Discussion:
Muskaten und Braunnägelein
(zu alt für eine Antwort)
bernd klauder
2005-01-09 07:47:01 UTC
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Hallo!

In dem Volkslied "Es dunkelt schon in der Heide" gibt es die Strophe:

In meines Vaters Garten
Da stehen zwei Bäumelein
Das eine das trägt Muskaten
Das andere Braunnägelein
...


Was sind Muskaten und Braunnägelein?
Habe leider nur einen Standardduden.
Der sagt Muskatnüsse, und über Braunnägelein schweigt er sich aus.
Aber.. Muskatnüsse in meines Vaters Garten?
Zu Braunnägelein habe ich noch irgendwo im Kopf, dass das Flieder sein
könnte.

Google weiss auch nicht sehr viel (Ich habe allerdings nicht alles bis zum
letzten Link durchgeguckt).
Und Wikipedia ist gerade wegen Überlastung nicht zugänglich.

Ich bin sicher, dass die Fachleute hier das parat haben.

Also, schönen Dank schon mal.

Gruß

Bernd
Wolfgang Schwanke
2005-01-09 10:30:35 UTC
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Post by bernd klauder
Was sind Muskaten und Braunnägelein?
Habe leider nur einen Standardduden.
Der sagt Muskatnüsse, und über Braunnägelein schweigt er sich aus.
Aber.. Muskatnüsse in meines Vaters Garten?
Zu Braunnägelein habe ich noch irgendwo im Kopf, dass das Flieder sein
könnte.
Gegenvorschlag: Gewürznelken? Würde vom Kontext her passen, außerdem heißen
die auf französisch "clous de girofle", vielleicht eine Lehnübersetzung?
Ist aber nur geraten.

Gruß
--
Da wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht.

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Helga Schulz
2005-01-11 23:19:35 UTC
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Post by Wolfgang Schwanke
Post by bernd klauder
Was sind Muskaten und Braunnägelein?
Habe leider nur einen Standardduden.
Der sagt Muskatnüsse, und über Braunnägelein schweigt er sich aus.
Aber.. Muskatnüsse in meines Vaters Garten?
Zu Braunnägelein habe ich noch irgendwo im Kopf, dass das Flieder sein
könnte.
Gegenvorschlag: Gewürznelken? Würde vom Kontext her passen, außerdem heißen
die auf französisch "clous de girofle", vielleicht eine Lehnübersetzung?
Ist aber nur geraten.
Aber richtig geraten. "Nägelein" ist ein anderes Wort für
Gewürznelken. Ja, in Lörrach habe ich mal ein paar Büsche im
Vorgarten stehen sehen.
Keine Ahnung, ob Muskatnüsse in D was werden, aber die Pflanze
wird man schon über den Winter bringen können - ob sie Früchte
trägt, ist eine andere Frage. Zudem kann sich das Lied ja auch
auf einen fernen Ort beziehen und nicht unbedingt auf D.
Matthias Opatz
2005-01-11 23:13:08 UTC
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Post by Helga Schulz
Zudem kann sich das Lied ja auch
auf einen fernen Ort beziehen und nicht unbedingt auf D.
Vielleicht ist es ja sogar nur geträumt. Mein ja nur.

Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de **
-- Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen -
Wolfgang Schmidhuber
2005-01-09 11:01:12 UTC
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bernd klauder schrieb
Post by bernd klauder
In meines Vaters Garten
Da stehen zwei Bäumelein
Das eine das trägt Muskaten
Das andere Braunnägelein
Was sind Muskaten und Braunnägelein?
Man möchte ja auf Muskatnüsse und Gewürznelken kommen, wenn es irgendwie
in die Klimazone passen würde und wenn es nicht in der nächsten Strophe
hieße:

| Muskaten, die sind süße,
| Braunnägelein sind schön;

Also würde ich eher bei heimischen Obstsorten suchen. Es gibt z.B. die
Apfelsorte Muskat-Renetten (http://www.hoeger-net.de/apfel-index.htm)
und es gibt Braunellen
(http://www.gartendatenbank.de/pflanzen/indexp.htm)

... um irgendwo anzufangen ;-)
--
Freundliche Grüße - Wolfgang Schmidhuber - www.wschmidhuber.de
Jakez
2005-01-09 13:20:21 UTC
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Wolfgang Schmidhuber a écrit
Post by Wolfgang Schmidhuber
Post by bernd klauder
In meines Vaters Garten
Da stehen zwei Bäumelein
Das eine das trägt Muskaten
Das andere Braunnägelein
Was sind Muskaten und Braunnägelein?
Man möchte ja auf Muskatnüsse und Gewürznelken kommen, wenn es irgendwie
in die Klimazone passen würde und wenn es nicht in der nächsten Strophe
Muskaten, die sind süße,
Braunnägelein sind schön;
Also würde ich eher bei heimischen Obstsorten suchen.
Volkslieder sollten meiner Meinung nach nicht so nüchtern interpretiert
werden. Sie sind manchmal sehr unrealistisch und phantasievoll und
beschreiben eher eine Traumwelt als den banalen Alltag. Deshalb stimme
ich Wolfgang Schwanke zu: "Muskat" heißt ganz einfach "Muskatnuss" und
"Braunnägelein" sind "Gewürznelken", vielleicht als Teilübersetzung des
französischen "clou de girofle" (clou = Nagel), aber es muss nicht
sein, denn Gewürznelken sehen tatsächlich wie kleine braune Nägel aus.

Salut !

Jakez (Bihan)
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Wolfgang Schmidhuber
2005-01-09 13:49:02 UTC
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Jakez schrieb
Post by Jakez
Post by Wolfgang Schmidhuber
Post by bernd klauder
In meines Vaters Garten
Da stehen zwei Bäumelein
Das eine das trägt Muskaten
Das andere Braunnägelein
Was sind Muskaten und Braunnägelein?
Man möchte ja auf Muskatnüsse und Gewürznelken kommen, wenn es irgendwie
in die Klimazone passen würde und wenn es nicht in der nächsten Strophe
Muskaten, die sind süße,
Braunnägelein sind schön;
Also würde ich eher bei heimischen Obstsorten suchen.
Volkslieder sollten meiner Meinung nach nicht so nüchtern interpretiert
werden. Sie sind manchmal sehr unrealistisch und phantasievoll und
beschreiben eher eine Traumwelt als den banalen Alltag. Deshalb stimme
ich Wolfgang Schwanke zu: "Muskat" heißt ganz einfach "Muskatnuss" und
"Braunnägelein" sind "Gewürznelken", vielleicht als Teilübersetzung des
französischen "clou de girofle" (clou = Nagel), aber es muss nicht
sein, denn Gewürznelken sehen tatsächlich wie kleine braune Nägel aus.
Andererseits sind Volksliedtexte auch nicht pure Blödelei. Und
Muskatnüsse sind nun einmal überhaupt nicht süß. Deshalb vermute ich in
diesem Punkt wirklich eher ein Obst. Es gibt Apfel- Birnen- und
Zwetsch(g)ensorten in deren Bezeichnung "Muskat" vorkommt. Auch Trauben,
aber die wachsen nicht am Baum.

Aus dem bayerisch-österreichischen Grenzland kenne ich "Nagei"
("Nägelchen") sowohl für Gewürznelken, als auch für Gartennelken. Auch
kenne ich die entsprechende Deutung der Schlaflied-Zeilen "mit Näglein
besteckt, schlüpf' unter die Deck'"
(http://forum.leo.org/archiv/2003_04/22/20030422004955l_en.html)

Aber je mehr ich's mir überlege, umso besser gefällt mir die Deutung der
"Braunnägelein" als Flieder, wie sie etwa vorgebracht wird in
http://www.amazon.de/exec/obidos/tg/stores/detail/-/books/3888973678/reviews/302-4095156-5814435

Erstens gilt Flieder gemeinhin als "schön" und zweitens habe ich mir
gerade aus dem Garten einen verdorrten Flieder-Blütenstand mit seinen
kleinen braunen "Nägelein" als Anschauungsobjekt geholt... ;-)
--
Freundliche Grüße - Wolfgang Schmidhuber - www.wschmidhuber.de
Jakez
2005-01-09 14:51:17 UTC
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Wolfgang Schmidhuber a écrit
Post by Wolfgang Schmidhuber
Aus dem bayerisch-österreichischen Grenzland kenne ich "Nagei"
("Nägelchen") sowohl für Gewürznelken, als auch für Gartennelken.
Kein Wunder, denn "Nelke" (aus mnd. negelkin) entspricht obd.
"Nägelein". Das Wort bezeichnete ursprünglich die Gewürznelke und wurde
erst im 15. Jh. wegen der Ähnlichkeit des Dufts auf die Blume
übertragen.

Übrigens sind die Nägelein des Lieds braun, und sollen dabei schön
sein! Seltsam. Es ist eher so, dass man damals nicht genau wusste, was
Muskatnüsse und Gewürznelken sind. "Süß" und "schön" sind positive
Eigenschaften, die sich in diesem Fall auf unerreichbare Kostbarkeiten
beziehen.

Ein Hamburger Freund, der in Westfrankreich ein Haus besitzt, erzählte
mir eines Tages, in seinem Garten stünde ein Dattelbaum voller Früchte.
Na ja, ich weiß, dass die Bretagne ein mildes Klima genießt, aber
Datteln! Ich bat ihn um eine Beschreibung des Baums und musste
feststellen, dass es sich um einen Feigenbaum handelte.

Kenavo !

Jakez (Bihan)
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Oliver Cromm
2005-01-10 02:56:51 UTC
Permalink
Post by Jakez
Ein Hamburger Freund, der in Westfrankreich ein Haus besitzt, erzählte
mir eines Tages, in seinem Garten stünde ein Dattelbaum voller Früchte.
Na ja, ich weiß, dass die Bretagne ein mildes Klima genießt, aber
Datteln! Ich bat ihn um eine Beschreibung des Baums und musste
feststellen, dass es sich um einen Feigenbaum handelte.
Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis. Wie eine Palme aussieht, weiß man
wiederum eigentlich auch in Hamburg.
--
Oliver C.
Jakez
2005-01-10 09:56:08 UTC
Permalink
Oliver Cromm a écrit
Post by Oliver Cromm
Post by Jakez
Ein Hamburger Freund, der in Westfrankreich ein Haus besitzt, erzählte
mir eines Tages, in seinem Garten stünde ein Dattelbaum voller Früchte.
Na ja, ich weiß, dass die Bretagne ein mildes Klima genießt, aber
Datteln! Ich bat ihn um eine Beschreibung des Baums und musste
feststellen, dass es sich um einen Feigenbaum handelte.
Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis. Wie eine Palme aussieht, weiß man
wiederum eigentlich auch in Hamburg.
Die Geschichte ist aber wahr: Die besagten Freunde haben tatsächlich
von einem *Dattelbaum* gesprochen. Einen Feigenbaum kann man ja nur
schwer als Palme bezeichnen. Vewechselt haben sie nur die Namen der
Früchte, die sie nur in getrockneter Form kannten. Ich habe übrigens
sehr oft festgestellt, dass Feigen für viele Deutsche als Südfrüchte
gelten, obwohl Feigenbäume in Westfrankreich (48° nördlicher Breite,
wie Freiburg, München und Québec) seit jeher gedeihen und reichlich
Früchte tragen.

Kenavo !

Jakez (Bihan)
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Dietmar Kulsch
2005-01-10 10:39:08 UTC
Permalink
Post by Jakez
Ich habe übrigens
sehr oft festgestellt, dass Feigen für viele Deutsche als Südfrüchte
gelten, obwohl Feigenbäume in Westfrankreich (48° nördlicher Breite,
wie Freiburg, München und Québec)
oder auch Ulan Bator
Post by Jakez
seit jeher gedeihen und reichlich
Früchte tragen.
http://de.weather.yahoo.com/MGXX/MGXX0003/index_c.html
Matthias Opatz
2005-01-10 11:03:38 UTC
Permalink
Post by Dietmar Kulsch
Post by Jakez
Ich habe übrigens
sehr oft festgestellt, dass Feigen für viele Deutsche als Südfrüchte
gelten, obwohl Feigenbäume in Westfrankreich (48° nördlicher Breite,
wie Freiburg, München und Québec)
oder auch Ulan Bator
München liegt "kontinentaler" als Westfrankreich, und Ulan-Bator erst recht.
Wo ist das Problem?
Post by Dietmar Kulsch
Post by Jakez
seit jeher gedeihen und reichlich
Früchte tragen.
http://de.weather.yahoo.com/MGXX/MGXX0003/index_c.html
Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de **
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Oliver Cromm
2005-01-10 17:27:28 UTC
Permalink
Post by Jakez
Ich habe übrigens
sehr oft festgestellt, dass Feigen für viele Deutsche als Südfrüchte
gelten, obwohl Feigenbäume in Westfrankreich (48° nördlicher Breite,
wie Freiburg, München und Québec) seit jeher gedeihen und reichlich
Früchte tragen.
Da hast Du die Bezeichnung "Südfrüchte" allzu genau gelesen - ein
Deutscher in Feuerland würde ja auch nicht von Nordfrüchten sprechen.
Südfrüchte sind Früchte, die nur in wärmeren Klimaten als Deutschland
gedeihen, wie man sie gemeinhin südlich von Deutschland antrifft.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 1°C
Martin Rost
2005-01-11 11:10:17 UTC
Permalink
Post by Jakez
obwohl Feigenbäume in Westfrankreich (48° nördlicher Breite,
wie Freiburg, München und Québec) seit jeher gedeihen und reichlich
Früchte tragen.
Auch im Rheintal gibt es gute, am 49. selber gegessen. Sogar unser
Nachbar hier am 51. hat einen im Garten. Und der trägt. Hinter Glas
gibt es übrigens welche auf der Terrasse von Sanssouci.

M.
--
Martin Rost
Matthias Opatz
2005-01-10 11:01:53 UTC
Permalink
Post by Oliver Cromm
Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis.
Ist eine Palme etwa kein Baum?

Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de **
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Tassilo Halbritter
2005-01-10 11:40:52 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
=20
Das hei=DFt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis.
=20
Ist eine Palme etwa kein Baum?
=20
Kein Zweikeimbl=E4ttriger (Eiche, Linde etc.), was wir gew=F6hnlich unter B=
aum verstehen. Eine Palme ist eher sowas wie ein =FCberdimensionaler=20
Grashalm: kein sekund=E4res Dickenwachstum (Jahresringe)!


--=20
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Das Erkennen der Unerheblichkeit der allermeisten
| | | |_| | unserer Bestrebungen ist angesichts der Tatsache,
| | | _ | da=DF des Lebens Ausgang stets ein t=F6dlicher ist,
|_|a |_| |_|a eine gro=DFe Hilfe." (Alex in dswb)=20
Matthias Opatz
2005-01-10 11:53:40 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by Oliver Cromm
Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis.
Ist eine Palme etwa kein Baum?
Kein Zweikeimblättriger (Eiche, Linde etc.), was wir gewöhnlich unter
Baum verstehen. Eine Palme ist eher sowas wie ein überdimensionaler
Grashalm: kein sekundäres Dickenwachstum (Jahresringe)!
Lass uns über Umgangssprache reden, nicht über Biologie.

Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de **
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Oliver Jennrich
2005-01-10 12:43:12 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by Matthias Opatz
Post by Oliver Cromm
Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis.
Ist eine Palme etwa kein Baum?
Kein Zweikeimblättriger (Eiche, Linde etc.), was wir gewöhnlich unter
Baum verstehen. Eine Palme ist eher sowas wie ein überdimensionaler
Grashalm: kein sekundäres Dickenwachstum (Jahresringe)!
Lass uns über Umgangssprache reden, nicht über Biologie.
Selbst da macht MUSEN einen Unterschied. Palmen haben Wedel, Bäume
haben Blätter oder Nadeln.
--
Space - the final frontier
Matthias Opatz
2005-01-10 13:01:26 UTC
Permalink
Post by Oliver Jennrich
Post by Matthias Opatz
Post by Matthias Opatz
Post by Oliver Cromm
Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis.
Ist eine Palme etwa kein Baum?
Kein Zweikeimblättriger (Eiche, Linde etc.), was wir gewöhnlich unter
Baum verstehen. Eine Palme ist eher sowas wie ein überdimensionaler
Grashalm: kein sekundäres Dickenwachstum (Jahresringe)!
Lass uns über Umgangssprache reden, nicht über Biologie.
Selbst da macht MUSEN einen Unterschied. Palmen haben Wedel, Bäume
haben Blätter oder Nadeln.
Na, dann gurgel mal nach Palmbaum ...

Oder schau mal hier:
<http://mr-check.xipolis.net/Mrcheck.php?SB=Palme&CID=duden>

| *Palme* [...]
| 1. (in tropischen u. subtropischen Regionen beheimateter in zahlreichen
| Arten vorkommender) Baum mit meist langem, unverzweigtem Stamm u. großen
| gefiederten od. handförmig gefächerten [in einem Schopf (3) stehenden]
| Blättern [...]
| Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch

Oder hier:
<http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538&MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=WD001GW00068318.WD001SD00054938.TM01-FullContent&WissenID=QeJ6mwBhq5Ak5x2JTdPo9Rl3SkUQRIWv97xNjg1CZATzijzLrd3V|-7695531205115938303/182718475/6/7062/7062/7003/7003/7062/-1|5291407258161056765/182718486/6/7062/7062/7003/7003/7062/-1|1105361581582>

| *Palme* [f. 11] (meist) hoher, schlanker Baum tropischer Küsten und
| Oasen mit einem Schopf riesiger Blätter am sonst unverzweigten Stamm
Quelle: Wörterbuch der deutschen Sprache

Offen gestanden ist mir die Auffassung, Palmen seien keine Bäume,
sowohl neu als auch unverständlich.

Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de **
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Oliver Jennrich
2005-01-10 13:47:50 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by Oliver Jennrich
Post by Matthias Opatz
Post by Matthias Opatz
Post by Oliver Cromm
Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis.
Ist eine Palme etwa kein Baum?
Kein Zweikeimblättriger (Eiche, Linde etc.), was wir gewöhnlich unter
Baum verstehen. Eine Palme ist eher sowas wie ein überdimensionaler
Grashalm: kein sekundäres Dickenwachstum (Jahresringe)!
Lass uns über Umgangssprache reden, nicht über Biologie.
Selbst da macht MUSEN einen Unterschied. Palmen haben Wedel, Bäume
haben Blätter oder Nadeln.
Na, dann gurgel mal nach Palmbaum ...
Wie gesagt, MUSEN. In meiner Umgangssprache gibt es Palmen und Bäume,
aber keine Palmbäume. Es gibt auch keine Walfische. Ich bezweifele
nicht, daß Andere es anders sehen, aber du wolltest über
Umgangssprache reden.
--
Space - the final frontier
Rüdiger Silberer
2005-01-10 22:14:41 UTC
Permalink
Post by Oliver Jennrich
Wie gesagt, MUSEN. In meiner Umgangssprache gibt es Palmen und Bäume,
aber keine Palmbäume. Es gibt auch keine Walfische. Ich bezweifele
nicht, daß Andere es anders sehen, aber du wolltest über
Umgangssprache reden.
Ich stimme Dir zu, Palmen sind auch bei mir umgangssprachlich keine
Bäume.
--
ade, Rüdiger

Rechtschreibreform? Ein großes Unheil.
Eine nationale Katastrophe. - Marcel Reich-Ranicki -
Matthias Opatz
2005-01-10 22:43:29 UTC
Permalink
Post by Rüdiger Silberer
Ich stimme Dir zu, Palmen sind auch bei mir umgangssprachlich keine
Bäume.
Diese Sorte Baumallergie muss relativ neu sein. Grimm und Adelung hatten
sie jedenfalls noch nicht. Beide verweisen bei Dattelpalme auf den
Haupteintrag Dattelbaum. Bei Grimm gibt's sogar einen Dattelbaumwald.

Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de **
-- Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen -
Juergen Grosse
2005-01-10 23:40:40 UTC
Permalink
Matthias Opatz schrieb:

...
Post by Matthias Opatz
Diese Sorte Baumallergie muss relativ neu sein. Grimm und Adelung hatten
sie jedenfalls noch nicht. Beide verweisen bei Dattelpalme auf den
Haupteintrag Dattelbaum. Bei Grimm gibt's sogar einen Dattelbaumwald.
...

Vielleicht ist das eine Frage der Konfession. Betrachten wir einmal
Psalm 92,13:
"Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine
Zeder auf dem Libanon." (Luther 1984)
"Der Gerechte gedeiht wie die Palme, er wächst wie die Zedern des
Libanon." (Einheitsübersetzung)


Tschüs, Jürgen
Rüdiger Silberer
2005-01-12 00:59:52 UTC
Permalink
Post by Juergen Grosse
...
Post by Matthias Opatz
Diese Sorte Baumallergie muss relativ neu sein. Grimm und Adelung hatten
sie jedenfalls noch nicht. Beide verweisen bei Dattelpalme auf den
Haupteintrag Dattelbaum. Bei Grimm gibt's sogar einen Dattelbaumwald.
...
Ich kann ja nichts dafür, MUSE sagt einfach das ist so.
Post by Juergen Grosse
Vielleicht ist das eine Frage der Konfession. Betrachten wir einmal
"Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine
Zeder auf dem Libanon." (Luther 1984)
"Der Gerechte gedeiht wie die Palme, er wächst wie die Zedern des
Libanon." (Einheitsübersetzung)
Nach Deiner Theorie müßte ich katholisch sein, das trifft aber nicht zu,
nachdem ich protestantisch getauft und konfimiert wurde, bin ich seit
über zwanzig Jahren keiner Kirche mehr zugehörig.
--
ade, Rüdiger

Rechtschreibreform? Ein großes Unheil.
Eine nationale Katastrophe. - Marcel Reich-Ranicki -
Jakez
2005-01-10 14:50:42 UTC
Permalink
Matthias Opatz a écrit
Post by Matthias Opatz
[Oliver Cromm] Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das
Wort "Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis.
Ist eine Palme etwa kein Baum?
Das Wort "Dattelbaum" ist jedenfalls keine Erfindung von mir oder
meinen Hamburger Freunden. Google ergibt 500 Treffer (darunter zwar
"Dattelbaum" als Familienname).
Beim Googlen fand ich übrigens Folgendes:

Ein Rabbi fragte seine Schüler, wann der Tag beginnen würde. Der erste
fragte: "Beginnt der Tag, wenn ich von weitem einen Hund von einem
Schaf unterscheiden kann?" - "Nein", sagte der Rabbi.
"Dann beginnt der Tag, wenn ich von weitem einen *Dattelbaum* von einem
*Feigenbaum* unterscheiden kann", sagte der zweite Schüler. Der erntete
wieder ein Nein.
"Aber wann beginnt der Tag?", fragten die Schüler. Der Rabbi
antwortete: "Der Tag beginnt, wenn Du in das Gesicht eines Menschen
blickst und darin Deine Schwester oder Deinen Bruder siehst. Bis dahin
ist die Nacht noch bei uns."
Und im Kreise umherblickend auf die um ihn her Sitzenden, spricht er:
"Siehe da, meine Mutter und meine Brüder; denn wer irgend den Willen
Gottes tun wird, derselbe ist mein Bruder und meine Schwester und meine
Mutter."

(Markus 3,34-35)

Salut !

Jakez (Bihan)
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Gerald Fix
2005-01-10 16:44:11 UTC
Permalink
On Mon, 10 Jan 2005 15:50:42 +0100, Jakez
Post by Jakez
Ein Rabbi fragte seine Schüler, wann der Tag beginnen würde. Der erste
fragte: "Beginnt der Tag, wenn ich von weitem einen Hund von einem
Schaf unterscheiden kann?" - "Nein", sagte der Rabbi.
"Dann beginnt der Tag, wenn ich von weitem einen *Dattelbaum* von einem
*Feigenbaum* unterscheiden kann", sagte der zweite Schüler. Der erntete
wieder ein Nein.
"Aber wann beginnt der Tag?", fragten die Schüler. Der Rabbi
antwortete: "Der Tag beginnt, wenn Du in das Gesicht eines Menschen
blickst und darin Deine Schwester oder Deinen Bruder siehst. Bis dahin
ist die Nacht noch bei uns."
"Siehe da, meine Mutter und meine Brüder; denn wer irgend den Willen
Gottes tun wird, derselbe ist mein Bruder und meine Schwester und meine
Mutter."
(Markus 3,34-35)
Woher kommt der Text?

Bei mir heißt es: Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben
vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute
um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder
stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine
Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen,
die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter
und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich
Bruder und Schwester und Mutter. (Mk 3,31-35)
--
Viele Grüße
Gerald Fix
Jakez
2005-01-10 16:59:53 UTC
Permalink
Gerald Fix a écrit
Post by Gerald Fix
Post by Jakez
(...)
(Markus 3,34-35)
Woher kommt der Text?
Bei mir heißt es: (...)
http://www.mannabrot.de/06/0291.html

Keine Ahnung, wer diese Leute sind.

Salut !

Jakez.
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Gerald Fix
2005-01-11 16:19:26 UTC
Permalink
On Mon, 10 Jan 2005 17:59:53 +0100, Jakez
Post by Jakez
Post by Gerald Fix
Woher kommt der Text?
Bei mir heißt es: (...)
http://www.mannabrot.de/06/0291.html
Keine Ahnung, wer diese Leute sind.
Danke. Auf jeden Fall wissen sie eine ganze Menge:

"Kein anderer Planet im ganzen Weltall kann sich rühmen, es der Erde
an Vorzügen gleichzutun."

Na denne.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
Oliver Cromm
2005-01-11 14:34:26 UTC
Permalink
Post by Jakez
Das Wort "Dattelbaum" ist jedenfalls keine Erfindung von mir oder
meinen Hamburger Freunden. Google ergibt 500 Treffer (darunter zwar
"Dattelbaum" als Familienname).
Jeder Deutschsprechende kann solche Wörter jederzeit erfinden, wenn
Bedarf besteht. Es besteht aber kein Bedarf, wenn man schon weiß, wie
der Gegenstand normalerweise bezeichnet wird. Deinen *Hunderten*
Treffern (darunter Familiennamen und von Luther übernommene Archaismen)
stehen über 20'000 für Dattelpalme entgegen.
--
Oliver C.
Jakez
2005-01-11 17:03:34 UTC
Permalink
Oliver Cromm a écrit
Jeder Deutschsprechende kann solche Wörter (Dattelbaum) jederzeit erfinden,
wenn Bedarf besteht.
Ein bereits existierendes Wort braucht man nicht zu erfinden, oder?
Es besteht aber kein Bedarf, wenn man schon weiß, wie
der Gegenstand normalerweise bezeichnet wird. Deinen *Hunderten*
Treffern (darunter Familiennamen und von Luther übernommene Archaismen)
stehen über 20'000 für Dattelpalme entgegen.
Ich habe selber auf die Familiennamen hingewiesen, und selbst wenn es
keine Hunderten, sondern lediglich *viele* gültige Treffer gibt, steht
nichtdestoweniger fest, dass das Wort "Dattelbaum" nicht nur existiert,
sondern auch verwendet wird. Und es geht nicht darum, wer was weiß ...
Was mich betrifft, sage ich immer "Dattelpalme", und zwar nicht
deshalb, weil ich weiß, dass eine Palme botanisch gesehen kein echter
Baum ist, sondern wegen der französischen Bezeichnung (palmier
dattier). Und die Tatsache, dass ein Muttersprachler "Dattelbaum" sagt,
bezeugt nicht mehr Unkenntnis als die Zuordnung der Erdbeeren zu den
Gartenfrüchten. Jedenfalls meinte mein Hamburger Freund, er hätte einen
"Dattelbaum" im Garten, weil er Feigen und Datteln verwechselt hatte.
Ich kann mir vorstellen, dass er sonst von Dattelpalmen spricht; ich
frage ihn, sobald ich kann.

Kenavo !
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Oliver Cromm
2005-01-12 22:57:19 UTC
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Post by Jakez
Oliver Cromm a écrit
Jeder Deutschsprechende kann solche Wörter (Dattelbaum) jederzeit erfinden,
wenn Bedarf besteht.
Ein bereits existierendes Wort braucht man nicht zu erfinden, oder?
Dasselbe Wort kann unabhängig 100fach erfunden werden, wenn es so
naheliegt wie «Dattelbaum». Dazu ist es keineswegs nötig, das schon mal
gehört oder gesehen zu haben. Die Diskussion über «existierende Wörter»
ist müßig. Ich kann auch sagen: «Das Auto ist gelb.», ohne den Satz
jemals zuvor gehört zu haben, so funktioniert Sprache. Auf Französisch
kann man auch «arbre-à-dattes» bilden, sollte jeder verstehen, ist aber
trotzdem ungewöhnlich.
Post by Jakez
Und die Tatsache, dass ein Muttersprachler "Dattelbaum" sagt,
bezeugt nicht mehr Unkenntnis als die Zuordnung der Erdbeeren zu den
Gartenfrüchten.
*Mir* ging es auch nur um Kenntnis der Sprache, nicht der Botanik, und
sprachlich gesehen sind Erdbeeren natürlich Früchte, und ich habe auch
nichts dagegen, Palmen unter die Bäume zu zählen; «Dattelbaum» ist
dennoch ein wenig ungewöhnlich, wie «Honiginsekt», und deutet darauf
hin, daß der übliche Terminus _wahrscheinlich_ nicht bekannt war. Nur
darum ging es mir.
--
Oliver C.
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Temperatur: -10°C
Jakez
2005-01-13 10:18:52 UTC
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Oliver Cromm a écrit
Post by Oliver Cromm
«Dattelbaum» ist
dennoch ein wenig ungewöhnlich, wie «Honiginsekt», und deutet darauf
hin, daß der übliche Terminus _wahrscheinlich_ nicht bekannt war. Nur
darum ging es mir.
Mein Freund, den ich gestern Abend in Hamburg angerufen habe,
bestätigt, dass er beide Termini benutzt und folglich das Wort
"Palmenbaum" gar nicht ungewöhnlich findet.

Übrigens hinkt dein Vergleich: Für "Honiginsekt" ergibt Google nur zwei
Treffer, und dabei geht es um Kreuzworträtseldefinitionen. Daraus kann
man schließen, dass niemand dieses Wort benutzt, um eine Biene zu
bezeichnen. Anders bei "Dattelbaum": Wenn man von den Eigennamen
absieht, kommt das Wort in religiösen Schriften, aber auch in
Reiseberichten, literarischen und politischen Texten aus den letzten
Jahrhunderten recht häufig vor.

1) "Für jeden *Dattelbaum* mußte der Fellah 1,35 M, für jede Lehmhütte,
die er bewohnte, 75 Pf zahlen. Ferner kam die Kopfsteuer..." (Rosa
Luxemburg in "Die Akkumulation des Kapitals")

2) "An eingemeißelten Symbolen sah ich eine Art von spitzem Lebensbaum,
der auch auf türkischen Brunnen wiederkehrt, und eine fruchtende Palme,
vielleicht den *Dattelbaum*, als Paradiesesbild." (Ernst Jünger, 1938)

Heutzutage wird es zwar viel weniger verwendet als das botanisch
korrektere "Dattelpalme", ist aber keineswegs ausgestorben, ist es doch
in allen möglichen Sprachsituationen immer noch anzutreffen: Religion,
Kindermärchen, Chat, Literatur, Presse, Werbung, etc. Zitate:

1) "Im Frühjahr klettern Männer in die *Dattelbaum-Kronen* hinauf und
binden in jede Blütenstaude Blütenkolben von männlichen Pflanzen ein
..." (waltraud-weber.de/pages/produktinfo)

2) "Baumkulturen, wie Kochbanane, Eßkastanie, Sago- und Affenbrotbaum,
Feigen- und *Dattelbaum* sind die kohlenhydrathaltigen
Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung ganzer Erdregionen seit
Menschengedenken." (sozialistische-studienvereinigung.frankfurt.org)

3) "Daß Hussein im Dezember gefangengenommen wurde, kann definitiv
nicht sein. Auf den Bildern, die das Versteck Husseins zeigen, ist im
Hintergrund ein *Dattelbaum* mit orangefarbenen Früchten zu sehen. In
der nördlichen Hemisphäre haben Datteln diese Farbe aber lediglich
zwischen Juli und Anfang September!" (Web-Lexikon)

4) "Der Mantel stammte aus der Zeit seines Großvaters Roger II. und
zeigte einen *Dattelbaum* und je zwei Kamele, die von den Pranken von
Tigern niedergehalten wurden: Zeichen des Sieges des Christentums über
den Islam." (aktueller Text über Friedrich II. aus <doctor-net.de>)

5) http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/38624/display/705220 Foto:
Ägyptischer *Dattelbaum* (2003)

6) "Der Löwe frisst n *Dattelbaum*, das Gnu schaut zu und glaubt es
kaum." (Aus einer Chat-Seite)

7) "Der *Dattelbaum* stammt aus Persien und gehört zur Gattung der
Palmen" (halloleute.com/medizindb/hausmittel)

8) "Vincience präsentiert den aus *Dattelbaum* gewonnenen
Anti-aging-Wirkstoff D'Orientine." (Naturkosmetik)

9) "Der Weihnachtskalender ist schön. Marktplatz, Palme und
Flötenspieler unterm *Dattelbaum*. Und, nun gut, ein Minarett." (taz,
12.12.2001)

10) "Aber was auch gut wäre sind ein paar neue Bäume. Wie *Daddelbaum*"
(onlineplayer-Chatseite)

11) "Als er die Schönheit und die wunderbar geschützte Lage der Oase
sah, noch mit *Dattelbäumen* bewachsen und einer reinen Quelle, welche
..." (Martin Litzenburger, geb. 1971)

12) "*Dattelbaum* anklicken. Paul hat jetzt Datteln" (ttgames.at)

13) "... und im Dattelwald, da gab es Dattel und um den ganzen
Dattelwald herum standen die kleinen *Dattelbäume* und in der Mitte gab
es einen großen *Dattelbaum*. Bei den Bewohnern des Dattelwaldes, war
der Pappelwald mit der großen Pappel in der Mitte sehr berühmt und so
dachten sich die zwei einfach mal vorbei zu kommen."
(kuriosengeschichten / beepworld.de)

Wie es M.O. bereits sagte ( buln2keyjgpi.133sv7qs302m8$***@40tude.net
), ist diese Art Baumallergie relativ neu. Anscheinend sind aber noch
nicht alle befallen, mein Hamburger Freund jedenfalls nicht.

Salut !

Jakez (Bihan)
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Jakez
2005-01-13 10:57:02 UTC
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Jakez a écrit
Mein Freund, den ich gestern Abend in Hamburg angerufen habe, bestätigt, dass
er beide Termini benutzt und folglich das Wort "Palmenbaum" gar nicht
ungewöhnlich findet.
Nicht "Palmenbaum", sondern "Dattelbaum" ...

J.
--
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mienne à l'infini..." (Bakounine)
Michael Hemmer
2005-01-13 11:51:03 UTC
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Post by Jakez
Jakez a écrit
Post by Jakez
Mein Freund, den ich gestern Abend in Hamburg angerufen habe,
bestätigt, dass er beide Termini benutzt und folglich das Wort
"Palmenbaum" gar nicht ungewöhnlich findet.
Nicht "Palmenbaum", sondern "Dattelbaum" ...
Hab' mich schon gewundert, woher plötzlich der "Palm[en]baum" kommt (den
ich zwar doppelt gemoppelt und damit stilistisch auffällig, aber auch
nicht falsch finde) ...

"Dattelbaum" fände ich beim Lesen oder Hören kein bisschen "verdächtig",
und vielleicht würde es mir auch beim Schreiben oder Sprechen eher
einfallen als "Dattelpalme".

Gruß,

Michael
Oliver Cromm
2005-01-13 22:12:18 UTC
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Post by Jakez
Mein Freund, den ich gestern Abend in Hamburg angerufen habe,
bestätigt, dass er beide Termini benutzt und folglich das Wort
"Palmenbaum"
[Dattelbaum war gemeint]
Post by Jakez
gar nicht ungewöhnlich findet.
Danke für Deine Mühe. Diese und Michael Hemmers Aussage scheinen mir, da
sie dem modernen Alltag entstammen, wertvollere Hinweise als 90% der
Google-Fundstellen, denn die sind nunmal hauptsächlich ...
Post by Jakez
in religiösen Schriften, aber auch in
Reiseberichten, literarischen und politischen Texten aus den letzten
Jahrhunderten
... und könnten damit in die jüngst hier besprochene Kategorie «Aar,
Gestade, Eiland, Haupt» fallen. Auch nicht direkt falsch, aber als eine
französische Kollegin meines Vaters verkündete, sie habe «ihr Antlitz
gewaschen», war das immerhin ein Fehlgriff, und zwar einer, der wohl
keinem Muttersprachler unterlaufen würde. Der Dattelbaum ist anscheinend
noch nicht ganz so weit.
--
Oliver C.
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Temperatur: 4°C
Oliver Cromm
2005-01-13 22:29:06 UTC
Permalink
Post by Jakez
Mein Freund, den ich gestern Abend in Hamburg angerufen habe,
bestätigt, dass er beide Termini benutzt und folglich das Wort
"Palmenbaum"
[Dattelbaum war gemeint]
Post by Jakez
gar nicht ungewöhnlich findet.
Danke für Deine Mühe. Diese und Michael Hemmers Aussage scheinen mir, da
sie dem modernen Alltag entstammen, wertvollere Hinweise als 90% der
Google-Fundstellen, denn die sind nunmal hauptsächlich ...
Post by Jakez
in religiösen Schriften, aber auch in
Reiseberichten, literarischen und politischen Texten aus den letzten
Jahrhunderten
... und könnten damit in die jüngst hier besprochene Kategorie «Aar,
Gestade, Eiland, Haupt» fallen. Auch nicht direkt falsch, aber als eine
französische Kollegin meines Vaters verkündete, sie habe «ihr Antlitz
gewaschen», war das immerhin ein Fehlgriff, und zwar einer, der wohl
keinem Muttersprachler unterlaufen würde. Der Dattelbaum ist anscheinend
noch nicht ganz so weit, auch wenn er mir ganz unvertraut daherkam.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 4°C
Jakez
2005-01-14 10:23:43 UTC
Permalink
Oliver Cromm a écrit
Post by Oliver Cromm
Danke für Deine Mühe. Diese und Michael Hemmers Aussage scheinen mir, da
sie dem modernen Alltag entstammen, wertvollere Hinweise als 90% der
Google-Fundstellen, denn die sind nunmal hauptsächlich ...
Post by Jakez
in religiösen Schriften, aber auch in
Reiseberichten, literarischen und politischen Texten aus den letzten
Jahrhunderten
... und könnten damit in die jüngst hier besprochene Kategorie «Aar,
Gestade, Eiland, Haupt» fallen. Auch nicht direkt falsch, aber als eine
französische Kollegin meines Vaters verkündete, sie habe «ihr Antlitz
gewaschen», war das immerhin ein Fehlgriff, und zwar einer, der wohl
keinem Muttersprachler unterlaufen würde.
"Aus den letzten Jahrhunderten" bezieht sich u. a. auf eine Zeit, die
gar nicht so weit zurückliegt. Ernst Jünger ist vor 7 Jahren, also im
vorigen Jahrhundert gestorben, und Rosa Luxemburg (1870-1919) schrieb
ein Deutsch, das sich von der heutigen Sprache kaum unterscheidet.
Dagegen gehören Wörter wie "Gestade" und "Eiland" seit Jahrhunderten
der dichterischen Sprache an, jedenfalls im Standartdeutschen. Was die
Kollegin deines Vaters betrifft, hat sie wahrscheinlich das falsche
Wort in ihrem superkompakten Wörterbuch ausgesucht. "Je me suis lavé le
visage" hätte sich übrigens fast so ungewöhnlich angehört.
Post by Oliver Cromm
Der Dattelbaum ist anscheinend
noch nicht ganz so weit, auch wenn er mir ganz unvertraut daherkam.
Die Tatsache, dass es in Computerspielen (PC-Games!) anklickbare
Dattelbäume (Daddelbäume!) gibt oder geben sollte, zeigt, wie lebendig
das Wort ist.

Salut ! Et bonne année !

Jakez (Bihan)
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Gerd Thieme
2005-01-14 12:58:15 UTC
Permalink
Post by Jakez
Dagegen gehören Wörter wie "Gestade" und "Eiland" seit Jahrhunderten
der dichterischen Sprache an, jedenfalls im Standartdeutschen.
^
Autsch!

Gerd
Jakez
2005-01-14 18:34:51 UTC
Permalink
Gerd Thieme a écrit
Post by Gerd Thieme
Post by Jakez
Dagegen gehören Wörter wie "Gestade" und "Eiland" seit Jahrhunderten
der dichterischen Sprache an, jedenfalls im Standartdeutschen.
^
Autsch!
Bitte um Entschuldigung! "Im Standardteutschen" wollte ich natürlich
schreiben.

Salut !

Jakez.
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Gerd Thieme
2005-01-14 18:53:19 UTC
Permalink
Post by Jakez
Post by Jakez
Dagegen gehören Wörter wie "Gestade" und "Eiland" seit Jahrhunderten
der dichterischen Sprache an, jedenfalls im Standartdeutschen.
Bitte um Entschuldigung! "Im Standardteutschen" wollte ich natürlich
schreiben.
Ob dieser Begründung reiße ich doch glatt den Teutonenhelm salutierend
vom Kopfe.

Gerd
Martin Gerdes
2005-01-14 11:00:19 UTC
Permalink
Post by Oliver Cromm
... und könnten damit in die jüngst hier besprochene Kategorie «Aar,
Gestade, Eiland, Haupt» fallen. Auch nicht direkt falsch, aber als eine
französische Kollegin meines Vaters verkündete, sie habe «ihr Antlitz
gewaschen», war das immerhin ein Fehlgriff, und zwar einer, der wohl
keinem Muttersprachler unterlaufen würde.
Das andererseits dürfte wesentlich daran liegen, daß ein Gutteil der
Muttersprachler das Wort "Antlitz" überhaupt nicht mehr kennt.
--
Martin Gerdes
Oliver Cromm
2005-01-10 17:28:19 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by Oliver Cromm
Das heißt auf Deutsch auch eigentlich Dattelpalme, schon das Wort
"Dattelbaum" zeugt von Unkenntnis.
Ist eine Palme etwa kein Baum?
Darum geht es nicht, sondern, ob das Wort üblich ist. Ich meine, es in
dem Bezugsbeitrag zum ersten Mal gelesen zu haben. Ist "Honigtier" für
Biene auch korrekt?
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 1°C
Jakez
2005-01-10 17:38:46 UTC
Permalink
Oliver Cromm a écrit
Darum geht es nicht, sondern, ob das Wort (Dattelbaum) üblich ist. Ich meine,
es in dem Bezugsbeitrag zum ersten Mal gelesen zu haben. Ist "Honigtier" für
Biene auch korrekt?
Nur ein Beispiel unter Hunderten aus meiner Google-Ernte:

"Und wieso Saddam Hussein schon eher geschnappt wurde: Der
Fernsehsender Al Jazeera hat aus dem Film, der bei seiner Verhaftung
gedreht wurde, ein Bild vergrößert, auf dem ein blühender *Dattelbaum*
zu sehen ist. Im Dezember blühen im Irak aber keine *Dattelbäume* mehr!
Aber lieber warten Bush und Konsorten auf einen geeigneten Zeitpunkt
für die Bekanntgabe - also vielleicht zwei, drei Wochen vor der Wahl!"

Kenavo !

Jakez (Bihan)
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Rüdiger Silberer
2005-01-10 22:17:39 UTC
Permalink
Post by Jakez
Oliver Cromm a écrit
Darum geht es nicht, sondern, ob das Wort (Dattelbaum) üblich ist. Ich meine,
es in dem Bezugsbeitrag zum ersten Mal gelesen zu haben. Ist "Honigtier" für
Biene auch korrekt?
"Und wieso Saddam Hussein schon eher geschnappt wurde: Der
Fernsehsender Al Jazeera hat aus dem Film, der bei seiner Verhaftung
gedreht wurde, ein Bild vergrößert, auf dem ein blühender *Dattelbaum*
zu sehen ist. Im Dezember blühen im Irak aber keine *Dattelbäume* mehr!
Aber lieber warten Bush und Konsorten auf einen geeigneten Zeitpunkt
für die Bekanntgabe - also vielleicht zwei, drei Wochen vor der Wahl!"
Und für wie glaubwürdig hältst Du solche Quellen, die noch nicht einmal
wissen, daß es Dattelpalme und nicht Dattelbaum heißt?
--
ade, Rüdiger

Rechtschreibreform? Ein großes Unheil.
Eine nationale Katastrophe. - Marcel Reich-Ranicki -
Matthias Opatz
2005-01-10 22:39:33 UTC
Permalink
Post by Rüdiger Silberer
Und für wie glaubwürdig hältst Du solche Quellen, die noch nicht einmal
wissen, daß es Dattelpalme und nicht Dattelbaum heißt?
Ein Palmbaum eben.

<duck-und weg>
Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de **
-- Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen -
Helga Schulz
2005-01-14 22:21:13 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Ein Palmbaum eben.
Palmbäume gibts nur zu Palmsonntag.
Christina Kunze
2005-01-16 21:29:54 UTC
Permalink
Post by Helga Schulz
Post by Matthias Opatz
Ein Palmbaum eben.
Palmbäume gibts nur zu Palmsonntag.
Heißen die bunten Papierbäume so, die in Deiner Gegend (oder der, die Du
kennst, weil Du so viel alemannische Ausdrücke weißt) bei der Prozession
mitgetragen werden?

chr
Helga Schulz
2005-01-20 20:07:04 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Helga Schulz
Post by Matthias Opatz
Ein Palmbaum eben.
Palmbäume gibts nur zu Palmsonntag.
Heißen die bunten Papierbäume so, die in Deiner Gegend (oder der, die Du
kennst, weil Du so viel alemannische Ausdrücke weißt)
Herkunftsgegend. Ich bin dort geboren und habe bis zu meinem 24.
Lebensjahr dort gelebt.
Post by Christina Kunze
bei der Prozession
mitgetragen werden?
Jein, das ist je nach Kirchengemeinde und deren gerade jährlich
schwankender Bastellust anders. Ich kenne es nur als einen
katholischen Brauch, am Palmsonntag "Palmenbäume" zu bauen, die
unterschiedliche Formen annehmen können, meist sind es Stangen
mit Zweigen oben drangebunden, mag sein, daß mancherorts auch
Papier verwendet wird, je nach Einfall. Die einzige mir bekannte
Prozession findet an Fronleichnam statt, an Palmsonntag kenne ich
nur manchmal einen feierlichen Einzug in die Kirche, also Leute
mit "Palmenbäumen" stehen erst draußen und ziehen dann in die
Kirche ein, wo die Palmen dann an den Sitzbänken befestigt
werden.
Ist mir schon klar, daß traditioneller Katholizismus hier eher
exotisch ist...
Christina Kunze
2005-01-20 21:19:00 UTC
Permalink
Post by Helga Schulz
Die einzige mir bekannte
Prozession findet an Fronleichnam statt, an Palmsonntag kenne ich
nur manchmal einen feierlichen Einzug in die Kirche,
Och, früher gab es zu allen möglichen Gelegenheiten Prozessionen, warum
nicht auch am Palmsonntag ...

Ich kann gerade nicht genau festmachen, ab wann etwas als Prozession gilt.

JEdenfalls habe ich vor zwei Jahren in Bad Krozingen einen feierlichen
Einzug mit Umweg über einen Platz erlebt, zu dem die Leute WIMRE Prozession
sagten. Die Kinder trugen dabei besenstielstarke Holzstäbe mit einem
beeindruckenden Aufbau aus Krepp- und Glanzpapierblumen und -ranken.
Post by Helga Schulz
Ist mir schon klar, daß traditioneller Katholizismus hier eher
exotisch ist...
Mit schlesischem Hintergrund stellt sich das ganz anders dar. Aber Palmbäume
gab es, solange ich mich erinnern kann, hier in den Kirchen nicht.

chr
klaus schmirler
2005-01-21 13:50:08 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
JEdenfalls habe ich vor zwei Jahren in Bad Krozingen einen feierlichen
Einzug mit Umweg über einen Platz erlebt, zu dem die Leute WIMRE Prozession
sagten. Die Kinder trugen dabei besenstielstarke Holzstäbe mit einem
beeindruckenden Aufbau aus Krepp- und Glanzpapierblumen und -ranken.
Ich sollte das ja kennen, kann mich aber beim besten Willen nicht mehr
konkret an Daten und Anlässe erinnern. Nur soviel: Palmen waren
"Palmkatzeln", das pelzige Geschlecht der Hasel (nicht die Würste).

Anmerkungen zu allem, was ich hier durcheinanderbringe, willkommen.


klaus
Helga Schulz
2005-01-21 21:12:56 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Helga Schulz
Die einzige mir bekannte
Prozession findet an Fronleichnam statt, an Palmsonntag kenne ich
nur manchmal einen feierlichen Einzug in die Kirche,
Och, früher gab es zu allen möglichen Gelegenheiten Prozessionen, warum
nicht auch am Palmsonntag ...
Ich kann gerade nicht genau festmachen, ab wann etwas als Prozession gilt.
Naja, das ist örtlich verschieden. Kann auch nur einmal um den
Block ziehen sein. Aber so eine richtige Prozession (tm) geht
schon durch den ganzen Ort, evt. sogar in die Flur hinaus.

Eine ganz eigentümliche Schmalspurvariante gibt es in Dresden zu
besichtigen: die Hofkirche hat extra einen Gang außenrum, damit
der König, der zum Katholizismus konvertierte, damit er König von
Polen sein darf, eine Prozession abhalten konnte, ohne sein
protestantisches Stadtvolk zu stören. Unterm Dach. Sehr
sonderbar.
Post by Christina Kunze
JEdenfalls habe ich vor zwei Jahren in Bad Krozingen einen feierlichen
Einzug mit Umweg über einen Platz erlebt, zu dem die Leute WIMRE Prozession
sagten. Die Kinder trugen dabei besenstielstarke Holzstäbe mit einem
beeindruckenden Aufbau aus Krepp- und Glanzpapierblumen und -ranken.
Post by Helga Schulz
Ist mir schon klar, daß traditioneller Katholizismus hier eher
exotisch ist...
Mit schlesischem Hintergrund stellt sich das ganz anders dar.
Ja so, dann... gehörst Du zu den "echten Berlinern mit
schlesischen Vorfahren"?
Post by Christina Kunze
Aber Palmbäume
gab es, solange ich mich erinnern kann, hier in den Kirchen nicht.
Naja, das ist wie gesagt von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.

Jakez
2005-01-11 08:52:50 UTC
Permalink
Rüdiger Silberer a écrit
Post by Rüdiger Silberer
Post by Jakez
"Und wieso Saddam Hussein schon eher geschnappt wurde: Der
Fernsehsender Al Jazeera hat aus dem Film, der bei seiner Verhaftung
gedreht wurde, ein Bild vergrößert, auf dem ein blühender *Dattelbaum*
zu sehen ist. Im Dezember blühen im Irak aber keine *Dattelbäume* mehr!
Aber lieber warten Bush und Konsorten auf einen geeigneten Zeitpunkt
für die Bekanntgabe - also vielleicht zwei, drei Wochen vor der Wahl!"
Und für wie glaubwürdig hältst Du solche Quellen, die noch nicht einmal
wissen, daß es Dattelpalme und nicht Dattelbaum heißt?
Es geht nicht darum, ob Dattelgewächse botanisch betrachtet echte Bäume
oder Palmen sind, sondern darum, dass viele Deutsche von Dattelbäumen
sprechen, ohne sich daran zu stören, genauso wie der durchschnittliche
(ungebildete) Zeitgenosse Erdbeeren und Ananas zu den Früchten zählt,
obwohl es keine sind.

Salut !

Jakez.
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Helga Schulz
2005-01-14 22:21:13 UTC
Permalink
Post by Jakez
Es geht nicht darum, ob Dattelgewächse botanisch betrachtet echte Bäume
oder Palmen sind, sondern darum, dass viele Deutsche von Dattelbäumen
sprechen, ohne sich daran zu stören, genauso wie der durchschnittliche
(ungebildete) Zeitgenosse Erdbeeren und Ananas zu den Früchten zählt,
obwohl es keine sind.
Es mag ja sein, daß viele "Dattelbaum" sagen, aber noch weitaus
mehr sagen eben "Dattelpalme".
Jakez
2005-01-14 22:28:46 UTC
Permalink
Helga Schulz a écrit
Post by Helga Schulz
Post by Jakez
Es geht nicht darum, ob Dattelgewächse botanisch betrachtet echte Bäume
oder Palmen sind, sondern darum, dass viele Deutsche von Dattelbäumen
sprechen, ohne sich daran zu stören, genauso wie der durchschnittliche
(ungebildete) Zeitgenosse Erdbeeren und Ananas zu den Früchten zählt,
obwohl es keine sind.
Es mag ja sein, daß viele "Dattelbaum" sagen, aber noch weitaus
mehr sagen eben "Dattelpalme".
Niemand hat etwas Anderes behauptet. Ich kann es nur nicht lassen, für
unterdrückte Minderheiten zu kämpfen, um so entschiedener in diesem
Fall als einer meiner besten Freunde dazu gehört.

Bonne nuit !

Jakez.
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Helga Schulz
2005-01-15 22:42:49 UTC
Permalink
Post by Jakez
Helga Schulz a écrit
Post by Helga Schulz
Es mag ja sein, daß viele "Dattelbaum" sagen, aber noch weitaus
mehr sagen eben "Dattelpalme".
Niemand hat etwas Anderes behauptet. Ich kann es nur nicht lassen, für
unterdrückte Minderheiten zu kämpfen,
Soso. Wer unterdrückt sie denn? Es tut ihnen doch niemand was,
wenn sie "Dattelbaum" sagen, sie werden halt nur für etwas
zurückgeblieben angesehen.
Michael Hemmer
2005-01-16 13:31:44 UTC
Permalink
Post by Helga Schulz
Post by Jakez
Helga Schulz a écrit
Post by Helga Schulz
Es mag ja sein, daß viele "Dattelbaum" sagen, aber noch weitaus
mehr sagen eben "Dattelpalme".
Niemand hat etwas Anderes behauptet. Ich kann es nur nicht lassen, für
unterdrückte Minderheiten zu kämpfen,
Soso. Wer unterdrückt sie denn? Es tut ihnen doch niemand was,
wenn sie "Dattelbaum" sagen, sie werden halt nur für etwas
zurückgeblieben angesehen.
Grrr... Noch so'n Spruch, und von Dir bleibt nichts zurück! ;-)

Michael
Helga Schulz
2005-01-20 13:09:39 UTC
Permalink
Post by Michael Hemmer
Grrr... Noch so'n Spruch, und von Dir bleibt nichts zurück! ;-)
<rumpelstilz>
Dattelpalme! Dattelpalme! Dattelpalme! :<)
</rumpelstilz>
f***@yahoo.com
2005-01-20 15:40:45 UTC
Permalink
Helga Schulz schrieb:

<rumpelstilz>
Gluecklich Land allwo Muskaten
Gar so koestlich wohlgeraten.

FR
Jakez
2005-01-16 16:07:51 UTC
Permalink
Helga Schulz a écrit
Post by Helga Schulz
Post by Jakez
Niemand hat etwas Anderes behauptet. Ich kann es nur nicht lassen, für
unterdrückte Minderheiten zu kämpfen,
Soso. Wer unterdrückt sie denn?
Die Humorlosen.
Post by Helga Schulz
Es tut ihnen doch niemand was,
wenn sie "Dattelbaum" sagen, sie werden halt nur für etwas
zurückgeblieben angesehen.
Wie nett!

Jakez.
--
"La liberté de l'autre prolonge, protège, consolide et garantit la
mienne à l'infini..." (Bakounine)
Helga Schulz
2005-01-20 13:09:41 UTC
Permalink
Post by Jakez
Helga Schulz a écrit
Post by Helga Schulz
Es tut ihnen doch niemand was,
wenn sie "Dattelbaum" sagen, sie werden halt nur für etwas
zurückgeblieben angesehen.
Wie nett!
Ja, so sind sie halt, die Botanischer-Garten-Besucher.
Rüdiger Silberer
2005-01-15 00:04:03 UTC
Permalink
Post by Jakez
Es geht nicht darum, ob Dattelgewächse botanisch betrachtet echte Bäume
oder Palmen sind, sondern darum, dass viele Deutsche von Dattelbäumen
sprechen, ohne sich daran zu stören, genauso wie der durchschnittliche
(ungebildete) Zeitgenosse Erdbeeren und Ananas zu den Früchten zählt,
obwohl es keine sind.
Eigentlich geht es mehr darum, daß man der Mehrheit, die richtigerweise
Dattelpalme sagt, einreden möchte, daß Dattelbaum mindestens genauso
richtig sei.
--
ade, Rüdiger

Rechtschreibreform? Ein großes Unheil.
Eine nationale Katastrophe. - Marcel Reich-Ranicki -
Oliver Cromm
2005-01-15 07:47:16 UTC
Permalink
Post by Rüdiger Silberer
Eigentlich geht es mehr darum, daß man der Mehrheit, die
... den Standard setzt und ...
Post by Rüdiger Silberer
richtigerweise
Dattelpalme sagt, einreden möchte, daß Dattelbaum mindestens genauso
richtig sei.
Dabei ist es doch Nichtstandard und damit falsch.
--
Oliver C.
Matthias Opatz
2005-01-15 10:52:57 UTC
Permalink
Post by Rüdiger Silberer
Eigentlich geht es mehr darum, daß man der Mehrheit, die richtigerweise
Dattelpalme sagt, einreden möchte, daß Dattelbaum mindestens genauso
richtig sei.
Du schüttest das Kind mit dem bade aus.

Ich halte es lediglich für legitim, Palmen umgangssprachlich für Bäume zu
halten und so zu nennen. Du kehrst das um. Ich habe nicht das geringste
gegen Palmen. Weder gegen Dattelpalmen noch gegen andere Palmbäume. ;)

Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de **
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Lars Braesicke
2005-01-09 21:18:18 UTC
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Post by Wolfgang Schmidhuber
bernd klauder schrieb
Post by bernd klauder
In meines Vaters Garten
Da stehen zwei Bäumelein
Das eine das trägt Muskaten
Das andere Braunnägelein
Was sind Muskaten und Braunnägelein?
Man möchte ja auf Muskatnüsse und Gewürznelken kommen, wenn es
irgendwie in die Klimazone passen würde und wenn es nicht in der
Post by bernd klauder
Muskaten, die sind süße,
Braunnägelein sind schön;
Muskatnüsse sind die Samen einer fleischigen Frucht, deren Fleisch
möglicherweise ja süß ist.
Zudem wirkt Muskatnuß halluzinogen (in größeren Dosen genossen), was einem
ja auch als "süß" erscheinen kann.
Nelkenbäume und ihre Früchte sind durchaus hübsch anzusehen.

Lars
Matthias Opatz
2005-01-09 14:16:55 UTC
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Post by bernd klauder
Der sagt Muskatnüsse, und über Braunnägelein schweigt er sich aus.
Gewürznelken.
Post by bernd klauder
Aber.. Muskatnüsse in meines Vaters Garten?
Beides war damals sehr, sehr wertvoll, es geht um die Beschreibung eines
Wunders. Hier als Metapher.

<http://www.gewuerzindustrie.de/Welt_der_Gewuerze/pflanzenraub.htm>

Matthias
--
Als Tilly geschlagen worden war, zogen Tilly und Wallenstein hinter
Tilly her. Prof. Galletti
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Diedrich Ehlerding
2005-01-09 14:57:51 UTC
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Post by bernd klauder
Was sind Muskaten und Braunnägelein?
Ich tippe auf Muskatnüsse und Gewürznelken.

Diedrich
--
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