Discussion:
Kreditkarte belasten
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Heinz Lohmann
2017-09-29 15:27:05 UTC
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Gerade les ich auf einer Rechnung:
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."

Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Thomas Schade
2017-09-29 15:38:19 UTC
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Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
Ob das kaufmännische Fachsprache ist, weiß ich nicht. Gehört oder
gelesen habe ich das aber schon so oft, dass es mir nicht weiter
auffallen würde.


Ciao
Toscha
--
What do you call a dinosaur with an extensive vocabulary?
A Thesaurus.
H.-P. Schulz
2017-09-29 15:48:06 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
Ob das kaufmännische Fachsprache ist, weiß ich nicht. Gehört oder
gelesen habe ich das aber schon so oft, dass es mir nicht weiter
auffallen würde.
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
sondern das Konto, dem diese Kreditkarte zugeordnet ist.
So wäre dann richtiger - aber wohl schon wieder zu länglich:
"Der fällige Betrag wird dem Konto Ihrer Kreditkarte debitiert."

Oder so
Helmut Richter
2017-09-29 17:28:39 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Post by Thomas Schade
Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
Ob das kaufmännische Fachsprache ist, weiß ich nicht. Gehört oder
gelesen habe ich das aber schon so oft, dass es mir nicht weiter
auffallen würde.
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
Das wird ja auch gar nicht behauptet. Die Aussage stellt nicht fest, wer
oder was belastet wird, sondern wem -- oder vielleicht wessen?
Post by H.-P. Schulz
sondern das Konto, dem diese Kreditkarte zugeordnet ist.
--
Helmut Richter
Helmut Richter
2017-09-29 17:33:03 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by H.-P. Schulz
Post by Thomas Schade
Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
Ob das kaufmännische Fachsprache ist, weiß ich nicht. Gehört oder
gelesen habe ich das aber schon so oft, dass es mir nicht weiter
auffallen würde.
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
Das wird ja auch gar nicht behauptet. Die Aussage stellt nicht fest, wer
oder was belastet wird, sondern wem -- oder vielleicht wessen?
Genauer: Der Betrag wird belastet -- so stehts jedenfalls im Satz

Nur wem? Kann jemandem oder etwas (Dat.) etwas (Akk.) belasten?
--
Helmut Richter
Christina Kunze
2017-09-29 18:44:18 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Helmut Richter
Post by H.-P. Schulz
Post by Thomas Schade
Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
Ob das kaufmännische Fachsprache ist, weiß ich nicht. Gehört oder
gelesen habe ich das aber schon so oft, dass es mir nicht weiter
auffallen würde.
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
Das wird ja auch gar nicht behauptet. Die Aussage stellt nicht fest,
wer oder was belastet wird, sondern wem -- oder vielleicht wessen?
Genauer: Der Betrag wird belastet -- so stehts jedenfalls im Satz
Nur wem? Kann jemandem oder etwas (Dat.) etwas (Akk.) belasten?
Vielleicht kontaminiert mit "gutschreiben"?

chr
Heinz Lohmann
2017-09-30 02:52:12 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Helmut Richter
Post by H.-P. Schulz
Post by Thomas Schade
Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
Ob das kaufmännische Fachsprache ist, weiß ich nicht. Gehört oder
gelesen habe ich das aber schon so oft, dass es mir nicht weiter
auffallen würde.
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
Das wird ja auch gar nicht behauptet. Die Aussage stellt nicht fest, wer
oder was belastet wird, sondern wem -- oder vielleicht wessen?
Genauer: Der Betrag wird belastet -- so stehts jedenfalls im Satz
Nur wem? Kann jemandem oder etwas (Dat.) etwas (Akk.) belasten?
Könnte man irgendwie aus dem Passivsatz einen Aktivsatz machen?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Schmitz
2017-10-03 20:42:30 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Könnte man irgendwie aus dem Passivsatz einen Aktivsatz machen?
Natürlich.
"Wir belasten den Betrag Ihrer Kreditkarte."

Wie Christina schon schrieb, ist das mit "gutschreiben" völlig problemlos.
Gutschreiben ist das Vornehmen einer Überweisung auf das Konto.
Gibt es ein Alternativwort zu "belasten" für das Vornehmen einer Lastschrift?
Gerald Gruner
2017-10-03 21:49:56 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Heinz Lohmann
Könnte man irgendwie aus dem Passivsatz einen Aktivsatz machen?
Natürlich.
"Wir belasten den Betrag Ihrer Kreditkarte."
Wie Christina schon schrieb, ist das mit "gutschreiben" völlig problemlos.
Gutschreiben ist das Vornehmen einer Überweisung auf das Konto.
Gibt es ein Alternativwort zu "belasten" für das Vornehmen einer Lastschrift?
Warum sollte man ein anderes Wort suchen?
Die Phrase "ein Konto zu belasten" dürfte es schon seit Beginn der
systematischen Buchführung gegeben haben. Eine Kreditkarte ist auch nur
eine Variante davon.
Daher konnt dann wohl auch der Begriff "_Last_schrift".

MfG
Gerald
--
No trees were killed in the sending of this message. However
a large number of electrons were terribly inconvenienced.
Helmut Richter
2017-10-04 08:04:56 UTC
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Post by Gerald Gruner
Post by Stefan Schmitz
Natürlich.
"Wir belasten den Betrag Ihrer Kreditkarte."
Wie Christina schon schrieb, ist das mit "gutschreiben" völlig problemlos.
[...]
Warum sollte man ein anderes Wort suchen?
Die Phrase "ein Konto zu belasten" dürfte es schon seit Beginn der
systematischen Buchführung gegeben haben. Eine Kreditkarte ist auch nur
eine Variante davon.
Interessant (und vor mir nicht bemerkte Ursache für den von mit
mitinitiierten Teilthread) ist hier der Ersatzdativ, weil die Position
des Akkusativs schon verbraucht ist.

Wir belasten das Konto (Akk).

aber:

Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat).

Gibts auch in anderen Sprachen, WIMRE.
--
Helmut Richter
Olaf Dietrich
2017-10-04 10:49:01 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Stefan Schmitz
Natürlich.
"Wir belasten den Betrag Ihrer Kreditkarte."
Wie Christina schon schrieb, ist das mit "gutschreiben" völlig problemlos.
[...]
Interessant (und vor mir nicht bemerkte Ursache für den von mit
mitinitiierten Teilthread) ist hier der Ersatzdativ, weil die Position
des Akkusativs schon verbraucht ist.
Wir belasten das Konto (Akk).
Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat).
Das ist verständlich, aber wohl kaum alltagssprachlich.
Einfacher (zu einfach?):

Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.

"Gutschreiben" funktioniert doch klar anders, hier
klingt das folgende durchaus alltagssprachlich:

Wir schreiben dem Konto (Dat) den Betrag (Akk) gut.

Ohne Betrag bleibt der Satz unvollständig (sowohl
im Dativ als auch im Akkusativ):

*Wir schreiben dem Konto (Dat) gut.
*Wir schreiben das Konto (Akk) gut.


Olaf
Andreas Karrer
2017-10-04 11:30:35 UTC
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Post by Olaf Dietrich
"Gutschreiben" funktioniert doch klar anders, hier
Wir schreiben dem Konto (Dat) den Betrag (Akk) gut.
Ohne Betrag bleibt der Satz unvollständig (sowohl
*Wir schreiben dem Konto (Dat) gut.
*Wir schreiben das Konto (Akk) gut.
Meine Bank schrieb jeweils "Wir erkennen Sie mit Fr. 123.45".

Ob sie es immer noch tut, weiss ich nicht, habe seither die Bank
gewechselt. Dieses "erkennen" ist im Duden unter Bedeutung 5
aufgeführt, sogar nach dem biblischen. Irgendwie fehlt mir da ein
"veraltend".

- Andi
René Marquardt
2017-10-04 13:21:55 UTC
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Post by Andreas Karrer
Meine Bank schrieb jeweils "Wir erkennen Sie mit Fr. 123.45".
Ob sie es immer noch tut, weiss ich nicht, habe seither die Bank
gewechselt. Dieses "erkennen" ist im Duden unter Bedeutung 5
aufgeführt, sogar nach dem biblischen. Irgendwie fehlt mir da ein
"veraltend".
- Andi
Na, ob die vielleicht doch die biblische Bedeutung gemeint haben,
die Frechdachse? ;)
U***@web.de
2017-10-04 14:14:24 UTC
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Post by Andreas Karrer
Meine Bank schrieb jeweils "Wir erkennen Sie mit Fr. 123.45".
Ob sie es immer noch tut, weiss ich nicht, habe seither die Bank
gewechselt. Dieses "erkennen" ist im Duden unter Bedeutung 5
aufgeführt, sogar nach dem biblischen. Irgendwie fehlt mir da ein
"veraltend".
Welche Helvetismen veralten, vermag ich von hier aus
nicht zu beurteilen.

Den Helvetismus hätte man gerne kenntlich machen dürfen
bei der fünften Bedeutung.

Gruß, ULF
Andreas Karrer
2017-10-04 20:37:30 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Andreas Karrer
Meine Bank schrieb jeweils "Wir erkennen Sie mit Fr. 123.45".
Ob sie es immer noch tut, weiss ich nicht, habe seither die Bank
gewechselt. Dieses "erkennen" ist im Duden unter Bedeutung 5
aufgeführt, sogar nach dem biblischen. Irgendwie fehlt mir da ein
"veraltend".
Welche Helvetismen veralten, vermag ich von hier aus
nicht zu beurteilen.
Den Helvetismus hätte man gerne kenntlich machen dürfen
bei der fünften Bedeutung.
Es ist vermutlich keiner, sondern einfach sehr altmodisch.

Mit https://www.google.ch/search?rct=j&q=%22wir+erkennen+sie%22+%22wir+belasten+sie%22

findet man das in einigen deutschen Lehrbüchern zum Bankwesen.
Das Gegenteil zu diesem "erkennen" ist "belasten"; man kann nach wie
vor einen Betrag einem Konto "belasten", aber die Formulierung
"Wir belasten Sie daher für $ 6000 ..." liest man heute nicht
mehr so oft.

- Andi
x***@gmail.com
2017-10-05 12:31:37 UTC
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Post by Andreas Karrer
Post by Olaf Dietrich
Wir schreiben dem Konto (Dat) den Betrag (Akk) gut.
Ohne Betrag bleibt der Satz unvollständig (sowohl
*Wir schreiben dem Konto (Dat) gut.
*Wir schreiben das Konto (Akk) gut.
Meine Bank schrieb jeweils "Wir erkennen Sie mit Fr. 123.45".
Mein jüngerer Bruder (mit 31 a ums Leben gekommen) verdiente seine
Brötchen bei der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg und hatte dort auch
mit seinen Schweizer Kollegen zu tun - deren Briefstil kam ihm
recht eigenartig vor.
Jedoch, auch der österreichische Kanzleistil ruft beim
Preußen einiges Befremden hervor.
Die Angaben sind nach Maßgabe des Jeweiligen zu verwenden - FR
Stefan Schmitz
2017-10-04 17:10:14 UTC
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Post by Olaf Dietrich
Post by Helmut Richter
Post by Stefan Schmitz
Natürlich.
"Wir belasten den Betrag Ihrer Kreditkarte."
Wie Christina schon schrieb, ist das mit "gutschreiben" völlig problemlos.
[...]
Interessant (und vor mir nicht bemerkte Ursache für den von mit
mitinitiierten Teilthread) ist hier der Ersatzdativ, weil die Position
des Akkusativs schon verbraucht ist.
Wir belasten das Konto (Akk).
Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat).
Das ist verständlich, aber wohl kaum alltagssprachlich.
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Was ist daran einfacher? Es wird eine Präposition hinzugefügt, Akkusativ und
Dativ sind nur vertauscht.
Post by Olaf Dietrich
"Gutschreiben" funktioniert doch klar anders, hier
Wir schreiben dem Konto (Dat) den Betrag (Akk) gut.
Und welchen inhaltlichen Grund gibt es, das mit genau gegensätzlichen "belasten"
nicht zu akzeptieren?
Christina Kunze
2017-10-04 19:57:14 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Olaf Dietrich
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Was ist daran einfacher? Es wird eine Präposition hinzugefügt, Akkusativ und
Dativ sind nur vertauscht.
Nicht eigentlich einfacher, aber gewohnt, weil normaler Sprachgebrauch.
Gegenfrage: Wieso ist es so schwer, für zwei genau gegenläufige Vorgänge
zwei unterschiedliche grammatische Konstruktionen zu verwenden, die jede
für sich ohne Weiteres verständlich sind und den Regeln entsprechen?

Das erinnert mich an die Deutschlerner, die Schwierigkeiten damit haben,
dass "mit" und "ohne" im Deutschen verschiedene Kasus verlangen.
Sie wollen unbedingt "mit und ohne ihm/ihn" in genau diesem Ausdruck
sagen können.
Post by Stefan Schmitz
Und welchen inhaltlichen Grund gibt es, das mit genau gegensätzlichen "belasten"
nicht zu akzeptieren?
Denselben Grund, aus dem ich "ich komme ohne ihm" nicht akzeptiere. Weil
es falsch ist.

chr
Martin Gerdes
2017-10-05 04:49:44 UTC
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Post by Christina Kunze
Denselben Grund, aus dem ich "ich komme ohne ihm" nicht akzeptiere. Weil
es falsch ist.
Dabei heißt es aber doch:

"Bescheidenheit ist eine Zier,
doch weiter kommt man ohne ihr."
^^^

:-)
x***@gmail.com
2017-10-05 12:16:00 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Stefan Schmitz
Post by Olaf Dietrich
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Was ist daran einfacher? Es wird eine Präposition hinzugefügt, Akkusativ und
Dativ sind nur vertauscht.
Nicht eigentlich einfacher, aber gewohnt, weil normaler Sprachgebrauch.
Gegenfrage: Wieso ist es so schwer, für zwei genau gegenläufige Vorgänge
zwei unterschiedliche grammatische Konstruktionen zu verwenden, die jede
für sich ohne Weiteres verständlich sind und den Regeln entsprechen?
Weyl Debitorenbuchhaltung und Kreditorenbuchhaltung zweyerley
Ding sind - meyn Gott, das kann dich nicht so schwer seyn.

FR
René Marquardt
2017-10-05 12:41:28 UTC
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Post by x***@gmail.com
Post by Christina Kunze
Post by Stefan Schmitz
Post by Olaf Dietrich
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Was ist daran einfacher? Es wird eine Präposition hinzugefügt, Akkusativ und
Dativ sind nur vertauscht.
Nicht eigentlich einfacher, aber gewohnt, weil normaler Sprachgebrauch.
Gegenfrage: Wieso ist es so schwer, für zwei genau gegenläufige Vorgänge
zwei unterschiedliche grammatische Konstruktionen zu verwenden, die jede
für sich ohne Weiteres verständlich sind und den Regeln entsprechen?
Weyl Debitorenbuchhaltung und Kreditorenbuchhaltung zweyerley
Ding sind - meyn Gott, das kann dich nicht so schwer seyn.
FR
Ich durfte einstens auch ein paar Klassen Buchhaltung belegen. Das war,
als ob man mir mit ner Käsereibe Schicht um Schicht das Gehirn weg
schröpselte. Ich habe mich dann irgendwann entschuldigt und nicht mehr
zurück gekommen.
x***@gmail.com
2017-10-05 15:01:41 UTC
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Raw Message
Post by René Marquardt
Post by x***@gmail.com
Post by Christina Kunze
Post by Stefan Schmitz
Post by Olaf Dietrich
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Was ist daran einfacher? Es wird eine Präposition hinzugefügt, Akkusativ und
Dativ sind nur vertauscht.
Nicht eigentlich einfacher, aber gewohnt, weil normaler Sprachgebrauch.
Gegenfrage: Wieso ist es so schwer, für zwei genau gegenläufige Vorgänge
zwei unterschiedliche grammatische Konstruktionen zu verwenden, die jede
für sich ohne Weiteres verständlich sind und den Regeln entsprechen?
Weyl Debitorenbuchhaltung und Kreditorenbuchhaltung zweyerley
Ding sind - meyn Gott, das kann doch nicht so schwer seyn.
Ich durfte einstens auch ein paar Klassen Buchhaltung belegen. Das war,
als ob man mir mit ner Käsereibe Schicht um Schicht das Gehirn weg
schröpselte.
Na, dann komm mal zum Betrieblichen Rechnungswesen und zur
Deckungsbeitragslehre - FR
René Marquardt
2017-10-05 15:07:23 UTC
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Post by x***@gmail.com
Post by René Marquardt
Post by x***@gmail.com
Post by Christina Kunze
Post by Stefan Schmitz
Post by Olaf Dietrich
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Was ist daran einfacher? Es wird eine Präposition hinzugefügt, Akkusativ und
Dativ sind nur vertauscht.
Nicht eigentlich einfacher, aber gewohnt, weil normaler Sprachgebrauch.
Gegenfrage: Wieso ist es so schwer, für zwei genau gegenläufige Vorgänge
zwei unterschiedliche grammatische Konstruktionen zu verwenden, die jede
für sich ohne Weiteres verständlich sind und den Regeln entsprechen?
Weyl Debitorenbuchhaltung und Kreditorenbuchhaltung zweyerley
Ding sind - meyn Gott, das kann doch nicht so schwer seyn.
Ich durfte einstens auch ein paar Klassen Buchhaltung belegen. Das war,
als ob man mir mit ner Käsereibe Schicht um Schicht das Gehirn weg
schröpselte.
Na, dann komm mal zum Betrieblichen Rechnungswesen und zur
Deckungsbeitragslehre - FR
I'd prefer not to. Schlimm genug, daß ich college algebra belegen musste.
Quinn C
2017-10-11 00:01:19 UTC
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Post by x***@gmail.com
Post by René Marquardt
Post by x***@gmail.com
Post by Christina Kunze
Post by Stefan Schmitz
Post by Olaf Dietrich
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Was ist daran einfacher? Es wird eine Präposition hinzugefügt, Akkusativ und
Dativ sind nur vertauscht.
Nicht eigentlich einfacher, aber gewohnt, weil normaler Sprachgebrauch.
Gegenfrage: Wieso ist es so schwer, für zwei genau gegenläufige Vorgänge
zwei unterschiedliche grammatische Konstruktionen zu verwenden, die jede
für sich ohne Weiteres verständlich sind und den Regeln entsprechen?
Weyl Debitorenbuchhaltung und Kreditorenbuchhaltung zweyerley
Ding sind - meyn Gott, das kann doch nicht so schwer seyn.
Ich durfte einstens auch ein paar Klassen Buchhaltung belegen. Das war,
als ob man mir mit ner Käsereibe Schicht um Schicht das Gehirn weg
schröpselte.
Na, dann komm mal zum Betrieblichen Rechnungswesen und zur
Deckungsbeitragslehre - FR
Kameralistik klingt da so viel poetischer!
--
gugelgesang, m., mönchsgesang, pejorativ
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
x***@gmail.com
2017-10-11 09:42:11 UTC
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Raw Message
Post by Quinn C
Post by x***@gmail.com
Post by René Marquardt
Post by x***@gmail.com
Weyl Debitorenbuchhaltung und Kreditorenbuchhaltung zweyerley
Ding sind - meyn Gott, das kann doch nicht so schwer seyn.
Ich durfte einstens auch ein paar Klassen Buchhaltung belegen. Das war,
als ob man mir mit ner Käsereibe Schicht um Schicht das Gehirn weg
schröpselte.
Na, dann komm mal zum Betrieblichen Rechnungswesen und zur
Deckungsbeitragslehre.
Kameralistik klingt da so viel poetischer!
Auf dem Gelände eines Großherzoglich-Württembergischen Schlosses -
ich meine, es war Mon Repos - fand sich neben einer Türe der
Schriftzug "Hofrentkammer".
Das Preuß. Pendant zum Bundesrechnungshof hieß Oberrechenkammer - FR
Quinn C
2017-10-04 22:32:32 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Olaf Dietrich
Post by Helmut Richter
Post by Stefan Schmitz
Natürlich.
"Wir belasten den Betrag Ihrer Kreditkarte."
Wie Christina schon schrieb, ist das mit "gutschreiben" völlig problemlos.
[...]
Interessant (und vor mir nicht bemerkte Ursache für den von mit
mitinitiierten Teilthread) ist hier der Ersatzdativ, weil die Position
des Akkusativs schon verbraucht ist.
Wir belasten das Konto (Akk).
Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat).
Das ist verständlich, aber wohl kaum alltagssprachlich.
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Was ist daran einfacher? Es wird eine Präposition hinzugefügt, Akkusativ und
Dativ sind nur vertauscht.
Es ist einfacher, weil der zweite Aktant (Betrag) einfach
hinzugefügt wird, und dieselbe Funktion weiterhin mit dem
Akkusativ ausgedrückt wird, statt je nach Kontext mit einem
anderen Kasus.

In etwa so wie es einfacher ist, im Flugzeug zuerst die
Fensterplätze zu besetzen und dann die am Gang als umgekehrt.
--
er (Tristan) hiez im ein tôrenkleit
an der stete machen:
von wunderlîchen sachen
einen roc seltsên getan
und eine gugelen daran
H. V. FREIBERG Tristan
Stefan Schmitz
2017-10-05 18:43:10 UTC
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Post by Olaf Dietrich
Post by Helmut Richter
Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat).
Das ist verständlich, aber wohl kaum alltagssprachlich.
Wir belasten das Konto (Akk) mit dem Betrag.
Haben diejenigen, die die Dativ-Belastung ablehnen, eigentlich die gleichen
Probleme mit "Wir belasten Ihnen den Betrag"?

"Wir belasten Sie mit dem Betrag" klingt mir ziemlich schräg.
Jakob Achterndiek
2017-10-05 21:57:00 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Haben diejenigen, die die Dativ-Belastung ablehnen, eigentlich die gleichen
Probleme mit "Wir belasten Ihnen den Betrag"?
"Wir belasten Sie mit dem Betrag" klingt mir ziemlich schräg.
Mit gutem Grund.
Denn es soll ja nicht er, sondern sein Konto soll den Betrag
[die Lastschrift] tragen.
--
j/\a
Diedrich Ehlerding
2017-10-06 05:31:42 UTC
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Post by Jakob Achterndiek
Post by Stefan Schmitz
Haben diejenigen, die die Dativ-Belastung ablehnen, eigentlich die
gleichen Probleme mit "Wir belasten Ihnen den Betrag"?
"Wir belasten Sie mit dem Betrag" klingt mir ziemlich schräg.
Mit gutem Grund.
Denn es soll ja nicht er, sondern sein Konto soll den Betrag
[die Lastschrift] tragen.
Für mich klingt "Wir belasten Sie mit dem Betrag" nicht schräger als "wir
belasten Ihnen den Betrag".

Letztlich ist es ohnehin der Kontoinhaber, der die Last tragen muss - er
hat nach der Belastung weniger Geld. (Irgendwie ein schräges Bild - der,
der belastet wird, dem also eine Last aufgebürdet wird, hat nachher
weniger mit sich rumzutragen ...)

Ich halte Ausdrücke wie "einen Betrag einem Konto gutschreiben/belasten"
für buchhalterische Fachsprache.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Jakob Achterndiek
2017-10-04 11:26:17 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Richter
Interessant (und vor mir nicht bemerkte Ursache für den von mit
mitinitiierten Teilthread) ist hier der Ersatzdativ, weil die Position
des Akkusativs schon verbraucht ist.
  Wir belasten das Konto (Akk).
  Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat).
Gibts auch in anderen Sprachen, WIMRE.
Dieser "Ersatzdativ" hat, wenn ich meinen Erinnerungen trauen darf,
eine verhältnismäßig kurze Geschichte. Er hat sich erst in der
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und trotz aller Gegenwehr
als falscher Kasus zunächst nach Appositionen und dann bei zweiten
Satzgliedern nach *nicht* dativleitenden Präpositionen eingeschlichen.
Zwei Beispiele in einem Satz: "Für diesen Winter, dem kältesten seit
vielen Jahren, konnten wir für Geld und guten Worten einen kleinen
Ofen erwerben." Solche Fehlleistung jetzt als Rechtfertigung für
weitere falsche Verwendungen heranzuziehen, hat eine gewisse Komik.

Die Verlegenheit bei dem oben zitierten Satz ist ja nachvollziehbar:
Gutschrift - Lastschrift. Wir vergüten - wir belasten. Und dafür
jetzt trotz gleichbleibender Kontogebühren _zwei_ verschiedene
Kasüsse? - Die müssen halt auch sparen, die Banken!
--
j/\a

ps.: Mir fällt da ein Brief ein, den mal ein Stupidiendirektor an
sein Ministerium geschrieben hat. Daraus ein Auszug (zu einer von
insgesamt vier Passagen):
----------------------------------------------------------------------
| Betr.:
| Erdkunde an Gymnasien, "Erläuterungen zum Lehrplan" Oberstufe 1986
|
| Abiturienten sollen Deutsch können. Deshalb werden einem Schüler
| für Verstöße gegen elementare Regeln der deutschen Sprache in einer
| schriftlichen Arbeit - gleich in welchem Fach - bis zu zwei Punkte
| abgezogen. Was die Verfasser der Lehrpläne von Schülern fordern, das
| werden sie selbst zu leisten imstande sein. Deshalb muß ich vermuten,
| daß die folgenden Passagen nicht etwa falsch, sondern tief bedeutungs-
| voll sind.
| Aber ich verstehe sie nicht und bitte deshalb um Belehrung.
|
| W O R T L A U T
| S.2 Abs.1: Durch die Überprüfung von Hypothesen und der Anwend-
| barkeit von Modellen, durch die Analyse von Raumstrukturen und
| der selbständigen Erstellung von Synopsen lernt der Schüler in
| der Erdkunde verknüpfendes Denken.
|
| F R A G E
| Wie ist dieser Satz zu verknüpfen? "Überprüfung von [Dativ:]
| Hypothesen und (von) der Anwendbarkeit" oder "Überprüfung der
| [Genitiv:] Anwendbarkeit"? Dann natürlich auch "Analyse der
| [Genitiv:] selbständigen Erstellung von Synopsen".
| Ist das aber gemeint? Sollen die Schüler also selbständig
| Synopsen erstellen und dann deren Erstellung analysieren?
| Oder sollen sie vielmehr "durch .. der selbständigen Erstellung
| von Synopsen .. verknüpfendes Denken" lernen? -
| Man gewöhnt sich an allem - auch am Dativ?
-------------------------------------------------------------------------
Helmut Richter
2017-10-06 08:32:42 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Post by Helmut Richter
Interessant (und vor mir nicht bemerkte Ursache für den von mit
mitinitiierten Teilthread) ist hier der Ersatzdativ, weil die Position
des Akkusativs schon verbraucht ist.
  Wir belasten das Konto (Akk).
  Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat).
Gibts auch in anderen Sprachen, WIMRE.
Dieser "Ersatzdativ" hat, wenn ich meinen Erinnerungen trauen darf,
eine verhältnismäßig kurze Geschichte. Er hat sich erst in der
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und trotz aller Gegenwehr
als falscher Kasus zunächst nach Appositionen und dann bei zweiten
Satzgliedern nach *nicht* dativleitenden Präpositionen eingeschlichen.
[...]
Das sind auch Beispiele von falschen Dativen, aber nicht das, was ich
mit "Ersatzdativ" meinte. Mir ging es um den Fall, dass ein Verb zwei in
ihrer Beziehung zum Verb verschiedene Akkusativobjekte haben kann und
nur in dem Fall, dass beide im Satz vorkommen, eines ein Dativobjekt wird.

Beispiel:

Ich füttere Haferbrei (Akk).
Ich füttere das Baby (Akk).
Ich füttere dem Baby (Dat) Haferbrei (Akk).
(einfacher:) Ich füttere das Baby mit Haferbrei.

Kein Beispiel dafür:
Ich wasche die Haare.
Ich wasche das Kind.
Ich wasche dem Kind die Haare.

Das ist nicht dieselbe Konstruktion, weil, wer dem Kind die Haare
wäscht, gar nicht das Kind wäscht.

Mir kommt der Satz "Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat)." als
Beispiel für einen Ersatzdativ vor: der Betrag wird belastet, das Konto
auch, aber bitte nicht beides im gleichen Satz alls Akkusativobjekte.

Bei anderen Verben hat man keine Bedenken, beide Akkusativobjekte
nebeneinander zuzulassen:

Der Lehrer lehrt die Schüler die Regeln des Satzbaus.
Einer der Schüler nennt den Lehrer einen Pauker.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2017-10-06 08:36:20 UTC
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Moin,
Post by Helmut Richter
Das sind auch Beispiele von falschen Dativen, aber nicht das, was ich
mit "Ersatzdativ" meinte. Mir ging es um den Fall, dass ein Verb zwei in
ihrer Beziehung zum Verb verschiedene Akkusativobjekte haben kann und
nur in dem Fall, dass beide im Satz vorkommen, eines ein Dativobjekt wird.
Das kostet mich (und nicht etwa: mir) einen Batzen Geld.

Gruß, ULF
Jakob Achterndiek
2017-10-06 09:02:07 UTC
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Post by Helmut Richter
[...]
Das sind auch Beispiele von falschen Dativen, aber nicht das, was ich
mit "Ersatzdativ" meinte. [..]
OK, ich verstehe.
Post by Helmut Richter
Mir kommt der Satz "Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat)." als
Beispiel für einen Ersatzdativ vor: der Betrag wird belastet, das Konto
auch, [..].
Diese Deutung geht mir deshalb gegen den Strich, weil "der Betrag"
nicht quasi mit sich selbst belastet wird, sondern weil er eben die
Last _ist_, die dem Konto auferlegt wird.
Ein parallel gebildeter Satz mit konkreterem Inhalt: "Wir belasten
den Sack dem Esel" würde doch gewiß auch als falsch empfunden, oder?
--
j/\a
Christina Kunze
2017-10-06 12:39:09 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Richter
Bei anderen Verben hat man keine Bedenken, beide Akkusativobjekte
Der Lehrer lehrt die Schüler die Regeln des Satzbaus.
Einer der Schüler nennt den Lehrer einen Pauker.
Viele Sprecher haben diese Bedenken eben doch, und vielleicht ändern sie
in Dativ, weil es bei anderen Verben ja auch erlaubt ist.

Auch "kosten" mit doppelten Akk., das Ulf genannt hat, wird ugs häufig
mit Dat. und Akk. verwendet, leider auch in der Zeitungsumgangssprache.

chr
Helmut Richter
2017-10-06 15:24:19 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Richter
Interessant (und vor mir nicht bemerkte Ursache für den von mit
mitinitiierten Teilthread) ist hier der Ersatzdativ, weil die Position
des Akkusativs schon verbraucht ist.
   Wir belasten das Konto (Akk).
   Wir belasten den Betrag (Akk) dem Konto (Dat).
Gibts auch in anderen Sprachen, WIMRE.
[...]
[...]
  Ich füttere Haferbrei (Akk).
  Ich füttere das Baby (Akk).
  Ich füttere dem Baby (Dat) Haferbrei (Akk).
  (einfacher:) Ich füttere das Baby mit Haferbrei.
  Ich wasche die Haare.
  Ich wasche das Kind.
  Ich wasche dem Kind die Haare.
Das ist nicht dieselbe Konstruktion, weil, wer dem Kind die Haare
wäscht, gar nicht das Kind wäscht.
Inzwischen habe ich die Stelle¹ gefunden, wo von so einer Hierarchie von
Kasus die Rede ist, die sich gegenseitig vom Platz verdrängen. Die
eindrucksvollsten Beispiele waren aus dem Türkischen, andere Sprachen
waren auch darunter (fr, hu, ja, kan), Deutsch nicht.

Es geht dort um Kausative, die morphologisch realisiert werden, zu
Deutsch um Verben der Veranlassung, die durch Änderung der Verbform
zustandekommen wie trinken->tränken, verschwinden->verschwenden. Da kann
es passieren, dass das nichtkausative Verb ein Akkusativobjekt hat, das
vom kausativen auch gebraucht wird, obwohl das schon das bisherige
Subjekt ala Akkusativobjekt hat -- also hat es zwei Kandidaten für
Akkusativobjekte. Das Beispiel "füttern" ist von dieser Bauart. Mir sind
aber keine weiteren eingefallen, und "füttern" ist eh etwas untypisch
für Kausative (z.B. wird schon die nichtkausative Form schwach gebeugt,
was ins Schema der morphologischen Kausativbildung im Deutschen nicht
passt). *Ein* Beispiel macht noch keine Grammatikregel.

Das mit dem "belasten" passt insofern nicht auf das Muster, als, wie
Jakob Achterndiek richtig bemerkt, der Betrag eben nicht belastet wird,
außer in diesem etwas schrägen Ausdruck.

Es gibt aber etwas Ähnliches in der Umgangssprache, nämlich die
Verschiebung vom Genitiv zum Dativ. Der Satz

Das ist meinem Vater sein Auto.

sieht zwar falsch aus, ist aber nicht falscher als

Das ist meinem Vater gleich.

Die beiden Sätze bedeuten "aus der Sicht meines Vaters sein Auto" und
"aus der Sicht meines Vaters gleich". Hier ist also der Vater der passiv
Beteiligte wie ein Nutznießer oder Opfer. Ihm geschieht sein Sicht der
Dinge.

¹) Wenns einer wissen will, wo's steht:
Bernard Comrie: Language Universals and Linguistic Typology, 2nd Ed.,
The University of Chicago Press, Chicago 1989, ISBN 0-226-11433-3,
Abschnitt "Valency changes in morphological causatives", S. 174-183.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2017-10-07 09:22:07 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Helmut Richter
Es gibt aber etwas Ähnliches in der Umgangssprache, nämlich die
Verschiebung vom Genitiv zum Dativ. Der Satz
Das ist meinem Vater sein Auto.
sieht zwar falsch aus, ist aber nicht falscher als
Das ist meinem Vater gleich.
Die beiden Sätze bedeuten "aus der Sicht meines Vaters sein Auto" und
"aus der Sicht meines Vaters gleich". Hier ist also der Vater der passiv
Beteiligte wie ein Nutznießer oder Opfer. Ihm geschieht sein Sicht der
Dinge.
Ich verlängere Deinen zweiten Beispielsatz zu:

"Das ist meinem Vater gleichgültig."

Wie falsch soll das sein?

Gruß, ULF
Helmut Richter
2017-10-07 10:39:26 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Helmut Richter
Es gibt aber etwas Ähnliches in der Umgangssprache, nämlich die
Verschiebung vom Genitiv zum Dativ. Der Satz
Das ist meinem Vater sein Auto.
sieht zwar falsch aus, ist aber nicht falscher als
Das ist meinem Vater gleich.
Die beiden Sätze bedeuten "aus der Sicht meines Vaters sein Auto" und
"aus der Sicht meines Vaters gleich". Hier ist also der Vater der passiv
Beteiligte wie ein Nutznießer oder Opfer. Ihm geschieht sein Sicht der
Dinge.
"Das ist meinem Vater gleichgültig."
Wie falsch soll das sein?
Gar nicht. Meine Formulierung war missverständlich -- ich wollte das
Gegenteil schreiben, nämlich: mit der Begründung, mit der man den
Ausdruck "etw ist jdm gleich[gültig]" als richtiges Deutsch akzeptiert,
kann man auch "etw ist jdm sein Eigentum" akzeptieren. Die Grammatik
stimmt, der Rest ist Stil, und über den kann man trefflich streiten.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2017-10-07 10:48:50 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Helmut Richter
nämlich: mit der Begründung, mit der man den
Ausdruck "etw ist jdm gleich[gültig]" als richtiges Deutsch akzeptiert,
kann man auch "etw ist jdm sein Eigentum" akzeptieren.
Im Dialekt.
Post by Helmut Richter
Die Grammatik
stimmt, der Rest ist Stil, und über den kann man trefflich streiten.
Net alles, wasmä verzähle kann, iisaach druckreif.

Gruß, ULF
U***@web.de
2017-09-29 17:42:07 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Helmut Richter
Post by H.-P. Schulz
Post by Thomas Schade
Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
Ob das kaufmännische Fachsprache ist, weiß ich nicht. Gehört oder
gelesen habe ich das aber schon so oft, dass es mir nicht weiter
auffallen würde.
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
Das wird ja auch gar nicht behauptet. Die Aussage stellt nicht fest, wer
oder was belastet wird, sondern wem -- oder vielleicht wessen?
Post by H.-P. Schulz
sondern das Konto, dem diese Kreditkarte zugeordnet ist.
Zur dativischen Belastung ward man sich auch in
https://www.korrekturen.de/forum.pl/md/read/id/13572/sbj/belasten-mit-dativ/
nicht vollends einig.

Gruß, ULF
René Marquardt
2017-09-30 00:34:50 UTC
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Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
sondern das Konto, dem diese Kreditkarte zugeordnet ist.
"Der fällige Betrag wird dem Konto Ihrer Kreditkarte debitiert."
Oder so
Also ich weiß ja nicht, wie deine "Kreditkarte" funktioniert,
aber meine sind mit keinem Konto verbunden, sondern haben
jeweils ihren eigenen ausschöpfbaren Kredit, aber kein
Guthabenkonto, das mit denen verbunden wäre.

Ich zahle zwar monatlich den ausgegeben Betrag von einem Konto
zurück, aber das ist nicht der Kreditkarte zugeordnet.
Heinz Lohmann
2017-09-30 03:12:51 UTC
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Raw Message
Post by René Marquardt
Post by H.-P. Schulz
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
sondern das Konto, dem diese Kreditkarte zugeordnet ist.
"Der fällige Betrag wird dem Konto Ihrer Kreditkarte debitiert."
Oder so
Also ich weiß ja nicht, wie deine "Kreditkarte" funktioniert,
aber meine sind mit keinem Konto verbunden, sondern haben
jeweils ihren eigenen ausschöpfbaren Kredit, aber kein
Guthabenkonto, das mit denen verbunden wäre.
Ich zahle zwar monatlich den ausgegeben Betrag von einem Konto
zurück, aber das ist nicht der Kreditkarte zugeordnet.
Also könnte ich sagen, dass mein Kreditkartenkonto belastet wird.

@Christina: Dem Konto wurde auch schon mal was gutgeschrieben. Das ist
hier leider ausweislich der Rechnung nicht der Fall.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
H.-P. Schulz
2017-09-30 08:28:37 UTC
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Post by René Marquardt
Post by H.-P. Schulz
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
sondern das Konto, dem diese Kreditkarte zugeordnet ist.
"Der fällige Betrag wird dem Konto Ihrer Kreditkarte debitiert."
Oder so
Also ich weiß ja nicht, wie deine "Kreditkarte" funktioniert,
aber meine sind mit keinem Konto verbunden, sondern haben
jeweils ihren eigenen ausschöpfbaren Kredit, aber kein
Guthabenkonto, das mit denen verbunden wäre.
Stimmt, die KK ist ein Konto für sich. Aber das wird dann immer von
deinem Girokonto aus ausgeglichen. Ein "stehendes" Guthaben gibt es
doch auf einem KK-Konto m.W. nicht. Aber ich kann mich irren ...
Post by René Marquardt
Ich zahle zwar monatlich den ausgegeben Betrag von einem Konto
zurück, aber das ist nicht der Kreditkarte zugeordnet.
Nee, umgekehrt, dem Konto, von dem aus das KK-Konto ausgeglichen wird,
ist eben das KK-Konto zugeordnet. I.d.R. dürfte das das Girokonto
sein.
Diedrich Ehlerding
2017-09-30 09:11:49 UTC
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Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Ein "stehendes" Guthaben gibt es
doch auf einem KK-Konto m.W. nicht. Aber ich kann mich irren
Doch, bei manchen Karten kann man ein Guthaben haben. Das kann z.B dann
sinnvoll sein, wenn man vorab weiß, dass man innerhalb kurzer Zeit mehr
mit dieser Karte bezahlen will, als der Kreditrahmen hergibt.

Kein sprachliches Thema mehr, daher nach Hause umlenkend

Diedrich.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Martin Gerdes
2017-09-30 10:22:36 UTC
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Stimmt, die [Kreditkarte] ist ein Konto für sich. Aber das wird dann immer von
deinem Girokonto aus ausgeglichen.
Nicht immer, aber manchmal.
Ein "stehendes" Guthaben gibt es doch auf einem [Kreditkarten]-Konto m.W. nicht.
Doch.
Aber ich kann mich irren ...
Im vorliegenden Fall ist just dies gegeben.
Post by René Marquardt
Ich zahle zwar monatlich den ausgegeben Betrag von einem Konto
zurück, aber das ist nicht der Kreditkarte zugeordnet.
Nee, umgekehrt, dem Konto, von dem aus das KK-Konto ausgeglichen wird,
ist eben das KK-Konto zugeordnet. I.d.R. dürfte das das Girokonto
sein.
Es kann niemals schaden, über den eigenen Horizont hinauszublicken.

Es gibt verschiedenste finanzielle Konstruktionen hinter dem Kärtchen,
auf dem "Visa" steht, das führt hier im Detail aber zu weit. Nur soviel:
Einer klassischen Kreditkarte ist ein Konto zugeordnet, das von anderen
Konten des Karteninhabers (beispielsweise seinem Haupt-Girokonto) völlig
getrennt ist, und auf dem es ein Guthaben oder auch ein Soll geben kann
(aus Sicht des Kartenausgebers sogar geben soll, damit verdient er
nämlich ein Gutteil seines Geldes).

Kein Deutschthema. Wenn Du das vertiefen willst, sollten wir uns in eine
der weitgehend verwaisten, thematisch passenden Gruppen
"de.etc.finanz.banken+broker" oder de.etc.finanz.misc" begeben.
Frank Hucklenbroich
2017-09-30 12:45:48 UTC
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Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Post by René Marquardt
Post by H.-P. Schulz
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
sondern das Konto, dem diese Kreditkarte zugeordnet ist.
"Der fällige Betrag wird dem Konto Ihrer Kreditkarte debitiert."
Oder so
Also ich weiß ja nicht, wie deine "Kreditkarte" funktioniert,
aber meine sind mit keinem Konto verbunden, sondern haben
jeweils ihren eigenen ausschöpfbaren Kredit, aber kein
Guthabenkonto, das mit denen verbunden wäre.
Stimmt, die KK ist ein Konto für sich. Aber das wird dann immer von
deinem Girokonto aus ausgeglichen. Ein "stehendes" Guthaben gibt es
doch auf einem KK-Konto m.W. nicht. Aber ich kann mich irren ...
Doch, bei manchen Kreditkarten (zumindest von Gold aufwärts) hat man einen
Kreditrahmen zur Verfügung, den man auch in kleinen Schritten zurückzahlen
kann. So kann man z.B. einen Betrag von 5.000 EUR mit der Kreditkarte
bezahlen, und den in Raten zu 10% vom Girokonto zurückzahlen. Im Prinzip
ist das ein zusätzlicher Kontokorrentkredit.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2017-09-30 13:06:19 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Frank Hucklenbroich
Post by H.-P. Schulz
Stimmt, die KK ist ein Konto für sich. Aber das wird dann immer von
deinem Girokonto aus ausgeglichen. Ein "stehendes" Guthaben gibt es
doch auf einem KK-Konto m.W. nicht. Aber ich kann mich irren ...
Doch, bei manchen Kreditkarten (zumindest von Gold aufwärts) hat man einen
Kreditrahmen
Den möge man doch bitte sprachlich von Guthaben
trennen.

Gruß, ULF
U***@web.de
2017-09-30 08:43:21 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by René Marquardt
Also ich weiß ja nicht, wie deine "Kreditkarte" funktioniert,
aber meine sind mit keinem
anderweitigen
Post by René Marquardt
Konto verbunden, sondern haben
jeweils ihren eigenen ausschöpfbaren Kredit,
Ich würde wetten, auch bei Vernichtung der Kreditkarte
findet sich ein Hintergrundkonto, aus dem
Du in Anspruch genommen wirst.
Post by René Marquardt
aber kein
Guthabenkonto, das mit denen verbunden wäre.
Gruß, ULF
x***@gmail.com
2017-09-30 11:19:26 UTC
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Raw Message
Post by René Marquardt
Post by H.-P. Schulz
Obwohl es natürlich nicht die Kreditkarte ist, die da belastet wird,
sondern das Konto, dem diese Kreditkarte zugeordnet ist.
"Der fällige Betrag wird dem Konto Ihrer Kreditkarte debitiert."
Also ich weiß ja nicht, wie deine "Kreditkarte" funktioniert,
aber meine sind mit keinem Konto verbunden, sondern haben
jeweils ihren eigenen ausschöpfbaren Kredit, aber kein
Guthabenkonto, das mit denen verbunden wäre.
Ich zahle zwar monatlich den ausgegeben Betrag von einem Konto
zurück, aber das ist nicht der Kreditkarte zugeordnet.
Soviel Marquie zum Thema Buchhaltung - FR
U***@web.de
2017-09-30 11:21:54 UTC
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Raw Message
Post by x***@gmail.com
Post by René Marquardt
Ich zahle zwar monatlich den ausgegeben Betrag von einem Konto
zurück, aber das ist nicht der Kreditkarte zugeordnet.
Soviel Marquie zum Thema Buchhaltung - FR
Kann eine Dauereinzugsermächtigung oder
eine Abfolge von Einzelüberweisungsaufträgen
von einem gewöhnlichen Girokonto sein.

Gruß, ULF
René Marquardt
2017-09-30 12:12:23 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by x***@gmail.com
Post by René Marquardt
Ich zahle zwar monatlich den ausgegeben Betrag von einem Konto
zurück, aber das ist nicht der Kreditkarte zugeordnet.
Soviel Marquie zum Thema Buchhaltung - FR
Kann eine Dauereinzugsermächtigung oder
eine Abfolge von Einzelüberweisungsaufträgen
von einem gewöhnlichen Girokonto sein.
Richtig. Dauereinzugsetc... hierzulande übrigens fast völlig unbekannt.
Mir bisher eigentlich nur von Mobilfunkprovidern begegnet, als Option,
"choose autopay and save $5 every month!" oder so.
U***@web.de
2017-09-29 17:16:18 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Heinz Lohmann
Sagt man heute so?
MUSEN: Sagt man *das* heute so?

Gruß, ULF
Jakob Achterndiek
2017-09-29 17:50:55 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
"Hab ich meinem Esel mit ein Sack Kartoffel belastet."
Man gewöhnt sich an allem, sogar am Dativ.
--
j/\a
U***@web.de
2017-09-29 17:52:21 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Jakob Achterndiek
"Hab ich meinem Esel mit ein Sack Kartoffel belastet."
Man gewöhnt sich an allem, sogar am Dativ.
Aber nicht am Erdäpfelsingular im Sack.

Gruß, ULF
Jakob Achterndiek
2017-09-29 18:38:25 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Jakob Achterndiek
"Hab ich meinem Esel mit ein Sack Kartoffel belastet."
Man gewöhnt sich an allem, sogar am Dativ.
Aber nicht am Erdäpfelsingular im Sack.
Vor vielen Jahren fuhr in Duisburg-Beeck ein Kartoffeln(sic)-Händler
durch die Siedlung, der seinen Plural unmißverständlich anpries mit
dem Ausruf: "Kartoffileen!"
--
j/\a
Frank Hucklenbroich
2017-09-30 12:42:48 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Lohmann
"Der fällige Betrag wird Ihrer Kreditkarte belastet."
Sagt man heute so? Ist das kaufmännisches Deutsch?
Ja, das ist für mich völlig unauffällig. Seit bestimmt 20 Jahre (so lange
nutze ich Kreditkarten).

Man kann einen Betrag einem Konto belasten, oder eben einer Kreditkarte.

Grüße,

Frank
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