Discussion:
Kusine aber nicht Kuseng?
(zu alt für eine Antwort)
Gisbert Drake
2005-11-02 23:45:17 UTC
Die Tage hatte ich das Vergnuegen unserem Enkel bei den Hausaufgaben ueber
die Schulter zu schauen und eine leise Verzweiflung machte sich in meinem
Kopf breit. Es ging um den Stammbaum, da gab es zwar die 'Kusine' aber
nicht den 'Kuseng' :-) dazu. Nein es war der Vetter.

Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt. Gehen die neuen Regelungen
nicht am Bedarf vorbei?
Die neue Deutsche Rechtschreibung kommt mir manchmal so vor als wolle man
es den Imbissbudenbesitzern das Leben leichter machen. Den netten Mann um
die Ecke habe ich bereits zweimal darauf aufmerksam gemacht das sein
'Henchen' falsch geschrieben ist, aber nach der 'Kusine' bin ich mir da
nicht mehr so sicher. :-))

Gisbert
--
Wenn alle so klug fahren koennten wie sie reden, dann gaebe es keine Staus,
keine Unfaelle und eine Polizei die gelangweilt am Strassenrand steht.
Matthias Opatz
2005-11-03 00:06:46 UTC
Post by Gisbert Drake
Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt. Gehen die neuen Regelungen
nicht am Bedarf vorbei?
Kusine ist nicht neu. Theodor Wolff hat das schon vor über 100 Jahren
so geschrieben. Wäre nicht das fehlende Pangdang Kuseng, hätte es sich
bestimmt schon durchgesetzt.

Matthias
--
Margaretha von Dänemark war eine kleine Frau rundlichen Angesichts.
Sie wollte die Stecknadeln so spitz machen, daß Albrecht sich damit
stechen könnte. . Prof. Galletti <http://www.galletti.de/>
= Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. =
Andreas Pohlke
2005-11-03 10:29:42 UTC
chère cousin,
Post by Matthias Opatz
Post by Gisbert Drake
Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt. Gehen die neuen Regelungen
nicht am Bedarf vorbei?
Kusine ist nicht neu. Theodor Wolff hat das schon vor über 100 Jahren
so geschrieben. Wäre nicht das fehlende Pangdang Kuseng, hätte es sich
bestimmt schon durchgesetzt.
also jesprochen kenne ick alle dreie, och det 'pangdang' is mir
natüralmang jeläufich. Aber fraach mir nich, wie man det schreim tut.
--
Eala Earendel engla beorhtast
ofer middangeard monnum sended
Gisbert Drake
2005-11-04 07:33:49 UTC
Post by Andreas Pohlke
Post by Matthias Opatz
Post by Gisbert Drake
Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt. Gehen die neuen Regelungen
nicht am Bedarf vorbei?
Kusine ist nicht neu. Theodor Wolff hat das schon vor über 100 Jahren
so geschrieben. Wäre nicht das fehlende Pangdang Kuseng, hätte es sich
bestimmt schon durchgesetzt.
also jesprochen kenne ick alle dreie, och det 'pangdang' is mir
natüralmang jeläufich. Aber fraach mir nich, wie man det schreim tut.
Det stimmt, bei euch sagt man ja nicht nur 'bulljong' :-))

Gisbert
--
Wenn alle so klug fahren koennten wie sie reden, dann gaebe es keine Staus,
keine Unfaelle und eine Polizei die gelangweilt am Strassenrand steht.
Klaus Scholl
2005-11-03 01:15:06 UTC
Post by Gisbert Drake
Die Tage hatte ich das Vergnuegen unserem Enkel bei den Hausaufgaben ueber
die Schulter zu schauen und eine leise Verzweiflung machte sich in meinem
Kopf breit. Es ging um den Stammbaum, da gab es zwar die 'Kusine' aber
nicht den 'Kuseng' :-) dazu. Nein es war der Vetter.
Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt. Gehen die neuen Regelungen
nicht am Bedarf vorbei?
Die neue Deutsche Rechtschreibung kommt mir manchmal so vor als wolle man
es den Imbissbudenbesitzern das Leben leichter machen. Den netten Mann um
die Ecke habe ich bereits zweimal darauf aufmerksam gemacht das sein
'Henchen' falsch geschrieben ist, aber nach der 'Kusine' bin ich mir da
nicht mehr so sicher. :-))
Gisbert
Ist schon lustig:
Der Deutsche hat seine eigenen Wörter (Vetter, Base),
diese sind ihm zu platt, also zieht er schaumschlägerisch
die vermeintlich eleganteren frz. Wörter "Cousine, Cousin" vor;
diese kann er aber nicht korrekt aussprechen, und heraus kommt
Kusine, Kuseng; das ist ihm wiederum zu platt, und wieder ist er
orientierungslos.
Wer sich selbst und seine eigene Sprache nicht mag, wird immer wirr
umherirren.

Gruß.
Astrid Schleicher
2005-11-03 01:23:40 UTC
Post by Klaus Scholl
Der Deutsche hat seine eigenen Wörter (Vetter, Base),
diese sind ihm zu platt, also zieht er schaumschlägerisch
die vermeintlich eleganteren frz. Wörter "Cousine, Cousin" vor;
Wer sich selbst und seine eigene Sprache nicht mag, wird immer wirr
umherirren.
Es geht hier gar nicht ums Mögen. Was nicht eindeutig ist, wird eben
dahingerafft. Meine Tochter war sehr empört, als sie hörte, sie könne
zu ihrem Kuseng auch "fetter Vincent" sagen.

Liebe Grüße
Astrid
Hans Fink
2005-11-03 06:18:16 UTC
Post by Astrid Schleicher
Post by Klaus Scholl
Wer sich selbst und seine eigene Sprache nicht mag, wird immer wirr
umherirren.
Es geht hier gar nicht ums Mögen. Was nicht eindeutig ist, wird eben
dahingerafft. Meine Tochter war sehr empört, als sie hörte, sie könne
zu ihrem Kuseng auch "fetter Vincent" sagen.
Und mit der Base hat sie kein Problem?
Oliver Cromm
2005-11-03 23:15:32 UTC
Post by Hans Fink
Post by Astrid Schleicher
Meine Tochter war sehr empört, als sie hörte, sie könne
zu ihrem Kuseng auch "fetter Vincent" sagen.
Und mit der Base hat sie kein Problem?
Wenn sie deswegen schmollt, ist sie eine saure Base.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 14.9°C (3 November 2005 1:00 PM EST)
Andreas Kabel
2005-11-03 23:23:11 UTC
Post by Oliver Cromm
Post by Hans Fink
Und mit der Base hat sie kein Problem?
Wenn sie deswegen schmollt, ist sie eine saure Base.
Bei Familientreffen trifft man nach dem Essen
gelegentlich auf mehrfach ungesättigte Fettbasen; die
sind dann auch sauer.
Lothar Frings
2005-11-04 10:12:53 UTC
Post by Andreas Kabel
Post by Oliver Cromm
Post by Hans Fink
Und mit der Base hat sie kein Problem?
Wenn sie deswegen schmollt, ist sie eine saure Base.
Bei Familientreffen trifft man nach dem Essen
gelegentlich auf mehrfach ungesättigte Fettbasen; die
sind dann auch sauer.
Wenn's zum Sattwerden nicht gereicht hat, habt ihr
wahrscheinlich Haute Cousine serviert.
Martin Gerdes
2005-11-03 23:00:06 UTC
Post by Astrid Schleicher
Post by Klaus Scholl
Der Deutsche hat seine eigenen Wörter (Vetter, Base),
diese sind ihm zu platt, also zieht er schaumschlägerisch
die vermeintlich eleganteren frz. Wörter "Cousine, Cousin" vor;
Wer sich selbst und seine eigene Sprache nicht mag, wird immer wirr
umherirren.
Es geht hier gar nicht ums Mögen. Was nicht eindeutig ist, wird eben
dahingerafft. Meine Tochter war sehr empört, als sie hörte, sie könne
zu ihrem Kuseng auch "fetter Vincent" sagen.
Boreali-Problem. Würde man hier bei kurzen e zwischen einer geschlossenen
und einer offenen Form unterscheiden, wäre das kein Problem ("Vetter"
geschlossen, "fetter" offen).
--
Martin Gerdes
Thorsten Meinecke
2005-11-03 23:46:19 UTC
Post by Martin Gerdes
Post by Astrid Schleicher
Es geht hier gar nicht ums Mögen. Was nicht eindeutig ist, wird eben
dahingerafft. Meine Tochter war sehr empört, als sie hörte, sie könne
zu ihrem Kuseng auch "fetter Vincent" sagen.
Boreali-Problem. Würde man hier bei kurzen e zwischen einer geschlossenen
und einer offenen Form unterscheiden, wäre das kein Problem ("Vetter"
geschlossen, "fetter" offen).
Erstaunlich, wo überall Laute unterschieden werden können.
Sag mal <Methan> und <hätte>. Gymnasialaussprache, was?

Ich finde drei Phoneme in dieser Ecke völlig ausreichend:
/@/, /E/ und /e/ (Murmellaut, kurz geschlossen, lang offen)

Gruß,
--Thorsten
Bär und See
Rüdiger Silberer
2005-11-04 01:59:27 UTC
Post by Thorsten Meinecke
Post by Martin Gerdes
Post by Astrid Schleicher
Es geht hier gar nicht ums Mögen. Was nicht eindeutig ist, wird eben
dahingerafft. Meine Tochter war sehr empört, als sie hörte, sie könne
zu ihrem Kuseng auch "fetter Vincent" sagen.
Boreali-Problem. Würde man hier bei kurzen e zwischen einer geschlossenen
und einer offenen Form unterscheiden, wäre das kein Problem ("Vetter"
geschlossen, "fetter" offen).
Erstaunlich, wo überall Laute unterschieden werden können.
Sag mal <Methan> und <hätte>. Gymnasialaussprache, was?
Wo siehst Du da ein Problem?
Jottchen, wenn es darum geht, was ausreichend ist, dann könnten wir viel
streichen.
--
ade, Rüdiger

Rechtschreibreform? Ein großes Unheil.
Eine nationale Katastrophe. - Marcel Reich-Ranicki -
Michael Baumgartner
2005-11-04 09:51:26 UTC
Post by Thorsten Meinecke
Post by Martin Gerdes
Boreali-Problem. Würde man hier bei kurzen e zwischen einer
geschlossenen und einer offenen Form unterscheiden, wäre das kein
Problem ("Vetter" geschlossen, "fetter" offen).
Kann ich nicht nachvollziehen. Das sind bei mir Homophone. Daß ich
nicht "Vetter" sage, steht auf einem anderen Blatt, denn *der* kommt
mir wiederum nördlich vor. Ich habe noch nie anders gesagt als
/kU'sa~/.
Post by Thorsten Meinecke
Erstaunlich, wo überall Laute unterschieden werden können.
Sag mal <Methan> und <hätte>. Gymnasialaussprache, was?
Die allerdings klingen vollkommen verschieden.

Gruß, Michael
Hans Fink
2005-11-04 07:42:02 UTC
Post by Martin Gerdes
Post by Astrid Schleicher
Es geht hier gar nicht ums Mögen. Was nicht eindeutig ist, wird eben
dahingerafft. Meine Tochter war sehr empört, als sie hörte, sie könne
zu ihrem Kuseng auch "fetter Vincent" sagen.
Boreali-Problem. Würde man hier bei kurzen e zwischen einer geschlossenen
und einer offenen Form unterscheiden, wäre das kein Problem ("Vetter"
geschlossen, "fetter" offen).
Du meinst also, Nichtborealen haben da weniger Probleme?
Kannst Du mal ein Beispiel geben?
Peter Gruendler
2005-11-03 07:31:51 UTC
Post by Klaus Scholl
...da gab es zwar die 'Kusine' aber nicht den 'Kuseng' :-) dazu. Nein
es war der Vetter.
Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt.
Der Deutsche hat seine eigenen Wörter (Vetter, Base),
Interessant finde ich, dass der ÖSterreicher beide Wörter nicht hat.
Hier gibt es nur die frz. Versionen.

lG
Peter
Helmut P. Einfalt
2005-11-03 07:40:11 UTC
Post by Peter Gruendler
Post by Klaus Scholl
Der Deutsche hat seine eigenen Wörter (Vetter, Base),
Interessant finde ich, dass der ÖSterreicher beide Wörter nicht hat.
Hier gibt es nur die frz. Versionen.
Håm tammas, åba vawendn tammas net!

Helmut, wieda dahoam
--
All typos © My Knotty Fingers Ltd. Capacity Dept.
Peter Gruendler
2005-11-03 07:36:10 UTC
Post by Helmut P. Einfalt
Post by Peter Gruendler
Post by Klaus Scholl
Der Deutsche hat seine eigenen Wörter (Vetter, Base),
Interessant finde ich, dass der ÖSterreicher beide Wörter nicht hat.
Hier gibt es nur die frz. Versionen.
Håm tammas, åba vawendn tammas net!
Stehen die echt im ÖWB (meins ist grad nicht da)?

lG
P
Astrid Schleicher
2005-11-03 07:43:15 UTC
Post by Peter Gruendler
Stehen die echt im ÖWB (meins ist grad nicht da)?
Base (veraltend): Cousine
Vetter: Sohn des Onkels bzw. der Tante (Cousin) |(reg., veraltet):
vertrauter Freund einer Familie, Onkel

Liebe Grüße
Astrid
Jens Müller
2005-11-13 12:58:57 UTC
Post by Astrid Schleicher
Post by Peter Gruendler
Stehen die echt im ÖWB (meins ist grad nicht da)?
Base (veraltend): Cousine
vertrauter Freund einer Familie, Onkel
Heißt "veraltend", daß es erst am Veralten ist? Dann würde ich das aber
eher umgekehrt sehen ...
Oliver Cromm
2005-11-14 23:08:07 UTC
Post by Jens Müller
Post by Astrid Schleicher
Base (veraltend): Cousine
vertrauter Freund einer Familie, Onkel
Heißt "veraltend", daß es erst am Veralten ist? Dann würde ich das aber
eher umgekehrt sehen ...
Dir ist aber schon der Bezug klar?

Wort Bedeutung Status
------------------------------------------------------
Base Cousine veraltend
Vetter Cousin noch aktuell
Vetter Onkel, Freund der Familie veraltet
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 8.7°C (14 November 2005 1:00 PM EST)
Matthias Opatz
2005-11-15 05:06:53 UTC
Post by Oliver Cromm
Wort Bedeutung Status
------------------------------------------------------
Base Cousine veraltend
Vetter Cousin noch aktuell
Vetter Onkel, Freund der Familie veraltet
Einverstanden, wenn Du Vetters "noch aktuell" ein "landsch." voranstellst
(sonst veraltend).

Wie ist es mit dem Schwager, der mMn auch in der Bedeutung Onkel oder
einfach guter Bekannter üblich war ("sitz ich beim Schwager vorn")?

Matthias
--
Die Regierungen der Päpste waren nur kurz, obgleich immer der Vater
auf den Sohn folgte. Prof. Galletti
Wer zum Kuckuck ist Galletti? => http://www.galletti.de/
= Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. =
Oliver Cromm
2005-11-16 00:08:55 UTC
Post by Matthias Opatz
Post by Oliver Cromm
Wort Bedeutung Status
------------------------------------------------------
Base Cousine veraltend
Vetter Cousin noch aktuell
Vetter Onkel, Freund der Familie veraltet
Einverstanden, wenn Du Vetters "noch aktuell" ein "landsch." voranstellst
(sonst veraltend).
Ich wunderte mich, wie das "reg., veraltet" gemeint war - genau wissen
kann man es nur, wenn man in dem zitierten Wörterbuch nachschlägt. Es
könnte, wie Du meinst, "regional, sonst veraltet" heißen, oder aber
"immer schon nur regional, und jetzt veraltet".
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: -0.51°C (15 November 2005 10:00 AM EST)
Oliver Cromm
2005-11-16 00:15:14 UTC
Post by Matthias Opatz
Post by Oliver Cromm
Wort Bedeutung Status
------------------------------------------------------
Base Cousine veraltend
Vetter Cousin noch aktuell
Vetter Onkel, Freund der Familie veraltet
Einverstanden, wenn Du Vetters "noch aktuell" ein "landsch." voranstellst
(sonst veraltend).
Ich war mir nicht sicher, wie das "reg., veraltet" gemeint war - genau
wissen kann man es nur, wenn man in dem zitierten Wörterbuch
nachschlägt. Es könnte, wie Du meinst, "regional, sonst veraltet"
heißen, oder aber "immer schon nur regional, und jetzt veraltet".
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: -0.51°C (15 November 2005 10:00 AM EST)
Roman Figaj
2005-11-13 23:18:08 UTC
Post by Astrid Schleicher
Base (veraltend): Cousine
vertrauter Freund einer Familie, Onkel
Cousin (d.h. "Kuseng", auf der ersten Silbe betont) und Cousine sind
hier gebräuchlich. Vetter wird selten benutzt; Base habe ich erst bei
Wilhelm Busch gelernt und noch nie irgendwo gehört.

Außerdem gibt es hier den "Petter" (je nach Gegend auch "Pedder"), der
aber wohl vom Paten abgeleitet ist, denn das bedeutet er auch.

Roman
--
"They misunderestimated me." (George W. Bush)
Andreas Karrer
2005-11-14 01:06:43 UTC
Post by Roman Figaj
Cousin (d.h. "Kuseng", auf der ersten Silbe betont) und Cousine sind
hier gebräuchlich. Vetter wird selten benutzt; Base habe ich erst bei
hier?

- Andi
Roman Figaj
2005-11-15 21:21:43 UTC
Post by Roman Figaj
Cousin (d.h. "Kuseng", auf der ersten Silbe betont) und Cousine sind
hier gebräuchlich. Vetter wird selten benutzt; Base habe ich erst bei
hier?
Nein, hier. ;-)
Südhessen, an der Bergstraße.

Gruß

Roman
--
"They misunderestimated me." (George W. Bush)
Joerg Schleicher
2005-11-16 22:40:52 UTC
Post by Roman Figaj
Post by Roman Figaj
Cousin (d.h. "Kuseng", auf der ersten Silbe betont) und Cousine sind
hier gebräuchlich. Vetter wird selten benutzt; Base habe ich erst bei
hier?
Nein, hier. ;-)
Südhessen, an der Bergstraße.
Ein bisschen weiter südlich gibt's aber zumindest
das Bäsle.

Jörg

Helmut P. Einfalt
2005-11-03 08:01:25 UTC
Post by Peter Gruendler
Post by Klaus Scholl
(Vetter, Base),
Stehen die echt im ÖWB (meins ist grad nicht da)?
Kloar -- und ausserdem müssert ma ja dånn den "Blaadn Kusäh" (oder is
des der "Gfüüde"?) und den "Måågan Kusäh" beim Jedermann in Salzburg
einführen... *ggg*

Helmut
--
All typos © My Knotty Fingers Ltd. Capacity Dept.
Dirk Schneider
2005-11-03 19:38:12 UTC
Post by Helmut P. Einfalt
Post by Peter Gruendler
Post by Klaus Scholl
Der Deutsche hat seine eigenen Wörter (Vetter, Base),
Interessant finde ich, dass der ÖSterreicher beide Wörter nicht hat.
Hier gibt es nur die frz. Versionen.
Håm tammas, åba vawendn tammas net!
Ich möchte mal behaupten, dass das hier auch sehr ungebräuchlich ist.
Gelernt habe ich nur die frz. Versionen; ich kenne einen einzigen
Menschen, der Vetter sagt. Und Base habe ich WIMRE noch niemals jemanden
allen Ernstes sagen gehört.

Gruß Dirk.
--
Ende der Nachricht
Rüdiger Silberer
2005-11-04 02:01:30 UTC
Post by Dirk Schneider
Post by Helmut P. Einfalt
Post by Peter Gruendler
Post by Klaus Scholl
Der Deutsche hat seine eigenen Wörter (Vetter, Base),
Interessant finde ich, dass der ÖSterreicher beide Wörter nicht hat.
Hier gibt es nur die frz. Versionen.
Håm tammas, åba vawendn tammas net!
Ich möchte mal behaupten, dass das hier auch sehr ungebräuchlich ist.
Gelernt habe ich nur die frz. Versionen; ich kenne einen einzigen
Menschen, der Vetter sagt. Und Base habe ich WIMRE noch niemals jemanden
allen Ernstes sagen gehört.
Ebenfalz, allerdings heißt es bei uns fränkisch "Kuseng".
--
ade, Rüdiger

Rechtschreibreform? Ein großes Unheil.
Eine nationale Katastrophe. - Marcel Reich-Ranicki -
Dirk Schneider
2005-11-04 12:21:07 UTC
Post by Rüdiger Silberer
Post by Dirk Schneider
Ich möchte mal behaupten, dass das hier auch sehr ungebräuchlich ist.
Gelernt habe ich nur die frz. Versionen; ich kenne einen einzigen
Menschen, der Vetter sagt. Und Base habe ich WIMRE noch niemals jemanden
allen Ernstes sagen gehört.
Ebenfalz, allerdings heißt es bei uns fränkisch "Kuseng".
Ach ja, sorry, das war missverständlich. Hier natürlich auch die
"deutsche" Aussprache "Kuseng"! Cousin ist selten, auch ich verwende das
eher nicht, trotz gewisser frz. Sprachkenntnisse und nicht vorhandener
frankophober Einstellung, die nicht selten ist, wie mir oft scheint ...

Gruß Dirk (Balkong, Bombong, Restorang ...).
Helmut P. Einfalt
2005-11-04 17:04:40 UTC
Post by Dirk Schneider
Post by Rüdiger Silberer
Ebenfalz, allerdings heißt es bei uns fränkisch "Kuseng".
Ach ja, sorry, das war missverständlich. Hier natürlich auch die
"deutsche" Aussprache "Kuseng"!
Gruß Dirk (Balkong, Bombong, Restorang ...).
Ihr braucht Euch jedenfalls nie um die österreichische
Staatsbürgerschaft zu bewerben
(man Lex Weigel)!

Helmut
--
All typos © My Knotty Fingers Ltd. Capacity Dept.
Dirk Schneider
2005-11-04 18:26:49 UTC
Post by Helmut P. Einfalt
Ihr braucht Euch jedenfalls nie um die österreichische
Staatsbürgerschaft zu bewerben
(man Lex Weigel)!
Wer ist das?

Gruß Dirk.
--
Ende der Nachricht
Helmut P. Einfalt
2005-11-04 21:12:12 UTC
Post by Dirk Schneider
Post by Helmut P. Einfalt
Ihr braucht Euch jedenfalls nie um die österreichische
Staatsbürgerschaft zu bewerben
(man Lex Weigel)!
Wer ist das?
Der höchst sprachverliebte Autor und Kritiker Hans Weigel (s.u.)
verlangte einmal halb im Scherz, Österreicher (und vor allem: Direktor
eines der Bundestheater und somit österreichischer Staatsbediensteter)
könne und dürfe nur jemand werden, der das Wort "Chance" korrekt
auszusprechen vermag. Wer "Balkong" sagt oder "Ballong" oder
"Kuhseng", ist von vornherein ausgeschlossen. Diese Regel (die
bedauerlicherweise nicht angenommen wurde), heißt "Lex Weigel".

Antonio Fian (s.u.) hat das aufgenommen und ein kleines Theaterstück
verfaßt über jene mitleiderregende (fiktive aber trotzdem sehr
lebensechte) Szene, als Claus Peymann (Burgtheaterdirektor 1986-99)
seine Einbürgerungsprüfung ablegt und als "Piefke" erhebliche
Schwierigkeiten mit der Erfüllung der Lex Weigel hat -- von "Schangse"
bis "Schaas" (ostösterr. für "Furz") kommt so ziemlich alles bei der
amtlichen Prüfung heraus.

Gibts als Mitschnitt einer Fian-Lesung auch auf CD...

***

Ad Hans Weigel und Antonio Fian (aus AEIOU.AT):

"Weigel, Hans, * 29. 5. 1908 Wien, ? 12. 8. 1991 Maria Enzersdorf
(Niederösterreich), Theaterkritiker und Schriftsteller, Lebensgefährte
von E. Ott. Bis 1938 Mitarbeiter an Kleinkunstbühnen in Wien, 1938-45
im Schweizer Exil. 1946 begann er seine Tätigkeit als viel beachteter
Theaterkritiker unter anderem für das "Neue Österreich" und den
"Kurier". Weigel gilt als Entdecker von I. Bachmann und G. Fritsch. In
der von ihm 1951-54 herausgegeben Anthologienreihe "Stimmen der
Gegenwart" förderte er vor allem junge Autoren; als Sprachkritiker sah
er sich in der Tradition österreichischer sprachskeptischer Autoren
("Die Leiden der jungen Wörter", 1974).

Weitere Werke: Dramen: Axel an der Himmelstür, 1926; Barabbas, 1946;
Angelica, 1948; Die Erde, 1948; Das wissen die Götter, 1950. - Romane:
Der grüne Stern, 1946; Unvollendete Symphonie, 1951. - Essays: O du
mein Österreich, 1956; Masken, Mimen und Mimosen, 1958; Flucht vor der
Größe, 1960; A. Hörbiger, 1963; K. Kraus, 1968; Das Land der Deutschen
mit der Seele suchend, 1978; Ad absurdum, 1980 (Satiren, Parodien);
1001 Premiere, 2 Bände, 1983 (Theaterkritiken); Nach wie vor Wörter,
1985 (Literaturkritiken); Das Abendbuch, 1989; Das
Scheuklappensyndrom, 1990. - Übersetzungen (Molière)."

"Fian, Antonio, * 28. 3. 1956 Klagenfurt (Kärnten), Schriftsteller.
Mitbegründer und 1976-83 Herausgeber der Literaturzeitschrift
"Fettfleck"; Hörspiele mit W. Kofler; verfasst vor allem scharfe
hintergründige Parodien und Satiren ("Schratt", 1992) sowie Dramolette
zu aktuellen Themen aus Politik und Kultur."

***

Hoffe, mit dieser Auskunft gedient zu haben und hiemit allen
bundesdeutschen Lesern die Chance (auch nicht "Schanze")
auf eine eventuelle Einbürgerung gewahrt zu haben...

Helmut
--
All typos © My Knotty Fingers Ltd. Capacity Dept.
Oliver Cromm
2005-11-04 23:43:58 UTC
Post by Helmut P. Einfalt
Der höchst sprachverliebte Autor und Kritiker Hans Weigel (s.u.)
verlangte einmal halb im Scherz, Österreicher (und vor allem: Direktor
eines der Bundestheater und somit österreichischer Staatsbediensteter)
könne und dürfe nur jemand werden, der das Wort "Chance" korrekt
auszusprechen vermag. Wer "Balkong" sagt oder "Ballong" oder
"Kuhseng", ist von vornherein ausgeschlossen. Diese Regel (die
bedauerlicherweise nicht angenommen wurde), heißt "Lex Weigel".
Ich spreche Cho~ce, Restauro~, Cousö~ und Po~ndo~, aber Balkong,
Bombong. Gibt's diese Kombination bei anderen auch? Also: an, en, in
nasaliert, on nicht?
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 3.6°C (4 November 2005 6:00 PM EST)
Helmut P. Einfalt
2005-11-05 07:24:11 UTC
Post by Oliver Cromm
Post by Helmut P. Einfalt
Der höchst sprachverliebte Autor und Kritiker Hans Weigel (s.u.)
Direktor eines der Bundestheater und somit österreichischer
Staatsbediensteter) könne und dürfe nur jemand werden, der das Wort
"Chance" korrekt auszusprechen vermag. Wer "Balkong" sagt oder
"Ballong" oder "Kuhseng", ist von vornherein ausgeschlossen. Diese
Regel (die bedauerlicherweise nicht angenommen wurde), heißt "Lex
Weigel".
Ich spreche Cho~ce, Restauro~, Cousö~ und Po~ndo~, aber Balkong,
Bombong. Gibt's diese Kombination bei anderen auch? Also: an, en, in
nasaliert, on nicht?
In Österreich ist "Balkohn" und "Ballohn" die Standardaussprache. Der
"-on"-Laut wird nicht wirlich nasaliert, sondern eher wie in Telefon
gesprochen. Aber "Balkong" wie "King-Kong" ist pfuigack und verrät den
Piefke! *ggg*

Helmut
--
All typos © My Knotty Fingers Ltd. Capacity Dept.
Oliver Cromm
2005-11-08 00:17:57 UTC
Post by Helmut P. Einfalt
In Österreich ist "Balkohn" und "Ballohn" die Standardaussprache. Der
"-on"-Laut wird nicht wirlich nasaliert, sondern eher wie in Telefon
gesprochen. Aber "Balkong" wie "King-Kong" ist pfuigack und verrät den
Piefke! *ggg*
Also "Cousin" unbedingt nasaliert, "Balkon" betont nichtnasal.
Apa:r, das.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 7.7°C (7 November 2005 12:00 PM EST)
Helmut P. Einfalt
2005-11-08 03:40:44 UTC
Post by Oliver Cromm
Post by Helmut P. Einfalt
In Österreich ist "Balkohn" und "Ballohn" die Standardaussprache. Der
"-on"-Laut wird nicht wirlich nasaliert, sondern eher wie in
Telefon
Post by Oliver Cromm
Post by Helmut P. Einfalt
gesprochen. Aber "Balkong" wie "King-Kong" ist pfuigack und verrät
den Piefke! *ggg*
Also "Cousin" unbedingt nasaliert, "Balkon" betont nichtnasal.
Apa:r, das.
So samma halt, mir, im Lande des Oachkatzlschwoafs...

Helmut
--
All typos © My Knotty Fingers Ltd. Capacity Dept.
Tassilo Halbritter
2005-11-08 06:02:20 UTC
=20
In =D6sterreich ist "Balkohn" und "Ballohn" die Standardaussprache. Der
"-on"-Laut wird nicht wirlich nasaliert, sondern eher wie in Telefon
gesprochen. Aber "Balkong" wie "King-Kong" ist pfuigack und verr=E4t de=
n
Piefke! *ggg*
=20
Also "Cousin" unbedingt nasaliert, "Balkon" betont nichtnasal.=20
Apa:r, das.
Un das hinwiederum wird bei uns in AT 'apart' gesprochen! Bei gewis-
sen Adeligen auch etwas nasaliert und in der Bedeutung 'interessant,=20
abscheulich, eigenartig'!

Warum man den Beton nasalieren sollte ist mir nicht einsichtig, Bal-
kon ist zwar ein deutsches Lehnwort (von 'Balken') im Franz=F6sischen,=20
aber ich kenns bei uns nur in der Telefon-Aussprache.
Vielleicht Analog-Aussprache zu Perron?
Gibt es eigentlich Deutsche die Telefo~ sagen?


--=20
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Von den vielen verschiedenen Lehren, die in der Welt
| | | |_| | auftauchen, gilt: Das geh=F6rt nicht zu mir, das bin =20
| | | _ | ich nicht, das ist nicht mein Selbst. Daher werden=20
|_|a |_| |_|a sie verworfen!" (Die Lehrreden des Buddha)=20
Heinz Brueckner
2005-11-08 07:55:11 UTC
am Tue, 8 Nov 2005 07:02:20 +0100 schrieb Tassilo Halbritter
Post by Tassilo Halbritter
Gibt es eigentlich Deutsche die Telefo~ sagen?
Ich, manchmal, wenn ich nachsinge:
"Gaston, 'y a telefon qui son, il y a jamais person qui irais bon"
("Marie-Thérèse, elle est obaise ...")

Heinz
Michael Pronay
2005-11-08 14:15:07 UTC
"Gaston, 'y a [l'] telefon qui son['], [et] il y a jamais person[']
qui irais bon"
^^^^^^^^^^^^^

Gehört ins Handbuch des Verhörens. Heißt tatsächlich "qui y répond".


M.
Heinz Brueckner
2005-11-08 18:31:59 UTC
Post by Michael Pronay
"Gaston, 'y a [l'] telefon qui son['], [et] il y a jamais person[']
qui irais bon"
^^^^^^^^^^^^^
Gehört ins Handbuch des Verhörens. Heißt tatsächlich "qui y répond".
Tatsächlich? Ich kanns wohl nicht mehr nachhören - die alte Kassette ist
magnetisch total durchgesotten. (Wie mein Französisch insgesamt.)
Du dürftest aber dem "téléphon", wenn schon, auch noch ein Weglasse-Zeichen
spendieren. Oder ist Dir ein "e" allein zu wenig?
Wichtig ist's nicht - dennoch danke!

Heinz
Michael Pronay
2005-11-09 12:48:20 UTC
Post by Heinz Brueckner
Post by Michael Pronay
"Gaston, 'y a [l'] telefon qui son['], [et] il y a jamais
person['] qui irais bon"
^^^^^^^^^^^^^
Gehört ins Handbuch des Verhörens. Heißt tatsächlich "qui y répond".
Tatsächlich?
Ja freilich.
Post by Heinz Brueckner
Ich kanns wohl nicht mehr nachhören - die alte Kassette ist
magnetisch total durchgesotten. (Wie mein Französisch
insgesamt.)
Ist ja auch logisch - "qui irais bon" heißt ja nix, "qui y répond"
sehr wohl.
Post by Heinz Brueckner
Du dürftest aber dem "téléphon", wenn schon, auch noch ein
Weglasse-Zeichen spendieren.
Stümpt. Hatte ich übersehen.
Post by Heinz Brueckner
Oder ist Dir ein "e" allein zu wenig? Wichtig ist's nicht -
dennoch danke!
Bitte gern!

M.
Tanja Gabriele Klein
2005-11-08 07:41:23 UTC
Post by Tassilo Halbritter
Warum man den Beton nasalieren sollte ist mir nicht einsichtig, Bal-
kon ist zwar ein deutsches Lehnwort (von 'Balken') im Französischen,
aber ich kenns bei uns nur in der Telefon-Aussprache.
Vielleicht Analog-Aussprache zu Perron?
Gibt es eigentlich Deutsche die Telefo~ sagen?
Wuerde mich wundern -- im Franzoesischen heisst es doch "téléphone"
(ohne Nasal), iirc?

Liebe Gruesse, Tanja
Martin Gerdes
2005-11-08 17:00:06 UTC
Post by Oliver Cromm
Post by Helmut P. Einfalt
In Österreich ist "Balkohn" und "Ballohn" die Standardaussprache. Der
"-on"-Laut wird nicht wirlich nasaliert, sondern eher wie in Telefon
gesprochen. Aber "Balkong" wie "King-Kong" ist pfuigack und verrät den
Piefke! *ggg*
Also "Cousin" unbedingt nasaliert, "Balkon" betont nichtnasal.
Apa:r, das.
Sagst Du das letztere so?
Ich spreche das Wort deutsch aus.
--
Martin Gerdes
Oliver Cromm
2005-11-08 23:07:31 UTC
Post by Martin Gerdes
Post by Oliver Cromm
In Österreich ist [...]
Also "Cousin" unbedingt nasaliert, "Balkon" betont nichtnasal.
Apa:r, das.
Sagst Du das letztere so?
Nein, aber es wäre doch apart, wenn das eine Region täte und sich über
die anderen echauffierte.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 6.5°C (8 November 2005 1:00 PM EST)
Oliver Cromm
2005-11-09 00:04:03 UTC
Post by Martin Gerdes
Post by Oliver Cromm
In Österreich ist [...]
Also "Cousin" unbedingt nasaliert, "Balkon" betont nichtnasal.
Apa:r, das.
Sagst Du das letztere so?
Nein, aber es wäre doch apart, wenn das eine Region täte und sich über
die anderen echauffierte.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 1.9°C (8 November 2005 6:00 PM EST)
Martin Gerdes
2005-11-05 11:00:07 UTC
Post by Oliver Cromm
Post by Helmut P. Einfalt
Der höchst sprachverliebte Autor und Kritiker Hans Weigel (s.u.)
verlangte einmal halb im Scherz, Österreicher (und vor allem: Direktor
eines der Bundestheater und somit österreichischer Staatsbediensteter)
könne und dürfe nur jemand werden, der das Wort "Chance" korrekt
auszusprechen vermag. Wer "Balkong" sagt oder "Ballong" oder
"Kuhseng", ist von vornherein ausgeschlossen. Diese Regel (die
bedauerlicherweise nicht angenommen wurde), heißt "Lex Weigel".
Ich spreche Cho~ce, Restauro~, Cousö~ und Po~ndo~, aber Balkong,
Bombong.
... aber Balkon, Ballon, Beto~ und Bombo~.
Post by Oliver Cromm
Gibt's diese Kombination bei anderen auch? Also: an, en, in
nasaliert, on nicht?
... an, en, in nasaliert, on von Fall zu Fall.
--
Martin Gerdes
Dirk Schneider
2005-11-05 11:57:17 UTC
Post by Martin Gerdes
... aber Balkon, Ballon, Beto~ und Bombo~.
Interessant, Beton habe ich wirklich sehr, sehr selten frz.
ausgesprochen gehört, das ist für MSE quasi schon ein richtig
eingedeutschter "Betong" geworden. Erzähl mal einem Stahlbetonbauer, er
solle seinen Beruf ab sofort nasaliert aussprechen ;-)

Gruß Dirk.
--
Ende der Nachricht
Martin Gerdes
2005-11-06 11:00:09 UTC
Post by Dirk Schneider
Post by Martin Gerdes
... aber Balkon, Ballon, Beto~ und Bombo~.
Interessant, Beton habe ich wirklich sehr, sehr selten frz.
ausgesprochen gehört, das ist für MSE quasi schon ein richtig
eingedeutschter "Betong" geworden. Erzähl mal einem Stahlbetonbauer, er
solle seinen Beruf ab sofort nasaliert aussprechen ;-)
Ein bekannter Bauingenieur spricht explizit von "Betohn". Obwohl ich selbst
"Balkohn" und "Ballohn" spreche, liegt meinen Ohren der "Betohn" quer. Ich
kenne es nur mit Nasal und spreche das Wort auch nur so.

Klar, ist mal wieder unlogisch.

Den Beto~nbauer halte ich von der Aussprache her für unproblematisch.
--
Martin Gerdes
Achim Stenzel
2005-11-07 08:26:37 UTC
Post by Martin Gerdes
Ein bekannter Bauingenieur spricht explizit von "Betohn". Obwohl ich selbst
"Balkohn" und "Ballohn" spreche, liegt meinen Ohren der "Betohn" quer. Ich
kenne es nur mit Nasal und spreche das Wort auch nur so.
Hier (Stgt) im Zweifelsfall ['bEto~:] oder so ähnlich. Selbst
sage ich Betong. Um auf Olivers Frage zu kommen:

Cousin: schwankt zwischen nasalierter und eingedeutschter Aussprache
Chance: Restaurant, Pendant: nasaliert
Balkon, Bouillon: eingedeutscht

Wenn ich mal wieder Heimaturlaub [tm] hatte, geht der Anteil der
Nasalierungen deutlich zurück ;-)

Gruß,
Achim
Oliver Cromm
2005-11-08 00:17:46 UTC
Post by Achim Stenzel
Cousin: schwankt zwischen nasalierter und eingedeutschter Aussprache
Auch aus meiner Umgebung kenne ich den Kuseng auch weit eher als das
Restorang.
Post by Achim Stenzel
Chance: Restaurant, Pendant: nasaliert
Balkon, Bouillon: eingedeutscht
Die Tendenz gibt es vermutlich, daß die -on-Wörter am stärksten
eingedeutscht werden, die mit an am wenigsten.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 7.7°C (7 November 2005 12:00 PM EST)
Matthias Opatz
2005-11-05 10:28:52 UTC
Post by Oliver Cromm
Ich spreche Cho~ce, Restauro~, Cousö~ und Po~ndo~, aber Balkong,
Bombong. Gibt's diese Kombination bei anderen auch? Also: an, en, in
nasaliert, on nicht?
Ich spreche ſa~s, Restorang (gehoben auch mal Restoro~ - aber dann ist es
schon ein Stilmittel), Kuseng, Pangdang, Balkong (aber: Balko:ne), Bongbong
und Ballo:n.

Eis System steckt da sicherlich nicht dahinter, das hat sich im Laufe der
Sprachaneignung so ergeben.

Matthias
--
Margaretha von Dänemark war eine kleine Frau rundlichen Angesichts.
Sie wollte die Stecknadeln so spitz machen, daß Albrecht sich damit
stechen könnte. . Prof. Galletti <http://www.galletti.de/>
= Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. =
Matthias Opatz
2005-11-05 10:29:30 UTC
Post by Oliver Cromm
Ich spreche Cho~ce, Restauro~, Cousö~ und Po~ndo~, aber Balkong,
Bombong. Gibt's diese Kombination bei anderen auch? Also: an, en, in
nasaliert, on nicht?
Ich spreche ſa~s, Restorang (gehoben auch mal Restoro~ - aber dann ist es
schon ein Stilmittel), Kuseng, Pangdang, Balkong (aber: Balko:ne), Bongbong
und Ballo:n.

Ein System steckt da sicherlich nicht dahinter, das hat sich im Laufe der
Sprachaneignung so ergeben.

Matthias
--
Margaretha von Dänemark war eine kleine Frau rundlichen Angesichts.
Sie wollte die Stecknadeln so spitz machen, daß Albrecht sich damit
stechen könnte. . Prof. Galletti <http://www.galletti.de/>
= Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. =
Rüdiger Silberer
2005-11-06 04:54:49 UTC
Post by Oliver Cromm
Ich spreche Cho~ce, Restauro~, Cousö~ und Po~ndo~,
Bis auf den Kuseng stimme ich Dir zu.
Post by Oliver Cromm
aber Balkong,
Bombong. Gibt's diese Kombination bei anderen auch? Also: an, en, in
nasaliert, on nicht?
Aber Balkohn, Betohn und Bombom.
--
ade, Rüdiger

Rechtschreibreform? Ein großes Unheil.
Eine nationale Katastrophe. - Marcel Reich-Ranicki -
Tanja Gabriele Klein
2005-11-08 07:41:24 UTC
Post by Oliver Cromm
Ich spreche Cho~ce, Restauro~, Cousö~ und Po~ndo~, aber Balkong,
Bombong. Gibt's diese Kombination bei anderen auch? Also: an, en, in
nasaliert, on nicht?
Kommt auf den Kontext an. Normalerweise nasaliere ich, aber aus dem Ort,
wo ich aufgewachsen bin, kenne ich auch noch die Schóssee, die Bómbongs,
aber auch den Kuséng, die Bulljóng und den Balkóng (auf welcher Silbe
betont Ihr die Nasale, btw?). Ausserdem gibt es dort Leute, die "Schang"
heissen ;-)

Liebe Gruesse, Tanja
Markus Ermert
2005-11-06 10:48:00 UTC
Post by Helmut P. Einfalt
Der höchst sprachverliebte Autor und Kritiker Hans Weigel (s.u.)
Direktor eines der Bundestheater und somit österreichischer
Staatsbediensteter) könne und dürfe nur jemand werden, der das Wort
"Chance" korrekt auszusprechen vermag.
Und was ist für Weigel korrekt? Dass in Baiern übliche "Schaahse"?

--
Helmut P. Einfalt
2005-11-07 20:19:33 UTC
Post by Markus Ermert
Österreicher könne und dürfe nur jemand werden,
der das Wort "Chance" korrekt auszusprechen vermag.
Und was ist für Weigel korrekt? Dass in Baiern übliche "Schaahse"?
Normale französische Aussprache "Schããss", nasaliert und mit ohne
Schluss-e.

Helmut
--
All typos © My Knotty Fingers Ltd. Capacity Dept.
Tassilo Halbritter
2005-11-03 08:08:34 UTC
Die Tage hatte ich das Vergnuegen unserem Enkel bei den Hausaufgaben ue=
ber
die Schulter zu schauen und eine leise Verzweiflung machte sich in mein=
em
Kopf breit. Es ging um den Stammbaum, da gab es zwar die 'Kusine' aber
nicht den 'Kuseng' :-) dazu. Nein es war der Vetter.=20
=20
Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt. Gehen die neuen Regelungen
nicht am Bedarf vorbei?
=20
Der Deutsche hat seine eigenen W=F6rter (Vetter, Base),
diese sind ihm zu platt, also zieht er schaumschl=E4gerisch
die vermeintlich eleganteren frz. W=F6rter "Cousine, Cousin" vor;
diese kann er aber nicht korrekt aussprechen, und heraus kommt
Kusine, Kuseng; das ist ihm wiederum zu platt, und wieder ist er=20
orientierungslos.
Wer sich selbst und seine eigene Sprache nicht mag, wird immer wirr=20
umherirren.
=20
Und Onkel und Tante verwendest Du auch nicht? Die kommen n=E4mlich=20
genauso aus dem Franz=F6sischen. Die deutschen Begriffe Oheim und Muhme=20
(die man eigentlich noch weiter in Vater/Mutter-Schwester/Bruder auf-
trennen m=FC=DFte) wurden schon l=E4nger verdr=E4ngt ...

Der Grund daf=FCr ist Eindeutigkeit und Vereinfachung: Wenn Vetter so-
wohl den Cousin wie den Vaterbruder bezeichnen kann, wer kennt sich=20
dann noch aus? =C4hnlich war es bei der Muhme (urspr=FCnglich Mutter-
schwester).

--=20
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Als ich jung war, habe ich mir immer vorgestellt,
| | | |_| | Verbl=F6den sei nichts Schlimmes - man merke es ja=20
| | | _ | nicht. So kann man sich irren!
|_|a |_| |_|a (Gerald Fix in desd) =20
Horst Ruth
2005-11-03 12:41:15 UTC
Der Grund dafür ist Eindeutigkeit und Vereinfachung: Wenn Vetter so-
wohl den Cousin wie den Vaterbruder bezeichnen kann, wer kennt sich
dann noch aus? Ähnlich war es bei der Muhme (ursprünglich Mutter-
schwester).
Jein.
1. Rechtliche Gründe, siehe hierzu das römische Recht und die entsprechend
ausgefeilte Terminologie der Verwandtschaftsgrade
2. Gesellschaftliche Positionierung durch in vormodernen
GesellschaftenVerwandtschaft einerseits differenzierend > genau oder
gewollt schwammig "Vetter" als Adelsanrede in der Neuzeit. Man brauchte
früher gelegentlich beides: den Spezialbegriff oder den Sammelbegriff, der
zwischen Verwandt- und Schwägerschaft schied.

In Deutschland früher beides. Heute erben ja sogar die Kegel. Und wenn der
sachliche Unterscheidungsbedarf wegfällt, werden wohl auch sprachliche
Moden wichtiger.


Gruß
HR
--
sunt nova grata tria: medicus, meretrix, melodia
Angela Braun
2005-11-03 08:09:50 UTC
Post by Gisbert Drake
Die Tage hatte ich das Vergnuegen unserem Enkel bei den Hausaufgaben ueber
die Schulter zu schauen und eine leise Verzweiflung machte sich in meinem
Kopf breit. Es ging um den Stammbaum, da gab es zwar die 'Kusine' aber
nicht den 'Kuseng' :-) dazu. Nein es war der Vetter.
Hallo Gisbert,

was dein Enkel schreibt, ist genau das, was ich auch schon vor über 30
Jahren gelernt habe.
Hat also wahrscheinlich nichts mit Rechtschreibreform zu tun.

Gruß,
Angela
Gisbert Drake
2005-11-04 07:25:16 UTC
Post by Angela Braun
Hallo Gisbert,
was dein Enkel schreibt, ist genau das, was ich auch schon vor über 30
Jahren gelernt habe.
Bei mir sind das halt ein paar Jahre mehr und ich musste noch
Cousin/Cousine lernen. Unsere Kinder im uebrigen auch :-)
Post by Angela Braun
Hat also wahrscheinlich nichts mit Rechtschreibreform zu tun.
Nein, in dem Fall wohl eher mit dem Schulsystem ;-)

Gisbert
--
Wenn alle so klug fahren koennten wie sie reden, dann gaebe es keine Staus,
keine Unfaelle und eine Polizei die gelangweilt am Strassenrand steht.
Ralf Kusmierz
2005-11-03 10:04:55 UTC
X-No-Archive: Yes
Post by Gisbert Drake
Die Tage hatte ich das Vergnuegen unserem Enkel bei den Hausaufgaben ueber
die Schulter zu schauen und eine leise Verzweiflung machte sich in meinem
Kopf breit. Es ging um den Stammbaum, da gab es zwar die 'Kusine' aber
nicht den 'Kuseng' :-) dazu. Nein es war der Vetter.
Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt. Gehen die neuen Regelungen
nicht am Bedarf vorbei?
Die neue Deutsche Rechtschreibung kommt mir manchmal so vor als wolle man
es den Imbissbudenbesitzern das Leben leichter machen. Den netten Mann um
die Ecke habe ich bereits zweimal darauf aufmerksam gemacht das sein
'Henchen' falsch geschrieben ist, aber nach der 'Kusine' bin ich mir da
nicht mehr so sicher. :-))
Mit "neuen Regelungen" hat diese fehlende Folgerichtigkeit nichts zu
tun. Vielmehr hätte man dem Vetter halt die Säure, äh, Base an die
Seite stellen müssen, wenn denn der Kuhsäng nicht konveniert.

Aber vielleicht ist es auch einfach nur der Wandel des
Sprachgebrauchs: Bastarde und Kegel sind ja auch verwandschaftlich
völlig out, soweit es ich nicht um alte Knacker wie Böll und Konsorten
als Autoren handelt.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
Martin Gerdes
2005-11-03 23:00:06 UTC
Post by Gisbert Drake
Die Tage hatte ich das Vergnuegen unserem Enkel bei den Hausaufgaben ueber
die Schulter zu schauen und eine leise Verzweiflung machte sich in meinem
Kopf breit. Es ging um den Stammbaum, da gab es zwar die 'Kusine' aber
nicht den 'Kuseng' :-) dazu. Nein es war der Vetter.
Ich habe ja noch Cousin und Cousine gelernt. Gehen die neuen Regelungen
nicht am Bedarf vorbei?
Die Schreibung "Kusine" ist recht alt (und auch eindeutig). "Cousin" kann
man als Süddeutscher nicht recht mit deutschen Buchstaben schreiben, weil
man dort zwar die "Kusine" deutsch, den "Cousin" aber französisch
ausspricht.
Post by Gisbert Drake
Die neue Deutsche Rechtschreibung kommt mir manchmal so vor als wolle man
es den Imbissbudenbesitzern das Leben leichter machen.
Dieser Feststellung würde ich mich durchaus anschließen wollen.
Post by Gisbert Drake
Den netten Mann um die Ecke habe ich bereits zweimal darauf aufmerksam
gemacht das sein 'Henchen' falsch geschrieben ist, aber nach der 'Kusine'
bin ich mir da nicht mehr so sicher. :-))
Wer von Euch ohne Fehl ist, der werfe den ersten Stein.

Erstaunlich viele Leute haben beispielsweise Probleme mit daß/das; auch mit
Kommaregeln stehen viele auf Kriegsfuß.

Jeder kehre zuerst vor der eigenen Tür :-)
--
Martin Gerdes
Gisbert Drake
2005-11-04 07:11:07 UTC
Post by Martin Gerdes
Erstaunlich viele Leute haben beispielsweise Probleme mit daß/das; auch mit
Kommaregeln stehen viele auf Kriegsfuß.
Mein damaliger Deutschlehrer sagte mal zu mir:
'Du hast'n Problem mit der Gross-/Kleinschreibung und Komma setzt de nur
frei Schnauze...'
Post by Martin Gerdes
Jeder kehre zuerst vor der eigenen Tür :-)
Stimmt, aber wenn Firma 'Schweisser' auf dem Firmenschid das 'w' vergessen
hat sollte man doch eventuell mal nachfragen :-))

Gisbert
--
Wenn alle so klug fahren koennten wie sie reden, dann gaebe es keine Staus,
keine Unfaelle und eine Polizei die gelangweilt am Strassenrand steht.
Martin Bodenstedt
2005-11-08 06:26:59 UTC
Post by Gisbert Drake
Die Tage hatte ich das Vergnuegen unserem Enkel bei den Hausaufgaben ueber
die Schulter zu schauen und eine leise Verzweiflung machte sich in meinem
Kopf breit. Es ging um den Stammbaum, da gab es zwar die 'Kusine' aber
nicht den 'Kuseng' :-) dazu. Nein es war der Vetter.
Also ich bin auch mit "Vettern" und "Kusinen" groß geworden (im Rheinland).

Vielleicht wäre ich im Saarland mit "Kusinen" und "Kusängs" (neue
Rechtschreibung) groß geworden

;-)
--
Martin Bodenstedt

(www.die-bodenstedts.de / www.maboko.de)