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Pantoffelheld
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Stefan Schmitz
2017-07-16 20:52:26 UTC
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In der Internationalen Presseschau wurde gestern ein Kommentar der türkischen Star
zitiert:

"In dieser Nacht haben sich mutige Bürger den Putschisten in den Weg gestellt. Sie waren alle Helden. Oppositionsführer Kilicdaroglu war unter denjenigen, die angesichts der Panzer nach Hause geflüchtet sind und abgewartet haben. Es gab viele von seiner Sorte. Heute tun sie so mutig, als ob sie die Helden gegen den Putsch waren. Sie sollten nicht vergessen, dass Pantoffelhelden nicht in die Geschichte eingehen werden."

Hat Pantoffelheld auch die Bedeutung "jemand, der sich bei Gefahr ins gemütliche
Heim zurückzieht"?
Oder ist das eine Fehlübersetzung? Wäre schön, wenn jemand mit Türkisch-
Kenntnissen den Original-Artikel überprüfen könnte.
Dorothee Hermann
2017-07-16 23:28:00 UTC
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Post by Stefan Schmitz
In der Internationalen Presseschau wurde gestern ein Kommentar der
türkischen Star zitiert:> "In dieser Nacht haben sich mutige Bürger den Putschisten in den Weg
gestellt. Sie waren alle Helden. Oppositionsführer Kilicdaroglu war
unter denjenigen, die angesichts der Panzer nach Hause geflüchtet
sind und abgewartet haben. Es gab viele von seiner Sorte. Heute tun
sie so mutig, als ob sie die Helden gegen den Putsch waren. Sie
sollten nicht vergessen, dass Pantoffelhelden nicht in die Geschichte
eingehen werden."
http://www.deutschlandfunk.de/internationale-presseschau.2860.de.html
(Mitte der Seite)
Post by Stefan Schmitz
Hat Pantoffelheld auch die Bedeutung "jemand, der sich bei Gefahr ins
gemütliche Heim zurückzieht"?
Für mich ist ein Pantoffelheld eher ein Schwächling, ein Maulheld - der
vom sicheren Sofa aus darüber schwadroniert, was alles gemacht und getan
werden müsste und was er alles machen würde /wenn/ ...!
Post by Stefan Schmitz
Oder ist das eine Fehlübersetzung? Wäre schön, wenn jemand mit
Türkisch- Kenntnissen den Original-Artikel überprüfen könnte.
Mach es Übersetzern leicht mit der Nennung des Links zur Zeitung:
http://www.star.com.tr/


Dorothee
--
kılıbık koca
Helmut Richter
2017-07-17 10:07:53 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Für mich ist ein Pantoffelheld eher ein Schwächling, ein Maulheld - der
vom sicheren Sofa aus darüber schwadroniert, was alles gemacht und getan
werden müsste und was er alles machen würde /wenn/ ...!
Der ist, wenn ich den Kontext richtig verstehe, hier gemeint. Irgendwo
habe ich auch mal so etwas ähnliches wie "Lehnstuhlgeneral" gelesen,
aber auch das ist eine zwar sofort verständliche, aber eben hier nicht
idiomatische Metapher.

Ich hätte aber unter einem Pantoffelhelden spontan das verstanden, was
auch im Duden steht: Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber nicht
durchsetzen kann.

Gibt es eine Metapher für jemanden, der wie in der ersten Bedeutung sein
angebliches Wissen über die korrekte Vorgehensweise (muss nichts
Militärisches oder Polizeiliches sein) zum Besten gibt und damit die
Vorgehensweise von jemand anders kritisiert, ohne sich je in der Praxis
mit den empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
--
Helmut Richter
Dorothee Hermann
2017-07-17 14:20:21 UTC
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Post by Helmut Richter
Ich hätte aber unter einem Pantoffelhelden spontan das verstanden,
was auch im Duden steht: Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber
nicht durchsetzen kann.
Ja, so kenne ich es u.a. auch. Die Bedeutung hat sich vielleicht
verändert, die Reichweite vergrößert?!
Post by Helmut Richter
Gibt es eine Metapher für jemanden, der wie in der ersten Bedeutung
sein angebliches Wissen über die korrekte Vorgehensweise (muss nichts
Militärisches oder Polizeiliches sein) zum Besten gibt und damit die
Vorgehensweise von jemand anders kritisiert, ohne sich je in der
Praxis mit den empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
Angeber, Schaumschläger, Besserwisser, Großtuer, Großkotz, Maulheld,
Prahlhans - was mir so einfällt.


Dorothee
Hartmut Kraus
2017-07-17 14:23:50 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Helmut Richter
Ich hätte aber unter einem Pantoffelhelden spontan das verstanden,
was auch im Duden steht: Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber
nicht durchsetzen kann.
Ja, so kenne ich es u.a. auch. Die Bedeutung hat sich vielleicht
verändert, die Reichweite vergrößert?!
Post by Helmut Richter
Gibt es eine Metapher für jemanden, der wie in der ersten Bedeutung
sein angebliches Wissen über die korrekte Vorgehensweise (muss nichts
Militärisches oder Polizeiliches sein) zum Besten gibt und damit die
Vorgehensweise von jemand anders kritisiert, ohne sich je in der
Praxis mit den empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
Angeber, Schaumschläger, Besserwisser, Großtuer, Großkotz, Maulheld,
Prahlhans - was mir so einfällt.
Mach's mal nicht so kompliziert: Politiker (Ausnahmen bestätigen die Regel.)
--
http://www.hkraus.eu/
Dorothee Hermann
2017-07-17 15:27:08 UTC
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Post by Hartmut Kraus
Post by Dorothee Hermann
Post by Helmut Richter
Gibt es eine Metapher für jemanden, der wie in der ersten
Bedeutung sein angebliches Wissen über die korrekte
Vorgehensweise (muss nichts Militärisches oder Polizeiliches
sein) zum Besten gibt und damit die Vorgehensweise von jemand
anders kritisiert, ohne sich je in der Praxis mit den
empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
Angeber, Schaumschläger, Besserwisser, Großtuer, Großkotz,
Maulheld, Prahlhans - was mir so einfällt.
Die Beschreibung und meine Antwort bezog sich nicht auf Dich.
Obwohl?
Post by Hartmut Kraus
Politiker (Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Wieder falsch.

Dorothee
Hartmut Kraus
2017-07-17 20:05:12 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Hartmut Kraus
Post by Dorothee Hermann
Post by Helmut Richter
Gibt es eine Metapher für jemanden, der wie in der ersten
Bedeutung sein angebliches Wissen über die korrekte
Vorgehensweise (muss nichts Militärisches oder Polizeiliches
sein) zum Besten gibt und damit die Vorgehensweise von jemand
anders kritisiert, ohne sich je in der Praxis mit den
empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
Angeber, Schaumschläger, Besserwisser, Großtuer, Großkotz,
Maulheld, Prahlhans - was mir so einfällt.
Die Beschreibung und meine Antwort bezog sich nicht auf Dich.
Konnte es auch gar nicht.
Post by Dorothee Hermann
Obwohl?
Obwohl du des öfteren derart voll daneben liegst, richtig.
Post by Dorothee Hermann
Post by Hartmut Kraus
Politiker (Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Wieder falsch.
... [jemand], der [...] sein angebliches Wissen über die korrekte
Vorgehensweise [...] zum Besten gibt und damit die Vorgehensweise von
jemand anders kritisiert, ohne sich je in der Praxis mit den
empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
--
http://www.hkraus.eu/
Gunhild Simon
2017-07-17 15:01:14 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Helmut Richter
Ich hätte aber unter einem Pantoffelhelden spontan das verstanden,
was auch im Duden steht: Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber
nicht durchsetzen kann.
Ja, so kenne ich es u.a. auch. Die Bedeutung hat sich vielleicht
verändert, die Reichweite vergrößert?!
Post by Helmut Richter
Gibt es eine Metapher für jemanden, der wie in der ersten Bedeutung
sein angebliches Wissen über die korrekte Vorgehensweise (muss nichts
Militärisches oder Polizeiliches sein) zum Besten gibt und damit die
Vorgehensweise von jemand anders kritisiert, ohne sich je in der
Praxis mit den empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
Angeber, Schaumschläger, Besserwisser, Großtuer, Großkotz, Maulheld,
Prahlhans - was mir so einfällt.
Ich finde nicht alle Synonyme treffend.

Am ehesten trifft es Schwächling verbunden mit Maulheld.

Denn stellt man sich einen Helden in Pantoffeln
vor, bemerkt man wohl zuerst die fehlenden Stiefel.
Das macht ihn sogar lächerlicher als trüge er nur
Socken.

Schuhe, das hat uns die Beauvoir schon bewußt
gemacht, machen die Wirkung, die Klasse
der Erscheinung aus.

Und ein Offizier als Inbegriff eines Helden
ist ohne Stiefel - Reitstiefel! - nichts.

Auch der Baron Instetten trug sie im
Minsterialdienst als unverzichtbares Merkmal
seines Ranges, wie sein lebensweiser,aber
resignierter Schluß zeigt:
Am Ende ist zählt, daß man gut
geschlafen hat und die Stiefel nicht drücken.

Er wollte ein wahrer Held bleiben.
Aber zu welchem Preis?

Gruß
Gunhild
Christina Kunze
2017-07-17 19:18:06 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Helmut Richter
Gibt es eine Metapher für jemanden, der wie in der ersten Bedeutung
sein angebliches Wissen über die korrekte Vorgehensweise (muss nichts
Militärisches oder Polizeiliches sein) zum Besten gibt und damit die
Vorgehensweise von jemand anders kritisiert, ohne sich je in der
Praxis mit den empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
Angeber, Schaumschläger, Besserwisser, Großtuer, Großkotz, Maulheld,
Prahlhans - was mir so einfällt.
Hochstapler?

Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
Bei der Verwendung wie im OP vermute ich auch sofort ein
Übersetzungsproblem.

chr
Hartmut Kraus
2017-07-17 20:14:41 UTC
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Post by Christina Kunze
Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
So etwa sehe ich das auch. Deshalb blitzen ja Weiber, die "die Hosen
anhaben" wollen, bei mir grundsätzlich ab.

Wie die bewusste Physiotherapeutin, zu der ich mal im Training gesagt
habe: "Hier wird gemacht, was die Therapeutin sagt, klar." Privat ihr
auf 7 Seiten klargemacht, dass es nur "auf Augenhöhe" möglich wäre,
nicht auf Befehlsbasis. Mich vor allen Leuten anbrüllen "Disziplin, Herr
Kraus!" - da musste ihr wohl einer was in den Kaffee getan haben:
--
http://www.hkraus.eu/
Hartmut Kraus
2017-07-17 20:20:09 UTC
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Post by Hartmut Kraus
Post by Christina Kunze
Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
So etwa sehe ich das auch. Deshalb blitzen ja Weiber, die "die Hosen
anhaben" wollen, bei mir grundsätzlich ab.
Wie die bewusste Physiotherapeutin, zu der ich mal im Training gesagt
habe: "Hier wird gemacht, was die Therapeutin sagt, klar." Privat ihr
auf 7 Seiten klargemacht, dass es nur "auf Augenhöhe" möglich wäre,
nicht auf Befehlsbasis. Mich vor allen Leuten anbrüllen "Disziplin, Herr
Kraus!" -
und dann bei einem Termin seelenruhig am Telefon sitzen, wenn man sie
mal braucht ;)
--
http://www.hkraus.eu/
Stefan Schmitz
2017-07-17 21:21:15 UTC
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Post by Christina Kunze
Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
Bei der Verwendung wie im OP vermute ich auch sofort ein
Übersetzungsproblem.
Allerdings leuchtet mir bei dieser der Sinn der Metapher viel eher ein als beim
Ehemann. Der ist ja in keinerlei Hinsicht heldenhaft. (Oder vielleicht dadurch,
dass er es immer noch mit der Frau aushält?)
Hartmut Kraus
2017-07-17 21:48:21 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Christina Kunze
Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
Bei der Verwendung wie im OP vermute ich auch sofort ein
Übersetzungsproblem.
Allerdings leuchtet mir bei dieser der Sinn der Metapher viel eher ein als beim
Ehemann. Der ist ja in keinerlei Hinsicht heldenhaft. (Oder vielleicht dadurch,
dass er es immer noch mit der Frau aushält?)
Naja, deine einschlägigen Erfahrungen scheinen aber auch nicht die
besten zu sein. ;)
--
http://www.hkraus.eu/
Quinn C
2017-07-19 22:01:50 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Christina Kunze
Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
Bei der Verwendung wie im OP vermute ich auch sofort ein
Übersetzungsproblem.
Allerdings leuchtet mir bei dieser der Sinn der Metapher viel eher ein als beim
Ehemann. Der ist ja in keinerlei Hinsicht heldenhaft. (Oder vielleicht dadurch,
dass er es immer noch mit der Frau aushält?)
Ich interpretiere das ironisch. Ein Pantoffel-"Held". Ein Maulheld
ist auch kein echter Held.
--
ê liezen sich die man schouwen
âne gugel vor den frouwen,
nu siht mans in den gugeln gân
vor den frouwen als ein man, -- TEICHNER
Hartmut Kraus
2017-07-20 01:05:41 UTC
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Post by Quinn C
Post by Stefan Schmitz
Post by Christina Kunze
Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
Bei der Verwendung wie im OP vermute ich auch sofort ein
Übersetzungsproblem.
Allerdings leuchtet mir bei dieser der Sinn der Metapher viel eher ein als beim
Ehemann. Der ist ja in keinerlei Hinsicht heldenhaft. (Oder vielleicht dadurch,
dass er es immer noch mit der Frau aushält?)
Ich interpretiere das ironisch.
Wie denn sonst, du Nase?
Post by Quinn C
Ein Pantoffel-"Held". Ein Maulheld
ist auch kein echter Held.
Was du nicht sagst.
--
http://www.hkraus.eu/
Quinn C
2017-07-20 16:23:59 UTC
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Post by Hartmut Kraus
Post by Quinn C
Post by Stefan Schmitz
Post by Christina Kunze
Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
Bei der Verwendung wie im OP vermute ich auch sofort ein
Übersetzungsproblem.
Allerdings leuchtet mir bei dieser der Sinn der Metapher viel eher ein als beim
Ehemann. Der ist ja in keinerlei Hinsicht heldenhaft. (Oder vielleicht dadurch,
dass er es immer noch mit der Frau aushält?)
Ich interpretiere das ironisch.
Wie denn sonst, du Nase?
Faß Dich mal lieber an die eigene solche.
--
gugelgans, f., alberne gans, schelte:
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Stefan Schmitz
2017-07-20 08:19:03 UTC
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Post by Quinn C
Post by Stefan Schmitz
Post by Christina Kunze
Ein Pantoffelheld ist für mich nur der nicht durchsetzungsfähige Ehemann.
Bei der Verwendung wie im OP vermute ich auch sofort ein
Übersetzungsproblem.
Allerdings leuchtet mir bei dieser der Sinn der Metapher viel eher ein als beim
Ehemann. Der ist ja in keinerlei Hinsicht heldenhaft. (Oder vielleicht dadurch,
dass er es immer noch mit der Frau aushält?)
Ich interpretiere das ironisch. Ein Pantoffel-"Held". Ein Maulheld
ist auch kein echter Held.
Schon, aber verbal ist er einer oder gibt sich zumindest so. Auch dieser Aspekt
fehlt dem Pantoffelhelden.
Oder lügt der typischerweise seinen Kumpels vor, wie er es seiner Alten mal
wieder so richtig gezeigt hat?
Gunhild Simon
2017-07-20 14:22:57 UTC
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...
Post by Stefan Schmitz
Post by Quinn C
Ich interpretiere das ironisch. Ein Pantoffel-"Held". Ein Maulheld
ist auch kein echter Held.
Schon, aber verbal ist er einer oder gibt sich zumindest so. Auch dieser Aspekt
fehlt dem Pantoffelhelden.
Oder lügt der typischerweise seinen Kumpels vor, wie er es seiner Alten mal
wieder so richtig gezeigt hat?
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause, einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt -
also in Pantoffeln, nicht in Stiefeln,
wie ein gestandener Mann - wichtig tut.

Gruß
Gunhild
Stefan Schmitz
2017-07-20 14:46:16 UTC
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Post by Gunhild Simon
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause, einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt -
also in Pantoffeln, nicht in Stiefeln,
wie ein gestandener Mann - wichtig tut.
Wenn das so sein sollte, wäre die Verwendung im fraglichen Zeitungsartikel ja
richtig.

Heute wird aber ziemlich genau das Gegenteil damit ausgedrückt, nämlich dass
er sich zu Hause nichts traut.
Ist die eigentliche Bedeutung durch die von "unter dem Pantoffel stehen"
verfälscht worden?
Manfred Hoß
2017-07-20 14:48:35 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
...
Post by Stefan Schmitz
Post by Quinn C
Ich interpretiere das ironisch. Ein Pantoffel-"Held". Ein Maulheld
ist auch kein echter Held.
Schon, aber verbal ist er einer oder gibt sich zumindest so. Auch dieser Aspekt
fehlt dem Pantoffelhelden.
Oder lügt der typischerweise seinen Kumpels vor, wie er es seiner Alten mal
wieder so richtig gezeigt hat?
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause, einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt -
also in Pantoffeln, nicht in Stiefeln,
wie ein gestandener Mann - wichtig tut.
In Band 36 der Digitalen Bibliothek, "Wörterbuch der deutschen
Umgangssprache", heißt es zum Pantoffelhelden:

"Pantoffelheld m

1. willenloser Ehemann oder Hausherr, beherrscht von Ehefrau oder
Haushälterin. Der Pantoffel als einstmals der Frau vorbehaltenes
Kleidungsstück wird hier zur Bezeichnung der Frau, weswegen »Pantoffelheld«
dasselbe wie »Frauenheld« bezeichnet, – nur mit dem Unterschied, daß
»Pantoffelheld« scherzhaft gemeint ist. 1800 ff.

2. intimer Freund. Hier ist »Pantoffel« Umschreibung für das weibliche
Geschlechtsorgan, und als »Held« tritt der Penis in Erscheinung. Halbw 1960
ff.

3. Mann in Pantoffeln. 1977 ff."
[Wörterbuch: Pantoffelheld. Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, S.
19901
(vgl. Küpper-WddU, S. 591) (c) Marianne Küpper]

Gruß
Manfred.
Stefan Schmitz
2017-07-20 15:00:25 UTC
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Raw Message
Post by Manfred Hoß
In Band 36 der Digitalen Bibliothek, "Wörterbuch der deutschen
"Pantoffelheld m
1. willenloser Ehemann oder Hausherr, beherrscht von Ehefrau oder
Haushälterin. Der Pantoffel als einstmals der Frau vorbehaltenes
Kleidungsstück wird hier zur Bezeichnung der Frau, weswegen »Pantoffelheld«
dasselbe wie »Frauenheld« bezeichnet, – nur mit dem Unterschied, daß
»Pantoffelheld« scherzhaft gemeint ist. 1800 ff.
2. intimer Freund. Hier ist »Pantoffel« Umschreibung für das weibliche
Geschlechtsorgan, und als »Held« tritt der Penis in Erscheinung. Halbw 1960
ff.
3. Mann in Pantoffeln. 1977 ff."
Sind das Jahreszahlen am Ende? Dann wäre das eine interessante Entwicklung.
Manfred Hoß
2017-07-20 15:15:08 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Post by Manfred Hoß
In Band 36 der Digitalen Bibliothek, "Wörterbuch der deutschen
"Pantoffelheld m
1. willenloser Ehemann oder Hausherr, beherrscht von Ehefrau oder
Haushälterin. Der Pantoffel als einstmals der Frau vorbehaltenes
Kleidungsstück wird hier zur Bezeichnung der Frau, weswegen »Pantoffelheld«
dasselbe wie »Frauenheld« bezeichnet, – nur mit dem Unterschied, daß
»Pantoffelheld« scherzhaft gemeint ist. 1800 ff.
2. intimer Freund. Hier ist »Pantoffel« Umschreibung für das weibliche
Geschlechtsorgan, und als »Held« tritt der Penis in Erscheinung. Halbw 1960
ff.
3. Mann in Pantoffeln. 1977 ff."
Sind das Jahreszahlen am Ende? Dann wäre das eine interessante Entwicklung.
Es sind Jahreszahlen. In den Benutzerhinweisen heißt es dazu:

"Ebenfalls vermerkt ist der Zeitpunkt, zu dem ein Ausdruck
umgangssprachlichen Charakter angenommen hat oder von der Umgangssprache
eigens geprägt worden ist (Blei Bleistift. 1800 ff, Bleispritze Gewehr.
1960 ff)."
[Einführung: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, S. 45
(vgl. Küpper-WddU *, S. 12) (c) Marianne Küpper]

Gruß
Manfred.
Jakob Achterndiek
2017-07-20 15:05:15 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause, einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt -
Ich denke: Dies eben nicht. Sondern dort und
nur dort versichert er sich seiner Autorität.
-
Post by Gunhild Simon
also in Pantoffeln, nicht in Stiefeln,
wie ein gestandener Mann - wichtig tut.
--
j/\a
Gunhild Simon
2017-07-20 15:43:45 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Post by Gunhild Simon
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause, einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt -
Ich denke: Dies eben nicht. Sondern dort und
nur dort versichert er sich seiner Autorität.
-
Post by Gunhild Simon
also in Pantoffeln, nicht in Stiefeln,
wie ein gestandener Mann - wichtig tut.
Ja klar.
Der Satz war unvollständig.

Das "nicht" ist mir bei dem Bandwurmsatz entglitten.
Post by Jakob Achterndiek
Post by Gunhild Simon
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause (einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt) wie ein
überlegener Held aufführen kann.

Gruß
Gunhild
Jakob Achterndiek
2017-07-20 17:34:27 UTC
Antworten
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
Post by Gunhild Simon
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause (einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt) wie ein
überlegener Held aufführen kann.
Gruß
Gunhild
Zu meiner eigenen Enttäuschung sehe ich: Sieben der kleineren Propheten
in der digibib Deutsche Literatur (die großen geben sich damit gar nicht
ab) beschreiben den Pantoffelhelden in der von uns gerade *nicht*
gemeinten Bedeutung als einen, der "unter dem Pantoffel" seiner Frau
steht. - Schade um die schöne Metapher, die Du mit dem bildkräftigen
Gegensatz des Helden nur in Pantoffeln zu dem in Stiefeln gut
charakterisierst.

Gruß von
j/\a
Roland Franzius
2017-07-22 06:16:48 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Post by Gunhild Simon
Post by Gunhild Simon
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause (einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt) wie ein
überlegener Held aufführen kann.
Gruß
Gunhild
Zu meiner eigenen Enttäuschung sehe ich: Sieben der kleineren Propheten
in der digibib Deutsche Literatur (die großen geben sich damit gar nicht
ab) beschreiben den Pantoffelhelden in der von uns gerade *nicht*
gemeinten Bedeutung als einen, der "unter dem Pantoffel" seiner Frau
steht. - Schade um die schöne Metapher, die Du mit dem bildkräftigen
Gegensatz des Helden nur in Pantoffeln zu dem in Stiefeln gut
charakterisierst.
Der Begriff des Helden geht ja literarisch auf Homer zurück, der Mann,
der dem König wegen einer Beleidigung zürnt, der sich dann aber in die
Schlacht und sein Leben wegwirft, während der Heerführer während des
gesamten Kriegszuges offenbar - außer vielleicht bei dem Opfer seiner
Tochter und der Verteilung der Beute - niemals eine Hand rührt.

Der Held steht immmer in totaler psychischer Abhängigkeit seines Königs,
gegen den sich zur Wehr zu setzen unmöglich erscheint - siehe auch unser
aller Held Siegfried.

Beim Pantoffelhelden haben wir denselben Fall, nur dass dieser von
seiner Frau vom Zorn gegen sie abgelenkt und zum Krieg am Gartenzaun
beordert wird, wenns beim Nachbarn mal wieder unziemlich zugeht.

Da die beiden Metaphern vom Pantoffelhelden und dem Mann unter dem
Pantoffel nebeneinander zu bestehen belieben, darf der häusliche Held
als doch etwas andere gesehen werden, als der durchschnittliche Mann,
der an eine dominante Faru geraten ist.

Es sei denn, man zieht den Begriff des stillen Heldentums der leidenden
Kreatur mit ins Metapherngestrüpp.
--
Roland Franzius
Gunhild Simon
2017-07-22 07:46:54 UTC
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Raw Message
Post by Roland Franzius
Post by Jakob Achterndiek
Post by Gunhild Simon
Post by Gunhild Simon
Ein Pantoffelheld heißt so, weil er sich
bei seiner Frau, vor seiner Familie,
zu Hause (einer Umgebung, wo ihm niemand das
Wasser abgräbt, seine Argumente prüft,
seine Autorität in Frage stellt) wie ein
überlegener Held aufführen kann.
Gruß
Gunhild
Zu meiner eigenen Enttäuschung sehe ich: Sieben der kleineren Propheten
in der digibib Deutsche Literatur (die großen geben sich damit gar nicht
ab) beschreiben den Pantoffelhelden in der von uns gerade *nicht*
gemeinten Bedeutung als einen, der "unter dem Pantoffel" seiner Frau
steht. - Schade um die schöne Metapher, die Du mit dem bildkräftigen
Gegensatz des Helden nur in Pantoffeln zu dem in Stiefeln gut
charakterisierst.
Der Begriff des Helden geht ja literarisch auf Homer zurück, der Mann,
der dem König wegen einer Beleidigung zürnt, der sich dann aber in die
Schlacht und sein Leben wegwirft
...
Das ist eine mögliche Definition.

Das Zedler-Lexikon aus der Mitte des 18. Jahrhunderts definierte: „Held, lat. Heros, ist einer, der von Natur mit einer ansehnlichen Gestalt und ausnehmender Leibesstärcke begabet, durch tapfere Thaten Ruhm erlanget, und sich über den gemeinen Stand derer Menschen erhoben.“
Zitiert nach Wiki
https://de.wikipedia.org/wiki/Held

In dem gesamten Artikel werden Helden
unterschiedlicher Anschauungen beschrieben.

Helden zeichnen sich aus durch
- einen Vorbildcharakter (Nationalheld)
- eine Heldentat, also eine besondere,
außeralltägliche Leistung (Siegfried)
- außergewöhnliche („heroische“) Tat, etwa
Menschen aus Bedrängnis zu retten
(Prinz aus Dornröschen: Jungfrauenbefreiung.)
- griechische Heroen nach Homer:
Hercules, Achill, Hektor, Odysseus)
- Kriegs"helden"der Gegenwart: euphemistisch für
Kriegstote.

Jetzt frage ich mich, wieso ein Mann, der *unter
dem Pantoffel* seiner Frau steht, sprich:
als einer, der sich mit dem Pantoffel verprügeln
läßt - ein Duckmäuser, Würstchen, nicht
duchsetzungsfähig, charakterlos -, ironisch
zwar, als Held bezeichnet wird.

Gruß
Gunhild
Jakob Achterndiek
2017-07-22 09:25:08 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
Jetzt frage ich mich, wieso ein Mann, der *unter
dem Pantoffel* seiner Frau steht, [..], ironisch
zwar, als Held bezeichnet wird.
Nun, die Antwort steckt doch schon in der Frage: IRONISCH.

Auf eine ähnliche Ironie stößt mich ein Leserbrief in unserer heutigen
Tageszeitung zum Thema der Gewalt seitens der Lehrer und Betreuer der
Regensburger Domspatzen. Schon lange vorher und unabhängig davon gab es
in gewissen Kreisen das Schimpfwort: "Du Opfer!" Für solchen ironischen
Spott liefert besagter Leserbriefschreiber eine Rechtfertigung, wenn er
berichtet: "Bei uns gehörte es zur Tagesordnung, vom Religionslehrer
krankenhausreif geschlagen zu werden." - Da nimmt es nicht Wunder, daß
Regensburg außer den Universitätskliniken fünf (5) Krankenhäuser als
kirchliche Stiftungen braucht.

Was lernt und das?
Die Helden genau wie ihre Opfer (in Pantoffeln wie in Stiefeln) laufen
Gefahr, sich lächerlich zu machen, wenn sie sich selbst vermarkten. Das
sollen sie lieber den Profis überlassen, bei denen Absicht und Nutzen
der Darstellung nicht gar so augenfällig sind.
--
j/\a
Christina Kunze
2017-07-22 14:05:59 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Gunhild Simon
Jetzt frage ich mich, wieso ein Mann, der *unter
als einer, der sich mit dem Pantoffel verprügeln
läßt - ein Duckmäuser, Würstchen, nicht
duchsetzungsfähig, charakterlos -, ironisch
zwar, als Held bezeichnet wird.
Was bedeutet nochmal "ironisch"?

chr
Roland Franzius
2017-07-22 15:34:52 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
Jetzt frage ich mich, wieso ein Mann, der *unter
als einer, der sich mit dem Pantoffel verprügeln
läßt - ein Duckmäuser, Würstchen, nicht
duchsetzungsfähig, charakterlos -, ironisch
zwar, als Held bezeichnet wird.
Was bedeutet nochmal "ironisch"?
Wenn der schwer bewaffnete Pantoffelheld zunächst nichts als die
Offiziersversion des ebenfalls mit Lang- und Hiebwaffe ausgerüsteten
Schürzenjägers war, ist da keine Ironie im Spiel. Das waren in den
Zeiten von barocken Kriegskampagnen und Jagdgesellschaften ganz
ersthafte Spezialisten.
--
Roland Franzius
Florian Ritter
2017-07-22 19:35:16 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
Jetzt frage ich mich, wieso ein Mann, der *unter
als einer, der sich mit dem Pantoffel verprügeln
läßt - ein Duckmäuser, Würstchen, nicht
duchsetzungsfähig, charakterlos -, ironisch
zwar, als Held bezeichnet wird.
Was bedeutet nochmal "ironisch"?
Wenn der schwer bewaffnete Pantoffelheld zunächst nichts als die
Offiziersversion des ebenfalls mit Lang- und Hiebwaffe ausgerüsteten
Schürzenjägers war, ist da keine Ironie im Spiel. Das waren in den
Zeiten von barocken Kriegskampagnen und Jagdgesellschaften ganz
ersthafte Spezialisten.
Und in dem Sinne rage ich als Fragment des Galanten Zeitalters
ins Heute & Jetzt - FR
Thomas Schade
2017-07-22 19:41:48 UTC
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Post by Florian Ritter
Und in dem Sinne rage ich als Fragment des Galanten Zeitalters
Wie genau wird 'Fragender' gegenüber 'Fragment' abgegrenzt?


Ciao
Toscha
--
Die, die mich kennen, mögen mich.
Die, die mich nicht mögen, können mich.
Roland Franzius
2017-07-23 02:34:43 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Florian Ritter
Und in dem Sinne rage ich als Fragment des Galanten Zeitalters
Wie genau wird 'Fragender' gegenüber 'Fragment' abgegrenzt?
Das Fragment erhält im Partizip Präsens sein Stamm-n zurück: der Frangende

http://etymonline.com/index.php?allowed_in_frame=0&search=fragment
--
Roland Franzius
Thomas Schade
1970-01-01 00:00:00 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Thomas Schade
Post by Florian Ritter
Und in dem Sinne rage ich als Fragment des Galanten Zeitalters
Wie genau wird 'Fragender' gegenüber 'Fragment' abgegrenzt?
Das Fragment erhält im Partizip Präsens sein Stamm-n zurück: der Frangende
http://etymonline.com/index.php?allowed_in_frame=0&search=fragment
Oh. Den Frangenden hätte ich jetzt als Möchtegern-Franken
interpretiert.


Ciao
Toscha
--
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----Android NewsGroup Reader----
http://usenet.sinaapp.com/
Tom Bola
2017-07-23 05:07:34 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Thomas Schade
Post by Florian Ritter
Und in dem Sinne rage ich als Fragment des Galanten Zeitalters
Wie genau wird 'Fragender' gegenüber 'Fragment' abgegrenzt?
Das Fragment erhält im Partizip Präsens sein Stamm-n zurück: der Frangende
http://etymonline.com/index.php?allowed_in_frame=0&search=fragment
Wahnsinn, das ist kein Witz...
Gunhild Simon
2017-07-23 10:31:21 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
Jetzt frage ich mich, wieso ein Mann, der *unter
als einer, der sich mit dem Pantoffel verprügeln
läßt - ein Duckmäuser, Würstchen, nicht
duchsetzungsfähig, charakterlos -, ironisch
zwar, als Held bezeichnet wird.
Was bedeutet nochmal "ironisch"?
Offenbar konnte ich mich nicht verständlich machen.
Meine Frage zielte darauf, daß "Pantoffelheld"
aus zwei Wortbestandteilen besteht, deren erster -
Pantoffel - nicht in dem Sinne ironisch gemeint
ist wie der zweite - Held.

Wenn Ironie - εἰρωνεία eirōneía, wörtlich „Verstellung, Vortäuschung“ - bedeutet, dann ist
dies auf den zweiten Teil - Held - gemünzt.

Denn wenn
"jmd. auf indirekte Weise seinen Spott zum Ausdruck bringt, indem er das Gegenteil dessen sagt, was er meint",
so bezieht sich diese Aussage nicht auf den ersten
Wortbestandteil, Pantoffel. Der ist zwar heutzutage
nur noch metaphorisch gemeint, aber nicht
ironisch.

Auch Rolands Beispiel für eine vergleichbare
rhetorische Figur, "Schürzenjäger", sehe ich
nur unter dem Aspekt einer Metapher:
Ein Schürzenjäger ist der
Inbegriff des Don Juan, eines Mannes, der
Trophäen weiblicher Gunst sammelt und damit
renommiert.

Darin ist keine Ironie, ausgedrückt durch
Gegenteiliges, sondern es handelt sich um ein
übertreibendes, veranschaulichendes Bild.

Gruß
Gunhild
Quinn C
2017-07-25 16:54:50 UTC
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Post by Gunhild Simon
Ein Schürzenjäger ist der
Inbegriff des Don Juan, eines Mannes, der
Trophäen weiblicher Gunst sammelt und damit
renommiert.
Vielleicht bin ich da von dem sich wandelnden Image der Schürze
beeinflußt, aber für mich sind die Wörter nicht austauschbar: ein
Casanova oder Don Juan verführt hoch begehrenswerte Frauen, die
vor seinem Charme dahinschmelzen, ein Schürzenjäger Nachbars
gelangweilte Ehefrau - desperate housewives -, wenn's hochkommt,
Nachbars Tochter.
--
es sol kain leitgeb eim paurnknecht nicht mer parigen
dann sein gurtelgewant, ... swert und gugel wert ist
österr. weist.
Jakob Achterndiek
2017-07-25 18:32:54 UTC
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Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
Ein Schürzenjäger ist der
Inbegriff des Don Juan, eines Mannes, der
Trophäen weiblicher Gunst sammelt und damit
renommiert.
Vielleicht bin ich da von dem sich wandelnden Image der Schürze
beeinflußt, aber für mich sind die Wörter nicht austauschbar: ein
Casanova oder Don Juan verführt hoch begehrenswerte Frauen, die
vor seinem Charme dahinschmelzen, ein Schürzenjäger Nachbars
gelangweilte Ehefrau - desperate housewives -, wenn's hochkommt,
Nachbars Tochter.
Ich habe da zwei Einwände:
1. Der Don Juan renommiert nicht mit Trophäen, sondern mit seiner
"Kunst", Herzen zu brechen - wenn er denn überhaupt renommiert.
2. Bei den zu jagenden Schürzen lohnt immer eine Unterscheidung
zwischen bestickten Dirndl- und Kleiderschürzen und den klein-
geblümten Kittelschürzen aus dem Otto-Katalog. Wer letztere
jagt, den nennt man nicht, sondern von dem schweigt man lieber.
--
j/\a
Quinn C
2017-07-25 19:14:40 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Quinn C
Vielleicht bin ich da von dem sich wandelnden Image der Schürze
beeinflußt, aber für mich sind die Wörter nicht austauschbar: ein
Casanova oder Don Juan verführt hoch begehrenswerte Frauen, die
vor seinem Charme dahinschmelzen, ein Schürzenjäger Nachbars
gelangweilte Ehefrau - desperate housewives -, wenn's hochkommt,
Nachbars Tochter.
1. Der Don Juan renommiert nicht mit Trophäen, sondern mit seiner
"Kunst", Herzen zu brechen - wenn er denn überhaupt renommiert.
2. Bei den zu jagenden Schürzen lohnt immer eine Unterscheidung
zwischen bestickten Dirndl- und Kleiderschürzen und den klein-
geblümten Kittelschürzen aus dem Otto-Katalog. Wer letztere
jagt, den nennt man nicht, sondern von dem schweigt man lieber.
Deswegen ja mein einleitender Verdacht - bei "Schürze" denke ich
halt primär an etwas, das man sich zum Kochen umbindet.

Eine Internet-Bildersuche nach "Schürzenkleid" findet mir
großenteils Fünfjährige.
--
In the old days, the complaints about the passing of the
golden age were much more sophisticated.
-- James Hogg in alt.usage.english
Gunhild Simon
2017-07-25 22:22:15 UTC
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Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
Ein Schürzenjäger ist der
Inbegriff des Don Juan, eines Mannes, der
Trophäen weiblicher Gunst sammelt und damit
renommiert.
Vielleicht bin ich da von dem sich wandelnden Image der Schürze
beeinflußt, aber für mich sind die Wörter nicht austauschbar: ein
Casanova oder Don Juan verführt hoch begehrenswerte Frauen, die
vor seinem Charme dahinschmelzen, ein Schürzenjäger Nachbars
gelangweilte Ehefrau - desperate housewives -, wenn's hochkommt,
Nachbars Tochter.
Vielleicht liegt der Fehler bei meiner
Vorstellung von einem Don Juan oder einem
Casanova - wobei ich keine literarischen
Vorbilder bemühe, sondern eher volkstümliche.

In diesem Zusammenhang scheinen sie mir eng
verwandt, ja vielleicht sogar synonym zu sein.
Jedenfalls klingen sie mir noch heute so.

Ich nehme an, daß man unter der Schürze bis
vor kurzer Zeit vor allem ein spezifisch
weibliches Kleidungsstück verstand.
Davon zeugt das Dirndl.

In meiner Kindheit trugen gepflegte Hausfrauen tagsüber eine weiße Schürze, ebenso wie die
Hausmädchen, die samt Häubchen Türen öffneten.

Auch wohlerzogene kleine Mädchen trugen noch
Schürzen - vielleicht Jakobs Dirndlschürzen -
jedenfalls auf Märchenillustrationen von
Rotkäppchen oder in dem Film "Das weiße Band".

Ich meine auch im Ohr zu haben, daß Frauen
die Schürze zu allerhand brauchten:
- Hände trocknen
- Tränen mit dem Schürzenzipfel abwischen
- das Gesicht verbergen
- etwas unter der Schürze verstecken
- besonders aber zur Schonung des Kleides.

Die Kittelschürzen der Nachkriegszeit hatten
jedenfalls eine andere Anmutung.

Gruß
Gunhild
Quinn C
2017-07-26 16:17:41 UTC
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Post by Gunhild Simon
Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
Ein Schürzenjäger ist der
Inbegriff des Don Juan, eines Mannes, der
Trophäen weiblicher Gunst sammelt und damit
renommiert.
Vielleicht bin ich da von dem sich wandelnden Image der Schürze
beeinflußt, aber für mich sind die Wörter nicht austauschbar: ein
Casanova oder Don Juan verführt hoch begehrenswerte Frauen, die
vor seinem Charme dahinschmelzen, ein Schürzenjäger Nachbars
gelangweilte Ehefrau - desperate housewives -, wenn's hochkommt,
Nachbars Tochter.
Vielleicht liegt der Fehler bei meiner
Vorstellung von einem Don Juan oder einem
Casanova - wobei ich keine literarischen
Vorbilder bemühe, sondern eher volkstümliche.
Der gewöhnliche Schürzenjäger von gegenüber ist für mich
allenfalls ein Westentaschencasanova.
Post by Gunhild Simon
In diesem Zusammenhang scheinen sie mir eng
verwandt, ja vielleicht sogar synonym zu sein.
Jedenfalls klingen sie mir noch heute so.
Ich nehme an, daß man unter der Schürze bis
vor kurzer Zeit vor allem ein spezifisch
weibliches Kleidungsstück verstand.
Davon zeugt das Dirndl.
Ja, wenn ich darüber nachdenke, analysiere ich den "Schürzenjäger"
auch in dieser Weise. Man sagt ja auch noch "jedem Rock
hinterhersteigen", wenn die meisten Frauen heutzutage Hosen
tragen.

Aber andererseits verbinde ich mit dem Wort "Schürze" halt
intuitiv eine eher biedere Hausfrau.
Post by Gunhild Simon
In meiner Kindheit trugen gepflegte Hausfrauen tagsüber eine weiße Schürze, ebenso wie die
Hausmädchen, die samt Häubchen Türen öffneten.
Ja eben, Hausfrauen. Bei Casanova denke ich an adlige Fräuleins im
Ballkleid oder dergleichen.
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--
If you kill one person, you go to jail; if you kill 20, you go
to an institution for the insane; if you kill 20,000, you get
political asylum. -- Reed Brody, special counsel
for prosecutions at Human Rights Watch
Stephen Hust
2017-07-26 17:53:41 UTC
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Post by Gunhild Simon
Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
Ein Schürzenjäger ist der
Inbegriff des Don Juan, eines Mannes, der
Trophäen weiblicher Gunst sammelt und damit
renommiert.
Vielleicht bin ich da von dem sich wandelnden Image der Schürze
beeinflußt, aber für mich sind die Wörter nicht austauschbar: ein
Casanova oder Don Juan verführt hoch begehrenswerte Frauen, die
vor seinem Charme dahinschmelzen, ein Schürzenjäger Nachbars
gelangweilte Ehefrau - desperate housewives -, wenn's hochkommt,
Nachbars Tochter.
Vielleicht liegt der Fehler bei meiner
Vorstellung von einem Don Juan oder einem
Casanova - wobei ich keine literarischen
Vorbilder bemühe, sondern eher volkstümliche.
In diesem Zusammenhang scheinen sie mir eng
verwandt, ja vielleicht sogar synonym zu sein.
Jedenfalls klingen sie mir noch heute so.
Ich nehme an, daß man unter der Schürze bis
vor kurzer Zeit vor allem ein spezifisch
weibliches Kleidungsstück verstand.
Davon zeugt das Dirndl.
Grimm kennt auch den "Schürzenfreund":

| schürzenfreund, m.: er ist en schürzefreund,
| /ein freund des schönen geschlechts/. Wander 4, 393 (/vgl/. DWB
| schürze 2). /ähnlich auch/ schürzenjäger, /m. ebenda./

(Ich weiß nicht, wo "ebenda" ist. Im DWB finde ich kein Stichwort
"Schürzenjäger".)

<http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GS19454#XGS19454>

Unter "Schürze" steht:

| *2,*
| *a)* /da die/ schürze /für gewöhnlich nur von frauenspersonen getragen
| wird, so dient sie als abzeichen und symbol des weiblichen
| geschlechts/ [...]
|
| *b)* /daher auch/ schürze /metaphorisch geradezu für frauenzimmer/
| [...]

Allerdings:

| *3)* /zuweilen tragen auch männer/ schürzen,
| /doch sagt man dafür lieber/ schurz [...]

<http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&hitlist=&patternlist=&lemid=GS19448#XGS19448>

Das Verb "schürzen" bedeutet u. a. "(einen langen, weiten Rock o. Ä.)
aufheben und zusammenraffen und in der Höhe der Hüften festhalten,
befestigen" (Duden).

<http://www.duden.de/rechtschreibung/schuerzen>

Wieder Grimm:

| *2)* *e)* /sehr gewöhnlich ist das particip/ geschürzt [...]
|
| *β)* /auf den menschen übertragen/: geschürtzte nymphen und
| waldgöttinnen mit bloszen armen /nimfe e hamedriade succinte ȧ braccia
| nude/ Kramer /dict/. 2, 684b; aufblickend sah er eine reihe
| geschürzter mägde, welche die vollen milcheimer nach dem gewölbe
| trugen. Freytag /handschr/. 1, 114; [...]
|
| es hiesz ...
| sie (/Venus/) sey auf Ida oft zu ihm herab gestiegen,
| und hab' ihm da, nach nymfenart geschürzt,
| als jägerin die zeit verkürzt.
| Wieland 10, 170;
|
| sie tanzen nymfenhaft geschürzet. 9, 328;

"Leicht geschürzt" oder "leichtgeschürzt" bedeutet "wenig bekleidet"
(Duden). Ich kenne das nur in Verbindung mit Mädchen oder Frauen, aber
Goethe schreibt "ein derber .. junger mann, leicht geschürzt" und
Schiller (/Tell/):

| hier geht
| der sorgenvolle kaufmann und der leicht
| geschürzte pilger.

(Beides bei Grimm.)

<http://www.duden.de/rechtschreibung/leicht_geschuerzt>
--
Steve

My e-mail address works as is.
Hartmut Kraus
2017-07-26 09:38:49 UTC
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Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
Ein Schürzenjäger ist der
Inbegriff des Don Juan, eines Mannes, der
Trophäen weiblicher Gunst sammelt und damit
renommiert.
Vielleicht bin ich da von dem sich wandelnden Image der Schürze
beeinflußt, aber für mich sind die Wörter nicht austauschbar: ein
Casanova oder Don Juan verführt hoch begehrenswerte Frauen, die
vor seinem Charme dahinschmelzen, ein Schürzenjäger Nachbars
gelangweilte Ehefrau - desperate housewives -, wenn's hochkommt,
Nachbars Tochter.
Na und? Das eine schließt doch das andere nicht aus.
--
http://www.hkraus.eu/
Quinn C
2017-07-25 17:59:58 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Gunhild Simon
Jetzt frage ich mich, wieso ein Mann, der *unter
als einer, der sich mit dem Pantoffel verprügeln
läßt - ein Duckmäuser, Würstchen, nicht
duchsetzungsfähig, charakterlos -, ironisch
zwar, als Held bezeichnet wird.
Was bedeutet nochmal "ironisch"?
Die andere, verbreitete ironische Verwendung findet sich in der
Wendung: "Du bist mir ja 'n Held!"
--
GUGEL, f., m., kapuze, mlat. cuculla, cucullus, ahd. cucalun
cucullam
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Tom Bola
2017-07-22 16:09:46 UTC
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Post by Gunhild Simon
Jetzt frage ich mich, wieso ein Mann, der *unter
als einer, der sich mit dem Pantoffel verprügeln
läßt - ein Duckmäuser, Würstchen, nicht
duchsetzungsfähig, charakterlos -, ironisch
zwar, als Held bezeichnet wird.
Mit dem Pantoffel dürften einige, betreffende, Sprachler
auch die angewärmten Pantoffeln assoziieren, die der Held
vorfindet, wenn er von seinem ganz zweifellos mühsamen
alltäglichen Erwerbsdienst in die Kommandozentrale zurück
kehrt und wo das Lebensspiel in einer der vielen Varianten
zwischen den Polen der mehr oder weniger offen ausgeübten
Dominanz zwischen den beiden Teilnehmern auch mit dem Ziel
stattfindet, den Aufwand für den Wechsel des gegenwärtigen
Hamsterrad zu vermeiden.
Frank Hucklenbroich
2017-07-18 09:35:25 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Helmut Richter
Gibt es eine Metapher für jemanden, der wie in der ersten Bedeutung
sein angebliches Wissen über die korrekte Vorgehensweise (muss nichts
Militärisches oder Polizeiliches sein) zum Besten gibt und damit die
Vorgehensweise von jemand anders kritisiert, ohne sich je in der
Praxis mit den empfohlenen Entscheidungen bewährt zu haben?
Angeber, Schaumschläger, Besserwisser, Großtuer, Großkotz, Maulheld,
Prahlhans - was mir so einfällt.
Hafensänger auch noch.

Vor allem für Leute, die eigene (erfundene) Kriegsheldengeschichten
erzählen, obwohl sie nie beim Militär waren.

Grüße,

Frank
Hartmut Kraus
2017-07-18 12:52:49 UTC
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Raw Message
Post by Frank Hucklenbroich
obwohl sie nie beim Militär waren.
Die schon, wie's ausschaut (hat mich als "hoher amerikanischer Offizier"
angemailt, mit Bildern) - da war sie bei mir natürlich genau am Richtigen:

-------- Weitergeleitete Nachricht --------
From: Hartmut Kraus <***@web.de>
To: LORI ROBINSON <***@gmail.com>
Date: Mon, 17 Jul 2017 23:21:59 +0200
Subject: Re: Alles über mich zuerst Lori von FINYA.

Tut mir leid, von mir (und nicht nur von mir) aus gesehen haben die Amis
militärisch in Deutschland schon lange nichts mehr zu suchen. Die NATO
an der russischen Grenze auch nicht. Was wäre hier noch zu verteidigen
und gegen wen? Das sage ich als ehemaliger Bürger der sowjetischen
Besatzungszone.

Übrigens habe ich als Wehrpflichtiger meine Kalashnikow zweimal mit
scharfer Munition benutzt - auf dem Schießstand, und dabei blieb's.

Keine weitere Diskussion erwünscht.

"Mit Liebe"

Schlechter Witz.

Grüße

Hartmut Kraus
--
http://www.hkraus.eu/
Reinhard Zwirner
2017-07-17 15:22:03 UTC
Antworten
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Raw Message
Helmut Richter schrieb:

[...]
Post by Helmut Richter
Ich hätte aber unter einem Pantoffelhelden spontan das verstanden,
was auch im Duden steht: Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber
nicht durchsetzen kann.
+1

Davon zeugt auch die Redewendung "Er steht unter dem Pantoffel."

Ciao

Reinhard
Gunhild Simon
2017-07-17 15:43:59 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Reinhard Zwirner
[...]
Post by Helmut Richter
Ich hätte aber unter einem Pantoffelhelden spontan das verstanden,
was auch im Duden steht: Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber
nicht durchsetzen kann.
+1
Davon zeugt auch die Redewendung "Er steht unter dem Pantoffel."
Ja.
Dabei stellt man sich den mit dem/der flachen
Pantoffelsohle draufhauenden Hausdrachen vor.

Gruß
Gunhid
U***@web.de
2017-07-17 16:44:41 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Gunhild Simon
Post by Reinhard Zwirner
Post by Helmut Richter
Ich hätte aber unter einem Pantoffelhelden spontan das verstanden,
was auch im Duden steht: Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber
nicht durchsetzen kann.
+1
Davon zeugt auch die Redewendung "Er steht unter dem Pantoffel."
Ja.
Dabei stellt man sich den mit dem/der flachen
Pantoffelsohle draufhauenden Hausdrachen vor.
Heldentum durch Verwundung. Auch das soll's geben.
Post by Gunhild Simon
Gruß
Gunhid
??

Gruß, ULF
Hartmut Kraus
2017-07-17 20:24:07 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Gunhild Simon
Post by Reinhard Zwirner
Post by Helmut Richter
Ich hätte aber unter einem Pantoffelhelden spontan das verstanden,
was auch im Duden steht: Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber
nicht durchsetzen kann.
+1
Davon zeugt auch die Redewendung "Er steht unter dem Pantoffel."
Ja.
Dabei stellt man sich den mit dem/der flachen
Pantoffelsohle draufhauenden Hausdrachen vor.
Heldentum durch Verwundung. Auch das soll's geben.
Kann man so sehen. Wenn er sich wehrt, ist das ja Gewalt gegen Frauen. ;)
--
http://www.hkraus.eu/
Stefan Schmitz
2017-07-17 15:47:07 UTC
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Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Für mich ist ein Pantoffelheld eher ein Schwächling, ein Maulheld - der
vom sicheren Sofa aus darüber schwadroniert, was alles gemacht und getan
werden müsste und was er alles machen würde /wenn/ ...!
Das halte ich für eine mögliche - und auch verständliche - Bedeutung, aus der
sich die des unterdrückten Ehemanns entwickelt hat.
Ich kenne aber nur letztere und habe auch nirgends eine andere gefunden.

Ist das, was du schreibst, tatsächlich in deinem Umfeld gebräuchlich?
Dorothee Hermann
2017-07-17 21:28:38 UTC
Antworten
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Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Post by Dorothee Hermann
Für mich ist ein Pantoffelheld eher ein Schwächling, ein Maulheld -
der vom sicheren Sofa aus darüber schwadroniert, was alles gemacht
und getan werden müsste und was er alles machen würde /wenn/ ...!
Das halte ich für eine mögliche - und auch verständliche - Bedeutung,
aus der sich die des unterdrückten Ehemanns entwickelt hat. Ich kenne
aber nur letztere und habe auch nirgends eine andere gefunden.
Ist das, was du schreibst, tatsächlich in deinem Umfeld
gebräuchlich?
Ich dachte da an Vater und Sohn, die beide genauso sind, wie ich oben
beschrieb. Die meinen, viel zu wissen und erklären es anderen - bis man
merkt, dass nichts weiter geht.
Die Frau und Mutter ist dominant, aber nicht unsympathische.
Jedenfalls für Außenstehende.

Dorothee
Stefan Schmitz
2017-07-17 21:47:37 UTC
Antworten
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Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Post by Stefan Schmitz
Post by Dorothee Hermann
Für mich ist ein Pantoffelheld eher ein Schwächling, ein Maulheld -
der vom sicheren Sofa aus darüber schwadroniert, was alles gemacht
und getan werden müsste und was er alles machen würde /wenn/ ...!
Das halte ich für eine mögliche - und auch verständliche - Bedeutung,
aus der sich die des unterdrückten Ehemanns entwickelt hat. Ich kenne
aber nur letztere und habe auch nirgends eine andere gefunden.
Ist das, was du schreibst, tatsächlich in deinem Umfeld
gebräuchlich?
Ich dachte da an Vater und Sohn, die beide genauso sind, wie ich oben
beschrieb. Die meinen, viel zu wissen und erklären es anderen - bis man
merkt, dass nichts weiter geht.
Die Frau und Mutter ist dominant, aber nicht unsympathische.
Jedenfalls für Außenstehende.
Meine Frage nach der Gebräuchlichkeit bezog sich auf den Ausdruck "Pantoffelheld" für solches Verhalten.
Jetzt merke ich, dass man sie auch auf das Verhalten selbst beziehen kann.
Hartmut Kraus
2017-07-17 21:51:15 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Stefan Schmitz
Post by Dorothee Hermann
Für mich ist ein Pantoffelheld eher ein Schwächling, ein Maulheld -
der vom sicheren Sofa aus darüber schwadroniert, was alles gemacht
und getan werden müsste und was er alles machen würde /wenn/ ...!
Das halte ich für eine mögliche - und auch verständliche - Bedeutung,
aus der sich die des unterdrückten Ehemanns entwickelt hat. Ich kenne
aber nur letztere und habe auch nirgends eine andere gefunden.
Ist das, was du schreibst, tatsächlich in deinem Umfeld
gebräuchlich?
Ich dachte da an Vater und Sohn, die beide genauso sind, wie ich oben
beschrieb. Die meinen, viel zu wissen und erklären es anderen - bis man
merkt, dass nichts weiter geht.
Die Frau und Mutter ist dominant, aber nicht unsympathische.
Jedenfalls für Außenstehende.
Klarer Fall. Wer sich dominieren lässt, ist selber schuld. Gilt für
beide Seiten.
--
http://www.hkraus.eu/
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