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Alumni
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Matthias Opatz
2018-09-28 10:14:38 UTC
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Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?). Wie hieß das vorher, oder hatte das keinen griffigen deutschen
Namen? Hätte jemand einen vorzuschlagen?

Matthias,
auch ein Alumnus (würde das aber in freier Wildbahn nie so sagen)
Beate Goebel
2018-09-28 11:23:25 UTC
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Matthias Opatz schrieb am 28 Sep 2018
Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von
Bildungseinrichtungen (eher höhere, wie Unis, Fachschulen,
Gymnasien) hat sich der Begriff Alumni ausgebreitet. Das ist nach
meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20 Jahre?).
Kenne ich von Universitäten schon seit 40 Jahren. Und wurde zumindest
in dem Umfeld schon immer so genannt, seit dem Mittelalter, Latein
eben.

Beate
--
Re: Heise-Foren als Group ins Usenet...
"ger.ct existiert :)
(Die Poster dort sind aber noch trolliger als hier. Eine Bande gestörter
Kampfdackel.)" [Kar98myNRA.com im Heise-Forum]
Roland Franzius
2018-09-28 14:17:40 UTC
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Post by Beate Goebel
Matthias Opatz schrieb am 28 Sep 2018
Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von
Bildungseinrichtungen (eher höhere, wie Unis, Fachschulen,
Gymnasien) hat sich der Begriff Alumni ausgebreitet. Das ist nach
meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20 Jahre?).
Kenne ich von Universitäten schon seit 40 Jahren. Und wurde zumindest
in dem Umfeld schon immer so genannt, seit dem Mittelalter, Latein
eben.
Hat hier aber keine Rolle gespielt. Mit der Einführung von
Privatuniversitäten hierzulande hat man dann auch hier die
amerikanischen Sitten einzuführen versucht, bei denen die Alumni
professionell gepflegt, geehrt und lebenslang finanziell gemolken werden.
--
Roland Franzius
René Marquardt
2018-09-28 14:46:01 UTC
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Post by Roland Franzius
Hat hier aber keine Rolle gespielt. Mit der Einführung von
Privatuniversitäten hierzulande hat man dann auch hier die
amerikanischen Sitten einzuführen versucht, bei denen die Alumni
professionell gepflegt, geehrt und lebenslang finanziell gemolken werden.
Ich hatte mal ein Verhältnis mit der "Vizepräsidentin für Alumni-
Beziehungen" einer texanischen Baptistenuniversität. Der ihr Job
war es, die Leute zu kontaktieren, ihnen Einzel- und Dauerspenden
aus dem Kreuz zu leiern, Treffen zu organisieren und Broschüren
zusammenzustellen, wo den Spendern vor Auge geführt wurde,
wie toll man ihr Geld in die Zukunft investiere.

Man kann sich dem Zirkus aber auch leicht entziehen, wenn man will.
Der Vorteil, in Alumni-Netzwerken aktiv zu sein, nun ja, früher nannte
man das "Seilschaften". Durchaus nützlich für den Karrieregeilen
und fürs Image. Macht sich doch toll in den Nachrichten, wenn
berichtet wird "Erfinder von Technologie X und Absolvent von Uni N
spendet $5 Millionen in bar an seine alte Schule, zur freien Verwendung."
Dem seine dusselige Tochter war so fett, die wollte immer reiten gehen,
und die armen Gäule mussten hinterher zum Chiropraktiker.
Quinn C
2018-09-29 01:58:44 UTC
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Post by René Marquardt
Man kann sich dem Zirkus aber auch leicht entziehen, wenn man will.
Der Vorteil, in Alumni-Netzwerken aktiv zu sein, nun ja, früher nannte
man das "Seilschaften". Durchaus nützlich für den Karrieregeilen
und fürs Image.
Seilschaften verorte ich in Burschenschaften, nicht unter X-beliebigen
Abgeschlossenen.
--
gugelgans, f., alberne gans, schelte:
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Christina Kunze
2018-09-29 04:26:12 UTC
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Post by Quinn C
Post by René Marquardt
Man kann sich dem Zirkus aber auch leicht entziehen, wenn man will.
Der Vorteil, in Alumni-Netzwerken aktiv zu sein, nun ja, früher nannte
man das "Seilschaften". Durchaus nützlich für den Karrieregeilen
und fürs Image.
Seilschaften verorte ich in Burschenschaften, nicht unter X-beliebigen
Abgeschlossenen.
Für mein Sprachgefühl kann es Seilschaften überall geben, wo Leute auf
nichtverwandtschaftlicher Basis sich gegenseitig unterstützen^Wbevorteilen.
(Beispielsweise bei ehemaligen Kollegen, die aus Gründen
gesellschaftlichen Wandels nicht mehr im selben Ministerium arbeiten usw.)

chr
Quinn C
2018-10-01 01:44:20 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Quinn C
Post by René Marquardt
Man kann sich dem Zirkus aber auch leicht entziehen, wenn man will.
Der Vorteil, in Alumni-Netzwerken aktiv zu sein, nun ja, früher nannte
man das "Seilschaften". Durchaus nützlich für den Karrieregeilen
und fürs Image.
Seilschaften verorte ich in Burschenschaften, nicht unter X-beliebigen
Abgeschlossenen.
Für mein Sprachgefühl kann es Seilschaften überall geben, wo Leute auf
nichtverwandtschaftlicher Basis sich gegenseitig unterstützen^Wbevorteilen.
(Beispielsweise bei ehemaligen Kollegen, die aus Gründen
gesellschaftlichen Wandels nicht mehr im selben Ministerium arbeiten usw.)
Schon, schon, es ging mir jetzt nur darum, wo sie unter Studenten
entstehen.

Ich habe aber schon von Arbeitgebern gehört, die Absolventen ihrer
eigenen Universität wohlwollender betrachten. Das ist an sich noch
keine Seilschaft, weil zunächst einseitig, kann aber nachträglich zu
einer werden.
--
gugelfranz, m., spöttische bezeichnung eines mönchs
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Beate Goebel
2018-09-28 14:40:10 UTC
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Roland Franzius schrieb am 28 Sep 2018
Post by Roland Franzius
Post by Beate Goebel
Kenne ich von Universitäten schon seit 40 Jahren. Und wurde
zumindest in dem Umfeld schon immer so genannt, seit dem
Mittelalter, Latein eben.
Hat hier aber keine Rolle gespielt. Mit der Einführung von
Privatuniversitäten hierzulande hat man dann auch hier die
amerikanischen Sitten einzuführen versucht, bei denen die Alumni
professionell gepflegt, geehrt und lebenslang finanziell gemolken werden.
Was haben die "amerikanischen" Sitten jetzt mit dem Sprachgebrauch zu
tun? Latein ist universell und nur weil die Amis etwas benutzen, heißt
das nicht, dass es amerikanisch ist.
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der Verein der
Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts". Sehr amerikanisch.

Beate
--
"I can't pretend to be someone who pretends to be somebody else,
or so my pretend friend tells me." [Neill Innes]
Martin Gerdes
2018-09-29 12:37:25 UTC
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Post by Beate Goebel
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der Verein der
Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts". Sehr amerikanisch.
Das geht so aber nicht! Die Frauen müssen stets zuerst genannt werden,
das verlangt die Gleichberechtigung.
Frank Hucklenbroich
2018-09-29 19:13:36 UTC
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Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der Verein der
Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts". Sehr amerikanisch.
Das geht so aber nicht! Die Frauen müssen stets zuerst genannt werden,
das verlangt die Gleichberechtigung.
Was machen denn dann die Physiker? Da gibt es dem Vernehmen nach ja keine
Frauen.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2018-09-29 19:23:43 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der Verein der
Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts". Sehr amerikanisch.
Das geht so aber nicht! Die Frauen müssen stets zuerst genannt werden,
das verlangt die Gleichberechtigung.
Was machen denn dann die Physiker? Da gibt es dem Vernehmen nach ja keine
Frauen.
Man ignoriert sie, wie halbwegs erfolgreich schon bei Lise Meitner.

Gruß, ULF
René Marquardt
2018-09-29 19:24:38 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der Verein der
Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts". Sehr amerikanisch.
Das geht so aber nicht! Die Frauen müssen stets zuerst genannt werden,
das verlangt die Gleichberechtigung.
Was machen denn dann die Physiker? Da gibt es dem Vernehmen nach ja keine
Frauen.
Es gibt Tonnen von Frauen in der Physik. Nur halt nicht sehr viele.
Uwe Schickedanz
2018-09-29 21:40:46 UTC
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On Sat, 29 Sep 2018 12:24:38 -0700 (PDT), René Marquardt
Post by René Marquardt
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der Verein der
Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts". Sehr amerikanisch.
Das geht so aber nicht! Die Frauen müssen stets zuerst genannt werden,
das verlangt die Gleichberechtigung.
Was machen denn dann die Physiker? Da gibt es dem Vernehmen nach ja keine
Frauen.
Es gibt Tonnen von Frauen in der Physik. Nur halt nicht sehr viele.
Du bist gemein.

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Klaus Dahlwitz
2018-09-30 16:29:33 UTC
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Post by René Marquardt
Es gibt Tonnen von Frauen in der Physik.
Körperform oder Masse (gemeinhin falsch Gewicht genannt)?

Klaus
--
McDeutsch2: "eine mittlere Pommes ohne alles!"
Beate Goebel
2018-09-30 07:57:27 UTC
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Martin Gerdes schrieb am 29 Sep 2018
Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der
Verein der Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts".
Sehr amerikanisch.
Das geht so aber nicht! Die Frauen müssen stets zuerst genannt
werden, das verlangt die Gleichberechtigung.
Da merkt man mal wieder, wer hier sein Gehirn in der Hose hat.

Beate
--
"Aber so ist er halt, der deutsche Großstadtdepp. Natur stört. Und wenn
die Wespe auf dem Eis sitzt, sind die Belange des Ökosystems piepegal.
[der_dan, SPON-Forum, 26.08.2018]
Roland Franzius
2018-09-30 08:39:07 UTC
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Post by Beate Goebel
Martin Gerdes schrieb am 29 Sep 2018
Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der
Verein der Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts".
Sehr amerikanisch.
Das geht so aber nicht! Die Frauen müssen stets zuerst genannt
werden, das verlangt die Gleichberechtigung.
Da merkt man mal wieder, wer hier sein Gehirn in der Hose hat.
Die Tatsche, dass es nicht im Kopf ist, sagt noch nichts über den
Verbleib in der Hose.

Sexismus funktioniert auch völlig ohne Hirn, das macht ja seinen
verführerischen Charme aus.

Gerade soitzt das Trump, die Feinstein mokierend nachahmend, vor seinen
sich jubelnd die Hose voll machenden Anhängern in West Virginias Wäldern
auf CNN gesehen habend.
--
Roland Franzius
Beate Goebel
2018-09-30 09:45:48 UTC
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Roland Franzius schrieb am 30 Sep 2018
Post by Roland Franzius
Post by Beate Goebel
Da merkt man mal wieder, wer hier sein Gehirn in der Hose hat.
Die Tatsche, dass es nicht im Kopf ist, sagt noch nichts über den
Verbleib in der Hose.
Sexismus funktioniert auch völlig ohne Hirn, das macht ja seinen
verführerischen Charme aus.
Charme für wen? Neandertaler?
Ich bin sicher nicht allein in der Ansicht, dass das nur primitiv ist.

Wie war mit den 1000 Fliegen?

Beate
--
"9/11 veränderte alles. Terrorismus dient seitdem als Hebel, um die Leute
zu verängstigen, um Gesetze durchzuboxen, und uns zu nötigen, unsere
Rechte aufzugeben." [John Dean, Ehemaliger Nixon-Berater]
Martin Gerdes
2018-09-30 14:16:27 UTC
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Post by Beate Goebel
Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
In meinem, 1948 von den Amis gegründetem, Institut heißt der
Verein der Ehemaligen "Freunde und Freundinnen des XXX-Instituts".
Sehr amerikanisch.
Das geht so aber nicht! Die Frauen müssen stets zuerst genannt
werden, das verlangt die Gleichberechtigung.
Da merkt man mal wieder, wer hier sein Gehirn in der Hose hat.
Unklar ist Deiner Rede Sinn, aber solltest Du mich meinen, liegst Du
mächtig daneben.

Ich bin vermutlich mehr pro Frauenrechte als die meisten Männer,
allerdings habe ich ganz deutlich etwas gegen die Sprachverhunzung (und
reagiere auf sie regelmäßig mit Spott, was Du eigentlich wissen
solltest).

"Sehr geehrte Bürgerinnenmeisterinnen, Bürgermeisterinnen,
Bürgerinnenmeister und Bürgermeister ...

Übrigens: Da liegt mir eine Frage an Dich auf den Lippen: In den letzten
Wochen habe ich in der Zaatunk vermehrt die Form "Singer-Songwriterin"
gelesen. Müßte das nicht "Singerin-Songwriterin" heißen?
Christian Weisgerber
2018-09-30 15:13:25 UTC
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Post by Martin Gerdes
Übrigens: Da liegt mir eine Frage an Dich auf den Lippen: In den letzten
Wochen habe ich in der Zaatunk vermehrt die Form "Singer-Songwriterin"
gelesen. Müßte das nicht "Singerin-Songwriterin" heißen?
Was ist denn die Mehrzahl von „Singer-Songwriter“? Ach Mist, -er hat
im deutschen einen Nullplural. Aber im Englischen... Zitat Wikipedia:

Singer-songwriters are musicians who write, compose, and perform
their own musical material, including lyrics and melodies.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Beate Goebel
2018-09-30 16:28:05 UTC
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Martin Gerdes schrieb am 30 Sep 2018
...
Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
Da merkt man mal wieder, wer hier sein Gehirn in der Hose hat.
Unklar ist Deiner Rede Sinn, aber solltest Du mich meinen, liegst
Du mächtig daneben.
Ich bin vermutlich mehr pro Frauenrechte als die meisten Männer,
Ich nehme an, Du wirst nicht mal rot dabei.

Ich habe Dein Verhalten in ger.ct jedenfalls _nicht_ vergessen. Es
korrespondiert hier. Wie sollte es auch ancers sein.

Beate
--
"Meiner Einschätzung nach ist in dang noch kein Troll verhungert."
[Jan Pluntke in dang]
Martin Gerdes
2018-09-30 22:31:02 UTC
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Post by Beate Goebel
Post by Martin Gerdes
Post by Beate Goebel
Da merkt man mal wieder, wer hier sein Gehirn in der Hose hat.
Unklar ist Deiner Rede Sinn, aber solltest Du mich meinen, liegst
Du mächtig daneben.
Ich bin vermutlich mehr pro Frauenrechte als die meisten Männer,
Ich habe Dein Verhalten in ger.ct jedenfalls _nicht_ vergessen. Es
korrespondiert hier. Wie sollte es auch anders sein.
Ich habe nicht auf dem Schirm, worauf Du abhebst. Schick bitte mal eine
MID, um mir auf die Sprünge zu helfen.
Frank Hucklenbroich
2018-09-28 11:44:31 UTC
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Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?).
Ich habe Anfang der 90er angefangen zu studieren, und da war das schon
üblich.

Grüße,

Frank
Jakob Achterndiek
2018-09-28 12:10:02 UTC
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Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?). Wie hieß das vorher, oder hatte das keinen griffigen deutschen
Namen? Hätte jemand einen vorzuschlagen?
Eine merkwürdige Übergangsphase zu Beginn der Massenuniversitäten war,
daß Studenten der neuen Klientel einander nicht mehr Kommilitonen,
sondern Studienkollegen nannten. Da mußte dann erst jemand den Alumnus
wieder hervorkramen, der ja eigentlich etwas ganz anderes bedeutete.
Ich war selbst, aber vor meinem Studium, ein Alumnus, der in einem
christlichen Alumnat mit anderen Alumnen zusammen aufgefüttert wurde.
--
j/\a
Mark Obrembalski
2018-09-28 19:12:01 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Eine merkwürdige Übergangsphase zu Beginn der Massenuniversitäten war,
daß Studenten der neuen Klientel einander nicht mehr Kommilitonen,
sondern Studienkollegen nannten.
Das muss sowohl vorher als auch in der Übergangsphase eine aus heutiger
und auch mindestens 20 Jahre bestehender Perspektive seltsame Zeit
gewesen sein. Mindestens seitdem nennen sich Studenten nämlich
üblicherweise entweder direkt "Fritz", "Carola" etc. oder reden halt von
einem "Bekannten", "Kumpel" oder dergleichen.

Gruß,
Mark
U***@web.de
2018-09-29 09:12:21 UTC
Antworten
Permalink
Post by Mark Obrembalski
Post by Jakob Achterndiek
Eine merkwürdige Übergangsphase zu Beginn der Massenuniversitäten war,
daß Studenten der neuen Klientel einander nicht mehr Kommilitonen,
sondern Studienkollegen nannten.
Das muss sowohl vorher als auch in der Übergangsphase eine aus heutiger
und auch mindestens 20 Jahre bestehender Perspektive seltsame Zeit
gewesen sein. Mindestens seitdem nennen sich Studenten nämlich
üblicherweise entweder direkt "Fritz", "Carola" etc. oder reden halt von
einem "Bekannten", "Kumpel" oder dergleichen.
Das ist Fritz, ein...

Gruß, ULF
Quinn C
2018-09-29 01:59:45 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?). Wie hieß das vorher, oder hatte das keinen griffigen deutschen
Namen? Hätte jemand einen vorzuschlagen?
Eine merkwürdige Übergangsphase zu Beginn der Massenuniversitäten war,
daß Studenten der neuen Klientel einander nicht mehr Kommilitonen,
sondern Studienkollegen nannten.
Zu meiner Zeit war der Kommilitone aber zurück - falls er wirklich je
weg war. "Studienkollegen" kenne ich nur aus der Literatur.
--
die gugel gehört seit je zur narrenkleidung:
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Stephen Hust
2018-09-28 12:18:52 UTC
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Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?). Wie hieß das vorher, oder hatte das keinen griffigen deutschen
Namen? Hätte jemand einen vorzuschlagen?
Hat man nicht "Ehemalige" gesagt? Oder habe ich das (vielleicht) nur in
Filmen oder Serien gehört?
--
Steve

My e-mail address works as is.
Stefan Ram
2018-09-28 13:31:39 UTC
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Post by Stephen Hust
Hat man nicht "Ehemalige" gesagt?
WIMRE: Ja.

Sagt man wahrscheinlich heute auch noch manchmal.
"Die Ehemaligen der Luisen-Schule" (jetzt erfunden)
beispielsweise.
Frank Hucklenbroich
2018-09-28 13:47:19 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Stephen Hust
Hat man nicht "Ehemalige" gesagt?
WIMRE: Ja.
Sagt man wahrscheinlich heute auch noch manchmal.
"Die Ehemaligen der Luisen-Schule" (jetzt erfunden)
beispielsweise.
Bei den Ehemaligen fehlt aber im Unterschied zu den Alumni der
Fördergedanke.

Die Idee bei den Alumni ist ja, daß sich ehemalige Studenten einer Uni
später ehrenamtlich engagieren, um jüngere Studenten ihrer Uni zu fördern,
z.B. finanziell. Auf daß die so geförderten Studenten dann später auch
Alumni werden.

Grüße,

Frank
Mark Obrembalski
2018-09-28 19:18:55 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Stefan Ram
Post by Stephen Hust
Hat man nicht "Ehemalige" gesagt?
WIMRE: Ja.
Sagt man wahrscheinlich heute auch noch manchmal. "Die Ehemaligen der
Luisen-Schule" (jetzt erfunden)
beispielsweise.
Bei den Ehemaligen fehlt aber im Unterschied zu den Alumni der
Fördergedanke.
Die Idee bei den Alumni ist ja, daß sich ehemalige Studenten einer Uni
später ehrenamtlich engagieren, um jüngere Studenten ihrer Uni zu fördern,
z.B. finanziell. Auf daß die so geförderten Studenten dann später auch
Alumni werden.
Nicht automatisch. Das ist natürlich oft die Absicht der Uni-
Dienststelle, die sich darum kümmert, aber der Begriff dürfte davon
unabhängig sein. Wobei rein finanzielles Engagement MUSEN nicht unter
"erhrenamtlich" fällt.

Gruß,
Mark
Henning Sponbiel
2018-09-28 13:29:56 UTC
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Post by Stephen Hust
Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?). Wie hieß das vorher, oder hatte das keinen griffigen deutschen
Namen? Hätte jemand einen vorzuschlagen?
Hat man nicht "Ehemalige" gesagt? Oder habe ich das (vielleicht) nur in
Filmen oder Serien gehört?
Man hat.


Henning
René Marquardt
2018-09-28 18:35:10 UTC
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Post by Henning Sponbiel
Post by Stephen Hust
Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?). Wie hieß das vorher, oder hatte das keinen griffigen deutschen
Namen? Hätte jemand einen vorzuschlagen?
Hat man nicht "Ehemalige" gesagt? Oder habe ich das (vielleicht) nur in
Filmen oder Serien gehört?
Man hat.
Asfa-Wossen Asserate, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie,
und Urenkel der Kaiserin Menen Asfaw studierte übrigens in Tübingen, und trat
dort der Alumni-Vereinigung Suevia bei. Er durfte als Mitglied eines regierenden
Hauses nicht der Mensur frommen, war aber trotzdem ein >>>Corpsbruder<<<
Schrieb übrigens ein mehrfach ausgezeichnetes Werk zum Thema "Manieren",
so auch betitelt.
U***@web.de
2018-09-28 18:50:13 UTC
Antworten
Permalink
Post by René Marquardt
Asfa-Wossen Asserate, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie,
und Urenkel der Kaiserin Menen Asfaw studierte übrigens in Tübingen, und trat
dort der Alumni-Vereinigung Suevia bei. Er durfte als Mitglied eines regierenden
Hauses nicht der Mensur
Die hätte ich zunächst einmal den Verbindungen (auch) aktiver
Studenten zugetraut.
Post by René Marquardt
frommen, war aber trotzdem ein >>>Corpsbruder<<<
Schrieb übrigens ein mehrfach ausgezeichnetes Werk zum Thema "Manieren",
so auch betitelt.
Wurde als Fortsetzungsgeschichte in einer Tageszeitung abgedruckt.
Das Lesevergnügen verkehrte sich hier nach einiger Zeit ins Gegenteil.

Gruß, ULF
René Marquardt
2018-09-28 19:03:41 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Post by René Marquardt
Schrieb übrigens ein mehrfach ausgezeichnetes Werk zum Thema "Manieren",
so auch betitelt.
Wurde als Fortsetzungsgeschichte in einer Tageszeitung abgedruckt.
Das Lesevergnügen verkehrte sich hier nach einiger Zeit ins Gegenteil.
Hihi, ich habe ja auch nicht geschrieben, daß es ausgezeichnet war,
sondern daß es ausgezeichnet wurde ;)
Andreas Karrer
2018-09-29 22:35:26 UTC
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Permalink
Post by Stephen Hust
Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?). Wie hieß das vorher, oder hatte das keinen griffigen deutschen
Namen? Hätte jemand einen vorzuschlagen?
Hat man nicht "Ehemalige" gesagt? Oder habe ich das (vielleicht) nur in
Filmen oder Serien gehört?
Hier (ETH) sagte man Ehemalige (ausser natürlich die
Verbindungsbrüder). Die Vereinigung hiess "Gesellschaft ehemaliger
Polyaner¹".

Heute heisst der Club "ETH Alumni Vereinigung", selbstverständlich
ohne Bindestrich. Eine Zeitlang wurde allen Ernstes darauf beharrt,
dass "Alumni" auch im Singular zu benutzen sei, weil man das auch im
Englischen so mache (erstens stimmt das nicht, zweitens kann man auch
als Nichtlateiner einfach nicht so dumm sein).

Das ist aber geschriebene Sprache, wie auch Kommilitone. In der Praxis
sagt kein Mensch "Ich bin ein Chemie-Alumnus" oder "ich wohne mit drei
Kommilitonen zusammen", sondern nach wie vor Ehemalige/-r und
Mitstudent/-in.

- Andi



¹ Die ETH hiess bis 1911 "Eidgenössische polytechnische Schule", die
Abkürzung Poly hat sich bis in die 70er gehalten, heute nur noch in
Verbindungen wie Polyball, -terrasse und -bahn.
Helmut Richter
2018-09-30 06:44:58 UTC
Antworten
Permalink
Post by Andreas Karrer
Heute heisst der Club "ETH Alumni Vereinigung", selbstverständlich
ohne Bindestrich. Eine Zeitlang wurde allen Ernstes darauf beharrt,
dass "Alumni" auch im Singular zu benutzen sei, weil man das auch im
Englischen so mache (erstens stimmt das nicht, zweitens kann man auch
als Nichtlateiner einfach nicht so dumm sein).
Und wenn ein Alumni Schnupfen kriegt, nimmt er ein Antibiotika, obwohl das
gegen den Virus nichts hilft.
Post by Andreas Karrer
Das ist aber geschriebene Sprache, wie auch Kommilitone. In der Praxis
sagt kein Mensch "Ich bin ein Chemie-Alumnus" oder "ich wohne mit drei
Kommilitonen zusammen", sondern nach wie vor Ehemalige/-r und
Mitstudent/-in.
Es war um 1968, dass

– das Wort „Kommilitone“ nicht mehr verwendet wurde,
– Studenten in WGs zusammenzogen statt sich einzeln als Untermieter bei
irgendeiner Witwe einzunisten und
– Schüler und Studenten nie Krawatten trugen (vorher auch meist nicht,
aber doch als gelegentlich auch ohne feierlichen Anlass)
--
Helmut Richter
Christian Weisgerber
2018-09-30 14:31:25 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Richter
Und wenn ein Alumni Schnupfen kriegt, nimmt er ein Antibiotika, obwohl das
gegen den Virus nichts hilft.
So ist es.

Ironischerweise hat sich das im Vulgärlateinischen und den romanischen
Sprachen ja auch ähnlich entwickelt. Und das hat schon früh angefangen.
Im Satyrikon (Ende 1. Jhd.) labert ein angetrunkener Gast beim Mahl
des Trimalchio:

Et mundum frigus habuimus. Vix me balneus calfecit. Tamen calda
potio vestiarius est. Staminatas duxi, et plane matus sum. Vinus
mihi in cerebrum abiit.

(Und es war kalt. Das Bad hat mich kaum erwärmt. Aber ein warmer
Trank ist wie ein Mantel. Ich habe ein paar Krüge gesoffen und
ich bin völlig dicht. Der Wein ist mir zu Kopf gestiegen.)

Dem Schullateiner schwindelt, müsste es doch „balneum“ und „vinum“
heißen.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Martin Gerdes
2018-09-30 22:31:02 UTC
Antworten
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by Helmut Richter
Und wenn ein Alumni Schnupfen kriegt, nimmt er ein Antibiotika, obwohl das
gegen den Virus nichts hilft.
So ist es.
Ironischerweise hat sich das im Vulgärlateinischen und den romanischen
Sprachen ja auch ähnlich entwickelt.
Gemeint ist "falsches Latein".

Oben gehts aber in erster Linie darum, daß ein Plural als Singular
verstanden wird.

Das kenne ich vom Lateinischen/Italienischen vom Wort "Opera", das im
Lateinischen Plural ist (die Werke), im Italienischen dann aber als
Singular verstanden ist, zu dem seinerseits ein Plural gebildet worden
ist.
Post by Christian Weisgerber
Und das hat schon früh angefangen.
Im Satyrikon (Ende 1. Jhd.) labert ein angetrunkener Gast beim Mahl
Et mundum frigus habuimus. Vix me balneus calfecit. Tamen calda
potio vestiarius est. Staminatas duxi, et plane matus sum. Vinus
mihi in cerebrum abiit.
(Und es war kalt. Das Bad hat mich kaum erwärmt. Aber ein warmer
Trank ist wie ein Mantel. Ich habe ein paar Krüge gesoffen und
ich bin völlig dicht. Der Wein ist mir zu Kopf gestiegen.)
Dem Schullateiner schwindelt, müsste es doch „balneum“ und „vinum“
heißen.
Warum sollte einer mit einer schweren Zunge nicht Probleme mit der
Grammatik bekommen. Das gibts m.W. heute auch noch.
Christian Weisgerber
2018-10-01 14:27:44 UTC
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Post by Martin Gerdes
Post by Christian Weisgerber
Post by Helmut Richter
Und wenn ein Alumni Schnupfen kriegt, nimmt er ein Antibiotika, obwohl das
gegen den Virus nichts hilft.
So ist es.
Ironischerweise hat sich das im Vulgärlateinischen und den romanischen
Sprachen ja auch ähnlich entwickelt.
Gemeint ist "falsches Latein".
Wer kein Latein gelernt hat, wird im Allgemeinen die lateinischen
Deklinationstypen nicht kennen. Man kann nur (unbewusst) versuchen,
Muster zu erschließen. Wenn es „der Almnus, die Almuni“ heißt, dann
sicher auch „der Tempus, die Tempi“. Darauf erntet man von den
Lateinlernern dann Hohn und Spott. Geht man aber nach Rom, sagen
die Leute dort „il tempo, i tempi“, weil sich irgendwann in den
letzten zweitausend Jahren genau dasselbe Muster durchgesetzt hat.

Latein gehört heute nicht mehr zum Bildungsstandard, schon gar nicht
in den englischsprachigen Ländern:
http://www.dh.uni-leipzig.de/wo/update-total-number-of-secondary-level-students-studying-latin-and-ancient-greek-in-the-world/
Post by Martin Gerdes
Oben gehts aber in erster Linie darum, daß ein Plural als Singular
verstanden wird.
Die Uminterpretation von Neutrum Plural -a zu Femininum Singular
ist einer der Wege, auf dem die romanischen Sprachen das Neutrum
abgebaut haben.
Post by Martin Gerdes
Das kenne ich vom Lateinischen/Italienischen vom Wort "Opera", das im
Lateinischen Plural ist (die Werke), im Italienischen dann aber als
Singular verstanden ist, zu dem seinerseits ein Plural gebildet worden
ist.
Da gibt es noch viel mehr Beispiele, z.B. beim Obst:
Pflaume: prugna < *pruna < prunum
Birne: pera < *pira < pirum
Apfel: mela < *mela < *melum < grch. mêlon
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Martin Gerdes
2018-09-30 14:16:28 UTC
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Post by Andreas Karrer
Hier (ETH) sagte man Ehemalige (ausser natürlich die
Verbindungsbrüder). Die Vereinigung hiess "Gesellschaft ehemaliger
Polyaner¹".
Heute heisst der Club "ETH Alumni Vereinigung", selbstverständlich
ohne Bindestrich. Eine Zeitlang wurde allen Ernstes darauf beharrt,
dass "Alumni" auch im Singular zu benutzen sei, weil man das auch im
Englischen so mache (erstens stimmt das nicht, zweitens kann man auch
als Nichtlateiner einfach nicht so dumm sein).
Einstein wird folgender Satz zugeschrieben:

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."

Aber noch nicht einmal das stimmt offensichtlich, wie die ZEIT
herausgefunden hat:

https://www.zeit.de/2017/42/albert-einstein-dummheit-menschheit-stimmts

[kostenlos anmelden]

| ... Rasper hat unter anderem die Lektorin Alice Calaprice
| befragt, die Einsteins gesammelte Zitate herausgegeben hat.
| Sie glaubt: Es stammt eher nicht von ihm.

| Und dann fand Rasper den Urheber des Zitats: den Psychiater
| Fritz Perls, Begründer der Gestalttherapie. In seinem Buch
| 'Das Ich, der Hunger und die Aggression' schrieb Perls ...
| Ein "großer Astronom" habe gesagt: "'Zwei Dinge sind, soweit
| wir wissen, unendlich – das Weltall und die menschliche
| Dummheit.' Heute wissen wir, dass diese Aussage nicht
| ganz richtig ist. Einstein hat bewiesen, dass das Weltall
| begrenzt ist."

PS: Das Wort "Kommilitone" scheint mir völlig unauffällige gesprochene
Sprache zu sein. Meine Hochschule muß wohl außergewöhnlich sein, wenn
andere Leute das Wort nicht mehr kennen/verwenden.
Christian Weisgerber
2018-09-30 14:04:11 UTC
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Post by Andreas Karrer
Heute heisst der Club "ETH Alumni Vereinigung", selbstverständlich
ohne Bindestrich. Eine Zeitlang wurde allen Ernstes darauf beharrt,
dass "Alumni" auch im Singular zu benutzen sei, weil man das auch im
Englischen so mache (erstens stimmt das nicht, zweitens kann man auch
als Nichtlateiner einfach nicht so dumm sein).
Naja, so wie „a bacteria“ und „an algae“ kann man auch „an alumni“
finden. Du kannst jetzt englische Wörterbücher wälzen, welche dieser
Varianten dort schon akzeptiert werden und welche noch nicht.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Jaakob Kind
2018-10-01 11:57:12 UTC
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Post by Andreas Karrer
Eine Zeitlang wurde allen Ernstes darauf beharrt,
dass "Alumni" auch im Singular zu benutzen sei, weil man das auch im
Englischen so mache (erstens stimmt das nicht, zweitens kann man auch
als Nichtlateiner einfach nicht so dumm sein).
Stimmt, in den USA verwendet man "alumnius" (zumindest in
High-School-Jahrbüchern aus den Achtzigerjahren).

Viele Grüße
Jaakob
Frank Hucklenbroich
2018-10-01 20:40:50 UTC
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Post by Jaakob Kind
Post by Andreas Karrer
Eine Zeitlang wurde allen Ernstes darauf beharrt,
dass "Alumni" auch im Singular zu benutzen sei, weil man das auch im
Englischen so mache (erstens stimmt das nicht, zweitens kann man auch
als Nichtlateiner einfach nicht so dumm sein).
Stimmt, in den USA verwendet man "alumnius" (zumindest in
High-School-Jahrbüchern aus den Achtzigerjahren).
Die sagen ja auch "Aluminum" statt "Aluminium" ;-)

Grüße,

Frank

Ingo Stiller
2018-09-28 19:06:35 UTC
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Schauen wir doch einfach mal was Wikipedia sagt:
----
https://de.wikipedia.org/wiki/Alumni
Ursprünglich waren Alumni im Römischen Reich verletzte und ausgediente Soldaten, die kostenlos ernährt wurden.
...
Im Lauf der Zeit erfolgte ein Bedeutungswandel des Begriffs Alumni: Jetzt vermittelte die Bezeichnung Alumnus nicht mehr den schmählichen Geruch von Armut, sondern benannte Angehörige der Kollegien von Universitäten. Diese bildeten eigene Vereinigungen und hielten auch nach Beendigung ihres Studiums Verbindungen untereinander und zu ihrer Universität aufrecht. Diese Idee der lebenslangen Bindung hatte ihren Ursprung schon im 13. Jahrhundert in den Universitäten Oxford und Cambridge.
----

der Begriff - auch in Bezug auf Universitäten - ist also schon etwas älter :-)

Gruß Ingo
U***@web.de
2018-09-28 19:11:24 UTC
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Post by Ingo Stiller
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https://de.wikipedia.org/wiki/Alumni
Ursprünglich waren Alumni im Römischen Reich verletzte und ausgediente Soldaten, die kostenlos ernährt wurden.
Alumnus, Alumna, der oder diejenige, so von einem anderen ernehret...
oder in seiner Unmündigkeit erzogen wird.
https://www.zedler-lexikon.de/index.html?c=blaettern&bandnummer=1&seitenzahl=801

Gruß, ULF
Ralph Aichinger
2018-09-30 17:50:18 UTC
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Post by Matthias Opatz
Für die Kontaktpflege zu und unter Absolventen von Bildungseinrichtungen
(eher höhere, wie Unis, Fachschulen, Gymnasien) hat sich der Begriff
Alumni ausgebreitet. Das ist nach meinem Sprachgefühl relativ neu (so 20
Jahre?). Wie hieß das vorher, oder hatte das keinen griffigen deutschen
Namen? Hätte jemand einen vorzuschlagen?
Du hast ja selber "Absolventen" oben geschrieben. Ob man jetzt Alumni oder
Absolventen schreibt, das eine ist genauso lateinisch wie das andere,
und ich seh kein Problem damit. Bei meiner Schule hat die entsprechende
Vereinigung "ehemalige" im Namen gehabt (keine Ahnung wie sich die jetzt
nennen).

/ralph
--
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Stefan Ram
2018-09-30 18:21:41 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Absolventen schreibt, das eine ist genauso lateinisch wie das andere,
und ich seh kein Problem damit.
Wörter unterscheiden sich nicht nur in ihrer Denotation,
sondern auch in ihrer Konnotation. Zur Konnotation gehört
auch, daß man sich mit anderen Verwendern desselben Wortes
assoziiert (vgl. Schibboleth). Diese Art der Assoziation
findet sogar erst ihre volle Entfaltungsmöglichkeit durch
die Wahl eines bestimmten denotativen Synonyms, /wenn/ es
mindestens zwei solcher Synonyme gibt.

Dies geht bis zu dem Punkt, an dem bestimmte Dinge
angesprochen werden, um in der Ansprache ein bestimmtes
Wort unterzubringen (vgl. "name dropping").
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