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Wo ist Mama? - Volkshochschule.
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Ralf Joerres
2018-07-15 17:09:21 UTC
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Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.

Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch. 'Wohin willst du?' - 'Berufsschule.' Für mich falsch. Oder
nur 'sehr salopp'? 'Cool'? 'Wo finde ich bei Ihnen Koffer?' - 'Fahren
Sie erste Etage, gleich links.' Könnte ich mir so vorstellen, falls
ich's so gehört haben sollte, hab ich's nicht registriert.

Gruß Ralf Joerres
Stefan Ram
2018-07-15 17:22:39 UTC
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Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Das Kind wird zu dem Zeitpunkt der Fragestellung gerade
mit seinem Telephon beschäftigt gewesen sein. Da bleiben
für den mündlichen Kanal nur wenig Ressourcen.
Stefan Schmitz
2018-07-15 17:43:11 UTC
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Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch. 'Wohin willst du?' - 'Berufsschule.' Für mich falsch. Oder
Findest du das etwa auch falsch?
Wohin? - Berufsschule.
Post by Ralf Joerres
nur 'sehr salopp'? 'Cool'? 'Wo finde ich bei Ihnen Koffer?' - 'Fahren
Sie erste Etage, gleich links.' Könnte ich mir so vorstellen, falls
ich's so gehört haben sollte, hab ich's nicht registriert.
Nur dein letztes Beispiel finde ich falsch. Da werden aus einem Satz in normaler
Grammatik nur Präposition und Artikel entfernt.
Alles andere sind einfach Sprecharbeit ersparende Einwortantworten.
Ralf Joerres
2018-07-15 19:16:56 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch. 'Wohin willst du?' - 'Berufsschule.' Für mich falsch. Oder
Findest du das etwa auch falsch?
Wohin? - Berufsschule.
Post by Ralf Joerres
nur 'sehr salopp'? 'Cool'? 'Wo finde ich bei Ihnen Koffer?' - 'Fahren
Sie erste Etage, gleich links.' Könnte ich mir so vorstellen, falls
ich's so gehört haben sollte, hab ich's nicht registriert.
Nur dein letztes Beispiel finde ich falsch. Da werden aus einem Satz in normaler
Grammatik nur Präposition und Artikel entfernt.
Alles andere sind einfach Sprecharbeit ersparende Einwortantworten.
Ja, kann man auch soo auffassen. Ich denke immer, ich hätte früher nicht
so geredet.

Ralf Joerres
René Marquardt
2018-07-15 17:49:09 UTC
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Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Genauso hat man auch "früher" schon gesprochen, besonders,
wo du es extra erwähnt hast, im Rahmen von Tischgesprächen,
wo man den Mund voll hat. Schon "Volkshochschule" als Antwort
kommt mir schon zu ausgiebig vor, und ich hätte "Ahmdkurs"
oder "Yoga" gemümmelt.
Post by Ralf Joerres
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch.
"Bahlina, was frachstn so bleede,"
Post by Ralf Joerres
'Wohin willst du?' - 'Berufsschule.' Für mich falsch. Oder
nur 'sehr salopp'? 'Cool'? 'Wo finde ich bei Ihnen Koffer?' - 'Fahren
Sie erste Etage, gleich links.' Könnte ich mir so vorstellen, falls
ich's so gehört haben sollte, hab ich's nicht registriert.
Erster Stock, links.
Lars Bräsicke
2018-07-15 17:52:13 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Genauso hat man auch "früher" schon gesprochen, besonders,
wo du es extra erwähnt hast, im Rahmen von Tischgesprächen,
wo man den Mund voll hat. Schon "Volkshochschule" als Antwort
kommt mir schon zu ausgiebig vor, und ich hätte "Ahmdkurs"
oder "Yoga" gemümmelt.
Post by Ralf Joerres
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch.
"Bahlina, was frachstn so bleede,"
Was soll das sein?
Berlinerisch ist es nicht.
Detlef Meißner
2018-07-15 18:00:42 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
"Bahlina, was frachstn so bleede,"
Was soll das sein?
Berlinerisch ist es nicht.
Ein Bayer in Berlin.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Der Habakuk.
2018-07-15 18:01:17 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
"Bahlina, was frachstn so bleede,"
Was soll das sein?
Berlinerisch ist es nicht.
Ein Bayer in Berlin.
Detlef
Wohl kaum!
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Detlef Meißner
2018-07-15 18:07:04 UTC
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Post by Der Habakuk.
Post by Detlef Meißner
Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
"Bahlina, was frachstn so bleede,"
Was soll das sein?
Berlinerisch ist es nicht.
Ein Bayer in Berlin.
Wohl kaum!
Ick bin een Bahlina!
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
René Marquardt
2018-07-15 18:06:49 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Genauso hat man auch "früher" schon gesprochen, besonders,
wo du es extra erwähnt hast, im Rahmen von Tischgesprächen,
wo man den Mund voll hat. Schon "Volkshochschule" als Antwort
kommt mir schon zu ausgiebig vor, und ich hätte "Ahmdkurs"
oder "Yoga" gemümmelt.
Post by Ralf Joerres
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch.
"Bahlina, was frachstn so bleede,"
Was soll das sein?
Berlinerisch ist es nicht.
Warum sollte das Berlinerisch sein? Gibts in Berlin einen Berliner Platz?
Und wenn ja, warum?
Detlef Meißner
2018-07-15 18:10:02 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Ralf Joerres
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch.
"Bahlina, was frachstn so bleede,"
Was soll das sein?
Berlinerisch ist es nicht.
Warum sollte das Berlinerisch sein? Gibts in Berlin einen Berliner Platz?
Nein, aber mehrere Berliner Straßen.

Warum? Das kann man sich denken.

Detlef
--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)
Lars Bräsicke
2018-07-15 18:54:35 UTC
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Post by René Marquardt
On Sunday, July 15, 2018 at 12:09:22 PM UTC-5, Ralf Joerres
Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" -
"Volkshochschule." Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es
so vor, dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher'
nicht möglich war.
Genauso hat man auch "früher" schon gesprochen, besonders, wo du
es extra erwähnt hast, im Rahmen von Tischgesprächen, wo man den
Mund voll hat. Schon "Volkshochschule" als Antwort kommt mir
schon zu ausgiebig vor, und ich hätte "Ahmdkurs" oder "Yoga"
gemümmelt.
Post by Ralf Joerres
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir
sicher, dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition
inzwischen öfter vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner
Platz.' Da ist es der Name der Haltestelle, sozusagen
Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem Namen) Berliner
Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge aber
auch.
"Bahlina, was frachstn so bleede,"
Was soll das sein? Berlinerisch ist es nicht.
Warum sollte das Berlinerisch sein?
Weil "Bahlina" gern fälschlich als Berliner Aussprache von "Berliner"
behauptet wird.
Ich hätte keine Idee, wo man es tatsächlich so aussprechen könnte.
Post by René Marquardt
Gibts in Berlin einen Berliner
Platz? Und wenn ja, warum?
Gleich drei Gegenfragen statt eine zu beantworten.
In Ahrensfelde gibt es einen Berliner Platz. Liegt knapp neben Berlin.
Knapp vorbei is ooch daneben, wie et so schön heißt.
Gäbe es einen in Berlin, dann weil man ihn so benannt hätte, vermutlich
zu Zeiten, als der Platz noch nicht in Berlin lag.
U***@web.de
2018-07-16 08:19:41 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Weil "Bahlina" gern fälschlich als Berliner Aussprache von "Berliner"
behauptet wird.
Ich hätte keine Idee, wo man es tatsächlich so aussprechen könnte.
Das hier https://books.google.de/books?id=ii37TE4uQDwC&pg=PA476&lpg=PA476&dq=%22Bahlina%22+icke&source=bl&ots=q1hdT0_9oB&sig=4ud14YNLoHhdsm0LaZPXkVSUoWM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiai8TIl6PcAhWJPFAKHclZDpYQ6AEIKjAA#v=onepage&q=%22Bahlina%22%20icke&f=false
sei also Mumpitz oder eine nicht identifizierbare
Nachbarmundart?

Gruß, ULF
Der Habakuk.
2018-07-16 08:30:04 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Lars Bräsicke
Weil "Bahlina" gern fälschlich als Berliner Aussprache von "Berliner"
behauptet wird.
Ich hätte keine Idee, wo man es tatsächlich so aussprechen könnte.
Na, in Beelitz dann wohl nicht. :-)

Aber will da nicht der Schwanz mit dem Hund wedeln, wenn Lars sich an
der Beelitzer Aussprache orientiert?
Post by U***@web.de
Das hier https://books.google.de/books?id=ii37TE4uQDwC&pg=PA476&lpg=PA476&dq=%22Bahlina%22+icke&source=bl&ots=q1hdT0_9oB&sig=4ud14YNLoHhdsm0LaZPXkVSUoWM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiai8TIl6PcAhWJPFAKHclZDpYQ6AEIKjAA#v=onepage&q=%22Bahlina%22%20icke&f=false
sei also Mumpitz oder eine nicht identifizierbare
Nachbarmundart?
Gruß, ULF
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Lars Bräsicke
2018-07-16 16:44:50 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Lars Bräsicke
Weil "Bahlina" gern fälschlich als Berliner Aussprache von "Berliner"
behauptet wird.
Ich hätte keine Idee, wo man es tatsächlich so aussprechen könnte.
Das hier https://books.google.de/books?id=ii37TE4uQDwC&pg=PA476&lpg=PA476&dq=%22Bahlina%22+icke&source=bl&ots=q1hdT0_9oB&sig=4ud14YNLoHhdsm0LaZPXkVSUoWM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiai8TIl6PcAhWJPFAKHclZDpYQ6AEIKjAA#v=onepage&q=%22Bahlina%22%20icke&f=false
sei also Mumpitz oder eine nicht identifizierbare
Nachbarmundart?
Dit is völlja Mumpitz, du sachstet.

[bɛɐ̯ˈliːnɐ] wird nie zu [ba(ː)ˈliːnɐ].

Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
René Marquardt
2018-07-16 17:23:45 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Lars Bräsicke
2018-07-16 17:38:50 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Das sind ja auch echte Mundarten.
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze Mark
Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen Mundarten
gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.

Meine Urgroßmutter sprach noch Märkisches Platt. Das kann man bei
Fontane nachlesen: "Junge, wiste 'ne Beer?" "Lütt Dirn, kumm man röwer,
ick hebb 'ne Birn."
René Marquardt
2018-07-16 17:48:22 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Das sind ja auch echte Mundarten.
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze Mark
Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen Mundarten
gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.
Echt? Man kann nicht hoeren, ob einer aus Wilmersdorf oder
Hellersdorf ist? Oder aus dem Umland? (Das war eine
echte Frage von mir, keine rhetorische). Ist das ein
nachwendisches Resultat? (ebenfalls eine echte Frage).
Ich moecht' mir einbilden, die Unterschiede konnte man
in den 1980ern und 90ern noch hoeren.
Christina Kunze
2018-07-16 18:00:09 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Das sind ja auch echte Mundarten.
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze Mark
Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen Mundarten
gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.
Aber es muss innerhalb von Berlin Dialektunterscheidungen gegeben haben.
Mein Großvater, der aus der Immanuelkirchstraße stammte, hat erzählt,
dass man in seiner Jugend an der Sprache erkennen konnte, ob jemand aus
dem Prenzlauer Berg, aus Wedding oder aus Neukölln kam.

chr
Lars Bräsicke
2018-07-16 18:46:59 UTC
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Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Das sind ja auch echte Mundarten.
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze
Mark Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen
Mundarten gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.
Aber es muss innerhalb von Berlin Dialektunterscheidungen gegeben haben.
Mein Großvater, der aus der Immanuelkirchstraße stammte, hat erzählt,
dass man in seiner Jugend an der Sprache erkennen konnte, ob jemand aus
dem Prenzlauer Berg, aus Wedding oder aus Neukölln kam.
Wäre interessant, woran.
Christina Kunze
2018-07-16 19:09:16 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by Christina Kunze
Aber es muss innerhalb von Berlin Dialektunterscheidungen gegeben
haben. Mein Großvater, der aus der Immanuelkirchstraße stammte, hat
erzählt, dass man in seiner Jugend an der Sprache erkennen konnte, ob
jemand aus dem Prenzlauer Berg, aus Wedding oder aus Neukölln kam.
Wäre interessant, woran.
Das kann ich leider nicht mehr fragen.
Die Zeit, von der er erzählt hat, war vor dem II. Wk.

chr
Jakob Achterndiek
2018-07-16 22:17:27 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by Christina Kunze
Aber es muss innerhalb von Berlin Dialektunterscheidungen gegeben
haben. Mein Großvater, der aus der Immanuelkirchstraße stammte, hat
erzählt, dass man in seiner Jugend an der Sprache erkennen konnte, ob
jemand aus dem Prenzlauer Berg, aus Wedding oder aus Neukölln kam.
Wäre interessant, woran.
Eine Erklärung kann sein, daß Berlin über viele Jahrzehnte Einwanderer
aus den deutschen Provinzen angezogen hat und daß diese Einwanderer sich
vorzugsweise in Vierteln niedergelassen haben, wo schon möglichst viele
ihresgleichen wohnten: Pommern zu Pommern, Schlesier zu Schlesiern,
Schwaben zu Schwaben usw. Bei aller sonstigen Assimilation blieben so
die Färbungen der Ursprungsdialekte hörbar und damit die Quartiere
unterscheidbar.
Dies galt vorzugsweise bei sogenannten niederen Bevölkerungsschichten.
Die besser Verdienenden sonderten sich ihrerseits im Berliner Westen
und Südwesten ab und nahmen allenfalls ein hochdeutsches Honoratioren-
Berlinisch mit Ähnlichkeiten zum Kasino-Ton des Offizierscorps an.
--
j/\a
Martin Udelhoven
2018-07-17 12:29:10 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Lars Bräsicke
Post by Christina Kunze
Aber es muss innerhalb von Berlin Dialektunterscheidungen gegeben
haben. Mein Großvater, der aus der Immanuelkirchstraße stammte, hat
erzählt, dass man in seiner Jugend an der Sprache erkennen konnte, ob
jemand aus dem Prenzlauer Berg, aus Wedding oder aus Neukölln kam.
Wäre interessant, woran.
Eine Erklärung kann sein, daß Berlin über viele Jahrzehnte Einwanderer
aus den deutschen Provinzen angezogen hat und daß diese Einwanderer sich
vorzugsweise in Vierteln niedergelassen haben, wo schon möglichst viele
ihresgleichen wohnten: Pommern zu Pommern, Schlesier zu Schlesiern,
Schwaben zu Schwaben usw. Bei aller sonstigen Assimilation blieben so
die Färbungen der Ursprungsdialekte hörbar und damit die Quartiere
unterscheidbar.
Eine besondere Erklärung braucht es dazu meiner Ansicht nach nicht.
Der Erzählung meiner Eltern zufolge, deren Kindheit in der 30er Jahren in
Köln war, war es dort ganz genauso: Man erkannte verschiedene Varianten des
Kölschen in den Stadtteilen.
Vermutlich sind die Leute früher einfach mehr in Ihrem Wohngebiet geblieben
und haben sich vorwiegend dort ausgetauscht.

Martin
Stefan Ram
2018-07-17 13:10:47 UTC
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Raw Message
Post by Martin Udelhoven
Der Erzählung meiner Eltern zufolge, deren Kindheit in der 30er Jahren in
Köln war, war es dort ganz genauso: Man erkannte verschiedene Varianten des
Kölschen in den Stadtteilen.
So etwas hört man auch aus WIMRE London und Paris. In New
York hängt die Aussprache von der sozialen Schicht und der
Herkunft (irisch, italienisch, puertorikanisch, afrikanisch,
jüdisch u.s.w.) ab. Da die verschiedenen Ethnien sich in
verschiedenen Stadtteilen konzentrieren, dann auch vom
Stadtteil. Für Paris unterscheidet Canepari zwischen der
Aussprache der Stadt und der ihrer Vorstädte. Das
eigentliche Cockney verortet Canepari in einem Abschnitt im
Osten Londons nördlich der Themse ("East End of London").

In Berlin war es in den 90er Jahren oft klar hörbar, wenn
jemand aus Ost-Berlin kam, wo sich das Berlinern noch mehr
gehalten hatte als in Berlin (West).

Mich würde es ja im Prinzip reizen, wieder mehr Berlinisch
zu sprechen, aber dann müßte ich Dinge sagen, die im normalen
Deutsch total falsch klingen, z.B. "der Datum", und die Hörer
würden mich für blöd halten. Schade. In den 80er gab es hier
an der FU (in Berlin [West]) einen Mathe-Prof, der in seinen
Vorlesungen konsequent berlinert hat.
Martin Gerdes
2018-07-22 22:22:43 UTC
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Die besser Verdienenden ...
Diese Schreibweise stört mich (wie auch "die über 30jährigen").

Wenn man das abgetrennte Wort wegläßt, ändert das die Bedeutung völlig,
was üblicherweise bei Attributen so nicht der Fall ist.

Meines Erachtens sollte es "Besserverdienende" heißen und
"Schwerverletzte".
Jakob Achterndiek
2018-07-24 15:27:45 UTC
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Raw Message
Post by Martin Gerdes
Die besser Verdienenden ...
Diese Schreibweise stört mich (wie auch "die über 30jährigen").
[..]
Meines Erachtens sollte es "Besserverdienende" heißen und
"Schwerverletzte".
Bei den 30jährigen bin ich bei der alten Schreibgewohnheit
geblieben, wie sie in meinem Jubiläumsduden von 1980 unter
"achtjährig" vorgeschlagen war. Die "Besserverdienenden"
sind jedesmal wieder ein Stolperstein, bei dem ich mich
meistens (so auch diesmal) bewußt dafür entscheide, die
ganz armen Schlucker und unter den Verdienenden auch die
schlechter Verdienenden zu übersehen und, wenn es denn
sein muß, nur die besser Verdienenden zu erwähnen. (Wenn
dabei der Christian Lindner ins Bild rutscht, ist das eine
posttraumatische Belastungsstörung.)
--
j/\a
U***@web.de
2018-07-24 16:02:34 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
(Wenn
dabei der Christian Lindner ins Bild rutscht, ist das eine
posttraumatische Belastungsstörung.)
Allerdings. Die Partei der Besserverdiener bzw. derer,
die es nicht besser verdient haben, fußt insoweit auf
Werner Hoyer.

Hätten sie tatsächlich gewollot, daß alle besser verdienen,
wären sie nicht so gegen Mindestlöhne eingetreten.
Martin Gerdes
2018-07-25 22:33:12 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Post by Martin Gerdes
Die besser Verdienenden ...
Diese Schreibweise stört mich (wie auch "die über 30jährigen").
[..]
Meines Erachtens sollte es "Besserverdienende" heißen und
"Schwerverletzte".
... und eigentlich Überdreißigjährige. Eine überzeugende Schreibweise
mit Ziffern fällt mir nicht ein.
Post by Jakob Achterndiek
Bei den 30jährigen bin ich bei der alten Schreibgewohnheit
geblieben, wie sie in meinem Jubiläumsduden von 1980 unter
"achtjährig" vorgeschlagen war.
Der Knackpunkt sind nicht die 30jährigen, sondern die
Überdreißigjährigen.
Post by Jakob Achterndiek
Die "Besserverdienenden" sind jedesmal wieder ein
Stolperstein
Eigentlich nicht, denn "Verdienende" gibt es an sich nicht.
Der DU führt das Wort zwar auf (wohl aus systematischen Gründen), aber
in freier Wildbahn kommt es nicht vor, und selbst der reformfreudige DU
"empfiehlt" die (neuschreiblich unsystematische) Schreibung
"Besserverdienende".

Florian Ritter
2018-07-17 11:00:41 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by Christina Kunze
Post by Lars Bräsicke
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze
Mark Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen
Mundarten gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.
Aber es muss innerhalb von Berlin Dialektunterscheidungen gegeben haben.
Mein Großvater, der aus der Immanuelkirchstraße stammte, hat erzählt,
dass man in seiner Jugend an der Sprache erkennen konnte, ob jemand aus
dem Prenzlauer Berg, aus Wedding oder aus Neukölln kam.
Wäre interessant, woran.
Der gewerbliche Arbeitnehmer Eddy gab mal in einer seiner
fein komponierten und wohl choreographierten Erzählungen
zum Besten, wie es dazu kam, daß er lediglich mit einem Weiberrock
bekleidet im Schweinsgalopp die Immanuelkirchstraße runterlief.
Er begann also:
Een'n Tach hatt' ick keene Lust su arbeet'n, kann ja ma vorkomm' -
Mann, det war heiß. Bin ick inne Kneipe anne Prenslauer, wa, da hab ick
'ne Olle klarjemacht...

FR
U***@web.de
2018-07-16 19:24:52 UTC
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Raw Message
Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Das sind ja auch echte Mundarten.
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze Mark
Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen Mundarten
gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark-brandenburgische_Dialekte
liest sich aber nicht so, als sei deswegen alles
Einheitsbrei.

Gruß, ULF
Lars Bräsicke
2018-07-16 19:54:38 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Das sind ja auch echte Mundarten.
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze Mark
Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen Mundarten
gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark-brandenburgische_Dialekte
liest sich aber nicht so, als sei deswegen alles
Einheitsbrei.
Das sind die niederdeutschen Mundarten, die verdrängt wurden. Spricht
keiner mehr.
U***@web.de
2018-07-17 06:07:43 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by U***@web.de
Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Das sind ja auch echte Mundarten.
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze Mark
Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen Mundarten
gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark-brandenburgische_Dialekte
liest sich aber nicht so, als sei deswegen alles
Einheitsbrei.
Das sind die niederdeutschen Mundarten, die verdrängt wurden. Spricht
keiner mehr.
Klingt nicht so, als hättest Du bis zur
Verdrängungsbeschreibung in https://de.wikipedia.org/wiki/Mark-brandenburgische_Dialekte#Besonderheiten
gelesen.

Gruß, ULF
Florian Ritter
2018-07-17 10:46:17 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by René Marquardt
Post by Lars Bräsicke
Nachbarmundarten im Sinne eines Dialektkontinuums gibt es nicht.
Nicht? Die Mundarten in Thueringen kann der Einheimische
bis aufs konkrete Dorf unterscheiden, also feststellen,
ob zb einer in Saalfeld oder Rudolstadt heimisch ist.
Dem Aussenstehenden klingen ganz Thueringen und Sachsen
gleich, von den Feinheiten Thueringer Dialekte bekommt
er gar nichts mit.
Mein Interesse daran geht asymptotisch gegen null.
Post by Lars Bräsicke
Das sind ja auch echte Mundarten.
Berlinerisch ist ein Metrolekt, eine Mischsprache.
Es war zunächst nur Stadtsprache, hat sich dann aber auf die ganze Mark
Brandenburg aussgedehnt und die ursprüngl. niederdeutschen Mundarten
gründlich verdrängt. Größere Unterschiede gibt es da nicht.
Anders spricht der Eberswalder, anders der Angermünder.
Post by Lars Bräsicke
Meine Urgroßmutter sprach noch Märkisches Platt. Das kann man bei
Fontane nachlesen: "Junge, wiste 'ne Beer?" "Lütt Dirn, kumm man röwer,
ick hebb 'ne Birn."
Meine Mutter hatte in den letzten Dekaden letzten Jahrtausends des
öfteren Patienten aus dem Umland, die märkisch Platt sprachen, dies
ihr gegenüber aber nur unwillig taten.
Auch wurde ich in dem Intershop im Bhf. Friedrichstr. (zu ebener Erde,
neben dem Postamt) einmal Zeuge, wie einige Herrschaften vom Lande in
diesem Dialekt beratschlagten, wat se denn to smöken köben sallen - FR
Christina Kunze
2018-07-16 17:58:04 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by U***@web.de
Post by Lars Bräsicke
Weil "Bahlina" gern fälschlich als Berliner Aussprache von "Berliner"
behauptet wird.
Ich hätte keine Idee, wo man es tatsächlich so aussprechen könnte.
Das hier
https://books.google.de/books?id=ii37TE4uQDwC&pg=PA476&lpg=PA476&dq=%22Bahlina%22+icke&source=bl&ots=q1hdT0_9oB&sig=4ud14YNLoHhdsm0LaZPXkVSUoWM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiai8TIl6PcAhWJPFAKHclZDpYQ6AEIKjAA#v=onepage&q=%22Bahlina%22%20icke&f=false
sei also Mumpitz oder eine nicht identifizierbare
Nachbarmundart?
Dit is völlja Mumpitz, du sachstet.
[bɛɐ̯ˈliːnɐ] wird nie zu [ba(ː)ˈliːnɐ].
Außenstehende hören das oft so. Ick weeß ja och nee[1], warum.

[1] Wie würdest Du das schreiben? Nicht das "nich", ich spreche da kein
"ch", aber eigentlich auch nicht das betonte "nee".


chr
Lars Bräsicke
2018-07-16 18:42:04 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Lars Bräsicke
Post by U***@web.de
Post by Lars Bräsicke
Weil "Bahlina" gern fälschlich als Berliner Aussprache von "Berliner"
behauptet wird.
Ich hätte keine Idee, wo man es tatsächlich so aussprechen könnte.
Das hier
https://books.google.de/books?id=ii37TE4uQDwC&pg=PA476&lpg=PA476&dq=%22Bahlina%22+icke&source=bl&ots=q1hdT0_9oB&sig=4ud14YNLoHhdsm0LaZPXkVSUoWM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiai8TIl6PcAhWJPFAKHclZDpYQ6AEIKjAA#v=onepage&q=%22Bahlina%22%20icke&f=false
sei also Mumpitz oder eine nicht identifizierbare
Nachbarmundart?
Dit is völlja Mumpitz, du sachstet.
[bɛɐ̯ˈliːnɐ] wird nie zu [ba(ː)ˈliːnɐ].
Außenstehende hören das oft so. Ick weeß ja och nee[1], warum.
[1] Wie würdest Du das schreiben? Nicht das "nich", ich spreche da kein
"ch", aber eigentlich auch nicht das betonte "nee".
Echt, keen -ch? Nich "nich"?
Da ham wa ja schon een' Unterschied :) Prenzlberja, oder wat?

Wenn es das gleiche "ni-" wie in meinem "nich" ist, dann böte sich ja
"ni’" an.
Florian Ritter
2018-07-17 11:06:12 UTC
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Post by Lars Bräsicke
Post by Christina Kunze
Post by Lars Bräsicke
[bɛɐ̯ˈliːnɐ] wird nie zu [ba(ː)ˈliːnɐ].
Außenstehende hören das oft so. Ick weeß ja och nee[1], warum.
[1] Wie würdest Du das schreiben? Nicht das "nich", ich spreche da kein
"ch", aber eigentlich auch nicht das betonte "nee".
Echt, keen -ch? Nich "nich"?
Da ham wa ja schon een' Unterschied :) Prenzlberja, oder wat?
Wenn es das gleiche "ni-" wie in meinem "nich" ist, dann böte sich ja
"ni’" an.
Ha'm Euch denn Eure Muttis nüschelernt, Ihr sollt nüsch so berlinern?

FR
U***@web.de
2018-07-16 08:16:59 UTC
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Post by René Marquardt
Gibts in Berlin einen Berliner Platz?
Eine Bar des Namens ist im Angebot.
https://www.berlins-hotel.de/Restaurants/Bar-Lounge-Berliner-Platz
Erik Meltzer
2018-07-15 17:52:56 UTC
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Moin!
Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Ein Kumpel zitiert gern ein angeblich so in seiner Familie
mal geführtes Beispiel:

"Hass kauf?" (Was hast Du gekauft?)
"Wurst."
"Watt fürn?" (Was für eine (Sorte)?)
"Leber."

Ich denke, das ist -- wenn auch kaum in solcher Konsequenz --
relativ normal. In vollständigen Sätzen sprechen die wenigsten
immer, und je familiärer und informeller das Umfeld, desto
entspannter wird auch die Sprache.
Post by Ralf Joerres
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch.
Das ist ja sogar in den Ansagen so. "Nächste Haltestelle Berliner
Platz." Logisch, daß das auch seinen Weg in den normalen
Sprachgebrauch findet.
Post by Ralf Joerres
'Wohin willst du?' - 'Berufsschule.' Für mich falsch. Oder
nur 'sehr salopp'?
MUSEN letzteres.
Post by Ralf Joerres
'Wo finde ich bei Ihnen Koffer?' - 'Fahren
Sie erste Etage, gleich links.'
Nein. "Erste Etage gleich links" wäre unauffällig, aber wenn es
wie ein vollständiger Satz anfängt, sollte es auch einer werden.
Sonst ist es ganz schnell dieses Klischee-Migrantendeutsch, das,
wenn es echt ist, ja noch irgendwie niedlich ist, aber sehr schnell
peinlich wird, wenn es wie meist nur nachgemacht wird. "Fährst
du Aldi?"

Liebe Grüße,
Ermel.
--
Nach 10 Jahren oder so zurück im Usenet.
Schmeckt wie früher.
Stefan Ram
2018-07-15 18:08:08 UTC
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Post by Erik Meltzer
"Hass kauf?" (Was hast Du gekauft?)
"Wurst."
Das Gegenteil davon beobachtet man hier manchmal in Berlin:
Ein Vater, der sein im Kinderwagen liegendes wenige Monate
altes Kind mit Sätzen wie:

|Könntest Du es bitte unterlassen, an der Kordel zu ziehen?

anspricht.
Der Habakuk.
2018-07-15 18:13:41 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Ram
Post by Erik Meltzer
"Hass kauf?" (Was hast Du gekauft?)
"Wurst."
Ein Vater, der sein im Kinderwagen liegendes wenige Monate
|Könntest Du es bitte unterlassen, an der Kordel zu ziehen?
anspricht.
Die so Angesprochenen werden dann später die Sprachpäpste hier in
d.e.s.d. :-)
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Erik Meltzer
2018-07-15 18:17:59 UTC
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Raw Message
Moin!
Post by Stefan Ram
Post by Erik Meltzer
"Hass kauf?" (Was hast Du gekauft?)
"Wurst."
Ein Vater, der sein im Kinderwagen liegendes wenige Monate
|Könntest Du es bitte unterlassen, an der Kordel zu ziehen?
anspricht.
Das wird noch etwas unsinniger beim Versuch, Hunden Befehle
zu erteilen:

"Sitz!" (Hund denkt: Sitz? Och nö.)
"Ich hab dir doch gesagt du sollst Sitz machen!" (Hund denkt:
Mensch klingt ungeduldig, was mag er nur wollen?)

Liebe Grüße,
Ermel.--
Nach 10 Jahren oder so zurück im Usenet.
Schmeckt wie früher.
Bertel Lund Hansen
2018-07-15 19:14:04 UTC
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Post by Erik Meltzer
Ein Kumpel zitiert gern ein angeblich so in seiner Familie
"Hass kauf?" (Was hast Du gekauft?)
"Wurst."
"Watt fürn?" (Was für eine (Sorte)?)
"Leber."
So kurz reden auch Dänen. Erst schön geschrieben:

Hvad har du købt?
Pølse.
Hvad for en?
Lever.

und mit (ad hoc) Lautschrift:

var'd'købd?
pøls.
vafo'n?
lewr.
--
/Bertel - aus Dänemark
Andreas Fecht
2018-07-16 06:40:59 UTC
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Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch. 'Wohin willst du?' - 'Berufsschule.' Für mich falsch. Oder
nur 'sehr salopp'? 'Cool'? 'Wo finde ich bei Ihnen Koffer?' - 'Fahren
Sie erste Etage, gleich links.' Könnte ich mir so vorstellen, falls
ich's so gehört haben sollte, hab ich's nicht registriert.
Gruß Ralf Joerres
Zu dem Thema gibt es ein sehr gutes Buch:

https://www.amazon.de/Kommst-Bahnhof-oder-hast-Auto/dp/3446250778

Die Frau hat ihre Doktorarbeit zum einem Buch umformatiert.


Gruß Andreas
--
Dipl.-Ing. (FH) Andreas Fecht
http://www.aftec.de

Wollen Sie diesen Planeten wirklich zerstören?
[J]etzt nicht
[N]a klar
Ralf Joerres
2018-07-16 06:48:40 UTC
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Post by Andreas Fecht
Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch. 'Wohin willst du?' - 'Berufsschule.' Für mich falsch. Oder
nur 'sehr salopp'? 'Cool'? 'Wo finde ich bei Ihnen Koffer?' - 'Fahren
Sie erste Etage, gleich links.' Könnte ich mir so vorstellen, falls
ich's so gehört haben sollte, hab ich's nicht registriert.
Gruß Ralf Joerres
https://www.amazon.de/Kommst-Bahnhof-oder-hast-Auto/dp/3446250778
Die Frau hat ihre Doktorarbeit zum einem Buch umformatiert.
Ich rede hier nicht von Migranten-Pidgin sondern von einer möglichen
Tendenz in normaler deutscher Umgangssprache - die von den anderen
Gruppenmitgliedern hier aber nicht gesehen wird.

Gruß Ralf Joerres
Andreas Fecht
2018-07-16 06:55:05 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Fecht
https://www.amazon.de/Kommst-Bahnhof-oder-hast-Auto/dp/3446250778
Die Frau hat ihre Doktorarbeit zum einem Buch umformatiert.
Ich rede hier nicht von Migranten-Pidgin sondern von einer möglichen
Tendenz in normaler deutscher Umgangssprache - die von den anderen
Genau darum geht's in dem Buch.

Gruß Andreas
--
Dipl.-Ing. (FH) Andreas Fecht
http://www.aftec.de

Wollen Sie diesen Planeten wirklich zerstören?
[J]etzt nicht
[N]a klar
Ralf Joerres
2018-07-16 07:24:34 UTC
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Post by Andreas Fecht
Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Fecht
https://www.amazon.de/Kommst-Bahnhof-oder-hast-Auto/dp/3446250778
Die Frau hat ihre Doktorarbeit zum einem Buch umformatiert.
Ich rede hier nicht von Migranten-Pidgin sondern von einer möglichen
Tendenz in normaler deutscher Umgangssprache - die von den anderen
Genau darum geht's in dem Buch.
Ah, interessant, dann werde ich dem einmal nachgehen. Danke für den Tip.

Gruß Ralf Joerres
Der Habakuk.
2018-07-16 07:00:59 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Fecht
Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch. 'Wohin willst du?' - 'Berufsschule.' Für mich falsch. Oder
nur 'sehr salopp'? 'Cool'? 'Wo finde ich bei Ihnen Koffer?' - 'Fahren
Sie erste Etage, gleich links.' Könnte ich mir so vorstellen, falls
ich's so gehört haben sollte, hab ich's nicht registriert.
Gruß Ralf Joerres
https://www.amazon.de/Kommst-Bahnhof-oder-hast-Auto/dp/3446250778
Die Frau hat ihre Doktorarbeit zum einem Buch umformatiert.
Ich rede hier nicht von Migranten-Pidgin sondern von einer möglichen
Tendenz in normaler deutscher Umgangssprache - die von den anderen
Gruppenmitgliedern hier aber nicht gesehen wird.
Ich sehe die schon.
Nimm nur etwa die Jugend, die oft die Sprache von Migranten imitiert. Ob
nun, weils ihnen cool erscheint, oder aus einem gewissen
Anpassungsdruck, um weniger unangenehm bei denen aufzufallen, oder wegen
'schlagender Argumente' bei entsprechenden Mehrheitsverhältnissen, laß
ich mal dahingestellt. Ich höre so eine "Kanaksprak" jedenfalls an
Bushaltestellen recht häufig und es sind keineswegs immer nur
türkisch-arabische Jungs, sondern auch anscheinend urdeutsche. Da wird
dann auch schon mal gewechselt im Sprachjargon, aber die kennen diese
Kanaksprak sehr genau. Und den Eindruck, daß sie sie benutzen, um die
Migrantenkids zu verspotten, habe ich dabei nicht.
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Andreas Fecht
2018-07-16 10:10:04 UTC
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Post by Der Habakuk.
Post by Ralf Joerres
Post by Andreas Fecht
https://www.amazon.de/Kommst-Bahnhof-oder-hast-Auto/dp/3446250778
Die Frau hat ihre Doktorarbeit zum einem Buch umformatiert.
Ich rede hier nicht von Migranten-Pidgin sondern von einer möglichen
Tendenz in normaler deutscher Umgangssprache - die von den anderen
Gruppenmitgliedern hier aber nicht gesehen wird.
Ich sehe die schon.
Nimm nur etwa die Jugend, die oft die Sprache von Migranten imitiert. Ob nun, weils ihnen cool
erscheint, oder aus einem gewissen Anpassungsdruck, um weniger unangenehm bei denen aufzufallen,
oder wegen 'schlagender Argumente' bei entsprechenden Mehrheitsverhältnissen, laß ich mal
dahingestellt. Ich höre so eine "Kanaksprak" jedenfalls an Bushaltestellen recht häufig und es
sind keineswegs immer nur türkisch-arabische Jungs, sondern auch anscheinend urdeutsche. Da wird
dann auch schon mal gewechselt im Sprachjargon, aber die kennen diese Kanaksprak sehr genau. Und
den Eindruck, daß sie sie benutzen, um die Migrantenkids zu verspotten, habe ich dabei nicht.
Das wird in dem Buch sehr gut hergeleitet,
auch Erkan und Stefan hatten da einen nicht unerheblichen Einfluss.

Gruß Andreas
Matthias Opatz
2018-07-17 12:41:03 UTC
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Post by Ralf Joerres
Ich rede hier nicht von Migranten-Pidgin sondern von einer möglichen
Tendenz in normaler deutscher Umgangssprache - die von den anderen
Gruppenmitgliedern hier aber nicht gesehen wird.
Ich würde von Gruppenteilnehmern oder -angehörigen sprechen.

Mitgliedschaft setzt mMn ein formales Eintrittsprozedere voraus.

Matthias
U***@web.de
2018-07-16 08:12:58 UTC
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Post by Ralf Joerres
Grade in einem Hörspiel gehört: "Wo ist Mama?" - "Volkshochschule."
Tischgespräch in einer deutschen Familie.
Manchmal rede ich selbst so, bin dann irritiert. Mir kommt es so vor,
dass diese spezielle Art von Stenosprache 'früher' nicht möglich war.
Mir fallen jetzt keine weiteren Beispiele ein, aber ich bin mir sicher,
dass Ortsangaben ohne Artikel und Präposition inzwischen öfter
vorkommen. 'Wo steigst du aus?' - 'Berliner Platz.' Da ist es der Name
der Haltestelle, sozusagen Metasprache, 'an der Haltestelle (mit dem
Namen) Berliner Platz' wäre zu umständlich, 'am Berliner Platz' ginge
aber auch.
Sollte es daselbst eine Verkehrsstation der Eisenbahn
geben, wird man auch 'nach Berliner Platz' lösen
und fahren können.

Gruß, ULF
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