Discussion:
jemand, die ...
(zu alt für eine Antwort)
Johannes Leckebusch
2021-07-21 21:37:02 UTC
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Lanz heute mehrfach zu/über Frauen: ... jemand, der (sie ist jemand, der).

Mein alter Duden: Kennt das anscheinend nur so, aber der online-Duden:

https://www.duden.de/rechtschreibung/jemand:

********************************
Beispiele

ich kenne jemand/jemanden, der schon dort gewesen ist
ich treffe mich heute mit jemand/jemandem, der das Hotel schon kennt
sie ist jemand, die/der nicht so schnell aufgibt
********************************

Hach!
--
Johannes Leckebusch - AR3

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https://foto.ungruen.de/index2.html
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Johannes Leckebusch
2021-07-21 21:54:02 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
Lanz heute mehrfach zu/über Frauen: ... jemand, der (sie ist jemand, der).
Übrigens in einer Runde, die ausschließlich aus vier Frauen besteht!

Der Presseclub hat seit einiger Zeit (weiß nicht, wie lange schon) immer
zwei Journalistinnen und zwei Journalisten als Gäste (Sonntag
ARD/Phoenix/WDR5, letztere mit einer Viertelstunde Publikumsanrufen, 12
Uhr).
Post by Johannes Leckebusch
********************************
Beispiele
ich kenne jemand/jemanden, der schon dort gewesen ist
ich treffe mich heute mit jemand/jemandem, der das Hotel schon kennt
sie ist jemand, die/der nicht so schnell aufgibt
********************************
Hach!
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Detlef Meißner
2021-07-22 07:30:41 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
Post by Johannes Leckebusch
Lanz heute mehrfach zu/über Frauen: ... jemand, der (sie ist jemand, der).
Übrigens in einer Runde, die ausschließlich aus vier Frauen besteht!
Das stört mich jetzt nicht. Hauptsache ist doch, dass sie was
Vernünftiges zu sagen haben. Ist bei Männern ja auch nicht zwingend der
Fall.

Detlef
Stefan Ram
2021-07-21 22:23:22 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
sie ist jemand, die/der nicht so schnell aufgibt
Den letzten Diskussionsverlauf mit dem Betreff "jemand, die ..."
hatten wir hier im April 2021.

"Jemand" bezieht sich auf eine beliebige unbestimmte Person,
aus /mhd./ "ieman", /ahd./ "ioman", "eoman", aus /ahd./ "io",
"eo" "immer" und "man" "Mann, Mensch".

Die Sexus-Genus-Übereinstimmung ("jemand, die") ist
umgangssprachlich möglich, aber schriftsprachlich selten.

Die Eingrenzung auf ein bestimmtes Geschlecht widerspricht
aber eigentlich der Bedeutung "eine beliebige unbestimmte
Person".

Dazu ist "Sie ist jemand, der nicht so schnell aufgibt."
stilistisch fragwürdig, aber umgangssprachlich zu Betonung
nicht unüblich. Es ist ja nur eine Aufblähung von "Sie gibt
nicht so schnell auf.". Was soll der Umweg über "jemand"
hier bringen?

Zum zweiten ist es durch seine Vagheit eher Teil einer Art
von Werbesprache als eine sachliche Beschreibung. Wenn der
Aufwand zum Erreichen eines Ziels größer wird als der Nutzen,
den das Erreichen jenes Ziels hätte, dann ist es vernünftig,
die Bemühungen einzustellen, also aufzugeben. Wer trotzdem
weitermacht, schadet damit vielleicht sich selbst und anderen.
Johannes Leckebusch
2021-07-21 22:54:00 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
Post by Johannes Leckebusch
sie ist jemand, die/der nicht so schnell aufgibt
Den letzten Diskussionsverlauf mit dem Betreff "jemand, die ..."
hatten wir hier im April 2021.
"Jemand" bezieht sich auf eine beliebige unbestimmte Person,
aus /mhd./ "ieman", /ahd./ "ioman", "eoman", aus /ahd./ "io",
"eo" "immer" und "man" "Mann, Mensch".
Die Sexus-Genus-Übereinstimmung ("jemand, die") ist
umgangssprachlich möglich, aber schriftsprachlich selten.
Die Eingrenzung auf ein bestimmtes Geschlecht widerspricht
aber eigentlich der Bedeutung "eine beliebige unbestimmte
Person".
In dem Fall wurde ja eine bestimmte Person angesprochen.
Post by Stefan Ram
Dazu ist "Sie ist jemand, der nicht so schnell aufgibt."
stilistisch fragwürdig, aber umgangssprachlich zu Betonung
nicht unüblich. Es ist ja nur eine Aufblähung von "Sie gibt
nicht so schnell auf.". Was soll der Umweg über "jemand"
hier bringen?
Ich fasse das so auf: Wenn man jemanden anspricht oder erwähnt und eine
Aussage macht wie "Sie mögen XY nicht/machen dies", wirkt das eventuell
wie: "Sie sind die einzige Person, die sich so verhält, dies bevorzugt
oder ablehnt". Die Wendung "Sie ... sind jemand, der/die dies und das"
besagt dagegen: "Sie gehören zu einer/der Gruppe von Leuten, die dies
oder das ablehnt oder mag ..."; drückt also aus, dass das keine
exklusive Haltung ist, sondern die einer Gruppe.
Post by Stefan Ram
Zum zweiten ist es durch seine Vagheit eher Teil einer Art
von Werbesprache als eine sachliche Beschreibung. Wenn der
Aufwand zum Erreichen eines Ziels größer wird als der Nutzen,
den das Erreichen jenes Ziels hätte, dann ist es vernünftig,
die Bemühungen einzustellen, also aufzugeben. Wer trotzdem
weitermacht, schadet damit vielleicht sich selbst und anderen.
Das verstehe ich nicht.
--
Johannes Leckebusch - AR3

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https://foto.ungruen.de/index2.html
https://flickr.com/photos/johannes_leckebusch/
Stefan Ram
2021-07-21 23:22:34 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
Post by Stefan Ram
Zum zweiten ist es durch seine Vagheit eher Teil einer Art
von Werbesprache als eine sachliche Beschreibung. Wenn der
Aufwand zum Erreichen eines Ziels größer wird als der Nutzen,
den das Erreichen jenes Ziels hätte, dann ist es vernünftig,
die Bemühungen einzustellen, also aufzugeben. Wer trotzdem
weitermacht, schadet damit vielleicht sich selbst und anderen.
Das verstehe ich nicht.
Zum Beispiel möchte sie gerne bei Pferdewetten gewinnen,
das erweist sich aber als schwierig und führt zunächst zu
Verlusten. Sie spricht von "Anfangsverlusten" und betrachtet
diese als Investitionen und gibt nicht auf, sondern wettet
weiter, da sie erwartet, durch die Übung beim Wetten immer
besser zu werden. Durch die sich daraus ergebenden Verluste
schadet sie aber nur sich selbst und ihrer Familie.

Das heißt: "Nicht so leicht aufgeben" ist in dieser
Allgemeinheit nicht unbedingt etwas Günstiges, da es sich,
falls es nicht weiter eingeschränkt ist, auch auf Fälle
bezieht, in denen man besser aufgeben sollte.
Stefan Ram
2021-07-22 00:28:22 UTC
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Post by Stefan Ram
Das heißt: "Nicht so leicht aufgeben" ist in dieser
Allgemeinheit nicht unbedingt etwas Günstiges, da es sich,
falls es nicht weiter eingeschränkt ist, auch auf Fälle
bezieht, in denen man besser aufgeben sollte.
Ein Lob (falls das beabsichtigt sein sollte) wäre es
eher, wenn man von jemandem sagen würde: "Er ist jemand,
der immer weiß, wann es richtig ist, aufzugeben, und wann,
weiterzumachen."

PS: Oben habe ich die folgende Regel angewendet:

|Ein Komma steht jedoch, wenn der reine Infinitiv mit "zu"
|als Subjekt [Satzgegenstand] dem Prädikat [der Satzaussage]
|folgt:
|"Seine Absicht war, zu gewinnen."«.

Bin mir aber nicht sicher, ob die Regel oben paßt.
Bertel Lund Hansen
2021-07-22 09:57:11 UTC
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Post by Stefan Ram
Dazu ist "Sie ist jemand, der nicht so schnell aufgibt."
stilistisch fragwürdig, aber umgangssprachlich zu Betonung
nicht unüblich. Es ist ja nur eine Aufblähung von "Sie gibt
nicht so schnell auf.". Was soll der Umweg über "jemand"
hier bringen?
Gute Frage.
Post by Stefan Ram
Zum zweiten ist es durch seine Vagheit eher Teil einer Art
von Werbesprache als eine sachliche Beschreibung. Wenn der
Aufwand zum Erreichen eines Ziels größer wird als der Nutzen,
den das Erreichen jenes Ziels hätte, dann ist es vernünftig,
die Bemühungen einzustellen, also aufzugeben. Wer trotzdem
weitermacht, schadet damit vielleicht sich selbst und anderen.
So sehe ich die Aussage nicht. Da hätte "nie aufgibt" stehen sollen.
"Nicht so schnell" schliest nicht aus, das die Person erwägt, was am
besten ist.
--
Bertel
Heinrich Pfeifer
2021-07-23 07:56:21 UTC
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Post by Johannes Leckebusch
Lanz heute mehrfach zu/über Frauen: ... jemand, der (sie ist jemand, der).
Da sind wir Alemannischsprecher mal im Vorteil. Wir sagen genderneutral:

Jemand, wo
--
Heinrich
mail: new<at>pfei.eu
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