Discussion:
[Off-Topic] Literaturnobelpreis fuer den 'Faschisten' Peter Handke
(zu alt für eine Antwort)
Werner Tann
2019-10-12 08:14:22 UTC
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Es war klar, dass die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter
Handke ein kollektives Aufheulen der Gutmenschen aus aller Welt zur
Folge haben würde. Wie man weiß, braucht man als Gutmensch weder
Intelligenz noch literarisches Verständnis.

Vorgeworfen wird Handke bekanntlich seine Position im
Jugoslawien-Krieg. Abgesehen davon, dass der Literaturnobelpreis nicht
für politische Haltungen verliehen wird, sondern für das literarische
Werk, die beide nicht deckungsgleich sein müssen, können die Kritiker
erwartungsgemäß mit Handkes Perspektive auf Sprache und Welt nichts
anfangen. Diese übersteigt deutlich ihr Fassungsvermögen. Gutmenschen
haben nicht nur keinen Humor, auch ihr Kunstverständnis ist insoweit
deformiert, als für sie Kunst nur dann Kunst ist, wenn sie, wie im
Mittelalter, Ausdruck der (ihrer) absoluten Wahrheit ist.

| Diese Art der Wahrnehmung aus erster Hand, erstem Auge und erstem
| Ohr sind unabdingbar für die Literatur von Peter Handke. Er versucht stets,
| sich dem Vorgefertigten zu entziehen. Seine Verweigerungshaltung
| gegenüber gängigen Urteilen über die Welt kommt aus seinem Zweifel
| gegenüber dem, was alle sagen. Abgegriffene Worte sind Handke ein Graus.
| Wer wie Handke an der allgemein verwendeten Sprache zweifelt, muss
| notgedrungen an der Welt zweifeln, die abzubilden sie vorgibt.
| Was Handke als Geschichtsrelativismus oder Leugnung vorgewofen wird,
| kann als Konsequenz dieser seiner Scheu gegen dominierende Redeweisen
| gelten, das legen zahlreiche Auskünfte des Autors nahe. Im Sprechen über
| politische Zustände wollte er den Mainstream genauso wenig hinnehmen wie
| in der Literatur.
https://www.derstandard.at/story/2000109787343/peter-handkes-position-im-jugoslawienkrieg-dichter-in-opposition
Detlef Meißner
2019-10-12 08:28:51 UTC
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Post by Werner Tann
Es war klar, dass die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter
Handke ein kollektives Aufheulen der Gutmenschen aus aller Welt zur
Folge haben würde. Wie man weiß, braucht man als Gutmensch weder
Intelligenz noch literarisches Verständnis.
Tröstlich, dass zumindest einer sie besitzt!

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
U***@web.de
2019-10-12 11:00:14 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Werner Tann
Es war klar, dass die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter
Handke ein kollektives Aufheulen der Gutmenschen aus aller Welt zur
Folge haben würde. Wie man weiß, braucht man als Gutmensch weder
Intelligenz noch literarisches Verständnis.
Tröstlich, dass zumindest einer sie besitzt!
Der aber heißt nicht Tann.
Detlef Meißner
2019-10-12 12:02:19 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Detlef Meißner
Post by Werner Tann
Es war klar, dass die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter
Handke ein kollektives Aufheulen der Gutmenschen aus aller Welt zur
Folge haben würde. Wie man weiß, braucht man als Gutmensch weder
Intelligenz noch literarisches Verständnis.
Tröstlich, dass zumindest einer sie besitzt!
Der aber heißt nicht Tann.
Jetzt nimm ihm doch nicht jede Illusion!

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
René Marquardt
2019-10-12 13:07:34 UTC
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Post by Werner Tann
Vorgeworfen wird Handke bekanntlich seine Position im
Jugoslawien-Krieg.
Man rufe mir diese Haltung in Erinnerung? Es ist ne Weile her
und ich habe seitdem ein paar mal geschlafen.
Thomas Schade
2019-10-12 13:13:21 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Werner Tann
Vorgeworfen wird Handke bekanntlich seine Position im
Jugoslawien-Krieg.
Man rufe mir diese Haltung in Erinnerung? Es ist ne Weile her
und ich habe seitdem ein paar mal geschlafen.
'Als die Wahrscheinlichkeit wuchs, dass er ihn endlich erhalten würde,
kam der Jugoslawienkrieg dazwischen. Peter Handke brachte die gesamte
Medienöffentlichkeit gegen sich auf. Wann Handkes Kurs einbrach, lässt
sich ziemlich genau datieren: 1996 veröffentlichte er in der
Süddeutschen Zeitung den Essay Eine winterliche Reise zu den Flüssen
Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien. Das Echo
dieser poetischen Reportage war gewaltig. Handke galt fortan als
verlängerter Arm der großserbischen Propagandaabteilung, und das Tor war
weit geöffnet für vielerlei Missverständnisse, denen der zu Jähzorn
neigende Autor nicht gerade Einhalt gebot.'

<https://www.zeit.de/kultur/literatur/2019-10/peter-handke-literaturnobelpreis-wuerdigung>


Ciao
Toscha
--
Der neue Faschismus wird nicht sagen, er sei der neuer Faschismus.
Er wird sagen: "Ich bin ja kein Nazi, aber ..."
René Marquardt
2019-10-12 13:26:09 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by René Marquardt
Post by Werner Tann
Vorgeworfen wird Handke bekanntlich seine Position im
Jugoslawien-Krieg.
Man rufe mir diese Haltung in Erinnerung? Es ist ne Weile her
und ich habe seitdem ein paar mal geschlafen.
'Als die Wahrscheinlichkeit wuchs, dass er ihn endlich erhalten würde,
kam der Jugoslawienkrieg dazwischen. Peter Handke brachte die gesamte
Medienöffentlichkeit gegen sich auf. Wann Handkes Kurs einbrach, lässt
sich ziemlich genau datieren: 1996 veröffentlichte er in der
Süddeutschen Zeitung den Essay Eine winterliche Reise zu den Flüssen
Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien. Das Echo
dieser poetischen Reportage war gewaltig. Handke galt fortan als
verlängerter Arm der großserbischen Propagandaabteilung, und das Tor war
weit geöffnet für vielerlei Missverständnisse, denen der zu Jähzorn
neigende Autor nicht gerade Einhalt gebot.'
<https://www.zeit.de/kultur/literatur/2019-10/peter-handke-literaturnobelpreis-wuerdigung>
Danke.
Mit differenzierter Rezeption hats der Deutsche bekanntlich nicht so sehr.
Besonders wenn es darum geht, die eigene Herrenmenschen-"Haltung" zu
rechtfertigen.
Carlo XYZ
2019-10-12 15:03:47 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Thomas Schade
<https://www.zeit.de/kultur/literatur/2019-10/peter-handke-literaturnobelpreis-wuerdigung>
Danke.
Mit differenzierter Rezeption hats der Deutsche bekanntlich nicht so sehr.
Besonders wenn es darum geht, die eigene Herrenmenschen-"Haltung" zu
rechtfertigen.
Dass ich dir einmal zustimmen würde..

Das kollektive Aufheulen respektive taub machende Schweigen der
großdeutschen Literatur- und Kritikerszene ist wahrlich beschämend.
U***@web.de
2019-10-12 15:07:56 UTC
Permalink
Post by Carlo XYZ
Das kollektive Aufheulen respektive taub machende Schweigen der
großdeutschen Literatur- und Kritikerszene ist wahrlich beschämend.
Alles außer Sammelapplaus sei ungehörig? Hat der
Laureat den Applaus nach längst abgeschafft geglaubter
Manier vorzugeben und einzuleiten?
Carlo XYZ
2019-10-12 15:20:47 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Carlo XYZ
Das kollektive Aufheulen respektive taub machende Schweigen der
großdeutschen Literatur- und Kritikerszene ist wahrlich beschämend.
Alles außer Sammelapplaus sei ungehörig?
"Fast alle sind dafür" ist nicht die logische Negation
von "Fast alle sind dagegen".

Mal sehen, was auf der Buchmesse passiert, ausgerechnet Norwegen
ist Gast. Ich hätte nicht übel Lust, mal wieder hinzufahren.
U***@web.de
2019-10-12 15:24:49 UTC
Permalink
Post by Carlo XYZ
Post by U***@web.de
Post by Carlo XYZ
Das kollektive Aufheulen respektive taub machende Schweigen der
großdeutschen Literatur- und Kritikerszene ist wahrlich beschämend.
Alles außer Sammelapplaus sei ungehörig?
"Fast alle sind dafür" ist nicht die logische Negation
von "Fast alle sind dagegen".
Aber Schweigen im Walde scheinst Du auch für
schwer erträglich zu halten.
Carlo XYZ
2019-10-12 16:48:21 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Aber Schweigen im Walde scheinst Du auch für
schwer erträglich zu halten.
Nicht so sehr wie das, was ich als De-facto-Gleichschaltung
(unter wenig Protest der Gleichgeschalteten) empfinde.

In das "Main Stream Media"-Gezeter will ich nicht einfallen,
finde aber leider trotzdem, dass etwas daran ist.
René Marquardt
2019-10-12 16:54:07 UTC
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Post by Carlo XYZ
Post by U***@web.de
Aber Schweigen im Walde scheinst Du auch für
schwer erträglich zu halten.
Nicht so sehr wie das, was ich als De-facto-Gleichschaltung
(unter wenig Protest der Gleichgeschalteten) empfinde.
In das "Main Stream Media"-Gezeter will ich nicht einfallen,
finde aber leider trotzdem, dass etwas daran ist.
"Andere Stimmen hingegen meinten, viele Kritiker hätten Handkes Argumente
'gleich abgekanzelt, um sie dann zu missdeuten und zu diffamieren.'"
Detlef Meißner
2019-10-12 16:27:41 UTC
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Post by Carlo XYZ
Post by U***@web.de
Post by Carlo XYZ
Das kollektive Aufheulen respektive taub machende Schweigen der
großdeutschen Literatur- und Kritikerszene ist wahrlich beschämend.
Alles außer Sammelapplaus sei ungehörig?
"Fast alle sind dafür" ist nicht die logische Negation
von "Fast alle sind dagegen".
Mal sehen, was auf der Buchmesse passiert, ausgerechnet Norwegen
ist Gast. Ich hätte nicht übel Lust, mal wieder hinzufahren.
Was hat Norwegen damit zu tun?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Carlo XYZ
2019-10-12 16:45:16 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Post by Carlo XYZ
Mal sehen, was auf der Buchmesse passiert, ausgerechnet Norwegen
ist Gast. Ich hätte nicht übel Lust, mal wieder hinzufahren.
Was hat Norwegen damit zu tun?
Na, da kommt der Nobelpreis her. Und normalerweise
wird das Gastland hinten und vorne hofiert.

Die (Nobel-) Preisträger auch. Normalerweise.
René Marquardt
2019-10-12 16:53:28 UTC
Permalink
Post by Carlo XYZ
Post by Detlef Meißner
Post by Carlo XYZ
Mal sehen, was auf der Buchmesse passiert, ausgerechnet Norwegen
ist Gast. Ich hätte nicht übel Lust, mal wieder hinzufahren.
Was hat Norwegen damit zu tun?
Na, da kommt der Nobelpreis her. Und normalerweise
wird das Gastland hinten und vorne hofiert.
Schweden.
Detlef Meißner
2019-10-12 17:19:33 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Carlo XYZ
Post by Detlef Meißner
Was hat Norwegen damit zu tun?
Na, da kommt der Nobelpreis her. Und normalerweise
wird das Gastland hinten und vorne hofiert.
Schweden.
Die Norweger sind für die Friedensverleihung zuständig.
Muss man den auch wieder zurückgeben?

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Stefan Schmitz
2019-10-12 18:02:30 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Carlo XYZ
Na, da kommt der Nobelpreis her. Und normalerweise
wird das Gastland hinten und vorne hofiert.
Schweden.
Stimmt. My bad.
Stimmt beides: Norwegen und Schweden. Friedensnobelpreis in Norwegen,
die anderen Preise in Schweden.
Somit hat Norwegen mit Handke nichts zu tun.
Jakob Achterndiek
2019-10-12 18:18:25 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Stimmt beides: Norwegen und Schweden. Friedensnobelpreis in Norwegen,
die anderen Preise in Schweden.
Somit hat Norwegen mit Handke nichts zu tun.
Diese Reminiszenz
<https://www.sueddeutsche.de/kultur/handke-in-norwegen-finsteres-land-1.2146383>
könnte euch eines besseren belehren -
und den Verdacht aufkommen lassen, daß auch in dieser Debatte hier gilt:
| Karl Ove Knausgård, gegenwärtig auch international der erfolgreichste
| Autor des Landes, [wirft] den Kritikern Handkes Ahnungslosigkeit,
| Ignoranz und Intoleranz vor. Der Kritik an Handke hätten allenfalls
| minimale Textkenntnisse zugrundegelegen, an Deutschkenntnissen habe es
| ganz gefehlt.
--
j/\a
U***@web.de
2019-10-13 08:24:55 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by Stefan Schmitz
Stimmt beides: Norwegen und Schweden. Friedensnobelpreis in Norwegen,
die anderen Preise in Schweden.
Somit hat Norwegen mit Handke nichts zu tun.
Diese Reminiszenz
<https://www.sueddeutsche.de/kultur/handke-in-norwegen-finsteres-land-1.2146383>
könnte euch eines besseren belehren -
| Karl Ove Knausgård, gegenwärtig auch international der erfolgreichste
| Autor des Landes, [wirft] den Kritikern Handkes Ahnungslosigkeit,
| Ignoranz und Intoleranz vor. Der Kritik an Handke hätten allenfalls
| minimale Textkenntnisse zugrundegelegen, an Deutschkenntnissen habe es
| ganz gefehlt.
Da ging es um einen anderen und in der Tat norwegischen Preis.

Viele, die Handke hier und jetzt kritisieren, haben immerhin
brauchbare Deutschkenntnisse.
Jakob Achterndiek
2019-10-13 10:07:01 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
[.. Peter Handke ..]
Da ging es um einen anderen und in der Tat norwegischen Preis.
Wenn du dir die Mühe gemacht hättest, wenigstens die ersten paar
Zeilen des angeführten Artikels zu lesen, dann wüßtest du jetzt:
Es ging um
| den Ibsen-Preis, die höchstdotierte Auszeichnung im internationalen
| Theater.
Post by U***@web.de
Viele, die Handke hier und jetzt kritisieren, haben immerhin
brauchbare Deutschkenntnisse
"Brauchbare Deutschkenntnisse" hatte auch jene deutschstämmige Dame,
die in der internationalen Librería Central in Bogotá/Kolumbien, die
von emigrierten Wiener Juden betrieben wurde und allerhöchstes Ansehen
genoß - "brauchbare Deutschkenntnisse" also hatte auch jene Dame,
die dort 1972 für _sehr_ kurze Zeit die deutschsprachige Abteilung
verwaltete. Diese Dame stellte Handkes gerade bei Suhrkamp erschienene
Erzählung "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter", schön übersichtlich
ausgeschildert, in die Abteilung SPORT.
--
j/\a
U***@web.de
2019-10-13 12:10:31 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by U***@web.de
[.. Peter Handke ..]
Da ging es um einen anderen und in der Tat norwegischen Preis.
Wenn du dir die Mühe gemacht hättest,
Was meinst Du, wie ich drauf kam?
Post by Jakob Achterndiek
wenigstens die ersten paar
Es ging um
| den Ibsen-Preis,
Nachdem Du Dir schon nicht die Mühe gemacht hattest, das Wichtigste
hier wiederzugeben...
Post by Jakob Achterndiek
| die höchstdotierte Auszeichnung im internationalen
| Theater.
Jakob Achterndiek
2019-10-13 12:33:39 UTC
Permalink
[.. Peter Handke ..]
Wenn du dir die Mühe gemacht hättest, [..]
Was meinst Du, wie ich drauf kam? [..]
Nachdem Du Dir schon nicht die Mühe gemacht hattest, das Wichtigste
hier wiederzugeben...
Dazu fällt mir nur wieder eine richtig übel zu nehmende Bosheit ein.

Nämlich:
Was ist der Unterschied zwischen einem Gedanken und einer Meinung?

Antwort:
Derselbe wie zwischen Kot und Kindspech, nur auf höherem Niveau.

Weil:
[Nee, ich sag's nicht. Aber Ich bin neugierig, wer das rauskriegt.]
--
j/\a
Roland Farnzius
2019-10-13 13:18:56 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Post by U***@web.de
[.. Peter Handke ..]
Da ging es um einen anderen und in der Tat norwegischen Preis.
Wenn du dir die Mühe gemacht hättest, wenigstens die ersten paar
Es ging um
| den Ibsen-Preis, die höchstdotierte Auszeichnung im internationalen
| Theater.
Post by U***@web.de
Viele, die Handke hier und jetzt kritisieren, haben immerhin
brauchbare Deutschkenntnisse
"Brauchbare Deutschkenntnisse" hatte auch jene deutschstämmige Dame,
die in der internationalen Librería Central in Bogotá/Kolumbien, die
von emigrierten Wiener Juden betrieben wurde und allerhöchstes Ansehen
genoß - "brauchbare Deutschkenntnisse" also hatte auch jene Dame,
die dort 1972 für _sehr_ kurze Zeit die deutschsprachige Abteilung
verwaltete. Diese Dame stellte Handkes gerade bei Suhrkamp erschienene
Erzählung "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter", schön übersichtlich
ausgeschildert, in die Abteilung SPORT.
Denn hatten die wohl noch keine Fußballabteilung damals?

Was solls.

Gestern im Supermarkt am Blisterregal für Klebstoffe fand sich zwischen
all den anderen Sekundenklebern vom Pattex eine farblich und formmäßig
abstechende Gruppe "Lippenbalsam".

Wird offenbar stark nachgefragt.

Den Blondinenwitz, die in der Bibliothek am Tresen einen laut einen
Latte Machiato ordert, kennst du wahrscheinlich auch schon?
--
Roland Franzius
Detlef Meißner
2019-10-13 13:28:29 UTC
Permalink
Den Blondinenwitz, die in der Bibliothek am Tresen einen laut einen Latte
^^^^^^
Machiato ordert, kennst du wahrscheinlich auch schon?
^^^^

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Uwe Schickedanz
2019-10-13 18:25:20 UTC
Permalink
Die Norweger sind für die Friedensverleihung zuständig.
Ich finde, sie sollten ihn mal zurückfordern, er fehlt mir schon viel
zu lang.

Weiß jemand, wo der Frieden aktuell ist?

Gruß Uwe
--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
U***@web.de
2019-10-13 18:27:53 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Die Norweger sind für die Friedensverleihung zuständig.
Ich finde, sie sollten ihn mal zurückfordern, er fehlt mir schon viel
zu lang.
Wenn Du schon so genau bist: Den Norwegern fehlte er,
als Breivik zur Tat schritt.
Klaus Dahlwitz
2019-10-13 19:48:50 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Die Norweger sind für die Friedensverleihung zuständig.
Ich finde, sie sollten ihn mal zurückfordern, er fehlt mir schon viel
zu lang.
Weiß jemand, wo der Frieden aktuell ist?
Da wir hier [tm] eine Straße namens Friedensallee haben, glaube ich,
dass er schon vor mehreren Jahren verschieden ist.

RIP,
Klaus
--
500: Vielen Dank, dass Sie bei uns einsteigen!
Leider ist unser Server gerade ausgestiegen.
(Fehlermeldung von hochbahn.de)
U***@web.de
2019-10-16 12:14:00 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Thomas Schade
Post by René Marquardt
Post by Werner Tann
Vorgeworfen wird Handke bekanntlich seine Position im
Jugoslawien-Krieg.
Man rufe mir diese Haltung in Erinnerung? Es ist ne Weile her
und ich habe seitdem ein paar mal geschlafen.
'Als die Wahrscheinlichkeit wuchs, dass er ihn endlich erhalten würde,
kam der Jugoslawienkrieg dazwischen. Peter Handke brachte die gesamte
Medienöffentlichkeit gegen sich auf. Wann Handkes Kurs einbrach, lässt
sich ziemlich genau datieren: 1996 veröffentlichte er in der
Süddeutschen Zeitung den Essay Eine winterliche Reise zu den Flüssen
Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien. Das Echo
dieser poetischen Reportage war gewaltig. Handke galt fortan als
verlängerter Arm der großserbischen Propagandaabteilung, und das Tor war
weit geöffnet für vielerlei Missverständnisse, denen der zu Jähzorn
neigende Autor nicht gerade Einhalt gebot.'
<https://www.zeit.de/kultur/literatur/2019-10/peter-handke-literaturnobelpreis-wuerdigung>
Danke.
Mit differenzierter Rezeption hats der Deutsche
Das ist nahe am Herrenmenschen-Sprech.
Post by René Marquardt
bekanntlich nicht so sehr.
Besonders wenn es darum geht, die eigene Herrenmenschen-"Haltung" zu
rechtfertigen.
Handke kommt ja von Homer und verbittet sich anderslautende
Nachfrage: https://www.spiegel.de/kultur/literatur/peter-handke-gegen-journalisten-stellt-mir-nicht-solche-fragen-a-1291836.html
Jakob Achterndiek
2019-10-16 18:31:36 UTC
Permalink
Handke kommt ja von Homer [..]https://www.spiegel.de/kultur/literatur/peter-handke-gegen-journalisten-stellt-mir-nicht-solche-fragen-a-1291836.html
Möcht' ja sein, daß da nicht nur zwei unterschiedliche
Herkommen, sondern daraus folgend zwei grundverschiedene
Weltsichten aneinandergeraten sind.

Die des Literaten, hat er gesagt, komme
.. von Tolstoi, von Homer, von Cervantes ..

Und woher kam die der Journalisten?
Etwa von Hans Fritzsche, Peter Boenisch, Steffen Seibert ?
[ bzw. deren austriakischen Entsprechungen ? ]
Ja, dann ...
--
j/\a
Ewald Pfau
2019-10-16 20:51:03 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Und woher kam die der Journalisten?
Etwa von Hans Fritzsche, Peter Boenisch, Steffen Seibert ?
[ bzw. deren austriakischen Entsprechungen ? ]
Ja, dann ...
Paul Craig Roberts (der bloggende Ü80, vormalig im U-S-Regierungsamt) nimmt
es auf sich, ein deutschsprachiges Gespräch mit Udo Ulfkotte
englischsprachig auszubreiten (hab nun selbst deutschsprachig nicht
nachgehört), dort kommt die Kritik an der deutschsprachigen Journaille schön
fett zum Angreifen daher. Eher von einem Morast ist da zu berichten, als
als von Leuchttürmen. Letztere sind nur vielleicht Reste eines Narrativs,
mit dem sich die Branche bestenfalls selbst schönschreibt.

auf Information Clearing House:
http://www.informationclearinghouse.info/52398.htm

("Journalists Are Prostitutes" - dort ist das deutschsprachige Video
verlinkt)

Zu den ganz alltäglichen Grüße aus dem Jammertal finden sich regelmäßige
Recherchen, zum Spiegel gleich zweie (spiegelkabinett, anti-spiegel) zur ARD
die Publikumskonferenz, weitere Fundstellen en passant gibt es zuhauf, so
liest die vormalige Diplomatin aus Chile Luz María De Stéfano Zuloaga de
Lenkait immer wieder aufmerkam in der Süddeutschen, zu finden auf der Neuen
Rheinischen Zeitung. Es ist 1 Trauerspiel sondergleichen, was da
daherschwappt. bekanntlicherweise machten die Satiriker von der Anstalt im
ZDF einst in einer legendär gewordenen Schautafel den herrschenden Sumpf,
der sich Qualitätsberichterstattung schimpft, auf einer schmissigen
Schautafel für ein Riesenpublikum transparent, eine Klage vonseiten der Zeit
konnte abgewimmelt werden, der Sumpf konnte als Tatsache erwiesen werden.

Der Blaue Bote hatte mit dem Stern weniger Glück, gerade gab es wieder
Anlass, die ihm widerfahrene unsägliche Justizgeschichte realer deutscher
Rechtsprechung zum Schutz der Journaille, auch wenn sie als solche agiert
(wie es genug Material dazu gibt, dies einschlägig transparent zu machen),
auszubreiten:

http://blauerbote.com/2019/10/13/
twittermaedchen-bana-alabed-twitter-redaktionsleiter-naher-osten-
ist-nebenbei-psyops-offizier-der-britischen-armee/

Aus der Verhandlung:

<<
Ob die Story tatsächlich wahr sei oder nicht, spiele keine Rolle. Kritik zu
äußern, es handele sich hier um Falschnachrichten oder Fake News sei daher
genauso wenig zulässig wie die Aussage, es handele sich um die Verbreitung
von Propaganda beziehungsweise einer Lügengeschichte.
Musstu Schreiberling fragen, hattu Falschnachricht geschrieben, und sagter
nein, dann hattu es als Wahrheit zu akzeptieren. So schaut das aus.

Jaja, und dann mit Romantizismen kleistern wollen, es gäbe eine
ernstzunehmende Journaille bei den Vasallen der herrschaftstreuen
Transatlantiker?

Handke hat besseres verdient, als das man ihn gegen so ein lausiges Niveau
gegenverrechnen will. Z.B. den Anlass aufzugreifen, für den Hinweis, dass er
für seine damalige Parteinahme historisch auf der korrekten Seite sitzt,
allzumal Milosevic ein erstklassiger Freispruch 10 Jahre nach seinem
unfreiwilligen Tod zuteil wurde (feige irgendwie unauffällig auf dreißig
Seiten eingestreut, in einem 1000-seitigen Dokument, die Siegerjustiz bekam
wohl doch weiche Knie).

Die Journaille kläfft wie eh und je, und dann auch noch ausgerechnet
Oberatlantiker aus dem Militärdunst vornweg zum Thema Literatur,
als Schützenhilfe. ischinger, der die NATO zusammentrommelt, will sich mit
Handke auskennen? Ist dies das Niveau? Nein, er hatte einst im Kosovo einen
karriererelevanten Job, nachdem die NATO dort ihre Grenzziehungen
herbeigebombt hatte. Und Nachbarn aus Serbien höre ich klagen, dass ihre
Zeitgenossen zuhause mit den Nachwehen des Ausbringens von abgereichertem
Uran zu leiden haben, mit viel zu häufig tödlichem Ausgang.

Was soll sich Handke mit so einem windelweichen, opportunen Personal
herumärgern? Das ist eh lernresistent, strukturiert in Systemimmanenz, wie
bei Ulfkotte nachzulesen.
U***@web.de
2019-10-17 06:46:40 UTC
Permalink
Post by Jakob Achterndiek
Handke kommt ja von Homer [..]https://www.spiegel.de/kultur/literatur/peter-handke-gegen-journalisten-stellt-mir-nicht-solche-fragen-a-1291836.html
Möcht' ja sein, daß da nicht nur zwei unterschiedliche
Herkommen, sondern daraus folgend zwei grundverschiedene
Weltsichten aneinandergeraten sind.
Die des Literaten, hat er gesagt, komme
.. von Tolstoi, von Homer, von Cervantes ..
Und woher kam die der Journalisten?
Etwa von Hans Fritzsche, Peter Boenisch, Steffen Seibert ?
[ bzw. deren austriakischen Entsprechungen ? ]
Ja, dann ...
Ist ja nicht so, daß sich Handke nicht auch des Journalismus
bedient hätte: https://literaturkritik.de/id/5552
Carlo XYZ
2019-10-17 11:24:19 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Ist ja nicht so, daß sich Handke nicht auch des Journalismus
bedient hätte: https://literaturkritik.de/id/5552
"Handke bedient sich des Journalismus": das grenzt schon an Hetzniveau.

Oder wirfst du ihm etwa vor, zugestimmt zu haben, wenn jemand etwas
über ihn schreiben oder filmen wollte? Peter Hamm und Alexander Tiska
sind gestandene Männer und Autoren, keine Journalisten.
U***@web.de
2019-10-17 13:58:26 UTC
Permalink
Post by Carlo XYZ
Post by U***@web.de
Ist ja nicht so, daß sich Handke nicht auch des Journalismus
bedient hätte: https://literaturkritik.de/id/5552
"Handke bedient sich des Journalismus": das grenzt schon an Hetzniveau.
Vorsicht!
Post by Carlo XYZ
Oder wirfst du ihm etwa vor, zugestimmt zu haben, wenn jemand etwas
über ihn schreiben oder filmen wollte? Peter Hamm und Alexander Tiska
sind gestandene Männer und Autoren, keine Journalisten.
Ist Dir nicht aufgefallen, daß Handke Politisches auch
in der Zeitung veröffentlichte?

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