Discussion:
Thermostat
(zu alt für eine Antwort)
Stefan Schmitz
2020-04-18 11:04:05 UTC
Permalink
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der Mitte
THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf moderneren
Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.

Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der dann
für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
Bertel Lund Hansen
2020-04-18 11:48:26 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname
ist/war, der dann für das Produkt an sich verallgemeinert
wurde?
Keine Ahnung.
Post by Stefan Schmitz
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
Hier siehst du verschiedene, dänische Buchtitel:

http://fiduso.dk/?page=bogtitler

und einen Namen auf einem Gebäude. In allen Fällen hätten ein
oder mehrere Wörter eigenlich zusammengeschrieben werden sollen.
--
/Bertel - aus Dänemark
Detlef Meißner
2020-04-18 11:54:41 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf moderneren
Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der dann
für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Das wäre mir neu.
Post by Stefan Schmitz
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
Die Benutzer sollen wissen, dass sie es mit einem neuartigen
Heizkörperventil zu tun haben.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Stefan Schmitz
2020-04-18 12:45:15 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf moderneren
Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der dann
für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Das wäre mir neu.
Ist halt genau so zusammengesetzt wie "Thermopane", ein Markenname.
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
Die Benutzer sollen wissen, dass sie es mit einem neuartigen
Heizkörperventil zu tun haben.
Braucht man dafür Großbuchstaben und diese auffällige Trennung? Wäre es
meine Marke, würde ich sie genau so schreiben.
Detlef Meißner
2020-04-18 13:03:05 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf moderneren
Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der
dann für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Das wäre mir neu.
Ist halt genau so zusammengesetzt wie "Thermopane", ein Markenname.
Den Begriff "Tempo" darfst du außerhalb der Alltagssprache nicht
verwenden, weil Markenname. "Thermostat" wird aber von allen möglichen
Firmen verwendet, dürfte also kein geschützter Markenname sein.
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
Die Benutzer sollen wissen, dass sie es mit einem neuartigen
Heizkörperventil zu tun haben.
Braucht man dafür Großbuchstaben und diese auffällige Trennung? Wäre es
meine Marke, würde ich sie genau so schreiben.
Vermutlich würdest du darauf kein Marke bekommen.
Ebenso wenig wie auf "THEMO METER", "WASSER HAHN", "BADE WANNE" ...

Detlef
--
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im
Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
(Mark Twain)
Stefan Schmitz
2020-04-18 13:28:07 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Den Begriff "Tempo" darfst du außerhalb der Alltagssprache nicht
verwenden, weil Markenname. "Thermostat" wird aber von allen möglichen
Firmen verwendet, dürfte also kein geschützter Markenname sein.
Wäre ja denkbar, dass die Marke später gelöscht wurde oder die Registrierung
vergessen.
Detlef Meißner
2020-04-18 14:46:22 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Den Begriff "Tempo" darfst du außerhalb der Alltagssprache nicht
verwenden, weil Markenname. "Thermostat" wird aber von allen möglichen
Firmen verwendet, dürfte also kein geschützter Markenname sein.
Wäre ja denkbar, dass die Marke später gelöscht wurde oder die Registrierung
vergessen.
Das muss dann aber Jahrzehnte vor 1970 passiert sein.

BTW: Denkbar ist alles, aber ist es auch realistisch?

Detlef
--
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im
Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
(Mark Twain)
Helmut Richter
2020-04-18 15:41:11 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Wäre ja denkbar, dass die Marke später gelöscht wurde oder die Registrierung
vergessen.
Das muss dann aber Jahrzehnte vor 1970 passiert sein.
BTW: Denkbar ist alles, aber ist es auch realistisch?
Im Markenrecht ist alles realistisch, auch was nicht denkbar ist.
--
Helmut Richter
Diedrich Ehlerding
2020-04-18 12:48:03 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf
moderneren Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der
dann für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
Ich verstehe "Thermostat" so wie auch die Wikipedia:
| von altgriechisch θερμός thermós, deutsch ‚warm, heiß‘ und στατός
| statós, deutsch ‚stehend, eingestellt‘)
als etwas, was die temperatur konstant hält. Da ist kein markenname
ver4allgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Stefan Schmitz
2020-04-18 13:23:25 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf
moderneren Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der
dann für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
| von altgriechisch θερμός thermós, deutsch ‚warm, heiß‘ und στατός
| statós, deutsch ‚stehend, eingestellt‘)
als etwas, was die temperatur konstant hält. Da ist kein markenname
ver4allgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Die Endung -stat sieht mir nicht nach Funktionsbeschreibung in deutscher
Sprache aus, da würde ich eher -stator oder ähnliches erwarten.
Gibt es andere Begriffe mit Wurzel στατός, die auf -stat enden?
U***@web.de
2020-04-18 13:33:27 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf
moderneren Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der
dann für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
| von altgriechisch θερμός thermós, deutsch ‚warm, heiß‘ und στατός
| statós, deutsch ‚stehend, eingestellt‘)
als etwas, was die temperatur konstant hält. Da ist kein markenname
ver4allgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Die Endung -stat sieht mir nicht nach Funktionsbeschreibung in deutscher
Sprache aus, da würde ich eher -stator oder ähnliches erwarten.
Gibt es andere Begriffe mit Wurzel στατός, die auf -stat enden?
Frz. rhéostat.
Quinn C
2020-04-18 16:18:26 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf
moderneren Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der
dann für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
| von altgriechisch θερμός thermós, deutsch ‚warm, heiß‘ und στατός
| statós, deutsch ‚stehend, eingestellt‘)
als etwas, was die temperatur konstant hält. Da ist kein markenname
ver4allgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Die Endung -stat sieht mir nicht nach Funktionsbeschreibung in deutscher
Sprache aus, da würde ich eher -stator oder ähnliches erwarten.
Gibt es andere Begriffe mit Wurzel στατός, die auf -stat enden?
Frz. rhéostat.
Ich bin jetzt sehr überrascht, daß es davon so wenige gibt. Es kommt mir
ganz normal vor.

Das könnte am Englischen liegen. Aerostat ist im Englischen der
Oberbegriff für Ballons, Blimps und Luftschiffe.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Aerostatik>

Englisch finde ich auch z.B. hygrostat, potentiostat mit -stat analog zu
thermostat.
--
GUGELFUHR(E), f., scherz, spasz, narrheit,
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Martin Gerdes
2020-04-19 20:19:33 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Die Endung -stat sieht mir nicht nach Funktionsbeschreibung in deutscher
Sprache aus, da würde ich eher -stator oder ähnliches erwarten.
Gibt es andere Begriffe ... die auf -stat enden?
Frz. rhéostat.
Das Wort gibts auch auf deutsch.
Post by Quinn C
Ich bin jetzt sehr überrascht, daß es davon so wenige gibt. Es kommt mir
ganz normal vor.
Mir auch. Die auf -stat (= Apparat, der eine physikalische Größe
konstant halten soll) sind normalerweise Fachwörter, die normalerweise
außerhalb ihres Fachbereichs kaum vorkommen. "Thermostat" ist
diesbezüglich eine gewisse Ausnahme.

Spontan fallen mir der Hygrostat, der Barostat und der Tempostat (auch
Tempomat) ein, da gibts aber sicher noch mehr. Wer den griechischen
Ausdruck für die physikalische Größe kennt, versteht so ein Wort auch
dann, wenn es ihm vorher noch nie über den Weg gelaufen ist.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-04-19 21:17:12 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Englisch finde ich auch z.B. hygrostat, potentiostat mit -stat
analog zu thermostat.
Hygrostaten gibt es auch auf Deutsch, allerdings sind die Dinger
relativ teuer und werden daher (leider) viel zu selten verwendet.

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - schrille Uhren benötigt diese Erde!
(Sloganizer)
Gunhild Simon
2020-04-18 14:54:37 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf
moderneren Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der
dann für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
| von altgriechisch θερμός thermós, deutsch ‚warm, heiß‘ und στατός
| statós, deutsch ‚stehend, eingestellt‘)
als etwas, was die temperatur konstant hält. Da ist kein markenname
ver4allgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Ja.
So interpretiere ich das auch.
Da hat ein des Altgriechischen Mächtiger agiert.
Sonst wird eben nach deutschem Rechtschreibempfinden getrennt:
Thermos-tat,was aber eigentlich als der Wärmestatus-halter
getrennt werden muß.
Das ist wie bei Heliko-pter.

Gruß
Gunhild
Detlef Meißner
2020-04-18 15:04:29 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf
moderneren Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der
dann für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
von altgriechisch θερμός thermós, deutsch ‚warm, heiß‘ und στατός
statós, deutsch ‚stehend, eingestellt‘)
als etwas, was die temperatur konstant hält. Da ist kein markenname
ver4allgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Ja.
So interpretiere ich das auch.
Da hat ein des Altgriechischen Mächtiger agiert.
Thermos-tat,
Nach dem damaligen?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Martin Gerdes
2020-04-18 20:31:28 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Ich verstehe "Thermostat" ...
als etwas, was die Temperatur konstant hält. Da ist kein Markenname
verallgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Da hat ein des Altgriechischen Mächtiger agiert.
Thermos-tat,
Das täuscht. Nach wie vor gilt die Trennung nach Wortbestandteilen als
die bessere, nur eine kleine Fraktion besteht auf zwanghafter Trennung
des s-t, dem das nun angeblich nicht mehr weh täte:

Kurs-
tadt.
Manfred Hoß
2020-04-18 21:54:01 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Gunhild Simon
Ich verstehe "Thermostat" ...
als etwas, was die Temperatur konstant hält. Da ist kein Markenname
verallgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Da hat ein des Altgriechischen Mächtiger agiert.
Thermos-tat,
Das täuscht. Nach wie vor gilt die Trennung nach Wortbestandteilen als
die bessere, nur eine kleine Fraktion besteht auf zwanghafter Trennung
Wie würdest du "bemooste" trennen?

Gruß
Manfred.
Roland Franzius
2020-04-19 03:33:31 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Martin Gerdes
Post by Gunhild Simon
Ich verstehe "Thermostat" ...
als etwas, was die Temperatur konstant hält. Da ist kein Markenname
verallgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Da hat ein des Altgriechischen Mächtiger agiert.
Thermos-tat,
Das täuscht. Nach wie vor gilt die Trennung nach Wortbestandteilen als
die bessere, nur eine kleine Fraktion besteht auf zwanghafter Trennung
Wie würdest du "bemooste" trennen?
Wer zwei Buchstaben abtrennt, schildet Böses oder ist im DOS Ediotor.
--
Roland Franzius
HC Ahlmann
2020-04-19 09:12:40 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Martin Gerdes
Das täuscht. Nach wie vor gilt die Trennung nach Wortbestandteilen als
die bessere, nur eine kleine Fraktion besteht auf zwanghafter Trennung
Wie würdest du "bemooste" trennen?
"Nach wie vor gilt die Trennung nach Wortbestandteilen als die bessere,
(...)"
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Quinn C
2020-04-19 18:22:37 UTC
Permalink
Post by HC Ahlmann
Post by Manfred Hoß
Post by Martin Gerdes
Das täuscht. Nach wie vor gilt die Trennung nach Wortbestandteilen als
die bessere, nur eine kleine Fraktion besteht auf zwanghafter Trennung
Wie würdest du "bemooste" trennen?
"Nach wie vor gilt die Trennung nach Wortbestandteilen als die bessere,
(...)"
Dann also bemoost-e? Oder, weil Einzelbuchstaben pfui sind,
"bemoost-en"?

Im Englischen macht man sowas in der Tat (link-ing).

Im Deutschen trennt man (Pi mal Daumen) Präfixe nach Morphologie, aber
Suffixe eher nach Phonetik.
--
selbstheiligen und vom himmel dünkelheilige gefallene gugelfritzen
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Christian Weisgerber
2020-04-19 19:28:22 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Im Deutschen trennt man (Pi mal Daumen) Präfixe nach Morphologie, aber
Suffixe eher nach Phonetik.
Ist es nicht einfach so, dass man nach Silben trennt und Morphemgrenzen
häufig, aber nicht immer auf Silbengrenzen fallen?
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Quinn C
2020-04-20 02:23:30 UTC
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by Quinn C
Im Deutschen trennt man (Pi mal Daumen) Präfixe nach Morphologie, aber
Suffixe eher nach Phonetik.
Ist es nicht einfach so, dass man nach Silben trennt und Morphemgrenzen
häufig, aber nicht immer auf Silbengrenzen fallen?
Ja, das dürfte so sein. Präfixe sind fast immer eigene Silben (wie wir
gelernt haben, im Bayrischen und Schweizerdeutschen weniger), bei
Suffixen variiert es.
--
Dies ist das dritte Mal schreibe ich euch bin diese E-Mail
-- SPAMPOESIE
Helmut Richter
2020-04-20 08:14:10 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Christian Weisgerber
Post by Quinn C
Im Deutschen trennt man (Pi mal Daumen) Präfixe nach Morphologie, aber
Suffixe eher nach Phonetik.
Ist es nicht einfach so, dass man nach Silben trennt und Morphemgrenzen
häufig, aber nicht immer auf Silbengrenzen fallen?
Da muss man sich davor hüten, Sprechsilben da zu vermuten, wo man trennt, weil
man die Zusammensetzungsstelle eines Kompositums erkennt (1) oder weil man
dort Schreibsilben zu trennen gewohnt ist (2):

(1) „Hofladen“ hat beim Sprechen genau dieselbe Silbenaufteilung wie
„Kuhfladen“ und nur das Wissen um die Komposition und ihre Semantik lässt
einen die Silbengrenze anders ziehen.

(2) Beim Sprechen von „Reihen“ gibt es kein [h], es klingt eher wie „Ra-jen“,
ebenso „ba-wen“ (bauen; mit [w], nicht [v]) und „ro-jen“ (reuen). Ein
Grenzfall ist „mühen“ [myːən], wo zwei Vokale aus verschiedenen Morphemen und
Silben ohne Glottisschlag aneinanderstoßen, aber jedenfalls kein h zu hören
ist – logisch wäre hier die Trennung „Müh-en“ sowohl nach Silben wie nach
Morphemen. In diesen Fällen entspricht also die Trennung mit -en oder -hen
nach der Trennstelle nicht den Sprechsilben, sondern nur der
Schreibgewohnheit.
Post by Quinn C
Ja, das dürfte so sein. Präfixe sind fast immer eigene Silben (wie wir
gelernt haben, im Bayrischen und Schweizerdeutschen weniger), bei
Suffixen variiert es.
Das liegt unter anderem an der Rolle des Glottisschlags [ʔ]: es gibt keine
Präfixe und Wortstämme mit vokalischen Anlaut, wenn man den ʔ mit zu den
Konsonanten rechnet; und es gibt keine Suffixe mit ʔ, wohl aber welche mit
vokalischem Anlaut. Richtet man sich dann nach der generellen Regel „genau ein
Konsonantenphonem hinter die Trennstelle“, die tendenziell unmittelbar nach
einem langen, aber nicht nach einem kurzen Vokal Vokal trennt (mit vielen
Ausnahmen, wo die Schreibung die Regel vereitelt), dann führt das oft bei
Präfixen zur Trennung nach den Präfixen wie in „ʔun-ʔaus-ge-ʔar-bei-tet“ aber
keinesfalls zu einer Trennung vor einem vokalisch anlautenden Suffix wie in
„Pflan-zen-hand-lung“ ungeachtet der ganz anders liegenden Morphemgrenzen.

Wegen der Unsichtbarkeit des ʔ in der Schreibung, der Mehrdeutigkeit der
Silbenaufteilung („des Ob-stes oder „Obs-tes“, „die Brat-sche“ oder
„Bra-tsche“) und der Komplexität möglicher Morphemaufteilungen ist Quinns
Regel die weitaus einfacher zu handhabende:

* Echte Komposita werden an der Nahtstelle getrennt, ggf. nach dem Fugenelement.
* Präfixe werden wie Glieder von Komposita behandelt, Suffixe nicht.
* Alle weiteren Trennregeln gelten erst, nachdem die beiden ersten Regeln
abgearbeitet sind. Dann spielen Morphemgrenzen keine Rolle mehr.

--
Helmut Richter
Hans
2020-04-19 09:52:23 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Gunhild Simon
Ich verstehe "Thermostat" ...
als etwas, was die Temperatur konstant hält. Da ist kein Markenname
verallgemeinert worden, da wird die Funktion beschrieben.
Da hat ein des Altgriechischen Mächtiger agiert.
Thermos-tat,
Das täuscht. Nach wie vor gilt die Trennung nach Wortbestandteilen als
die bessere, nur eine kleine Fraktion besteht auf zwanghafter Trennung
Kurs-
tadt.
Da ist mir Kur-stadt schon lieber. Doch spricht für mich nichts gegen
"Wes-te" oder "Wes-pe" oder "Fes-te" oder "Fes-tung" oder auch
"Thermos-tat". etc.
Jakob Achterndiek
2020-04-19 10:10:28 UTC
Permalink
Doch spricht für mich nichts gegen "Thermos-tat".
Damit verschiebst du aber die ganze Rechtschreibs-
tatistik. Das spricht nicht für dich.
--
j/\a
Hans
2020-04-19 11:27:28 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Doch spricht für mich nichts gegen "Thermos-tat".
Damit verschiebst du aber die ganze Rechtschreibs-
tatistik. Das spricht nicht für dich.
Ich werd's überleben...

:-)
U***@web.de
2020-04-19 16:47:47 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Doch spricht für mich nichts gegen "Thermos-tat".
Damit verschiebst du aber die ganze Rechtschreibs-
tatistik. Das spricht nicht für dich.
Wer bes-
tellt dem Achterndiek, daß man Einzelbuchstaben
nicht von einem Wortteil abt-
rennen sollte?
Christian Weisgerber
2020-04-19 17:30:42 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Wer bes-
tellt dem Achterndiek, daß man Einzelbuchstaben
nicht von einem Wortteil abt-
rennen sollte?
Manchmal muss man es: Ach|tung
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Christina Kunze
2020-04-19 19:51:00 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Doch spricht für mich nichts gegen "Thermos-tat".
Damit verschiebst du aber die ganze Rechtschreibs-
tatistik. Das spricht nicht für dich.
Wer bes-
tellt dem Achterndiek, daß man Einzelbuchstaben
nicht von einem Wortteil abt-
rennen sollte?
Der Unterschied zwischen Thermos-tat und Rechtschreibs-tatistik
erschließt sich mir nicht.

chr
Oliver Voß
2020-04-19 11:52:17 UTC
Permalink
Post by Hans
Da ist mir Kur-stadt schon lieber. Doch spricht für mich nichts gegen
"Wes-te" oder "Wes-pe" oder "Fes-te" oder "Fes-tung" oder auch
"Thermos-tat". etc.
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
das st die einzelnen Bestandteile trennt (z.B. "Haus-Tier"). Ansonsten:
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".

Gruß,


Oliver
Manfred Hoß
2020-04-19 12:25:43 UTC
Permalink
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?

Gruß
Manfred.
Gunhild Simon
2020-04-19 12:31:58 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?
Gruß
Manfred.
Für sp gilt die analoge Regel.
Gruß
Gunhild
Detlef Meißner
2020-04-19 12:36:06 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by Manfred Hoß
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?
Für sp gilt die analoge Regel.
In meinem Duden von 1961 steht so etwas nicht.

Detlef
--
Verordnetes Gendern _ist_ Fundamentalismus!
[Henning Sponbiel]
Sergio Gatti
2020-04-19 13:36:11 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by Manfred Hoß
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?
Gruß
Manfred.
Für sp gilt die analoge Regel.
Gruß
Gunhild
Ehm, für sp g*a*lt die analoge Regel. Seit inzwischen über 20 Jahren:
Wes-pe, Wes-te usw.
Detlef Meißner
2020-04-19 14:55:26 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Gunhild Simon
Post by Manfred Hoß
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?
Gruß
Manfred.
Für sp gilt die analoge Regel.
Gruß
Gunhild
Wes-pe, Wes-te usw.
Nein, auch vorher galt sie nicht für sp.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
U***@web.de
2020-04-19 17:27:40 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Sergio Gatti
Post by Gunhild Simon
Post by Manfred Hoß
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?
Gruß
Manfred.
Für sp gilt die analoge Regel.
Wes-pe, Wes-te usw.
Nein, auch vorher galt sie nicht für sp.
Haben die Platzwarte jeweils die Bes-
pielparkeit eines Platzes beurteilt?

Griechische sp-Anlaute wollen mir im Moment
allerdings nicht einfallen.
Detlef Meißner
2020-04-19 17:58:50 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Detlef Meißner
Post by Sergio Gatti
Post by Gunhild Simon
Post by Manfred Hoß
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?
Gruß
Manfred.
Für sp gilt die analoge Regel.
Wes-pe, Wes-te usw.
Nein, auch vorher galt sie nicht für sp.
Haben die Platzwarte jeweils die Bes-
pielparkeit eines Platzes beurteilt?
Inzwischen weiß wohl niemand mehr so richtig, worauf er sich bezieht.

Detlef
--
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im
Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
(Mark Twain)
Florian Ritter
2020-04-19 18:10:28 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Haben die Platzwarte jeweils die Bes-
pielparkeit eines Platzes beurteilt?
Griechische sp-Anlaute wollen mir im Moment
allerdings nicht einfallen.
Speläologie - FR
Christina Kunze
2020-04-19 19:54:38 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Griechische sp-Anlaute wollen mir im Moment
allerdings nicht einfallen.
Spondylus, Sperma, Spelunke (?)

chr
Diedrich Ehlerding
2020-04-20 05:50:19 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by U***@web.de
Griechische sp-Anlaute wollen mir im Moment
allerdings nicht einfallen.
Spondylus, Sperma, Spelunke (?)
Sparta
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Hans
2020-04-19 13:22:25 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?
Hoppala, da habe ich mich vertan.
Manfred Hoß
2020-04-19 13:32:43 UTC
Permalink
Post by Hans
Post by Manfred Hoß
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
In "Wespe" gibt es kein st. Welche Regel greift in dem Fall?
Hoppala, da habe ich mich vertan.
Falls es dich tröstet: du bist nicht der Einzige.

Gruß
Manfred.
Detlef Meißner
2020-04-19 12:32:42 UTC
Permalink
Post by Hans
Da ist mir Kur-stadt schon lieber. Doch spricht für mich nichts gegen
"Wes-te" oder "Wes-pe" oder "Fes-te" oder "Fes-tung" oder auch
"Thermos-tat". etc.
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es tut
ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen das st die
einzelnen Bestandteile trennt (z.B. "Haus-Tier"). Ansonsten: "We-ste",
"We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
^^^^
Hast du auch gelernt "Trenne nie sp, denn es tut ihm weh"?

Detlef
--
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten
Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese
Sprache zu lernen. (Mark Twain)
Ralph Aichinger
2020-04-19 12:37:12 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
einzelnen Bestandteile trennt (z.B. "Haus-Tier"). Ansonsten: "We-ste",
"We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
^^^^
Hast du auch gelernt "Trenne nie sp, denn es tut ihm weh"?
ausp-ressen?
au-spressen?

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Detlef Meißner
2020-04-19 12:43:39 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Detlef Meißner
einzelnen Bestandteile trennt (z.B. "Haus-Tier"). Ansonsten: "We-ste",
"We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
^^^^
Hast du auch gelernt "Trenne nie sp, denn es tut ihm weh"?
ausp-ressen?
au-spressen?
aus-pressen
Wes-pe

Detlef
--
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im
Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
(Mark Twain)
Quinn C
2020-04-19 18:19:57 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es tut
ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen das st die
einzelnen Bestandteile trennt (z.B. "Haus-Tier"). Ansonsten: "We-ste",
"We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
^^^^
Hast du auch gelernt "Trenne nie sp, denn es tut ihm weh"?
Wenn Du eine Wespe an der Taille trennst, wird es ihr wehtun. Jedenfalls
nicht guttun.
--
dasz jederman sehe, wie falsch unsere gugelmönche zu ihres ordens
verteidigung der ersten kirchenexempel anziehen Calvin
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Detlef Meißner
2020-04-19 19:53:57 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Detlef Meißner
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es tut
ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen das st
die einzelnen Bestandteile trennt (z.B. "Haus-Tier"). Ansonsten: "We-ste",
"We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
^^^^
Hast du auch gelernt "Trenne nie sp, denn es tut ihm weh"?
Wenn Du eine Wespe an der Taille trennst, wird es ihr wehtun. Jedenfalls
nicht guttun.
Es ist wichtig, dabei vorsichtig zu sein.

Detlef
--
Unfähigkeit ist nicht ganz durch Gewalt zu ersetzen.
(Brupbacher)
Christina Kunze
2020-04-19 15:52:23 UTC
Permalink
Post by Oliver Voß
Post by Hans
Da ist mir Kur-stadt schon lieber. Doch spricht für mich nichts gegen
"Wes-te" oder "Wes-pe" oder "Fes-te" oder "Fes-tung" oder auch
"Thermos-tat". etc.
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
"We-ste", "We-spe", "Fe-ste", "Fe-stung".
Nu hat ja aber die Rechtschreibreform mit ihren neuen Trennregeln auch
schon verschiedene Jahrzehnte auf dem Buckel.

Trenne nie ck, denn es schreit Au-a!

chr
Detlef Meißner
2020-04-19 16:15:11 UTC
Permalink
Nu hat ja aber die Rechtschreibreform mit ihren neuen Trennregeln auch schon
verschiedene Jahrzehnte auf dem Buckel.
Trenne nie ck, denn es schreit Au-a!
Der Reim ist aber sehr schmerzhaft!

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Martin Gerdes
2020-04-19 20:19:34 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
das st die einzelnen Bestandteile trennt (z.B. "Haus-Tier")
Nu hat ja aber die Rechtschreibreform mit ihren neuen Trennregeln auch
schon verschiedene Jahrzehnte auf dem Buckel.
An sich schon. Wenn man sich aber die Schreibpraxis auch der Presse vor
Augen führt, muß man wohl konstatieren, daß die Lernphase noch immer
nicht abgeschlossen ist :-)
Post by Christina Kunze
Trenne nie ck, denn es schreit Au-a!
U***@web.de
2020-04-19 17:08:04 UTC
Permalink
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh". Ausgenommen hiervon sind allerdings Komposita, bei denen
das st die einzelnen Bestandteile trennt (z.B. "Haus-Tier").
Hau-
stier

wäre schon nett gewesen...

Gruß, ULF
Manfred Russ
2020-04-21 20:22:54 UTC
Permalink
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh".
Sollte doch wohl heißen (oder: geheißen gehabt haben):
"Trenne nie (langes) s - t, denn es tut ihm weh."

Weil man nich die Ligatur kaputt machen soll. Galt WIMRE aber nur für
den Schriftsetzer.
Christina Kunze
2020-04-21 20:50:14 UTC
Permalink
Post by Manfred Russ
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh".
"Trenne nie (langes) s - t, denn es tut ihm weh."
Weil man nich die Ligatur kaputt machen soll. Galt WIMRE aber nur für
den Schriftsetzer.
Hä? Was für Trennungsregeln habt Ihr denn in der Schule gelernt?

chr
Heinz Lohmann
2020-04-22 14:27:23 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Russ
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh".
"Trenne nie (langes) s - t, denn es tut ihm weh."
Weil man nich die Ligatur kaputt machen soll. Galt WIMRE aber nur für
den Schriftsetzer.
Hä? Was für Trennungsregeln habt Ihr denn in der Schule gelernt?
Wie trennst du "Haustür"?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
U***@web.de
2020-04-22 14:32:27 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Russ
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh".
"Trenne nie (langes) s - t, denn es tut ihm weh."
Weil man nich die Ligatur kaputt machen soll. Galt WIMRE aber nur für
den Schriftsetzer.
Hä? Was für Trennungsregeln habt Ihr denn in der Schule gelernt?
Wie trennst du "Haustür"?
Bei Christina würde ich mir eine Abweichung
von den Regeln genehmigen und das 'Hä' trennen,
auf das es in einer Fachgruppe (Achterndiek
beglückte uns letztens mit länglichen Ausführungen
dazu, was er meint, dort sehen zu wollen)
etwas neutraler, wenn nicht sogar freundlicher,
wirke.
Christina Kunze
2020-04-22 16:30:04 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Russ
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh".
"Trenne nie (langes) s - t, denn es tut ihm weh."
Weil man nich die Ligatur kaputt machen soll. Galt WIMRE aber nur für
den Schriftsetzer.
Hä? Was für Trennungsregeln habt Ihr denn in der Schule gelernt?
Wie trennst du "Haustür"?
Haus-tür. Da geht ja keine Ligatur kaputt, weil es ja ein rundes S ist.

chr
Quinn C
2020-04-22 18:04:23 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Russ
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh".
"Trenne nie (langes) s - t, denn es tut ihm weh."
Weil man nich die Ligatur kaputt machen soll. Galt WIMRE aber nur für
den Schriftsetzer.
Hä? Was für Trennungsregeln habt Ihr denn in der Schule gelernt?
Wie trennst du "Haustür"?
Haus-tür. Da geht ja keine Ligatur kaputt, weil es ja ein rundes S ist.
Eben. Ich weiß nicht, ob das der tatsächliche Hintergrund ist, aber es
erklärt die alte st-Regel gut, und auch, warum sp nicht parallel
behandelt wurde.
--
GUGEL, f., m., kapuze, mlat. cuculla, cucullus, ahd. cucalun cucullam
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Diedrich Ehlerding
2020-04-22 20:02:57 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Eben. Ich weiß nicht, ob das der tatsächliche Hintergrund ist, aber es
erklärt die alte st-Regel gut, und auch, warum sp nicht parallel
behandelt wurde.
Inwiefern wurde sp anders behandelt als st? Wenn man in altdeuitscher
Kurrentschrift ein langes s ("ſ") verwendet und -ſp- geschrieben hätte,
also im Silbenanlaut, etwa im Wort "Geſpenſter", wurde -ſp- ebensowenig
getrennt wie -ſt-; getrennt wurden -sp- und -st-, wenn also das s am
Schluss einer Silbe stand ("auspacken")
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Stefan Schmitz
2020-04-22 20:46:06 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Eben. Ich weiß nicht, ob das der tatsächliche Hintergrund ist, aber es
erklärt die alte st-Regel gut, und auch, warum sp nicht parallel
behandelt wurde.
Inwiefern wurde sp anders behandelt als st? Wenn man in altdeuitscher
Kurrentschrift ein langes s ("ſ") verwendet und -ſp- geschrieben hätte,
also im Silbenanlaut, etwa im Wort "Geſpenſter", wurde -ſp- ebensowenig
getrennt wie -ſt-; getrennt wurden -sp- und -st-, wenn also das s am
Schluss einer Silbe stand ("auspacken")
Bei "Geſpenſter" käme niemand auf die Idee, das -ſp- zu trennen.
Bei "Kaſten" sieht das schon anders aus. Mit welchem s schrieb man Wespe?
Manfred Hoß
2020-04-22 20:55:49 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Eben. Ich weiß nicht, ob das der tatsächliche Hintergrund ist, aber es
erklärt die alte st-Regel gut, und auch, warum sp nicht parallel
behandelt wurde.
Inwiefern wurde sp anders behandelt als st? Wenn man in altdeuitscher
Kurrentschrift ein langes s ("ſ") verwendet und -ſp- geschrieben hätte,
also im Silbenanlaut, etwa im Wort "Geſpenſter", wurde -ſp- ebensowenig
getrennt wie -ſt-; getrennt wurden -sp- und -st-, wenn also das s am
Schluss einer Silbe stand ("auspacken")
Bei "Geſpenſter" käme niemand auf die Idee, das -ſp- zu trennen.
Bei "Kaſten" sieht das schon anders aus. Mit welchem s schrieb man Wespe?
"Wespe" schrieb man mit langem s, also "Weſpe".

Gruß
Manfred.
Helmut Richter
2020-04-22 21:28:45 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Eben. Ich weiß nicht, ob das der tatsächliche Hintergrund ist, aber es
erklärt die alte st-Regel gut, und auch, warum sp nicht parallel
behandelt wurde.
Inwiefern wurde sp anders behandelt als st? Wenn man in altdeuitscher
Kurrentschrift ein langes s ("ſ") verwendet und -ſp- geschrieben hätte,
also im Silbenanlaut, etwa im Wort "Geſpenſter", wurde -ſp- ebensowenig
getrennt wie -ſt-; getrennt wurden -sp- und -st-, wenn also das s am
Schluss einer Silbe stand ("auspacken")
Bei "Geſpenſter" käme niemand auf die Idee, das -ſp- zu trennen.
Bei "Kaſten" sieht das schon anders aus. Mit welchem s schrieb man Wespe?
Mein Duden hat als Standardbeiſpiele: Weſpe, Knoſpe

Spezialfälle:

ausgefallenes e: auserleſne, Wechſler, ich leſ’
Fremdwörter: Mikroſkop, Manuſkript, tranſkribieren (da muſs man wiſſen,
welches ſ oder s ausgefallen iſt), Iſrael
Aber: Kubismus, Mesner, Arabeske, transponieren

„Maske“ steht nicht drin, ich würde aber auf s tippen. Es iſt für s die
Rede vom Ende einer Stammſilbe, d.h. nicht notwendig das Ende des geſamten
Wortſtamms.

Zur Silbentrennung bei ſ und s ſteht nichts drin. Wenn man Beiſpieltexte
anſieht, findet man keine Veränderungen von s-Schreibweiſen an den
Trennungsſtellen: Waſ-ſer, weſ-ſen, wes-halb. Daher wohl ziemlich ſicher
auch Weſ-pe

Die Sonderregeln für ſſ/ſt/ſp ſind irgendwie inkonſequent:

ſſ : langes s, Ligatur, Trennung ſ-ſ
ſt : langes s, Ligatur, keine Trennumg
ſp : langes s, keine Ligatur, Trennung ſ-p

Ich gehe davon aus, daſs auch andere Ligaturen bei Bedarf in der Mitte
getrennt werden: ck (als k-k), ff, ft, ll, tz.
--
Helmut Richter
Manfred Hoß
2020-04-22 21:59:34 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Fremdwörter: Mikroſkop, Manuſkript, tranſkribieren (da muſs man wiſſen,
welches ſ oder s ausgefallen iſt),
In der 1902 erschienenen 7. Auflage des Orthographischen Wörterbuchs von
Konrad Duden heißt es in einer Fußnote:

Bei den mit trans zuſammengeſetzten Wörtern fällt vor den mit ſ beginnenden
Lautgruppen, ſc, ſk, ſp, ſz, das s, wie ſchon im Lateiniſchen, in der Regel
aus; man ſchreibt daher tranſkribieren, tranſpirieren, tranſzendent. Vor ſ
mit folgendem Vokal kann das s ſtehen bleiben; man schreibt also Transſudat
und Tranſudat.
Post by Helmut Richter
Iſrael
In diesem Fall gab es eine Doppelform. So führt der erwähnte Duden neben
Iſrael noch Israel auf, ebenso Iſlam/Islam. Derartige Doppelformen wurden
jedoch von Konrad Duden und seinen Nachfolgern nach und nach weggelassen.

[...]
Post by Helmut Richter
„Maske“ steht nicht drin, ich würde aber auf s tippen.
Das finde ich seltsam, dass Maske in deinem Duden nicht zu finden ist.
Welche Auflage hast du?

Gruß
Manfred.
Christina Kunze
2020-04-23 04:23:44 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
[...]
Post by Helmut Richter
„Maske“ steht nicht drin, ich würde aber auf s tippen.
Das finde ich seltsam, dass Maske in deinem Duden nicht zu finden ist.
Welche Auflage hast du?
1936 steht es unter dem Lemma Maskaron, mit rundem S.

chr
Roland Franzius
2020-04-23 04:33:29 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
[...]
Post by Helmut Richter
„Maske“ steht nicht drin, ich würde aber auf s tippen.
Das finde ich seltsam, dass Maske in deinem Duden nicht zu finden ist.
Welche Auflage hast du?
1936 steht es unter dem Lemma Maskaron, mit rundem S.
https://books.google.de/books?id=Ks06AAAAcAAJ&pg=PA107&dq=%22maske%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwik0oja2v3oAhWsw6YKHYG6DKYQ6AEIKjAA#v=onepage&q=%22maske%22&f=false

Offenbar gibts keine sk-Ligatur, meist kommen sie wohl aus dem
Französischen, masque, grotesque und zerfallen über Silbengrenze.
--
Roland Franzius
Christian Weisgerber
2020-04-23 14:47:52 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Offenbar gibts keine sk-Ligatur, meist kommen sie wohl aus dem
Französischen, masque, grotesque und zerfallen über Silbengrenze.
Deutsch hat ursprünglisches germanisches *sk und früh entlehntes
sk (discus > Tisch) zu /ʃ/ verschoben. Die Schreibweise <sch> lässt
noch den Zwischenschritt /sk/ > /sx/ > /ʃ/ erkennen. Heutige Wörter
mit sk sind also aus anderen Sprachen übernommen oder neu geprägt.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Helmut Richter
2020-04-23 10:27:19 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Helmut Richter
Fremdwörter: Mikroſkop, Manuſkript, tranſkribieren (da muſs man wiſſen,
welches ſ oder s ausgefallen iſt),
In der 1902 erschienenen 7. Auflage des Orthographischen Wörterbuchs von
Bei den mit trans zuſammengeſetzten Wörtern fällt vor den mit ſ beginnenden
Lautgruppen, ſc, ſk, ſp, ſz, das s, wie ſchon im Lateiniſchen, in der Regel
aus; man ſchreibt daher tranſkribieren, tranſpirieren, tranſzendent. Vor ſ
mit folgendem Vokal kann das s ſtehen bleiben; man schreibt also Transſudat
und Tranſudat.
Post by Helmut Richter
Iſrael
In diesem Fall gab es eine Doppelform. So führt der erwähnte Duden neben
Iſrael noch Israel auf, ebenso Iſlam/Islam. Derartige Doppelformen wurden
jedoch von Konrad Duden und seinen Nachfolgern nach und nach weggelassen.
Interessant wäre die Begründung für die eine oder andere Form nach den
Regeln. In beiden Fällen ist das s der erste von drei Wurzelkonsonanten einer
semitischen Wurzel, also ein Silbenende innerhalb eines Wortstamms.
Allerdings sollte die Regel nicht voraussetzen, dass man Fremdwörter aus allen
Herkunftssprachen zerlegen kann, wie es offenbar um 1900 für Latein und
Griechisch als selbstverständlich vorausgesetzt wurde – wers nicht zerlegen
kann, solls nicht benutzen.

Fürs Deutsche sind „Maske“ und „Muskel“ noch die relativ deutschesten der von
mir gefundenen Wörter, die innerhalb des Wortstamms ein s am Silbenende (außer
ss, st, sp) haben, alle anderen sind eindeutig Fremwörter, meist aus Latein
und Griechisch, oder aber geografische Namen aus vielen Herkunftssprachen:

grc/la: Seismo..., Kosmos, Asbest, Floskel, Kaskade
geogr./ethn.: Osmane, Usbeke, Lesbos, Moskau, Dresden, Bosnien
sonstige: Whisky, Moskito, Kioske

Gibts dafür eine Regel, wie das s geschrieben wird?
Post by Manfred Hoß
[...]
Post by Helmut Richter
„Maske“ steht nicht drin, ich würde aber auf s tippen.
Das finde ich seltsam, dass Maske in deinem Duden nicht zu finden ist.
Welche Auflage hast du?
Einen ziemlich neuen (15. Aufl. 1961), in dem das Wörterverzeichnis schon
lange in Antiqua war, der aber noch die Regeln fürs lange und runde s
enthielt. Mich interessierten eigentlich nur die Regeln; ich hatte keine
Lust, haufenweise Einzelwörter zu vergleichen. Vielleicht haben ältere
Duden die Regeln etwas kompletter.

Also: „Maske“ steht nicht als Beispiel in den Regeln, obwohl das Wort
interessant gewesen wäre. Im Wörterverzeichnis steht es natürlich schon.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2020-04-23 10:46:43 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Manfred Hoß
Post by Helmut Richter
Fremdwörter: Mikroſkop, Manuſkript, tranſkribieren (da muſs man wiſſen,
welches ſ oder s ausgefallen iſt),
In der 1902 erschienenen 7. Auflage des Orthographischen Wörterbuchs von
Bei den mit trans zuſammengeſetzten Wörtern fällt vor den mit ſ beginnenden
Lautgruppen, ſc, ſk, ſp, ſz, das s, wie ſchon im Lateiniſchen, in der Regel
aus; man ſchreibt daher tranſkribieren, tranſpirieren, tranſzendent. Vor ſ
mit folgendem Vokal kann das s ſtehen bleiben; man schreibt also Transſudat
und Tranſudat.
Post by Helmut Richter
Iſrael
In diesem Fall gab es eine Doppelform. So führt der erwähnte Duden neben
Iſrael noch Israel auf, ebenso Iſlam/Islam. Derartige Doppelformen wurden
jedoch von Konrad Duden und seinen Nachfolgern nach und nach weggelassen.
Interessant wäre die Begründung für die eine oder andere Form nach den
Regeln. In beiden Fällen ist das s der erste von drei Wurzelkonsonanten einer
semitischen Wurzel, also ein Silbenende innerhalb eines Wortstamms.
Das hätte ich wegen der benachbarten
Form 'salam' gerne genauer.
Helmut Richter
2020-04-23 15:18:35 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Helmut Richter
Post by Manfred Hoß
Post by Helmut Richter
Fremdwörter: Mikroſkop, Manuſkript, tranſkribieren (da muſs man wiſſen,
welches ſ oder s ausgefallen iſt),
In der 1902 erschienenen 7. Auflage des Orthographischen Wörterbuchs von
Bei den mit trans zuſammengeſetzten Wörtern fällt vor den mit ſ beginnenden
Lautgruppen, ſc, ſk, ſp, ſz, das s, wie ſchon im Lateiniſchen, in der Regel
aus; man ſchreibt daher tranſkribieren, tranſpirieren, tranſzendent. Vor ſ
mit folgendem Vokal kann das s ſtehen bleiben; man schreibt also Transſudat
und Tranſudat.
Post by Helmut Richter
Iſrael
In diesem Fall gab es eine Doppelform. So führt der erwähnte Duden neben
Iſrael noch Israel auf, ebenso Iſlam/Islam. Derartige Doppelformen wurden
jedoch von Konrad Duden und seinen Nachfolgern nach und nach weggelassen.
Interessant wäre die Begründung für die eine oder andere Form nach den
Regeln. In beiden Fällen ist das s der erste von drei Wurzelkonsonanten einer
semitischen Wurzel, also ein Silbenende innerhalb eines Wortstamms.
Das hätte ich wegen der benachbarten
Form 'salam' gerne genauer.
Der semitische Teil der Antwort ist einfach: Aus den Wurzelkonsonten werden
verschiedene Verben und andere Wörter geformt, indem zwischen sie Vokale
eingestreut werden und sie außerdem Präfixe und Suffixe bekommen können.
Manche der entstehenden Wörter haben keinen Vokal zwischen den ersten beiden
Wurzelkonsonanten, wenigstens in einigen Konjugationsformen. Die haben dann
also ein Silbenende auf -s im Wortstamm. „Islam“ und „Moslem“ haben genau
diese Form von der Wurzel s-l-m. „Israel“ ist ein wenig vertrackter, weil die
Wurzel s-r-h (oder s-r-r) im fertigen Wort nicht mehr komplett ist, aber für
*diese* Betrachtung hier verhält es sich gleich.

Der deutsche Teil ist der schwierige: Wann schreibt man langes ſ und
rundes s? Ich habe mir noch einmal die Regeln und die zu wenigen Beispiele
dazu angesehen, und es scheint mir, sie sind nur viel komplizierter
beschrieben als sie tatsächlich sind; insbesondere die Unterscheidung
zwischen deutschen und Fremdwörtern ist meistens unnötig. Wenn man weiß,
wo man trennen muss, nämlich primär an den Wortfugen und danach gemäß den
Trennungsregeln, ergibt sich daraus auch, wo welches s geschrieben wird.

Fremdwörter kommen hauptsächlich da ins Spiel, wo Wortfugen erkannt werden
müssen, wie in tran-skribieren aber trans-ponieren, Epis-ode, ...

Bei der Trennung gab es bis zur RSR die Sonderregel, dass -st- nicht getrennt
wird.

Weiß man die Trennung, dann ist langes ſ vs. rundes s einfach:

Rund sind die s, die unmittelbar vor dem Wortende, einer Wortfuge oder einer
Trennstelle innerhalb eines Teilwortes liegen, mit Ausnahme von s vor s/p/t
*innerhalb* eines Teilwortes (wobei es vor der RSR den Fall s vor t nicht
geben konnte). Lang sind alle übrigen s.

Allerdings sind -ſſ-, -ſp- und -ſt- im *Inneren* deutscher Wörter sehr
viel häufiger als alle anderen -sx- mit einem Konsonanten x, vor dem
getrennt wird. Mit anderen Worten: die Ausnahme oben ist der Normalfall in
diese Situation. Trotzdem gilt die Regel so, wie sie dasteht.

Beispiele mit = für Wortfuge und - für Trennstelle innerhalb eines Teilwortes:
Aus=ſichts=turm, Ha-gel=ſturm, Waſ-ſer, We-ſte (vor RSR), Weſ-te (Fraktur
trotz RSR), Baſt-ler, Weſ-pe, Mas-ke, Dres-den, Bos-ni-en. Diese Wörter
konnte ich aber nicht alle überprüfen; ich habe nur von den Beispielen bei
den Regeln versucht zu verallgemeinern.

Nach diesen Regeln dürfte es nur Is-lam und Is-rael heißen. Meine Frage war:
Mit welcher Begründung nicht?

--
Helmut Richter
Stefan Schmitz
2020-04-23 12:54:51 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Fürs Deutsche sind „Maske“ und „Muskel“ noch die relativ deutschesten der von
mir gefundenen Wörter, die innerhalb des Wortstamms ein s am Silbenende (außer
ss, st, sp) haben, alle anderen sind eindeutig Fremwörter, meist aus Latein
grc/la: Seismo..., Kosmos, Asbest, Floskel, Kaskade
geogr./ethn.: Osmane, Usbeke, Lesbos, Moskau, Dresden, Bosnien
sonstige: Whisky, Moskito, Kioske
Gibts dafür eine Regel, wie das s geschrieben wird?
Ich kann eh nicht nachvollziehen, warum nach solchen Regeln zwischen langem
und rundem s unterschieden wurde. Wie ist das entstanden?
Warum nicht einfach stimmhaft/stimmlos?
Christina Kunze
2020-04-23 15:47:08 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Helmut Richter
Fürs Deutsche sind „Maske“ und „Muskel“ noch die relativ deutschesten der von
mir gefundenen Wörter, die innerhalb des Wortstamms ein s am Silbenende (außer
ss, st, sp) haben, alle anderen sind eindeutig Fremwörter, meist aus Latein
grc/la: Seismo..., Kosmos, Asbest, Floskel, Kaskade
geogr./ethn.: Osmane, Usbeke, Lesbos, Moskau, Dresden, Bosnien
sonstige: Whisky, Moskito, Kioske
Gibts dafür eine Regel, wie das s geschrieben wird?
Ich kann eh nicht nachvollziehen, warum nach solchen Regeln zwischen langem
und rundem s unterschieden wurde. Wie ist das entstanden?
Warum nicht einfach stimmhaft/stimmlos?
Das Blei, das Blei. Das lange S ist viel schmaler und schmiegt sich
außerdem in Ligaturen ein, zu Zeiten, in denen Beschreibmaterialien
teuer waren, weil beispielsweise für jede Doppelseite ein kleines
Zicklein dran glauben musste, zählte sowas.
Und dass am Ende nicht auch ein rundes S steht, ist unbestätigten
Berichten zufolge der Ästhetik geschuldet.
(Oder der Nachahmung antiker Sprachen? Das kommt wahrscheinlich zeitlich
nicht hin, oder was meinen die Schrifthistoriker?)

chr
Manfred Hoß
2020-04-22 18:48:36 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Russ
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh".
"Trenne nie (langes) s - t, denn es tut ihm weh."
Weil man nich die Ligatur kaputt machen soll. Galt WIMRE aber nur für
den Schriftsetzer.
Hä? Was für Trennungsregeln habt Ihr denn in der Schule gelernt?
Wie trennst du "Haustür"?
Haus-tür. Da geht ja keine Ligatur kaputt, weil es ja ein rundes S ist.
Wie trennst du "bemooste"?

Gruß
Manfred.
Christina Kunze
2020-04-23 09:12:29 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste

Chri-sti-na
Manfred Hoß
2020-04-23 12:50:16 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Genau das finde ich fragwürdig, denn Moos ist ein Wortbestandteil und te
benötigt als Silbe keine weiteren Buchstaben. Sonst müsste belaubte be-lau-
bte getrennt werden.

Gruß
Manfred
Helmut Richter
2020-04-23 15:30:58 UTC
Permalink
Date: Thu, 23 Apr 2020 14:50:16 +0200
Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch
Subject: Re: Thermostat
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Das war vor der RSR um 2000 richtig, nach ihr nicht mehr.
Genau das finde ich fragwürdig, denn Moos ist ein Wortbestandteil und te
benötigt als Silbe keine weiteren Buchstaben.
Über das „braucht“ habe ich neulich geschrieben. Jede Silbe beginnt mit
einem Konsonanten, und wenns ein Glottisschlag ist. Endungen können aber
vokalisch sein und „brauchen“ daher einen Konsonanten, den sie sich von
der voranstehenden Silbe klau... äääh ausleihen, wenn die einen hat (z.B.
nicht bei „Bebau-ung“).
Sonst müsste belaubte be-lau-bte getrennt werden.
Nein, weil -te als Silbe keine weiteren Buchstaben braucht.
--
Helmut Richter
Christina Kunze
2020-04-23 15:44:56 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Genau das finde ich fragwürdig, denn Moos ist ein Wortbestandteil und te
benötigt als Silbe keine weiteren Buchstaben. Sonst müsste belaubte be-lau-
bte getrennt werden.
Gruß
Manfred
Nu, ich trenne auch "er-mor-det", wobei eigentlich das D zum Stamm und
das "et" zur Endung gehört.

chr
Manfred Hoß
2020-04-23 17:20:16 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Genau das finde ich fragwürdig, denn Moos ist ein Wortbestandteil und te
benötigt als Silbe keine weiteren Buchstaben. Sonst müsste belaubte be-lau-
bte getrennt werden.
Gruß
Manfred
Nu, ich trenne auch "er-mor-det", wobei eigentlich das D zum Stamm und
das "et" zur Endung gehört.
Ich bezog mich auf die Silbe te, du dich auf die Silbe et. Die Silbe te
kann für sich stehen (be-laub-te), die Silbe et nicht. Hier muss noch
zumindest ein Buchstabe aus dem Stamm zu der Silbe wechseln: be-lau-bet.
Insofern ist be-moos-te unproblematisch, be-moos-et hingegen klar falsch.
Da müsste es be-moo-set heißen.

Gruß
Manfred.
U***@web.de
2020-04-23 18:28:51 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Genau das finde ich fragwürdig, denn Moos ist ein Wortbestandteil und te
benötigt als Silbe keine weiteren Buchstaben. Sonst müsste belaubte be-lau-
bte getrennt werden.
Gruß
Manfred
Nu, ich trenne auch "er-mor-det", wobei eigentlich das D zum Stamm und
das "et" zur Endung gehört.
Ich bezog mich auf die Silbe te, du dich auf die Silbe et. Die Silbe te
kann für sich stehen (be-laub-te), die Silbe et nicht. Hier muss noch
zumindest ein Buchstabe aus dem Stamm zu der Silbe wechseln: be-lau-bet.
Insofern ist be-moos-te unproblematisch, be-moos-et hingegen klar falsch.
Da müsste es be-moo-set heißen.
Interessant wären die Trennungen von 'ziehet' und 'knieet'.
Heinz Lohmann
2020-04-23 15:18:58 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Chri-sti-na
Lt. Duden 24:
Chris|tus

Warum darf man da trennen? Hat es mit der Etymologie zu tun?

PS: Ich bin aber sehr dafür, dass man seinen eigenen Namen trennen darf
wie man will.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Christina Kunze
2020-04-23 15:48:27 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Chri-sti-na
Chris|tus
Warum darf man da trennen? Hat es mit der Etymologie zu tun?
Ja, seit Duden 23 gelten ja auch neue Regeln, und nach denen tut S-T dem
Blei nicht mehr weh, dafür schreit C-K "Aua".

chr
Helmut Richter
2020-04-23 15:58:22 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Chri-sti-na
Chris|tus
Warum darf man da trennen? Hat es mit der Etymologie zu tun?
Ja, seit Duden 23 gelten ja auch neue Regeln, und nach denen tut S-T dem Blei
nicht mehr weh, dafür schreit C-K "Aua".
Da schreie ich mit. Das war zwar nur eine Änderung aus ästhetischen
Gründen, aber sowas von hässlich!

Die zweite Silbe braucht einen Konsonanten, also am einfachsten „Dec-ke“.
Warum nicht? Bei der Kat-ze, die auf der Dec-ke liegt, gehts ja auch.

Bis zur RSR schrieb man „Dek-ke“. Ich finds nicht schön, aber es passt
silbenaufteilungsmäßig zum Kis-sen, auf dem die Kat-ze auch manchmal liegt
und zu ihrem Fut-ter.

Wie so oft, wurde einfach die schlechteste Lösung gewählt: „De-cke“.
Hässlich und falsch.
--
Helmut Richter
Roland Franzius
2020-04-23 16:56:22 UTC
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Chri-sti-na
Chris|tus
Warum darf man da trennen? Hat es mit der Etymologie zu tun?
Ja, seit Duden 23 gelten ja auch neue Regeln, und nach denen tut S-T dem Blei
nicht mehr weh, dafür schreit C-K "Aua".
Da schreie ich mit. Das war zwar nur eine Änderung aus ästhetischen
Gründen, aber sowas von hässlich!
Die zweite Silbe braucht einen Konsonanten, also am einfachsten „Dec-ke“.
Warum nicht? Bei der Kat-ze, die auf der Dec-ke liegt, gehts ja auch.
Bis zur RSR schrieb man „Dek-ke“. Ich finds nicht schön, aber es passt
silbenaufteilungsmäßig zum Kis-sen, auf dem die Kat-ze auch manchmal liegt
und zu ihrem Fut-ter.
Wie so oft, wurde einfach die schlechteste Lösung gewählt: „De-cke“.
Hässlich und falsch.
Das Problem war ja einfach 1997, dass so ein Word/DOS/486 bei so etwas
wie einer Änderung der Buchstaben bei Trennung wegen Überhitzung
abgeblasen wäre.

Man war damals ja schon froh, wenn man eine Word-Sitzung vorm Absturz
zufällig noch mal zwischengespeichert hatte.

Die Philologen, die damals an den Sitzungen teilnahmen, waren
hoffnungslos den Könnern aus der Hardwarebranche und den
Basic-Programmierern ausgeliefert.
--
Roland Franzius
Christina Kunze
2020-04-23 18:13:53 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Das Problem war ja einfach 1997, dass so ein Word/DOS/486 bei so etwas
wie einer Änderung der Buchstaben bei Trennung wegen Überhitzung
abgeblasen wäre.
Das halte ich für eine Legende. Im Ungarischen wird von manchen Lauten,
die mit zwei oder mehr Buchstaben geschrieben werden, bei Doppellauten
nur der erste Buchstabe verdoppelt, etwa sz in asszony (Frau).
Getrennt wird es aber asz-szony.
Wenn die Programme das konnten (und unter Win3.1 konnten sie das), wieso
soll es mit dem ck nicht gegangen sein?

War wohl eher Vereinfachungsabsicht.

chr
Detlef Meißner
2020-04-23 18:26:04 UTC
Permalink
Das Problem war ja einfach 1997, dass so ein Word/DOS/486 bei so etwas wie
einer Änderung der Buchstaben bei Trennung wegen Überhitzung abgeblasen
wäre.
Das halte ich für eine Legende. Im Ungarischen wird von manchen Lauten, die
mit zwei oder mehr Buchstaben geschrieben werden, bei Doppellauten nur der
erste Buchstabe verdoppelt, etwa sz in asszony (Frau).
Getrennt wird es aber asz-szony.
Wenn die Programme das konnten (und unter Win3.1 konnten sie das), wieso soll
es mit dem ck nicht gegangen sein?
War wohl eher Vereinfachungsabsicht.
Es sollte so sein wie bei ch. Eine sehr simple Analogie, die selbst
Grundschülern schleierhaft ist.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Roland Franzius
2020-04-24 06:34:15 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Roland Franzius
Das Problem war ja einfach 1997, dass so ein Word/DOS/486 bei so etwas
wie einer Änderung der Buchstaben bei Trennung wegen Überhitzung
abgeblasen wäre.
Das halte ich für eine Legende. Im Ungarischen wird von manchen Lauten,
die mit zwei oder mehr Buchstaben geschrieben werden, bei Doppellauten
nur der erste Buchstabe verdoppelt, etwa sz in asszony (Frau).
Getrennt wird es aber asz-szony.
Wenn die Programme das konnten (und unter Win3.1 konnten sie das), wieso
soll es mit dem ck nicht gegangen sein?
War wohl eher Vereinfachungsabsicht.
1995 hatte man bestenfalls ein bis zwei mit Disketten-betriebenen
Olivetti im Büro.

Ich habe 1995 auf eigene Kosten für 5000 DM ein ESCOM-Paradigma mit
einem 486 und 500MB Festplatte gekauft.

Damit und dem ersten Beamer in der Uni war ich dann der Mittelpunkt des
Interesses bei der Tagung von Global-Info in Dresden. Sowas hatte die
Welt beiderseits der Elbe noch nicht gesehen.

Jedenfalls hieß damals jeder Zugriff im Büro auf die Trenn-Datenbank,
hallo, Diskettenzugriff.

Ich habe auf den Olivettis, die der Fachbereich aneschafft hatte, ein
einziges Mal den FORTRN-Compiler mit fünf Disketten gestartet, aber für
sowas reichte meine Geduld nicht.

Glücklicherweise traten dann 1995 Amiga und Atari mit brauchbaren 68000
Maschinen auf den Markt.

Geisteswissenschaftliche Arbeiten mit Word auf einem Dell oder Toshiba
Notebook von 1998 mit 6 GB Festplatte, wie sie meine
Erziehungsberechtigten bis zum jeweiligen Abdampfen betrieben,
benötigten immer einen Betriebsingenieur, der im Zweifel in der Lage
war, die Word-Exkremente nach Absturz wieder zusammenzusuchen.

Und damals kostete eine Stunde Telefon nach USA noch 120DM.
--
Roland Franzius
wolfgang sch
2020-04-24 07:06:47 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Post by Christina Kunze
Wenn die Programme das konnten (und unter Win3.1 konnten sie das),
wieso soll es mit dem ck nicht gegangen sein?
War wohl eher Vereinfachungsabsicht.
1995 hatte man bestenfalls ein bis zwei mit Disketten-betriebenen
Olivetti im Büro.
Es gibt verschiedene mans. Die schnellsten Geschosse waren 1995 Pentiums
mit Windows 95, die breite Masse hatte noch 386 und 486 unter Windows
3.
Post by Roland Franzius
Geisteswissenschaftliche Arbeiten mit Word auf einem Dell oder Toshiba
Notebook von 1998 mit 6 GB Festplatte, wie sie meine
Erziehungsberechtigten bis zum jeweiligen Abdampfen betrieben,
benötigten immer einen Betriebsingenieur, der im Zweifel in der Lage
war, die Word-Exkremente nach Absturz wieder zusammenzusuchen.
Es gibt ja das Phänomen des Software-Bloat. Microsoft schafft es, dass
ein typischer PC des Jahres 2020 mit einem heutigen Windows und Office
gefühlt gleich langsam arbeitet wie ein tpyischer PC des Jahres 1995 mit
den damaligen Vversionen, obwohl ersterer das 1000-fache an RAM und
Plattenplatz. Und das ohne jeglichen Zusatznutzen.

Ob Word 6 Silbentrennung beherrschte weiß ich nicht mehr, aber wenn
Christina sich erinnert dann wird das wohl so sein.
--
Emerging from below past Nollendorfplatz
http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Manfred Hoß
2020-04-24 15:05:12 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
Post by Roland Franzius
Post by Christina Kunze
Wenn die Programme das konnten (und unter Win3.1 konnten sie das),
wieso soll es mit dem ck nicht gegangen sein?
War wohl eher Vereinfachungsabsicht.
1995 hatte man bestenfalls ein bis zwei mit Disketten-betriebenen
Olivetti im Büro.
Es gibt verschiedene mans. Die schnellsten Geschosse waren 1995 Pentiums
mit Windows 95, die breite Masse hatte noch 386 und 486 unter Windows
3.
Als Angehöriger der breiten Masse reichte es 1992 bei mir zu einem 386er.
Immerhin hatte die Festplatte 170 MB und war damit so groß, dass sie für
mein ganzes Leben ausreichen würde. Immerhin hatte ich bereits Windows for
Workgroups. Als ich später den Hauptspeicher vergrößerte, kostete ein
Riegel mit 1 MB Größe ungefähr 100,- DM.

Allerdings kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob das mitgelieferte
Lotus AmiPro bei der Silbentrennung aus Hecke Hek-ke machte.

Gruß
Manfred.
Heinz Lohmann
2020-04-24 15:06:02 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Roland Franzius
Das Problem war ja einfach 1997, dass so ein Word/DOS/486 bei so etwas
wie einer Änderung der Buchstaben bei Trennung wegen Überhitzung
abgeblasen wäre.
Das halte ich für eine Legende. Im Ungarischen wird von manchen Lauten,
die mit zwei oder mehr Buchstaben geschrieben werden, bei Doppellauten
nur der erste Buchstabe verdoppelt, etwa sz in asszony (Frau).
Getrennt wird es aber asz-szony.
Wenn die Programme das konnten (und unter Win3.1 konnten sie das), wieso
soll es mit dem ck nicht gegangen sein?
War wohl eher Vereinfachungsabsicht.
Seit Word 6 mache ich mir eigentlich nur noch wenig Kopfzerbrechen über
Silbentrennung. Das konnte das Programm schon damals halbwegs gut. Für
meine Dissertation hat es eigentlich gereicht.

Und wer trennt denn noch handschriftlich, in Zeiten, wo die meisten
Schreiber handschriftlich nicht länger als 20 Minuten krampffrei und
leserlich schreiben können?

Vielleicht ist es auch Berufsblindheit meinerseits, weil korrekte
Silbentrennung in DaF eigentlich kein Thema ist.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Ram
2020-04-24 15:38:05 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Vielleicht ist es auch Berufsblindheit meinerseits, weil korrekte
Silbentrennung in DaF eigentlich kein Thema ist.
Wenn jemand Deutsch lernen will, gibt es so viele Dinge,
die wichtiger sind als die Silbentrennung beim Schreiben,
daß man diese wirklich aufschieben kann, bis jemand C2
erreicht hat. Und dann kann er sie bei Bedarf selber
nachlesen beziehungsweise bei einzelnen Wörtern nachschlagen.

In den seltenen Fällen, in denen ich in den letzten Jahren
einmal ein Wort trennen wollte, habe ich mir wohl immer eine
für mich eindeutig aussehende Morphemfuge herausgesucht.
Christina Kunze
2020-04-24 15:54:13 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Roland Franzius
Das Problem war ja einfach 1997, dass so ein Word/DOS/486 bei so etwas
wie einer Änderung der Buchstaben bei Trennung wegen Überhitzung
abgeblasen wäre.
Das halte ich für eine Legende. Im Ungarischen wird von manchen Lauten,
die mit zwei oder mehr Buchstaben geschrieben werden, bei Doppellauten
nur der erste Buchstabe verdoppelt, etwa sz in asszony (Frau).
Getrennt wird es aber asz-szony.
Wenn die Programme das konnten (und unter Win3.1 konnten sie das), wieso
soll es mit dem ck nicht gegangen sein?
War wohl eher Vereinfachungsabsicht.
Seit Word 6 mache ich mir eigentlich nur noch wenig Kopfzerbrechen über
Silbentrennung. Das konnte das Programm schon damals halbwegs gut. Für
meine Dissertation hat es eigentlich gereicht.
Handschriftlich nicht, aber manuell, insbesondere, da sich die
Trennregeln je nach Sprache unterscheiden und außerdem die Schönheit im
Auge des Betrachters liegt. Wenn ich wissenschaftliche Texte, oft mit
Textbeispielen aus mehreren Sprachen, für den Druck vorbereite, trenne
ich fast immer mit der Hand.

chr
Helmut Richter
2020-04-24 16:35:58 UTC
Permalink
Handschriftlich nicht, aber manuell, insbesondere, da sich die Trennregeln je
nach Sprache unterscheiden und außerdem die Schönheit im Auge des Betrachters
liegt. Wenn ich wissenschaftliche Texte, oft mit Textbeispielen aus mehreren
Sprachen, für den Druck vorbereite, trenne ich fast immer mit der Hand.
... und wenns geht, für die Lesbarkeit an Kompositionsfu-
gen. Also nicht so wie eben.
--
Helmut Richter
Heinz Lohmann
2020-04-24 01:34:06 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Heinz Lohmann
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Hoß
Wie trennst du "bemooste"?
be-moo-ste
Chri-sti-na
Chris|tus
Warum darf man da trennen? Hat es mit der Etymologie zu tun?
Ja, seit Duden 23 gelten ja auch neue Regeln, und nach denen tut S-T dem
Blei nicht mehr weh, dafür schreit C-K "Aua".
Und wie lange ist die Zeit des Bleisatzes schon Geschichte?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Ram
2020-04-24 01:44:50 UTC
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Und wie lange ist die Zeit des Bleisatzes schon Geschichte?
2019 gab es laut Web an der VHS Hamburg Nord noch einen

|Wochenendkurs: Einführung in den Bleisatz und Buchdruck

für ca. 100,– €, anscheinend mit

|Drucken mit dem Handtiegel und der Abziehpresse

.
Detlef Meißner
2020-04-22 15:27:12 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Manfred Russ
Post by Oliver Voß
Ich habe das mal so gelernt: Es gilt die Regel "Trenne nie st, denn es
tut ihm weh".
"Trenne nie (langes) s - t, denn es tut ihm weh."
Weil man nich die Ligatur kaputt machen soll. Galt WIMRE aber nur für
den Schriftsetzer.
Hä? Was für Trennungsregeln habt Ihr denn in der Schule gelernt?
St mitten im Wort (z.B.) "Kasten" wurde mit langem s geschrieben und
somit bliebt das zusammen.
Bei "Haustür" wird ein rundes s (Schluss-es) geschrieben, somit darf
man st trennen.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Manfred Russ
2020-04-21 19:38:57 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Das ist wie bei Heliko-pter.
Da ist der Artikel nachgestellt*. Das hieß ursprünglich "der Heli-Kopp",
weil er die Schraube aufm Kopf hat.

*analog: Spargel, der.



Ok, ok, ich hör ja schon auf.
Christian Weisgerber
2020-04-18 14:24:03 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der dann
für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Anders als „Fön®“ oder „Tempo®“ verzeichnet Duden.de „Thermostat“
nicht als Warenzeichen.

Das Wort ist im Englischen seit 1831 belegt.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Jan Bruns
2020-04-18 18:35:14 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der
Mitte THERMO
STAT
zu lesen.
Die Thermo-Täterin von Heim-Eier? Klemmt der Nüppel, oder was hat deine
Aufmerksamkeit auf das Objekt gezogen?

Gruss

Jan Bruns
Roland Franzius
2020-04-18 19:41:18 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Auf dem Thermostat eines in den 70ern eingebauten Heizkörpers ist in der Mitte
THERMO
STAT
zu lesen.
Diese Schreibweise sieht mir wie ein Markenname aus, wie er auf moderneren
Thermostaten zu finden ist.
Noch ältere Heizungsventile sind nur mit W<-->K beschriftet.
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der dann
für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
Thermostat ist wie Thermometer, Mikroskop und andere
wissenschaftlich-technischen Begriffe nicht als Markenname registierbar.
--
Roland Franzius
U***@web.de
2020-04-18 20:05:08 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Post by Stefan Schmitz
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der dann
für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Oder wie ist diese Beschriftung zu erklären?
Thermostat ist wie Thermometer, Mikroskop und andere
wissenschaftlich-technischen Begriffe nicht als Markenname registierbar.
Globus offenbar schon, wenn auch nicht für Globen.
Christian Weisgerber
2020-04-18 20:48:09 UTC
Permalink
Post by Roland Franzius
Post by Stefan Schmitz
Kann es sein, dass "Thermostat" wie "Tempo" ein Markenname ist/war, der dann
für das Produkt an sich verallgemeinert wurde?
Thermostat ist wie Thermometer, Mikroskop und andere
wissenschaftlich-technischen Begriffe nicht als Markenname registierbar.
Das ist ja richtig, aber ich halte Stefans Frage für durchaus
sinnvoll. Man kann dem Wort „Thermostat“ nicht direkt ansehen, ob
es eine alte technisch-wissenschaftliche Prägung oder eben ein
ehemaliges Warenzeichen (wie „Thermos-Kanne“) war. So etwas muss
man nachschlagen.

Sehr eindrucksvoll:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_generic_and_genericized_trademarks
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Loading...