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Was ist ein Gegenteil?
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Ralf Joerres
2018-11-06 12:27:50 UTC
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Gibt es 'Gegenteile' in der Natur, vielleicht 'Land' und 'Meer', oder sind
Gegenteile begriffliche Konstrukte? Für mich eher letzteres. Dies aber nur
nebenbei.

Meine Hauptfrage ist: Sind Gegenteile von Begriffen, die sich z.B. auf einer
Intensitäts- oder Ausprägungsgradsskala von voll negativ bis voll positiv
anordnen lassen, am spiegelbildlich entgegengesetzten Punkt der Skala zu
finden, oder auch in der Mitte, sozusagen am Nullpunkt?

Beispiele: Wäre das Gegenteil von 'Fettwanst' eine 'normalgewichtige Person'
oder ein 'Knochengestell'?

Oder: Wäre 'jm unter die Haut gehen' das Gegenteil zu 'jn gleichgültig lassen' oder zu 'an jm abprallen'?

Oder: 'einen Zahn zulegen' vs. 'langsamer werden' / 'das Tempo halten'

Oder: 'jn interessieren' vs. 'jm egal sein' / 'von etw nichts hören wollen'

Oder: 'sich abmühen' vs. 'jm leichtfallen' / 'jm zufliegen'

Oder: 'sich ärgern' vs. 'sich wieder beruhigen' / 'sich freuen'

Oder: 'ausziehen' vs. 'wohnen bleiben' / 'einziehen'

usw. Mir geht es weniger um die Beispiele als darum, ob man derartige 'Nullwerte' auch als 'Gegenteil' sehen würde.

Gruß Ralf Joerres
Helmut Richter
2018-11-06 13:18:29 UTC
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Post by Ralf Joerres
Meine Hauptfrage ist: Sind Gegenteile von Begriffen, die sich z.B. auf einer
Intensitäts- oder Ausprägungsgradsskala von voll negativ bis voll positiv
anordnen lassen, am spiegelbildlich entgegengesetzten Punkt der Skala zu
finden, oder auch in der Mitte, sozusagen am Nullpunkt?
Am Nullpunkt eher nicht, aber auf derselben Seite vom Nullpunkt weniger
intensiv. Mathematisch: entweder -x (hoch – tief, brüllheiß – eiskalt,
penibel – chaotisch) oder 1/x (hoch – flach, brüllheiß – lauwarm, penibel
– ordentlich).

Was als Gegenteil empfunden wird, hängt vom Zusammenhang ab. Wie
eigentlich alles in der Sprache. Und die Wertung natürlich erst recht.
--
Helmut Richter
Bertel Lund Hansen
2018-11-06 14:32:28 UTC
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Post by Ralf Joerres
Beispiele: Wäre das Gegenteil von 'Fettwanst' eine
'normalgewichtige Person' oder ein 'Knochengestell'?
Alle Beispiele hängen von der Zusammenhang ab.

Ist er fett?
Im Gegenteil, er ist ganz normal.

Der Sohn ist der Gegenteil zu seinem Vater. Der Vater ist
sehr übergewichtig, und der Sohn sieht aus, als könnte der
Wind ihn wegblasen.
--
/Bertel - aus Dänemark
René Marquardt
2018-11-06 14:42:50 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
der Gegenteil
Das Gegenteil.
U***@web.de
2018-11-06 15:37:03 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
der Gegenteil
Das Gegenteil.
Bertel schreibt, er wollen korrigiert werden, und lästert, so es denn
passiert.
Bertel Lund Hansen
2018-11-06 16:00:05 UTC
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Post by U***@web.de
Bertel schreibt, er wollen korrigiert werden, und lästert, so es denn
passiert.
Diesen Satz verstehe ich nicht.

Ich bin dankbar, dass René mich korrigiert hat.
--
/Bertel - aus Dänemark
U***@web.de
2018-11-06 16:09:49 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by U***@web.de
Bertel schreibt, er wollen korrigiert werden, und lästert, so es denn
passiert.
Diesen Satz verstehe ich nicht.
Ich bin dankbar, dass René mich korrigiert hat.
Dennoch kann ich mich erinnern, daß Du einmal eine Frage stelltest und prophylaktisch über die herzogst, die Dich gleich korrigieren würden.

Erinnere mich nur nicht an den Wortlaut, sonst hätt ich's
gleich hier eingebaut.
Bertel Lund Hansen
2018-11-06 17:27:05 UTC
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Post by U***@web.de
Dennoch kann ich mich erinnern, daß Du einmal eine Frage
stelltest und prophylaktisch über die herzogst, die Dich
gleich korrigieren würden.
Wenn ich "herziehen" richtig verstehe, dann habe ich das nie
getan. Ich habe mehrmals gesagt, dass ich gerne korrigiert werden
möchte - in Maßen, denn meine Fehler sind für Deutschsprechenden
nicht besonders interessant, und wenn jeder Fehler in Mails
korrigiert würde, dann bekäme ich zu viele Mails, und die meisten
Fehler entdecke ich selber später und kann sie nachschlagen, wenn
es nicht banale Tipp- oder Denkfehler sind.
--
/Bertel - aus Dänemark
Helmut Richter
2018-11-06 18:23:49 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by U***@web.de
Bertel schreibt, er wollen korrigiert werden, und lästert, so es denn
passiert.
Diesen Satz verstehe ich nicht.
Ich auch nicht.
Post by Bertel Lund Hansen
Ich bin dankbar, dass René mich korrigiert hat.
Das ist auch meine Erfahrung mit ihm.
--
Helmut Richter
Martin Gerdes
2018-11-06 22:16:02 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
Bertel schreibt, er wolle korrigiert werden, und lästert, so es denn
passiert.
Diesen Satz verstehe ich nicht.
Ich auch nicht.
Ich verstehe den sehr wohl. Mir hat er mal öffentlich geschrieben, daß
er meine Korrekturen per Mail nicht schätze. Seitdem hat er auch keine
entsprechende Mail von mir mehr bekommen.

Ich kann also nicht bestätigen, daß Bertel für Korrekturen "dankbar"
sei.

Wenn ihm die Mails mit Korrekturen zuviel werden, kann er das ja per
Mail zurückschreiben. Das ist dann so vor öffentlichen Augen verborgen
wie die Korrektur selbst, kompromittiert somit beide Teile nicht. Aber
er hat das halt öffentlich geschrieben, und das hat dann schon eine
andere Qualität.
Detlef Meißner
2018-11-06 22:35:01 UTC
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Post by Martin Gerdes
Post by Helmut Richter
Post by Bertel Lund Hansen
Bertel schreibt, er wolle korrigiert werden, und lästert, so es denn
passiert.
Diesen Satz verstehe ich nicht.
Ich auch nicht.
Ich verstehe den sehr wohl. Mir hat er mal öffentlich geschrieben, daß
er meine Korrekturen per Mail nicht schätze. Seitdem hat er auch keine
entsprechende Mail von mir mehr bekommen.
Ich kann also nicht bestätigen, daß Bertel für Korrekturen "dankbar"
sei.
Wenn ihm die Mails mit Korrekturen zuviel werden, kann er das ja per
Mail zurückschreiben. Das ist dann so vor öffentlichen Augen verborgen
wie die Korrektur selbst, kompromittiert somit beide Teile nicht. Aber
er hat das halt öffentlich geschrieben, und das hat dann schon eine
andere Qualität.
Du musst's ja wissen!

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Diedrich Ehlerding
2018-11-06 17:56:55 UTC
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Post by U***@web.de
Bertel schreibt, er wollen korrigiert werden, und lästert, so es denn
passiert.
Hä? Lebst du in einem Parallluniversum? Ich habe Bertel, um beim Thema des
Diskussionsfadens zu bleiben ;-) , ganz im Gegenteil als jemanden in
Erinnerung, der Korrekturen dankbar entgegennimmt.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
U***@web.de
2018-11-07 07:43:48 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by U***@web.de
Bertel schreibt, er wollen korrigiert werden, und lästert, so es denn
passiert.
Hä? Lebst du in einem Parallluniversum?
Es ist in ger.ct verzeichnet. Wüßte ich Teile des Wortlauts,
so würde ich es schon gefunden und zur Verdeutlichung
beigefügt haben.

WIMRE lästerte er in jenem Posting prophylaktisch.,
frei und aus mittelprächtiger Erinnerung nach dem Motto:

"Gleich werden wieder Leute/wird jemand kommen, der
jede Menge Details in diesem Posting hier bekrittelt."
Michael Pachta
2018-11-07 13:45:43 UTC
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Post by U***@web.de
Es ist in ger.ct verzeichnet. Wüßte ich Teile des Wortlauts,
so würde ich es schon gefunden und zur Verdeutlichung
beigefügt haben.
Ich lese und schreibe ja auch ger.ct. Ich kann mich nicht daran
erinnern, dort jemals etwas von unserem geschätzten dänischen Mitleser
und -schreiber Bertel Lund Hansen gelesen zu haben.
Post by U***@web.de
WIMRE lästerte er in jenem Posting prophylaktisch.,
"Gleich werden wieder Leute/wird jemand kommen, der
jede Menge Details in diesem Posting hier bekrittelt."
Auch derartiges habe ich noch nie von ihm gelesen. Du verwechselst ihn
mit jemandem, da bin ich mir ziemlich sicher, eventuell UFH?
U***@web.de
2018-11-07 14:21:38 UTC
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Post by Michael Pachta
Post by U***@web.de
Es ist in ger.ct verzeichnet. Wüßte ich Teile des Wortlauts,
so würde ich es schon gefunden und zur Verdeutlichung
beigefügt haben.
Ich lese und schreibe ja auch ger.ct. Ich kann mich nicht daran
erinnern, dort jemals etwas von unserem geschätzten dänischen Mitleser
und -schreiber Bertel Lund Hansen gelesen zu haben.
Post by U***@web.de
WIMRE lästerte er in jenem Posting prophylaktisch.,
"Gleich werden wieder Leute/wird jemand kommen, der
jede Menge Details in diesem Posting hier bekrittelt."
Auch derartiges habe ich noch nie von ihm gelesen. Du verwechselst ihn
mit jemandem, da bin ich mir ziemlich sicher, eventuell UFH?
Nein, Entschuldigung, gemeint war die hiesige Gruppe de.etc.sprache.deutsch
Detlef Meißner
2018-11-07 14:30:49 UTC
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Post by Michael Pachta
Auch derartiges habe ich noch nie von ihm gelesen. Du verwechselst ihn
mit jemandem, da bin ich mir ziemlich sicher, eventuell UFH?
Der ist unverwechselbar!

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Detlef Meißner
2018-11-06 16:36:37 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
der Gegenteil
Das Gegenteil.
der Teil - das Teil

Alles nicht so einfach im Deutschen.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Helmut Richter
2018-11-06 19:01:39 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
der Gegenteil
Das Gegenteil.
der Teil - das Teil
Alles nicht so einfach im Deutschen.
Ich habe schon früher mal nachgedacht, was der Unterschied zwischen einem
maskulinen und einem neutralen Teil ist. Manchmal geht beides, manchmal
nicht. Meine Beobachtungen:

– Viele zusammengesetzte Substantive oder Redewendungen haben ein festes
Genus: der Elternteil, der Bestandteil, der Anteil, das Einzelteil.
Manche erlauben beides: der/das Erbteil. Bei Wörtern, die gar keine Teile
von etwas sind, muss mans auswendig wissen: das Abteil, das Gegenteil,
der Vorteil, der Nachteil, das Urteil (= etwas, das erteilt wird).

– Die beiden eben genannten Wörter „der Bestandteil“ und „das Einzelteil“
sind Beispiele für den typischen Unterschied. Eine Maschine kann aus
mehreren Teilen (Bestandteilen) bestehen, die jeweils *einen* Teil ihrer
Funktion abdecken. Sie besteht aber gleichzeitig aus vielen Einzelteilen,
die kaputt gehen können und dann ersetzt werden müssen.

– In Zusammensetzungen wird oft neutrales Genus verwendet, auch wenn das
maskuline logischer wäre. Zwei Beispielsätze:

*Der* vierte Teil von einem Geldbetrag heißt auch *das* Viertel (kommt
von Viertteil – diese Wörter haben immer ein t weniger als logisch:
Drittel statt *Dritttel, Viertel statt *Vierttel). Es kann z.B. *der*
Anteil an einem Erbe sein.

*Der* Teil eines Bikinis, der am Oberkörper getragen wird, heißt *das*
Oberteil.

– Seit einigen Jahren werden in der Umgangssprache Gegenstände einfach als
„das Teil“ bezeichnet, die nicht ein Teil vor etwas anderem sind, also im
Sinn von „das Ding“.

Das ist sicher nicht alles. Was habe ich vergessen?

--
Helmut Richter
Quinn C
2018-11-07 20:44:43 UTC
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Post by Helmut Richter
Ich habe schon früher mal nachgedacht, was der Unterschied zwischen einem
maskulinen und einem neutralen Teil ist. Manchmal geht beides, manchmal
– Viele zusammengesetzte Substantive oder Redewendungen haben ein festes
Genus: der Elternteil, der Bestandteil, der Anteil, das Einzelteil.
Manche erlauben beides: der/das Erbteil.
Das Erbteil ist mir nur als Neutrum vertraut.

Und "der weibliche Elternteil" klingt etwas merkwürdig - so ganz
unabhängig sind Genus und Sexus wohl doch nicht.
Post by Helmut Richter
– Seit einigen Jahren werden in der Umgangssprache Gegenstände einfach als
„das Teil“ bezeichnet, die nicht ein Teil vor etwas anderem sind, also im
Sinn von „das Ding“.
So ähnlich wie vorher schon "das Teilchen" oder "das Stückchen" für
kleine Backwaren.
--
von Muret ein gugeln guot
mit lûtrem vêhen bunde
V. D. HAGEN
Thomas Schade
2018-11-07 20:54:48 UTC
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Post by Quinn C
Und "der weibliche Elternteil" klingt etwas merkwürdig - so ganz
unabhängig sind Genus und Sexus wohl doch nicht.
'Das weibliche Elternteil' finde ich allerdings geradezu despektierlich.


Ciao
Toscha
--
Nazis fühlen sich fremd im eigenen Land? Gut so, ich hoffe, es wird
nie wieder ein Deutschland geben, in dem sich Nazis zu Hause fühlen.
Quinn C
2018-11-07 21:03:51 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Quinn C
Und "der weibliche Elternteil" klingt etwas merkwürdig - so ganz
unabhängig sind Genus und Sexus wohl doch nicht.
'Das weibliche Elternteil' finde ich allerdings geradezu despektierlich.
Auch wenn es neben "das mànnliche Elternteil stünde"?
--
The trouble some people have being German, I thought,
I have being human.
-- Margaret Atwood, Surfacing (novel), p.130
Thomas Schade
2018-11-08 06:00:33 UTC
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Post by Quinn C
Post by Thomas Schade
Post by Quinn C
Und "der weibliche Elternteil" klingt etwas merkwürdig - so ganz
unabhängig sind Genus und Sexus wohl doch nicht.
'Das weibliche Elternteil' finde ich allerdings geradezu despektierlich.
Auch wenn es neben "das mànnliche Elternteil stünde"?
Es ist natürlich, wie so oft, eine Frage des Kontexts. Aber auch bei der
Nennung beider Elternteile empfände ich /das Elternteil/ immer noch
abwertend gegenüber /der Elternteil/.


Ciao
Toscha
--
Der neue Faschismus wird nicht sagen, er sei der neuer Faschismus.
Er wird sagen: "Ich bin ja kein Nazi, aber ..."
Detlef Meißner
2018-11-07 22:46:32 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Quinn C
Und "der weibliche Elternteil" klingt etwas merkwürdig - so ganz
unabhängig sind Genus und Sexus wohl doch nicht.
'Das weibliche Elternteil' finde ich allerdings geradezu despektierlich.
Das findet mein männliches Teil nicht!

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
HC Ahlmann
2018-11-07 22:47:10 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Quinn C
Und "der weibliche Elternteil" klingt etwas merkwürdig - so ganz
unabhängig sind Genus und Sexus wohl doch nicht.
'Das weibliche Elternteil' finde ich allerdings geradezu despektierlich.
Wo "die Mutter" eine mehrerlei bessere Alternative ist.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Helmut Richter
2018-11-07 20:59:24 UTC
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Post by Quinn C
Und "der weibliche Elternteil" klingt etwas merkwürdig - so ganz
unabhängig sind Genus und Sexus wohl doch nicht.
Es gibt auch *den* weiblichen Menschen und *den* weiblichen Gast.

Findest du "die weibliche Elternteil" richtiger?
--
Helmut Richter
Roland Franzius
2018-11-08 04:12:59 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Quinn C
Und "der weibliche Elternteil" klingt etwas merkwürdig - so ganz
unabhängig sind Genus und Sexus wohl doch nicht.
Es gibt auch *den* weiblichen Menschen und *den* weiblichen Gast.
Findest du "die weibliche Elternteil" richtiger?
Auftrennung von Paarbezeichnungen in neue _Teil_e kann man als Funktor
in Kategorien generalisieren.

Ehepaar = Ehemann \/ Ehefrau (gemeinsames Attribut~~"paar")
Left[Ehepaar] = weibliches Ehepaarteil

So machen das unsere IT-Fachleute.

_IT-Fachleute machen Sachen heute:_

Shop-Software korrigiert selbständig fehlerhafte IBAN-Eingabe, indem sie
die Prüfziffer korrigiert und in Bestätigungs-Email mit ****
ungekenntlich macht.

Nachfrage bei Bank: Ja, das machen die wohl so, Hauptsache das Geschäft
kommt zustande und der Algorithmus generiert ja eine zusätzliche
Bearbeitungsgebühr, die im Einzelfall den Gewinn verdoppeln kann.
--
Roland Franzius
HC Ahlmann
2018-11-07 22:47:10 UTC
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Post by Quinn C
Post by Helmut Richter
– Seit einigen Jahren werden in der Umgangssprache Gegenstände einfach als
"das Teil" bezeichnet, die nicht ein Teil vor etwas anderem sind, also im
Sinn von "das Ding".
So ähnlich wie vorher schon "das Teilchen" oder "das Stückchen" für
kleine Backwaren.
Der Vergleich hinkt, solange Du keinen Diminuitiv mit -chen und ohne
sächliches das nennen kannst.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Quinn C
2018-11-08 16:20:00 UTC
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Post by HC Ahlmann
Post by Quinn C
Post by Helmut Richter
– Seit einigen Jahren werden in der Umgangssprache Gegenstände einfach als
"das Teil" bezeichnet, die nicht ein Teil vor etwas anderem sind, also im
Sinn von "das Ding".
So ähnlich wie vorher schon "das Teilchen" oder "das Stückchen" für
kleine Backwaren.
Der Vergleich hinkt, solange Du keinen Diminuitiv mit -chen und ohne
sächliches das nennen kannst.
Dann nimm es nicht als Vergleich!

Ich wollte mit meinem Einwurf zwei Hypothesen stützen:

- "Teil" für etwas kleines, was nicht Teil eines Ganzen ist, ist gar
nicht so neu und überraschend.
- Daß es in dem Fall "das Teil" heißt, und nicht "der Teil", könnte von
dem vorhandenen Beispiel "Teilchen" beeinflußt sein. Muß nicht, es kann
auch an dem Bewußtsein liegen, daß es nicht Teil eines Ganzen ist, aber
wie wir gesehen haben, ist das nicht konsequent.
--
... English-speaking people have managed to get along a good many
centuries with the present supply of pronouns; ... It is so old and
venerable an argument ... it's equivalent was used when gas, railways
and steamboats were proposed. -- Findlay (OH) Jeffersonian (1875)
Gunhild Simon
2018-11-07 23:32:52 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Detlef Meißner
Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
der Gegenteil
Das Gegenteil.
der Teil - das Teil
Alles nicht so einfach im Deutschen.
Ich habe schon früher mal nachgedacht, was der Unterschied zwischen einem
maskulinen und einem neutralen Teil ist. Manchmal geht beides, manchmal
– Viele zusammengesetzte Substantive oder Redewendungen haben ein festes
Genus: der Elternteil, der Bestandteil, der Anteil, das Einzelteil.
Manche erlauben beides: der/das Erbteil. Bei Wörtern, die gar keine Teile
von etwas sind, muss mans auswendig wissen: das Abteil, das Gegenteil,
der Vorteil, der Nachteil, das Urteil (= etwas, das erteilt wird).
– Die beiden eben genannten Wörter „der Bestandteil“ und „das Einzelteil“
sind Beispiele für den typischen Unterschied. Eine Maschine kann aus
mehreren Teilen (Bestandteilen) bestehen, die jeweils *einen* Teil ihrer
Funktion abdecken. Sie besteht aber gleichzeitig aus vielen Einzelteilen,
die kaputt gehen können und dann ersetzt werden müssen.
– In Zusammensetzungen wird oft neutrales Genus verwendet, auch wenn das
*Der* vierte Teil von einem Geldbetrag heißt auch *das* Viertel (kommt
Drittel statt *Dritttel, Viertel statt *Vierttel). Es kann z.B. *der*
Anteil an einem Erbe sein.
*Der* Teil eines Bikinis, der am Oberkörper getragen wird, heißt *das*
Oberteil.
– Seit einigen Jahren werden in der Umgangssprache Gegenstände einfach als
„das Teil“ bezeichnet, die nicht ein Teil vor etwas anderem sind, also im
Sinn von „das Ding“.
Das ist sicher nicht alles. Was habe ich vergessen?
Ich würde die beiden sich durch ihr Genus unterscheidenden Begriffe folgendermaßen voneinander
abgrenzen:
- der Teil, m., ist ein unverzichtbarer Teil eines Ganzen
- das Teil ist ein beliebiges Stück von einer Sache
(Hier fühle sich Detlef aber nicht unverstanden :-))

Jetzt habe ich Duden.de befragt:
https://www.duden.de/rechtschreibung/Teil#Bedeutung5

Gruß
Gunhild
Manfred Hoß
2018-11-06 18:58:30 UTC
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Post by Ralf Joerres
Gibt es 'Gegenteile' in der Natur, vielleicht 'Land' und 'Meer', oder sind
Gegenteile begriffliche Konstrukte? Für mich eher letzteres. Dies aber nur
nebenbei.
Meine Hauptfrage ist: Sind Gegenteile von Begriffen, die sich z.B. auf einer
Intensitäts- oder Ausprägungsgradsskala von voll negativ bis voll positiv
anordnen lassen, am spiegelbildlich entgegengesetzten Punkt der Skala zu
finden, oder auch in der Mitte, sozusagen am Nullpunkt?
Beispiele: Wäre das Gegenteil von 'Fettwanst' eine 'normalgewichtige Person'
oder ein 'Knochengestell'?
[...]
Post by Ralf Joerres
usw. Mir geht es weniger um die Beispiele als darum, ob man derartige 'Nullwerte' auch als 'Gegenteil' sehen würde.
"Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt" sehe ich durchaus als gegenteilig
an, hingegen würde ich den 'Nullwert' "völlig entspannt" nicht als
Gegenteil sehen, weder zu "himmelhoch jauchzend" noch zu "zum Tode
betrübt".

Gruß
Manfred.
HC Ahlmann
2018-11-06 20:01:53 UTC
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Post by Ralf Joerres
Mir geht es weniger um die Beispiele als darum, ob man derartige
'Nullwerte' auch als 'Gegenteil' sehen würde.
In der Mathematik ist das neutrale Element, das Du Nullwert nennst,
nicht das Gegenteil eines anderen Werts. Eine Zahl und ihre Gegenzahl
haben als Summe null, das neutrale Element der Addition: 1+(-1)=0.
Gleiches gibt es auch bei der Multiplikation, wo das neutrale Element
eins ist; das Produkt einer Zahl und ihres Kehrwerts ist eins.

Das Gegenteil ist also immer etwas jenseits des neutralen Elements einer
Post by Ralf Joerres
Oder: 'einen Zahn zulegen' vs. 'langsamer werden' / 'das Tempo halten'
Tempo halten ist neutral, die andern beiden gegensätzlich. Wer einen
Zahn zulegt, dann langsamer wird, hat im Mittel das Tempo gehalten.
Post by Ralf Joerres
Oder: 'jn interessieren' vs. 'jm egal sein' / 'von etw nichts hören wollen'
Egal ist neutral, die anden sind gegensätzlich.
Post by Ralf Joerres
Oder: 'sich abmühen' vs. 'jm leichtfallen' / 'jm zufliegen'
Leichtfallen und zufliegen sind Gegenteile zu abmühen; kein neutrales
Element genannt.
Post by Ralf Joerres
Oder: 'sich ärgern' vs. 'sich wieder beruhigen' / 'sich freuen'
Ärgern und freuen sind Gegensätze; beruhigen passt nicht dazu.
Post by Ralf Joerres
Oder: 'ausziehen' vs. 'wohnen bleiben' / 'einziehen'
Wohnen bleiben ist neutral, ein- und ausziehen sind gegensätzlich.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Stefan Ram
2018-11-06 20:31:40 UTC
Antworten
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Post by Ralf Joerres
Gibt es 'Gegenteile' in der Natur, vielleicht 'Land' und 'Meer', oder sind
Gegenteile begriffliche Konstrukte? Für mich eher letzteres. Dies aber nur
nebenbei.
Das Wort "Gegenteil" ist nicht immer ganz eindeutig; so
unterscheidet man Antonyme, Komplemente, Negationen und
Konverse. Daneben gibt es auch noch den Begriff "Gegenstück"
und "Gegenwort".

Matthias Opatz erwähnte 2006 hier:

|Jedes Gegensatzpaar beruht jeweils auf einem binären
|Betrachtungsaspekt:
|
|- Mutter/Vater auf den unterschiedlichen Geschlechtern der
| Elternteile
| Subjekt der Betrachtung: Kind dieser Eltern
| Objekt der betrachtung: Elternteil dieser Person
|
|- Mutter/Kind auf dem jeweiligen Pol der direkten
| Verwandschaft
| Subjekt: einer dieser beiden Pole
| Objekt: der jeweils andere Pol
|
|- Mutter/Kinderlose auf dem Merkmal Mutterschaft (ja/nein)
| Subjekt: beliebig
| Objekt: erwachsene Frauen
|
|- Mutter/Stiefmutter auf dem Merkmal direkte Verwandschaft
| (ja/nein)
| Subjekt: Kind
| Objekt: Vatersgattin/-witwe

Die folgende Quelle unterscheidet ab Abschnitt 23
verschiedene Arten von Gegensätzlichkeit - darunter
Komplemente, Antonyme und Konverse.

www.cl.uni-heidelberg.de/kurs/ws06/lexsem/LexOnt.pdf

(alte URI, nicht erneut validiert, könnte ungültig sein)

Siehe auch:

de.wikipedia.org/wiki/Antagonym

(alte URI, nicht erneut validiert, könnte ungültig sein)
Stefan Ram
2018-11-06 21:16:11 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ralf Joerres
Gibt es 'Gegenteile' in der Natur, vielleicht 'Land' und 'Meer', oder sind
Gegenteile begriffliche Konstrukte? Für mich eher letzteres. Dies aber nur
nebenbei.
Alles, was es gibt, sind nur Konstrukte des menschlichen
Gehirns.

Eine "objektive Welt" ohne dies gibt es nicht, oder sie ist
zumindest für uns nicht zugänglich.

Damit sind natürlich auch "Gegenteile" Konstrukte des
menschlichen Gehirns.

Das menschliche Gehirn selber ist auch nur ein Konstrukt des
menschlichen Gehirns.

Das einzige was, wirklich real ist, ist dieses Usenet-Posting.
Henning Sponbiel
2018-11-07 07:47:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ralf Joerres
Meine Hauptfrage ist: Sind Gegenteile von Begriffen, die sich z.B. auf einer
Intensitäts- oder Ausprägungsgradsskala von voll negativ bis voll positiv
anordnen lassen, am spiegelbildlich entgegengesetzten Punkt der Skala zu
finden, oder auch in der Mitte, sozusagen am Nullpunkt?
Ich hätte hier statt "voll" "völlig" geschrieben. Ist "voll" dabei
"völlig" zu ersetzen?


Hen "Das Glas ist voll leer" ning
Jakob Achterndiek
2018-11-07 09:57:40 UTC
Antworten
Permalink
Post by Henning Sponbiel
Post by Ralf Joerres
Meine Hauptfrage ist: Sind Gegenteile von Begriffen, die sich z.B. auf einer
Intensitäts- oder Ausprägungsgradsskala von voll negativ bis voll positiv
anordnen lassen, am spiegelbildlich entgegengesetzten Punkt der Skala zu
finden, oder auch in der Mitte, sozusagen am Nullpunkt?
Ich hätte hier statt "voll" "völlig" geschrieben. Ist "voll" dabei
"völlig" zu ersetzen?
Steht das noch nicht im Duden?
| Synonyme: echt, komplett, krass, total, voll.


Zum "Gegenteil" hätte ich auch noch eine Bedeutungsvariante:
Oekonomierat Pöppelbroock dröppt Kutschern Möller un seggt: "Sei ehr
Fru het ja woll hüt Geburtstag. Dor gratulier ick ok scheun un wünsch
ehr Glück un gaude Gesundheit."
Kutscher Möller schwenkt sien Haut und kreiht: "Int Gägenteil, Herr
Rat, int Gägenteil! Un Dank ok scheun!"
--
j/\a
Gerald Gruner
2018-11-07 21:14:44 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ralf Joerres
Meine Hauptfrage ist: Sind Gegenteile von Begriffen, die sich z.B. auf
einer Intensitäts- oder Ausprägungsgradsskala von voll negativ bis voll
positiv anordnen lassen, am spiegelbildlich entgegengesetzten Punkt der
Skala zu finden, oder auch in der Mitte, sozusagen am Nullpunkt?
Es gibt sicherlich kontextabhängig verschiedene Definitionen von
"Gegenteil" (hoch - tief vs. hoch - flach). Mir fällt aber kein Beispiel
ein, bei dem es die "Mitte" zwischen zwei Extrema wäre. Bei "hoch - flach"
ist "flach" der Randwert dieser Skala. In diesem Kontext gibt es dann kein
"tief".

Eher finde ich es eher erstaunlich, wie umständlich es im Deutschen
manchmal ist, das Nicht-Extremum zu bezeichnen. Das geht oft nur über
umständlich klingende Hilfskonstrukte mit "normal...", "mittel...",
"halb... o.ä.

MfG
Gerald
--
Soziologie ist eigentlich ein Orchideenfach, in dem immer wieder einmal
ein Crack wie Max Weber, Raymond Aaron, Helmut Schelsky, Niklas Luhmann
oder Emmanuel Todd des Weges kommt. Als Massenfach verurteilt es seine
Absolventen dazu, Ausschuss zu produzieren. NC für Soziologie!
- User Hintermbuch auf Twitter zu einem Artikel über Soziologen
Christian Weisgerber
2018-11-07 21:42:17 UTC
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Post by Gerald Gruner
Eher finde ich es eher erstaunlich, wie umständlich es im Deutschen
manchmal ist, das Nicht-Extremum zu bezeichnen. Das geht oft nur über
umständlich klingende Hilfskonstrukte mit "normal...", "mittel...",
"halb... o.ä.
Vor drei Wochen hat jemand dasselbe in fr.lettres.langue.francaise
bezüglich des Französischen beklagt.
„Entre les deux...“
https://groups.google.com/forum/#!topic/fr.lettres.langue.francaise/d1ekakCRcmI
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Jakob Achterndiek
2018-11-07 22:44:39 UTC
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Post by Christian Weisgerber
Post by Gerald Gruner
Eher finde ich es eher erstaunlich, wie umständlich es im Deutschen
manchmal ist, das Nicht-Extremum zu bezeichnen. [..]
Vor drei Wochen hat jemand dasselbe in fr.lettres.langue.francaise
bezüglich des Französischen beklagt. [..]
Wenn man es recht bedenkt, gehört das zu den Vorzügen des Mittelmaßes.
--
j/\a
U***@web.de
2018-11-08 13:51:40 UTC
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Post by Gerald Gruner
Post by Ralf Joerres
Meine Hauptfrage ist: Sind Gegenteile von Begriffen, die sich z.B. auf
einer Intensitäts- oder Ausprägungsgradsskala von voll negativ bis voll
positiv anordnen lassen, am spiegelbildlich entgegengesetzten Punkt der
Skala zu finden, oder auch in der Mitte, sozusagen am Nullpunkt?
Es gibt sicherlich kontextabhängig verschiedene Definitionen von
"Gegenteil" (hoch - tief vs. hoch - flach). Mir fällt aber kein Beispiel
ein, bei dem es die "Mitte" zwischen zwei Extrema wäre. Bei "hoch - flach"
ist "flach" der Randwert dieser Skala.
Bis einer mit 'Hochfläche' kommt.

Gruß, ULF
René Marquardt
2018-11-08 14:24:25 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Gerald Gruner
Post by Ralf Joerres
Meine Hauptfrage ist: Sind Gegenteile von Begriffen, die sich z.B. auf
einer Intensitäts- oder Ausprägungsgradsskala von voll negativ bis voll
positiv anordnen lassen, am spiegelbildlich entgegengesetzten Punkt der
Skala zu finden, oder auch in der Mitte, sozusagen am Nullpunkt?
Es gibt sicherlich kontextabhängig verschiedene Definitionen von
"Gegenteil" (hoch - tief vs. hoch - flach). Mir fällt aber kein Beispiel
ein, bei dem es die "Mitte" zwischen zwei Extrema wäre. Bei "hoch - flach"
ist "flach" der Randwert dieser Skala.
Bis einer mit 'Hochfläche' kommt.
Neulich hat sich hier einer ueber "Bergtal" beschwert.
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