Wenn es da also heißt "5 Octa", dann ist der Himmel zu 5/8 mit Wolken
bedeckt.
Hier Plural, somit korrekt.

Tschüs!
Arnulf
--
Furcht vor Kritik und Verlangen nach Lob sind ein Zeichen von Schwäche.
Autor unbekannt
Quinn C
2021-07-20 23:26:02 UTC
Permalink
Post by Arnulf Sopp
Post by Frank Hucklenbroich
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.
1 Octa = 1 Achtel
Bei so etwas stehe ich immer sofort auf meinem Arbeitsstuhl, also sah ich
Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.
Selbstverständlich übersehe ich nicht die Unlogik: Gemeint ist hier ein
Achtel, (octavum, pars octava), also der Kehrwert eines Achtels.
Octavus heißt der/die/das Achte, octavum ist die Neutrumform davon, vgl.
"der achte Teil".

Allgemein ist octa-, auch octo-, oct- ein Präfix mit der Bedeutung
"acht". Die nähere Bedeutung ergibt sich normalerweise aus dem
nachfolgenden Teil (z.B. Oktagon, Oktopus, Oktaviopaz ...)

In diesem Fall hat man den nachfolgenden Teil wohl fallengelassen, oder
aber gar nicht erst festgelegt. Es könnte aber octavum/octava gemeint
sein.
--
Um IHREN SIEGREICHEN ANSPRUCH ANZUFANGEN, den SIE DIE FORM UNTEN
MIT IHRE INFORMATIONEN UND FÜLLEN MÜSSEN, SCHICKEN Sie IHM ZU IHREN
ANSPRUCH AGENTEN SOFORT.
-- SPAMPOESIE
René Marquardt
2021-07-21 00:05:29 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Arnulf Sopp
Post by Frank Hucklenbroich
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.
1 Octa = 1 Achtel
Bei so etwas stehe ich immer sofort auf meinem Arbeitsstuhl, also sah ich
Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.
Selbstverständlich übersehe ich nicht die Unlogik: Gemeint ist hier ein
Achtel, (octavum, pars octava), also der Kehrwert eines Achtels.
Octavus heißt der/die/das Achte, octavum ist die Neutrumform davon, vgl.
"der achte Teil".
Allgemein ist octa-, auch octo-, oct- ein Präfix mit der Bedeutung
"acht".
Siehe Sanskrit "ashta". Das duerfte aber allgemein bekannt sein.
Arnulf Sopp
2021-07-21 22:48:33 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Arnulf Sopp
Selbstverständlich übersehe ich nicht die Unlogik: Gemeint ist hier ein
Achtel, (octavum, pars octava), also der Kehrwert eines Achtels.
Man wird's gemerkt haben: Natürlich der Kehrwert des Achtachen.
Post by Quinn C
Octavus heißt der/die/das Achte, octavum ist die Neutrumform davon, vgl.
"der achte Teil".
Mein Langenscheidt nennt für Achtel, was ich oben wiederholte: actavum und
pars octava.

Tschüs!
Arnulf
--
Wir wollen an die Menschen glauben, nicht an Gespenster und Teufel.
Martin Andersen-Nexö
Frank Hucklenbroich
2021-07-21 06:34:36 UTC
Permalink
Post by Arnulf Sopp
Post by Frank Hucklenbroich
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.
1 Octa = 1 Achtel
Bei so etwas stehe ich immer sofort auf meinem Arbeitsstuhl, also sah ich
Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.
Das ist Flug-Wetterfunk auf Englisch, da bemüht man keine lateinische
Grammatik, insofern ist ein Achtel dann auch "one octa". Die meisten
Piloten dürften kein Latein können ;-)

Grüße,

Frank
Ulf Kutzner
2021-07-21 13:45:06 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Arnulf Sopp
Post by Frank Hucklenbroich
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.
1 Octa = 1 Achtel
Bei so etwas stehe ich immer sofort auf meinem Arbeitsstuhl, also sah ich
Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.
Das ist Flug-Wetterfunk auf Englisch, da bemüht man keine lateinische
Grammatik, insofern ist ein Achtel dann auch "one octa". Die meisten
Piloten dürften kein Latein können
Kommt da im Plural wenigstens ein Plural-s an die Pluralform, wie
bei den angelsächsischen Visen?
Frank Hucklenbroich
2021-07-21 14:43:03 UTC
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Arnulf Sopp
Post by Frank Hucklenbroich
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.
1 Octa = 1 Achtel
Bei so etwas stehe ich immer sofort auf meinem Arbeitsstuhl, also sah ich
Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.
Das ist Flug-Wetterfunk auf Englisch, da bemüht man keine lateinische
Grammatik, insofern ist ein Achtel dann auch "one octa". Die meisten
Piloten dürften kein Latein können
Kommt da im Plural wenigstens ein Plural-s an die Pluralform, wie
bei den angelsächsischen Visen?
Ja. "One Octa", aber "five Octas".

Kann man mitunter auf Kurzwelle hören, VOLMET nennen sich diese Sender für
den Flugwetterfunk.

Grüße,

Frank
Arnulf Sopp
2021-07-21 22:35:38 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Arnulf Sopp
Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.
Das ist Flug-Wetterfunk auf Englisch, da bemüht man keine lateinische
Grammatik, insofern ist ein Achtel dann auch "one octa". Die meisten
Piloten dürften kein Latein können ;-)
Das Englische, insb. der Oberschicht, ist sehr romanisch geprägt. Die
Regeln fürs Anglisieren lateinischer Wörter sind teilweise kritikbedürftig,
aber "Fehler" dieser Art (wenn wir das mal Fehler nennen möchten) sind mir
noch kaum begegnet.

So bleibt mein Verdacht bestehen, dass sich ähnlich wie "der Virus" auch
"one octa" statt octum eingeschliffen hat.

Tschüs!
Arnulf
--
Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist
treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind,
können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht
hinein.
Mark Twain
Christian Weisgerber
2021-07-22 14:36:59 UTC
Permalink
Post by Arnulf Sopp
Post by Frank Hucklenbroich
Das ist Flug-Wetterfunk auf Englisch, da bemüht man keine lateinische
Grammatik, insofern ist ein Achtel dann auch "one octa". Die meisten
Piloten dürften kein Latein können ;-)
Das Englische, insb. der Oberschicht, ist sehr romanisch geprägt. Die
Regeln fürs Anglisieren lateinischer Wörter sind teilweise kritikbedürftig,
aber "Fehler" dieser Art (wenn wir das mal Fehler nennen möchten) sind mir
noch kaum begegnet.
So bleibt mein Verdacht bestehen, dass sich ähnlich wie "der Virus" auch
"one octa" statt octum eingeschliffen hat.
Das Wort kommt nur in einem bestimmten Jargon vor, so dass es in
allgemeinsprachlichen Wörterbüchern nicht verzeichnet ist und sich
keine genaue Wortherkunft findet. Die englische Wikipedia schreibt
es „okta“.

Ein lateinisches Wort „octum“ scheint es nicht zu geben.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Andreas Karrer
2021-07-22 07:06:34 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Arnulf Sopp
Post by Frank Hucklenbroich
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.
1 Octa = 1 Achtel
Bei so etwas stehe ich immer sofort auf meinem Arbeitsstuhl, also sah ich
Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.
Wie Visa. Da kennt man im Englischen ja auch keine Singularform.
Post by Frank Hucklenbroich
Das ist Flug-Wetterfunk auf Englisch, da bemüht man keine lateinische
Grammatik, insofern ist ein Achtel dann auch "one octa". Die meisten
Piloten dürften kein Latein können ;-)
"Octas" werden kaum gebraucht im Flugfunk. Die Angabe der Bewölkung im
Flugfunk basiert zwar auf Octas, aber das ist etwas zu feingranular;
bei den Durchsagen heisst es "Sky clear", Few (1-2 Octas), Scattered
(3-4), Broken (5-7) oder Overcast (8). "Sky clear" ist recht selten,
weil bei fehlender Bewölkung fast immer auch die Sicht sehr gut ist,
dann benutzt man die merkwürdige Abkürzung "Cavok" (Ceiling And
visibility OKay, ausgesprochen 'kafokey").

- Andi
Hans
2021-07-22 08:10:08 UTC
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Post by Andreas Karrer
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Arnulf Sopp
Post by Frank Hucklenbroich
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Im Flugwetterbericht wird das in "Octa" ausgedrückt.
1 Octa = 1 Achtel
Bei so etwas stehe ich immer sofort auf meinem Arbeitsstuhl, also sah ich
Langenscheidt Handwörterbuch Latein: octum - das Achtfache. Octa ist
offensichtlich die Pluralform.
Wie Visa. Da kennt man im Englischen ja auch keine Singularform.
Post by Frank Hucklenbroich
Das ist Flug-Wetterfunk auf Englisch, da bemüht man keine lateinische
Grammatik, insofern ist ein Achtel dann auch "one octa". Die meisten
Piloten dürften kein Latein können ;-)
"Octas" werden kaum gebraucht im Flugfunk. Die Angabe der Bewölkung im
Flugfunk basiert zwar auf Octas, aber das ist etwas zu feingranular;
bei den Durchsagen heisst es "Sky clear", Few (1-2 Octas), Scattered
(3-4), Broken (5-7) oder Overcast (8). "Sky clear" ist recht selten,
weil bei fehlender Bewölkung fast immer auch die Sicht sehr gut ist,
dann benutzt man die merkwürdige Abkürzung "Cavok" (Ceiling And
visibility OKay, ausgesprochen 'kafokey").
Wobei das vom Flughafen abhängt. Soll heißen, u.a. dürfen keine Wolken
unter 5000 FT oder der höchsten minimum sector altitude sein. Wenn die
Wolken höher sind, kann der Himmel auch bedeckt sein.

Siehe auch

https://de.wikipedia.org/wiki/CAVOK
Stefan Schmitz
2021-07-20 07:59:12 UTC
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Post by Detlef Meißner
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.
Und wie wird das gleichzeitige Auftreten von Sonnenschein und Bewölkung
gewertet?
Ulf Kutzner
2021-07-20 08:13:17 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.
Und wie wird das gleichzeitige Auftreten von Sonnenschein und Bewölkung
gewertet?
Meist zieht die Bewölkung durch und läßt die astronomisch möglichen
Sonnenscheinstunden nicht vollständig zu. Fälle, wo sie nur nichtstörend
am Himmel steht, werden insoweit nicht berücksichtigt bzw. etwa als
'heiter' wiedergegeben. Fälle von starker Bewölkung ohne Verminderung
der Sonnenscheindauer dürften eher theoretisch sein.
Markus Ermert
2021-07-26 14:52:12 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen? Oder wie viele Sonnen
braucht es?
Das ist aber unauffällig, weil schon lange so geredet wird, speziell bei
Wettervorhersagen.
Gemeint ist: Mehr Sonnenschein als bewölkt.
Und wie wird das gleichzeitige Auftreten von Sonnenschein und Bewölkung
gewertet?
Das nennt man dann heiter. Fifty-fifty oder so.

Praktisch geht es aber immer um einen imaginären Punkt. Und da ist stets
entweder Licht (Sonne) oder Schatten (Wolken). Dünne Wolkenschleier mit
viel Durchlass zählen als Sonne, Grenze zum Schatten natürlich fließend.
wolfgang sch
2021-07-26 15:50:24 UTC
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Post by Markus Ermert
Das nennt man dann heiter. Fifty-fifty oder so.
Praktisch geht es aber immer um einen imaginären Punkt. Und da ist stets
entweder Licht (Sonne) oder Schatten (Wolken).
Nee es geht um den Bedeckungsgrad des Himmels von einem Punkt aus
gesehen, in Achteln oder Vierteln gemessen. Das stammt aus der
Flugmeteorologie:

Oktas METARs Bedeutung
=====================================
CAVOK = keine Wolken unter 5000 Fuß
(ceiling and und mind. 10 km Sicht
visibility OK)

0 okta = SKC (sky clear) = keine Wolken
1 okta = FEW (few clouds) = ca. 1/8 des Himmels bedeckt
2 okta = FEW = ca. 1/4
3 okta = SCT (scattered) = ca. 3/8
4 okta = SCT = ca. 1/2
5 okta = BKN (broken) = ca. 5/8
6 okta = BKN = ca. 3/4
7 okta = BKN = ca. 7/8
8 okta = OVC (overcast) = völlig bedeckter Himmel

In journalistischen Medien wird daraus ein ungenaues
Wischiwaschi-Gelaber, einerseits weil Journalisten andere Leute für
noch dümmer halten als sich selbst, andererseits weil seit den
Privatisierungsorgien genaue Wetterinformationen nur gegen Bares
rausgegeben werden.
--
Wollt ihr den totalen Klimaschutz?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Stefan Schmitz
2021-07-20 08:12:59 UTC
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"Eine Sendung war das von Redakteurin X. Y."
Ach. Hätte jetzt nicht gedacht, dass das eine /Sendung/ war (oder ein
Feuilleton oder ...).
Deutschlandfunk?

Diese Satzstellung höre ich da ständig, aber bezogen auf kurze Beiträge:
"Der Bericht war das von X. Y."
Für welche komplette Sendung wurde es verwendet?
wolfgang sch
2021-07-24 10:52:17 UTC
Permalink
Wetterankündigung: "Morgen mehr Sonne als Wolken."
Wie viele Wolken dürfen da am Himmel stehen?
Daraus würde ich schließen: 3 okta oder weniger.
--
Wollt ihr den totalen Klimaschutz?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
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