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Komma vor 'zu'
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Stefan Ram
2021-07-18 16:52:29 UTC
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»Ein Komma steht jedoch:« ... »wenn das „zu“ des reinen
Infinitivs in der Bedeutung von „um zu“ verwendet wird«.
In der Zwischenzeit habe ich in meinem Korpus danach gesucht.
Dabei konnte ich ohne "um" keine einschlägigen Treffer finden.
Vielleicht ein Indiz dafür, daß bei diesem Satzbaumuster "um zu"
bevorzugt wird. Freilich fand ich keinen Infinitiv, der nicht
irgendwie "erweitert" war.

|würdigen Dinges, das gar zu allerliebst ist, um nicht alle Sünden
| jenseit des Waldes, der zu arm ist, um ein einziges Geschöpf meh
|rauseilt, zu schnell und zu ausgedehnt ist, um durch dieselben be
|n werden, indem die Welt zu bequem ist, um genauer hinzusehen und
|zutreten, übersetzt; wer zu bequem ist, um von seinem eigenen Pfu
|konomie, die jedoch hier zu bescheiden ist, um, wie in Norddeutsc
|utsche Sprache überhaupt zu bäurisch ist, um liebliche Ideen ausz
|enlos liebe und die viel zu edel ist, um eine Liebe zu erwidern,
| Marchese mit ihnen, der zu edel ist, um sie seinen Zorn lange em
|r, daß des Geistes Gefäß zu eng ist, um alles aufzunehmen,« schlo
|sische Einfalt, die viel zu faul ist, um jemand »Nein« zu sagen u
| Saufaus von Steege, der zu faul ist, um sein Boot ordentlich zu
|ranzösische Sprache viel zu gekünstelt ist, um je in einem Buche
|ihr sagen, weil sie viel zu gescheit ist, um sich dadurch verwöhn
|e sonst viel zu klug und zu gescheit ist, um sich durch Schuldenm
| welcher der Huldigungen zu gewohnt ist, um darauf noch grossen W
|t als die ganze Welt und zu glücklich ist, um beneidet zu werden.
|der angewiesenen Wohnung zu groß ist, um ordentlich instandgehalt
|heilig halten alles, was zu gut ist, um beherrscht zu werden, da
|nd zu sprechen, der viel zu gut ist, um euch überhaupt anzusehen!
|zeugung, daß er wirklich zu gutmüthig ist, um einem lebenden Gesc
|Blutsverwandte Dir nicht zu heilig ist, um sie zu opfern, Wenn es
|er, die bloß zu fein und zu hochgeboren ist, um sich mit so einem
|zieht. Sie weiß, daß sie zu häßlich ist, um sich ihm anzubieten w
|e bei ihr lebt, weil sie zu jung ist, um so allein zu reisen.« »I
|r Seemächte, weil Tinian zu klein ist, um von ihnen allen Colonis
|ald, daß Lange Rübe viel zu klug ist, um ein Beamter zu sein. Wir
|n und einsam, und da sie zu kränklich ist, um nur irgendwie dem H
| daß das Leben noch viel zu kurz ist, um ihn lieben zu können? Un
|ein gutes Klärchen, viel zu lieb ist, um es im Stiche zu lassen;
| hält, um zu lernen, und zu lieblos ist, um von seinem Vorrath mi
|r Diöces von Cashel, die zu merkwürdig ist, um sie Dir nicht mitz
|bis jetzt unerwähnt, der zu merkwürdig ist, um übergangen zu werd
| Amt, daß man dann sogar zu müde ist, um seine Ferien gut zu geni
|nd, das zu gut liegt und zu müde ist, um sich zu rühren, das aber
|ine schamlose Seele, die zu niedrig ist, um diese Entwürdigung zu
|müssen gestehen, daß sie zu pikant ist, um nicht zur Ausführung z
|n Wald kamen, wo der Weg zu schlecht ist, um zu lesen oder zu pfl
|it nur erbarmt mich, die zu schwach ist, um eine Meinung öffentli
|hen sie jenem Acker, der zu schwach ist, um ernste und solide Fru
|bekennen, daß diese Hand zu schwach ist, um zugleich den Bischofs
|en davon, daß es bereits zu spät ist, um noch früh aufzustehen, g
|hen Koterie angehört und zu stolz ist, um dafür zu sorgen, daß se
|itleid spräche, Das viel zu tief ist, um nicht mehr zu sein: Dann
|zwischen ihnen obwaltet, zu tugendhaft ist, um an heimlichen Ansc
|rt; »ich muß wissen, was zu tun ist, um der Familie aus ihrer Ver
|g, welche in Ihren Augen zu unbedeutend ist, um Berücksichtigung
|me hört, und die meinige zu unbedeutend ist, um das allgemeine Ko
|u fremd, zu empörerisch, zu unbändig ist, um nicht ein Reis des h
|aber ich meine, wenn man zu wahrhaftig ist, um seine Lippen mit e
|Resignation für sie noch zu warm ist, um sie zu fassen.« ­ »Absch
|berglauben, der mir viel zu werth ist, um mich durch schale Raiso
|r, eine Pflichterfüllung zu wichtig ist, um nicht das Opfer zu br
|tter In der Marienkirche zu Wismar ist um den Taufstein ein eiser
|bedachte, daß der Primas zu witzig ist, um mir eine solche Albern
|Scherz! ja, die Art, die zu wählerisch ist, um mit gemeinen Fraue
|imniß, das geahndet noch zu zart ist, um es zu denken? Sie haben
|reiben, weil die Sprache zu ärmlich ist, um sein Wesen auszudrück
|ugenschein, daß der Mann zu übeltätig ist, um ein bloßer Dummkopf
H.-P. Schulz
2021-07-18 17:29:11 UTC
Permalink
Post by Stefan Ram
»Ein Komma steht jedoch:« ... »wenn das „zu“ des reinen
Infinitivs in der Bedeutung von „um zu“ verwendet wird«.
In der Zwischenzeit habe ich in meinem Korpus danach gesucht.
Dabei konnte ich ohne "um" keine einschlägigen Treffer finden.
Vielleicht ein Indiz dafür, daß bei diesem Satzbaumuster "um zu"
bevorzugt wird. Freilich fand ich keinen Infinitiv, der nicht
irgendwie "erweitert" war.
Ich sehe da auf die Schnelle keinen Fall, der nicht schlechtes Deutsch
wäre.
Dieter Britz
2021-07-21 11:05:23 UTC
Permalink
»Ein Komma steht jedoch:« ... »wenn das „zu“ des reinen Infinitivs in
der Bedeutung von „um zu“ verwendet wird«.
[...]

Ich sehe kein Problem mit zB "Es ist erlaubt zu klatschen".
In welcher Weise würde da ein Komma helfen? Man macht ja
keine Pause beim Aussprechen. Wozu ist ein Komma überhaupt
gut? Ich bemerke dass man viel sparsamer damit ist im Englischen,
obwohl man auch da aufgelockert hat. Ich habe in der Schule
gelernt dass kein Kommer vor "and" oder "or" kommt, aber jetzt
macht man das anscheinend und nennt das das "Oxford comma".
Ganz überflüssig, meine ich.

Aber es gibt natürlich Beispiele wo ein Komma mit dem
Verständnis hilft, zugegeben, (Wie zB das letzte hier).
Nur werden die zu häufig reingeworfen, meine ich.
--
Dieter Britz
Ulf Kutzner
2021-07-21 11:52:09 UTC
Permalink
Aber es gibt natürlich Beispiele wo ein Komma mit dem
Verständnis hilft, zugegeben, (Wie zB das letzte hier).
Nur werden die zu häufig reingeworfen, meine ich.
Wirf noch eines ein.
Gunhild Simon
2021-07-21 13:09:17 UTC
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Aber es gibt natürlich Beispiele wo ein Komma mit dem
Verständnis hilft, zugegeben, (Wie zB das letzte hier).
Nur werden die zu häufig reingeworfen, meine ich.
Wirf noch eines ein.
Hättest du, lieber Ulf, Dein Leben seit deiner Jugend im fremdsprachigen
Ausland verbracht wie Dieter, dann wären dir sicher auch manche idiomatische
Wendungen verloren gegangen. Dagegen merkt man Dieter an, daß Deutsch
seine Muttersprache ist, auch wenn manchmal etwas durch Dänisch oder
Englisch überlagert wird.

Stört das einen großen Geist?

Grüße
Gunhild
Christina Kunze
2021-07-21 16:06:20 UTC
Permalink
Post by Dieter Britz
»Ein Komma steht jedoch:« ... »wenn das „zu“ des reinen Infinitivs in
der Bedeutung von „um zu“ verwendet wird«.
[...]
Ich sehe kein Problem mit zB "Es ist erlaubt zu klatschen".
Da ist ja die Bedeutung auch nicht "um zu", aber wenn man sagen wollte:
"ein Ring, zu knechten", dann wäre die Bedeutung "um zu" (und in
normaler Sprache würde man das auch sagen), und es bräuchte ein Komma.

chr

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