Discussion:
Greta und die "Flugscham"
(zu alt für eine Antwort)
Cord-Schlaghosen preisgesenkt
2019-03-03 08:05:36 UTC
Permalink
Greta Thunberg ist die Erfinderin der "Flugscham":

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Der Begriff Flugscham (schwedisch flygskam) steht für ein Schamgefühl,
das aus der Wahrnehmung einer moralischen Verwerflichkeit von Flugreisen
aus ökologischen Gründen empfunden wird.

Begriffsgeschichte

Der Begriff „Flugscham“ hielt als Lehnwort aus dem Schwedischen
(„flygskam“) Eingang in die deutsche Sprache. Das Wort „flygskam“ war
einer von 33 Einträgen einer gemeinsam vom Språkrådet (Rat für die
schwedische Sprache) und der Zeitschrift Språktidningen erstellten Liste
der Neologismen in der schwedischen Sprache des Jahres 2018.

https://de.wikipedia.org/wiki/Flugscham

-----------------------------------------------------------------------

Drolligerweise kommt den linken Wikipedia-Redakteuren dieser Schwachsinn
langsam auch zu blöde vor (Gott sei Dank) und sie setzen einen
Warnhinweis vor den Artikel:

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Dieser Artikel wurde zur Löschung vorgeschlagen.

Begründung:

Begriffsetablierung und wenig neutrales Geschwurbel. „Flugscham
entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Massenphänomen in Schweden“
beispielsweise, völlig aus der Luft gegriffen. Für ein „Massenphänomen“
ist der Rückgang der Flugbuchungen überraschend wenig signifikant. Die
prominenten Vertreter beschränken sich auf eine Mutter und ihre Tochter
sowie einen Sportler, das ist recht dünn. Ein Drittel des Artikels
behandelt den Klimawandel im Allgemeinen, hat aber nichts mit dem
Begriff zu tun. Ein Artikel zum gleichen Thema in der schwedischen
Wikipedia, wo der Begriff ja eigentlich eher relevant sein müsste als
hier, wurde gelöscht.

Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine
Begründung steht auf der Diskussionsseite. Weitere Informationen
erhältst du hier.

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Der Greta-Veitstanz hat noch nicht alle befallen.

CSP
Helmut Richter
2019-03-03 09:30:21 UTC
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Post by Cord-Schlaghosen preisgesenkt
Der Begriff Flugscham (schwedisch flygskam) steht für ein Schamgefühl,
das aus der Wahrnehmung einer moralischen Verwerflichkeit von Flugreisen
aus ökologischen Gründen empfunden wird.
Begriffsgeschichte
Der Begriff „Flugscham“ hielt als Lehnwort aus dem Schwedischen
(„flygskam“) Eingang in die deutsche Sprache. Das Wort „flygskam“ war
einer von 33 Einträgen einer gemeinsam vom Språkrådet (Rat für die
schwedische Sprache) und der Zeitschrift Språktidningen erstellten Liste
der Neologismen in der schwedischen Sprache des Jahres 2018.
https://de.wikipedia.org/wiki/Flugscham
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Drolligerweise kommt den linken Wikipedia-Redakteuren dieser Schwachsinn
langsam auch zu blöde vor (Gott sei Dank) und sie setzen einen
Wieso „drolligerweise“? Dass Artikel, deren Relevanz zweifelhaft ist, in
eine Löschdiskussion geraten, ist ein völlig normaler Vorgang, weder
außergewöhnlich noch „drollig“, zur Zeit etwa 120mal pro Woche. Für einen
Löschantrag muss man kein „Wikipedia-Redakteur“ oder „links“ oder „rechts“
sein. Im vorliegenden Fall stammt der Löschantrag von einem Benutzer, der
sich selbst als Pazifisten und als Anhänger der ÖDP bezeichnet (was
freilich weder verlangt ist noch nicht überprüft wird – wie denn auch?).
Hätte auch jeder andere sein können.

Wenn das Wort verwendet wird, ist es sinnvoll, dass es einen Artikel dazu
gibt; ob es sinnvoll ist, dass es das Wort gibt, ist dabei ebenso
irrelevant wie ob es sinnvoll ist, dass es die mit dem Wort bezeichnete
Sache gibt. Die drei Kriterien sollte man auseinanderhalten können.

Wieder eine andere Frage ist, ob der Inhalt des Artikels sich auf die
Erklärung der Wortbedeutung beschränkt, wozu auch gehört, dass und warum
Menschen die Sache und ein Wort dafür für sinnvoll halten. Die Diskussion,
ob sie das zu Recht für sinnvoll halten, hat darin weniger zu suchen. Das
gehört eher an eine Stelle, wo Für und Wider (bitte beides!) der Ansichten
in der Klimadebatte dargestellt werden – ein einzelnes Mosaiksteinchen aus
der Debatte ist dazu wenig aussagekäftig.
--
Helmut Richter
Ralf Joerres
2019-03-14 16:20:34 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Cord-Schlaghosen preisgesenkt
Der Begriff Flugscham (schwedisch flygskam) steht für ein Schamgefühl,
das aus der Wahrnehmung einer moralischen Verwerflichkeit von Flugreisen
aus ökologischen Gründen empfunden wird.
Begriffsgeschichte
Der Begriff „Flugscham“ hielt als Lehnwort aus dem Schwedischen
(„flygskam“) Eingang in die deutsche Sprache. Das Wort „flygskam“ war
einer von 33 Einträgen einer gemeinsam vom Språkrådet (Rat für die
schwedische Sprache) und der Zeitschrift Språktidningen erstellten Liste
der Neologismen in der schwedischen Sprache des Jahres 2018.
https://de.wikipedia.org/wiki/Flugscham
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Drolligerweise kommt den linken Wikipedia-Redakteuren dieser Schwachsinn
langsam auch zu blöde vor (Gott sei Dank) und sie setzen einen
Wieso „drolligerweise“? Dass Artikel, deren Relevanz zweifelhaft ist, in
eine Löschdiskussion geraten, ist ein völlig normaler Vorgang, weder
außergewöhnlich noch „drollig“, zur Zeit etwa 120mal pro Woche. Für einen
Löschantrag muss man kein „Wikipedia-Redakteur“ oder „links“ oder „rechts“
sein. Im vorliegenden Fall stammt der Löschantrag von einem Benutzer, der
sich selbst als Pazifisten und als Anhänger der ÖDP bezeichnet (was
freilich weder verlangt ist noch nicht überprüft wird – wie denn auch?).
Hätte auch jeder andere sein können.
Wenn das Wort verwendet wird, ist es sinnvoll, dass es einen Artikel dazu
gibt; ob es sinnvoll ist, dass es das Wort gibt, ist dabei ebenso
irrelevant wie ob es sinnvoll ist, dass es die mit dem Wort bezeichnete
Sache gibt. Die drei Kriterien sollte man auseinanderhalten können.
Das sehe ich anders. Es gibt ein Relevanzproblem, und Wikipedia ist seiner
Intention nach kein Raritätenkabinett.
Post by Helmut Richter
Wieder eine andere Frage ist, ob der Inhalt des Artikels sich auf die
Erklärung der Wortbedeutung beschränkt, wozu auch gehört, dass und warum
Menschen die Sache und ein Wort dafür für sinnvoll halten. Die Diskussion,
ob sie das zu Recht für sinnvoll halten, hat darin weniger zu suchen. Das
gehört eher an eine Stelle, wo Für und Wider (bitte beides!) der Ansichten
in der Klimadebatte dargestellt werden – ein einzelnes Mosaiksteinchen aus
der Debatte ist dazu wenig aussagekäftig.
Noch eine andere Frage ist, ob der Wortteil "-scham" hier überhaupt passt.
Viele Leute fliegen nicht oder nur in Ausnahmefällen, um das Klima zu schonen,
aber sie machen keinen großen Bohei darum und sie unterlassen die Fliegerei
auch nicht, weil sie sich schämen würden, wenn sie es dennoch täten. Sie tun
es 'einfach so', aus ihrer eigenen verantwortungsethischen Haltung heraus.
Vielleicht würde -skrupel besser passen, aber 'Flugskrupel' hört sich dann
auch wieder voll dämlich an, fast wie 'Flugkrüppel' mit Sprachfehler
ausgesprochen.

Derlei Überlegungen führen zu der Frage, ob nicht sowieso das Wort und die
Diskussion Teil einer Propagandaaktion ist, die versucht, einem Wort seine
Gebrauchstauglichkeit zuzusprechen noch bevor überhaupt eine Nachfrage
dafür existiert. Ich vermute stark, dass die vielen Treffer bei Google
genau darauf zurückzuführen sind, dass über das Wort als solches eine
Diskussion angezettelt wurde. Von den Medien wurde das dankbar aufgegriffen,
erhebliche Teile der Medienberichterstattung beruhen ja auf der Wiedergabe
dessen, was andere Menschen glauben, für möglich oder für mehr oder weniger
wahrscheinlich oder wichtig halten, bis hin zu dem Punkt, dass ich mich
manchmal frage, wozu die Medienmacher überhaupt noch Rezipienten brauchen,
sie könnten sich jahrelang nur mit sich selbst beschäftigen. In diesem Fall
scheint es so zu sein, dass deutsche Medien über schwedische Medien berichten,
die sich auf was auch immer beziehen. Und allein die Tatsache, dass so ein
Wort in Schweden existiert, ist ja zumindest mal ein Denkanstoß. Das wird
dann hierzulande zu Storys ausgewalzt.

Im Grundsatz find ich das nicht schlecht. Aber das Problem der
Klimabeeinträchtigung durch Vielfliegerei von der Seite der Sprache her
anzugehen, halte ich für unglücklich. Was daran stimmt, ist: Das mit dem
Fliegen trotz Klimaschäden ist ein ethisches Problem. Davon wollen die
meisten nichts wissen und fühlen sich bevormundet. Genau da liegt der Hase
im Pfeffer: Wie schafft man es, die Menschen davon abzuhalten, diesen Planeten
in Schutt und Asche zu wirtschaften, wenn sie sich doch bevormundet fühlen,
wenn man ihnen die katastrophalen Folgen ihres Handelns klar vor Augen stellt?
Eine Diskussion über 'Flugscham' halte ich für ungeeignet, das würde von vielen
Leuten als ökosensible, lebensfremde Spinnerei abgetan und etwa mit den
Verboten ethno-unsensibler Kinderverkleidungen (Indianer, 'Neger') an Karneval,
mit Bemühungen, den Martinszug zu einem 'Lichterfest' umzuetikettieren oder mit
Diskussionen über dritte Toiletten und ein Nur-Mitgemeintsein bei generischer
Verwendung eines Maskulinums in eine Schublade gesteckt, m.a.W. es würde
abgewertet und verspottet, zumal es an 'Genierlichkeit' erinnert, was mit dem
Preziosentum multisensibler Zeitgenossen in offenkundiger Verbindung steht.
Aber man kann sich täuschen. Münteferings Bild der 'Heuschrecken' hatte eine
erhebliche Wirkung auf das Bewusstsein der Allgemeinheit, und vielleicht steht
gerade so einem schrägen Wort wie 'Flugscham' noch eine große Karriere bevor.

In Schweden ist man nicht zimperlich darin, einem vermeintlichen oder
tatsächlich bestehenden sprachlichen Bedarf durch beherztes Eingreifen in das
Sprachsystem abzuhelfen, siehe 'hen'. Inwieweit die Sprachbenutzer da
mitziehen, ist nicht leicht herauszufinden, jedenfalls bestehen Zweifel an
der sog. Akzeptanz in der breiten Bevölkerung. Ich erinnere mich auch an
die teils absurd klingenden Interviews der jungen schwedischen Studentin, die
aus ihren (jungen) Interviewpartnern mit der sokratischen Methode
herauskitzelte, dass ein kleines schwedisches Mädchen in bestimmten Fällen
als zwei Meter großer männlicher Japaner anzusehen ist, wenn dieses Mädchen
das so will. Die Schweden scheinen in diesen Dingen echt hart drauf zu sein.

Gruß Ralf Joerres
Martin Gerdes
2019-03-15 17:05:21 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by Helmut Richter
Post by Cord-Schlaghosen preisgesenkt
https://de.wikipedia.org/wiki/Flugscham
Drolligerweise kommt den linken Wikipedia-Redakteuren dieser Schwachsinn
langsam auch zu blöde vor (Gott sei Dank) und sie setzen einen
Wieso „drolligerweise“? Dass Artikel, deren Relevanz zweifelhaft ist, in
eine Löschdiskussion geraten, ist ein völlig normaler Vorgang
Wenn das Wort verwendet wird, ist es sinnvoll, dass es einen Artikel dazu
gibt; ob es sinnvoll ist, dass es das Wort gibt, ist dabei ebenso
irrelevant
Das sehe ich anders. Es gibt ein Relevanzproblem, und Wikipedia ist seiner
Intention nach kein Raritätenkabinett.
Soweit das Prinzip. Können wir die Schublade jetzt wieder zumachen und
uns auf die Realität beschränken, die besagt, daß all das in der
Wikipedia steht, für das es einen Zerberus gibt?
Matthias Opatz
2019-07-15 08:52:11 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Soweit das Prinzip. Können wir die Schublade jetzt wieder zumachen und
uns auf die Realität beschränken, die besagt, daß all das in der
Wikipedia steht, für das es einen Zerberus gibt?
Ich habe in keine Wikipedia gesehen, wozu auch.

Ich kenne das Wort seit kurzem, es war anfangs auffällig, aber sofort
verständlich. Ich habe nichts an dem Wort auszusetzen (über die damit
verbundene Einstellung habe ich mich damit nicht geäußert).

Ich halte die freie Kompositabildung für einen Vorteil des Deutschen.

Matthias

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