Discussion:
nahe legen vs nahelegen
(zu alt für eine Antwort)
Gunhild Simon
2017-09-03 13:06:29 UTC
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Raw Message
Noch ein Spon-Vertipper (?):
"Kein Reporter will dem armen Mann zu nahetreten"

Schon durch das Adverb "zu" mit der Bedeutung
"nicht mehr angemessenes Maß" wird eine Zuordnung
und Getrenntschreibung nahegelegt (Infinitiv:
nahelegen.
Hier: nahetreten, aber: zu nahe treten.
Ich erkenne mit Freude, Duden-online sieht dies
wie ich.
Dagegen mahnt die Rechtschreibkontrolle die
Zusammenschreibung an.

Gruß
Gunhild
Roland Franzius
2017-09-03 14:02:23 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
Dagegen mahnt die Rechtschreibkontrolle die
Zusammenschreibung an.
Das ist wie mit der Fahrkartenkontrolle. Die sichert auch nicht, dass
man die richtige Fahrkarte gelöst hat und im Wunschzug sitzt.

Übigens, warum eigentlich löst man Fahrkarten?
Weil die Bahn davon einen Erlös hat?
--
Roland Franzius
Tom Bola
2017-09-03 14:27:15 UTC
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Post by Roland Franzius
Post by Gunhild Simon
Dagegen mahnt die Rechtschreibkontrolle die
Zusammenschreibung an.
Das ist wie mit der Fahrkartenkontrolle. Die sichert auch nicht, dass
man die richtige Fahrkarte gelöst hat und im Wunschzug sitzt.
Übigens, warum eigentlich löst man Fahrkarten?
Weil die Bahn davon einen Erlös hat?
https://www.gutefrage.net/frage/wieso-muss-man-eine-fahrkarte-loesen

"... genau daher stammt der Begriff. Vor den heutigen Karten aus
dem Automaten gab es die Edmonsonschen Fahrkarten. Das waren bedruckte
Karten aus Pappe, etwa 3 mal 6 cm groß, die in riesigen Maschinen im
Fahrkartenschalter bedruckt wurden. Und davor wurden Fahrkarten "aus
dem Schrank" verkauft. Die waren abreissbar von einem Block, nicht
von einer Rolle und mussten von dem Block "gelöst" werden.
"
Jakob Achterndiek
2017-09-03 18:12:37 UTC
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Post by Tom Bola
Post by Roland Franzius
[..]
Übigens, warum eigentlich löst man Fahrkarten?
Weil die Bahn davon einen Erlös hat?
https://www.gutefrage.net/frage/wieso-muss-man-eine-fahrkarte-loesen
"... genau daher stammt der Begriff. Vor den heutigen Karten aus
dem Automaten gab es die Edmonsonschen Fahrkarten. Das waren bedruckte
Karten aus Pappe, etwa 3 mal 6 cm groß, die in riesigen Maschinen im
Fahrkartenschalter bedruckt wurden. Und davor wurden Fahrkarten "aus
dem Schrank" verkauft. Die waren abreissbar von einem Block, nicht
von einer Rolle und mussten von dem Block "gelöst" werden.
"
Das ist ein Witz, phantasievoll zusammengebastelt auf der Grundlage von
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Edmondson

Eine vernünftige Erklärung bietet:
http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&lemma=loesen
| lösen, verb. los machen; wie das ihm zu grunde liegende adjectiv ein
| gemeingermanisches wort: goth. lausjan; altnord. leysa; alts. altnfr.
| lôsian, lôsan; ags. lŷsan; fries. lêsa; ahd. lôsan, mhd. lœsen [..].
| lôste, welcher rückumlaut nach dem mhd. bis auf spuren verschwindet,
| es hat sich im hochdeutschen, wie auch in den verwandten neueren
| dialekten, in reicher bedeutung entwickelt.
Weiter unter 9)
| d) lösen, bezüglich einer abgabe an die obrigkeit: [..] so were es
| dennoch tausent mal besser, das kein christen mensch den ablasz löset
| oder begeret. Luther 1, 46b; [..]
| e) auch sonst durch zahlung an sich bringen: er löste ein billet zum
| schnellzuge; ein billet ins theater lösen; [..]
--
j/\a
Roland Franzius
2017-09-03 18:24:12 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Tom Bola
Post by Roland Franzius
[..]
Übigens, warum eigentlich löst man Fahrkarten?
Weil die Bahn davon einen Erlös hat?
https://www.gutefrage.net/frage/wieso-muss-man-eine-fahrkarte-loesen
"... genau daher stammt der Begriff. Vor den heutigen Karten aus
dem Automaten gab es die Edmonsonschen Fahrkarten. Das waren bedruckte
Karten aus Pappe, etwa 3 mal 6 cm groß, die in riesigen Maschinen im
Fahrkartenschalter bedruckt wurden. Und davor wurden Fahrkarten "aus
dem Schrank" verkauft. Die waren abreissbar von einem Block, nicht
von einer Rolle und mussten von dem Block "gelöst" werden.
"
Das ist ein Witz, phantasievoll zusammengebastelt auf der Grundlage von
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Edmondson
http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&lemma=loesen
| lösen, verb. los machen; wie das ihm zu grunde liegende adjectiv ein
| gemeingermanisches wort: goth. lausjan; altnord. leysa; alts. altnfr.
| lôsian, lôsan; ags. lŷsan; fries. lêsa; ahd. lôsan, mhd. lœsen [..].
| lôste, welcher rückumlaut nach dem mhd. bis auf spuren verschwindet,
| es hat sich im hochdeutschen, wie auch in den verwandten neueren
| dialekten, in reicher bedeutung entwickelt.
Weiter unter 9)
| d) lösen, bezüglich einer abgabe an die obrigkeit: [..] so were es
| dennoch tausent mal besser, das kein christen mensch den ablasz löset
| oder begeret. Luther 1, 46b; [..]
| e) auch sonst durch zahlung an sich bringen: er löste ein billet zum
| schnellzuge; ein billet ins theater lösen; [..]
Das erklärt uns ja zugleich erschöpfend, warum man zum Theaterbesuch
oder für eine Schnellzugfahrt erstmal was locker machen muss.
--
Roland Franzius
Ralf Joerres
2017-09-11 07:51:36 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Tom Bola
Post by Roland Franzius
[..]
Übigens, warum eigentlich löst man Fahrkarten?
Weil die Bahn davon einen Erlös hat?
https://www.gutefrage.net/frage/wieso-muss-man-eine-fahrkarte-loesen
"... genau daher stammt der Begriff. Vor den heutigen Karten aus
dem Automaten gab es die Edmonsonschen Fahrkarten. Das waren bedruckte
Karten aus Pappe, etwa 3 mal 6 cm groß, die in riesigen Maschinen im
Fahrkartenschalter bedruckt wurden. Und davor wurden Fahrkarten "aus
dem Schrank" verkauft. Die waren abreissbar von einem Block, nicht
von einer Rolle und mussten von dem Block "gelöst" werden.
"
Das ist ein Witz, phantasievoll zusammengebastelt auf der Grundlage von
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Edmondson
http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&lemma=loesen
| lösen, verb. los machen; wie das ihm zu grunde liegende adjectiv ein
| gemeingermanisches wort: goth. lausjan; altnord. leysa; alts. altnfr.
| lôsian, lôsan; ags. lŷsan; fries. lêsa; ahd. lôsan, mhd. lœsen [..].
| lôste, welcher rückumlaut nach dem mhd. bis auf spuren verschwindet,
| es hat sich im hochdeutschen, wie auch in den verwandten neueren
| dialekten, in reicher bedeutung entwickelt.
Weiter unter 9)
| d) lösen, bezüglich einer abgabe an die obrigkeit: [..] so were es
| dennoch tausent mal besser, das kein christen mensch den ablasz löset
| oder begeret. Luther 1, 46b; [..]
| e) auch sonst durch zahlung an sich bringen: er löste ein billet zum
| schnellzuge; ein billet ins theater lösen; [..]
Ist das jetzt eine Bedeutungserklärung? Ich ahne einen vagen Bezug zu
'loskaufen' (sich oder jn), sehe den hier aber nicht benannt. Oder
trügt diese Ahnung. Gibt es einen Zusammenhang zu (einen Brief
'frei machen / freimachen'?

Gruß Ralf Joerres

Sergio Gatti
2017-09-03 17:01:57 UTC
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Post by Gunhild Simon
Dagegen mahnt die Rechtschreibkontrolle die
Zusammenschreibung an.
Na ja, wer - egal, in welcher Sprache - sich auf die
Rechtschreibkontrolle von W... verlässt ... Kein Kommentar!
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