Discussion:
haendel-
Add Reply
Heinz Lohmann
2020-02-29 05:12:38 UTC
Antworten
Permalink
Gerade zum ersten Mal bewusst gelesen:
"händelbar"

"Irgendwann, wenn die Anzahl der Patienten letztendlich ein Niveau
erreicht, was für das Gesundheitssystem schwer händelbar ist, wird man
sich auf andere Sachen fokussieren müssen, nämlich auf die Behandlung
der Schwererkrankten."

Ich finde es gar nicht so schlecht, weil mir die Bedeutung sofort klar
ist und MUSEN ein passendes Adjektiv dieser Bedeutung fehlt.

Der Wortschatz der Uni Leipzig findet dazu schon viele Belege, auch zum
Grundwort "händeln".

Deutsch - eine kreative Sprache mit Zukunft!

<https://www.deutschlandfunk.de/virologe-zu-covid-19-eine-stille-pandemie.676.de.html?dram:article_id=471151>
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Bertel Lund Hansen
2020-02-29 09:54:43 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
"händelbar"
Eine Jukebox mit klassischer Musik?
--
/Bertel - aus Dänemark
Roland Franzius
2020-02-29 10:43:15 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
"händelbar"
"Irgendwann, wenn die Anzahl der Patienten letztendlich ein Niveau
erreicht, was für das Gesundheitssystem schwer händelbar ist, wird man
sich auf andere Sachen fokussieren müssen, nämlich auf die Behandlung
der Schwererkrankten."
Ich finde es gar nicht so schlecht, weil mir die Bedeutung sofort klar
ist und MUSEN ein passendes Adjektiv dieser Bedeutung fehlt.
Der Wortschatz der Uni Leipzig findet dazu schon viele Belege, auch zum
Grundwort "händeln".
Deutsch - eine kreative Sprache mit Zukunft!
<https://www.deutschlandfunk.de/virologe-zu-covid-19-eine-stille-pandemie.676.de.html?dram:article_id=471151>
Ist wohl ein trivialer Germano-Anglizismus in der Logistik von to
handle, handling.

Die englische Gegenstück zu handhabbar heißt allerdings manageable und
zu leicht bedienbar user friendly.
--
Roland Franzius
Jakob Achterndiek
2020-02-29 10:51:55 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
"händelbar"
"Irgendwann, wenn die Anzahl der Patienten letztendlich ein Niveau
erreicht, was für das Gesundheitssystem schwer händelbar ist, wird man
sich auf andere Sachen fokussieren müssen, nämlich auf die Behandlung
der Schwererkrankten."
[..]
Deutsch - eine kreative Sprache mit Zukunft!
Der zitierte Satz ist aber auch selbst schon schwer händelbar.
Ich probiere mal eine Paraphrase in weniger kreativem Deutsch:
1. Irgendwann werden wir unseren geschärften Blick darauf
richten müssen, wie wir die Schwerkranken behandeln.
[Da können wir "andere Sachen" und "fokussieren" schon mal
streichen.]
2. Irgendwann, das ist: Wenn die Anzahl der Patienten ein
Niveau erreicht. [WELCHES Niveau steht da noch gar nicht.
Aber daß dieses Niveau nicht gleich zu Anfang, sondern
erst am Ende erreicht wird, das ist in dem fragwüdigen
Absatz mit "letztendlich" gleich viermal ausgedrückt;
das scheint also virologisch höchst wichtig zu sein.
Nebenbei: Als Deutschlehrer hätte ich da eine Abwechslung
mit "schlußendlich, endschließlich, letztschlüßlich,
schlußletztlich" oder ähnlichen vorgeschlagen.]
3. Was nun die schwere Händelbarkeit betrifft: Da geht es gar
nicht um das erreichte Niveau, wie ein flüchtiger Leser
annehmen könnte, sondern um den _Vorgang_der_Erreichung_
eines Niveaus. [Darum steht da kein Relativpronomen,
sondern das Relativadverb "was".] Schwer händelbar wird
demnach nicht das "letztendlich" erreichte Niveau, sondern
der Prozeß, in dessen Verlauf dieses Niveau erreicht wird.
4. Mit anderen Worten: Wir werden die weitere Ausbreitung des
Virus nicht verhindern können. Mit den Erkrankten ist das
dann eine andere Sache: Die werden wir uns "letztendlich"
genau ansehen. [Auf die werden wir uns finaliter fokus-
sieren.]

Was lernt uns das?
Habt Mitleid mit unseren Politikern! Die müssen so etwas
gar nicht selbst wissen. Aber sie müssen begreifen, was
solche Sachverständigen ihnen sagen. Das können die zwar
auch nicht, aber dann müssen sie doch wenigstens so tun,
als ob, und dürfen hier nicht so herum mosern wie ich.
Also: Habt Mitleid!
--
j/\a
Helmut Richter
2020-02-29 17:31:59 UTC
Antworten
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Was lernt uns das?
Habt Mitleid mit unseren Politikern! Die müssen so etwas
gar nicht selbst wissen. Aber sie müssen begreifen, was
solche Sachverständigen ihnen sagen. Das können die zwar
auch nicht, aber dann müssen sie doch wenigstens so tun,
als ob, und dürfen hier nicht so herum mosern wie ich.
Also: Habt Mitleid!
Ja, ich habe Mitleid mit unseren Politikern. Bei denen reicht es nicht,
wenn sie auf eine Frage spontan in kompletten Sätzen antworten können; es
müssen überdies Sätze sein, die der anschließenden formalen wie
inhaltlichen Kritik eines Deutschlehrers standhalten, der für die
Beckmesserei natürlich erheblich mehr Zeit zur Verfügung hat als der
Politiker für die Formulierung.
--
Helmut Richter
Jakob Achterndiek
2020-02-29 23:19:20 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Jakob Achterndiek
Was lernt uns das?
Habt Mitleid mit unseren Politikern! Die müssen so etwas
gar nicht selbst wissen. Aber sie müssen begreifen, was
solche Sachverständigen ihnen sagen. Das können die zwar
auch nicht, aber dann müssen sie doch wenigstens so tun,
als ob, und dürfen hier nicht so herum mosern wie ich.
Also: Habt Mitleid!
Ja, ich habe Mitleid mit unseren Politikern. Bei denen reicht es nicht,
wenn sie auf eine Frage spontan in kompletten Sätzen antworten können; es
müssen überdies Sätze sein, die der anschließenden formalen wie
inhaltlichen Kritik eines Deutschlehrers standhalten, der für die
Beckmesserei natürlich erheblich mehr Zeit zur Verfügung hat als der
Politiker für die Formulierung.
Wolle aber beachten: Da quakt kein Politiker spontan in ein Mikrofon,
das ihm auf dem Weg zum Pissoir vorgehalten wird, sondern der
| Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut
| in Hamburg äußert sich über den Ursprung des Virus, die Suche nach
| Patient Null und die Situation in Deutschland.
Er tut das als Sachverständiger in einem verabredeten Interview. Üblich
war früher in solchen Fällen, daß der Interviewte selbst den Text vor
der schriftlichen Veröffentlichung noch einmal prüft und autorisiert.

Wenn der das nicht tut, dann muß der Interviewer die gröbsten Schnitzer
aus dem Text entfernen. Das ist er seinem Sender und dem Ansehen des
Interviewpartners schuldig - es sei denn, dort hätte sich inzwischen
die Ansicht durchgesetzt, daß die meisten Hörer, so wie du, schon hoch
zufrieden sind, wenn überhaupt jemand mit Rang und Namen zu ihnen
spricht. Denen freilich mag dann so eine hübsche Wortwolke wie diese
<https://th.bing.com/th/id/OIP.V1oDaYHfDEE_qoMYCNT7fQHaE7?w=252&h=167&c=7&o=5&dpr=1.67&pid=1.7>
oder der von mir aufgedröselte Galimathias genügen.
--
j/\a
U***@web.de
2020-03-01 08:12:50 UTC
Antworten
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Helmut Richter
Post by Jakob Achterndiek
Was lernt uns das?
Habt Mitleid mit unseren Politikern! Die müssen so etwas
gar nicht selbst wissen. Aber sie müssen begreifen, was
solche Sachverständigen ihnen sagen. Das können die zwar
auch nicht, aber dann müssen sie doch wenigstens so tun,
als ob, und dürfen hier nicht so herum mosern wie ich.
Also: Habt Mitleid!
Ja, ich habe Mitleid mit unseren Politikern. Bei denen reicht es nicht,
wenn sie auf eine Frage spontan in kompletten Sätzen antworten können; es
müssen überdies Sätze sein, die der anschließenden formalen wie
inhaltlichen Kritik eines Deutschlehrers standhalten, der für die
Beckmesserei natürlich erheblich mehr Zeit zur Verfügung hat als der
Politiker für die Formulierung.
Wolle aber beachten: Da quakt kein Politiker spontan in ein Mikrofon,
das ihm auf dem Weg zum Pissoir vorgehalten wird, sondern der
| Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut
| in Hamburg äußert sich über den Ursprung des Virus, die Suche nach
| Patient Null und die Situation in Deutschland.
Er tut das als Sachverständiger in einem verabredeten Interview. Üblich
war früher in solchen Fällen, daß der Interviewte selbst den Text vor
der schriftlichen Veröffentlichung noch einmal prüft und autorisiert.
Wenn der das nicht tut, dann muß der Interviewer die gröbsten Schnitzer
aus dem Text entfernen. Das ist er seinem Sender und dem Ansehen des
Interviewpartners schuldig - es sei denn, dort hätte sich inzwischen
die Ansicht durchgesetzt, daß die meisten Hörer, so wie du, schon hoch
zufrieden sind, wenn überhaupt jemand mit Rang und Namen zu ihnen
spricht.
Wer in einen Sachtext hineinredigiert, riskiert,
dessen Inhalt zumindest teilweise zu entstellen.
Jakob Achterndiek
2020-03-01 11:25:39 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Wer in einen Sachtext hineinredigiert, riskiert,
dessen Inhalt zumindest teilweise zu entstellen.
Ja. Darum war der gute alte Brauch, einen solchen redigierten
Text vor der Veröffentlichung autorisieren zu lassen.
--
j/\a
Stefan Schmitz
2020-03-01 15:58:11 UTC
Antworten
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Wolle aber beachten: Da quakt kein Politiker spontan in ein Mikrofon,
das ihm auf dem Weg zum Pissoir vorgehalten wird, sondern der
| Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut
| in Hamburg äußert sich über den Ursprung des Virus, die Suche nach
| Patient Null und die Situation in Deutschland.
Er tut das als Sachverständiger in einem verabredeten Interview. Üblich
war früher in solchen Fällen, daß der Interviewte selbst den Text vor
der schriftlichen Veröffentlichung noch einmal prüft und autorisiert.
Interviews mit dem DLF werden i.a. nicht zum Zweck der schriftlichen
Veröffentlichung geführt, sondern im Wortlaut (meist live) gesendet.
Post by Jakob Achterndiek
Wenn der das nicht tut, dann muß der Interviewer die gröbsten Schnitzer
aus dem Text entfernen. Das ist er seinem Sender und dem Ansehen des
Interviewpartners schuldig - es sei denn, dort hätte sich inzwischen
die Ansicht durchgesetzt, daß die meisten Hörer, so wie du, schon hoch
zufrieden sind, wenn überhaupt jemand mit Rang und Namen zu ihnen
spricht.
Wenn gesendete Beiträge zusätzlich als Text auf die Homepage gesetzt werden,
dann gefälligst so, wie sie auch zu hören waren, und nicht durch einen Redakteur
verfälscht.
Jakob Achterndiek
2020-03-01 16:43:12 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Jakob Achterndiek
Wolle aber beachten: Da quakt kein Politiker spontan in ein Mikrofon,
das ihm auf dem Weg zum Pissoir vorgehalten wird, sondern der
| Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut
| in Hamburg äußert sich über den Ursprung des Virus, die Suche nach
| Patient Null und die Situation in Deutschland.
Er tut das als Sachverständiger in einem verabredeten Interview. Üblich
war früher in solchen Fällen, daß der Interviewte selbst den Text vor
der schriftlichen Veröffentlichung noch einmal prüft und autorisiert.
Interviews mit dem DLF werden i.a. nicht zum Zweck der schriftlichen
Veröffentlichung geführt, sondern im Wortlaut (meist live) gesendet.
Post by Jakob Achterndiek
Wenn der das nicht tut, dann muß der Interviewer die gröbsten Schnitzer
aus dem Text entfernen. Das ist er seinem Sender und dem Ansehen des
Interviewpartners schuldig - es sei denn, dort hätte sich inzwischen
die Ansicht durchgesetzt, daß die meisten Hörer, so wie du, schon hoch
zufrieden sind, wenn überhaupt jemand mit Rang und Namen zu ihnen
spricht.
Wenn gesendete Beiträge zusätzlich als Text auf die Homepage gesetzt werden,
dann gefälligst so, wie sie auch zu hören waren, und nicht durch einen Redakteur
verfälscht.
Dann halten wir also fest:
Was der Deutschlandfunk als Expertise eines von ihm befragten
Sachverständigen gesendet und danach gedruckt hat, war zum Teil
Scheiße. Aber es war unverfälschte, authentische Scheiße!
--
j/\a
Quinn C
2020-03-02 22:52:09 UTC
Antworten
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Stefan Schmitz
Post by Jakob Achterndiek
Wolle aber beachten: Da quakt kein Politiker spontan in ein Mikrofon,
das ihm auf dem Weg zum Pissoir vorgehalten wird, sondern der
| Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut
| in Hamburg äußert sich über den Ursprung des Virus, die Suche nach
| Patient Null und die Situation in Deutschland.
Er tut das als Sachverständiger in einem verabredeten Interview. Üblich
war früher in solchen Fällen, daß der Interviewte selbst den Text vor
der schriftlichen Veröffentlichung noch einmal prüft und autorisiert.
Interviews mit dem DLF werden i.a. nicht zum Zweck der schriftlichen
Veröffentlichung geführt, sondern im Wortlaut (meist live) gesendet.
Post by Jakob Achterndiek
Wenn der das nicht tut, dann muß der Interviewer die gröbsten Schnitzer
aus dem Text entfernen. Das ist er seinem Sender und dem Ansehen des
Interviewpartners schuldig - es sei denn, dort hätte sich inzwischen
die Ansicht durchgesetzt, daß die meisten Hörer, so wie du, schon hoch
zufrieden sind, wenn überhaupt jemand mit Rang und Namen zu ihnen
spricht.
Wenn gesendete Beiträge zusätzlich als Text auf die Homepage gesetzt werden,
dann gefälligst so, wie sie auch zu hören waren, und nicht durch einen Redakteur
verfälscht.
Was der Deutschlandfunk als Expertise eines von ihm befragten
Sachverständigen gesendet und danach gedruckt hat, war zum Teil
Scheiße. Aber es war unverfälschte, authentische Scheiße!
Dem Urteil kann ich mich nicht anschließen. Das Verb "händeln" in der
aus dem Englischen übernommenen Bedeutung ist m.E. im Deutschen schon
lange etabliert. Ich meine, es von meiner Mutter - Deine Generation - in
den 1990er Jahren, wenn nicht gar den 1980ern gehört zu haben. Dann ist
"händelbar" vielleicht unüblich, aber durchaus transparent.

Darüber hinaus leben wir in einer Zeit, wo der Sachverständige sich
durch die Anerkennung seiner Fachkollegen beweist und nicht dadurch, daß
er auf der Lateinschule war.
--
GUGELN, vb., um sich schlagen
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Heinz Lohmann
2020-03-04 15:43:41 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Post by Jakob Achterndiek
Post by Stefan Schmitz
Post by Jakob Achterndiek
Wolle aber beachten: Da quakt kein Politiker spontan in ein Mikrofon,
das ihm auf dem Weg zum Pissoir vorgehalten wird, sondern der
| Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut
| in Hamburg äußert sich über den Ursprung des Virus, die Suche nach
| Patient Null und die Situation in Deutschland.
Er tut das als Sachverständiger in einem verabredeten Interview. Üblich
war früher in solchen Fällen, daß der Interviewte selbst den Text vor
der schriftlichen Veröffentlichung noch einmal prüft und autorisiert.
Interviews mit dem DLF werden i.a. nicht zum Zweck der schriftlichen
Veröffentlichung geführt, sondern im Wortlaut (meist live) gesendet.
Post by Jakob Achterndiek
Wenn der das nicht tut, dann muß der Interviewer die gröbsten Schnitzer
aus dem Text entfernen. Das ist er seinem Sender und dem Ansehen des
Interviewpartners schuldig - es sei denn, dort hätte sich inzwischen
die Ansicht durchgesetzt, daß die meisten Hörer, so wie du, schon hoch
zufrieden sind, wenn überhaupt jemand mit Rang und Namen zu ihnen
spricht.
Wenn gesendete Beiträge zusätzlich als Text auf die Homepage gesetzt werden,
dann gefälligst so, wie sie auch zu hören waren, und nicht durch einen Redakteur
verfälscht.
Was der Deutschlandfunk als Expertise eines von ihm befragten
Sachverständigen gesendet und danach gedruckt hat, war zum Teil
Scheiße. Aber es war unverfälschte, authentische Scheiße!
Dem Urteil kann ich mich nicht anschließen. Das Verb "händeln" in der
aus dem Englischen übernommenen Bedeutung ist m.E. im Deutschen schon
lange etabliert. Ich meine, es von meiner Mutter - Deine Generation - in
den 1990er Jahren, wenn nicht gar den 1980ern gehört zu haben. Dann ist
"händelbar" vielleicht unüblich, aber durchaus transparent.
Scheint wirklich gängig zu sein, hier bei einer Ärztin in Quarks extra,
etwa bei 13:30+:
"[...] aber wenn Sie nach und nach sich anstecken, kann das
Gesundheitssystem das händeln."

Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das wohl
ausgedrückt hätte?

<https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-quarks-extra-wie-gefaehrlich-ist-corona-wirklich--100.html>
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
U***@web.de
2020-03-04 16:08:38 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Quinn C
Dem Urteil kann ich mich nicht anschließen. Das Verb "händeln" in der
aus dem Englischen übernommenen Bedeutung ist m.E. im Deutschen schon
lange etabliert. Ich meine, es von meiner Mutter - Deine Generation - in
den 1990er Jahren, wenn nicht gar den 1980ern gehört zu haben. Dann ist
"händelbar" vielleicht unüblich, aber durchaus transparent.
Scheint wirklich gängig zu sein, hier bei einer Ärztin in Quarks extra,
"[...] aber wenn Sie nach und nach sich anstecken, kann das
Gesundheitssystem das händeln."
Man findet es auch schwarz auf weiß, was
die Sache aber nicht unbedingt besser macht.
https://books.google.de/books?id=E3qmR79L7Z4C&pg=PA46&lpg=PA46&dq=Betriebswirtschaftslehre+h%C3%A4ndeln&source=bl&ots=BLk9LpiBhc&sig=ACfU3U3ai8reBAopO8ax08bEu5Z7dzAzGw&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwifxYbZmYHoAhVB86YKHZb2DG8Q6AEwBnoECAoQAQ#v=onepage&q=Betriebswirtschaftslehre%20h%C3%A4ndeln&f=false

Gruß, ULF
Jakob Achterndiek
2020-03-04 18:36:03 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Scheint wirklich gängig zu sein, hier bei einer Ärztin in
"[...] aber wenn Sie nach und nach sich anstecken, kann das
Gesundheitssystem das händeln."
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das
wohl ausgedrückt hätte?
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
[ Tagebücher ]
--
j/\a
Stefan Schmitz
2020-03-04 18:51:34 UTC
Antworten
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Scheint wirklich gängig zu sein, hier bei einer Ärztin in
"[...] aber wenn Sie nach und nach sich anstecken, kann das
Gesundheitssystem das händeln."
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das
wohl ausgedrückt hätte?
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
[ Tagebücher ]
Von welchem Amt mag der zurückgetreten sein?

Mit dem Wort kann ich an der Stelle nichts anfangen.
Jakob Achterndiek
2020-03-04 19:53:40 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Jakob Achterndiek
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
[ Tagebücher ]
Von welchem Amt mag der zurückgetreten sein?
Mit dem Wort kann ich an der Stelle nichts anfangen.
Der war vielleicht die Tage davor hervorgetreten? Zwei Tage später
ist er jedenfalls die 250 km von Carlsbad nach Weimar zurückgereist
und hat noch viele weitere Jahre gelebt und geschrieben.
--
j/\a
Roland Franzius
2020-03-05 12:44:57 UTC
Antworten
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Stefan Schmitz
Post by Jakob Achterndiek
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
[ Tagebücher ]
Von welchem Amt mag der zurückgetreten sein?
Mit dem Wort kann ich an der Stelle nichts anfangen.
Der war vielleicht die Tage davor hervorgetreten? Zwei Tage später
ist er jedenfalls die 250 km von Carlsbad nach Weimar zurückgereist
und hat noch viele weitere Jahre gelebt und geschrieben.
Wenn der zurückgetretene Schnupfen Fieber verursacht, wird es wohl eine
Verschlimmerung sein.

Laut Grimm benutzt er es für das symptomatische Abklingen:
ein zurücktretendes übel ist das gefährlichste Göthe IV 1, 128

Es erinnert uns an die Ebbe-Phase vor dem tödlichen Tsunami. Das
Zurücktreten wurde und wird oft mit dem Abklingen von Überflutungen
benutzt.
--
Roland Franzius
U***@web.de
2020-03-05 12:05:53 UTC
Antworten
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Scheint wirklich gängig zu sein, hier bei einer Ärztin in
"[...] aber wenn Sie nach und nach sich anstecken, kann das
Gesundheitssystem das händeln."
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das
wohl ausgedrückt hätte?
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
[ Tagebücher ]
Wie kam er auf 'Verbot' statt 'verbot'?
Jakob Achterndiek
2020-03-05 12:41:30 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
[ Tagebücher ]
Wie kam er auf 'Verbot' statt 'verbot'?
Für manche Fehlleistungen Goethes hat die einschlägige Forschung
noch immer keine plausible Erklärung gefunden. :(
--
j/\a
Christian Weisgerber
2020-03-05 15:29:15 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das
wohl ausgedrückt hätte?
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
Wie kam er auf 'Verbot' statt 'verbot'?
~ verschrieb mir ein Verbot, den Sonnabend nach Weimar zu reisen

Ob diese Interpretation wahrscheinlicher als ein falscher Großbuchstabe
ist?
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Helmut Richter
2020-03-05 17:18:48 UTC
Antworten
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das
wohl ausgedrückt hätte?
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
Wie kam er auf 'Verbot' statt 'verbot'?
~ verschrieb mir ein Verbot, den Sonnabend nach Weimar zu reisen
Ob diese Interpretation wahrscheinlicher als ein falscher Großbuchstabe
ist?
War denn zu Goethes Zeiten die Regel schon festgecshrieben, dass die
Substantive großgeschrieben werden und nicht einfach alle wichtigen
Wörter?
--
Helmut Richter
Roland Franzius
2020-03-05 19:06:20 UTC
Antworten
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das
wohl ausgedrückt hätte?
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
Wie kam er auf 'Verbot' statt 'verbot'?
~ verschrieb mir ein Verbot, den Sonnabend nach Weimar zu reisen
Ob diese Interpretation wahrscheinlicher als ein falscher Großbuchstabe
ist?
Prüft man am besten, was die Hofkanzlei in Weimar als Arbeits- und
Reiseunfähigkeitsbescheinigung für den Hern Minister oder
Theaterdirektor zu Beginn des 19. Jh. acceptirte.
--
Roland Franzius
U***@web.de
2020-03-06 12:09:09 UTC
Antworten
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das
wohl ausgedrückt hätte?
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
Wie kam er auf 'Verbot' statt 'verbot'?
~ verschrieb mir ein Verbot, den Sonnabend nach Weimar zu reisen
Ob diese Interpretation wahrscheinlicher als ein falscher Großbuchstabe
ist?
Dafür würde man heutzutage gern den Artikel wiederholt sehen.
Gunhild Simon
2020-03-07 11:45:03 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Christian Weisgerber
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das
wohl ausgedrückt hätte?
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
Wie kam er auf 'Verbot' statt 'verbot'?
~ verschrieb mir ein Verbot, den Sonnabend nach Weimar zu reisen
Ob diese Interpretation wahrscheinlicher als ein falscher Großbuchstabe
ist?
Verschreibt man ein Verbot?
Ich würde da -wenn schon - ein Verb wie "erteilte"erwarten.
Aber eigentlich gebraucht man Verbot anders:
ich habe/ halte mich an/ setze mich über ... hinweg
Post by U***@web.de
Dafür würde man heutzutage gern den Artikel wiederholt sehen.
Vielleicht waren das handschriftliche V und v einander ähnlich.
Michel aus Lönneberga würde entwaffnend entgegnen:
"Das stört keinen großen Geist."

Gruß
Gunhild
Jakob Achterndiek
2020-03-07 13:20:51 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
| Ein zurückgetretener Schnupfen verursachte mir Kopfschmerzen,
| Mattigkeit und Fieberhitze. Geh. Hofrath Stark verschrieb ein
| Recept und Verbot mir den Sonnabend nach Weimar zu reisen.
Wie kam er auf 'Verbot' statt 'verbot'?
Vielleicht waren das handschriftliche V und v einander ähnlich.
"Das stört keinen großen Geist."
Ich halte dagegen:

Vielleicht war das der Entwurf zu einem Gedicht, das dann
infolge des Schnupfens nicht mehr ausgeführt worden ist?

Das Gedicht aus vier jeweils vierhebig jambisch-daktylischen
Versen ohne Reim hätte, Fausts großem "Habe-nun-ach"-Monolog
ähnlich, in vollendeter Form etwa wie folgt lauten können -
und würde das große V am Zeilenanfang zwanglos erklären:
Zurückgetretener Schnupfen verursacht
Kopfschmerz, Mattigkeit, hitziges Fieber;
Hofrath Starck verschrieb ein Recept und
Verbot; den Samstag nach Weimar zu reisen.

Ihr werdet zugeben müssen: Jede andere Erklärung wäre für
einen Goethe gar zu trivial!
--
j/\a
Stefan Schmitz
2020-03-04 18:49:14 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Scheint wirklich gängig zu sein, hier bei einer Ärztin in Quarks extra,
"[...] aber wenn Sie nach und nach sich anstecken, kann das
Gesundheitssystem das händeln."
Wenn da wirklich ein großes "Sie" hingehört, würde ich primär den ersten
Halbsatz in Frage stellen.

Wie versteht die Gruppe diese Schlagzeile in der gestrigen Tageszeitung?
"Corona soll sich langsam ausbreiten."
Heinz Lohmann
2020-03-05 01:08:12 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Heinz Lohmann
Scheint wirklich gängig zu sein, hier bei einer Ärztin in Quarks extra,
"[...] aber wenn Sie nach und nach sich anstecken, kann das
Gesundheitssystem das händeln."
Wenn da wirklich ein großes "Sie" hingehört, würde ich primär den ersten
Halbsatz in Frage stellen.
Wie versteht die Gruppe diese Schlagzeile in der gestrigen Tageszeitung?
"Corona soll sich langsam ausbreiten."
Wir werden nicht verhindern könne, dass viele Leute sich anstecken, aber
wenn sie nach und nach sich anstecken, kann das Gesundheitssystem das
händeln."

(Beim Transkribieren vertippt.)
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Jakob Achterndiek
2020-03-05 10:19:21 UTC
Antworten
Permalink
"Wir werden nicht verhindern könne, dass viele Leute sich anstecken,
aber wenn sie nach und nach sich anstecken, kann das Gesundheitssystem
das händeln."
Aber:
Wenn die sich alle auf einmal anstecken und alle auf einmal sterben,
dann überfordert das die Händelungsfähigkeit der Gesundheitshändler.
--
j/\a
Stefan Schmitz
2020-03-07 18:17:43 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Schmitz
Wie versteht die Gruppe diese Schlagzeile in der gestrigen Tageszeitung?
"Corona soll sich langsam ausbreiten."
Wir werden nicht verhindern könne, dass viele Leute sich anstecken, aber
wenn sie nach und nach sich anstecken, kann das Gesundheitssystem das
händeln."
Schade, keine weitere Reaktion.

Dabei hat die Schlagzeile für mich 3 mögliche Bedeutungen, von denen die MUSEN
nächstliegende nicht die gemeinte ist:

1. Es wird angestrebt, dass die Ausbreitung von Corona langsam geht.
(gemeinte Bedeutung)
2. Angeblich breitet sich Corona langsam aus.
(geht nur, wenn man noch nichts von den Fällen gehört hat.)
3. Man wartet ungeduldig darauf, dass sich Corona endlich ausbreitet.
(so habe ich es spontan verstanden)

Es wäre nicht viel Aufwand nötig gewesen, um es eindeutig zu machen.
Stefan Ram
2020-03-04 19:14:03 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Gesundheitssystem das händeln."
Da frag ich mich, wie der alte Geheimrat JWvG in Weimar das wohl
ausgedrückt hätte?
"Der Staat kann damit zurechtkommen".

(Man findet Belege dafür, daß er sowohl "der Staat" als auch
"kann" und "damit zurechtkommen" verwendet hat.)

Alternativ:

"Die Ärzte können damit zurechtkommen".

(Es gibt auch Belege für "die Ärzte".)
Diedrich Ehlerding
2020-03-04 17:40:38 UTC
Antworten
Permalink
Post by Quinn C
Dem Urteil kann ich mich nicht anschließen. Das Verb "händeln" in der
aus dem Englischen übernommenen Bedeutung ist m.E. im Deutschen schon
lange etabliert. Ich meine, es von meiner Mutter - Deine Generation - in
den 1990er Jahren, wenn nicht gar den 1980ern gehört zu haben. Dann ist
"händelbar" vielleicht unüblich, aber durchaus transparent.
<https://books.google.com/ngrams/graph?content=h%C3%A4ndelbar&year_start=1800&year_end=2000&corpus=20&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0#t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0>
findet die ersten Beispiele ab ca. 1985.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
U***@web.de
2020-03-01 08:08:13 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Jakob Achterndiek
Was lernt uns das?
Habt Mitleid mit unseren Politikern! Die müssen so etwas
gar nicht selbst wissen. Aber sie müssen begreifen, was
solche Sachverständigen ihnen sagen. Das können die zwar
auch nicht, aber dann müssen sie doch wenigstens so tun,
als ob, und dürfen hier nicht so herum mosern wie ich.
Also: Habt Mitleid!
Ja, ich habe Mitleid mit unseren Politikern. Bei denen reicht es nicht,
wenn sie auf eine Frage spontan in kompletten Sätzen antworten können; es
müssen überdies Sätze sein, die der anschließenden formalen wie
inhaltlichen Kritik eines Deutschlehrers standhalten, der für die
Beckmesserei natürlich erheblich mehr Zeit zur Verfügung hat als der
Politiker für die Formulierung.
Wer sich Denglisch gar nicht erst angewöhnt,
spricht auch keines ins Mikrofon.
Bertel Lund Hansen
2020-03-01 08:37:39 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Wer sich Denglisch gar nicht erst angewöhnt,
spricht auch keines ins Mikrofon.
So einfach ist es nicht. Wenn man zwei (oder mehrere) Sprachen
kennt, ist es unvermeidlich, dass man sich ab und zu in der einen
Sprache mit Wörtern oder Ausdrücken von der anderen formuliert.

Es geschieht auch, dass man die Sprachen bewusst mischt. Meine
Enkel z.B. tun das mit Dänisch und Englisch.
--
/Bertel - aus Dänemark
Bertel Lund Hansen
2020-02-29 11:04:23 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Ich finde es gar nicht so schlecht, weil mir die Bedeutung sofort klar
ist und MUSEN ein passendes Adjektiv dieser Bedeutung fehlt.
Hantierbar?
--
/Bertel - aus Dänemark
Jakob Achterndiek
2020-02-29 12:18:02 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Heinz Lohmann
Ich finde es gar nicht so schlecht, weil mir die Bedeutung sofort klar
ist und MUSEN ein passendes Adjektiv dieser Bedeutung fehlt.
Hantierbar?
Das ist schon mal besser als der Bastard "händelbar".
[ Ich setze hier voraus, daß "Bastard" richtig verstanden wird als
_nur_halb_ zur Familie gehörend. Warum z.B. Jean de Dunois, der
Bastard von Orléans, in allen Ehren so genannt wird, findet man dort:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_de_Dunois ]

"hantieren" hat auf deutsch leicht etwas von Ungeschicklichkeit und
Umständlichkeit.

"Etwas handhaben" ist geläufig, das daraus abgeleitete "handhabbar"
wirkt aber (schon klanglich) wie ungeschickt gebildet und verbreitet
sich deshalb erst in jüngster Zeit:
https://books.google.com/ngrams/graph?content=h%C3%A4ndelbar%2C+hantierbar%2C+handhabbar&year_start=1800&year_end=2008&corpus=20&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chandhabbar%3B%2Cc0#t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chandhabbar%3B%2Cc0
--
j/\a
Quinn C
2020-02-29 18:22:07 UTC
Antworten
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Ich finde es gar nicht so schlecht, weil mir die Bedeutung sofort klar
ist und MUSEN ein passendes Adjektiv dieser Bedeutung fehlt.
"Etwas handhaben" ist geläufig, das daraus abgeleitete "handhabbar"
wirkt aber (schon klanglich) wie ungeschickt gebildet und verbreitet
https://books.google.com/ngrams/graph?content=h%C3%A4ndelbar%2C+hantierbar%2C+handhabbar&year_start=1800&year_end=2008&corpus=20&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chandhabbar%3B%2Cc0#t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chandhabbar%3B%2Cc0
Das überrscht mich - ich habe mit "handhabbar" kein Problem, und es
kommt mir üblich vor.

Hat aber nicht die richtige Nuance. Was oben meinem Gefühl nach gemeint
war, ist "zu bewältigen".
--
GUGEL, f., m., kapuze, mlat. cuculla, cucullus, ahd. cucalun cucullam
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Martin Gerdes
2020-03-01 01:07:52 UTC
Antworten
Permalink
Quinn C <***@crommatograph.info> schrieb:


| "Irgendwann, wenn die Anzahl der Patienten letztendlich ein Niveau
| erreicht, was für das Gesundheitssystem schwer händelbar ist, wird man
| sich auf andere Sachen fokussieren müssen, nämlich auf die Behandlung
| der Schwererkrankten."
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
Ich finde es gar nicht so schlecht, weil mir die Bedeutung sofort klar
ist und MUSEN ein passendes Adjektiv dieser Bedeutung fehlt.
"Etwas handhaben" ist geläufig, das daraus abgeleitete "handhabbar"
wirkt aber (schon klanglich) wie ungeschickt gebildet und verbreitet
https://books.google.com/ngrams/graph?content=h%C3%A4ndelbar%2C+hantierbar%2C+handhabbar&year_start=1800&year_end=2008&corpus=20&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chandhabbar%3B%2Cc0#t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chandhabbar%3B%2Cc0
Das überrascht mich - ich habe mit "handhabbar" kein Problem, und es
kommt mir üblich vor.
Hat aber nicht die richtige Nuance.
Das ist das generelle Problem mit Synonyma: 100% synonym ist selten.
Was oben meinem Gefühl nach gemeint war, ist "zu bewältigen".
Man hätte das ja auch so schreiben können (und vielleicht den Satz
allgemein etwas verschlanken können):

"Wenn die Zahl der Patienten weiter steigt, wird irgendwann einmal das
Gesundheitssystem überlastet, so daß man dann nur noch die schweren
Fälle behandeln kann."
U***@web.de
2020-02-29 11:21:19 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
"händelbar"
"Irgendwann, wenn die Anzahl der Patienten letztendlich ein Niveau
erreicht, was für das Gesundheitssystem schwer händelbar ist, wird man
sich auf andere Sachen fokussieren müssen, nämlich auf die Behandlung
der Schwererkrankten."
Ich finde es gar nicht so schlecht, weil mir die Bedeutung sofort klar
ist und MUSEN ein passendes Adjektiv dieser Bedeutung fehlt.
Der Wortschatz der Uni Leipzig findet dazu schon viele Belege, auch zum
Grundwort "händeln".
Deutsch - eine kreative Sprache mit Zukunft!
<https://www.deutschlandfunk.de/virologe-zu-covid-19-eine-stille-pandemie.676.de.html?dram:article_id=471151>
Ich finde ohne Leipzig Belege seit 1988.
https://books.google.de/books?id=b9i5AAAAIAAJ&q=h%C3%A4ndelbar&dq=h%C3%A4ndelbar&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwilx9earvbnAhVuMewKHcOYCm0Q6AEIVzAG

Gruß, ULF
Bertel Lund Hansen
2020-02-29 11:29:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Ich finde ohne Leipzig Belege seit 1988.
Ein N-Gram mit "händelbar,hantierbar" ist ganz interessant:

https://books.google.com/ngrams/graph?content=h%C3%A4ndelbar%2Chantierbar&year_start=1800&year_end=2008&corpus=20&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0#t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0
--
/Bertel - aus Dänemark
Markus Loch
2020-02-29 12:12:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by U***@web.de
Ich finde ohne Leipzig Belege seit 1988.
https://books.google.com/ngrams/graph?content=h%C3%A4ndelbar%2Chantierbar&year_start=1800&year_end=2008&corpus=20&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0#t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0
Das eine scheint durch das andere abgelöst worden zu sein.

Vielleicht wegen der fremden Herkunft von "hantierbar", nämlich
aus dem Französischen.

Kluge/Seebold schreibt zu "hantieren": (14Jh.) spätmittelhochdeutsch
hantieren 'Handel treiben'.
---

Das Wort ist über die Niederlande aus dem Französischen entlehnt
frz.: hanter 'hin- und herziehen, oft besuchen' und stammt aus der
Kaufmannssprache.

Gruss
Markus
Bertel Lund Hansen
2020-02-29 12:37:46 UTC
Antworten
Permalink
Post by Markus Loch
Vielleicht wegen der fremden Herkunft von "hantierbar", nämlich
aus dem Französischen.
Dieses Problem haben wir auf Dänisch hantiert, denn "han-" ähnelt
"hånd-" -> håndtere (deutsch "handtieren"). Das Verb ist ganz
üblich und stört keiner.

"Håndtere" stammt von "hantieren".
--
/Bertel - aus Dänemark
U***@web.de
2020-02-29 15:38:04 UTC
Antworten
Permalink
Post by Markus Loch
Das eine scheint durch das andere abgelöst worden zu sein.
Vielleicht wegen der fremden Herkunft von "hantierbar", nämlich
aus dem Französischen.
Kluge/Seebold schreibt zu "hantieren": (14Jh.) spätmittelhochdeutsch
hantieren 'Handel treiben'.
Wie lange haben wir den Handel in unserer Sprache?

Immerhin lange genug, daß es zu einer polnischen Entlehnung reichte.

Gruß, ULF
Florian Ritter
2020-02-29 19:34:34 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Markus Loch
Kluge/Seebold schreibt zu "hantieren": (14Jh.) spätmittelhochdeutsch
hantieren 'Handel treiben'.
Wie lange haben wir den Handel in unserer Sprache?
Immerhin lange genug, daß es zu einer polnischen Entlehnung reichte.
Dom handlowy?
Klenoty kommt von Kleinodien.
Die Polen hatten wohl keine Sprachreinigungskampagnen,
im Gegensatz zu den Tschechen, die "divadlo" für Theater
und "hudba" für Musik eingeführt haben.

"Händeln" ist nach meiner bescheidenen Erfahrung in
Österreich endemisch - FR
U***@web.de
2020-03-01 08:10:00 UTC
Antworten
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Post by Markus Loch
Kluge/Seebold schreibt zu "hantieren": (14Jh.) spätmittelhochdeutsch
hantieren 'Handel treiben'.
Wie lange haben wir den Handel in unserer Sprache?
Immerhin lange genug, daß es zu einer polnischen Entlehnung reichte.
Dom handlowy?
Wozu die Ableitung?
https://handelwpolsce.pl/
Bertel Lund Hansen
2020-03-01 06:36:10 UTC
Antworten
Permalink
Post by Markus Loch
Das Wort ist über die Niederlande aus dem Französischen entlehnt
frz.: hanter 'hin- und herziehen, oft besuchen' und stammt aus der
Kaufmannssprache.
Französisch hat aber das Wort vom nordischem "heimta", das mit
"heim/Heim" verwandt ist. "Hente" ist ein heutiges Wort auf
Dänisch, das "holen" bedeutet.
--
/Bertel - aus Dänemark
Christina Kunze
2020-02-29 22:08:02 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bertel Lund Hansen
Post by U***@web.de
Ich finde ohne Leipzig Belege seit 1988.
https://books.google.com/ngrams/graph?content=h%C3%A4ndelbar%2Chantierbar&year_start=1800&year_end=2008&corpus=20&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0#t1%3B%2Ch%C3%A4ndelbar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2Chantierbar%3B%2Cc0
Sonderbar. Für mich ist "hantieren" nicht transitiv, etwas kann also
nicht hantierbar sein.

chr
Andreas Karrer
2020-02-29 14:19:21 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
"händelbar"
"Beim Fixie war der Lenker viel zu breit, ich hab auf beiden
Seiten 3 cm abgesägt, jetzt ist der Händelbar händelbar."

- Andi
Florian Ritter
2020-03-10 14:02:38 UTC
Antworten
Permalink
Post by Andreas Karrer
Post by Heinz Lohmann
"händelbar"
"Beim Fixie war der Lenker viel zu breit, ich hab auf beiden
Seiten 3 cm abgesägt, jetzt ist der Händelbar händelbar."
Das Brathändl kann händisch eingenommen werden - FR
Diedrich Ehlerding
2020-03-10 14:27:42 UTC
Antworten
Permalink
Post by Florian Ritter
Das Brathändl kann händisch eingenommen werden
Es wird aber da, wo man den Flattermann "Hendl" nennt, mit e geschrieben
(und wenn wir den Australgermanen hierzugruppe Glauben schenken wollen,
auch mit e gesprochen).
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Hans
2020-03-10 15:16:18 UTC
Antworten
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Florian Ritter
Das Brathändl kann händisch eingenommen werden
Es wird aber da, wo man den Flattermann "Hendl" nennt, mit e geschrieben
(und wenn wir den Australgermanen hierzugruppe Glauben schenken wollen,
auch mit e gesprochen).
Richtig. Und je nach dem, ob das Hendl gebacken oder gebraten ist, heißt
es "Bochhendl" oder "Brothendl"

Stefan Ram
2020-02-29 14:38:21 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
wenn die Anzahl der Patienten letztendlich ein Niveau
erreicht, was für das Gesundheitssystem schwer händelbar ist
Neben "handhaben" gibt es im Deutschen auch "damit umgehen",
"behandeln", "wissen, was man tun soll":

..., das für das Gesundheitssystem schwer handhabbar ist.

..., das es für das Gesundheitssystem erschwert, damit umzugehen.

..., bei dem das Gesundheitssystem nicht mehr weiß, was es tun soll.

.

|Germans are noticing that English is changing their fixed
|phrases, and even grammar.

|Novels in this mode – whether written in Dutch, Italian or
|Swiss German – have not only assimilated the style of
|English, but perhaps more insidiously limit themselves to
|describing subjects in a way that would be easily
|digestible in an anglophone context.
|
|Yet the influence of English now goes beyond simple lexical
|borrowing or literary influence. Researchers at the IULM
|University in Milan have noticed that, in the past 50 years,
|Italian syntax has shifted towards patterns that mimic
|English models, for instance in the use of possessives
|instead of reflexives to indicate body parts and the
|frequency with which adjectives are placed before nouns.
|German is also increasingly adopting English grammatical
|forms
Christian Weisgerber
2020-02-29 22:46:16 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stefan Ram
|Yet the influence of English now goes beyond simple lexical
|borrowing or literary influence.
Das ist doch alles Pipifax im Vergleich dazu, was vor 1500..1000
Jahren ablief, als Germanisch- und Romanisch-Sprecher stillschweigend
vereinbarten, die Grammatik ihrer Sprachen umzugraben und anzugleichen,
fortan dasselbe System von bestimmten und unbestimmten Artikeln zu
verwenden, dieselbe Perfektbildung mit haben + Partizip Perfekt
sowie sein + Partizip Perfekt für bestimmte Intransitiva, ein
periphrastisches Passiv aus Kopula-Verb und Partizip Perfekt, usw.
Im Kern des Ganzen, im Charlemagne-Sprachbund, findet man dann sogar
sowas wie die gleiche Abschwächung Mann > man, homme > on zu einem
unpersönlichen Pronomen. Da kann man nur mit den Ohren schlackern.

Siehe auch:
Martin Haspelmath, The European linguistic area: Standard Average European
https://www.researchgate.net/publication/247869081_The_European_linguistic_area_Standard_Average_European
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
U***@web.de
2020-03-01 08:21:07 UTC
Antworten
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by Stefan Ram
|Yet the influence of English now goes beyond simple lexical
|borrowing or literary influence.
Das ist doch alles Pipifax im Vergleich dazu, was vor 1500..1000
Jahren ablief, als Germanisch- und Romanisch-Sprecher stillschweigend
vereinbarten, die Grammatik ihrer Sprachen umzugraben und anzugleichen,
fortan dasselbe System von bestimmten und unbestimmten Artikeln zu
verwenden, dieselbe Perfektbildung mit haben + Partizip Perfekt
sowie sein + Partizip Perfekt für bestimmte Intransitiva,
oder auch mal, je nach Sprache, Reflexivtransitiva
Post by Christian Weisgerber
ein
periphrastisches Passiv aus Kopula-Verb und Partizip Perfekt, usw.
Im Kern des Ganzen, im Charlemagne-Sprachbund, findet man dann sogar
sowas wie die gleiche Abschwächung Mann > man, homme > on zu einem
unpersönlichen Pronomen. Da kann man nur mit den Ohren schlackern.
Katalanisch hom.
https://twitter.com/lespurnabloc/status/173364259651190784

Vgl. auch https://books.google.de/books?id=bXojAAAAQBAJ&pg=PA172&lpg=PA172&dq=%22que+hom+pot%22&source=bl&ots=PaEe_NOVTA&sig=ACfU3U28i6CtXEm-qj62o13jhWNuc9kmag&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjX6Jnr6vjnAhUK3aQKHeCfAdUQ6AEwAHoECAcQAQ#v=onepage&q=%22que%20hom%20pot%22&f=false

Bis ins Kastilische reichte es nicht.
Martin Gerdes
2020-03-04 23:18:27 UTC
Antworten
Permalink
Post by Christian Weisgerber
Post by Stefan Ram
|Yet the influence of English now goes beyond simple lexical
|borrowing or literary influence.
Das ist doch alles Pipifax im Vergleich dazu, was vor 1500..1000
Jahren ablief, als Germanisch- und Romanisch-Sprecher stillschweigend
vereinbarten, die Grammatik ihrer Sprachen umzugraben und anzugleichen,
fortan dasselbe System von bestimmten und unbestimmten Artikeln zu
verwenden, dieselbe Perfektbildung mit haben + Partizip Perfekt
sowie sein + Partizip Perfekt für bestimmte Intransitiva, ein
periphrastisches Passiv aus Kopula-Verb und Partizip Perfekt, usw.
Im Kern des Ganzen, im Charlemagne-Sprachbund, findet man dann sogar
sowas wie die gleiche Abschwächung Mann > man, homme > on zu einem
unpersönlichen Pronomen. Da kann man nur mit den Ohren schlackern.
Und das haben die alle stillschweigend vereinbart?

Staun. Ganz ohne Kultusministerkonferenz. Wie konnte das nur
funktionieren?
Post by Christian Weisgerber
Martin Haspelmath, The European linguistic area: Standard Average European
https://www.researchgate.net/publication/247869081_The_European_linguistic_area_Standard_Average_European
Heinz Lohmann
2020-03-01 01:37:24 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stefan Ram
Post by Heinz Lohmann
wenn die Anzahl der Patienten letztendlich ein Niveau
erreicht, was für das Gesundheitssystem schwer händelbar ist
Neben "handhaben" gibt es im Deutschen auch "damit umgehen",
..., das für das Gesundheitssystem schwer handhabbar ist.
..., das es für das Gesundheitssystem erschwert, damit umzugehen.
..., bei dem das Gesundheitssystem nicht mehr weiß, was es tun soll.
.
MUSEN ist das nicht das Gleiche. Was der Prof wohl meinte, ist, dass
das Gesundheitssystem dieses Problem schwer in den Griff bekommen kann
bzw. dass das Problem schwer zu bewältigen ist.

Das kommt ein simples Adjektiv gelegen.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
U***@web.de
2020-03-01 11:43:13 UTC
Antworten
Permalink
Post by Heinz Lohmann
Das kommt ein simples Adjektiv gelegen.
Ich fürchte, dieser Satz bedarf einer
Umformulierung.

Gruß, ULF
Gunhild Simon
2020-03-01 15:26:05 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
Das kommt ein simples Adjektiv gelegen.
Ich fürchte, dieser Satz bedarf einer
Umformulierung.
Ob Umformung hier das Mittel der Wahl ist?
Ich habe nur ein - wie
mir scheint: versehentliches - s gestrichen.

Gruß
Gunhild
Heinz Lohmann
2020-03-02 01:32:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gunhild Simon
Post by U***@web.de
Post by Heinz Lohmann
Das kommt ein simples Adjektiv gelegen.
Ich fürchte, dieser Satz bedarf einer
Umformulierung.
Ob Umformung hier das Mittel der Wahl ist?
Ich habe nur ein - wie
mir scheint: versehentliches - s gestrichen.
Besten Dank. Du hast das Problem gut gehändelt.
;-)
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Loading...