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Quasselstrippe
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Stefan Schmitz
2019-04-12 20:54:33 UTC
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Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
Gunhild Simon
2019-04-12 21:18:33 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
Gunhild Simon
2019-04-12 21:33:30 UTC
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Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt.
die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
Ich verstehe darunter ein endloses, ununterbrochenes
Band .
Oder man charakterisiert mit der Strippe das
Pausenlose des Redeergusses: "ohne Punkt und Komma".

Gruß
Gunhild
Heinz Lohmann
2019-04-13 02:28:28 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
Da sieht Küpper umgekehrt:
1. Fernsprechleitung, Fernsprecher. -> Strippe. Seit dem späten 19. Jh.
2. Vielschwätzer(in). Gegen Ende des 19. Jhs aufgekommen, ursprünglich
mit Anspielung auf die Redseligkeit, die mancher am Telefon entwickelt.

Klingt einleuchtend. Beide Ausdrücke scheinen sich demnach nahezu
gleichzeitig entwickelt haben.

PS: Sagt man beim Handy auch noch auflegen, wenn man ein Gespräch beendet?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Manfred Hoß
2019-04-13 06:21:40 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
1. Fernsprechleitung, Fernsprecher. -> Strippe. Seit dem späten 19. Jh.
2. Vielschwätzer(in). Gegen Ende des 19. Jhs aufgekommen, ursprünglich
mit Anspielung auf die Redseligkeit, die mancher am Telefon entwickelt.
Klingt einleuchtend. Beide Ausdrücke scheinen sich demnach nahezu
gleichzeitig entwickelt haben.
Das "Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten" sieht das ebenso:

"Strippe
[...]
Die Strippe ist im Berlinerischen auch eine Bezeichnung für den
Telefondraht, was sich bei Redensarten zeigt, die erst im 20. Jahrhundert
aufgekommen sind: /sich an die Strippe hängen/: anfangen zu telefonieren,
verschiedene Personen nacheinander anzurufen suchen.
/Jemanden an die Strippe kriegen/: mit der gewünschten Person am
Telefon sprechen können, den Anschluß erreichen.
Im Zusammenhang damit steht die Wendung /Eine Quasselstrippe sein/:
endlose Gespräche führen, sehr redselig sein."
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Strippe. Lexikon der
sprichwörtlichen Redensarten, S. 6342f.
(vgl. Röhrich-LdspR Bd. 5, S. 1575) (c) Verlag Herder]

Gruß
Manfred.
U***@web.de
2019-04-13 07:48:46 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
1. Fernsprechleitung, Fernsprecher. -> Strippe. Seit dem späten 19. Jh.
2. Vielschwätzer(in). Gegen Ende des 19. Jhs aufgekommen, ursprünglich
mit Anspielung auf die Redseligkeit, die mancher am Telefon entwickelt.
Klingt einleuchtend. Beide Ausdrücke scheinen sich demnach nahezu
gleichzeitig entwickelt haben.
PS: Sagt man beim Handy auch noch auflegen, wenn man ein Gespräch beendet?
Allerdings.

Auch können Anrufbeantworter abheben, obgleich sie den Telefonhörer
nicht bewegen.

Gruß, ULF
Frank Hucklenbroich
2019-04-13 14:00:39 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
1. Fernsprechleitung, Fernsprecher. -> Strippe. Seit dem späten 19. Jh.
2. Vielschwätzer(in). Gegen Ende des 19. Jhs aufgekommen, ursprünglich
mit Anspielung auf die Redseligkeit, die mancher am Telefon entwickelt.
Klingt einleuchtend. Beide Ausdrücke scheinen sich demnach nahezu
gleichzeitig entwickelt haben.
PS: Sagt man beim Handy auch noch auflegen, wenn man ein Gespräch beendet?
Allerdings.
Auch können Anrufbeantworter abheben, obgleich sie den Telefonhörer
nicht bewegen.
Ich ertappe mich auch noch dabei, daß ich sage "Ich habe ihm auf Band
gesprochen", wenn es eigentlich eine Mailbox war.

Grüße,

Frank (der vor 25 Jahren noch einen AB mit Mini-Cassetten drin hatte)
Ralf Joerres
2019-04-14 08:20:58 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
1. Fernsprechleitung, Fernsprecher. -> Strippe. Seit dem späten 19. Jh.
2. Vielschwätzer(in). Gegen Ende des 19. Jhs aufgekommen, ursprünglich
mit Anspielung auf die Redseligkeit, die mancher am Telefon entwickelt.
Klingt einleuchtend. Beide Ausdrücke scheinen sich demnach nahezu
gleichzeitig entwickelt haben.
PS: Sagt man beim Handy auch noch auflegen, wenn man ein Gespräch beendet?
Allerdings.
Auch können Anrufbeantworter abheben, obgleich sie den Telefonhörer
nicht bewegen.
Ich ertappe mich auch noch dabei, daß ich sage "Ich habe ihm auf Band
gesprochen", wenn es eigentlich eine Mailbox war.
Wobei die Mailbox ja auch kein Posteingangsserver für Mailbetrieb ist,
sondern so etwas wie ein webbasierter Anrufbeantworter. Wieso man für
den Sprachnachrichtendienst von Handynummern 'Mailbox' sagt, hat mir
nie eingeleuchtet, aber von Anfang an nannten die sich glaube ich so.
Ich war allerdings erst spät ins Handywesen eingestiegen und mit dem
Smartphone habe ich mich bis jetzt nicht wirklich anfreunden können.
In der Frühphase des Internets, genauer: in der Vor-Internet-Ära, gab es
ein Mailbox-System per DFÜ, das ich nie bewusst kennengelernt hatte:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mailbox_(Computer)

Das hatte, soweit ich den Artikel überflugsweise verstanden habe, mit
E-Mails nichts zu tun.

Die 'Haltbarkeit' solcher technischen Begriffe ist begrenzt, sie verschwinden
mitsamt der Technik mit der Zeit aus dem Wortschatz. 'Gas geben' wird sich
wahrscheinlich noch lange halten. Die besten Chancen haben bildhafte Wendungen.
Z.B. wird 'jemanden sticht der Hafer' wohl auch noch die nächsten 100 Jahre
in seiner Nische überdauern, obwohl schon heute kaum jemand sich selbst
erklären können dürfte, woher diese Redeweise stammt.

Gruß Ralf Joerres
Heinz Lohmann
2019-04-14 12:09:20 UTC
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Post by Ralf Joerres
Die 'Haltbarkeit' solcher technischen Begriffe ist begrenzt, sie verschwinden
mitsamt der Technik mit der Zeit aus dem Wortschatz. 'Gas geben' wird sich
wahrscheinlich noch lange halten. Die besten Chancen haben bildhafte Wendungen.
Z.B. wird 'jemanden sticht der Hafer' wohl auch noch die nächsten 100 Jahre
in seiner Nische überdauern, obwohl schon heute kaum jemand sich selbst
erklären können dürfte, woher diese Redeweise stammt.
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Detlef Meißner
2019-04-14 12:17:53 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Ralf Joerres
Die 'Haltbarkeit' solcher technischen Begriffe ist begrenzt, sie verschwinden
mitsamt der Technik mit der Zeit aus dem Wortschatz. 'Gas geben' wird sich
wahrscheinlich noch lange halten. Die besten Chancen haben bildhafte Wendungen.
Z.B. wird 'jemanden sticht der Hafer' wohl auch noch die nächsten 100 Jahre
in seiner Nische überdauern, obwohl schon heute kaum jemand sich selbst
erklären können dürfte, woher diese Redeweise stammt.
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
"Er fährt mit einem Affenzahn."

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Ralf Joerres
2019-04-14 15:51:03 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralf Joerres
Die 'Haltbarkeit' solcher technischen Begriffe ist begrenzt, sie verschwinden
mitsamt der Technik mit der Zeit aus dem Wortschatz. 'Gas geben' wird sich
wahrscheinlich noch lange halten. Die besten Chancen haben bildhafte Wendungen.
Z.B. wird 'jemanden sticht der Hafer' wohl auch noch die nächsten 100 Jahre
in seiner Nische überdauern, obwohl schon heute kaum jemand sich selbst
erklären können dürfte, woher diese Redeweise stammt.
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
"Er fährt mit einem Affenzahn."
Da dachte ich erst: Wie, gibt's auch Affen-Zahnräder? Aber dann fiel mir die
'affenartige Geschwindigkeit' ein. 'Zahn' ist dann einfach 'Tempo': '... der
hatte einen Zahn drauf...'

Ralf Joerres
Detlef Meißner
2019-04-14 16:03:27 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by Detlef Meißner
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralf Joerres
Die 'Haltbarkeit' solcher technischen Begriffe ist begrenzt, sie verschwinden
mitsamt der Technik mit der Zeit aus dem Wortschatz. 'Gas geben' wird sich
wahrscheinlich noch lange halten. Die besten Chancen haben bildhafte Wendungen.
Z.B. wird 'jemanden sticht der Hafer' wohl auch noch die nächsten 100
Jahre in seiner Nische überdauern, obwohl schon heute kaum jemand sich
selbst erklären können dürfte, woher diese Redeweise stammt.
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
"Er fährt mit einem Affenzahn."
Da dachte ich erst: Wie, gibt's auch Affen-Zahnräder? Aber dann fiel mir die
'affenartige Geschwindigkeit' ein. 'Zahn' ist dann einfach 'Tempo': '... der
hatte einen Zahn drauf...'
Oder: "Er hatte einen Affenzahn drauf."
Ohne Kontext schwer zu verstehen.

Allerdings hat wohl "Zahn zulegen" ursprünglich nichts mit Zahnrädern
bzw. Getriebe zu tun.
https://www.sprichwoerter-redewendungen.de/redewendungen/einen-zahn-zulegen/

Und jetzt noch ein Witz:
„Herr Ober, in meiner Suppe liegt ja ein Zahn!“
„Aber sie sagten doch, ich sollte einen Zahn zulegen!“

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Ralf Joerres
2019-04-14 16:38:34 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Post by Detlef Meißner
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralf Joerres
Die 'Haltbarkeit' solcher technischen Begriffe ist begrenzt, sie verschwinden
mitsamt der Technik mit der Zeit aus dem Wortschatz. 'Gas geben' wird sich
wahrscheinlich noch lange halten. Die besten Chancen haben bildhafte Wendungen.
Z.B. wird 'jemanden sticht der Hafer' wohl auch noch die nächsten 100
Jahre in seiner Nische überdauern, obwohl schon heute kaum jemand sich
selbst erklären können dürfte, woher diese Redeweise stammt.
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
"Er fährt mit einem Affenzahn."
Da dachte ich erst: Wie, gibt's auch Affen-Zahnräder? Aber dann fiel mir die
'affenartige Geschwindigkeit' ein. 'Zahn' ist dann einfach 'Tempo': '... der
hatte einen Zahn drauf...'
Oder: "Er hatte einen Affenzahn drauf."
Ohne Kontext schwer zu verstehen.
Allerdings hat wohl "Zahn zulegen" ursprünglich nichts mit Zahnrädern
bzw. Getriebe zu tun.
https://www.sprichwoerter-redewendungen.de/redewendungen/einen-zahn-zulegen/
Kann sein, kann nicht sein, Redensarten-Index nennt diese Deutung falsch.
Ältere Google-Books-Funde aus Google Ngram Viewer beziehen sich auf die
Zahnheilkunde. Zwischen 1874 und 1957 keine Funde, dann aber geht's dort
steil bergauf mit den Trefferzahlen. Die Geschichte mit den 'Kräueln' in
Deinem Link kann trotzdem zutreffen, bei älteren Redewendungen ist das
kaum sicher zu bestimmen. Vielleicht gibt's ja eine Fundstelle im DWB unter
'zulegen'. Das 'zulegen' in der Kräuel-Deutung wundert mich allerdings,
'zugeben' hätte ich nachvollziehen können, aber wieso '-legen'? Ich weiß
aber nicht, wie die ganze technische Apparatur mit diesem Topf-Gehänge
beschaffen war bzw. wie das Hoch- und Runterstellen bewerkstelligt wurde.
Vielleicht gab's da ne Ratsche, die so beschaffen war, dass 'zulegen'
passen würde.

Ralf Joerres
Manfred Hoß
2019-04-15 05:58:54 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by Detlef Meißner
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralf Joerres
Die 'Haltbarkeit' solcher technischen Begriffe ist begrenzt, sie verschwinden
mitsamt der Technik mit der Zeit aus dem Wortschatz. 'Gas geben' wird sich
wahrscheinlich noch lange halten. Die besten Chancen haben bildhafte Wendungen.
Z.B. wird 'jemanden sticht der Hafer' wohl auch noch die nächsten 100 Jahre
in seiner Nische überdauern, obwohl schon heute kaum jemand sich selbst
erklären können dürfte, woher diese Redeweise stammt.
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
"Er fährt mit einem Affenzahn."
Da dachte ich erst: Wie, gibt's auch Affen-Zahnräder? Aber dann fiel mir die
'affenartige Geschwindigkeit' ein. 'Zahn' ist dann einfach 'Tempo': '... der
hatte einen Zahn drauf...'
"Affenzahn" kenne ich seit meiner frühesten Jugend, daher denke ich sofort
an hohe Geschwindigkeit.

Gruß
Manfred.
Jakob Achterndiek
2019-04-14 12:27:34 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
Der ist ja auch gerade WEGEN der neuen Technik arg mißverständlich:
Meint der flotte Bicyclista da die Zahnräder auf der Rad-Achse oder
die auf der Tret-Achse?
--
j/\a
Thomas Schade
2019-04-14 12:44:28 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
Meint der flotte Bicyclista da die Zahnräder auf der Rad-Achse oder
die auf der Tret-Achse?
Ich bin alles andere als bewandert in Bezug aufs Radlfahren, aber rein
ingenieursmäßig sind in den höheren Gängen am Kettenblatt mehr Zähne, am
Ritzel hingegen weniger angeordnet. Technisch macht nur das Sinn.


Ciao
Toscha
--
Ich weiß nicht, wieso ich euch so hasse, Fahrradfahrer dieser Stadt.
[Tocotronic: Freiburg]
Ralf Joerres
2019-04-14 15:55:08 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Der Ausdruck "einen Zahn zulegen" hat sich auch gehalten, trotz neuerer
Technologie.
Meint der flotte Bicyclista da die Zahnräder auf der Rad-Achse oder
die auf der Tret-Achse?
Denkt keiner drüber nach. Kettenschaltungen sind bei Velos wie Du ja
richtig bemerkst erst in neuerer Zeit wirklich populär, den Ausdruck gibt's
aber schon lang, der dürfte zwar aus der Getriebe-Welt stammen, aber nicht
unbedingt vom Fahrrad...

Ralf Joerres
Quinn C
2019-04-14 18:19:22 UTC
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Post by Ralf Joerres
Kettenschaltungen sind bei Velos wie Du ja
richtig bemerkst erst in neuerer Zeit wirklich populär,
Wie bitte?
--
selbstheiligen und vom himmel dünkelheilige gefallene gugelfritzen
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Markus Ermert
2019-04-16 09:17:06 UTC
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Post by Ralf Joerres
Wobei die Mailbox ja auch kein Posteingangsserver für Mailbetrieb ist,
sondern so etwas wie ein webbasierter Anrufbeantworter. Wieso man für
den Sprachnachrichtendienst von Handynummern 'Mailbox' sagt, hat mir
nie eingeleuchtet,
Mailbox heißt Briefkasten. Also ein Behälter, der Nachrichten zwecks
späterer Abholung sammelt. Daher ist das ziemlich einleuchtend.

Nichteinleuchtend ist hingegen, warum man im Deutschen Mailbox nannte, was
im Englischen „Schwarzes-Brett-System“ hieß.

Es ist wohl so, dass den meisten die deutsche Ursprungsbedeutung von
„Mailbox“ nicht bewusst ist.
Hartmut Kraus
2019-04-14 21:39:02 UTC
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Post by U***@web.de
Auch können Anrufbeantworter abheben, obgleich sie den Telefonhörer
nicht bewegen.
Nur Anrufe /beantworten/ können sie bis heute nicht.
Stefan Schmitz
2019-04-13 13:41:42 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
1. Fernsprechleitung, Fernsprecher. -> Strippe. Seit dem späten 19. Jh.
2. Vielschwätzer(in). Gegen Ende des 19. Jhs aufgekommen, ursprünglich
mit Anspielung auf die Redseligkeit, die mancher am Telefon entwickelt.
Danke. Da sieht man mal wieder, wie irreführend aktuelle Wörterbucheinträge
sein können.
René Marquardt
2019-04-13 13:57:13 UTC
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Post by Heinz Lohmann
PS: Sagt man beim Handy auch noch auflegen, wenn man ein Gespräch beendet?
Ich schon, bzw. "hanging up", aber aber macht man immer noch die Geste
mit Faust, Daumen und kleinem Finger am Ohr um "Telefon!" anzuzeigen,
oder tut man heute so, als ob man in ein Knaeckebrot beisst?
Bertel Lund Hansen
2019-04-13 15:14:28 UTC
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Post by René Marquardt
Ich schon, bzw. "hanging up", aber aber macht man immer noch die Geste
mit Faust, Daumen und kleinem Finger am Ohr um "Telefon!" anzuzeigen,
Diese Geste passt ganz gut zu einem Handy, das auch Lautsprecher
und Mikrofon enthält.
--
/Bertel - aus Dänemark
René Marquardt
2019-04-13 21:39:45 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by René Marquardt
Ich schon, bzw. "hanging up", aber aber macht man immer noch die Geste
mit Faust, Daumen und kleinem Finger am Ohr um "Telefon!" anzuzeigen,
Diese Geste passt ganz gut zu einem Handy, das auch Lautsprecher
und Mikrofon enthält.
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Stephan Seitz
2019-04-13 21:47:02 UTC
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Post by René Marquardt
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Ja, das sieht immer so aus, als ob sie in ein Knäckebrot beißen
wollen.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@fsing.rootsland.net |
| Public Keys: http://fsing.rootsland.net/~stse/keys.html |
René Marquardt
2019-04-13 21:56:19 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by René Marquardt
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Ja, das sieht immer so aus, als ob sie in ein Knäckebrot beißen
wollen.
Ach?

https://groups.google.com/d/msg/de.etc.sprache.deutsch/ZptnKWFxQ7E/2EaBg1lGBQAJ
Christina Kunze
2019-04-14 04:34:21 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
Post by René Marquardt
Ich schon, bzw. "hanging up", aber aber macht man immer noch die Geste
mit Faust, Daumen und kleinem Finger am Ohr um "Telefon!" anzuzeigen,
Diese Geste passt ganz gut zu einem Handy, das auch Lautsprecher
und Mikrofon enthält.
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Nur die, bei denen der Kopfhörer schon angewachsen ist, oder?
Ich telefoniere auch mit dem Smartphone meistens ohne Headset und muss
es deshalb fast wie einen klassischen Telefonhörer ans Ohr halten, um
was zu hören.

chr
Bertel Lund Hansen
2019-04-14 09:18:09 UTC
Antworten
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Post by Christina Kunze
Nur die, bei denen der Kopfhörer schon angewachsen ist, oder?
Natürlich. Ich dachte nicht daran.
--
/Bertel - aus Dänemark
Bertel Lund Hansen
2019-04-14 09:17:18 UTC
Antworten
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Post by René Marquardt
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Ich sehe wenige sehr junge Leute ein Handy benutzen. Meine
Töchter (40+ Jahre alt) halten ihr Handy wie ich. Nur wenn andere
Leute mithören können sollen, halten sie es anders.
--
/Bertel - aus Dänemark
Stefan Schmitz
2019-04-14 19:43:20 UTC
Antworten
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Post by René Marquardt
Post by Bertel Lund Hansen
Post by René Marquardt
Ich schon, bzw. "hanging up", aber aber macht man immer noch die Geste
mit Faust, Daumen und kleinem Finger am Ohr um "Telefon!" anzuzeigen,
Diese Geste passt ganz gut zu einem Handy, das auch Lautsprecher
und Mikrofon enthält.
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Zum bloßen Telefonieren?
Das ist doch eher die Ausnahmesituation, wenn man den Lautsprecher eingestellt
hat und den Gesprächspartner sehen will.
Ansonsten sehe ich die meisten jungen Telefonierer scheinbar in Selbstgespräche vertieft.
Martin Udelhoven
2019-04-15 10:40:16 UTC
Antworten
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Post by Stefan Schmitz
Post by René Marquardt
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Zum bloßen Telefonieren?
So ist es.
Es wir meiner Erfahrung vornehmlich von jungen Frauen ab dem
Teenager-Alter genau so gemacht. Ich habe mich noch nicht getraut, eine
davon nach dem Grund zu fragen, man möchte ja kein Gespräch
unterbrechen.
Post by Stefan Schmitz
Das ist doch eher die Ausnahmesituation, wenn man den Lautsprecher eingestellt
hat und den Gesprächspartner sehen will.
Nein, es wird nur der Lautsprecher eingeschaltet, keine
Gesichtsübertragung.

Martin
Stefan Schmitz
2019-04-15 17:58:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Udelhoven
Post by Stefan Schmitz
Post by René Marquardt
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Zum bloßen Telefonieren?
So ist es.
Es wir meiner Erfahrung vornehmlich von jungen Frauen ab dem
Teenager-Alter genau so gemacht. Ich habe mich noch nicht getraut, eine
davon nach dem Grund zu fragen, man möchte ja kein Gespräch
unterbrechen.
An Teenager hatte ich nicht gedacht, sondern an Studenten.
Post by Martin Udelhoven
Post by Stefan Schmitz
Das ist doch eher die Ausnahmesituation, wenn man den Lautsprecher eingestellt
hat und den Gesprächspartner sehen will.
Nein, es wird nur der Lautsprecher eingeschaltet, keine
Gesichtsübertragung.
Dann nehme ich an, dass die nie gelernt haben, dass man sich das Ding zum
Sprechen ans Ohr halten kann. Wie auch, wenn es fast ausschließlich zum
Wischen auf dem Display verwendet wird?
Oder die müssen während des Telefonats weiter rumwischen.
Klaus Dahlwitz
2019-04-15 18:56:00 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Dann nehme ich an, dass die nie gelernt haben, dass man sich das Ding zum
Sprechen ans Ohr halten kann.
Sprechen mit dem Ohr?

Klaus, der mit einem W48 Telefonieren gelernt hat
Hartmut Kraus
2019-04-15 19:09:44 UTC
Antworten
Permalink
Post by Klaus Dahlwitz
Post by Stefan Schmitz
Dann nehme ich an, dass die nie gelernt haben, dass man sich das Ding zum
Sprechen ans Ohr halten kann.
Sprechen mit dem Ohr?
Ja und? Wenn schon die Nase läuft und die Füße riechen? ;)
René Marquardt
2019-04-15 22:01:07 UTC
Antworten
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Post by Stefan Schmitz
Post by Martin Udelhoven
Post by Stefan Schmitz
Post by René Marquardt
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Zum bloßen Telefonieren?
So ist es.
Es wir meiner Erfahrung vornehmlich von jungen Frauen ab dem
Teenager-Alter genau so gemacht. Ich habe mich noch nicht getraut, eine
davon nach dem Grund zu fragen, man möchte ja kein Gespräch
unterbrechen.
An Teenager hatte ich nicht gedacht, sondern an Studenten.
Alles unter 30 sind Milchbaerte und Jungspunde.
Post by Stefan Schmitz
Dann nehme ich an, dass die nie gelernt haben, dass man sich das Ding zum
Sprechen ans Ohr halten kann. Wie auch, wenn es fast ausschließlich zum
Wischen auf dem Display verwendet wird?
Oder die müssen während des Telefonats weiter rumwischen.
Manchmal muss man eben mal ins Adressbuch gucken, oder ins Postfach.
Quinn C
2019-04-16 23:05:52 UTC
Antworten
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Stefan Schmitz
Post by Martin Udelhoven
Post by Stefan Schmitz
Post by René Marquardt
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Zum bloßen Telefonieren?
So ist es.
Es wir meiner Erfahrung vornehmlich von jungen Frauen ab dem
Teenager-Alter genau so gemacht. Ich habe mich noch nicht getraut, eine
davon nach dem Grund zu fragen, man möchte ja kein Gespräch
unterbrechen.
An Teenager hatte ich nicht gedacht, sondern an Studenten.
Alles unter 30 sind Milchbaerte und Jungspunde.
ACK. Ich finde es mittlerweile schwierig, durch bloßes Ansehen zu
beurteilen, ob jemand 16 oder 22 ist. Als ich selber in dem Alter war,
war das nicht so.
--
die gugelmänner schleppen leichen, kranke LILIENCRON
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
René Marquardt
2019-04-17 00:18:25 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Post by René Marquardt
Post by Stefan Schmitz
Post by Martin Udelhoven
Post by Stefan Schmitz
Post by René Marquardt
Mir durchaus bekannt, aber die Generation, fuer die es Smartphones
gegeben hat, seit sie mehr oder weniger denken koennen, halten sich
das Handy nun mal nicht ans Ohr, sondern flach vor den Mund.
Zum bloßen Telefonieren?
So ist es.
Es wir meiner Erfahrung vornehmlich von jungen Frauen ab dem
Teenager-Alter genau so gemacht. Ich habe mich noch nicht getraut, eine
davon nach dem Grund zu fragen, man möchte ja kein Gespräch
unterbrechen.
An Teenager hatte ich nicht gedacht, sondern an Studenten.
Alles unter 30 sind Milchbaerte und Jungspunde.
ACK. Ich finde es mittlerweile schwierig, durch bloßes Ansehen zu
beurteilen, ob jemand 16 oder 22 ist.
Wenn man genau hinguckt, und die Zeichen zu deuten weiss, geht das schon.
Es hilft, ne dunkle Sonnenbrille aufzuhaben, dass keiner weiss, wo ich
genau hingucke. Und mein verbissener Blick ist nur deswegen so, weil ich
mir staendig "damn, NOICE!" verkneife.
Post by Quinn C
Als ich selber in dem Alter war, war das nicht so.
Damals[tm] war alles ueber 25 greisenhaft. Die jungschen Lehrerinnen,
die wir damals hatten und mir damals so uralt vorkamen, die taeten
heute einem eher einen Sitzplatz in der Bahn anbieten, statt sich von mir
#`%${%&`+'${`%&NO CARRIER

Ralf Joerres
2019-04-14 07:42:08 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Eine Quasselstrippe ist jemand, der viel quasselt. Aber wie kommt die Strippe
in das Wort?
Als Scherzausdruck für das Telefon, das natürlich eine Strippe hat, scheint es später entstanden zu sein.
1. Fernsprechleitung, Fernsprecher. -> Strippe. Seit dem späten 19. Jh.
2. Vielschwätzer(in). Gegen Ende des 19. Jhs aufgekommen, ursprünglich
mit Anspielung auf die Redseligkeit, die mancher am Telefon entwickelt.
Klingt einleuchtend. Beide Ausdrücke scheinen sich demnach nahezu
gleichzeitig entwickelt haben.
PS: Sagt man beim Handy auch noch auflegen, wenn man ein Gespräch beendet?
Die Älteren sagen das sicherlich, und auch 'Wasser aufsetzen' für beliebige
Arten des Wasserkochens, auch dann, wenn sie nicht mehr einen Kessel auf
den Herd stellen. Ich frag mich, ob die Jüngeren fürs 'Auflegen' einen anderen
Ausdruck haben, sie werden das kaum 'ein Gespräch beenden' nennen. Immerhin
hat uns das Handyzeitalter den Ausdruck 'jemanden / einen Anruf wegdrücken'
beschert, das gab's beim Strippen-Telefon so noch nicht, da musste man kurz
den 'Hörer' abheben und gleich wieder auf die 'Gabel' fallen lassen, resp.
mit Schmackes draufknallen.

Gruß Ralf Joerres
U***@web.de
2019-04-14 10:36:35 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by Heinz Lohmann
PS: Sagt man beim Handy auch noch auflegen, wenn man ein Gespräch beendet?
Die Älteren sagen das sicherlich,
Was würdest Du Dir und den Jüngeren anempfehlen?
Post by Ralf Joerres
und auch 'Wasser aufsetzen' für beliebige
Arten des Wasserkochens, auch dann, wenn sie nicht mehr einen Kessel auf
den Herd stellen.
Sie löschen auch gerne das flammenlose Licht durch Betätigen
eines elektrischen Schalters.

Gruß, ULF
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