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es geht sich aus
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Hans
2020-03-19 19:20:42 UTC
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Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.

Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".

https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen

Wie sieht es bei euch aus?
Thomas Schade
2020-03-19 19:25:28 UTC
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Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
In Südbayern ist es natürlich bekannt und auch geläufig. Aber selbst da
empfinde ich es als österreichisch, wiewohl ich es selbst ganz
unbefangen verwende.


Ciao
Toscha
--
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
[Václav Havel]
Helmut Richter
2020-03-19 21:38:29 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
In Südbayern ist es natürlich bekannt und auch geläufig. Aber selbst da
empfinde ich es als österreichisch, wiewohl ich es selbst ganz unbefangen
verwende.
So gehts mir auch damit. Neben vielen Vokabeln, die in Österreich üblich
sind und in Deutschland (auch Bayern) weniger, gibt es auch
Satzkonstruktionen, die typisch österreichisch sind. Das ist eine davon.

Eine andere ist „auf etwas vergessen“: man kann einen Gegenstand
vergessen, den man nicht mitnimmt, man kann etwas vergessen, was man
danach nicht mehr weiß, aber wenn man sich an etwas nicht rechtzeitig
erinnert, etwa einen Termin oder eine Abmachung, dann hat man *darauf*
vergessen. Man weiß es noch, aber ist einem nicht zur rechten Zeit
eingefallen.

Gibts noch mehr Austriazismen, die nicht Einzelvokabeln sind?
--
Helmut Richter
Hans
2020-03-19 22:24:14 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Thomas Schade
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
In Südbayern ist es natürlich bekannt und auch geläufig. Aber selbst da
empfinde ich es als österreichisch, wiewohl ich es selbst ganz unbefangen
verwende.
So gehts mir auch damit. Neben vielen Vokabeln, die in Österreich üblich
sind und in Deutschland (auch Bayern) weniger, gibt es auch
Satzkonstruktionen, die typisch österreichisch sind. Das ist eine davon.
Eine andere ist „auf etwas vergessen“: man kann einen Gegenstand
vergessen, den man nicht mitnimmt, man kann etwas vergessen, was man
danach nicht mehr weiß, aber wenn man sich an etwas nicht rechtzeitig
erinnert, etwa einen Termin oder eine Abmachung, dann hat man *darauf*
vergessen. Man weiß es noch, aber ist einem nicht zur rechten Zeit
eingefallen.
Gibts noch mehr Austriazismen, die nicht Einzelvokabeln sind?
Vermutlich, selbst wenn mir im Augenblick keine einfallen. Oder
vielleicht doch: "Bist du deppat", deppat = blöde, was aber eher ein
Ausdruck des Erstaunens und keineswegs eine Beleidigung ist. Oder "leck
mich am Oasch", was kein Götzzitat ist, sondern ein Ausdruck der
Bewunderung. Kennt man aber meines Wissens auch in Bayern.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-03-20 07:09:12 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese
österreichische Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland
weitgehend unbekannt ist.
Eine andere ist „auf etwas vergessen“: man kann einen Gegenstand
vergessen, den man nicht mitnimmt, man kann etwas vergessen, was
man danach nicht mehr weiß, aber wenn man sich an etwas nicht
rechtzeitig erinnert, etwa einen Termin oder eine Abmachung, dann
hat man *darauf* vergessen.
Ja, sicher :-)
Post by Helmut Richter
Gibts noch mehr Austriazismen, die nicht Einzelvokabeln sind?
Ja, sicher. Frei nach Otto Waalkes: Ich könnte Dir noch 100
Beispiele nennen, wenn ich nur welche wüsste.

Strenggenommen ist allerindgs "das geht sich aus" ja auch nur ein
Einzelvokabel ("ausgehen") in einer spezifischen, in Deutschland
unbekannten Bedeutung. Analog dazu hätte ich noch "das Licht
abdrehen".

Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Schnell bleibt schnell: Stefan für alle Fälle!
(Sloganizer)
Christina Kunze
2020-03-20 16:58:53 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Helmut Richter
Eine andere ist „auf etwas vergessen“: man kann einen Gegenstand
vergessen, den man nicht mitnimmt, man kann etwas vergessen, was
man danach nicht mehr weiß, aber wenn man sich an etwas nicht
rechtzeitig erinnert, etwa einen Termin oder eine Abmachung, dann
hat man *darauf* vergessen.
Ja, sicher :-)
Post by Helmut Richter
Gibts noch mehr Austriazismen, die nicht Einzelvokabeln sind?
Ja, sicher. Frei nach Otto Waalkes: Ich könnte Dir noch 100
Beispiele nennen, wenn ich nur welche wüsste.
Strenggenommen ist allerindgs "das geht sich aus" ja auch nur ein
Einzelvokabel ("ausgehen") in einer spezifischen, in Deutschland
unbekannten Bedeutung. Analog dazu hätte ich noch "das Licht
abdrehen".
Wenn wir schon bei unterschiedlicher Verwendung von Präfixen sind, dann
darf natürlich die von Präpositionen nicht fehlen: am Rücken liegen.

chr
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-03-20 17:15:44 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Strenggenommen ist allerindgs "das geht sich aus" ja auch nur
ein Einzelvokabel ("ausgehen") in einer spezifischen, in
Deutschland unbekannten Bedeutung. Analog dazu hätte ich noch
"das Licht abdrehen".
Wenn wir schon bei unterschiedlicher Verwendung von Präfixen sind,
dann darf natürlich die von Präpositionen nicht fehlen: am Rücken
liegen.
Ah, analog zu "geht [sich] aus" gibt es auch noch "geht [mir] ab",
fällt mir gerade ein. Ebenso wie "ausgehen" ist auch "abgehen" in
Deutschland bekannt, wird aber vollkommen falsch verwendet :-)

Servus,
Stefan
--
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Für Verführer: Stefan, der Grund, den man braucht!
(Sloganizer)
Helmut Richter
2020-03-20 17:43:40 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ah, analog zu "geht [sich] aus" gibt es auch noch "geht [mir] ab",
fällt mir gerade ein. Ebenso wie "ausgehen" ist auch "abgehen" in
Deutschland bekannt, wird aber vollkommen falsch verwendet :-)
In Baiern ganz gebräuchlich: „jemandem geht etwas/jemand ab“ ist die
übliche Ausdruck für „jemand vermisst etwas/jemanden schmerzlich“ (in
ziemlich allen Zusammenhängen).

So ähnlich Duden-Online Bed. 11 (dort aber „jemand lässt etwas vermissen“
und als veraltend gekennzeichnet).
--
Helmut Richter
Stefan Schmitz
2020-03-20 18:51:18 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ah, analog zu "geht [sich] aus" gibt es auch noch "geht [mir] ab",
fällt mir gerade ein. Ebenso wie "ausgehen" ist auch "abgehen" in
Deutschland bekannt, wird aber vollkommen falsch verwendet :-)
In Baiern ganz gebräuchlich: „jemandem geht etwas/jemand ab“ ist die
übliche Ausdruck für „jemand vermisst etwas/jemanden schmerzlich“ (in
ziemlich allen Zusammenhängen).
Selbst hier in NRW finde ich das unauffällig.
Ich weiß gar nicht, was mein Namensvetter mit der völlig falschen Verwendung
meint.
Thomas Schade
2020-03-20 18:59:47 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Helmut Richter
In Baiern ganz gebräuchlich: „jemandem geht etwas/jemand ab“ ist die
übliche Ausdruck für „jemand vermisst etwas/jemanden schmerzlich“ (in
ziemlich allen Zusammenhängen).
Selbst hier in NRW finde ich das unauffällig.
Ich weiß gar nicht, was mein Namensvetter mit der völlig falschen Verwendung
meint.
Nun, 'ihm geht einer ab' heißt nicht in jedem Fall, dass jemand einen
Stift oder so vermisst.


Ciao
Toscha
--
Lieber eine erregte Bekannte
als ein bekannter Erreger.
Christina Kunze
2020-03-20 19:32:52 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ah, analog zu "geht [sich] aus" gibt es auch noch "geht [mir] ab",
fällt mir gerade ein. Ebenso wie "ausgehen" ist auch "abgehen" in
Deutschland bekannt, wird aber vollkommen falsch verwendet :-)
In Baiern ganz gebräuchlich: „jemandem geht etwas/jemand ab“ ist die
übliche Ausdruck für „jemand vermisst etwas/jemanden schmerzlich“ (in
ziemlich allen Zusammenhängen).
So ähnlich Duden-Online Bed. 11 (dort aber „jemand lässt etwas vermissen“
und als veraltend gekennzeichnet).
In dieser Bedeutung kenne ich es aus älteren Texten, vor allem, wenn
jemandem die gute Kinderstube oder das bessere Benehmen abgeht.

chr
Florian Ritter
2020-03-20 20:34:26 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Christina Kunze
Wenn wir schon bei unterschiedlicher Verwendung von Präfixen sind,
dann darf natürlich die von Präpositionen nicht fehlen: am Rücken
liegen.
Ah, analog zu "geht [sich] aus" gibt es auch noch "geht [mir] ab",
fällt mir gerade ein. Ebenso wie "ausgehen" ist auch "abgehen" in
Deutschland bekannt, wird aber vollkommen falsch verwendet :-)
"Abgehen" im Sinne von "fehlen" gibt es sogar im Plattdeutschen:
Wie geit mi dat af - FR
Helmut Richter
2020-03-23 14:18:01 UTC
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Wenn wir schon bei unterschiedlicher Verwendung von Präfixen sind, dann darf
natürlich die von Präpositionen nicht fehlen: am Rücken liegen.
Ich lese dieses „am“ als Nichtstandard-Verkürzung von „auf'm“ und nicht
als Standard-Verkürzung von „an'm“
--
Helmut Richter
Jakob Achterndiek
2020-03-19 19:56:38 UTC
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Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
In dem Bereich, den wir früher hochsprachlich nannten, wäre das
rückbezügliche "sich" logisch anstößig: Wie kann etwas sich selbst
ausgehen? Im hamburgischen, lübischen und mecklenburgischen Missingsch
gibt es aber ähnliche Wendungen. Eine der bekannteren ist der Schnack:
Du ißt mich nich,
du trinkst mich nich,
du stipst mich nich in'n Kaffee ein,
du büscha woll nich krank?

Da wirkt aber das (reflexive) "mich" nicht zurück auf die Handlung,
sondern es "re-flektiert" die Anteilnahme des Sprechers. Man kann
das auffassen als eine andere Grammatik infolge einer anderen
Sicht auf die Welt - sprachgebüldet ausgedrückt: als Ausdruck einer
anderen Perspektive. - Vielleicht gilt das für das österreichische
"sich ausgehen" auch?

Einfall am Rande: Thomas Mann reflektiert in der kurzen Erzählung "Ein
(12:07)
wörtlich: "Das geht nicht gut, das geht nicht gut, das geht keinesfalls
gut!" Als Lübecker hätte er wohl auch denken können: "Na, wenn mich das
man gut ausgeht ...!" - Aber er war eben kein Lübecker, sondern ein
Lübeeker. So einer spricht kein Missingsch.
--
j/\a
Heinz Lohmann
2020-03-20 01:42:39 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
In dem Bereich, den wir früher hochsprachlich nannten, wäre das
rückbezügliche "sich" logisch anstößig: Wie kann etwas sich selbst
ausgehen? Im hamburgischen, lübischen und mecklenburgischen Missingsch
Du ißt mich nich,
du trinkst mich nich,
du stipst mich nich in'n Kaffee ein,
du büscha woll nich krank?
Da wirkt aber das (reflexive) "mich" nicht zurück auf die Handlung,
sondern es "re-flektiert" die Anteilnahme des Sprechers. Man kann
das auffassen als eine andere Grammatik infolge einer anderen
Sicht auf die Welt - sprachgebüldet ausgedrückt: als Ausdruck einer
anderen Perspektive. - Vielleicht gilt das für das österreichische
"sich ausgehen" auch?
In diesem Schnack ist es IMHO ein versteckter Dativ ethicus, Dativ
insofern, als im Plattdeutschen, das dem Missingsch zugrundeliegt, meist
Dativ und Akkusativ zusammenfallen.

Duden:
"Er steht bei Ausdrücken der Verwunderung, Aufforderung und Frage und
bezeichnet emotionale Beteiligung.
(Duden 4 1156.5)

Siehe auch Beispiel 1 in:
https://de.wiktionary.org/wiki/Dativus_ethicus
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Jakob Achterndiek
2020-03-20 10:18:19 UTC
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Post by Heinz Lohmann
   Du ißt mich nich,
   du trinkst mich nich,
   du stipst mich nich in'n Kaffee ein,
   du büscha woll nich krank?
[..] es "re-flektiert" die Anteilnahme des Sprechers. Man kann
das auffassen als eine andere Grammatik infolge einer anderen
Sicht auf die Welt - sprachgebüldet ausgedrückt: als Ausdruck
einer anderen Perspektive. [..]
In diesem Schnack ist es IMHO ein versteckter Dativ ethicus,
Alle diese Bezeichnungen für die sogenannten "freien Dative" kommen
mir vor wie die Zylinder, aus denen Jahrmarktsgaukler ihre Kaninchen
hervorzaubern. Wer hat die eigentlich erfunden? Und vor allem: Wer
hat deren Namen erfunden? Ich stehe nicht an zu behaupten: Mit
klassischem Latein kann man die nicht erklären; dann werden die
nämlich allesamt einfach nur komisch.

Dazu diese Analogie:
"Daß du [mir] die Nase ins Gesicht behältst!" sagt Fritz Reuters
Unkel Bräsig wiederholt. Auch das von mir eingefügte "mir" wäre dort
nach dem Diktum der Linguistik ein Dativus ethicus. DUDEN erklärt
dieses Ethos gar trefflich. ;)
Ich aber sage euch: Da es der Zacharias Bräsig selbst NICHT einfügt,
ist es zwar ethisch, aber verborgen, so wie ein Gebot des verborgenen,
auch nicht ständig sichtbaren Gottes, des "deus absconditus". Also
dürfen die Linguisten dieses nicht vorhandene "mir" in dem Satz einen
"Dativus Divinus" nennen.

Sagt man ja auch manchmal: "Einfach göttlich, sowas!" Aber ich bleibe
bescheiden: Mir gefällt meine anfangs mitgeteilte Erklärung besser.
--
j/\a
Quinn C
2020-03-21 00:07:38 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
   Du ißt mich nich,
   du trinkst mich nich,
   du stipst mich nich in'n Kaffee ein,
   du büscha woll nich krank?
[..] es "re-flektiert" die Anteilnahme des Sprechers. Man kann
das auffassen als eine andere Grammatik infolge einer anderen
Sicht auf die Welt - sprachgebüldet ausgedrückt: als Ausdruck
einer anderen Perspektive. [..]
In diesem Schnack ist es IMHO ein versteckter Dativ ethicus,
Alle diese Bezeichnungen für die sogenannten "freien Dative" kommen
mir vor wie die Zylinder, aus denen Jahrmarktsgaukler ihre Kaninchen
hervorzaubern. Wer hat die eigentlich erfunden? Und vor allem: Wer
hat deren Namen erfunden? Ich stehe nicht an zu behaupten: Mit
klassischem Latein kann man die nicht erklären; dann werden die
nämlich allesamt einfach nur komisch.
Und da sehen wir den Grundirrtum in Aktion: daß es besser sei, wenn man
eine Sache mit klassischem Latein erklären kann.

Da kann natürlich keine Liebe zur Linguistik aufkommen, die das schnöde
Deutsch als sein eigen Ding, und nicht einmal weniger ehrwürdig als
Latein erachtet.
--
gugelfug, m., späsze, unfug
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Christina Kunze
2020-03-21 05:25:23 UTC
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Post by Quinn C
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
   Du ißt mich nich,
   du trinkst mich nich,
   du stipst mich nich in'n Kaffee ein,
   du büscha woll nich krank?
[..] es "re-flektiert" die Anteilnahme des Sprechers. Man kann
das auffassen als eine andere Grammatik infolge einer anderen
Sicht auf die Welt - sprachgebüldet ausgedrückt: als Ausdruck
einer anderen Perspektive. [..]
In diesem Schnack ist es IMHO ein versteckter Dativ ethicus,
Alle diese Bezeichnungen für die sogenannten "freien Dative" kommen
mir vor wie die Zylinder, aus denen Jahrmarktsgaukler ihre Kaninchen
hervorzaubern. Wer hat die eigentlich erfunden?
Latein ist bekanntlich eine sehr logische Sprache, also müssen sich
natürlich alle grammatischen Erscheinungen einem Schubfach zuordnen
lassen, das ist doch klar!
Post by Quinn C
Und da sehen wir den Grundirrtum in Aktion: daß es besser sei, wenn man
eine Sache mit klassischem Latein erklären kann.
Latein ist bekanntlich eine sehr edle Sprache, da kann es doch gar nicht
anders sein, als dass ich die primitiven Volkssprachen in ihrer Struktur
mühen, ihm gleich zu werden!

chr
Heinz Lohmann
2020-03-21 06:01:01 UTC
Antworten
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Post by Quinn C
Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
   Du ißt mich nich,
   du trinkst mich nich,
   du stipst mich nich in'n Kaffee ein,
   du büscha woll nich krank?
[..] es "re-flektiert" die Anteilnahme des Sprechers. Man kann
das auffassen als eine andere Grammatik infolge einer anderen
Sicht auf die Welt - sprachgebüldet ausgedrückt: als Ausdruck
einer anderen Perspektive. [..]
In diesem Schnack ist es IMHO ein versteckter Dativ ethicus,
Alle diese Bezeichnungen für die sogenannten "freien Dative" kommen
mir vor wie die Zylinder, aus denen Jahrmarktsgaukler ihre Kaninchen
hervorzaubern. Wer hat die eigentlich erfunden? Und vor allem: Wer
hat deren Namen erfunden? Ich stehe nicht an zu behaupten: Mit
klassischem Latein kann man die nicht erklären; dann werden die
nämlich allesamt einfach nur komisch.
Und da sehen wir den Grundirrtum in Aktion: daß es besser sei, wenn man
eine Sache mit klassischem Latein erklären kann.
Da kann natürlich keine Liebe zur Linguistik aufkommen, die das schnöde
Deutsch als sein eigen Ding, und nicht einmal weniger ehrwürdig als
Latein erachtet.
Im Duden gibt es zum Dativus ethicus folgende Fußnote:
"Griech. /ethikós/ (im weitesten Sinne:) innere Beteiligung anzeigend.

Das trifft es doch recht gut!
Jakobs Bemerkung zum klassischen Latein ist mir völlig unverständlich.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Christina Kunze
2020-03-21 07:08:41 UTC
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Post by Heinz Lohmann
"Griech. /ethikós/ (im weitesten Sinne:) innere Beteiligung anzeigend.
Das trifft es doch recht gut!
"Ethikus" ist sowas wie die idiopathischen Ursachen in der Medizin,
sozusagen der Papierkorb der Dativbestimmungen. Alles, was in die
Schubladen nicht reinpasst, wird mit innerer Beteiligung erklärt.

Jakobs Bemerkung bezog sich vermutlich darauf, dass es nicht allzu
sinnvoll ist, Deutsch prokrustesmäßg den lateinischen sprachlichen
Kategorien zuzuordnen, nur weil man diese Sprache für etwas Edles hält
und ihr deshalb möglichst ähnlich wirken will. Diese Zeit haben wir ja
wohl hinter uns.

chr
Quinn C
2020-03-21 16:20:00 UTC
Antworten
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Post by Christina Kunze
Post by Heinz Lohmann
"Griech. /ethikós/ (im weitesten Sinne:) innere Beteiligung anzeigend.
Das trifft es doch recht gut!
"Ethikus" ist sowas wie die idiopathischen Ursachen in der Medizin,
sozusagen der Papierkorb der Dativbestimmungen. Alles, was in die
Schubladen nicht reinpasst, wird mit innerer Beteiligung erklärt.
Jakobs Bemerkung bezog sich vermutlich darauf, dass es nicht allzu
sinnvoll ist, Deutsch prokrustesmäßg den lateinischen sprachlichen
Kategorien zuzuordnen, nur weil man diese Sprache für etwas Edles hält
und ihr deshalb möglichst ähnlich wirken will. Diese Zeit haben wir ja
wohl hinter uns.
Im Sinne daß der Terminus "Dativus ethicus" dem Lateinischen vorbehalten
sein sollte? Darüber kann man reden. Dann halt "Dativ der Anteilnahme".

Im Japanischen benutzt man das "Passiv" mit dieser Funktion. Das klärt
dann das überraschte Gesicht, wenn man zum ersten mal hört, daß jemand
gestorben worden ist.
--
die pfaffen mit ihren platten,
die münch mit ihren gugeln schon
bergreihen 26 ndr.
Ralf Joerres
2020-03-22 18:28:12 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Heinz Lohmann
   Du ißt mich nich,
   du trinkst mich nich,
   du stipst mich nich in'n Kaffee ein,
   du büscha woll nich krank?
[..] es "re-flektiert" die Anteilnahme des Sprechers. Man kann
das auffassen als eine andere Grammatik infolge einer anderen
Sicht auf die Welt - sprachgebüldet ausgedrückt: als Ausdruck
einer anderen Perspektive. [..]
In diesem Schnack ist es IMHO ein versteckter Dativ ethicus,
Alle diese Bezeichnungen für die sogenannten "freien Dative" kommen
mir vor wie die Zylinder, aus denen Jahrmarktsgaukler ihre Kaninchen
hervorzaubern. Wer hat die eigentlich erfunden? Und vor allem: Wer
hat deren Namen erfunden? Ich stehe nicht an zu behaupten: Mit
klassischem Latein kann man die nicht erklären; dann werden die
nämlich allesamt einfach nur komisch.
Mag ja sein. Hinter die Bezeichnungen so mancher klassischer Grammatiker
kann man manche Fragezeichen setzen, da sie naturnotwendigerweise immer
nur einen Teilaspekt des zu Bezeichnenden abdecken. Ich habe mich daran
gewöhnt, den Bezeichnungsinhalt der Begriffe der traditionellen Grammatik
komplett zu ignorieren, und ich kann auch nicht gut genug Latein, um
jeweils beurteilen zu können, wie gut ein Begriff passt. Dennoch halte
ich es für sinnvoll, die freien Dative einerseits untereinander zu
unterscheiden und sie andererseits vom Dativobjekt abzugrenzen. Außerdem
gibt es für Dative im Deutschen einige Anwendungfälle, die man in anderen
Sprachen so nicht findet, und gerade der 'ethicus' ist da ein typisches
Beispiel (... dass mir ja keine Klagen kommen!) In meiner unterricht-
lichen Praxis war mir letzthin klar geworden, dass wir in der Umgangs-
sprache viele Sätze im Kontext von 'Bedürfnisbefriedigung' mit einem
reflexivischen Dativpronomen anreichern:

ich hab mir einen Kaffee gekocht

klingt (in meiner Region) viel natürlicher als

ich hab einen Kaffee gekocht

- vorausgesetzt, der Kontext passt.

Man könnte (für meine Region) fast die Regel formulieren: Wenn du in
alltäglichen Zusammenhängen ein Dativ-Reflexiv einfügen kannst, dann
tu es auch, so klingt der Satz 'deutscher'. Das bezieht sich auf sehr
viele Alltagskontexte:

ich hab _mir_: 'ne Pizza bestellt / 'ne Dose aufgemacht / die Sendung im
Fernsehen angesehen / ein Brötchen geholt / das Referat
noch nicht angesehen / den Vertrag noch nicht durchgelesen
/ eine geraucht / ein Butterbrot geschmiert / einen auf
die Lampe gegossen ...

Diese Dativpronomen sind meist weglassbar, aber 'frei' sind sie wohl nicht,
vor allem nicht im Sinne von 'beliebig hinzufügbar'. Man kann z.B. nicht sagen
'er hat _sich_ die Wohnung renoviert / das Türschloss ausgewechselt /
?das Wohnzimmer umgeräumt / die Blumen umgetopft ...

Bei 'Kleidung' geht es wieder, im Sinne eines 'possessiven Dativs':
'er hat _sich_ den Knopf angenäht / die Hose kürzer gemacht / die Schuhe
im Gelände ruiniert / die rechte Tasche an der Jeans
ausgerissen ...

Ebenso bei Körperteilen.

Deiner Anregung, solche und andere nicht einfach erklärbare Dative
allesamt 'komische Dative' zu nennen, möchte ich nicht folgen. Und für
bloßes Gaukelwerk überspannter Grammatiker halte ich sie auch nicht.

Gruß Ralf Joerres
Helmut Richter
2020-03-22 19:33:31 UTC
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Post by Ralf Joerres
ich hab mir einen Kaffee gekocht
klingt (in meiner Region) viel natürlicher als
ich hab einen Kaffee gekocht
- vorausgesetzt, der Kontext passt.
Man könnte (für meine Region) fast die Regel formulieren: Wenn du in
alltäglichen Zusammenhängen ein Dativ-Reflexiv einfügen kannst, dann
tu es auch, so klingt der Satz 'deutscher'. Das bezieht sich auf sehr
ich hab _mir_: 'ne Pizza bestellt / 'ne Dose aufgemacht / die Sendung im
Fernsehen angesehen / ein Brötchen geholt / das Referat
noch nicht angesehen / den Vertrag noch nicht durchgelesen
/ eine geraucht / ein Butterbrot geschmiert / einen auf
die Lampe gegossen ...
Alles das könnte man ja auch jemand anderem tun. Insofern ist das
Reflexivpronomen nicht redundant. Es mag semantisch redundant sein, wenn
niemand anderes als Empfänger in Frage kommt wie bei „ich habe mir die
Hände gewaschen“ (jmd anderem die Hände waschen ist selten); im
Englischen hat man dieselbe Redundanz, jedoch nicht im (Objekt)-Pronomen,
sondern im Possessivpronomen: „I have washed *my* hands“.

Man braucht halt irgendeine Form, um das Verhältnis des Objekts zur Tat
auszudrücken. In den indogermanischen Sprachen, die genug Kasus haben, ist
es eben der Kasus, der zwischen

Ich habe einem Freund (Dativ) geschrieben.

und

Ich habe einen Brief (Akkusativ) geschrieben.

unterscheidet.

In Swahili gibts keine Kasus, dafür Genera verbi:
andika ([etwas] schreiben) – andikia (jemandem [etwas] schreiben).

Nimeandikia (Applikativ) rafiki.
Nimeandika (Aktiv) barua.

Es muss also nicht notwendig das Substantiv die Form wechseln; es kann
auch das Verb sein. Geht man zum Passiv über (ein zusätzliches -w- am Ende
des Verbs), sieht man, dass das Schema viel einfacher und konsequenter ist
als im Deutschen:

Rafiki ameandikiwa. (Applikativ Passiv)
Einem Freund wurde geschrieben. ohne Kasuswechsel, kein Subjekt
Barua imeandikwa. (Passiv)
Ein Brief wurde geschrieben. mit Kasuswechsel fürs Subjekt

(Der Unterschied zwischen a- und i- liegt am unterschiedlichen Genus der
beiden Substantive.)

Es muss nicht immer alles wie im Lateinischen sein, um logisch zu sein.
--
Helmut Richter
Ralf Joerres
2020-03-23 13:27:47 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Richter
Post by Ralf Joerres
ich hab mir einen Kaffee gekocht
klingt (in meiner Region) viel natürlicher als
ich hab einen Kaffee gekocht
- vorausgesetzt, der Kontext passt.
Man könnte (für meine Region) fast die Regel formulieren: Wenn du in
alltäglichen Zusammenhängen ein Dativ-Reflexiv einfügen kannst, dann
tu es auch, so klingt der Satz 'deutscher'. Das bezieht sich auf sehr
ich hab _mir_: 'ne Pizza bestellt / 'ne Dose aufgemacht / die Sendung im
Fernsehen angesehen / ein Brötchen geholt / das Referat
noch nicht angesehen / den Vertrag noch nicht durchgelesen
/ eine geraucht / ein Butterbrot geschmiert / einen auf
die Lampe gegossen ...
Alles das könnte man ja auch jemand anderem tun.
Das wohl nicht (*ich hab ihm eine geraucht), ist aber ein guter Check für
eine weitere oder genauere Unterteilung dieser Dative.
Post by Helmut Richter
Insofern ist das
Reflexivpronomen nicht redundant. Es mag semantisch redundant sein, wenn
niemand anderes als Empfänger in Frage kommt wie bei „ich habe mir die
Hände gewaschen“ (jmd anderem die Hände waschen ist selten)
Bei den Körperteilen ist das Verlagern des 'possessiven' Status ins
Reflexivpronomen Standard, egal ob man sich die Zähne putzt, den Arm
bricht, das Knie aufschlägt, den Kopf stößt, den Magen verrenkt ...

; im
Post by Helmut Richter
Englischen hat man dieselbe Redundanz, jedoch nicht im (Objekt)-Pronomen,
sondern im Possessivpronomen: „I have washed *my* hands“.
Man braucht halt irgendeine Form, um das Verhältnis des Objekts zur Tat
auszudrücken.
Ja, und es scheint auch um so etwas wie die Zielrichtung des Handelns
zu gehen.
Post by Helmut Richter
In den indogermanischen Sprachen, die genug Kasus haben, ist
es eben der Kasus, der zwischen
Ich habe einem Freund (Dativ) geschrieben.
und
Ich habe einen Brief (Akkusativ) geschrieben.
unterscheidet.
... und da hört das Ganze nicht auf. Ich kann 'mir eine schöne Formulierung
aufschreiben', 'dir einen Einkaufzettel schreiben (oder machen)' usw.
Wieso verstehe ich 'jemandem schreiben' automatisch als 'jm einen Brief
schreiben'? Ebenso bei 'Die Tante aus England hat geschrieben.' Ob die
Jungen sagen 'Nico hat was (auf WhatsApp) geschrieben' oder 'gepostet'
oder 'getextet' weiß ich nicht. Nicht selten dürften Sätze sein wie
'sie schrieb ihrem Sohn eine Entschuldigung' oder 'der Arzt schrieb ihm
ein Rezept'. Könnte oder würde man dasselbe auch mit 'mir' sagen?
_könnte_ sicherlich, aber ich _würde_ sagen: 'Der Arzt hat mir ein Rezept
gegeben', weil sich dann bei mir das Muster 'jm etw schreiben' = 'etwas
Persönliches' in den Vordergrund schieben würde. Könnte eine Herzensdame
sagen 'Er hat mir in jungen Jahren ein Lied geschrieben'? Oder 'der Schüler
schrieb seiner Lehrerin eine sehr lustige und phantasievolle Fantasy-
Geschichte'? Warum ja, warum nein?

- Was ich damit sagen will, ist: Welche Ergänzungen ein Verb verlangen
oder tolerieren kann und welche Bedeutungen sich jeweils damit verbinden,
ist weder in vollem Umfang vorhersehbar noch genau eingrenzbar, man kann
das nur beobachten und die häufigsten Strukturen in die Wörterbücher
aufnehmen.
Post by Helmut Richter
andika ([etwas] schreiben) – andikia (jemandem [etwas] schreiben).
Nimeandikia (Applikativ) rafiki.
Nimeandika (Aktiv) barua.
Es muss also nicht notwendig das Substantiv die Form wechseln; es kann
auch das Verb sein.
Das ist ja im Deutschen mit Reflexiva und Verbpartikeln (jn anschreiben)
und anderen Transformen (schriftlich auffordern) ebenfalls angedeutet.
'Etw geschrieben bekommen' gibt's bei uns wohl nicht, 'angeschrieben
werden' aber wohl.
Post by Helmut Richter
Geht man zum Passiv über (ein zusätzliches -w- am Ende
des Verbs), sieht man, dass das Schema viel einfacher und konsequenter ist
Auf den ersten Blick mag das so sein, aber man müsste auch im Suahili das
ganze Feld möglichst vollständig aufstellen, um das beurteilen zu können.
Ich habe für das Deutsche den Eindruck, dass unsere Verbrektionen nicht
grundsätzlich schwierig oder inkonsequent sind, sondern lediglich stark
ausdifferenziert. Ich könnte mir vorstellen, dass es im Suahili ähnlich
wäre, wenn es eher eine allgegenwärtige nationale Umgangssprache wäre,
statt die lingua franca bestimmter afrikanischer Regionen zu sein. Nix
Genaues weiß ich natürlich nicht. Ist etwa Suahili Standard-Unterrichts-
Sprache an irgendeiner Universität? Es scheint mir eine im praktischen
Gebrauch weitaus weniger verbreitete Sprache zu sein als das Deutsche.
Post by Helmut Richter
Rafiki ameandikiwa. (Applikativ Passiv)
Einem Freund wurde geschrieben. ohne Kasuswechsel, kein Subjekt
Barua imeandikwa. (Passiv)
Ein Brief wurde geschrieben. mit Kasuswechsel fürs Subjekt
Für mich wäre da sofort die Frage: Wann sagt man den zweiten Satz?
Post by Helmut Richter
(Der Unterschied zwischen a- und i- liegt am unterschiedlichen Genus der
beiden Substantive.)
Es muss nicht immer alles wie im Lateinischen sein, um logisch zu sein.
Die sprachlichen Strukturen der Muttersprache sind sehr tief neuronal
verankert und erscheinen einem natürlich und logisch, und es fällt fast
allen schwer, sich auf andere Strukturen umzustellen. Die meisten verspä-
teten Zweitsprachenlerner bleiben irgendwo hängen (darüber habe ich aber
keine Untersuchungsergebnisse, ist meine Vermutung aufgrund von eigenen
Beobachtungen), und nur ein Teil von ihnen erlangt über viele Jahre eine
gute Kompetenz, welcher die Herkunftssprache aber noch sehr deutlich
anzuhören ist.

Gruß Ralf Joerres
Christina Kunze
2020-03-20 05:16:09 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
Die Redewendung selbst empfinde ich als eindeutig österreichisch, aber
mir fehlt manchmal im Hochdeutschen ein wirklich adäquater Ausdruck.
Post by Jakob Achterndiek
In dem Bereich, den wir früher hochsprachlich nannten, wäre das
Im Süden möglicherweise etwas üblicher als im Norden. Meine
oberschlesische Großmutter sagte statt dessen: Das macht sich mir nicht.
Post by Jakob Achterndiek
Wie kann etwas sich selbst
ausgehen? Im hamburgischen, lübischen und mecklenburgischen Missingsch
Du ißt mich nich,
du trinkst mich nich,
du stipst mich nich in'n Kaffee ein,
du büscha woll nich krank?
Da wirkt aber das (reflexive) "mich" nicht zurück auf die Handlung,
sondern es "re-flektiert" die Anteilnahme des Sprechers.
Einspruch. Ich glaube, dieses "mich" hier ist eine Hyperkorrektur aus
einem Dialekt, der nicht zwischen Dativ und Akkusativ unterscheidet, und
eigentlich wie ein Dativ zu behandeln, nämlich wie der in "du bist mir
ja ein schöner Rabauke". Dieser Dativ hat sogar eine Tradition und einen
eigenen Namen, der mir allerdings gerade nicht einfällt.

chr
Bertel Lund Hansen
2020-03-20 08:38:57 UTC
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Post by Christina Kunze
Einspruch. Ich glaube, dieses "mich" hier ist eine Hyperkorrektur aus
einem Dialekt, der nicht zwischen Dativ und Akkusativ unterscheidet, und
eigentlich wie ein Dativ zu behandeln, nämlich wie der in "du bist mir
ja ein schöner Rabauke". Dieser Dativ hat sogar eine Tradition und einen
eigenen Namen, der mir allerdings gerade nicht einfällt.
Solche Formulierungen gibt es auch auf Dänisch. Meine Mutter
sagte oft:

Du er mig en køn en.

Wörtlich:

Du bist mir einen schönen einen.

Bedeutung:

Das hast dich nicht schön benommen.

Es braucht nichts besonders mit Laut und Gewalt zu tun haben.
--
/Bertel - aus Dänemark
Thomas Schade
2020-03-20 08:56:15 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Solche Formulierungen gibt es auch auf Dänisch. Meine Mutter
Du er mig en køn en.
Du bist mir einen schönen einen.
Das hast dich nicht schön benommen.
Das gibt es im Deutschen, zumindest in meinem sprachlichen Umfeld, ganz
ähnlich: Du bist mir schon (so) einer!

Verwendet als milder Vorwurf, aber eher liebevoll als strafend.


Ciao
Toscha
--
I know that I will never be politically correct.
And I don't give a damn about my lack of etiquette.
[Meat Loaf]
Bertel Lund Hansen
2020-03-20 10:32:41 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Bertel Lund Hansen
Du er mig en køn en.
Das gibt es im Deutschen, zumindest in meinem sprachlichen Umfeld, ganz
ähnlich: Du bist mir schon (so) einer!
Verwendet als milder Vorwurf, aber eher liebevoll als strafend.
Genau.
--
/Bertel - aus Dänemark
Ralf Joerres
2020-03-22 16:20:28 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Post by Christina Kunze
Einspruch. Ich glaube, dieses "mich" hier ist eine Hyperkorrektur aus
einem Dialekt, der nicht zwischen Dativ und Akkusativ unterscheidet, und
eigentlich wie ein Dativ zu behandeln, nämlich wie der in "du bist mir
ja ein schöner Rabauke". Dieser Dativ hat sogar eine Tradition und einen
eigenen Namen, der mir allerdings gerade nicht einfällt.
Solche Formulierungen gibt es auch auf Dänisch. Meine Mutter
Du er mig en køn en.
Du bist mir einen schönen einen.
Das ist fast ruhrgebietlich, hier sagt(e) man

'Du bis mich vielleicht 'en Töften!'

in Hochdeutsch Wort für Wort übersetzt: Du bist mir aber ein Guter!

('töfte' aus berlinerisch 'dufte' = super, mich = Akkudativ,
'en Töften = einen Töften = Akkusativ Ersatz für Gleichsetzungsnominativ/
Prädikativ)

Nach dem Muster kann/konnte man auch sagen:

'Du bis mich vielleicht einen!'

Gemeint ist in etwa: Du bist gut! (ungefähr: du hast gut reden), oder:
Du bist (mir) vielleicht ein Herzchen! (= nicht allzu ernst gemeinter
Tadel).

Gruß Ralf Joerres
Ewald Pfau
2020-03-20 10:51:21 UTC
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Post by Christina Kunze
Die Redewendung selbst empfinde ich als eindeutig österreichisch, aber
mir fehlt manchmal im Hochdeutschen ein wirklich adäquater Ausdruck.
Tu dir da nichts an!
U***@web.de
2020-03-27 16:13:13 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
In dem Bereich, den wir früher hochsprachlich nannten, wäre das
rückbezügliche "sich"
Welches genau?

Das schickt sich nicht.
Das gibt sich.
Er traut sich.
Post by Jakob Achterndiek
logisch anstößig: Wie kann etwas sich selbst
ausgehen?
Die Bedeutung ist gerade nicht,
daß jemandem ein Vorrat ausgehe,
sondern daß es sich eben noch
einrichten ließ.

Diedrich Ehlerding
2020-03-20 08:34:34 UTC
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Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
Hier (Hannover, früher Hessen) völlig unbekannt; auch nicht im passiven
Wortschatz. Was bedeutet das?
--
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HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Helmut Richter
2020-03-20 09:33:12 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
Hier (Hannover, früher Hessen) völlig unbekannt; auch nicht im passiven
Wortschatz. Was bedeutet das?
Im Online-Duden stehen ein paar Beispiele. Ich kenne es vor allem
unpersönlich: „das geht sich aus“ heißt so viel wie „das klappt/gelingt“,
und zwar nicht aus purem Glück, sondern weil das planmäßige Vorgehen den
Umständen entspricht. Ähnlich ist „der Plan geht auf“. Das steht zwar
nicht im OD, kann man aber trotzdem sagen, analog zu „die Patience geht
auf“, „die Rechnung geht auf“.
--
Helmut Richter
Ralph Aichinger
2020-03-20 09:38:26 UTC
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Post by Helmut Richter
Im Online-Duden stehen ein paar Beispiele. Ich kenne es vor allem
unpersönlich: „das geht sich aus“ heißt so viel wie „das klappt/gelingt“,
Für mich hat es einen starken Unterton von Maßhaltigkeit. "Es geht sich
jetzt aus, nach leichtem Zurechtfeilen paßt der Bolzen ins Loch".

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Roland Franzius
2020-03-20 11:22:13 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Helmut Richter
Im Online-Duden stehen ein paar Beispiele. Ich kenne es vor allem
unpersönlich: „das geht sich aus“ heißt so viel wie „das klappt/gelingt“,
Für mich hat es einen starken Unterton von Maßhaltigkeit. "Es geht sich
jetzt aus, nach leichtem Zurechtfeilen paßt der Bolzen ins Loch".
Wörtlich bedeutet es ja einfach, dass zB der Schuh oder die Schubstange
in der Stopfdichtung durch Gehen passend wird. Bei Unebenheiten im
Charakter oder Skelett sagt man ja, das wächst sich aus.
--
Roland Franzius
Jakob Achterndiek
2020-03-20 11:39:47 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Ralph Aichinger
Post by Helmut Richter
Im Online-Duden stehen ein paar Beispiele. Ich kenne es vor allem
unpersönlich: „das geht sich aus“ heißt so viel wie „das klappt/gelingt“,
Für mich hat es einen starken Unterton von Maßhaltigkeit. "Es geht sich
jetzt aus, nach leichtem Zurechtfeilen paßt der Bolzen ins Loch".
Wörtlich bedeutet es ja einfach, dass zB der Schuh oder die Schubstange
in der Stopfdichtung  durch Gehen passend wird. Bei Unebenheiten im
Charakter oder Skelett sagt man ja, das wächst sich aus.
»Laten Sei man, dat treckt sick all nah'n Liw', as de Snider seggt.«
[Reuter: Olle Kamellen. Ut mine Festungstied, 13. Kapitel ]
--
j/\a
Florian Ritter
2020-03-20 20:43:27 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Ralph Aichinger
Für mich hat es einen starken Unterton von Maßhaltigkeit. "Es geht sich
jetzt aus, nach leichtem Zurechtfeilen paßt der Bolzen ins Loch".
Wörtlich bedeutet es ja einfach, dass zB der Schuh oder die Schubstange
in der Stopfdichtung durch Gehen passend wird.
Stopfdichtung - wir leben doch nich mehr inn Ssoppsseit; heute
nimmt man Simmerringe oder Radialdichtungen.

FR
Diedrich Ehlerding
2020-03-20 09:48:05 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
Hier (Hannover, früher Hessen) völlig unbekannt; auch nicht im passiven
Wortschatz. Was bedeutet das?
Im Online-Duden stehen ein paar Beispiele.
Ja, da hatte ich nicht nachgeschaut; es ging ja um die Frage "wie sieht
das bei euch aus?"; und hier zu Gegend ist es völlig ungebräuchlich. Es
ist offenbar wirklich ein Austriazismus oder allenfalls noch Bajuwarismus,
wenn ich dem AdA glauben darf:

<http://www.atlas-alltagssprache.de/r11-f3a/>
Post by Helmut Richter
Ich kenne es vor allem
unpersönlich: „das geht sich aus“ heißt so viel wie „das
klappt/gelingt“, und zwar nicht aus purem Glück, sondern weil das
planmäßige Vorgehen den Umständen entspricht.
Danke für die Übersetzung. Hier hätte das dann wohl "das kommt so hin"
oder "das passt" gehießen.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
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Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-03-20 12:12:13 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Ich kenne es vor allem unpersönlich: „das geht sich aus“ heißt
so viel wie „das klappt/gelingt“, und zwar nicht aus purem
Glück, sondern weil das planmäßige Vorgehen den Umständen
entspricht.
Danke für die Übersetzung. Hier hätte das dann wohl "das kommt so
hin" oder "das passt" gehießen.
Alles das, ja. Planmäßig kann es sein (der Taxifahrer auf die Frage
nach der Ankunftszeit am Flughafen: "das geht sich aus"), muss es
aber nicht. "Das wird sich schon irgendwie ausgehen" ist in Wien die
Standardantwort, wenn man keine Ahnung hat, sich aber aktuell keine
Sorgen machen möchte.

Servus,
Stefan
--
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Stefan - beschmierte Liebe, die nimmerdar haut.
(Sloganizer)
Christina Kunze
2020-03-20 17:01:36 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Diedrich Ehlerding
Ich kenne es vor allem unpersönlich: „das geht sich aus“ heißt
so viel wie „das klappt/gelingt“, und zwar nicht aus purem
Glück, sondern weil das planmäßige Vorgehen den Umständen
entspricht.
Danke für die Übersetzung. Hier hätte das dann wohl "das kommt so
hin" oder "das passt" gehießen.
Alles das, ja. Planmäßig kann es sein (der Taxifahrer auf die Frage
nach der Ankunftszeit am Flughafen: "das geht sich aus"),
Und wenn man sich da den Wiener Tonfall vorstellt, vor allem das lang
artikulierte "aus", in dem eine ganze Melodie Platz findet, dann hat man
gleich diese österreichische Gelassenheit.

chr
Helmut Richter
2020-03-20 12:20:35 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Helmut Richter
Ich kenne es vor allem
unpersönlich: „das geht sich aus“ heißt so viel wie „das
klappt/gelingt“, und zwar nicht aus purem Glück, sondern weil das
planmäßige Vorgehen den Umständen entspricht.
Danke für die Übersetzung. Hier hätte das dann wohl "das kommt so hin"
oder "das passt" gehießen.
Ja, das haut hin.
--
Helmut Richter
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-03-20 09:39:32 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese
österreichische Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland
weitgehend unbekannt ist.
Hier (Hannover, früher Hessen) völlig unbekannt; auch nicht im passiven
Wortschatz. Was bedeutet das?
Im großen und ganzen: "wir schaffen das", anwendbar von simplen
Dingen wie einer Parklücke ("passe ich da hinein?") bis hin zu
komplexen Themen, die die Welt bewegen.

Weil irgendwie geht sich dann fast immer alles aus.

Servus,
Stefan
--
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Für Verführer - jucken mit Stefan!
(Sloganizer)
Wolfgang Εnzinger
2020-03-21 16:54:49 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese
österreichische Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland
weitgehend unbekannt ist.
Hier (Hannover, früher Hessen) völlig unbekannt; auch nicht im passiven
Wortschatz. Was bedeutet das?
Im großen und ganzen: "wir schaffen das", anwendbar von simplen
Dingen wie einer Parklücke ("passe ich da hinein?") bis hin zu
komplexen Themen, die die Welt bewegen.
Genau; z.B. die Überlegung des Kommentators beim Skirennen, ob sich mit
dieser Zwischenzeit noch ein Platz am Stockerl ausgeht.

In diesem Kontext habe ich die Redewendung erstmalig und dann noch sehr oft
gehört.
--
Er mochte diese Leute, auch wenn manche von ihnen versuchten, ihm die Welt
zu erklären, oder sich sonst irgendwie idiotisch aufführten.
Robert Seethaler - Ein ganzes Leben
Manfred Hoß
2020-03-20 10:25:42 UTC
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Post by Hans
Ich hörte mal von deutschen Verwandten, daß diese österreichische
Redewendung "das geht sich aus" in Deutschland weitgehend unbekannt ist.
Der Duden kenn diese Redewegung, nennt es aber auch "österreichisch,
umgangssprachlich".
https://www.duden.de/rechtschreibung/ausgehen
Wie sieht es bei euch aus?
In der 2., völlig neu bearbeiteten Auflage des "Variantenwörterbuchs des
Deutschen" heißt es dazu:

"*ausgehen: etw. geht sich aus* A D-südost '[zeitlich] gerade noch rei-
chen': /In der zweiten WM-Woche geht sich aus beruflichen Gründen kein/
/Besuch mehr aus/ (Krone 4. 2. 2013, WM20; A); /Mit seiner Agentur Casano-/
/va Coaching verdient der frühere Jugenderzieher und Schauspielschüler/
/gutes Geld. Ein Wohnsitz auf Mallorca geht sich aus/ (TT, 15. 3. 2015, 16;
A) - Andere Bedeutungen sind gemeindt."

Gruß
Manfred.
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