Discussion:
Bitte gendern!
(zu alt für eine Antwort)
Detlef Meißner
2019-09-11 12:45:54 UTC
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Bitte mal "Toter" gendern.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Kind, Jaakob
2019-09-11 12:54:14 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Die Totin. Das hat bei der Beamtin doch auch schon funktioniert. Hat man
irgendwann "die Beamte" gesagt? Ich fände das nicht falsch.

Viele Grüße
Jaakob
Kind, Jaakob
2019-09-11 13:02:52 UTC
Permalink
Post by Kind, Jaakob
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Die Totin. Das hat bei der Beamtin doch auch schon funktioniert. Hat man
irgendwann "die Beamte" gesagt? Ich fände das nicht falsch.
Anscheinend gibt es "die Beamte" gelegentlich:
http://www.sprachlog.de/2013/04/03/von-beamten-und-beamtinnen/

Viele Grüße
Jaakob
Gunhild Simon
2019-09-11 14:37:44 UTC
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Post by Kind, Jaakob
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Die Totin. Das hat bei der Beamtin doch auch schon funktioniert. Hat man
irgendwann "die Beamte" gesagt? Ich fände das nicht falsch.
Aber richtig müßte es heißen: der Beamtete, die Beamtete.
Gruß
Gunhild
Detlef Meißner
2019-09-11 15:55:55 UTC
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Post by Gunhild Simon
Post by Kind, Jaakob
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Die Totin. Das hat bei der Beamtin doch auch schon funktioniert. Hat man
irgendwann "die Beamte" gesagt? Ich fände das nicht falsch.
Aber richtig müßte es heißen: der Beamtete, die Beamtete.
Legastheniker haben damit aber ihre Probleme.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Quinn C
2019-09-11 16:18:59 UTC
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Post by Gunhild Simon
Post by Kind, Jaakob
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Die Totin. Das hat bei der Beamtin doch auch schon funktioniert. Hat man
irgendwann "die Beamte" gesagt? Ich fände das nicht falsch.
Aber richtig müßte es heißen: der Beamtete, die Beamtete.
"Eigentlich", aber das war noch nie üblich, und SINLSP. Dagegen finde
ich "die Beamte" unauffällig. Es scheint aber eher Umgangssprache zu
sein.
--
GUGELFUHR(E), f., scherz, spasz, narrheit,
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
U***@web.de
2019-09-12 06:48:06 UTC
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Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
Post by Kind, Jaakob
Die Totin. Das hat bei der Beamtin doch auch schon funktioniert. Hat man
irgendwann "die Beamte" gesagt? Ich fände das nicht falsch.
Aber richtig müßte es heißen: der Beamtete, die Beamtete.
"Eigentlich", aber das war noch nie üblich
Jedoch: die beamtete Staatssekretärin.
Kind, Jaakob
2019-09-12 09:01:06 UTC
Permalink
Post by Gunhild Simon
Aber richtig müßte es heißen: der Beamtete, die Beamtete.
Die oben verlinkte Quelle behauptet das hier:

***
Tat­säch­lich ist beam[p]t aber eine alte Form des Par­tizips von
beamten, die sich in Tex­ten aus dem 16. bis 19. Jahrhun­dert häu­fig
find­et. Z.B.:
…vnd wie ein andere enzeln per­son die nit beampt ift…[1533]
Dann das man darum gibt, soll denen die beampt seynd, bezahlt wer­den [1722]
Zum Ersten von den Gericht­en vnd Per­so­n­en daran beampt. [1833]

Von dieser Form ist das Wort Beamter abgeleit­et, und deshalb ver­hält
es sich noch heute, wo das Par­tizip beamt nicht mehr existiert, wie
alle anderen von Par­tizip­i­en abgeleit­eten Per­so­n­en­beze­ich­nun­gen.
***

Ich finde das plausibel.

Viele Grüße
Jaakob
Christina Kunze
2019-09-12 05:13:27 UTC
Permalink
Post by Kind, Jaakob
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Die Totin. Das hat bei der Beamtin doch auch schon funktioniert. Hat man
irgendwann "die Beamte" gesagt? Ich fände das nicht falsch.
So hieß es früher, oder? Jedenfalls kam es mir so ganz normal vor, bis
es mir von einem Lektorat rauskorrigiert wurde.

chr
Kind, Jaakob
2019-09-12 09:02:28 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
So hieß es früher, oder?
Weiß ich nicht.
Post by Christina Kunze
Jedenfalls kam es mir so ganz normal vor, bis
es mir von einem Lektorat rauskorrigiert wurde.
Ich finde es auch heute noch normal, weiß aber, dass die Form eher
unüblich ist.

Viele Grüße
Jaakob
Sepp Neuper
2019-09-11 16:07:00 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Toter (m/w/d)

Servus, Sepp
Antonia H.
2019-09-11 16:26:24 UTC
Permalink
Post by Sepp Neuper
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Toter (m/w/d)
Stellenausschreibung?
Sepp Neuper
2019-09-11 21:00:09 UTC
Permalink
Post by Antonia H.
Post by Sepp Neuper
Toter (m/w/d)
Stellenausschreibung?
Nein, Mietersuche für freie Friedhofsplätze.

bye, Sepp
Detlef Meißner
2019-09-11 21:05:13 UTC
Permalink
Post by Sepp Neuper
Post by Antonia H.
Post by Sepp Neuper
Toter (m/w/d)
Stellenausschreibung?
Nein, Mietersuche für freie Friedhofsplätze.
"Toter sucht heimeliges Plätzchen für die Ewigkeit."

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Frank Hucklenbroich
2019-09-12 08:31:24 UTC
Permalink
Post by Antonia H.
Post by Sepp Neuper
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Toter (m/w/d)
Stellenausschreibung?
Taschen!

https://www.fashionette.de/tote

Grüße,

Frank
Stefan Schmitz
2019-09-11 16:19:06 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Da besteht doch kein Bedarf. Bei einer Leiche nimmt man deren Geschlecht, bei
mehreren den geschlechtsneutralen Plural.
Detlef Meißner
2019-09-11 16:50:35 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Da besteht doch kein Bedarf. Bei einer Leiche nimmt man deren Geschlecht, bei
mehreren den geschlechtsneutralen Plural.
"Toter bei Prügelei" geht dann als Schlagzeile nicht mehr.

Da bricht man sich einen ab, um wenigstens die deutsche Rechtschreibung
zu vereinfachen, schafft aber im Gegenzug andere Probleme. Grob
geschätzt über die Hälfte der deutschen Alltagsformulierungen kann man
dann nicht mehr verwenden, normales Reden und Schreiben wird zu einer
intellektuellen Veranstaltung.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Stefan Schmitz
2019-09-11 20:09:16 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Da besteht doch kein Bedarf. Bei einer Leiche nimmt man deren Geschlecht, bei
mehreren den geschlechtsneutralen Plural.
"Toter bei Prügelei" geht dann als Schlagzeile nicht mehr.
Verstehe ich nicht.

Bei einem männlichem Toten geht es genau so, bei einer weiblichen lässt du
halt ein r weg.
Detlef Meißner
2019-09-11 20:12:33 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Da besteht doch kein Bedarf. Bei einer Leiche nimmt man deren Geschlecht,
bei mehreren den geschlechtsneutralen Plural.
"Toter bei Prügelei" geht dann als Schlagzeile nicht mehr.
Verstehe ich nicht.
Bei einem männlichem Toten geht es genau so, bei einer weiblichen lässt du
halt ein r weg.
Wenn ich ein r weglasse, kann das auch Plural sein.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Stefan Schmitz
2019-09-11 20:26:05 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Da besteht doch kein Bedarf. Bei einer Leiche nimmt man deren Geschlecht,
bei mehreren den geschlechtsneutralen Plural.
"Toter bei Prügelei" geht dann als Schlagzeile nicht mehr.
Verstehe ich nicht.
Bei einem männlichem Toten geht es genau so, bei einer weiblichen lässt du
halt ein r weg.
Wenn ich ein r weglasse, kann das auch Plural sein.
Das ist ungegendert so, warum sollte Gendern dieses Problem zusätzlich lösen?
Detlef Meißner
2019-09-11 20:29:30 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Post by Stefan Schmitz
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Da besteht doch kein Bedarf. Bei einer Leiche nimmt man deren Geschlecht,
bei mehreren den geschlechtsneutralen Plural.
"Toter bei Prügelei" geht dann als Schlagzeile nicht mehr.
Verstehe ich nicht.
Bei einem männlichem Toten geht es genau so, bei einer weiblichen lässt du
halt ein r weg.
Wenn ich ein r weglasse, kann das auch Plural sein.
Das ist ungegendert so, warum sollte Gendern dieses Problem zusätzlich lösen?
Da hast du natürlich Recht.
Aber welches Problem löst Gendern überhaupt?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Kind, Jaakob
2019-09-12 12:08:12 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Wenn ich ein r weglasse, kann das auch Plural sein.
Das ist dann Pech. Trotzdem würde ich das r weglassen, wenn es um eine
Tote geht. Wenn man auf den Singular wert legt, könnte man ein Verb
spendieren: "Tote treibt im Fluss" oder so.
Und die Überschrift muss ja auch nicht immer eindeutig sein. Wer den
Artikel liest, wird schon erfahren, wieviel Tote es gab.

Viele Grüße
Jaakob
Detlef Meißner
2019-09-12 12:20:03 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Wenn ich ein r weglasse, kann das auch Plural sein.
Das ist dann Pech. Trotzdem würde ich das r weglassen, wenn es um eine Tote
"Tote treibt im Fluss" oder so.
Und die Überschrift muss ja auch nicht immer eindeutig sein. Wer den Artikel
liest, wird schon erfahren, wieviel Tote es gab.
Klar kann man das. Man kann vieles!

Dadurch, dass man viele Dinge nicht mehr wie gewohnt ausdrücken kann,
verarmt die Sprache.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Kind, Jaakob
2019-09-13 07:52:49 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Dadurch, dass man viele Dinge nicht mehr wie gewohnt ausdrücken kann,
verarmt die Sprache.
Da bin ich anderer Meinung. Wer bei einer Leiche, von der bekannt ist,
dass es eine weibliche Leiche ist, "Toter" schreibt, drückt sich ungenau
aus.
War das wirklich irgendwann mal üblich? Ich hätte das schon vor 40
Jahren falsch gefunden.
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.

Und du darfst auch gern für weibliche Leichen "Toter" schreiben. Ich
würde das dann nur für eine sehr altmodische oder gar falsche
Ausdrucksweise halten.

Viele Grüße
Jaakob
Klaus Pommerening
2019-09-14 06:20:11 UTC
Permalink
Post by Kind, Jaakob
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.
... also ein generisches Femininum verwenden. Ist das besser?
--
Klaus Pommerening
Deutlichstes Zeichen der um sich greifenden Ratlosigkeit ist
der Aktionismus: Etwas tun, egal was. (Sascha Lobo)
Christina Kunze
2019-09-15 04:42:28 UTC
Permalink
Post by Klaus Pommerening
Post by Kind, Jaakob
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.
... also ein generisches Femininum verwenden. Ist das besser?
Das ist kein generisches Feminimum, denn bei "Leiche" besteht nicht die
Wahl zwischen den Genera.

Ein generisches Feminimum wäre, ohne Rücksicht auf das Geschlecht der
Person "die Tote" zu schreiben, auch wenn es sich um ein Mitglied einer
Rockergang handelt.

chr
Manfred Hoß
2019-09-15 05:09:55 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Klaus Pommerening
Post by Kind, Jaakob
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.
... also ein generisches Femininum verwenden. Ist das besser?
Das ist kein generisches Feminimum, denn bei "Leiche" besteht nicht die
Wahl zwischen den Genera.
Der Leichnam, die Leichnamin.

SCNR
Manfred.
Hans
2019-09-15 10:02:32 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Christina Kunze
Post by Klaus Pommerening
Post by Kind, Jaakob
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.
... also ein generisches Femininum verwenden. Ist das besser?
Das ist kein generisches Feminimum, denn bei "Leiche" besteht nicht die
Wahl zwischen den Genera.
Der Leichnam, die Leichnamin.
Wie Mitglieder und Mitgliederinnen.

Originalton eines österreichischen Politikers.

Hans
Manfred Russ
2019-09-22 21:19:02 UTC
Permalink
Post by Hans
Wie Mitglieder und Mitgliederinnen.
Originalton eines österreichischen Politikers.
"Mich dünkt, des gedachtest du schon."
(Wagner: Siegfried, 1. Akt)

Davon abgesehen, ist das vor gut 30 Jahren im Umfeld der taz entstanden.
Von dort auch (es ging um einen Polizist*inneneinsatz): "BullInnen".
Jakob Achterndiek
2019-09-15 09:49:04 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Klaus Pommerening
Post by Kind, Jaakob
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.
... also ein generisches Femininum verwenden. Ist das besser?
Das ist kein generisches Feminimum, denn bei "Leiche" besteht nicht die
Wahl zwischen den Genera.
Genau darum ist es doch ein generisches Femininum.
Post by Christina Kunze
Ein generisches Feminimum wäre, ohne Rücksicht auf das Geschlecht der
Person "die Tote" zu schreiben, auch wenn es sich um ein Mitglied einer
Rockergang handelt.
Nein, das wäre eine ostentativ falsche Genus-Zuweisung. Falsch, weil
es eine männliche Leiche ist; ostentativ, weil es in provokativer
Absicht verkehrt wird. Denn "der/die/das Tote" läßt sich im Singular
immer dem Sexus des bezeichneten Referenten anpassen, und im Plural
ist das Genus nicht bestimmbar.
--
j/\a
Hans
2019-09-15 10:04:00 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Christina Kunze
Post by Klaus Pommerening
Post by Kind, Jaakob
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.
... also ein generisches Femininum verwenden. Ist das besser?
Das ist kein generisches Feminimum, denn bei "Leiche" besteht nicht die
Wahl zwischen den Genera.
Genau darum ist es doch ein generisches Femininum.
Post by Christina Kunze
Ein generisches Feminimum wäre, ohne Rücksicht auf das Geschlecht der
Person "die Tote" zu schreiben, auch wenn es sich um ein Mitglied einer
Rockergang handelt.
Nein, das wäre eine ostentativ falsche Genus-Zuweisung. Falsch, weil
es eine männliche Leiche ist; ostentativ, weil es in provokativer
Absicht verkehrt wird. Denn "der/die/das Tote" läßt sich im Singular
immer dem Sexus des bezeichneten Referenten anpassen, und im Plural
ist das Genus nicht bestimmbar.
Da haben es z.B. die Ungarn und Finnen, meines Wissens auch die Türken,
leichter, denn in deren Sprachen gibt es kein grammatikalisches Geschlecht.

Hans
Klaus Pommerening
2019-09-15 19:40:18 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Klaus Pommerening
Post by Kind, Jaakob
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.
... also ein generisches Femininum verwenden. Ist das besser?
Das ist kein generisches Feminimum, denn bei "Leiche" besteht nicht die
Wahl zwischen den Genera.
Das ist ja noch schlimmer! Nicht nur dass die männliche Form
unterdrückt wird -- nein, es gibt nicht mal eine, die unterdrückt
werden könnte.
Wo bleibt die Gleichstellungsbeauftragte, wenn Mann sie mal
braucht?!
--
Klaus Pommerening
Für einen Leichnam bin ich nicht zu Haus. (Goethe, Faust I)
Markus Ermert
2019-09-15 20:18:35 UTC
Permalink
Post by Klaus Pommerening
Post by Kind, Jaakob
Wenn das Geschlecht unbekannt ist, ist das generische Maskulinum für
mich OK, ich würde es aber wahrscheinlich selbst nicht verwenden,
sondern "Leiche" oder "tote Person" schreiben.
... also ein generisches Femininum verwenden. Ist das besser?
Ja, weil anders als beim Toten für diese Formen kein Gegenstück im anderen
Genus existiert. Daher sind diese Feminina geschlechsneutral (so wie auch
das Maskulinum „lebloser Körper“), das Maskulinum „Toter“ markiert hingegen
ganz klar einen Mann.
Markus Ermert
2019-09-15 20:04:53 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
"Toter bei Prügelei" geht dann als Schlagzeile nicht mehr.
Würde niemand schreiben, sofern nicht klar ist, dass es sich um einen Mann
handelt.

Bei Frauen schriebe man „Tote“, und bei Unklarheit benutzt man „Todesfall“
oder eine ähnliche Ausweichformulierung.

Schlechtes Beispiel für unsere Genderphobiker. Prügeltote gehören halt zu
den klassisch extrem männlich dominierten Rollen.
Michael J
2019-09-19 11:37:20 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Bei einer Leiche
Bitte: Bei einer/m Leiche/r

So viel P.C. muss sein.
Diedrich Ehlerding
2019-09-11 18:17:41 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Also erstmal musst du bitte lernen: in irgendeiner Form negativ oder auch
nur potentiell unangenehm konnotierte Begriffe werden selbstverständlich
nicht gegendert. Oder sind dir im politisch korrekten Blätterwald schon
mal irgendwo "Schwarzfahrende", "Zechpreller*innen" oder "LadendiebInnen"
begegnet?

Und zweitens verwendet man/frau/divers ja heutzutage Partizipien, à la
"Studierende" - da läge z.B. "Dahingeschiedene (m/w/d)" nahe.

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Detlef Meißner
2019-09-11 19:20:11 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Also erstmal musst du bitte lernen: in irgendeiner Form negativ oder auch
nur potentiell unangenehm konnotierte Begriffe werden selbstverständlich
nicht gegendert. Oder sind dir im politisch korrekten Blätterwald schon
mal irgendwo "Schwarzfahrende", "Zechpreller*innen" oder "LadendiebInnen"
begegnet?
Das hatten wir hier ja schon mehrfach festgestellt.
Post by Diedrich Ehlerding
Und zweitens verwendet man/frau/divers ja heutzutage Partizipien, à la
"Studierende" - da läge z.B. "Dahingeschiedene (m/w/d)" nahe.
Mach mal 'nen Vorschlag für Hosenscheißer. :-)

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Klaus Dahlwitz
2019-09-12 14:01:36 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Mach mal 'nen Vorschlag für Hosenscheißer. :-)
So 'n Schiet gehört doch nicht ins Usenet!

Klaus
--
"Der öffentliche Nahverkehr ist noch nicht so weit, dass
man auf Inlandsflüge komplett verzichten könnte."
Minister Altmeier im Abendblatt-Interview, 5.9.19
Quinn C
2019-09-12 16:52:41 UTC
Permalink
Post by Klaus Dahlwitz
Post by Detlef Meißner
Mach mal 'nen Vorschlag für Hosenscheißer. :-)
So 'n Schiet gehört doch nicht ins Usenet!
Doch, aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
--
Moment, welche? Davon gibt's viele!
Detlef Meißner
2019-09-12 17:00:32 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Klaus Dahlwitz
Post by Detlef Meißner
Mach mal 'nen Vorschlag für Hosenscheißer. :-)
So 'n Schiet gehört doch nicht ins Usenet!
Doch, aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Müsste es nicht "Scheißergruppe" heißen?

BTW: Sollten die Gruppen denn nicht bald mal gegendert werden?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Klaus Dahlwitz
2019-09-12 19:29:42 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
BTW: Sollten die Gruppen denn nicht bald mal gegendert werden?
Der Grupp könnte mit Stahl verwexelt werden.

Klaus
--
"Der öffentliche Nahverkehr ist noch nicht so weit, dass
man auf Inlandsflüge komplett verzichten könnte."
Minister Altmeier im Abendblatt-Interview, 5.9.19
Quinn C
2019-09-13 18:13:28 UTC
Permalink
Post by Klaus Dahlwitz
Post by Detlef Meißner
BTW: Sollten die Gruppen denn nicht bald mal gegendert werden?
Der Grupp könnte mit Stahl verwexelt werden.
Ruhig jetzt, sonst gibt's was auf die Kruppe!
--
Ich habe ein Geschäft verdunkelt Anregung für Sie.
-- SPAMPOESIE
Roland Franzius
2019-09-13 11:09:17 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
[...], aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Müsste es nicht "Scheißergruppe" heißen?
Nein. Richtig: "Scheißendengruppe".
Vor einigen Monate im DLF: Eine "DiskutantIn" fing ihren Satz mit
"Die Apotheker..." an, kam gegen Ende des Satzes zur furchtbaren
Erkenntnis, daß sie die "Apothekerinnen" vergessen hatte, haspelte
sich im Satz wieder auf Anfang zurück, geriet dort völlig
durcheinander und baute dann den Satz neu auf, beginnend mit "Die
Aptohekenden..."
Das heißt doch jetzt das Apothekariat.

--

Roland Franzius
Sergio Gatti
2019-09-13 12:43:57 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
[...], aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Müsste es nicht "Scheißergruppe" heißen?
Nein. Richtig: "Scheißendengruppe".
Scheißer- oder Scheißendengruppe ist nur dann vorstellbar,
wenn es sich um eine Gruppe von Menschen handelt, die
zusammen nebeneinander scheißen.
Wahrscheinlich ist die mir unbekannte Gruppe aus Gründen,
die ich nicht kenne, einfach scheiße, so wie es Produkte,
Ideen u.v.a.m. gibt, die scheiße sind. Dann ist sie eben
eine Scheißgruppe, so wie manche längst gefilterte
DESD-Schreiber nur Scheißideen verbreiten.
U***@web.de
2019-09-13 12:57:22 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Detlef Meißner
[...], aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Müsste es nicht "Scheißergruppe" heißen?
Nein. Richtig: "Scheißendengruppe".
Scheißer- oder Scheißendengruppe ist nur dann vorstellbar,
wenn es sich um eine Gruppe von Menschen handelt, die
zusammen nebeneinander scheißen.
Dann bettachte Dir die Mampfgruppe. Außerdem bräuchten
die Leute in Deiner Beschreibung kein Usenet, sondern könnten
sich miteinander unmittelbar per Zuruf verständigen.
Christina Kunze
2019-09-14 04:50:03 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Detlef Meißner
[...], aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Müsste es nicht "Scheißergruppe" heißen?
Nein. Richtig: "Scheißendengruppe".
Scheißer- oder Scheißendengruppe ist nur dann vorstellbar,
wenn es sich um eine Gruppe von Menschen handelt, die
zusammen nebeneinander scheißen.
Klopapier!!!
https://www.volksliederarchiv.de/auf-dem-donnerbalken-sassen-zwei-gestalten-klopapier/

Abgesehen davon: Es ist durchaus vorstellbar, dass jemand über eine
Gruppe findet, dass das alles Scheißer sind.

chr
Detlef Meißner
2019-09-14 08:47:54 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Post by Sergio Gatti
Post by Detlef Meißner
[...], aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Müsste es nicht "Scheißergruppe" heißen?
Nein. Richtig: "Scheißendengruppe".
Scheißer- oder Scheißendengruppe ist nur dann vorstellbar,
wenn es sich um eine Gruppe von Menschen handelt, die
zusammen nebeneinander scheißen.
Klopapier!!!
https://www.volksliederarchiv.de/auf-dem-donnerbalken-sassen-zwei-gestalten-klopapier/
Abgesehen davon: Es ist durchaus vorstellbar, dass jemand über eine Gruppe
findet, dass das alles Scheißer sind.
Gibt es da nicht so ein Lied mit dem Titel "Wir sind alle kleine
Scheißerlein"?

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Peter Blancke
2019-09-14 09:25:55 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Gibt es da nicht so ein Lied mit dem Titel "Wir sind alle kleine
Scheißerlein"?
Das hieß: "Zehn kleine Scheißerlein"

Nee, Moment... Uh, das ist ja auch noch verboten!

Schnell weg... *flitz*
--
Hoc est enim verbum meum!
Klaus Dahlwitz
2019-09-14 08:59:02 UTC
Permalink
Post by Christina Kunze
Klopapier!!!
https://www.volksliederarchiv.de/auf-dem-donnerbalken-sassen-zwei-gestalten-klopapier/
Zitat daraus:

"Und da kam der Zehnte, brachte das ersehnte
KLO-PA-PIER!"

Just in time Lieferung

Klaus
--
"Der öffentliche Nahverkehr ist noch nicht so weit, dass
man auf Inlandsflüge komplett verzichten könnte."
Minister Altmeier im Abendblatt-Interview, 5.9.19
U***@web.de
2019-09-16 17:38:45 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
[...], aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Müsste es nicht "Scheißergruppe" heißen?
Nein. Richtig: "Scheißendengruppe".
Vor einigen Monate im DLF: Eine "DiskutantIn" fing ihren Satz mit
"Die Apotheker..." an, kam gegen Ende des Satzes zur furchtbaren
Erkenntnis, daß sie die "Apothekerinnen" vergessen hatte, haspelte
sich im Satz wieder auf Anfang zurück, geriet dort völlig
durcheinander und baute dann den Satz neu auf, beginnend mit "Die
Aptohekenden..."
Am Donnerstag, 16. Mai 2019 22:46:18 UTC+2 schrieb Peter Blancke zu:

Es gibt noch viel zu tun
Post by Detlef Meißner
Muss das nicht "die Schulenden" heißen?
Nein, das wären dann wohl eher die Lehrer, äh, die Lehrenden.
Die Schüler wären wohl eher die zu "Beschulenden".
Etwa Anfang April currentis annis gab es ein Interview im DLF, die
zu Befragende äußerte sich zu pharmazeutischen Thematica (ich als
"Apothekerschjong" wurde sofort hellhörig), sie conmemorirte die
"Apotheker", erinnerte sich sofort der ihr auferlegten politischen
Richtigkeit, versuchte somit gleich auch die "Apothekerinnen" flugs
zu supplementieren, verhaspelte sich dabei allerdingjos unsäglich
und respective stotternd und vollständig in der Wortbildung und fand
sich dann stammelnd zu der unfaßlichen Wortschöpfung der
"Apothekenden".
Ich spie laut brüllend-lachend meinen morgendlichen recenter paratur
eingenommenen Kaffee quer über das frisch aufgezogene Tischtuch.
Gruß, ULF
Diedrich Ehlerding
2019-09-12 17:05:08 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Post by Klaus Dahlwitz
So 'n Schiet gehört doch nicht ins Usenet!
Doch, aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Ja, da wäre die Genderei in der Tat gut aufgehoben.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Detlef Meißner
2019-09-12 17:15:21 UTC
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Post by Diedrich Ehlerding
Post by Quinn C
Post by Klaus Dahlwitz
So 'n Schiet gehört doch nicht ins Usenet!
Doch, aber er sollte in die Scheißgruppe gehen.
Ja, da wäre die Genderei in der Tat gut aufgehoben.
Scheiße ist doch schon gegendert - oder nicht?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Manfred Russ
2019-09-22 21:41:27 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Scheiße ist doch schon gegendert - oder nicht?
Schlägt hier auch ein Nord-Süd-Gefälle durch?
=> die Scheiße vs. der Scheiß

Oder ist letzteres bloß eine Verkürzung von "der Scheißdreck"?
Detlef Meißner
2019-09-24 07:04:13 UTC
Permalink
Post by Manfred Russ
Post by Detlef Meißner
Scheiße ist doch schon gegendert - oder nicht?
Schlägt hier auch ein Nord-Süd-Gefälle durch?
=> die Scheiße vs. der Scheiß
"Sag keine Scheiße", sagt aber sicher niemand.
Post by Manfred Russ
Oder ist letzteres bloß eine Verkürzung von "der Scheißdreck"?
Ich sehe zwischen beiden Wörtern einen Bedeutungsunterschied.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
U***@web.de
2019-09-24 16:59:20 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Manfred Russ
Post by Detlef Meißner
Scheiße ist doch schon gegendert - oder nicht?
Schlägt hier auch ein Nord-Süd-Gefälle durch?
=> die Scheiße vs. der Scheiß
"Sag keine Scheiße", sagt aber sicher niemand.
Einigermaßen ausführlich: https://books.google.de/books?id=zZqZoJ92C3wC&pg=PA16-IA2&lpg=PA16-IA2&dq=%22Sag+keine+Schei%C3%9Fe%22&source=bl&ots=SAghZSsF-L&sig=ACfU3U11mPcFu1xjiyY6WpD6hTQKsPviNQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjA5MSk3enkAhXJZVAKHYm0Aw4Q6AEwAHoECAgQAQ#v=onepage&q=%22Sag%20keine%20Schei%C3%9Fe%22&f=false
Detlef Meißner
2019-09-24 17:14:07 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Detlef Meißner
Post by Manfred Russ
Post by Detlef Meißner
Scheiße ist doch schon gegendert - oder nicht?
Schlägt hier auch ein Nord-Süd-Gefälle durch?
=> die Scheiße vs. der Scheiß
"Sag keine Scheiße", sagt aber sicher niemand.
https://books.google.de/books?id=zZqZoJ92C3wC&pg=PA16-IA2&lpg=PA16-IA2&dq=%22Sag+keine+Schei%C3%9Fe%22&source=bl&ots=SAghZSsF-L&sig=ACfU3U11mPcFu1xjiyY6WpD6hTQKsPviNQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjA5MSk3enkAhXJZVAKHYm0Aw4Q6AEwAHoECAgQAQ#v=onepage&q=%22Sag%20keine%20Schei%C3%9Fe%22&f=false
Was es alles gibt!

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Hans
2019-09-24 17:57:17 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Manfred Russ
Post by Detlef Meißner
Scheiße ist doch schon gegendert - oder nicht?
Schlägt hier auch ein Nord-Süd-Gefälle durch?
=> die Scheiße vs. der Scheiß
"Sag keine Scheiße", sagt aber sicher niemand.
In Österreich sagt man auch "Soraschaas!", also "solch ein Scheiß!"

[.....]

Hans
Thomas Schade
2019-09-14 09:02:51 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Und zweitens verwendet man/frau/divers ja heutzutage Partizipien, à la
"Studierende" - da läge z.B. "Dahingeschiedene (m/w/d)" nahe.
Mich wundert eh weiterhin, dass analog zu den Studierenden aus
BürgerInnen / Bürger*innen, und welche der kuriosen Schreibweisen noch
zu finden sein mögen, nicht einfach die 'Bürgenden' gebildet wurde.


Ciao
Toscha
--
Newton's third Law of Emotion:
For every male action there is a female overreaction.
Hans
2019-09-14 10:30:47 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Post by Diedrich Ehlerding
Und zweitens verwendet man/frau/divers ja heutzutage Partizipien, à la
"Studierende" - da läge z.B. "Dahingeschiedene (m/w/d)" nahe.
Mich wundert eh weiterhin, dass analog zu den Studierenden aus
BürgerInnen / Bürger*innen, und welche der kuriosen Schreibweisen noch
zu finden sein mögen, nicht einfach die 'Bürgenden' gebildet wurde.
Bleiben wir doch einfach beim guten alten generischen Maskulinum und
seinem Gegenstück, dem generischen Gemininum.

Hans
U***@web.de
2019-09-14 10:38:52 UTC
Permalink
Post by Hans
Bleiben wir doch einfach beim guten alten generischen Maskulinum und
seinem Gegenstück, dem generischen Gemininum.
Zwillingsgenus? Auch nett.
U***@web.de
2019-09-14 10:37:45 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Post by Diedrich Ehlerding
Und zweitens verwendet man/frau/divers ja heutzutage Partizipien, à la
"Studierende" - da läge z.B. "Dahingeschiedene (m/w/d)" nahe.
Mich wundert eh weiterhin, dass analog zu den Studierenden aus
BürgerInnen / Bürger*innen, und welche der kuriosen Schreibweisen noch
zu finden sein mögen, nicht einfach die 'Bürgenden' gebildet wurde.
Für wen bürgst Du denn?

Gruß, ULF
Jakob Achterndiek
2019-09-14 11:15:51 UTC
Permalink
Post by Thomas Schade
Mich wundert eh weiterhin, dass analog zu den Studierenden aus
BürgerInnen / Bürger*innen, und welche der kuriosen Schreibweisen noch
zu finden sein mögen, nicht einfach die 'Bürgenden' gebildet wurde.
Du rührst da an ein Tabu, das Jahrhunderte lang nicht angetastet
worden ist. Nämlich:
Die Burgherren früherer Jahrhunderte haben ja ihre Burgen weder selbst
erbaut noch im Kriegsfall allein verteidigt, sondern sie haben das von
den Untertanen tun lassen, die dafür hinter den Mauern der Burg Schutz
suchen durften. Wenn aber der Burgherr den Krieg verlor oder aus anderen
Gründen insolvent wurde, dann mußten eben dessen Untertanen für alle
Verluste und Ansprüche bürgen. Der Name "Bürger" und "Mitbürger" kommt
also nicht von dem nur vorübergehenden Wohnrecht (was so nobel anmutet),
sondern von der immerwährenden Bürgschaftsverpflichtung (was sich ja
immer wieder als eher unangenehm erweist).
Unsere heutigen Obrigkeiten haben beides, die lästige Verpflichtung
und die freundliche Anmutung, übernommen: Die "Bürgenden", auch für das
viele neue Geld, das der Mario Draghi immerzu drucken läßt, sind wir,
können aber weder als deutsche Staatsbürgen noch als €U-Bürgen Einfluß
darauf nehmen. Der Minister Graf Schulenburg hätte, wäre da nicht dieses
Tabu gewesen, schon 1806 dekretieren müssen: "Der König hat eine
Bataille verloren. Jetzt ist Ruhe die zweite Bürgenpflicht!" Denn die
erste war auch damals schon: Bürgen. Und das wurden damals auch richtig
teure Zeiten!
--
j/\a
U***@web.de
2019-09-14 11:33:22 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Thomas Schade
Mich wundert eh weiterhin, dass analog zu den Studierenden aus
BürgerInnen / Bürger*innen, und welche der kuriosen Schreibweisen noch
zu finden sein mögen, nicht einfach die 'Bürgenden' gebildet wurde.
Du rührst da an ein Tabu, das Jahrhunderte lang nicht angetastet
Die Burgherren früherer Jahrhunderte haben ja ihre Burgen weder selbst
erbaut noch im Kriegsfall allein verteidigt, sondern sie haben das von
den Untertanen tun lassen, die dafür hinter den Mauern der Burg Schutz
suchen durften. Wenn aber der Burgherr den Krieg verlor oder aus anderen
Gründen insolvent wurde, dann mußten eben dessen Untertanen für alle
Verluste und Ansprüche bürgen.
Du meinst wohl: haften.
Post by Jakob Achterndiek
Der Name "Bürger" und "Mitbürger" kommt
also nicht von dem nur vorübergehenden Wohnrecht (was so nobel anmutet),
Hmm. Stadtbürger und Beisassen gab es, Stadtbürger noch bevor
Staatsbürgerschaften in Mitteleuropa virulent wurden.
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerrecht#Geschichte
Post by Jakob Achterndiek
sondern von der immerwährenden Bürgschaftsverpflichtung (was sich ja
immer wieder als eher unangenehm erweist).
Aber die citoyens kommen schon noch von cité, und die bourgeois von bourg?
Jakob Achterndiek
2019-09-14 12:43:24 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
[..] Wenn aber der Burgherr den Krieg verlor oder aus anderen
Gründen insolvent wurde, dann mußten eben dessen Untertanen für
alle Verluste und Ansprüche bürgen.
Du meinst wohl: haften.
Nu ja ..
Vielleicht hat ja schon der Schiller seine berühmte Dreierbund-Ballade
nur aus phonetisch-ästhetischen Gründen "Die Bürgschaft" genannt statt
sinnvoll und richtig "Die Haftschaft".

Reimzwang mag da wohl auch noch eine Rolle gespielt haben. Versuch doch
selbst mal einen passenden Reim für II,6-7 zu finden. Mir fällt nur ein:
Mein Freund hier wird für mich haften.
Der wird das dann schon verkraften.
--
;) j/\a
U***@web.de
2019-09-14 14:36:45 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by U***@web.de
[..] Wenn aber der Burgherr den Krieg verlor oder aus anderen
Gründen insolvent wurde, dann mußten eben dessen Untertanen für
alle Verluste und Ansprüche bürgen.
Du meinst wohl: haften.
Nu ja ..
Vielleicht hat ja schon der Schiller seine berühmte Dreierbund-Ballade
nur aus phonetisch-ästhetischen Gründen "Die Bürgschaft" genannt statt
sinnvoll und richtig "Die Haftschaft".
Reimzwang mag da wohl auch noch eine Rolle gespielt haben. Versuch doch
Mein Freund hier wird für mich haften.
Der wird das dann schon verkraften.
Bist Du so naiv, oder tust Du nur so?

Im Wesen einer Bürgschaft liegt der im Prinzip freiwillige
Abschluß vor Klarheit darüber, ob der Fall ihrer Ziehung
nach Verschlechterung der Umstände überhaupt in Betracht kommt.

Daher hört man von Zivilrechtlern:

"Denn den Bürgen sollst Du würgen."

Das Wesen etwa einer Tierhalterhaftung für Freizeittiere
ergibt sich hingegen nicht aus Rechtsgeschäft, sondern
aus den Umständen.
Manfred Russ
2019-09-22 21:37:15 UTC
Permalink
Post by Diedrich Ehlerding
Also erstmal musst du bitte lernen: in irgendeiner Form negativ oder auch
nur potentiell unangenehm konnotierte Begriffe werden selbstverständlich
nicht gegendert.
Wie hoch ist eigentlich der Frauenanteil bei Kinderpornographie? Ich
meine: auf Täter*innenseite? 10%?
Reicht das für geschlechtergerechte Formulierung?
Post by Diedrich Ehlerding
Oder sind dir im politisch korrekten Blätterwald schon
mal irgendwo "Schwarzfahrende", "Zechpreller*innen" oder "LadendiebInnen"
begegnet?
Eine anständige Revolution fängt unten an. Zum Beispiel bei den
Putzfrauen und den Müllmännern.

---

"Die Staatstheater Stuttgart" schmücken sich seit einiger Zeit auch mit
dem Genderstern. Mal abgesehen vom allgemeinen Design der Programmhefte
(alles, was in puncto Textlayout früher mal als Fehler oder no-go
gewertet wurde, gilt mittlerweile als "must have"):

Da werden wie selbstverständlich nicht nur Eigenbeiträge gegendersternt,
sondern auch z.B. die von Harald Schmidt; und vor allen Dingen:
inkonsequent, wie man das eigentlich schon gewohnt ist.

Denn weiter weg, irgendwo im Fließtext, wo schon keiner mehr so genau
hinliest, ist dann die Rede von "Bläser und Streicher". Meine Damen - so
geht das natürlich nicht!

Ich bleibe dabei: *wo gegendert wird, wird gelogen*.
Beim letzten Konzert nämlich habe ich sowohl bei den Bedienenden der
Streich- als auch der Blasinstrumente Frauen gesehen. Viele.
Hans
2019-09-23 22:07:21 UTC
Permalink
Post by Manfred Russ
Post by Diedrich Ehlerding
Also erstmal musst du bitte lernen: in irgendeiner Form negativ oder auch
nur potentiell unangenehm konnotierte Begriffe werden selbstverständlich
nicht gegendert.
Wie hoch ist eigentlich der Frauenanteil bei Kinderpornographie? Ich
meine: auf Täter*innenseite? 10%?
Reicht das für geschlechtergerechte Formulierung?
Post by Diedrich Ehlerding
Oder sind dir im politisch korrekten Blätterwald schon
mal irgendwo "Schwarzfahrende", "Zechpreller*innen" oder "LadendiebInnen"
begegnet?
Es heißt auch immer "der oder die Täter", nicht aber "der Täter oder die
Täterin oder die Täter oder die Täterinnen".
Post by Manfred Russ
Eine anständige Revolution fängt unten an. Zum Beispiel bei den
Putzfrauen und den Müllmännern.
Also PutzfrauInnen und MüllmännerInnen?
Post by Manfred Russ
Denn weiter weg, irgendwo im Fließtext, wo schon keiner mehr so genau
hinliest, ist dann die Rede von "Bläser und Streicher". Meine Damen - so
geht das natürlich nicht!
Ich bleibe dabei: *wo gegendert wird, wird gelogen*.
Beim letzten Konzert nämlich habe ich sowohl bei den Bedienenden der
Streich- als auch der Blasinstrumente Frauen gesehen. Viele.
Aha, und die Bläserinnen haben einen geblasen...

:-)

Hans
Helmut Richter
2019-09-24 05:31:13 UTC
Permalink
Post by Hans
Es heißt auch immer "der oder die Täter", nicht aber "der Täter oder die
Täterin oder die Täter oder die Täterinnen".
Das würde ja den Fall einer gemischtgeschlechtlichen Täter*innenmehrheit
nicht einschließen.

Es hatte schon einen Sinn, dass es mal generische und nicht nur
geschlechtsspezifische Wörter in der deutschen Sprache gab.
--
Helmut Richter
Manfred Hoß
2019-09-11 20:04:11 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Der Tote, die Tote.

Wenn du die Leute schon vor eine Herausforderung stellen willst, dann lass
sie "Eunuch" gendern.

Gruß
Manfred.
Detlef Meißner
2019-09-11 20:14:54 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Der Tote, die Tote.
Das ist aber billig.

"Toter im Rhein gefunden"

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Sergio Gatti
2019-09-12 09:57:29 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Der Tote, die Tote.
Wenn du die Leute schon vor eine Herausforderung stellen willst, dann lass
sie "Eunuch" gendern.
Rein sprachlich: der Eunuch, die Eunuchin. Das war einfach.
Aber die Definition von "Eunuch" (Mensch männlichen
Geschlechts, der einer Kastration unterzogen wurde) sorgt
dafür, dass die weibliche Form sinnlos ist.
Detlef Meißner
2019-09-12 10:41:49 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Manfred Hoß
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Der Tote, die Tote.
Wenn du die Leute schon vor eine Herausforderung stellen willst, dann lass
sie "Eunuch" gendern.
Rein sprachlich: der Eunuch, die Eunuchin. Das war einfach.
Aber die Definition von "Eunuch" (Mensch männlichen
Geschlechts, der einer Kastration unterzogen wurde) sorgt
dafür, dass die weibliche Form sinnlos ist.
Vielleicht eine Transgenderin.

Detlef
--
Wenn es einen Muttersprachler gibt, der sich nicht ganz schlüssig ist
und zwei, die sich sicher sind, dann würde dies dafür sprechen, daß es
wahrscheinlicher ist, daß die zwei recht haben. (Stefan Ram)
Manfred Hoß
2019-09-12 20:18:30 UTC
Permalink
Post by Sergio Gatti
Post by Manfred Hoß
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Der Tote, die Tote.
Wenn du die Leute schon vor eine Herausforderung stellen willst, dann lass
sie "Eunuch" gendern.
Rein sprachlich: der Eunuch, die Eunuchin. Das war einfach.
Aber die Definition von "Eunuch" (Mensch männlichen
Geschlechts, der einer Kastration unterzogen wurde) sorgt
dafür, dass die weibliche Form sinnlos ist.
Du sagst es, die weibliche Form ist sinnlos, deshalb gibt es den Begriff
auch nicht. Kastratin hingegen existiert, zumindest in einem Buchtitel.

Gruß
Manfred.
Thomas Schade
2019-09-13 05:48:34 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Du sagst es, die weibliche Form ist sinnlos, deshalb gibt es den Begriff
auch nicht. Kastratin hingegen existiert, zumindest in einem Buchtitel.
Warum auch nicht? So wird die Entfernung der Eierstöcke bei einer Frau
m. W. ebenfalls Kastration genannt.


Ciao
Toscha
--
A life spent resisting temptations is a wasted life.
[Paulo Coelho]
Kind, Jaakob
2019-09-13 07:58:10 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Du sagst es, die weibliche Form ist sinnlos, deshalb gibt es den Begriff
auch nicht.
Google findet das hier:
https://taz.de/!1219148/

Wer eine Verwendung für den Begriff hat, der bildet ihn spontan.

Viele Grüße
Jaakob
Hans
2019-09-13 08:48:27 UTC
Permalink
Post by Kind, Jaakob
Post by Manfred Hoß
Du sagst es, die weibliche Form ist sinnlos, deshalb gibt es den Begriff
auch nicht.
https://taz.de/!1219148/
Ist ja hier eine Sprachgruppe: Der Satz mit den übergroßen
Zwischenräumen, weil es da keine Abtrennungen der langen Wörter gibt,
ist ein Schädigung der Augen.

[.....]

Hans
Quinn C
2019-09-13 18:28:38 UTC
Permalink
Post by Manfred Hoß
Post by Sergio Gatti
Post by Manfred Hoß
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Der Tote, die Tote.
Wenn du die Leute schon vor eine Herausforderung stellen willst, dann lass
sie "Eunuch" gendern.
Rein sprachlich: der Eunuch, die Eunuchin. Das war einfach.
Aber die Definition von "Eunuch" (Mensch männlichen
Geschlechts, der einer Kastration unterzogen wurde) sorgt
dafür, dass die weibliche Form sinnlos ist.
Du sagst es, die weibliche Form ist sinnlos, deshalb gibt es den Begriff
auch nicht.
Genauso wie "ein bißchen schwanger" oder "am optimalsten" sinnlos ist
und deshalb auch nie vorkommt?
Post by Manfred Hoß
Kastratin hingegen existiert, zumindest in einem Buchtitel.
Auf Google Books finde ich gerade etwa 10 Bücher, die von Eunuchinnen
berichten.
--
dasz jederman sehe, wie falsch unsere gugelmönche zu ihres ordens
verteidigung der ersten kirchenexempel anziehen Calvin
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Klaus Dahlwitz
2019-09-13 19:52:53 UTC
Permalink
Post by Quinn C
Genauso wie "ein bißchen schwanger" oder "am optimalsten" sinnlos ist
und deshalb auch nie vorkommt?
Optimalste Werbung benutzt gernstens den Hyperlativ.

Klaus
--
"Der öffentliche Nahverkehr ist noch nicht so weit, dass
man auf Inlandsflüge komplett verzichten könnte."
Minister Altmeier im Abendblatt-Interview, 5.9.19
Matthias Opatz
2019-10-25 10:52:45 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Bitte mal "Toter" gendern.
Tote.

Matthias

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