Discussion:
Das IKEA-Duzen
(zu alt für eine Antwort)
H.-P. Schulz
2020-05-06 09:41:07 UTC
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Ich habe schon seit langem den Eindruck, dass es bei IKEA (D/A/CH)
einen eigens fürs Duzen zuständigen "Schriftleiter" geben müsse.
(Welch ein Job! DUzredakteur bei IKEA!!)

Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt. Es ist da nicht etwa ein
Wegweiserschild mit der Aufschrift "Toiletten", nein, es heißt "Zu den
Toiletten gehst Du *hier*" - - okay, gut, das war jetzt ausgedacht, -
aber für möglich halte ich's anstandslos!

Das wäre weniger bescheuert und befremdlich, könnte man in all dem
Duz-Aufzug wenigstens eine Spur ... sagen wir Selbstironie, ein
Quentchen Dada oder sowas, entdecken.
Aber Fehlanzeige! Die meinen das irgendwie "ernst"; stehen immer noch
auf dem Bahnsteig, von dem der letzte Zug vor - - na, ich sachma 30
Jahren gefahren ist.
Übrig ist da jetzt - seit langem schon - nur ein unbeirrt knuffig und
locker sein wollender Krampf. Oder kommt dieser
70er-Schweden-Abba-Scheiß tatsächlich noch an bei der Masse?
Gut, ja, es gibt schlimmeres, und manche Möbel von IKEA sind
unbestreitbar tauglich, zugegeben.

Wie gesagt, das IKEA-Duzen ist nicht locker, nicht beiläufig, nicht
kolloquial, sondern einfach nur aufdringlich, unfreiwillig(!!) komisch
- peinlich. Aber natürlich ist es inzwischen eben auch eine Art
Markenzeichen.
Übrigens kann man das Duzen (der Kunden) ja wohl anscheinend *nicht*
als Warenzeichen oder Marke schützen lassen. Sonst hätte IKEA es
sicherlich längst getan.

Die Zahl der Händler, die das nachmachen, ist übrigens nach meiner
Beobachtung erfreulich klein, - wenn auch steigend.

Eine ganz andere Kiste sind Läden, wo geduzt wird, das Schriftliche
aber ganz normal die 3.Pers.Pl. gebraucht.
Christina Kunze
2020-05-06 10:27:17 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Ich habe schon seit langem den Eindruck, dass es bei IKEA (D/A/CH)
einen eigens fürs Duzen zuständigen "Schriftleiter" geben müsse.
(Welch ein Job! DUzredakteur bei IKEA!!)
:-)
Post by H.-P. Schulz
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt.
Die Kund*innen fühlen sich so gleich viel persönlicher angesprochen.
(Tatsächlich ist es so, dass Skandinavien-Fans fast immer besonders
davon begeistert sind, dass sich alle möglichen Leute duzen, dass auf
Formen wie Vortrittlassen usw. kein Wert gelegt wird und dass man
egalwie angezogen sein kann.)
Post by H.-P. Schulz
Wie gesagt, das IKEA-Duzen ist nicht locker, nicht beiläufig, nicht
kolloquial, sondern einfach nur aufdringlich, unfreiwillig(!!) komisch
- peinlich.
So empfinde ich es auch, aber das geht möglicherweise vielen anders.
Post by H.-P. Schulz
Übrigens kann man das Duzen (der Kunden) ja wohl anscheinend *nicht*
als Warenzeichen oder Marke schützen lassen. Sonst hätte IKEA es
sicherlich längst getan.
Es ist nur ein schriftliches Duzen, zumindest hier in Berlin. Im
direkten Gespräch mit dem Verkaufspersonal wird man gesiezt.
Post by H.-P. Schulz
Eine ganz andere Kiste sind Läden, wo geduzt wird, das Schriftliche
aber ganz normal die 3.Pers.Pl. gebraucht.
chr
Frank Hucklenbroich
2020-05-06 14:00:00 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by H.-P. Schulz
Ich habe schon seit langem den Eindruck, dass es bei IKEA (D/A/CH)
einen eigens fürs Duzen zuständigen "Schriftleiter" geben müsse.
(Welch ein Job! DUzredakteur bei IKEA!!)
:-)
Post by H.-P. Schulz
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt.
Die Kund*innen fühlen sich so gleich viel persönlicher angesprochen.
(Tatsächlich ist es so, dass Skandinavien-Fans fast immer besonders
davon begeistert sind, dass sich alle möglichen Leute duzen, dass auf
Formen wie Vortrittlassen usw. kein Wert gelegt wird und dass man
egalwie angezogen sein kann.)
Also das mit dem angezogen sein kann ich nicht bestätigen. Ich war vor zwei
Jahren im Sommer eine Woche in Malmö, die Leute, die dort in der
Mittagspause in den Lokalen essen gingen, waren durch die Bank auffallend
modisch und gepflegt gekleidet. Also nix mit Rentierpullis zum Zottelbart
;-)
Post by Christina Kunze
Post by H.-P. Schulz
Wie gesagt, das IKEA-Duzen ist nicht locker, nicht beiläufig, nicht
kolloquial, sondern einfach nur aufdringlich, unfreiwillig(!!) komisch
- peinlich.
So empfinde ich es auch, aber das geht möglicherweise vielen anders.
Schlimmer noch in manchen Restaurantketten, wie z.B. "Hans im Glück". Wenn
sich da die zwanzigjährige Kellnerin neben mich setzt, wenn ich nach der
Rechnung frage, mit einem "Darf ich mich neben dich setzen?", dann ist da
bei mir fremdschämen angesagt.

Vor vielen Jahren, als unser Sohn noch Kind war, waren wir einmal (und nie
wieder) in einem Hotel mit Club-Urlaub-Konzept (auf Zypern war das). Es war
Nebensaison, vielleicht 30% der Tische waren besetzt, wir wollten
Mittagessen, da kam ein hübsches junges Mädel im Bikini und setzte sich mit
einem "Ist bei Euch noch frei?" ungefragt an unseren Tisch.

Wie sich herausstellte, gehörte die zum Animationsteam und die waren
angehalten, sich immer zu den Gästen zu setzen, um mit denen zu plaudern.

Auch wenn ich auf diese Weise viele interessante Leute kennen gelernt habe
(u.a. eine Usbekin und zwei Ukrainer), fand ich das bis zum letzten Tag
befremdlich, so mit "Tischdame".
Post by Christina Kunze
Post by H.-P. Schulz
Übrigens kann man das Duzen (der Kunden) ja wohl anscheinend *nicht*
als Warenzeichen oder Marke schützen lassen. Sonst hätte IKEA es
sicherlich längst getan.
Es ist nur ein schriftliches Duzen, zumindest hier in Berlin. Im
direkten Gespräch mit dem Verkaufspersonal wird man gesiezt.
Post by H.-P. Schulz
Eine ganz andere Kiste sind Läden, wo geduzt wird, das Schriftliche
aber ganz normal die 3.Pers.Pl. gebraucht.
Wie gesagt, ich kenne einige Restaurants wo man ungefragt geduzt wird. In
einer typischen Kneipe, wo der Wirt vielleicht noch in meinem Alter ist,
finde ich das an der Theke okay, in einem Restaurant, wo die Bedienung
meine Tochter sein könnte, ist es (mir) peinlich. Auch, weil ich dann
zurückduzen muss, und da fühle ich mich etwas respektlos bei, da komme ich
mir vor wie Dieter Bohlen (der wurde ja mal von der Polizei angezeigt, weil
er einen Polizisten geduzt hatte, und wurde frei gesprochen, weil der
Richter meinte, daß der Kerl eben jeden duzt, das wäre also nicht böse
gemeint gewesen).

Grüße,

Frank
Henning Sponbiel
2020-05-06 14:04:42 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by H.-P. Schulz
Ich habe schon seit langem den Eindruck, dass es bei IKEA (D/A/CH)
einen eigens fürs Duzen zuständigen "Schriftleiter" geben müsse.
(Welch ein Job! DUzredakteur bei IKEA!!)
:-)
Post by H.-P. Schulz
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt.
Die Kund*innen fühlen sich so gleich viel persönlicher angesprochen.
.........^^^^^^
Post by Christina Kunze
(Tatsächlich ist es so, dass Skandinavien-Fans fast immer besonders
...........................................^^^^

Also nur Männer? >;-)


Henning
wolfgang sch
2020-05-06 15:18:57 UTC
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Post by Christina Kunze
Tatsächlich ist es so, dass Skandinavien-Fans fast immer besonders
davon begeistert sind, dass sich alle möglichen Leute duzen
https://de.wikipedia.org/wiki/Du-Reform

Erfahre ich gerade zum ersten Mal. Ich dachte bisher dass es im
Schwedischen einfach keine Höflichkeitsform gebe. Dass die politisch
wegreformiert wurde, ist schon krass.

Vielleicht ist das der Grund, IKEA wirbt ja allgemein mit den
Eigenheiten der schwedischen Sprache, nicht immer zur ungeteilten
Freude der Kunden.
Post by Christina Kunze
dass auf
Formen wie Vortrittlassen usw. kein Wert gelegt wird und dass man
egalwie angezogen sein kann.
Das ist doch cool.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
H.-P. Schulz
2020-05-06 18:05:50 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
(Tatsächlich ist es so, dass Skandinavien-Fans fast immer besonders
davon begeistert sind, dass sich alle möglichen Leute duzen, dass auf
Formen wie Vortrittlassen usw. kein Wert gelegt wird und dass man
egalwie angezogen sein kann.)
Das sind mir die richtigen Skandinavien-"Fans"!
Das ist natürlich alles Quatsch, in Schweden gibt es einen eher
komplizierteren Höflichkeitskodex als hierzulande.
Und das 'Du' bedeutet dort etwas anderes, als "Skandinavienfans"
glauben.
Tatsächlich ist 'Du' die unmarkierte Pronominalform, 'ni' gilt als
streng formell (Gericht, Behörde, Militär u.ä.). Das 'Du' wird auch
nicht extra angeboten. Es hat aber auch keine Vertrautheits- und schon
gar keine Vertraulichkeits-"Ladung".

Und die Kleiderordnung ist, obzwar eher leger, doch präsent.

In Schweden ging's mal locker und im Kleinbereich ziemlich
"sozialistisch" zu, aber das ist lang her, und der Rollback ins
Verklemmte und Unfreie ist längst vollendet.
U***@web.de
2020-05-06 10:33:06 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Ich habe schon seit langem den Eindruck, dass es bei IKEA (D/A/CH)
einen eigens fürs Duzen zuständigen "Schriftleiter" geben müsse.
(Welch ein Job! DUzredakteur bei IKEA!!)
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt.
Bedauerlich ist vor allem, daß man die,
die es angeordnet haben, kaum jemals
dergestalt zu fassen bekommt, daß man
sie passend zurückduzen könnte.
René Marquardt
2020-05-06 11:45:19 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Ich habe schon seit langem den Eindruck, dass es bei IKEA (D/A/CH)
einen eigens fürs Duzen zuständigen "Schriftleiter" geben müsse.
(Welch ein Job! DUzredakteur bei IKEA!!)
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt.
Wie schoen, das ist mir alles komplett entgangen.

Ich kann aber das Konsum-Du anbieten:
Frau Mueller! Kannste ma guckn, ommer noch Klarn im Laacher hahm!?

Und
Post by H.-P. Schulz
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt. Es ist da nicht etwa ein
Wegweiserschild mit der Aufschrift "Toiletten", nein, es heißt "Zu den
Toiletten gehst Du *hier*" - - okay, gut, das war jetzt ausgedacht, -
aber für möglich halte ich's anstandslos!
Das wäre weniger bescheuert und befremdlich, könnte man in all dem
Duz-Aufzug wenigstens eine Spur ... sagen wir Selbstironie, ein
Quentchen Dada oder sowas, entdecken.
Aber Fehlanzeige! Die meinen das irgendwie "ernst"; stehen immer noch
auf dem Bahnsteig, von dem der letzte Zug vor - - na, ich sachma 30
Jahren gefahren ist.
Übrig ist da jetzt - seit langem schon - nur ein unbeirrt knuffig und
locker sein wollender Krampf. Oder kommt dieser
70er-Schweden-Abba-Scheiß tatsächlich noch an bei der Masse?
Gut, ja, es gibt schlimmeres, und manche Möbel von IKEA sind
unbestreitbar tauglich, zugegeben.
Wie gesagt, das IKEA-Duzen ist nicht locker, nicht beiläufig, nicht
kolloquial, sondern einfach nur aufdringlich, unfreiwillig(!!) komisch
- peinlich. Aber natürlich ist es inzwischen eben auch eine Art
Markenzeichen.
Übrigens kann man das Duzen (der Kunden) ja wohl anscheinend *nicht*
als Warenzeichen oder Marke schützen lassen. Sonst hätte IKEA es
sicherlich längst getan.
Die Zahl der Händler, die das nachmachen, ist übrigens nach meiner
Beobachtung erfreulich klein, - wenn auch steigend.
Eine ganz andere Kiste sind Läden, wo geduzt wird, das Schriftliche
aber ganz normal die 3.Pers.Pl. gebraucht.
Stephan Seitz
2020-05-06 12:02:52 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Frau Mueller! Kannste ma guckn, ommer noch Klarn im Laacher hahm!?
Das gibst ja schon sehr lange. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man
damit einfach verhindern will, daß die Kunden auch an den Vornamen
kommen. Der Nachname steht ja auf dem Namensschild.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Frank Hucklenbroich
2020-05-06 14:01:53 UTC
Permalink
Post by Stephan Seitz
Post by René Marquardt
Frau Mueller! Kannste ma guckn, ommer noch Klarn im Laacher hahm!?
Das gibst ja schon sehr lange. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man
damit einfach verhindern will, daß die Kunden auch an den Vornamen
kommen. Der Nachname steht ja auf dem Namensschild.
Oder es ist Ironie im Spiel:

"Herr Seitz! Kannste nicht mal eine Minute still sein?"

Grüße,

Frank
Christina Kunze
2020-05-06 14:38:28 UTC
Permalink
Post by Stephan Seitz
Post by René Marquardt
Frau Mueller! Kannste ma guckn, ommer noch Klarn im Laacher hahm!?
Das gibst ja schon sehr lange. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man
damit einfach verhindern will, daß die Kunden auch an den Vornamen
kommen. Der Nachname steht ja auf dem Namensschild.
Doch, das wird wohl der Grund sein. Ich habe auch in den Grundschulen
meiner Kinder gehört, dass die Lehrerinnen sich gegenseitig mit Du und
Nachnamen ansprechen.
Witzigerweise ist es für Schulkinder unglaublich spannend, wie ihre
Lehrer*innen mit Vornamen heißen. War es, glaube ich, für uns damals auch.
Sie versuchen immer mal wieder, das herauszubekommen, aber es ist ein
"Geheimnis", offenbar sollen sie es nicht wissen.

An den weiterführenden Schulen treten die Lehrer*innen mit Vor- und
Nachnamen auf, meistens schon in der Mailadresse.

chr
Stefan Schmitz
2020-05-06 13:00:03 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt. Es ist da nicht etwa ein
Wegweiserschild mit der Aufschrift "Toiletten", nein, es heißt "Zu den
Toiletten gehst Du *hier*" - - okay, gut, das war jetzt ausgedacht, -
aber für möglich halte ich's anstandslos!
Was genau hast du jetzt an den Sätzen auszusetzen?
Das Beispiel, wo man den Satz mit Sie statt Du nicht benutzen würde, hast du
dir ja ausgedacht. Ich sehe darum noch nicht, was über die reine Ersetzung
von Sie durch Du hinausgeht.
H.-P. Schulz
2020-05-06 13:54:28 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by H.-P. Schulz
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt. Es ist da nicht etwa ein
Wegweiserschild mit der Aufschrift "Toiletten", nein, es heißt "Zu den
Toiletten gehst Du *hier*" - - okay, gut, das war jetzt ausgedacht, -
aber für möglich halte ich's anstandslos!
Was genau hast du jetzt an den Sätzen auszusetzen?
Das Beispiel, wo man den Satz mit Sie statt Du nicht benutzen würde, hast du
dir ja ausgedacht. Ich sehe darum noch nicht, was über die reine Ersetzung
von Sie durch Du hinausgeht.
Es mutet komisch an, wenn, was üblicher Weise ein Ein-Wort-Hinweis
ist, langstielig als ganzer Satz daherkommt, und zwar offenbar zum
einzigen Zweck, auch hier eine Duzerei unterzubringen.

Es ist einfach Tebs.
Stefan Schmitz
2020-05-06 14:58:09 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Stefan Schmitz
Post by H.-P. Schulz
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt. Es ist da nicht etwa ein
Wegweiserschild mit der Aufschrift "Toiletten", nein, es heißt "Zu den
Toiletten gehst Du *hier*" - - okay, gut, das war jetzt ausgedacht, -
aber für möglich halte ich's anstandslos!
Was genau hast du jetzt an den Sätzen auszusetzen?
Das Beispiel, wo man den Satz mit Sie statt Du nicht benutzen würde, hast du
dir ja ausgedacht. Ich sehe darum noch nicht, was über die reine Ersetzung
von Sie durch Du hinausgeht.
Es mutet komisch an, wenn, was üblicher Weise ein Ein-Wort-Hinweis
ist, langstielig als ganzer Satz daherkommt, und zwar offenbar zum
einzigen Zweck, auch hier eine Duzerei unterzubringen.
Bitte mal ein echtes Beispiel.

Ein-Wort-Aussagen können ja auch gern mal als Befehl verstanden werden, was zu
IKEAs Kultur eher nicht passen dürfte.
Post by H.-P. Schulz
Es ist einfach Tebs.
Bitte was?
Quinn C
2020-05-06 17:48:07 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Stefan Schmitz
Post by H.-P. Schulz
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt. Es ist da nicht etwa ein
Wegweiserschild mit der Aufschrift "Toiletten", nein, es heißt "Zu den
Toiletten gehst Du *hier*" - - okay, gut, das war jetzt ausgedacht, -
aber für möglich halte ich's anstandslos!
Was genau hast du jetzt an den Sätzen auszusetzen?
Das Beispiel, wo man den Satz mit Sie statt Du nicht benutzen würde, hast du
dir ja ausgedacht. Ich sehe darum noch nicht, was über die reine Ersetzung
von Sie durch Du hinausgeht.
Es mutet komisch an, wenn, was üblicher Weise ein Ein-Wort-Hinweis
ist, langstielig als ganzer Satz daherkommt, und zwar offenbar zum
einzigen Zweck, auch hier eine Duzerei unterzubringen.
Beides dient dem gleichen Zweck, den Kunden persönlicher anzusprechen.
--
gugelfranz, m., spöttische bezeichnung eines mönchs
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
H.-P. Schulz
2020-05-06 18:08:41 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by H.-P. Schulz
Es mutet komisch an, wenn, was üblicher Weise ein Ein-Wort-Hinweis
ist, langstielig als ganzer Satz daherkommt, und zwar offenbar zum
einzigen Zweck, auch hier eine Duzerei unterzubringen.
Beides dient dem gleichen Zweck, den Kunden persönlicher anzusprechen.
Klar, aber wer will schon wegen jedem Scheiß "persönlich angesprochen"
werden?
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Quinn C
2020-05-06 23:55:22 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Quinn C
Post by H.-P. Schulz
Es mutet komisch an, wenn, was üblicher Weise ein Ein-Wort-Hinweis
ist, langstielig als ganzer Satz daherkommt, und zwar offenbar zum
einzigen Zweck, auch hier eine Duzerei unterzubringen.
Beides dient dem gleichen Zweck, den Kunden persönlicher anzusprechen.
Klar, aber wer will schon wegen jedem Scheiß "persönlich angesprochen"
werden?
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Du mußt das auch nicht mögen. Mir ist das wurscht.

Man kann es nicht jedem recht machen, und IKEA ist wohl der Meinung, die
Kunden, die sie mit dieser Methode vergraulen, seien weniger wichtig als
die, die sie im anderen Fall verlieren würden. Das handfest zu messen,
dürfte schwierig sein.
--
die gugel gehört seit je zur narrenkleidung:
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Ralph Aichinger
2020-05-07 02:30:08 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Man kann es nicht jedem recht machen, und IKEA ist wohl der Meinung, die
Kunden, die sie mit dieser Methode vergraulen, seien weniger wichtig als
die, die sie im anderen Fall verlieren würden. Das handfest zu messen,
dürfte schwierig sein.
Ja, das sehe ich auch so.

Es gibt übrigens auch das umgekehrte: In Luxusgeschäften sind die Verkäufer
oft bewußt hochnäsig, weil das den "richtigen" Eindruck Kunden gegenüber
erweckt:

https://www.sciencedaily.com/releases/2014/04/140429085627.htm

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Gunhild Simon
2020-05-09 14:55:47 UTC
Permalink
Am Mittwoch, 6. Mai 2020 20:08:42 UTC+2 schrieb H.-P. Schulz:

...
Post by H.-P. Schulz
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Ich finde den Satz gramnatisch nicht gelungen.

Entweder
- Um mich persönlich angesprochen zu fühlen, bedarf es ...
Oder
- Dass ich mich persönlich angsprochen fühle, dafür bedarf es...

Wie siehst Du das?

Gruß
Gunhild
Christina Kunze
2020-05-09 15:02:12 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
...
Post by H.-P. Schulz
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Ich finde den Satz gramnatisch nicht gelungen.
Entweder
- Um mich persönlich angesprochen zu fühlen, bedarf es ...
Oder
- Dass ich mich persönlich angsprochen fühle, dafür bedarf es...
Wie siehst Du das?
Was mich viel mehr stört, ist das MUSEN "bedarf" mit Genitiv konstruiert
wird.

chr
Quinn C
2020-05-09 15:18:15 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
...
Post by H.-P. Schulz
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Ich finde den Satz gramnatisch nicht gelungen.
Entweder
- Um mich persönlich angesprochen zu fühlen, bedarf es ...
Oder
- Dass ich mich persönlich angsprochen fühle, dafür bedarf es...
Wie siehst Du das?
Was mich viel mehr stört, ist das MUSEN "bedarf" mit Genitiv konstruiert
wird.
H.-P. scheint das auch zu stören, drum hat er sich einfach darüber
hinweggesetzt.
--
Ihre E-Mail-ID Haben Sie gewann £ 500.000,00 GBP in der
SAMSUNG UK Promotion Lotterie ziehen.
-- SPAMPOESIE
Gunhild Simon
2020-05-09 15:59:53 UTC
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Post by Quinn C
Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
...
Post by H.-P. Schulz
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Ich finde den Satz gramnatisch nicht gelungen.
Entweder
- Um mich persönlich angesprochen zu fühlen, bedarf es ...
Oder
- Dass ich mich persönlich angsprochen fühle, dafür bedarf es...
Wie siehst Du das?
Was mich viel mehr stört, ist das MUSEN "bedarf" mit Genitiv konstruiert
wird.
H.-P. scheint das auch zu stören, drum hat er sich einfach darüber
hinweggesetzt.
"etwas" ist nicht deklinabel.

Um einen erkennbaren Gen. obiect. herzustellen, müßte das Wort durch
"einige Dinge" ersetzt werden.
Es wird kompliziert!

Gruß
Gunhild
Stefan Schmitz
2020-05-09 16:04:11 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by Quinn C
Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
...
Post by H.-P. Schulz
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Ich finde den Satz gramnatisch nicht gelungen.
Entweder
- Um mich persönlich angesprochen zu fühlen, bedarf es ...
Oder
- Dass ich mich persönlich angsprochen fühle, dafür bedarf es...
Wie siehst Du das?
Was mich viel mehr stört, ist das MUSEN "bedarf" mit Genitiv konstruiert
wird.
H.-P. scheint das auch zu stören, drum hat er sich einfach darüber
hinweggesetzt.
"etwas" ist nicht deklinabel.
Um einen erkennbaren Gen. obiect. herzustellen, müßte das Wort durch
"einige Dinge" ersetzt werden.
Es wird kompliziert!
Nach "etwas mehr als" folgt noch etwas, dem man den Genitiv ansehen würde.
Bärbel
2020-05-09 16:10:15 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by Quinn C
Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
...
Post by H.-P. Schulz
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Ich finde den Satz gramnatisch nicht gelungen.
Entweder
- Um mich persönlich angesprochen zu fühlen, bedarf es ...
Oder
- Dass ich mich persönlich angsprochen fühle, dafür bedarf es...
Wie siehst Du das?
Was mich viel mehr stört, ist das MUSEN "bedarf" mit Genitiv konstruiert
wird.
H.-P. scheint das auch zu stören, drum hat er sich einfach darüber
hinweggesetzt.
"etwas" ist nicht deklinabel.
... bedarf es schon etwas mehr als einer albernen 'Du'-Konstruktion.

Bärbel
Roland Franzius
2020-05-09 15:37:15 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
...
Post by H.-P. Schulz
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Ich finde den Satz gramnatisch nicht gelungen.
Entweder
- Um mich persönlich angesprochen zu fühlen, bedarf es ...
Oder
- Dass ich mich persönlich angsprochen fühle, dafür bedarf es...
Wie siehst Du das?
Was mich viel mehr stört, ist das MUSEN "bedarf" mit Genitiv konstruiert
wird.
Und des, dass ich mich fröhlich fühle, bedarf es wenig.

Mal wieder eine gute Gelegenheit des facktischen dass's zu bedürfen.
--
Roland Franzius
H.-P. Schulz
2020-05-09 19:35:38 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
...
Post by H.-P. Schulz
(Und dass ich mich *persönlich angsprochen* fühle, bedarf es schon
etwas mehr als eine alberne 'Du'-Konstruktion.)
Ich finde den Satz gramnatisch nicht gelungen.
Ich auch nicht.
Post by Gunhild Simon
Entweder
- Um mich persönlich angesprochen zu fühlen, bedarf es ...
Oder
- Dass ich mich persönlich angsprochen fühle, dafür bedarf es...
Wie siehst Du das?
Konjunktiv II und Genitiv:

"Dass ich mich persönlich angesprochen fühlte, bedürfte es schon etwas
mehr als einer albernen 'Du'-Konstruktion"

Das 'dass' steht anstelle eines - prosaischen - 'damit'. (vgl. R.F.s
Posting)
Detlef Meißner
2020-05-06 18:34:49 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by H.-P. Schulz
Post by Stefan Schmitz
Post by H.-P. Schulz
Es ist schon eine Kunst - obschon ein wenig beknackt (... aber wann je
hätten sich Kunst und "beknackt" ausgeschlossen?) -, Texte so zu
gestalten, dass fast in jedem Satz eine Duz-Wendung vorkommt. Und
nicht nur in Katalogtexten, auch in Kleinigkeiten wie Hinweisen,
Schildern usw. wird dem Duzgott gehuldigt. Es ist da nicht etwa ein
Wegweiserschild mit der Aufschrift "Toiletten", nein, es heißt "Zu den
Toiletten gehst Du *hier*" - - okay, gut, das war jetzt ausgedacht, -
aber für möglich halte ich's anstandslos!
Was genau hast du jetzt an den Sätzen auszusetzen?
Das Beispiel, wo man den Satz mit Sie statt Du nicht benutzen würde, hast
du dir ja ausgedacht. Ich sehe darum noch nicht, was über die reine
Ersetzung von Sie durch Du hinausgeht.
Es mutet komisch an, wenn, was üblicher Weise ein Ein-Wort-Hinweis
ist, langstielig als ganzer Satz daherkommt, und zwar offenbar zum
einzigen Zweck, auch hier eine Duzerei unterzubringen.
Beides dient dem gleichen Zweck, den Kunden persönlicher anzusprechen.
... und ihm dadurch das Gefühl zu vermitteln, zu einer großen Familie
zu gehören.

Detlef
--
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im
Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
(Mark Twain)
Thak Hinnerk
2020-05-06 20:26:19 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Beides dient dem gleichen Zweck, den Kunden persönlicher anzusprechen.
Was bei mir jedesmal ein "Gibt es beiIhnen auch einen Kollegen, der die
in Deutschland üblichen Umgangsformen beherrscht?" auslöst. Einmal
(nicht bei Ikea) habe ich so einen jungen Mann (ich fast 60, er wohl um
20) direkt gesagt, das ich mit einer so unhöflichen Person nichts zu tun
haben möchte und habe den Laden sofort verlassen. LEider konnte ich sein
Gesichtsausdruck dann nicht mehr sehen.
--
Thak.
Roland Franzius
2020-05-06 20:33:15 UTC
Permalink
Post by Thak Hinnerk
Post by Quinn C
Beides dient dem gleichen Zweck, den Kunden persönlicher anzusprechen.
Was bei mir jedesmal ein "Gibt es beiIhnen auch einen Kollegen, der die
in Deutschland üblichen Umgangsformen beherrscht?" auslöst. Einmal
(nicht bei Ikea) habe ich so einen jungen Mann (ich fast 60, er wohl um
20) direkt gesagt, das ich mit einer so unhöflichen Person nichts zu tun
haben möchte und habe den Laden sofort verlassen. LEider konnte ich sein
Gesichtsausdruck dann nicht mehr sehen.
Dann ist dir sein Ausdruck der Erleichterung entgangen.

Übrigens, Jürgen von Manger ist schon 16 Jahre tot.
--
Roland Franzius
U***@web.de
2020-05-07 17:38:10 UTC
Permalink
Post by Thak Hinnerk
Post by Quinn C
Beides dient dem gleichen Zweck, den Kunden persönlicher anzusprechen.
Was bei mir jedesmal ein "Gibt es beiIhnen auch einen Kollegen, der die
in Deutschland üblichen Umgangsformen beherrscht?" auslöst.
Bin eben auf eine Brauerei aufmerksam
geworden. Wollte mir deren Produkte
schon vormerken, bis ich auf deren
Internetauftritt stieß:
https://www.bier-deluxe.de/vulkan-brauerei/

Dann eben nicht.

Gruß,ULF
Martin Udelhoven
2020-05-11 11:37:56 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Bin eben auf eine Brauerei aufmerksam
geworden. Wollte mir deren Produkte
schon vormerken, bis ich auf deren
https://www.bier-deluxe.de/vulkan-brauerei/
Dann eben nicht.
Ja, in der Tat bedauerlich: Zur Zeit alles ausverkauft.


Martin
Martin Gerdes
2020-05-09 20:39:42 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Es mutet komisch an, wenn, was üblicher Weise
... üblicherweise
Post by H.-P. Schulz
ein Ein-Wort-Hinweis ist, langstielig als ganzer Satz daherkommt,
und zwar offenbar zum einzigen Zweck, auch hier eine Duzerei unterzubringen.
Es ist einfach Tebs.
Was bedeutet das Wort "Tebs"?
H.-P. Schulz
2020-05-10 08:31:46 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Es ist einfach Tebs.
Was bedeutet das Wort "Tebs"?
Getue? Gewese?
Martin Gerdes
2020-05-10 22:10:26 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Es ist einfach Tebs.
Was bedeutet das Wort "Tebs"?
Getue? Gewese?
Keine Ahnung, ich kenne das Wort nicht, und das üblichste Wörterbuch der
deutschen Sprache kennt es auch nicht. Da wird man schonmal nachfragen
dürfen.

Aus welchem Dialekt/Regiolekt kommt es denn? Gibts vielleicht
Wortverwandte?
H.-P. Schulz
2020-05-11 07:24:30 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Es ist einfach Tebs.
Was bedeutet das Wort "Tebs"?
Getue? Gewese?
Keine Ahnung, ich kenne das Wort nicht, und das üblichste Wörterbuch der
deutschen Sprache kennt es auch nicht. Da wird man schonmal nachfragen
dürfen.
Aus welchem Dialekt/Regiolekt kommt es denn? Gibts vielleicht
Wortverwandte?
Da bin ich auch überfragt. Da ich ein Alt-Berliner bzw. alter Berliner
bin, käme evtl. schlesisches oder jiddisches infrage. Oder eben
französisch. Habe Vorfahren aus allen dreien.
Oder es ist rein "familiolektal".
In jeder Familie existieren wohl solche Wörter. Kindermund-Übernahmen,
oder Produkte wortschöpferischer Familienmitglieder; "Verhörer" ... so
Sachen.

Übrigens wird das e in 'Tebs' lang gesprochen, also wie Teebs.
U***@web.de
2020-05-11 08:15:22 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Es ist einfach Tebs.
Was bedeutet das Wort "Tebs"?
Getue? Gewese?
Keine Ahnung, ich kenne das Wort nicht, und das üblichste Wörterbuch der
deutschen Sprache kennt es auch nicht. Da wird man schonmal nachfragen
dürfen.
Aus welchem Dialekt/Regiolekt kommt es denn? Gibts vielleicht
Wortverwandte?
Da bin ich auch überfragt. Da ich ein Alt-Berliner bzw. alter Berliner
bin, käme evtl. schlesisches oder jiddisches infrage. Oder eben
französisch. Habe Vorfahren aus allen dreien.
Oder es ist rein "familiolektal".
In jeder Familie existieren wohl solche Wörter. Kindermund-Übernahmen,
oder Produkte wortschöpferischer Familienmitglieder; "Verhörer" ... so
Sachen.
Übrigens wird das e in 'Tebs' lang gesprochen, also wie Teebs.
Ach so. https://www.oberlausitzer-woerterbuch.de/buchstabe-t#paragraph_1219185
H.-P. Schulz
2020-05-11 08:28:29 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
Übrigens wird das e in 'Tebs' lang gesprochen, also wie Teebs.
Ach so. https://www.oberlausitzer-woerterbuch.de/buchstabe-t#paragraph_1219185
Aber in der dort angegebenen Bedeutung

"(fröhlicher) Lärm (von herumtobenden Kindern od. von einer feiernden
Gesellschaft); Spektakel"

kenne ich es eher nicht.
Helmut Richter
2020-05-11 08:16:13 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Gerdes
Was bedeutet das Wort "Tebs"?
Getue? Gewese?
Keine Ahnung, ich kenne das Wort nicht, und das üblichste Wörterbuch der
deutschen Sprache kennt es auch nicht. Da wird man schonmal nachfragen
dürfen.
Aus welchem Dialekt/Regiolekt kommt es denn? Gibts vielleicht
Wortverwandte?
Da bin ich auch überfragt. Da ich ein Alt-Berliner bzw. alter Berliner
bin, käme evtl. schlesisches oder jiddisches infrage. Oder eben
französisch. Habe Vorfahren aus allen dreien.
Oder es ist rein "familiolektal".
Ist es nicht. Ich habe das Wort in meinem passiven Wortschatz.

Zur Herkunft kann ich auch nichts sagen.
--
Helmut Richter
Jakob Achterndiek
2020-05-11 08:20:33 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Es ist einfach Tebs.
Was bedeutet das Wort "Tebs"?
Getue? Gewese?
Aus welchem Dialekt/Regiolekt kommt es denn? Gibts vielleicht
Wortverwandte?
Aus dem Schlesischen meiner Frau (Trebnitz/Breslau) kenne ich
das Verb "tebsen" in der Bedeutung "ohne Plan und Ergebnis
herumwirken".
--
j/\a
Uwe Schickedanz
2020-05-11 15:10:47 UTC
Permalink
On Mon, 11 May 2020 00:10:26 +0200, Martin Gerdes
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Es ist einfach Tebs.
Was bedeutet das Wort "Tebs"?
Getue? Gewese?
Keine Ahnung, ich kenne das Wort nicht, und das üblichste Wörterbuch der
deutschen Sprache kennt es auch nicht. Da wird man schonmal nachfragen
dürfen.
Aus welchem Dialekt/Regiolekt kommt es denn? Gibts vielleicht
Wortverwandte?
Ich kenne es aus meiner westsächsischen Heimat, in der o.a. Bedeutung.

Gruß Uwe
--
"Wir haben der CDU ganz dringend ans Herz gelegt, sich im dritten
Wahlgang zu enthalten...Leider sind die Abgeordneten sozusagen
ihrer eigenen Entscheidung gefolgt." (AKK)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Martin Gerdes
2020-05-12 20:29:31 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by Martin Gerdes
Post by H.-P. Schulz
Es ist einfach [Teebs].
Was bedeutet das Wort "[Teebs]"?
Getue? Gewese?
Keine Ahnung, ich kenne das Wort nicht, und das üblichste Wörterbuch der
deutschen Sprache kennt es auch nicht. Da wird man schonmal nachfragen
dürfen.
Aus welchem Dialekt/Regiolekt kommt es denn? Gibts vielleicht
Wortverwandte?
Ich kenne es aus meiner westsächsischen Heimat, in der o.a. Bedeutung.
Danke allen.

Wieder was gelernt :-)

H.-P. Schulz
2020-05-06 15:11:47 UTC
Permalink
Nun ist ja das Duz-Thema nicht so eigentlich ein Sprachliches; hat
lediglich einen sprachlichen Aspekt.

Mir war es hier um die Idee eines Duz-Redakteurs zu tun, um die
Bizarrerie.
Wenn ein Textstil so "eindimensional" auf die Pflege einer Marotte
disponiert ist, kann eigentlich nichts anderes als Lächerliches
herauskommen.

Ich überlege, ob es vergleichbare - meint: ähnliche - Fälle gibt: Dass
eine "Macke" (eine Sendung, ein Komplex ...) einen Stil so stark
prägt. Gemeint sind nicht Soziolekt oder in-Argot, sondern ein
durchaus "gemeintauglich" gemeinter Stil.

Ideen?
Ewald Pfau
2020-05-06 21:06:47 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Nun ist ja das Duz-Thema nicht so eigentlich ein Sprachliches; hat
lediglich einen sprachlichen Aspekt.
Mir war es hier um die Idee eines Duz-Redakteurs zu tun, um die
Bizarrerie.
Der ist Sozialingenieur und hat Nudging studiert. Anstupsen auf deutsch. Die
Marotte bei den Elchen dürfte aber schon älter sein und eher auf dem
basieren, wie hier nebenan zur Abdeckung sprachlicher Besonderheiten
angeführt. Trifft sich aber perfekt mit der Nummer mit dem verkappten
Herumschieben von Menschen wie in Schafherden. Nudging heißt das jetzt.
Post by H.-P. Schulz
Wenn ein Textstil so "eindimensional" auf die Pflege einer Marotte
disponiert ist, kann eigentlich nichts anderes als Lächerliches
herauskommen.
Nudging ist eine neue Übung zur Herrschaftskontrolle. Wozu das dient, findet
man da und dort auch zugegeben. Ist ja auch so richtig modern, mit allem
drumherum.

Gehstu Sa etwa um 10 Uhr zu einem Ikea Deiner Wahl, da wird das Schubsen und
Drängeln faktisch. Oder muss man sagen, wurde es - das Geschäftsmodell des
Hauses wird es wohl überleben, wenn das Massenmenschenkino zwischendurch
wegfällt. Das ist Klischeebildung in Reinkultur, in einer Ecke, wie sie die
klassische Einkaufskultur nicht abdeckt, Familien kommen als Familien und
palavern über Einrichtungspläne. Wie aus dem Bilderbuch, das hat in sich
Stabilität.

Diese Nummer ist schon älter in diesem Hause, aber die neuerdingliche Mode
zur angewandten Sozialschubserei hat das damit gemein, anzuknüpfen, wo der
Mensch sich selbst nah und näher ist. Druck aufbauen per Imagination von
glückseligmachenden Harmonieversprechen per Einbettung in ein allmächtiges
Wir! Du musst impfen und dann bleiben wir alle gesund. Du musst bargeldlos
bezahlen, sonst steckst du dich an. Schau doch mal, alle machen das.

Tralala. Supermodern, das. Nudging.

Wenn man auf Deutsch Schubsen sagen würde, fiele das eher krass auf.
Post by H.-P. Schulz
Ich überlege, ob es vergleichbare - meint: ähnliche - Fälle gibt: Dass
eine "Macke" (eine Sendung, ein Komplex ...) einen Stil so stark
prägt. Gemeint sind nicht Soziolekt oder in-Argot, sondern ein
durchaus "gemeintauglich" gemeinter Stil.
Ideen?
Wir sind hier in der Soziologie. Vielleicht kennt sich jemand mit
Soziolekten aus, also den Unterschieden, wie Menschen an einem Ort locker
mit Verhaltensweisen jonglieren, die dann zugleich eine Grenze weiter die
Leute in Höflichkeitsstarre versetzen.

Daumen hoch. Daumen runter. Mittelfinger.

Zu dem, wie tief das sinken kann, steht als Korrektiv entgegen, dass
zuweilen diskursiv ausgeholt werden muss. Prompt sind gestelzte Figuren von
lächerlicher Gestalt. So richtig modern, wie einem die Angestellten dann
leid tun können, wie sie sich winden müssen, um nicht als Idioten zu gelten,
als da die Marotte nur zur plakativen Verteidgung eines Klischees taugt,
nicht aber zur Korresondenz, so diese über den plakativen Imperativ
hinausverweist.

Wie ich verstehe, hat es dann im Schwedischen eine Fortsetzung der
universellen Floskelhaftigkeit mit dem Du, mit einer anderen Anredeform. die
Raum lässt für die höfliche Distanz.

Aber wenn Du nach dem dazugehörigen Redakteur fragst, der ist bestenfalls
Texter und trabt im Stall von Werbedesignern, und nimmt seine Snippets von
den Sozialbastlern, auf das hin, dass dort, wo der Slang das Klischee
zementieren soll, die Leute per Definition nichts zu sagen haben, die Rolle,
das Klischee mit Leben zu füllen, muss reichen. Mit dem Konstrukt Sinn und
Verstand transportieren zu wollen, überfordert die plakative Nummer.

Andersherum. schaustu deutsche Bundesregierung, die hat gerade ein stolzes
Budget in dieser Kragenweite für das An-der-Nase-herumführen lockergemacht.
Für eine Werbeagentur. Auf dass treffsicher gestylt sei, wo die Regierung
die Leute mit dem Karneval der Hysterie hinschubsen will. Mediziner waren
keine dabei, was ich wahrnahm, obwohl es um Medizin geht.

Man muss nur hinschauen, für derlei Theater gibt es einige Bühnen wo das
gespielt wird. Diese neuerdingliche Nummer des Nudging.

Und wenn das bei den Elchen vormals anders spielte, kann man das leicht
ausdifferenzieren. Siehe Soziolekt (hier nebenan per Rolle im sprachlichen
Gerüst angedeutet, merci).
Quinn C
2020-05-06 17:46:43 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Das wäre weniger bescheuert und befremdlich, könnte man in all dem
Duz-Aufzug wenigstens eine Spur ... sagen wir Selbstironie, ein
Quentchen Dada oder sowas, entdecken.
Aber Fehlanzeige! Die meinen das irgendwie "ernst"; stehen immer noch
auf dem Bahnsteig, von dem der letzte Zug vor - - na, ich sachma 30
Jahren gefahren ist.
Du siehst das verdreht. Der Zug ist vor 30 Jahren abgefahren, und Du
stehst immer noch am Bahnsteig und rufst hinterher: "Wo wollt ihr denn
alle hin! Hier ist's doch schön!"
--
von Muret ein gugeln guot
mit lûtrem vêhen bunde
V. D. HAGEN
H.-P. Schulz
2020-05-06 18:09:32 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by H.-P. Schulz
Das wäre weniger bescheuert und befremdlich, könnte man in all dem
Duz-Aufzug wenigstens eine Spur ... sagen wir Selbstironie, ein
Quentchen Dada oder sowas, entdecken.
Aber Fehlanzeige! Die meinen das irgendwie "ernst"; stehen immer noch
auf dem Bahnsteig, von dem der letzte Zug vor - - na, ich sachma 30
Jahren gefahren ist.
Du siehst das verdreht. Der Zug ist vor 30 Jahren abgefahren, und Du
stehst immer noch am Bahnsteig und rufst hinterher: "Wo wollt ihr denn
alle hin! Hier ist's doch schön!"
Hä? Wie meinen?
Detlef Meißner
2020-05-06 18:40:05 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Quinn C
Post by H.-P. Schulz
Das wäre weniger bescheuert und befremdlich, könnte man in all dem
Duz-Aufzug wenigstens eine Spur ... sagen wir Selbstironie, ein
Quentchen Dada oder sowas, entdecken.
Aber Fehlanzeige! Die meinen das irgendwie "ernst"; stehen immer noch
auf dem Bahnsteig, von dem der letzte Zug vor - - na, ich sachma 30
Jahren gefahren ist.
Du siehst das verdreht. Der Zug ist vor 30 Jahren abgefahren, und Du
stehst immer noch am Bahnsteig und rufst hinterher: "Wo wollt ihr denn
alle hin! Hier ist's doch schön!"
Hä? Wie meinen?
Er will dir damit sagen, dass du ein Ewiggestriger bist.

Da Duzen aber auch oft ein Geschäftsmodell ist, das sich mit der Zeit
abnutzt, besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich das alles wieder
ändert.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
Detlef Meißner
2020-05-06 18:36:10 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by H.-P. Schulz
Das wäre weniger bescheuert und befremdlich, könnte man in all dem
Duz-Aufzug wenigstens eine Spur ... sagen wir Selbstironie, ein
Quentchen Dada oder sowas, entdecken.
Aber Fehlanzeige! Die meinen das irgendwie "ernst"; stehen immer noch
auf dem Bahnsteig, von dem der letzte Zug vor - - na, ich sachma 30
Jahren gefahren ist.
Du siehst das verdreht. Der Zug ist vor 30 Jahren abgefahren, und Du
stehst immer noch am Bahnsteig und rufst hinterher: "Wo wollt ihr denn
alle hin! Hier ist's doch schön!"
Es kommt hin und wieder vor, dass der Zug zurückkommt.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Ralph Aichinger
2020-05-06 19:10:15 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Du siehst das verdreht. Der Zug ist vor 30 Jahren abgefahren, und Du
stehst immer noch am Bahnsteig und rufst hinterher: "Wo wollt ihr denn
alle hin! Hier ist's doch schön!"
Danke, was ähnliches wollte ich auch grad schreiben. Die Diskussion war
um 1990 schon vorbei.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Detlef Meißner
2020-05-06 19:15:01 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Quinn C
Du siehst das verdreht. Der Zug ist vor 30 Jahren abgefahren, und Du
stehst immer noch am Bahnsteig und rufst hinterher: "Wo wollt ihr denn
alle hin! Hier ist's doch schön!"
Danke, was ähnliches wollte ich auch grad schreiben. Die Diskussion war
um 1990 schon vorbei.
Wenn etwas vorbei ist, ist es dann weg oder kommt es wieder?

Beim Zug ist das klar.

Detlef
--
Die Mathematik lehrt uns, dass man Nullen nicht übersehen darf.
Stefan Ram
2020-05-06 19:37:35 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Quinn C
Du siehst das verdreht. Der Zug ist vor 30 Jahren abgefahren, und Du
stehst immer noch am Bahnsteig und rufst hinterher: "Wo wollt ihr denn
alle hin! Hier ist's doch schön!"
Danke, was ähnliches wollte ich auch grad schreiben. Die Diskussion war
um 1990 schon vorbei.
Im Zweifel folge ich immer noch Postel
(trotz draft-iab-protocol-maintenance-01).
H.-P. Schulz
2020-05-07 07:38:54 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Quinn C
Du siehst das verdreht. Der Zug ist vor 30 Jahren abgefahren, und Du
stehst immer noch am Bahnsteig und rufst hinterher: "Wo wollt ihr denn
alle hin! Hier ist's doch schön!"
Danke, was ähnliches wollte ich auch grad schreiben. Die Diskussion war
um 1990 schon vorbei.
Du meinst Diskussionen übers IKEA-notorische Duzen?

Mir ging es hier weniger um das Duzen als i.w.S. soziologisch zu
würdigende Erscheinung, sondern um die Vorstellung eines eigens fürs
Duzen (im deutschsprachigen Raum) "zuständigen" Redakteurs; und um den
heiligen Ernst, mit dem IKEA das verfolgt - und der in so lächerlichem
Widerspruch zur Intention, damit eine locker-knuffige (Konsum)Stimmung
zu erzeugen, steht.

Dahinter steht (m)eine Auffassung des *markierten* Duzens als mit
völlig anderer als der - von IKEA wohl erhofften - Assoziation von
Lockerheit, Familie, Offenheit usw., nämlich von Aufdringlichkeit,
Plumpvertraulichkeit, Kameraden- und Komplizenschaft.
Roland Franzius
2020-05-07 08:01:23 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Dahinter steht (m)eine Auffassung des *markierten* Duzens als mit
völlig anderer als der - von IKEA wohl erhofften - Assoziation von
Lockerheit, Familie, Offenheit usw., nämlich von Aufdringlichkeit,
Plumpvertraulichkeit, Kameraden- und Komplizenschaft.
Daher müssen ja auch weltweit hunderte Millionen nach IKEA-Besuch zum
Therapeuten, um zum Siezen zurückzufinden.

Geht uns allen ja ähnlich, wenn ein Vierjähriger auf der Staße ruft:
Opa, kannst du mir mal den Ball rüberwerfen?

In Westfalen ist das Duzen im beruflichen Umgang so stark implementiert,
dass die Kräfte im Baustoffhof meist nicht mal wissen, dass "sie" nicht
nur Frauen meint.
--
Roland Franzius
H.-P. Schulz
2020-05-07 08:32:46 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Post by H.-P. Schulz
Dahinter steht (m)eine Auffassung des *markierten* Duzens als mit
völlig anderer als der - von IKEA wohl erhofften - Assoziation von
Lockerheit, Familie, Offenheit usw., nämlich von Aufdringlichkeit,
Plumpvertraulichkeit, Kameraden- und Komplizenschaft.
Daher müssen ja auch weltweit hunderte Millionen nach IKEA-Besuch zum
Therapeuten, um zum Siezen zurückzufinden.
Ich weiß nicht, ob IKEA dort, wo es (schrift)sprachlich überhaupt
möglich ist, auch in anderen Sprachen als Deutsch diese "Du"zpolitik
verfolgt.
Post by Roland Franzius
Opa, kannst du mir mal den Ball rüberwerfen?
*Das* ist das *unmarkierte* Duzen.
Post by Roland Franzius
In Westfalen ist das Duzen im beruflichen Umgang so stark implementiert,
dass die Kräfte im Baustoffhof meist nicht mal wissen, dass "sie" nicht
nur Frauen meint.
Im professionellen Umgang ist Duzen unmarkiert.

Handel, genauer: Endkunden-Handel ("Consumer") ist etwas anderes. Da
steht jedes Wort, das der Verkäufer spricht (schreibt), im Dienst der
Erzielung eines Verkaufserfolgs. Es ist das Kundengespräch also ein
krasser Fall von Ungleichheit: Vor mir als Kunde steht allzumal ein
Gezwungener, um seinen Job Besorgter.
Duzen - das kindliche Duzen mal ausgenommen - markiert aber mMn, wenn
überhaupt etwas, dann Gleichheit, gleiche Augenhöhe.
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes, etwas von
Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.

Wer zum Kauf wessen auch immer etwas wie "Atmosphäre" oder emotionale
Ansprache braucht bzw. sucht, ist sowieso schon aller Vernunft
entrückt.
Aber zu IKEA fährt man ja wohl auch nicht, um Möbel zu kaufen, sondern
um ein "Erlebnis" zu haben. Und von Verkäufern geduzt zu werden ist
scheint's für viele auch schon sowas wie ein Erlebnis.
Ralph Aichinger
2020-05-07 08:47:15 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Handel, genauer: Endkunden-Handel ("Consumer") ist etwas anderes. Da
steht jedes Wort, das der Verkäufer spricht (schreibt), im Dienst der
Erzielung eines Verkaufserfolgs. Es ist das Kundengespräch also ein
krasser Fall von Ungleichheit: Vor mir als Kunde steht allzumal ein
Gezwungener, um seinen Job Besorgter.
Einerseits stimmt das nicht, es kann durchaus auch der Besitzer oder
jemand der ein Praktikum macht sein, der sozial über dir steht.

Und es kann jemand sein, der so tut als würde er sozial über dir
stehen (der Bankmitarbeiter der dir einreden will, daß man
bestimmte Aktienfonds kaufen sollte ab einem gewissen Einkommen,
das er selbst real nicht hat).
Post by H.-P. Schulz
Duzen - das kindliche Duzen mal ausgenommen - markiert aber mMn, wenn
überhaupt etwas, dann Gleichheit, gleiche Augenhöhe.
Jein. Es kann auch bedeuten, daß jemand mit dir eine gemeinsame
Kultur teilt. Wenn der Verkäufer in einem Skateboard- oder
Graffit-Shop den 17-jährigen der reinkommt mit "Sie" anredet
dan würde das etwas strange wirken.

Umgekehrt würde es auch nicht funktionieren, wenn die Verkäuferin
im Hermès-Shop oder beim Rolex-Konzessionär seine Kunden mit "Du"
anredet.
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes, etwas von
Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Post by H.-P. Schulz
Wer zum Kauf wessen auch immer etwas wie "Atmosphäre" oder emotionale
Ansprache braucht bzw. sucht, ist sowieso schon aller Vernunft
entrückt.
Wer glaubt, daß dies bei Kaufentscheidungen keinen Einfluß hat,
der hat zu wenig Selbstreflexion.
Post by H.-P. Schulz
Aber zu IKEA fährt man ja wohl auch nicht, um Möbel zu kaufen, sondern
um ein "Erlebnis" zu haben. Und von Verkäufern geduzt zu werden ist
scheint's für viele auch schon sowas wie ein Erlebnis.
https://www.welt.de/wirtschaft/article157223286/Auf-diese-Handtasche-muessen-Sie-zwei-Jahre-warten.html

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Helmut Richter
2020-05-07 09:18:09 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Jein. Es kann auch bedeuten, daß jemand mit dir eine gemeinsame
Kultur teilt. Wenn der Verkäufer in einem Skateboard- oder
Graffit-Shop den 17-jährigen der reinkommt mit "Sie" anredet
dan würde das etwas strange wirken.
Mein erstes Geduzt-Werden als Erwachsener in einem Laden ist wohl knapp 50
Jahre her, in einem Musikaliengeschäft, wo ich Saiten und Notenpapier
kaufte. Es hat mich verblüfft, weil es damals nicht üblich war, aber dann
dachte ich, dass wer Saiten und Notenpapier kauft, wohl ein Musiker sein
muss, und Musiker duzen einander, und da fühlte ich mich geehrt – ich
mache schon Musik, aber mich trennen Welten von Musikern, auch
Hobby-Solchen.

Interessant wäre gewesen, ob derselbe Verkäufer auch Leute geduzt hat, die
Schallplatten oder Konzertkarten kaufen ...
--
Helmut Richter
Frank Hucklenbroich
2020-05-07 13:40:26 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Ralph Aichinger
Jein. Es kann auch bedeuten, daß jemand mit dir eine gemeinsame
Kultur teilt. Wenn der Verkäufer in einem Skateboard- oder
Graffit-Shop den 17-jährigen der reinkommt mit "Sie" anredet
dan würde das etwas strange wirken.
Mein erstes Geduzt-Werden als Erwachsener in einem Laden ist wohl knapp 50
Jahre her, in einem Musikaliengeschäft, wo ich Saiten und Notenpapier
kaufte. Es hat mich verblüfft, weil es damals nicht üblich war, aber dann
dachte ich, dass wer Saiten und Notenpapier kauft, wohl ein Musiker sein
muss, und Musiker duzen einander, und da fühlte ich mich geehrt – ich
mache schon Musik, aber mich trennen Welten von Musikern, auch
Hobby-Solchen.
Das wollte ich gerade schreiben - in der Musikbranche duzt man sich, ein
"Sie" würde da schon fast als Beleidigung aufgefasst.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2020-05-07 14:28:42 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Helmut Richter
Post by Ralph Aichinger
Jein. Es kann auch bedeuten, daß jemand mit dir eine gemeinsame
Kultur teilt. Wenn der Verkäufer in einem Skateboard- oder
Graffit-Shop den 17-jährigen der reinkommt mit "Sie" anredet
dan würde das etwas strange wirken.
Mein erstes Geduzt-Werden als Erwachsener in einem Laden ist wohl knapp 50
Jahre her, in einem Musikaliengeschäft, wo ich Saiten und Notenpapier
kaufte. Es hat mich verblüfft, weil es damals nicht üblich war, aber dann
dachte ich, dass wer Saiten und Notenpapier kauft, wohl ein Musiker sein
muss, und Musiker duzen einander, und da fühlte ich mich geehrt – ich
mache schon Musik, aber mich trennen Welten von Musikern, auch
Hobby-Solchen.
Das wollte ich gerade schreiben - in der Musikbranche duzt man sich, ein
"Sie" würde da schon fast als Beleidigung aufgefasst.
Hm. Herbert von K. hätte ich mir anders vorgestellt.

Gruß, ULF
Frank Hucklenbroich
2020-05-07 14:36:19 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Helmut Richter
Post by Ralph Aichinger
Jein. Es kann auch bedeuten, daß jemand mit dir eine gemeinsame
Kultur teilt. Wenn der Verkäufer in einem Skateboard- oder
Graffit-Shop den 17-jährigen der reinkommt mit "Sie" anredet
dan würde das etwas strange wirken.
Mein erstes Geduzt-Werden als Erwachsener in einem Laden ist wohl knapp 50
Jahre her, in einem Musikaliengeschäft, wo ich Saiten und Notenpapier
kaufte. Es hat mich verblüfft, weil es damals nicht üblich war, aber dann
dachte ich, dass wer Saiten und Notenpapier kauft, wohl ein Musiker sein
muss, und Musiker duzen einander, und da fühlte ich mich geehrt – ich
mache schon Musik, aber mich trennen Welten von Musikern, auch
Hobby-Solchen.
Das wollte ich gerade schreiben - in der Musikbranche duzt man sich, ein
"Sie" würde da schon fast als Beleidigung aufgefasst.
Hm. Herbert von K. hätte ich mir anders vorgestellt.
Gut. U-Musik, nicht E-Musik.

Grüße,

Frank
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-05-07 14:43:02 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Mein erstes Geduzt-Werden als Erwachsener in einem Laden ist wohl
knapp 50 Jahre her, [...]
Interessanter ist ja eher das letzte, als das erste :)
Post by Helmut Richter
[...], aber dann dachte ich, dass wer Saiten und Notenpapier
kauft, wohl ein Musiker sein muss, und Musiker duzen einander, und
da fühlte ich mich geehrt – ich mache schon Musik, aber mich
trennen Welten von Musikern, auch Hobby-Solchen.
Profi oder Amateur macht in vielen Soziotopen keinen Unterschied. Im
Gegenteil, ich finde es eher unangenehm, im Tanzverein von Anfängern
gesiezt zu werden - umgekehrt käme mir das im Traum nicht in den
Sinn, unabhängig vom Alter.

Im Supermarkt finde ich es bloß ärgerlich, wenn die Kassierin mit
dem Bauarbeiter ca. gleichen Alters per Du ist und mich direkt
danach siezt. Offenbar ein Imageproblem...

Servus,
Stefan
--
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Hart? Harter als Stefan!? Unfaßlich!
(Sloganizer)
U***@web.de
2020-05-07 14:53:13 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Helmut Richter
Mein erstes Geduzt-Werden als Erwachsener in einem Laden ist wohl
knapp 50 Jahre her, [...]
Interessanter ist ja eher das letzte, als das erste :)
Post by Helmut Richter
[...], aber dann dachte ich, dass wer Saiten und Notenpapier
kauft, wohl ein Musiker sein muss, und Musiker duzen einander, und
da fühlte ich mich geehrt – ich mache schon Musik, aber mich
trennen Welten von Musikern, auch Hobby-Solchen.
Profi oder Amateur macht in vielen Soziotopen keinen Unterschied. Im
Gegenteil, ich finde es eher unangenehm, im Tanzverein von Anfängern
gesiezt zu werden - umgekehrt käme mir das im Traum nicht in den
Sinn, unabhängig vom Alter.
Was machst Du aber mit den Mitgliedern eines
anderen Tanzvereins samst künstlerischem Leiter*
bei Gelegenheit eines Besuchs?

Gruß, ULF

*) so existent.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-05-07 19:08:01 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Helmut Richter
[...], aber dann dachte ich, dass wer Saiten und Notenpapier
kauft, wohl ein Musiker sein muss, und Musiker duzen einander,
und da fühlte ich mich geehrt – ich mache schon Musik, aber
mich trennen Welten von Musikern, auch Hobby-Solchen.
Profi oder Amateur macht in vielen Soziotopen keinen
Unterschied. Im Gegenteil, ich finde es eher unangenehm, im
Tanzverein von Anfängern gesiezt zu werden - umgekehrt käme mir
das im Traum nicht in den Sinn, unabhängig vom Alter.
Was machst Du aber mit den Mitgliedern eines anderen Tanzvereins
samst künstlerischem Leiter* bei Gelegenheit eines Besuchs?
*) so existent.
Solche Einrichtungen sind typischerweise Amateurvereine, die haben
kein Budget für solche Posten. Abseits der aktiven Sportler gibt es
dort nur ehemalige Sportler.

Servus,
Stefan
--
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Wenn die Profis kommen: Stefan, die letzte Steigerungsform von "super"!
(Sloganizer)
Quinn C
2020-05-08 13:55:56 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Helmut Richter
[...], aber dann dachte ich, dass wer Saiten und Notenpapier
kauft, wohl ein Musiker sein muss, und Musiker duzen einander,
und da fühlte ich mich geehrt – ich mache schon Musik, aber
mich trennen Welten von Musikern, auch Hobby-Solchen.
Profi oder Amateur macht in vielen Soziotopen keinen
Unterschied. Im Gegenteil, ich finde es eher unangenehm, im
Tanzverein von Anfängern gesiezt zu werden - umgekehrt käme mir
das im Traum nicht in den Sinn, unabhängig vom Alter.
Was machst Du aber mit den Mitgliedern eines anderen Tanzvereins
samst künstlerischem Leiter* bei Gelegenheit eines Besuchs?
*) so existent.
Solche Einrichtungen sind typischerweise Amateurvereine, die haben
kein Budget für solche Posten.
Interessant. Unser durchaus amateurischer Chor bezahlt die Leiterin und
die Pianistin (wenn auch nicht gerade üppig), und das ist in dem Milieu
m.W. normal.
--
binsaugnesseln, hummelsköl, mönchspfeffer, gugelköpf, minbrüdermüntz
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Stefan Schmitz
2020-05-07 15:10:50 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Im Supermarkt finde ich es bloß ärgerlich, wenn die Kassierin mit
dem Bauarbeiter ca. gleichen Alters per Du ist und mich direkt
danach siezt. Offenbar ein Imageproblem...
Oder schlicht eine Frage des persönlichen Verhältnisses.
Frank Hucklenbroich
2020-05-08 06:44:15 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Im Supermarkt finde ich es bloß ärgerlich, wenn die Kassierin mit
dem Bauarbeiter ca. gleichen Alters per Du ist und mich direkt
danach siezt. Offenbar ein Imageproblem...
Oder schlicht eine Frage des persönlichen Verhältnisses.
Das denke ich auch, beim hiesigen Supermarkt gibt es auch Kassiererinnen,
die manche Kunden offenbar persönlich kennen und mit denen auch über
privates plaudern, den letzten Urlaub oder sowas. Und da ist man dann auch
schnell per Du.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2020-05-08 07:10:06 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Stefan Schmitz
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Im Supermarkt finde ich es bloß ärgerlich, wenn die Kassierin mit
dem Bauarbeiter ca. gleichen Alters per Du ist und mich direkt
danach siezt. Offenbar ein Imageproblem...
Oder schlicht eine Frage des persönlichen Verhältnisses.
Das denke ich auch, beim hiesigen Supermarkt gibt es auch Kassiererinnen,
die manche Kunden offenbar persönlich kennen und mit denen auch über
privates plaudern, den letzten Urlaub oder sowas. Und da ist man dann auch
schnell per Du.
Der hiesige Discounter hat einen Kassier, der
(außer vielleicht dem Von und Zu, deren man dort
aber bislang nicht ansichtig wurde) so ziemlich
jeden mit Du anspricht. Der darf das, der ist so.

Gruß, ULF
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-05-08 07:56:07 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Im Supermarkt finde ich es bloß ärgerlich, wenn die Kassierin mit
dem Bauarbeiter ca. gleichen Alters per Du ist und mich direkt
danach siezt. Offenbar ein Imageproblem...
Oder schlicht eine Frage des persönlichen Verhältnisses.
Das denke ich auch, [...]
Ich in den konkreten Fällen (das ist schon mehr als einmal passiert,
mit völlig unterschiedlichen Protagonisten) nicht, nein. Aber das
ist natürlich nur meine persönliche Einschätzung.

Servus,
Stefan
--
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Stefan!? Ja! Denn schnuppern ist klammer als zetern.
(Sloganizer)
Florian Ritter
2020-05-08 14:11:36 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Im Supermarkt finde ich es bloß ärgerlich, wenn die Kassierin mit
dem Bauarbeiter ca. gleichen Alters per Du ist und mich direkt
danach siezt. Offenbar ein Imageproblem...
Das kommt, weil Du so a stieres Gschau hast wie an Auerhahn - FR
U***@web.de
2020-05-07 09:18:43 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by H.-P. Schulz
Handel, genauer: Endkunden-Handel ("Consumer") ist etwas anderes. Da
steht jedes Wort, das der Verkäufer spricht (schreibt), im Dienst der
Erzielung eines Verkaufserfolgs. Es ist das Kundengespräch also ein
krasser Fall von Ungleichheit: Vor mir als Kunde steht allzumal ein
Gezwungener, um seinen Job Besorgter.
Einerseits stimmt das nicht, es kann durchaus auch der Besitzer oder
jemand der ein Praktikum macht sein, der sozial über dir steht.
Ersteres wäre schön, man könnte ihn gepflegt zurückduzen.

Gruß, ULF
H.-P. Schulz
2020-05-07 09:41:55 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by H.-P. Schulz
Handel, genauer: Endkunden-Handel ("Consumer") ist etwas anderes. Da
steht jedes Wort, das der Verkäufer spricht (schreibt), im Dienst der
Erzielung eines Verkaufserfolgs. Es ist das Kundengespräch also ein
krasser Fall von Ungleichheit: Vor mir als Kunde steht allzumal ein
Gezwungener, um seinen Job Besorgter.
Einerseits stimmt das nicht, es kann durchaus auch der Besitzer oder
jemand der ein Praktikum macht sein, der sozial über dir steht.
Auch der Besitzer ist ggf. ein verkaufen Müssender. Und der Praktikant
will seine Sache gut machen, und im Zusammenhang mit Handel
(Verkäufer) heißt das allemal: verkaufen.
Post by Ralph Aichinger
Und es kann jemand sein, der so tut als würde er sozial über dir
stehen (der Bankmitarbeiter der dir einreden will, daß man
bestimmte Aktienfonds kaufen sollte ab einem gewissen Einkommen,
das er selbst real nicht hat).
Post by H.-P. Schulz
Duzen - das kindliche Duzen mal ausgenommen - markiert aber mMn, wenn
überhaupt etwas, dann Gleichheit, gleiche Augenhöhe.
Jein. Es kann auch bedeuten, daß jemand mit dir eine gemeinsame
Kultur teilt.
Dann ist das ein bestimmtes Kultur"segment", in welchem eben genau
diese Gleichheit proklamiert ist. Das gilt für alle Vereine und
Hobbygemeinschften.
Und natürlich für so gut wie alle Professionen und Gewerke. Das ist
eben zünftig.
Post by Ralph Aichinger
Wenn der Verkäufer in einem Skateboard- oder
Graffit-Shop den 17-jährigen der reinkommt mit "Sie" anredet
dan würde das etwas strange wirken.
Da gehört das Duzen zur Vrekaufsstrategie, Abteilung "verbale
Einstimmung".
Post by Ralph Aichinger
Umgekehrt würde es auch nicht funktionieren, wenn die Verkäuferin
im Hermès-Shop oder beim Rolex-Konzessionär seine Kunden mit "Du"
anredet.
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes, etwas von
Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Roland Franzius
2020-05-07 09:56:47 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Er meinte die stilprägende Szene in 'Frühstück bei Tiffanys' und die
entsprechenden Nachfolger zB in 'Pretty Woman'.

In den angelsächsischen Kulturen einschließlich besonders der Kolonien
hält man noch auf Standesunterschiede, Anreden mit Ma#am und Sir und
dergleichen. Unter anderem weil kein 'Sie'.
--
Roland Franzius
Wolfgang
2020-05-07 11:27:38 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
[...]
In den angelsächsischen Kulturen einschließlich besonders der
Kolonien hält man noch auf Standesunterschiede, Anreden mit
Ma#am und Sir und dergleichen. Unter anderem weil kein 'Sie'.
Nein, sondern weil nur noch «Sie».

Anders als viele Deutsche meinen, bedeutet "you" nicht «du» sondern
«ihr», und das steht analog dem französichen « vous » für unser
«Sie». Die Angelsachsen siezen sich also alle. Wer ein wenig
Portugiesisch spricht, kann diese Verallgemeinerung der höflichen
Anrede heutzutage in statu nascenti im Brasilianischen miterleben.

Übrigens gibt es im Englischen auch noch das «du», "thou", dessen
Gebrauch sich heute auf den religiösen Bereich beschränkt. Es ist
wegen einer eigenen Konjugationsform ein wenig unhandlich. Jeder
Anglophone kennt die Formel "Thou shalt not..." aus dem Dekalog.

Das Ikea-Du ist also etwas grundsätzlich anderes als das englische
"you". Der Angelsachse legt auf einen gewissen Abstand Wert, während
sich Ikea gegenüber seinen Kunden Vertraulichkeiten herausnimmt.

Ciao,
Wolfgang
René Marquardt
2020-05-07 11:43:10 UTC
Permalink
Post by Wolfgang
Das Ikea-Du ist also etwas grundsätzlich anderes als das englische
"you". Der Angelsachse legt auf einen gewissen Abstand Wert, während
sich Ikea gegenüber seinen Kunden Vertraulichkeiten herausnimmt.
Naja, kommt wohl auf die Angelsachsen an. DEN Angelsachsen gibt es
genausowenig wie DEN Deutschsprachigen. Und auf die Situation.
Im Laufe eines Tages werde ich regelmaessig mit sir, buddy, baby,
neighbor, etc angesprochen, und manchmal sogar mit meinem Vornamen.
Meinen Nachnamen hoere ich eigentlich nur, wenn ich meine Frau anrufe
und nur Voicemail dran kriege.

Uebrigens, IKEA gibts auch hier in Texas. An besonders saloppe oder
formelle Anreden kann ich mich nicht erinnnern. Allerdings gehen wir
da nicht regelmaessig hin, und ich ohnehin nur widerwillig, aus anderen Gruenden.
Roland Franzius
2020-05-07 12:04:28 UTC
Permalink
Post by Wolfgang
Post by Roland Franzius
[...]
In den angelsächsischen Kulturen einschließlich besonders der
Kolonien hält man noch auf Standesunterschiede, Anreden mit
Ma#am und Sir und dergleichen. Unter anderem weil kein 'Sie'.
Nein, sondern weil nur noch «Sie».
Anders als viele Deutsche meinen, bedeutet "you" nicht «du» sondern
«ihr», und das steht analog dem französichen « vous » für unser «Sie».
Die Angelsachsen siezen sich also alle.
Das sehen meine Angelsachsen eher nicht durch die deutsche Brille. Die
machen eh immer nur Äh?, wenn ihnen ein Deutscher ihre Sprache erklärt.

Würden sie sich nicht vertrauensvoll von duzudu anreden, würden sie halt
keine Anreden hinzufügen.

Natürlich halten sich meine Ansprache-Erfahrungen bei Hofe und sonst
höheren Kreisen in eher bescheidenen Rahmen, das kann man halt aktuell
nur den entsprechenden Serien entnehmen.
--
Roland Franzius
Florian Ritter
2020-05-07 16:46:00 UTC
Permalink
Am Donnerstag, 7. Mai 2020 14:04:29 UTC+2 schrieb Roland Franzius:

[...]
Post by Roland Franzius
Post by Wolfgang
Anders als viele Deutsche meinen, bedeutet "you" nicht «du» sondern
«ihr», und das steht analog dem französichen « vous » für unser «Sie».
Die Angelsachsen siezen sich also alle.
Das sehen meine Angelsachsen eher nicht durch die deutsche Brille. Die
machen eh immer nur Äh?, wenn ihnen ein Deutscher ihre Sprache erklärt.
Würden sie sich nicht vertrauensvoll von duzudu anreden, würden sie halt
keine Anreden hinzufügen.
Natürlich halten sich meine Ansprache-Erfahrungen bei Hofe und sonst
höheren Kreisen in eher bescheidenen Rahmen, das kann man halt aktuell
nur den entsprechenden Serien entnehmen.
Ich kann nur stammelnd versichern, daß in Adelsvereinigungen
sämtliche Prädikate weggelassen werden.
Als von K.-P. durch blitzartiges Ausfahren seines Holzbeines
die Gräfin R. zu Fall brachte, krisch diese auf: Also, Herr K.,
was Sie hier immer mit mir machen.
Als der Förderverein der Univ. Greifswald unter meiner
Mitwirkung wiedergegründet wurde, wurde in der ersten
Sitzung vereinbart, sämtliche akademischen Titulaturen
wegzulassen - FR
Stefan Schmitz
2020-05-07 12:18:51 UTC
Permalink
Post by Wolfgang
Anders als viele Deutsche meinen, bedeutet "you" nicht «du» sondern
«ihr», und das steht analog dem französichen « vous » für unser
«Sie». Die Angelsachsen siezen sich also alle.
Darüber könnte man vielleicht nachdenken, wenn nicht auch Kinder mit "you"
angeredet würden.
Jakob Achterndiek
2020-05-07 12:31:18 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Wolfgang
Anders als viele Deutsche meinen, bedeutet "you" nicht «du» sondern
«ihr», und das steht analog dem französichen « vous » für unser
«Sie». Die Angelsachsen siezen sich also alle.
Darüber könnte man vielleicht nachdenken, wenn nicht auch Kinder mit
"you" angeredet würden.
In Kolumbien wurde sogar der bellende Hund nicht mit "¡calla!"
zur Ruhe gerufen, sondern mit "¡calle se!": "Seien Sie still!"
--
j/\a
Frank Hucklenbroich
2020-05-07 13:44:48 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Stefan Schmitz
Post by Wolfgang
Anders als viele Deutsche meinen, bedeutet "you" nicht «du» sondern
«ihr», und das steht analog dem französichen « vous » für unser
«Sie». Die Angelsachsen siezen sich also alle.
Darüber könnte man vielleicht nachdenken, wenn nicht auch Kinder mit
"you" angeredet würden.
In Kolumbien wurde sogar der bellende Hund nicht mit "¡calla!"
zur Ruhe gerufen, sondern mit "¡calle se!": "Seien Sie still!"
Dann weiß der Hund, daß es ernst gemeint ist und er jetzt wirklich besser
still ist. Nachbarn von uns haben einen Hund der heißt "Ferdinand", wenn er
lieb ist oder normal gerufen wird, dann heißt er "Ferdi", wenn er aber
ausgeschimpft wird und nun endlich gehorchen soll, dann wird er
"Ferdinand!!!" gerufen.

Grüße,

Frank
Detlef Meißner
2020-05-07 15:12:39 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Jakob Achterndiek
Post by Stefan Schmitz
Post by Wolfgang
Anders als viele Deutsche meinen, bedeutet "you" nicht «du» sondern
«ihr», und das steht analog dem französichen « vous » für unser
«Sie». Die Angelsachsen siezen sich also alle.
Darüber könnte man vielleicht nachdenken, wenn nicht auch Kinder mit
"you" angeredet würden.
In Kolumbien wurde sogar der bellende Hund nicht mit "¡calla!"
zur Ruhe gerufen, sondern mit "¡calle se!": "Seien Sie still!"
Dann weiß der Hund, daß es ernst gemeint ist und er jetzt wirklich besser
still ist. Nachbarn von uns haben einen Hund der heißt "Ferdinand", wenn er
lieb ist oder normal gerufen wird, dann heißt er "Ferdi", wenn er aber
ausgeschimpft wird und nun endlich gehorchen soll, dann wird er
"Ferdinand!!!" gerufen.
Ähnliches hier mit meiner Frau.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
U***@web.de
2020-05-07 13:03:47 UTC
Permalink
Post by Wolfgang
Post by Roland Franzius
[...]
In den angelsächsischen Kulturen einschließlich besonders der
Kolonien hält man noch auf Standesunterschiede, Anreden mit
Ma#am und Sir und dergleichen. Unter anderem weil kein 'Sie'.
Nein, sondern weil nur noch «Sie».
Anders als viele Deutsche meinen, bedeutet "you" nicht «du» sondern
«ihr», und das steht analog dem französichen « vous » für unser
«Sie». Die Angelsachsen siezen sich also alle.
Wenn schon, dann ihrzen sie sich.

Und bitte statu nascen*d*i.
Wolfgang
2020-05-07 14:42:26 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Und bitte statu nascen*d*i.
Ja, natürlich, danke.

Ausdrücke wie «statu nascendi» werden von meinem ungebildeten
Spellchecker meist eh missbilligt, so dass ich ein falsche
Schreibung daraus nicht mehr erkennen kann.

Ciao,
Wolfgang
U***@web.de
2020-05-07 10:53:15 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Post by H.-P. Schulz
Handel, genauer: Endkunden-Handel ("Consumer") ist etwas anderes. Da
steht jedes Wort, das der Verkäufer spricht (schreibt), im Dienst der
Erzielung eines Verkaufserfolgs. Es ist das Kundengespräch also ein
krasser Fall von Ungleichheit: Vor mir als Kunde steht allzumal ein
Gezwungener, um seinen Job Besorgter.
Einerseits stimmt das nicht, es kann durchaus auch der Besitzer oder
jemand der ein Praktikum macht sein, der sozial über dir steht.
Auch der Besitzer ist ggf. ein verkaufen Müssender. Und der Praktikant
will seine Sache gut machen, und im Zusammenhang mit Handel
(Verkäufer) heißt das allemal: verkaufen.
Post by Ralph Aichinger
Und es kann jemand sein, der so tut als würde er sozial über dir
stehen (der Bankmitarbeiter der dir einreden will, daß man
bestimmte Aktienfonds kaufen sollte ab einem gewissen Einkommen,
das er selbst real nicht hat).
Post by H.-P. Schulz
Duzen - das kindliche Duzen mal ausgenommen - markiert aber mMn, wenn
überhaupt etwas, dann Gleichheit, gleiche Augenhöhe.
Jein. Es kann auch bedeuten, daß jemand mit dir eine gemeinsame
Kultur teilt.
Dann ist das ein bestimmtes Kultur"segment", in welchem eben genau
diese Gleichheit proklamiert ist. Das gilt für alle Vereine und
Hobbygemeinschften.
Und natürlich für so gut wie alle Professionen und Gewerke. Das ist
eben zünftig.
Post by Ralph Aichinger
Wenn der Verkäufer in einem Skateboard- oder
Graffit-Shop den 17-jährigen der reinkommt mit "Sie" anredet
dan würde das etwas strange wirken.
Da gehört das Duzen zur Vrekaufsstrategie, Abteilung "verbale
Einstimmung".
Post by Ralph Aichinger
Umgekehrt würde es auch nicht funktionieren, wenn die Verkäuferin
im Hermès-Shop oder beim Rolex-Konzessionär seine Kunden mit "Du"
anredet.
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes, etwas von
Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Dochdoch. Pretty Woman versucht, edle
und seriöse Damenbekleidung zu kaufen.
H.-P. Schulz
2020-05-07 11:10:13 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Dochdoch. Pretty Woman versucht, edle
und seriöse Damenbekleidung zu kaufen.
Hollywoodkino != RL

Aberd as weißt Du sowieso, gell?
Ralph Aichinger
2020-05-07 11:13:21 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Hollywoodkino != RL
Ich hab 2 Links gepostet, daß das auch im realen Leben ein Thema ist.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
U***@web.de
2020-05-07 11:49:24 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Dochdoch. Pretty Woman versucht, edle
und seriöse Damenbekleidung zu kaufen.
Hollywoodkino != RL
Aberd as weißt Du sowieso, gell?
Wenn ich so Stadtrundgänge mache, falle
ich da auch nicht ein. Also habe
ich diesbezüglich Eindrücke eher vom
Hörensagen.

Aber es reicht ein Verkäufer auf
der Welt, der Kundschaft wegen mangelnder
Eleganz zurückweist.
Florian Ritter
2020-05-07 16:53:03 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
Hollywoodkino != RL
Aberd as weißt Du sowieso, gell?
Wenn ich so Stadtrundgänge mache
Wie jetzt, Du flanierest in pandemischer Zeit?
Wahnsinnig?
Post by U***@web.de
falle ich da auch nicht ein.
Wo, bitte, fällst Du nicht ein?
Post by U***@web.de
Aber es reicht ein Verkäufer auf
der Welt, der Kundschaft wegen mangelnder
Eleganz zurückweist.
Nun, in der Hinsicht läufst Du ja als Arbiter
elegantiarum keinerlei Gefahr - FR
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-05-07 11:16:00 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes,
etwas von Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des
Anlageberaters oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den
Eindruck geben muß, daß er es nicht "würdig" ist dort
einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Dochdoch. Pretty Woman versucht, edle
und seriöse Damenbekleidung zu kaufen.
Angeblich wollte die Verkäuferin das eh nicht tun, musste dann aber,
weil es so im Drehbuch stand.

Verkäufer werden diesbezüglich frühestens dann pingelig, wenn sie
Angst haben, andere Kunden könnten vergrault werden - gerade bei
einem Anlageberater wird das in der Praxis niemals der Fall sein.

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan: Ein Hauch von Ewigkeit.
(Sloganizer)
U***@web.de
2020-05-07 11:53:26 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes,
etwas von Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des
Anlageberaters oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den
Eindruck geben muß, daß er es nicht "würdig" ist dort
einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Dochdoch. Pretty Woman versucht, edle
und seriöse Damenbekleidung zu kaufen.
Angeblich wollte die Verkäuferin das eh nicht tun, musste dann aber,
weil es so im Drehbuch stand.
Verkäufer werden diesbezüglich frühestens dann pingelig, wenn sie
Angst haben, andere Kunden könnten vergrault werden - gerade bei
einem Anlageberater wird das in der Praxis niemals der Fall sein.
Es sei denn, der Chef der Rockerbande
müßte auf dem Weg zum Hinterzimmer durch
die Schalterhalle von "Ritter zu Edelfels
Privatbank" und wieder zurück laufen.
Frank Hucklenbroich
2020-05-07 13:54:25 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes,
etwas von Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des
Anlageberaters oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den
Eindruck geben muß, daß er es nicht "würdig" ist dort
einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Dochdoch. Pretty Woman versucht, edle
und seriöse Damenbekleidung zu kaufen.
Angeblich wollte die Verkäuferin das eh nicht tun, musste dann aber,
weil es so im Drehbuch stand.
Verkäufer werden diesbezüglich frühestens dann pingelig, wenn sie
Angst haben, andere Kunden könnten vergrault werden -
Hier denke ich an die Restaurant-Szene aus "Blues-Brothers", wo die beiden
Protagonisten sich im Restaurant so dermaßen danebenbenehmen, bis der
Restaurantbesitzer sich überreden läßt, in ihrer Band einzusteigen.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
gerade bei
einem Anlageberater wird das in der Praxis niemals der Fall sein.
Die nehmen jeden.

Grüße,

Frank
Frank Hucklenbroich
2020-05-07 13:51:00 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Das sagst Du als alter weißer Mann.

Versuche es mal mit der verkehrten Hautfarbe in einem Geschäft für
Luxuswaren, und Du wirst vermutlich für einen Ladendieb gehalten und
entsprechend behandelt.

Oprah Winfrey hat doch mal darüber berichtet, wie sie sich eine sehr teure
Handtasche kaufen wollte und aus dem Laden geschmissen wurde mit der
Bemerkung, daß sie sich deren Produkte eh nicht leisten könne.

Grüße,

Frank
Andreas Karrer
2020-05-07 17:13:14 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Das sagst Du als alter weißer Mann.
Versuche es mal mit der verkehrten Hautfarbe in einem Geschäft für
Luxuswaren, und Du wirst vermutlich für einen Ladendieb gehalten und
entsprechend behandelt.
Oprah Winfrey hat doch mal darüber berichtet, wie sie sich eine sehr teure
Handtasche kaufen wollte und aus dem Laden geschmissen wurde mit der
Bemerkung, daß sie sich deren Produkte eh nicht leisten könne.
Zürich, 2013. Es ist nicht sicher, ob irgendeine rassistische
Bemerkung fiel, und herausgeschmissen wurde mit Sicherheit niemand, das
hat auch Oprah nicht behauptet.

Die Version der Verkäuferin doch ein bisschen anders und immerhin noch
online:

https://www.blick.ch/people-tv/verkaeuferin-oprah-id2402940.html

Ob diese Version stimmt oder die von Oprah, wird man nie wissen, mit
Sicherheit aber hat die Oprah-Version mehr mediale Beachtung gefunden;
an die erinnerst du dich nach 7 Jahren noch.

Es ist auch nicht plausibel, dass so etwas in einer Nobelboutique
passieren sollte. Ich kannte mal eine Schmuckverkäuferin aus einem der
Geschäfte an der Bahnhofstrasse. Da kommen jeden Tag Leute auf allen
Weltecken rein, zum Teil mit hmnja interessanten Umgangsformen, und die
Verkäuferinnen sind sich solches gewohnt. Sie wissen, dass es
Multimillionäre jeder Hautfarbe gibt, die in dreckigen Jeans rumlaufen.

Wenn man sowas sieht:



bekommt man den Eindruck, dass sich da eine Frau nach Kräften bemüht,
dem Klischee der ignoranten Amerikanerin zu entsprechen, die keine
Fremdsprachen kann, sich aber lustig macht über schlecht englisch
sprechende Europäer, die, noch schlimmer, Oprah nicht erkennen und
vielleicht nicht mal kennen.


- Andi
Stefan Schmitz
2020-05-07 17:34:20 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
Post by Frank Hucklenbroich
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Das sagst Du als alter weißer Mann.
Versuche es mal mit der verkehrten Hautfarbe in einem Geschäft für
Luxuswaren, und Du wirst vermutlich für einen Ladendieb gehalten und
entsprechend behandelt.
Oprah Winfrey hat doch mal darüber berichtet, wie sie sich eine sehr teure
Handtasche kaufen wollte und aus dem Laden geschmissen wurde mit der
Bemerkung, daß sie sich deren Produkte eh nicht leisten könne.
Zürich, 2013. Es ist nicht sicher, ob irgendeine rassistische
Bemerkung fiel, und herausgeschmissen wurde mit Sicherheit niemand, das
hat auch Oprah nicht behauptet.
Die Version der Verkäuferin doch ein bisschen anders und immerhin noch
https://www.blick.ch/people-tv/verkaeuferin-oprah-id2402940.html
"Die Nutzung dieses Inhaltes aus Ihrem Land ist gesperrt."
Post by Andreas Karrer
http://youtu.be/IGbfJv1ia7c
bekommt man den Eindruck, dass sich da eine Frau nach Kräften bemüht,
dem Klischee der ignoranten Amerikanerin zu entsprechen, die keine
Fremdsprachen kann, sich aber lustig macht über schlecht englisch
sprechende Europäer, die, noch schlimmer, Oprah nicht erkennen und
vielleicht nicht mal kennen.
Zunächst mal geht es da um einen männlichen Verkäufer in Rom, der ihren
Kaufwunsch mit dem Argument ablehnt, dass da nur Italiener kaufen dürfen.
Andreas Karrer
2020-05-07 17:52:06 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Andreas Karrer
Die Version der Verkäuferin doch ein bisschen anders und immerhin noch
https://www.blick.ch/people-tv/verkaeuferin-oprah-id2402940.html
"Die Nutzung dieses Inhaltes aus Ihrem Land ist gesperrt."
Ups.

https://www.focus.de/politik/ausland/tid-32862/e_aid_1068481.html

zitiert die relevanten Passagen aus dem "Blick"-Artikel. "Blick" ist
sowas wie die Schweizer Version von "BILD", aber zahmer.

- Andi
wolfgang sch
2020-05-07 22:19:08 UTC
Permalink
Post by Andreas Karrer
bekommt man den Eindruck, dass sich da eine Frau nach Kräften bemüht,
dem Klischee der ignoranten Amerikanerin zu entsprechen, die keine
Fremdsprachen kann, sich aber lustig macht über schlecht englisch
sprechende Europäer, die, noch schlimmer, Oprah nicht erkennen und
vielleicht nicht mal kennen.
Ihre Shows wurden hauptsächlich in englischsprachige Länder exportiert,
weil Talkshows zu übersetzen im Gegensatz zu Drama oder Comedy
irgendwie sinnlos ist. Deswegen war sie zumindest in
Vor-Internet-Zeiten international nicht so bekannt wie mancher andere
amerikanische Star, und ich denke das wird sie auch wissen. Ich kenne
sie nur vom AFN-TV der 80er - und bin seitdem Fan, weil an sich ist sie
schon sehr charmant und klug. Auf einem deutschsprachigen Kanal lief
ihre Sendung mW noch nie, dass sie eine Schweizer Verkäuferin nicht
kennt ist deshalb nicht so ungewöhnlich.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Martin Udelhoven
2020-05-11 11:59:00 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Umgekehrt würde es auch nicht funktionieren, wenn die Verkäuferin
im Hermès-Shop oder beim Rolex-Konzessionär seine Kunden mit "Du"
anredet.
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes, etwas von
Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
Dochdoch, das ist teilweise sogar eingeübte Masche:

https://www.sueddeutsche.de/wissen/verkaufspsychologie-der-teufel-verkauft-prada-1.1946608

Zitat daraus:
"Wissenschaftler haben herausgefunden, dass teure Produkte umso
begehrenswerter erscheinen, je herablassender das Personal im Geschäft
auftritt."

Martin
H.-P. Schulz
2020-05-11 12:04:56 UTC
Permalink
Post by Martin Udelhoven
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Umgekehrt würde es auch nicht funktionieren, wenn die Verkäuferin
im Hermès-Shop oder beim Rolex-Konzessionär seine Kunden mit "Du"
anredet.
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes, etwas von
Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
https://www.sueddeutsche.de/wissen/verkaufspsychologie-der-teufel-verkauft-prada-1.1946608
"Wissenschaftler haben herausgefunden, dass teure Produkte umso
begehrenswerter erscheinen, je herablassender das Personal im Geschäft
auftritt."
Was "Wissenschaftler" so alles "herausfinden"! Die Welt ist wirklich
voller Wunder!
Martin Udelhoven
2020-05-11 12:31:36 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Udelhoven
Post by Ralph Aichinger
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
<>> Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
<>
Post by H.-P. Schulz
Post by Martin Udelhoven
https://www.sueddeutsche.de/wissen/verkaufspsychologie-der-teufel-verkauft-prada-1.1946608
"Wissenschaftler haben herausgefunden, dass teure Produkte umso
begehrenswerter erscheinen, je herablassender das Personal im Geschäft
auftritt."
Was "Wissenschaftler" so alles "herausfinden"! Die Welt ist wirklich
voller Wunder!
Darum ging es doch nicht. Oder wolltest du inhaltlich gar nicht darauf
eingehen?
Abgesehen davon, dass zumindest ich selbst die Süddeutsche für
vergleichsweise seriös halte, ging es in den Artikel ja eben nicht
darum, dass die "wissenschaftliche" Erkenntnis bedeutend sei, sondern um
die Umsetzung dieser Erkenntnis in Geschäften für Luxusartikel,
vermutlich einhergehend mit der lukrativen praktischen Erfahrung.

Martin
Detlef Meißner
2020-05-11 12:18:11 UTC
Permalink
Post by Martin Udelhoven
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralph Aichinger
Umgekehrt würde es auch nicht funktionieren, wenn die Verkäuferin
im Hermès-Shop oder beim Rolex-Konzessionär seine Kunden mit "Du"
anredet.
Post by H.-P. Schulz
Deshalb hat das Duzen eines Verkäufers etwas Verlogenes, etwas von
Fürdummverkaufen, von Übertölpelung.
Nicht mehr als das künstlich hochnäsige Auftreten des Anlageberaters
oder Luxuswarenverkäufers, der dem Kunden den Eindruck geben muß,
daß er es nicht "würdig" ist dort einzukaufen.
Das täte kein Verkäufer auf der Welt.
https://www.sueddeutsche.de/wissen/verkaufspsychologie-der-teufel-verkauft-prada-1.1946608
"Wissenschaftler haben herausgefunden, dass teure Produkte umso
begehrenswerter erscheinen, je herablassender das Personal im Geschäft
auftritt."
Das Motiv wird vielen Filmen entsprechend zelebriert.

Detlef
--
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen. (Mark Twain)
Andreas Karrer
2020-05-07 13:26:27 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Post by Roland Franzius
Post by H.-P. Schulz
Dahinter steht (m)eine Auffassung des *markierten* Duzens als mit
völlig anderer als der - von IKEA wohl erhofften - Assoziation von
Lockerheit, Familie, Offenheit usw., nämlich von Aufdringlichkeit,
Plumpvertraulichkeit, Kameraden- und Komplizenschaft.
Man kann das als aufdringlich empfinden und abblocken, oder als
freundlich uns sich darauf einlassen.
Post by H.-P. Schulz
Post by Roland Franzius
Daher müssen ja auch weltweit hunderte Millionen nach IKEA-Besuch zum
Therapeuten, um zum Siezen zurückzufinden.
Ich weiß nicht, ob IKEA dort, wo es (schrift)sprachlich überhaupt
möglich ist, auch in anderen Sprachen als Deutsch diese "Du"zpolitik
verfolgt.
Es ist nicht ganz einheitlich.

de/de: Du
at/de: Du
ch/de: zunächst Du, zwischen ca. 1990 und 2010 Sie, seither wieder Du.
ch/fr: Tu
fr/fr: Vous
ca/fr: Vous
be/fr: Vous
be/nl: Je (Du)
nl/nl: Je
ch/it: Tu
it/it: Tu
es/es: Tú

1973 wurde bei Zürich der erste Ikea ausserhalb Skandinaviens
eröffnet. Damals war es in Läden mit betont jungem Publikum (Platten,
Jeans, Head-Shop, Comics) ziemlich üblich, dass man geduzt wurde. An
den Unis duzten die "progressiven" Studenten die nocht progressiveren
Professoren¹. Es war also nicht ganz absonderlich, dass man sich bei
Ikea duzte. Dass man es, wie Ikea, systematisch macht und im Katalog
(der dann ja auch von älteren und Eltern gelesen wurde) thematisiert,
war allerdings neu.
Post by H.-P. Schulz
Aber zu IKEA fährt man ja wohl auch nicht, um Möbel zu kaufen, sondern
um ein "Erlebnis" zu haben. Und von Verkäufern geduzt zu werden ist
scheint's für viele auch schon sowas wie ein Erlebnis.
Du kannst getrost davon ausgehen, dass Ikea da nichts dem Zufall
überlässt. Die werden wissen, warum sie die Franzosen, Quebecois und
Belgier mit Vous ansprechen, aber die Französischschweizer mit Tu.

- Andi
Helmut Richter
2020-05-07 08:47:08 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
Dahinter steht (m)eine Auffassung des *markierten* Duzens als mit
völlig anderer als der - von IKEA wohl erhofften - Assoziation von
Lockerheit, Familie, Offenheit usw., nämlich von Aufdringlichkeit,
Plumpvertraulichkeit, Kameraden- und Komplizenschaft.
Was ist denn unmarkiertes Duzen? Duzen heißt: Verben mit Markierungen der
2. Person Singular (Endung, Pronomen) versehen. Und nu?
--
Helmut Richter
H.-P. Schulz
2020-05-07 09:51:55 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Was ist denn unmarkiertes Duzen?
Das hängt vom jeweiligen Kulturzusammenhang ab.
Auf hier&heute gewendet würde ich sagen, dass unmarkiertes Duzen für
folgende Umfelder gilt:

- ein Kleinkind ist beteiligt
- Familie
- unter Gleichgemachten (Einschließungsmilieus)
- Professionen, Gewerke - also unter einem höheren Zweck Gleiche
(Sonderfall einseitiges Duzen: Autorität zu Unmündigen (klassischer
Fall: Lehrkraft zu Schülern der Unter- und Mittelstufe)

wahrscheinlich noch weitere, die mir jetzt nicht einfallen.
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