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ich hätte gern - ich möchte - ich ...: ?
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Ralf Joerres
2018-06-07 16:32:29 UTC
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Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.

Wie seht Ihr das?

Gruß Ralf Joerres
Stefan Ram
2018-06-07 16:43:43 UTC
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Post by Ralf Joerres
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Weiß nicht, was "Bedienform 'mit Vorwahl'" sein soll.

"Ich hätte gerne" kann man aber eigentlich immer sagen.

Alternativen: "Ich benötige ...", "Ich würde gerne ... kaufen.".

Hauptsache, Du sagst Ihnen, daß sie "Ich kriege/bekomme ..."
vermeiden sollten.

Natürlich, wenn man sagt, "Ich hätte gerne ...", kann man zur
Antwort kriegen "Hätte, hätte, Fahrradkette." - aber mit dem Risiko,
daß man nicht bekommt, was man gerne hätte, muß man immer leben.
René Marquardt
2018-06-07 16:54:22 UTC
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Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Gruß Ralf Joerres
Im Baumarkt? "Halllllloooooo, ist hier jemand?"
Ralf Joerres
2018-06-07 17:06:20 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Gruß Ralf Joerres
Im Baumarkt? "Halllllloooooo, ist hier jemand?"
Ja, da hat man eher den Weghusch-Effekt wie bei Kakerlaken, wenn's Licht
angeht. Aber das ist gemein, die haben in der Regel grad immer was anderes
zu tun, ist einfach zu wenig Personal da, und wenn die gut sichtbar von
einer Abteilung in die andere laufen, werden sie unterwegs von 5 Leuten angesprochen und kriegen überhaupt nichts getan.

Ralf Joerres
H.-P. Schulz
2018-06-07 17:08:17 UTC
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Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl'
Was darf ich mir darunter vorstellen?
Post by Ralf Joerres
seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Ich leite oft mit "Ich suche ..." ein.
"Wo finde ich ..."
"Gibt es ..."
"Haben Sie ..."

Man schickt höflicher Weise meist ein "Entschuldigung" (gesprochen
"''tschlnk" oder so) voraus, oder "Ach bitte ..".
René Marquardt
2018-06-07 18:34:55 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl'
Was darf ich mir darunter vorstellen?
Den verbalen handshake, den man ablaesst, auf dass sich das
Gegenueber auf dich einstellen kann.
Im Osten sagten wir: "Hammsefleisch..." gefolgt von der begehrten
Ware.
Helmut Richter
2018-06-07 20:50:21 UTC
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Post by René Marquardt
Den verbalen handshake, den man ablaesst, auf dass sich das
Gegenueber auf dich einstellen kann.
Im Osten sagten wir: "Hammsefleisch..." gefolgt von der begehrten
Ware.
Für Erfurt mags gehen, aber für Leipzig klingt mir das zu optimistisch. Da
würde ich eher erwarten: "Sie hamm wo ooch geen ...".
--
Helmut Richter
U***@web.de
2018-06-09 10:15:24 UTC
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Post by Helmut Richter
Für Erfurt mags gehen, aber für Leipzig klingt mir das zu optimistisch. Da
würde ich eher erwarten: "Sie hamm wo ooch geen ...".
Kann das nicht versächseln, aber die Zeiten mit
"Keine Kühlschränke gibt es im Erdgeschoß!" sollten
doch nun passé sein?

Gruß, ULF
Ralf Joerres
2018-06-08 04:06:39 UTC
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Post by René Marquardt
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl'
Was darf ich mir darunter vorstellen?
Den verbalen handshake, den man ablaesst, auf dass sich das
Gegenueber auf dich einstellen kann.
Im Osten sagten wir: "Hammsefleisch..." gefolgt von der begehrten
Ware.
Also 'Haben Sie Fleisch eine Bohrmaschine?'

Verrückte Ossis.

Ralf Joerres
René Marquardt
2018-06-08 12:14:23 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by René Marquardt
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl'
Was darf ich mir darunter vorstellen?
Den verbalen handshake, den man ablaesst, auf dass sich das
Gegenueber auf dich einstellen kann.
Im Osten sagten wir: "Hammsefleisch..." gefolgt von der begehrten
Ware.
Also 'Haben Sie Fleisch eine Bohrmaschine?'
Verrückte Ossis.
Nee. Von Flähsch hat kän'r was gesaacht. Ond wenns salt nach
Bohrmaschin' suchst, sarste: Bohrmaschin' hammse wohl nüsch
reen gekrischt?
Helmut Richter
2018-06-09 12:44:17 UTC
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Post by René Marquardt
Nee. Von Flähsch hat kän'r was gesaacht. Ond wenns salt nach
Bohrmaschin' suchst, sarste: Bohrmaschin' hammse wohl nüsch
reen gekrischt?
"reene gekrischt" (rein bekommen) oder
"reingekrischt" (hereinbekommen)?

Schon wieder die Verwechslung der beiden nhd -ei-, die eben ursprünglich
verschiedene Laute sind.
--
Helmut Richter
René Marquardt
2018-06-09 16:05:00 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by René Marquardt
Nee. Von Flähsch hat kän'r was gesaacht. Ond wenns salt nach
Bohrmaschin' suchst, sarste: Bohrmaschin' hammse wohl nüsch
reen gekrischt?
"reene gekrischt" (rein bekommen) oder
"reingekrischt" (hereinbekommen)?
Schon wieder die Verwechslung der beiden nhd -ei-, die eben ursprünglich
verschiedene Laute sind.
Nee, das issn "reene", aw'r d'r Faulheed weeschn eensilbisch.
Florian Ritter
2018-06-17 18:15:20 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Ralf Joerres
Also 'Haben Sie Fleisch eine Bohrmaschine?'
Verrückte Ossis.
Nee. Von Flähsch hat kän'r was gesaacht. Ond wenns salt nach
Bohrmaschin' suchst, sarste: Bohrmaschin' hammse wohl nüsch
reen gekrischt?
In einem Ostberliner Laden für Autoteile fertigte ein
Verkäufer fünf Kunden gleichzeitig ab. Die durften ihre
Wünsche vortragen, dann hieß es: Sie, Sie, Sie könn' jlei
wieder jeh'n, ham wa nich, kriejen wa ooch nich rin - wejen
Sie und Sie kiek ick ma in't Lager.
Der Inhaber von Fahrrad-Löffler machte aus dem ganzen einen
Kabarettauftritt: Was wollen Sie, eine Fahrradlampe???
Nein, meine Dame, dazu ist unsere Industrie leider noch
nicht in der Lage.

FR
U***@web.de
2018-06-09 10:17:33 UTC
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Moin,
Post by Ralf Joerres
Post by René Marquardt
Den verbalen handshake, den man ablaesst, auf dass sich das
Gegenueber auf dich einstellen kann.
Im Osten sagten wir: "Hammsefleisch..." gefolgt von der begehrten
Ware.
Also 'Haben Sie Fleisch eine Bohrmaschine?'
Vgl. "Gänsefleisch mal `n Kofferraum uffmachen?"

https://www.welt.de/print-welt/article258719/Gaensefleisch-mal-n-Kofferraum-uffmachen.html

Gruß, ULF
Florian Ritter
2018-06-17 18:05:09 UTC
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Post by René Marquardt
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl'
Was darf ich mir darunter vorstellen?
Den verbalen handshake, den man ablaesst, auf dass sich das
Gegenueber auf dich einstellen kann.
Im Osten sagten wir: "Hammsefleisch..." gefolgt von der begehrten
Ware.
Bei westlichen Reisenden in die DDR war der Satz mit "Gänsefleisch"
bekannt: Gänsefleisch ma Ihr'n Gofferraum aufmachen.

FR
Erik Meltzer
2018-06-17 18:10:59 UTC
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Moin!
Post by Florian Ritter
Bei westlichen Reisenden in die DDR war der Satz mit "Gänsefleisch"
bekannt: Gänsefleisch ma Ihr'n Gofferraum aufmachen.
Lustigerweise wurde ich gebeten, die hintere Haube aufzumachen.
Dann hat er sich mit geheucheltem Interesse den Käfermotor
angesehen und danach sich selber das Grinsen nicht verkneifen
können beim Ersuchen, dann doch auch noch mal die vordere Haube
aufgemacht zu bekommen.

Es gab aber auch andere, die im Käfer Verstecke kannten, auf
die ich selber nicht gekommen wäre. War aber alles egal --
Käferersatzteile konnte man problemlos in den Osten schmuggeln,
wenn man selber Käfer fuhr. Einfach offen in den Kofferraum
legen und als sicherheitshalber mitgeführtes Teil für den
Pannenfall ausgeben. So gut, daß sie hätten feststellen
können, ob jenes Teil überhaupt zum konkreten Käfer paßt und
dann auch noch unterwegs austauschbar wäre, waren sie nicht.

Luftgekühlte Grüße,
Ermel.
--
Nach 10 Jahren oder so zurück im Usenet.
Schmeckt wie früher.
Florian Ritter
2018-06-17 18:47:38 UTC
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Post by Erik Meltzer
Post by Florian Ritter
Bei westlichen Reisenden in die DDR war der Satz mit "Gänsefleisch"
bekannt: Gänsefleisch ma Ihr'n Gofferraum aufmachen.
Lustigerweise wurde ich gebeten, die hintere Haube aufzumachen.
Dann hat er sich mit geheucheltem Interesse den Käfermotor
angesehen und danach sich selber das Grinsen nicht verkneifen
können beim Ersuchen, dann doch auch noch mal die vordere Haube
aufgemacht zu bekommen.
Na, da war der Genosse aber schlecht geschult.
Post by Erik Meltzer
Es gab aber auch andere, die im Käfer Verstecke kannten, auf
die ich selber nicht gekommen wäre. War aber alles egal --
Käferersatzteile konnte man problemlos in den Osten schmuggeln,
wenn man selber Käfer fuhr. Einfach offen in den Kofferraum
legen und als sicherheitshalber mitgeführtes Teil für den
Pannenfall ausgeben. So gut, daß sie hätten feststellen
können, ob jenes Teil überhaupt zum konkreten Käfer paßt und
dann auch noch unterwegs austauschbar wäre, waren sie nicht.
Wenig bekannt war, daß es in der DDR Läden gab, in denen es
Original-VW-Teile gab. Ich brauchte neue Räder fürs Differential
(Kegel, Teller, Planeten &c.) und verfügte mich zu einem
Händler im Bezirk Prenzlauer Berg, der schäfstes Mißtrauen
an den Tag legte dahingehend, ob ich nicht Westberliner wäre.
Nach Vorlage von Ostausweis und Zulassung (DDRsch für KFZ-Schein)
begab er sich ins Lager und ich bekam den ganzen Satz für
lächerliche um die 30 Ostmark.
Post by Erik Meltzer
Luftgekühlte Grüße,
Hör uff, ich fuhr meinen Transporter mit Skoda-Keilriemen,
die passten fast, hielten aber nicht lange - ich schaffte es
aber immer, rechtzeitig auszukuppeln, wenn der Motor infolge
gerissenen Riemens festging. Neuer Riemen druff, 15 Min.
warten und der Motor sprang sofort wieder an.
Ich erinnere an das Porsche-Patent der geteilten Riemenscheibe,
Riemenspannung einstellen mit Unterlegscheiben - FR
Jakob Achterndiek
2018-06-17 22:17:22 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by Erik Meltzer
Lustigerweise wurde ich gebeten, die hintere Haube aufzumachen.
Dann hat er sich mit geheucheltem Interesse den Käfermotor
angesehen und danach sich selber das Grinsen nicht verkneifen
können beim Ersuchen, dann doch auch noch mal die vordere Haube
aufgemacht zu bekommen.
Na, da war der Genosse aber schlecht geschult.
In einem Städtchen in den entlegensten Kolumbianischen Anden
vor dem unbedingt buchenswerten Hotel Brisas del Nevado
<Loading Image...>, in dem
hin und wieder ein paar Spinner absteigen, um die schon von
Alfred Hettner bestaunten tropischen Gletscher zu besteigen,
holte ich das Gepäck aus dem VW-Variant: Einen Koffer vorne,
eine Tasche hinten. Erstaunte Frage eines zuschauenden Knaben:
"Hat der keinen Motor?" Meine Auskunft, der habe nur eine ganz
kleine pila atómica, hat er dann doch nicht glauben mögen.
--
j/\a
René Marquardt
2018-06-17 22:09:01 UTC
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Post by Erik Meltzer
Moin!
Post by Florian Ritter
Bei westlichen Reisenden in die DDR war der Satz mit "Gänsefleisch"
bekannt: Gänsefleisch ma Ihr'n Gofferraum aufmachen.
Lustigerweise wurde ich gebeten, die hintere Haube aufzumachen.
Dann hat er sich mit geheucheltem Interesse den Käfermotor
angesehen und danach sich selber das Grinsen nicht verkneifen
können beim Ersuchen, dann doch auch noch mal die vordere Haube
aufgemacht zu bekommen.
Mir aber umgekehrt im Westen, so ca. Erlangen/Forchheim/Bamberg
auch schon passiert, mit nem aus Jux gekauften Skoda 120.
U***@web.de
2018-06-18 06:46:21 UTC
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Post by Erik Meltzer
Es gab aber auch andere, die im Käfer Verstecke kannten, auf
die ich selber nicht gekommen wäre. War aber alles egal --
Käferersatzteile konnte man problemlos in den Osten schmuggeln,
wenn man selber Käfer fuhr. Einfach offen in den Kofferraum
legen und als sicherheitshalber mitgeführtes Teil für den
Pannenfall ausgeben. So gut, daß sie hätten feststellen
können, ob jenes Teil überhaupt zum konkreten Käfer paßt und
dann auch noch unterwegs austauschbar wäre, waren sie nicht.
Womöglich war das auch nicht arg relevant, weil
man gegen Ersatzteile nicht viel einzuwenden hatte?

Gruß, ULF
René Marquardt
2018-06-18 13:37:38 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Erik Meltzer
Es gab aber auch andere, die im Käfer Verstecke kannten, auf
die ich selber nicht gekommen wäre. War aber alles egal --
Käferersatzteile konnte man problemlos in den Osten schmuggeln,
wenn man selber Käfer fuhr. Einfach offen in den Kofferraum
legen und als sicherheitshalber mitgeführtes Teil für den
Pannenfall ausgeben. So gut, daß sie hätten feststellen
können, ob jenes Teil überhaupt zum konkreten Käfer paßt und
dann auch noch unterwegs austauschbar wäre, waren sie nicht.
Womöglich war das auch nicht arg relevant, weil
man gegen Ersatzteile nicht viel einzuwenden hatte?
Gruß, ULF
WIMRE, und FR wird das sicher gleich bestaetigen oder abstreiten,
unterlagen solche Teile in der DDR strengen Preisvorschriften,
oft auf Basis von Vorkriegspreislisten erstellt, und diese
zu einem angemessenem Marktpreis zu verkaufen, war ganz doll boese.
Eventuell gab es auch fuer Teile (fuer Gebraucht-Kfz gab
es das auf jeden Fall, zeitweise), ein Vorkaufsmonopol,
oder wie man das jetzt nennen will:
Gebrauchte Kfz mussten zeitweise dem staatlichen Handel angeboten
werden, mit geregelten Preisen.
Ob des jetzt auch mit Teilen so war, weiss ich nicht mehr.
Florian Ritter
2018-06-18 14:11:58 UTC
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Post by René Marquardt
Post by U***@web.de
Womöglich war das auch nicht arg relevant, weil
man gegen Ersatzteile nicht viel einzuwenden hatte?
WIMRE, und FR wird das sicher gleich bestaetigen oder abstreiten,
unterlagen solche Teile in der DDR strengen Preisvorschriften,
oft auf Basis von Vorkriegspreislisten erstellt, und diese
zu einem angemessenem Marktpreis zu verkaufen, war ganz doll boese.
Die Preisbildung in der DDR war ein sehr weites Feld.
Für unzählige Produkte, Dienstleistungen, selbst Ölgemälde (!)
waren anfang der 50er Preise festgelegt und als
Preisanordnungen (PAO) im Gesetzblatt (!) der DDR abgedruckt
worden. Der Liter Benzin hatte von 1950 bis 1989 den gleichen
Preis, unabhängig vom Weltmarktpreis für Rohöl.
Mieten waren auf dem Niveau von 1937 eingefroren worden, was
zu dem Slogan führte: Ruinen schaffen ohne Waffen.
Post by René Marquardt
Eventuell gab es auch fuer Teile (fuer Gebraucht-Kfz gab
es das auf jeden Fall, zeitweise), ein Vorkaufsmonopol,
Gebrauchte Kfz mussten zeitweise dem staatlichen Handel angeboten
werden, mit geregelten Preisen.
Stimmt so nicht, nur Betriebe, Institutionen &c. mußten
ihre ausgesonderten Fahrzeuge an die DHZ, auch Maschinen- und
Materialreserven, abgeben. So erwarb ich bei der Ostberliner
DHZ preiswert ausgesonderte Taxis (die Platzmeister nahmen so
geringe Beträge, daß es an Unbestechlichkeit grenzte), die ich
an der Küste fürs Doppelte verscheppern konnte.
Post by René Marquardt
Ob des jetzt auch mit Teilen so war, weiss ich nicht mehr.
Auch die Preise für neue Ersatzteile waren in PAO festgelegt.
Frei war dagegen der Markt für gebrauchte Teile, etwa vom
Schrottplatz - FR
U***@web.de
2018-06-18 14:27:15 UTC
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Post by Florian Ritter
Mieten waren auf dem Niveau von 1937 eingefroren worden, was
zu dem Slogan führte: Ruinen schaffen ohne Waffen.
Erschwerend trat wohl noch hinzu, daß man
die Wohnbaukapazität stark auf Berlin konzentrierte
und dem Vernehmen nach (die) Bauarbeiter aus den Bezirken
jeweils über die Woche kommen ließ.
Peter Veith
2018-06-20 20:16:13 UTC
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Post by Florian Ritter
Für unzählige Produkte, Dienstleistungen, selbst Ölgemälde (!)
waren anfang der 50er Preise festgelegt und als
Preisanordnungen (PAO) im Gesetzblatt (!) der DDR abgedruckt
worden.
Ach Flori, das hatten wir doch schon:

Es war die *Honorarordnung* für Bildende Künstler bzw. für
Honorarordnung für Bildende Kunst.

Also, so etwas wie für für Architekten und Ingenieure, Ärzte,
Rechtsanwälte, Steuerberater etc. Bei einigen auch Gebührenordnung genannt.
Post by Florian Ritter
Der Liter Benzin hatte von 1950 bis 1989 den gleichen
Preis, unabhängig vom Weltmarktpreis für Rohöl.
Weil sie das Rohöl nicht auf dem "Weltmarkt" kaufen mußten?!

Benzin war übrigens bis Anfang der 1990er auch in der BRD erstaunlich
stabil ... wenn nur nicht die steigende Besteuerung wäre.
Post by Florian Ritter
Mieten waren auf dem Niveau von 1937 eingefroren worden, was
zu dem Slogan führte: Ruinen schaffen ohne Waffen.
Fast:

Es galt der Preisstopp vom 26. November 1936, rückwirkend zum 18.
Oktober 1936, von Josef Wagner, Reichskommissar für die Preisbildung.
Der Mietpreisstopp von 1936 wurde 1946 von der SMAD bestätigt und
1955 über die PreisAO in deutsches Recht überführt,


Ich muß fairerweise anmerken, daß auch bis Anfangs in der BRD die
Mietpreise einer gewissen Bindung unterlagen. Stichwort:
"Wohnraumbewirtschaftung". In der BRD 1960 grundsätzlich abgeschafft, in
Ballungsgebieten noch bis 1971 gültig. Und noch heute können, wie
derzeit in Berlin praktiziert, Zweckentfremdungen von Wohnraum
unterbunden werden. Bundesweites Rudiment ist das Wohnungsbindungsgesetz.

Aber das Gedächtnis, ich weiß ...

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Sergio Gatti
2018-06-20 20:55:21 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
Ich muß fairerweise anmerken, daß auch bis Anfangs in der BRD die
"Wohnraumbewirtschaftung". In der BRD 1960 grundsätzlich abgeschafft, in
Ballungsgebieten noch bis 1971 gültig. Und noch heute können, wie
derzeit in Berlin praktiziert, Zweckentfremdungen von Wohnraum
unterbunden werden. Bundesweites Rudiment ist das Wohnungsbindungsgesetz.
In West-Berlin gab es eine Mietpreisbindung bis in die
80er-Jahre.
Auch deshalb zog ich als Berufsanfänger ohne eigenes
Vermögen und ohne elterliche Hilfe gerade hierher. Es war
schwierig, weil viele Vormieter und Eigentümer Tausende Mark
Abstand für Schrottmöbel oder für gar nichts verlangten,
aber man konnte doch etwas finden.

In Italien gab es auch eine Mietpreisbindung, aber leider
gab es keine Vermieter, die eine Wohnung gesetzeskonform
vermieteten. Ich hätte ein Übersetzungsbüro mieten können,
weil es keine Mietpreisbindung für Büros gab, und ich hätte
sogar die Miete aus meinen Honoraren zahlen können, aber
schon damals wollte ich unbedingt jeden Tag etwas essen, und
das war für einen Berufsanfänger nach Zahlung der Miete mit
Betriebskosten nicht mehr drin. Oder ich hätte noch 15-20
Jahre oder länger bei meiner Mutter wohnen bleiben müssen.
Veith
2018-06-21 07:48:05 UTC
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Raw Message
Post by Sergio Gatti
Post by Peter Veith
Ich muß fairerweise anmerken, daß auch bis Anfangs in der BRD die
Mietpreise einer gewissen Bindung unterlagen.
In West-Berlin gab es eine Mietpreisbindung bis in die
80er-Jahre.
Auch deshalb zog ich als Berufsanfänger ohne eigenes
Vermögen und ohne elterliche Hilfe gerade hierher. Es war
schwierig, weil viele Vormieter und Eigentümer Tausende Mark
Abstand für Schrottmöbel oder für gar nichts verlangten,
aber man konnte doch etwas finden.
Richtig, das kenne ich noch von Anfang der 1990er aus BE-Zehlendorf:
Da wurden ein paar Spanplatten vor der Spüle als "Einbauküche" bezeichnet, die
halt mit einigen Tausendern bezahlt werden mussten.
Post by Sergio Gatti
In Italien gab es auch eine Mietpreisbindung, ...
In Spanien ebenfalls.

Während und nach Kriegen scheinbar nicht unüblich.
Post by Sergio Gatti
... Oder ich hätte noch 15-20
Jahre oder länger bei meiner Mutter wohnen bleiben müssen.
In der DDR hatten die Betriebe dafür (Ledigen-/ Arbeiter-) Wohnheime, gern auch
"Bullenkloster" genannt.

BTW Ich habe 3 Jahre in BE-Zehlendorf auf 30qm in einem Schwesternwohnheim
gewohnt :)

Peter

Ralf Joerres
2018-06-08 04:05:18 UTC
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Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl'
Was darf ich mir darunter vorstellen?
Es gibt Selbstbedienung, Vollbedienung (Kund bekommt die Ware vorgelegt)
und Selbstbedienung mit Vorwahl: Der Kunde schaut sich um und trifft eine
Vorauswahl, dann lässt er sich zu einzelnen Waren seine Fragen vom
Verkäufer beantworten.
Post by H.-P. Schulz
Post by Ralf Joerres
seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Ich leite oft mit "Ich suche ..." ein.
"Wo finde ich ..."
"Gibt es ..."
"Haben Sie ..."
Ja klar. Könnte der Kunde auch sagen 'Ich hätte gerne eine Bohrmaschine'
oder 'ich möchte eine Bohrmaschine'?
Post by H.-P. Schulz
Man schickt höflicher Weise meist ein "Entschuldigung" (gesprochen
"''tschlnk" oder so) voraus, oder "Ach bitte ..".
Ja, stimmt.

Gruß Ralf Joerres
Erik Meltzer
2018-06-08 08:39:58 UTC
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Raw Message
Moin!
Post by Ralf Joerres
Ja klar. Könnte der Kunde auch sagen 'Ich hätte gerne eine Bohrmaschine'
oder 'ich möchte eine Bohrmaschine'?
Natürlich. Beim zweiten Satz würde ich allerdings noch ein
"bitte" anhängen, das schadet selten. Üblicher ist aber,
zumindest in meinem Erleben, die Einleitung "Schulljung,
könnse mir helfen? Ich suche ...", wobei die Frage wohl
rhetorisch zu sehen ist -- auf eine Antwort wartet da kaum
jemand.

Liebe Grüße, Ermel.
--
Nach 10 Jahren oder so zurück im Usenet.
Schmeckt wie früher.
Ralf Joerres
2018-06-09 09:46:20 UTC
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Raw Message
Post by Erik Meltzer
Moin!
Post by Ralf Joerres
Ja klar. Könnte der Kunde auch sagen 'Ich hätte gerne eine Bohrmaschine'
oder 'ich möchte eine Bohrmaschine'?
Natürlich. Beim zweiten Satz würde ich allerdings noch ein
"bitte" anhängen, das schadet selten. Üblicher ist aber,
zumindest in meinem Erleben, die Einleitung "Schulljung,
könnse mir helfen? Ich suche ...", wobei die Frage wohl
rhetorisch zu sehen ist -- auf eine Antwort wartet da kaum
jemand.
Ja, das mit dem 'Ich suche ...' dürfte so ziemlich der Standard sein in
einem Laden ohne Thekenbedienung. Das mit der 'rhetorischen Frage' hatte
mich verwirrt, ich hab mir das dann so zusammengereimt, dass eine
höfliche Bitte mit 'können Sie ...' normalerweise nicht beantwortet wird,
u.a. auch deswegen, weil die Antwort 'ja, kann ich' eine Eulenspiegelei
wäre, da die pragmatische Bedeutung nicht die Bitte um eine Information
ist, sondern eine sanfte Aufforderung zu Hilfe.

Gruß Ralf Joerres
Bertel Lund Hansen
2018-06-07 18:28:19 UTC
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Raw Message
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Ich habe in der Schule gelernt "Ich möchte ..." als
Standardformulierung zu benutzen, wenn ich in einem Laden gehe.
Ist das nicht (länger?) üblich? Wenn nicht - wirkt es altmodisch?

Eigentlich war das das erste Deutsch, dass ich gelernt habe. Als
ich etwa 10 Jahre alt war (und kein Deutsch gelernt hatte),
fuhren wir nach Passau, weil meine Eltern in "Europa Cantat"
teilnehmen sollten. Meine Mutter erklärte uns, dass wir "Is möste
ein Eis" sagen sollten, wenn wir ein Eis kaufen wollten, und es
wirkte.

PS. Meine Mutter Sprach gut Deutsch, aber sie meinte nicht dass
wir uns die Mühe geben brauchte um die Aussprache besser zu
können. Ich würde aber heute meine Kinder und Enkel anders
instruieren.
--
/Bertel - aus Dänemark
Martin Udelhoven
2018-06-09 10:11:35 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Ich habe in der Schule gelernt "Ich möchte ..." als
Standardformulierung zu benutzen, wenn ich in einem Laden gehe.
Ist das nicht (länger?) üblich? Wenn nicht - wirkt es altmodisch?
Das ist immer noch Standard. Vorausgesetzt, du bist von halbwegs ordentlich
erzogenen Leuten umgeben.
Da man sich heutzutage aber nicht mehr besonders wundern muss, wenn in der
Bäckerei am Sonntagmorgen jemand im zerknautschten Trainingsanzug und in
Sandaletten mit nackten, ungewaschenen Füßen darin ein "Ich krieg' fünf
helle Brötchen und drei Rosinenweckchen!" hervorstößt, sollte man diesen
Standard mehr als Leitbild denn als allgemein Verbindlich betrachten.
Ja, das gilt nach meiner Erfahrung auch für gehobene Wohngegenden,
jedenfalls in der Stadt.

Martin
Oliver Jennrich
2018-06-09 12:18:34 UTC
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Post by Martin Udelhoven
Post by Bertel Lund Hansen
Ich habe in der Schule gelernt "Ich möchte ..." als
Standardformulierung zu benutzen, wenn ich in einem Laden gehe.
Ist das nicht (länger?) üblich? Wenn nicht - wirkt es altmodisch?
Das ist immer noch Standard. Vorausgesetzt, du bist von halbwegs
ordentlich erzogenen Leuten umgeben.
Ich sage 'Ich hätte gerne drei Brötchen.' Oder auch 'Haben sie noch drei
Brötchen für mich? Dann nehme ich die gerne.' Oder auch, 'Moin, ja, wie
immer.' Je nach Geschäft und Bekanntheitsgrad.

Dein Urteil über meine Eltern kannst du dir dorthin schieben, wo die
Sonne nicht scheint.
--
Space - The final frontier
Helmut Richter
2018-06-09 12:55:02 UTC
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Date: Sat, 09 Jun 2018 14:18:34 +0200
Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch
Subject: Re: ich hätte gern - ich möchte - ich ...: ?
Post by Martin Udelhoven
Post by Bertel Lund Hansen
Ich habe in der Schule gelernt "Ich möchte ..." als
Standardformulierung zu benutzen, wenn ich in einem Laden gehe.
Ist das nicht (länger?) üblich? Wenn nicht - wirkt es altmodisch?
Das ist immer noch Standard. Vorausgesetzt, du bist von halbwegs
ordentlich erzogenen Leuten umgeben.
Ich sage 'Ich hätte gerne drei Brötchen.' Oder auch 'Haben sie noch drei
Brötchen für mich? Dann nehme ich die gerne.' Oder auch, 'Moin, ja, wie
immer.' Je nach Geschäft und Bekanntheitsgrad.
Ich nenne das den Höflichkeitskonjunktiv. Etwas, das man tut (etwas mögen,
etwas bestellen, etwas haben wollen) verpackt man in einen Konjunktiv, um
bescheidener zu wirken: ich würde es ja haben wollen, aber ich will es nicht
haben, wenn Sie es mir nicht gerne geben.

Im Bairischen ist der Gebrauch des Höflichkeitskonjunktiv einerseits extrem:
man stellt sich vor mit "i waar der Stoaleitner Hiasl" (ich wäre Matthias
Steinleitner, falls Sie mir das erlauben), andererseits praktisch, weil er
andere Höflichkeitsfloskeln ersetzt: "i kriagat an Schweinsbrån" (ich bekäme
einen Schweinsbraten, falls Sie mir einen bringen) oder eben hier "i kriagat
drei Semmen". Na ja, "bittschee" kann man ja noch dranhängen, muss aber
nicht.

--
Helmut Richter
U***@web.de
2018-06-09 13:13:03 UTC
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Post by Helmut Richter
man stellt sich vor mit "i waar der Stoaleitner Hiasl" (ich wäre Matthias
Steinleitner, falls Sie mir das erlauben),
Die Rumänen antworten in wörtlicher Übersetzung:

"Mir erscheint('s) recht."

Gruß, ULF
Martin Udelhoven
2018-06-09 14:54:09 UTC
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Post by Oliver Jennrich
Post by Martin Udelhoven
Post by Bertel Lund Hansen
Ich habe in der Schule gelernt "Ich möchte ..." als
Standardformulierung zu benutzen, wenn ich in einem Laden gehe.
Ist das nicht (länger?) üblich? Wenn nicht - wirkt es altmodisch?
Das ist immer noch Standard. Vorausgesetzt, du bist von halbwegs
ordentlich erzogenen Leuten umgeben.
Ich sage 'Ich hätte gerne drei Brötchen.' Oder auch 'Haben sie noch drei
Brötchen für mich? Dann nehme ich die gerne.' Oder auch, 'Moin, ja, wie
immer.' Je nach Geschäft und Bekanntheitsgrad.
Dein Urteil über meine Eltern kannst du dir dorthin schieben, wo die
Sonne nicht scheint.
Du hast hier irgend etwas völlig falsch verstanden.
Deine Eltern und deine Anatomie interessieren mich wirklich nicht.

Martin
Jaakob Kind
2018-06-11 14:56:46 UTC
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Post by Bertel Lund Hansen
Ich habe in der Schule gelernt "Ich möchte ..." als
Standardformulierung zu benutzen, wenn ich in einem Laden gehe.
Ist das nicht (länger?) üblich? Wenn nicht - wirkt es altmodisch?
Altmodisch wirkt es auf mich nicht, eher ein bisschen infantil ("ich möchte
ein Eis" als höfliche Variante von "ich will ein Eis!").
Für mich ist "mögen" zu sehr Modalverb, deshalb verwende ich, wenn ich jetzt
darüber nachdenke, "möchte" eher nicht ohne ein weiteres Verb: "Ich möchte
ein Eis essen/kaufen".
Ich nehme aber an, dass der Gebrauch als Vollverb durchaus
standardsprachlich ist. Im Indikativ ist es für mich auch unauffällig: "Ich
mag Pizza" finde ich nicht infantil.
Im Laden sage ich "ich suche Eier", an der Theke komme ich ohne Verb aus:
"150 g Schinken, bitte". Müsste ich ein Verb verwenden, sagte ich
wahrscheinlich "Ich hätte gern 150 g Schinken".

Viele Grüße
Jaakob
U***@web.de
2018-06-12 12:42:32 UTC
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Post by Jaakob Kind
Post by Bertel Lund Hansen
Ich habe in der Schule gelernt "Ich möchte ..." als
Standardformulierung zu benutzen, wenn ich in einem Laden gehe.
Ist das nicht (länger?) üblich? Wenn nicht - wirkt es altmodisch?
Altmodisch wirkt es auf mich nicht, eher ein bisschen infantil ("ich möchte
ein Eis" als höfliche Variante von "ich will ein Eis!").
Für mich ist "mögen" zu sehr Modalverb
Infantilst: "Darf ich ein Eis??"

Gruß, ULF
Jaakob Kind
2018-06-12 13:09:54 UTC
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Post by U***@web.de
Infantilst: "Darf ich ein Eis??"
Noch schlimmer: ""Kann ich ein Eis?"

Viele Grüße
Jaakob
Aleks Holub
2018-06-13 20:15:49 UTC
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Post by Jaakob Kind
Post by U***@web.de
Infantilst: "Darf ich ein Eis??"
Noch schlimmer: ""Kann ich ein Eis?"
Diese sprachliche Seuche breitet sich inzwischen bereits in Bayern aus.

Hat meine Tochter (als Kind) noch gefragt: "Bappa, kriag i a Eis?", so
kommt von meinen Enkeln heute nur noch: "Opa, können wir ein Eis?".
Stefan Schmitz
2018-06-13 20:32:21 UTC
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Post by Aleks Holub
Post by Jaakob Kind
Post by U***@web.de
Infantilst: "Darf ich ein Eis??"
Noch schlimmer: ""Kann ich ein Eis?"
Diese sprachliche Seuche breitet sich inzwischen bereits in Bayern aus.
Hat meine Tochter (als Kind) noch gefragt: "Bappa, kriag i a Eis?", so
kommt von meinen Enkeln heute nur noch: "Opa, können wir ein Eis?".
"Wenn ihr gefroren sein, nach Erdbeere schmecken und bei Hitze schmelzen
könnt, dann ja."
Quinn C
2018-06-15 21:44:21 UTC
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Post by Stefan Schmitz
Post by Aleks Holub
Post by Jaakob Kind
Post by U***@web.de
Infantilst: "Darf ich ein Eis??"
Noch schlimmer: ""Kann ich ein Eis?"
Diese sprachliche Seuche breitet sich inzwischen bereits in Bayern aus.
Hat meine Tochter (als Kind) noch gefragt: "Bappa, kriag i a Eis?", so
kommt von meinen Enkeln heute nur noch: "Opa, können wir ein Eis?".
"Wenn ihr gefroren sein, nach Erdbeere schmecken und bei Hitze schmelzen
könnt, dann ja."
Fair ist das allerdings auch nicht. Die Antwort setzt stillschweigend
ein "sein" am Ende er Frage voraus, das ist kein Stück besser als das
gemeinte "haben".
--
gugelgesang, m., mönchsgesang, pejorativ
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Christina Kunze
2018-06-12 14:46:43 UTC
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Post by U***@web.de
Infantilst: "Darf ich ein Eis??"
Also, meine haben immer gesagt: Ich brauch ein Eis.

Chris<brauch ich ist der Bruder von geht nicht>tina
Detlef Meißner
2018-06-07 18:31:34 UTC
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Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Bei der Post geht das auch: "Ich hatte gern Briefmarken!"
Oder beim Eisverkäufer.
Überhaupt in einem Laden, bei dem jemand hinter einer Theke steht. "Ich
hätte gern ein Bier!"

Im Baumarkt oder einem Kaufhaus kommt es drauf an, was man möchte.

Bei "ich hätte gern" scheint es sich um den Wunsch nach einer
bestimmten Menge (die aber allgemein beliebig sein kann) zu handeln.

Beim Autohändler kannst du deshalb auch sagen: "Ich hätte gern ein
Auto!"

Detlef
Ralf Joerres
2018-06-08 04:11:43 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Bei der Post geht das auch: "Ich hatte gern Briefmarken!"
Oder beim Eisverkäufer.
Überhaupt in einem Laden, bei dem jemand hinter einer Theke steht. "Ich
hätte gern ein Bier!"
Im Baumarkt oder einem Kaufhaus kommt es drauf an, was man möchte.
Bei "ich hätte gern" scheint es sich um den Wunsch nach einer
bestimmten Menge (die aber allgemein beliebig sein kann) zu handeln.
Beim Autohändler kannst du deshalb auch sagen: "Ich hätte gern ein
Auto!"
Also beim Autohändler 'ich hätte gern 3 Bananen' wäre dann falsch. ;)

Aber ernsthaft: Kunde geht in Buchladen geht, Verkäuferin fragt 'Wie
kann ich helfen?', darauf Kunde 'Ich hätte gern ein Buch' wäre nicht
das Paradebeispiel für den Auftakt einer geglückten Kommunikation.

Gruß Ralf Joerres
Detlef Meißner
2018-06-08 05:32:11 UTC
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Raw Message
Post by Ralf Joerres
Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Bei der Post geht das auch: "Ich hatte gern Briefmarken!"
Oder beim Eisverkäufer.
Überhaupt in einem Laden, bei dem jemand hinter einer Theke steht. "Ich
hätte gern ein Bier!"
Im Baumarkt oder einem Kaufhaus kommt es drauf an, was man möchte.
Bei "ich hätte gern" scheint es sich um den Wunsch nach einer
bestimmten Menge (die aber allgemein beliebig sein kann) zu handeln.
Beim Autohändler kannst du deshalb auch sagen: "Ich hätte gern ein
Auto!"
Also beim Autohändler 'ich hätte gern 3 Bananen' wäre dann falsch. ;)
Aber ernsthaft: Kunde geht in Buchladen geht, Verkäuferin fragt 'Wie
kann ich helfen?', darauf Kunde 'Ich hätte gern ein Buch' wäre nicht
das Paradebeispiel für den Auftakt einer geglückten Kommunikation.
Och, auch das dürfte vorkommen, denn in Buchläden wird heutzutage auch
anderes Zeugs verkauft, meist Glückwunschkarten.
Eine gute Verkäuferin wird dann nachhaken.
"Ich hätte gern ein Buch für meine Tante" wäre dann schon etwas
präziser.
Beim Bäcker reicht ja auch schon nicht mehr "Ich hätte gern ein
Brötchen!"

Detlef
Ralf Joerres
2018-06-09 10:11:40 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Bei der Post geht das auch: "Ich hatte gern Briefmarken!"
Oder beim Eisverkäufer.
Überhaupt in einem Laden, bei dem jemand hinter einer Theke steht. "Ich
hätte gern ein Bier!"
Im Baumarkt oder einem Kaufhaus kommt es drauf an, was man möchte.
Bei "ich hätte gern" scheint es sich um den Wunsch nach einer
bestimmten Menge (die aber allgemein beliebig sein kann) zu handeln.
Beim Autohändler kannst du deshalb auch sagen: "Ich hätte gern ein
Auto!"
Also beim Autohändler 'ich hätte gern 3 Bananen' wäre dann falsch. ;)
Aber ernsthaft: Kunde geht in Buchladen geht, Verkäuferin fragt 'Wie
kann ich helfen?', darauf Kunde 'Ich hätte gern ein Buch' wäre nicht
das Paradebeispiel für den Auftakt einer geglückten Kommunikation.
Och, auch das dürfte vorkommen, denn in Buchläden wird heutzutage auch
anderes Zeugs verkauft, meist Glückwunschkarten.
Eine gute Verkäuferin wird dann nachhaken.
"Ich hätte gern ein Buch für meine Tante" wäre dann schon etwas
präziser.
Beim Bäcker reicht ja auch schon nicht mehr "Ich hätte gern ein
Brötchen!"
Ich würde sagen, das funktioniert meistens, wenn man nicht grad in so'ner
'Schrippen-Weckle-Semmel'-Diaspora ist.

Und: Es stimmt wohl, dass manchen das Gespür dafür fehlen wird, dass
sie an einem Markstand, der nur Orangen anbietet, mit 'ich hätte gerne
Orangen' leicht neben der Spur liegen.

Gruß Ralf Joerres
Detlef Meißner
2018-06-09 10:40:28 UTC
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Post by Ralf Joerres
Und: Es stimmt wohl, dass manchen das Gespür dafür fehlen wird, dass
sie an einem Markstand, der nur Orangen anbietet, mit 'ich hätte gerne
Orangen' leicht neben der Spur liegen.
"Ich hätte gern fünf Stück" wäre auch nicht ganz so gut, aber wird
verstanden. "Ich hätte gern 5 Orangen" ist besser.
Kannst natürlich auch sagen: "5 Stück!", zumal man ja oft fragend
angeschaut wird. Mimik und diverse Körperteile gibt's ja auch noch.

Geht der Stumme in eine Geschäft und möchte eine Leiter ...

Detlef
U***@web.de
2018-06-09 10:43:18 UTC
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Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Und: Es stimmt wohl, dass manchen das Gespür dafür fehlen wird, dass
sie an einem Markstand, der nur Orangen anbietet, mit 'ich hätte gerne
Orangen' leicht neben der Spur liegen.
"Ich hätte gern fünf Stück" wäre auch nicht ganz so gut, aber wird
verstanden. "Ich hätte gern 5 Orangen" ist besser.
Nachdem man sich vergewissert hat, daß keinesfalls
unterschiedliche Sorten oder Qualitäten aufliegen.

Gruß, ULF
Detlef Meißner
2018-06-09 10:48:59 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Detlef Meißner
Post by Ralf Joerres
Und: Es stimmt wohl, dass manchen das Gespür dafür fehlen wird, dass
sie an einem Markstand, der nur Orangen anbietet, mit 'ich hätte gerne
Orangen' leicht neben der Spur liegen.
"Ich hätte gern fünf Stück" wäre auch nicht ganz so gut, aber wird
verstanden. "Ich hätte gern 5 Orangen" ist besser.
Nachdem man sich vergewissert hat, daß keinesfalls
unterschiedliche Sorten oder Qualitäten aufliegen.
Genau. Ist wie im Wiener Kaffeehaus.

Detlef
U***@web.de
2018-06-09 10:18:46 UTC
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Post by Detlef Meißner
Beim Bäcker reicht ja auch schon nicht mehr "Ich hätte gern ein
Brötchen!"
Wenn Du richtig arrogant behandelt werden willst, bestellst
Du in einem Wiener Kaffeehaus einen...

Kaffee.

Gruß, ULF
Andreas Karrer
2018-06-08 09:08:06 UTC
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Post by Ralf Joerres
Aber ernsthaft: Kunde geht in Buchladen geht, Verkäuferin fragt 'Wie
kann ich helfen?', darauf Kunde 'Ich hätte gern ein Buch' wäre nicht
das Paradebeispiel für den Auftakt einer geglückten Kommunikation.
Freunde haben einen Buchladen, und diese Art von Kunden gibt es
tatsächlich häufig.

Kunde: Ich suche ein Buch, ach, wie heisst es jetzt nochmal...
Buchhändlerin: Wissen sie vielleicht den Autor oder den Verlag?
K: Nein, leider nicht ...
B: Ist es ein Sachbuch? Was für ein Thema? Gebunden oder Taschenbuch?
K (ungehalten): Weiss ich doch nicht! Aber halt - ich glaub es ist blau!
B (überlegt, welches Buch auf der Spiegel-Bestsellerliste blau ist):
Dieses vielleicht?
K: Ja genau, hab ich doch gesagt!

Der Buchladen ist auf Geschichte und alte Sprachen spezialisiert und in
der Nähe der Uni:

Kunde (ca. 20, schüchtern, ernste, wichtige Miene): Ich suche da so
ein Buch über Mittelal...
B (lächelt den jungen Mann an): Hier ist das Buch, dass Sie für das
Proseminar bei Prof. Huber brauchen.
K: (völlig verwirrt und komplett sprachlos, bezahlt)

B kennt natürlich alle Profs, Dozenten und Assistenten am historischen
Seminar und fragt die jeweils vor Semesterbeginn, welche Bücher sie an
Lager nehmen soll.

- Andi
gregor herrmann
2018-06-09 23:41:51 UTC
Antworten
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Raw Message
Post by Andreas Karrer
B kennt natürlich alle Profs, Dozenten und Assistenten am historischen
Seminar und fragt die jeweils vor Semesterbeginn, welche Bücher sie an
Lager nehmen soll.
"an Lager nehmen" kannte ich nicht; darf ich das meiner
Helvetizismen-Sammlung hinzufuegen?

gregor
--
.''`. https://info.comodo.priv.at -- Debian Developer https://www.debian.org
: :' : OpenPGP fingerprint D1E1 316E 93A7 60A8 104D 85FA BB3A 6801 8649 AA06
`. `' Member VIBE!AT & SPI Inc. -- Supporter Free Software Foundation Europe
`- NP: Dawn Landes: Dig Me A Hole
U***@web.de
2018-06-10 10:42:01 UTC
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Raw Message
Post by gregor herrmann
Post by Andreas Karrer
B kennt natürlich alle Profs, Dozenten und Assistenten am historischen
Seminar und fragt die jeweils vor Semesterbeginn, welche Bücher sie an
Lager nehmen soll.
"an Lager nehmen" kannte ich nicht; darf ich das meiner
Helvetizismen-Sammlung hinzufuegen?
Wird zumindest bis hoch nach Koblenz verwendet,
http://www.moselweiss-apotheke.de/seite1.htm
wenn auch mit Fundstellenhäufung in .ch.

Gruß, ULF
Andreas Karrer
2018-06-10 11:22:48 UTC
Antworten
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Raw Message
Post by gregor herrmann
Post by Andreas Karrer
B kennt natürlich alle Profs, Dozenten und Assistenten am historischen
Seminar und fragt die jeweils vor Semesterbeginn, welche Bücher sie an
Lager nehmen soll.
"an Lager nehmen" kannte ich nicht; darf ich das meiner
Helvetizismen-Sammlung hinzufuegen?
Scheint so, war mir nicht bewusst, wwg. Aber im Zusammenhang
ohne weiteres verständlich, nicht.

- Andi
gregor herrmann
2018-06-10 23:05:08 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Karrer
Post by gregor herrmann
"an Lager nehmen" kannte ich nicht; darf ich das meiner
Helvetizismen-Sammlung hinzufuegen?
Scheint so, war mir nicht bewusst, wwg. Aber im Zusammenhang
ohne weiteres verständlich, nicht.
Ja freilich.
Auch von mir ein "wwg".

gregor
--
.''`. https://info.comodo.priv.at -- Debian Developer https://www.debian.org
: :' : OpenPGP fingerprint D1E1 316E 93A7 60A8 104D 85FA BB3A 6801 8649 AA06
`. `' Member VIBE!AT & SPI Inc. -- Supporter Free Software Foundation Europe
`- NP: Wilbert Harrison: Kansas City
Ralf Joerres
2018-06-10 12:46:23 UTC
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Raw Message
Post by gregor herrmann
Post by Andreas Karrer
B kennt natürlich alle Profs, Dozenten und Assistenten am historischen
Seminar und fragt die jeweils vor Semesterbeginn, welche Bücher sie an
Lager nehmen soll.
"an Lager nehmen" kannte ich nicht; darf ich das meiner
Helvetizismen-Sammlung hinzufuegen?
Ich kannte 'am Lager haben' als kaufmännisches Funktionsverbgefüge.
'An Lager nehmen' wäre dann eine andere Aktionsart, für mich nicht völlig
überraschend, aber so noch nicht bewusst wahrgenommen.

Ralf Joeres
Heinz Lohmann
2018-06-08 15:04:40 UTC
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Raw Message
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Auf dem Sprachniveau ist "ich möchte" immer eine gute Wahl.
Es ist höflich-neutral, deutlich und klingt nicht zu gewählt.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Ram
2018-06-08 15:39:15 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Auf dem Sprachniveau ist "ich möchte" immer eine gute Wahl.
Es ist höflich-neutral, deutlich und klingt nicht zu gewählt.
Vornehmer klingt es natürlich immer auf französisch:

Je voudrais une vis à tête fraisée à six pans creux selon DIN 7991.
Ralf Joerres
2018-06-09 10:13:59 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Auf dem Sprachniveau ist "ich möchte" immer eine gute Wahl.
Es ist höflich-neutral, deutlich und klingt nicht zu gewählt.
Okay, stimmt, es ist grammatisch korrekt, semantisch auch, und es
wird verstanden. Ein Deutscher würde es in der Situation wahrscheinlich
nicht sagen.

Gruß Ralf Joerres
Detlef Meißner
2018-06-09 10:43:04 UTC
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Raw Message
Post by Ralf Joerres
Post by Heinz Lohmann
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Auf dem Sprachniveau ist "ich möchte" immer eine gute Wahl.
Es ist höflich-neutral, deutlich und klingt nicht zu gewählt.
Okay, stimmt, es ist grammatisch korrekt, semantisch auch, und es
wird verstanden. Ein Deutscher würde es in der Situation wahrscheinlich
nicht sagen.
Das, was wir früher im Englischuntericht gelernt haben, sagt(e) auch
kein Engländer. Engländer meinten, wir Deutschen würden und so gewählt
ausdrücken.

Detlef
Bernd
2018-06-09 13:14:52 UTC
Antworten
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Raw Message
Post by Ralf Joerres
Okay, stimmt, es ist grammatisch korrekt, semantisch auch, und es
wird verstanden. Ein Deutscher würde es in der Situation wahrscheinlich
nicht sagen.
Rezeption in einem Hotel im Schwarzwald : 'ich bräuchte ein
Doppelzimmer'.
--
A+
--
Romer
U***@web.de
2018-06-09 13:33:01 UTC
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Raw Message
Post by Bernd
Post by Ralf Joerres
Okay, stimmt, es ist grammatisch korrekt, semantisch auch, und es
wird verstanden. Ein Deutscher würde es in der Situation wahrscheinlich
nicht sagen.
Rezeption in einem Hotel im Schwarzwald : 'ich bräuchte ein
Doppelzimmer'.
Die Puristen werden da zwar den Umlaut rügen, aber
ohne würde der Satz schlechter verstanden bzw. nicht
im Sinne des Gemeinten.

Gruß, ULF
Gerald Gruner
2018-06-09 16:24:14 UTC
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Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Das ist eine Fangfrage, oder?
Im Baumarkt überhaupt einen Mitarbeiter zu finden, ist praktisch unmöglich.
Die tunneln alle in Paralleldimensionen. ;-)

Aber wenn du ihn richtig verwirren willst, zeig ihm diesen Telekolleg
Deutsch "Imbiss-Deutsch":
https://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Extra-3-Classix-Imbiss-Deutsch/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3709210&documentId=18337398

MfG
Gerald
--
Es fälscht und lügt der Fritzel-Mann,
wo's Fritzlein sonst nur pöbeln kann...
(frei nach Loriots Heinzelmann)
Ralf Joerres
2018-06-10 12:57:56 UTC
Antworten
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Raw Message
Post by Gerald Gruner
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Das ist eine Fangfrage, oder?
Im Baumarkt überhaupt einen Mitarbeiter zu finden, ist praktisch unmöglich.
Die tunneln alle in Paralleldimensionen. ;-)
Aber wenn du ihn richtig verwirren willst, zeig ihm diesen Telekolleg
https://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Extra-3-Classix-Imbiss-Deutsch/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3709210&documentId=18337398
Das kommt im Fortgeschrittenenkurs. Schon jetzt (A1-Level) gibt es bei
der 'Zählbarkeit' von normalerweise artikellosen singularischen
'Stoffbezeichnungen' (Bier) Probleme: Wieso sagt man 'zwei Bier!' und
nicht 'zwei Biere!', aber sowohl 'zwei Gläser Bier' als auch 'zwei Glas
Bier', und wann spricht man nur von 'Bier' (... mag Bier nicht so gerne)?
Dieses Teilnehmern mit artikellosen Herkunftssprachen zu erklären ist
schlichtweg unmöglich, zumal auch Deutsche da ins Schwimmen kommen
könnten (kann man auch sagen 'zwei Kaffee!' / 'zwei Stück Apfelkuchen'?
Scheint so. 'Einmal zwei halbe Hahn' passt in dieses Muster, mit 'einmal'
als typisch norddeutscher Aufforderungseinleitung (bitte einmal aufstehen
/ bitte einmal hier unterschreiben)).

Gruß Ralf Joerres
René Marquardt
2018-06-10 13:07:55 UTC
Antworten
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Raw Message
Post by Ralf Joerres
Das kommt im Fortgeschrittenenkurs. Schon jetzt (A1-Level) gibt es bei
der 'Zählbarkeit' von normalerweise artikellosen singularischen
'Stoffbezeichnungen' (Bier) Probleme: Wieso sagt man 'zwei Bier!' und
nicht 'zwei Biere!', aber sowohl 'zwei Gläser Bier' als auch 'zwei Glas
Bier', und wann spricht man nur von 'Bier' (... mag Bier nicht so gerne)?
Und wieviele verschiedene Biere hat René in seinem Kühlschrank?
Ralf Joerres
2018-06-10 14:16:27 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Ralf Joerres
Das kommt im Fortgeschrittenenkurs. Schon jetzt (A1-Level) gibt es bei
der 'Zählbarkeit' von normalerweise artikellosen singularischen
'Stoffbezeichnungen' (Bier) Probleme: Wieso sagt man 'zwei Bier!' und
nicht 'zwei Biere!', aber sowohl 'zwei Gläser Bier' als auch 'zwei Glas
Bier', und wann spricht man nur von 'Bier' (... mag Bier nicht so gerne)?
Und wieviele verschiedene Biere hat René in seinem Kühlschrank?
Ja, Sorten innerhalb von Stoffbezeichnungen, oft fachsprachlich: Kiese,
Sande, Gelder, Milche, Baumwollen...

Ralf Joerres
Stefan Ram
2018-06-10 20:01:01 UTC
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Wieso sagt man 'zwei Bier!' und nicht 'zwei Biere!'
|Manche Substantiva, denen früher eine sinnlichere Bedeutung
|(wie etwa : Schar, Gruppe, Häuflein) zugekommen sein mag,
|sind zu Angaben einer reinen Zahl geworden. Sie haben zum
|Teil nicht nur ihre Flexion, sondern auch ihre Selbständigkeit
|verloren und sind zu Anhängseln vorhergehender Zahlwörter geworden.
|Dies ist schon in altdeutscher Zeit geschehen mit der Bezeichnung
|der Zehnzahl und ihrer höheren Ordnungen (Potenzen). Im Got.
|zwar liegt tigus = Dekade noch als flectiertes, selbständiges
|Masculinum vor (z. B. fidvôr tigjus = 40 ; Acc. þinstiguns Mt. 27, 3).
|Aehnlich auch im Altnordischen; vgl. Noreen § 379.
|
|Ahd. aber ist daraus das flexionslose -zug, mhd. -zec , nhd.
|-zig geworden, dessen ursprüngliche substantivische Natur nur
|noch aus dem alts., ahd. und mhd. in der Regel davon abhängigen
|Genetiv (fiarzug dago, manno, Hei. 963 thrîtig wintro) erkannt
|werden kann, worüber Näheres beim Genetiv § 239 ff. — Got. hund,
|Plur. timf hunda; ahd. hund, später hundert, das mhd. allgemein
|üblich wird, immer unflectiert, aber noch mit abhängigem Genetiv:
|0. II, 4, 3 niwan hunt zîto: alts. Hei. 2836 siluberscattô tuê hund.
|— Das got. þûlisundi ist selbständiges Substantivum mit dem Plural
|fimf þûsundjôs ; auch ahd. ist es noch als flectiertes Subst. belegt:
|0. III, 6, 4 finf thûsonton mannes, aber auch schon unflectiert (vgl.
|Graff 5, 231); mhd. erscheint es nur selten flectiert (Jerosch. 176 c
|U zwênzic tûsenten), meist unflectiert, auch in den obliquen Casus
|(Büchl. 2, 26 mit tûsent tûsent leiden). Im Nhd. sind hundert und
|tausend ganz zu flexionslosen Zahlworten geworden {zwei-, drei-
|u. s. w.), daneben aber wieder zu flexionsfähigen Substantiven
|ausgebildet: viele Hunderte, mit Hunderten und Tausenden spielen.
|
|In gleicher Weise haben nun auch andere ursprünglich substantivisch
|flectierte Zahlangaben ihre Flexion verloren, wie Paar
|(sechs Paar Schuhe), Dutzend (zwei Dutzend Löffel), Schock, Gross.
|Ebenso die zur Veranschaulichung der Einzahl dienenden Wörter
|Stück, Mann, Kopf, Haupt, Laib : 6 Stück Vieh, hundertachtzig
|dienstfähige Mann (W. T. 4, 3), 100 Kopf Kohl, 10 Haupt Bindvieh,
|zivei Laib Brot. Ferner die eine bestimmte Zahl von Papierbogen
|angebenden Substantiva: Buch, Ries, Alphabet und selbst Blatt als
|Einzelmass dafür: 3 Buch Papier u. s. w.

Grundzüge der deutschen Syntax nach ihrer geschichtlichen
Entwicklung - Oskar Erdmann (1886)
Stefan Ram
2018-06-10 20:14:10 UTC
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Post by Stefan Ram
|Manche Substantiva, denen früher eine sinnlichere Bedeutung
|(wie etwa : Schar, Gruppe, Häuflein) zugekommen sein mag,
|sind zu Angaben einer reinen Zahl geworden. Sie haben zum
|Teil nicht nur ihre Flexion, sondern auch ihre Selbständigkeit
|verloren und sind zu Anhängseln vorhergehender Zahlwörter geworden.
|In einigen Sprachen, beispielsweise im Chinesischen oder
|Thai, werden sogenannte Zählwörter verwendet. Dabei wird das
|Wort für die Zahl durch einen Ausdruck ergänzt, der
|beschreibt, was gezählt wird. Die Zahl und das Zählwort
|zusammen ergeben dann ein gemeinsames Wort, das sogenannte
|Zahlwort. Wenn man das Prinzip im Deutschen anwendet, hieße
|"zwei Bücher" etwa "zweibuch".
Henning Kockerbeck (2016-09-01)
Stefan Ram
2018-06-10 20:55:05 UTC
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Post by Stefan Ram
|Manche Substantiva, denen früher eine sinnlichere Bedeutung
|(wie etwa : Schar, Gruppe, Häuflein) zugekommen sein mag,
|sind zu Angaben einer reinen Zahl geworden. Sie haben zum
|Teil nicht nur ihre Flexion, sondern auch ihre Selbständigkeit
|verloren und sind zu Anhängseln vorhergehender Zahlwörter geworden.
Zur Begründung wieder Erdmann (ibid.):

|In der That scheint der Hauptgrund für die unterlassene
|Pluralbildung bei allen Wörtern darin zu liegen, dass bei ihnen in
|Verbindung mit Zahlwörtern die Erinnerung daran schwand, dass
|sie für sich bestehende und zählbare Dinge bezeichneten, d. h. die
|Erinnerung an ihre substantivische Natur; diese wurde vielmehr
|in dem weiter hinzugesetzten, ursprünglich in Apposition oder in
|abhängigem Genetiv stehenden, appellativen Substantivum gesucht.
|Dadurch wurde das die Massbestimmung enthaltende Wort zu einer
|rein formelhaften Erweiterung oder Erläuterung des jedesmal
|vorhergehenden |Zahlwortes und (ebenso wie die Numeralia fast
|sämtlich) flexionslos. Dieser Vorgang liegt für die oben unter
|1. vorangestellten Fälle {-zug , hundert, tüsent), ebenso für -mal
|deutlich zu Tage, ist aber auch für die anderen Wörter anzunehmen,
|wenn |sich bei ihnen auch die Umwandlung erst in späterer (nhd.) Zeit
|vollzogen hat und nicht so völlig durchgedrungen ist.
U***@web.de
2018-06-11 06:36:01 UTC
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Post by Ralf Joerres
Post by Gerald Gruner
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Das ist eine Fangfrage, oder?
Im Baumarkt überhaupt einen Mitarbeiter zu finden, ist praktisch unmöglich.
Die tunneln alle in Paralleldimensionen. ;-)
Aber wenn du ihn richtig verwirren willst, zeig ihm diesen Telekolleg
https://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Extra-3-Classix-Imbiss-Deutsch/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3709210&documentId=18337398
Das kommt im Fortgeschrittenenkurs. Schon jetzt (A1-Level) gibt es bei
der 'Zählbarkeit' von normalerweise artikellosen singularischen
Die würde ich schlicht verschieben und jede halbwegs vertretbare Lösung unbeanstandet lassen.

"Übrigens, bei Bestellen sagen Sie ruhig
zwei Bier oder zwei Glas Bier.

In einem der Folgekurse kommen wir
zu der Frage, wieso bei 'zwei alkoholfreie Bier'
die Kongruenz aufgehoben wird."

Ich wollte schon lange ein fiktives Unterrichtsbeispiel
für Mittel- oder Oberstufe einstellen:

Wir sagen im Wirtshaus: "Zwei Bier!"
Warum sagen wir das? Das Bier braucht keinen Plural,
den denken wir uns für die Gefäße, die aber infolge Ellipse
hier entfallen dürfen.

Wenn wir aber nicht wollen, daß
der Wirt uns zwei Flaschen hinstellt, dann
sagen wir: "Zwei Glas Bier!"

Wieso denn das schon wieder? Ich nehme an, wir
meinen eigentlich nicht die Gläser, die spätestens
beim Abspülen ihren Plural wiederbekommen,
als eigentlich die Schankmenge, auch wenn diese,
sie erinnern sich?, nicht genannt wird.
Post by Ralf Joerres
Wieso sagt man 'zwei Bier!' und
nicht 'zwei Biere!', aber sowohl 'zwei Gläser Bier' als auch 'zwei Glas
Bier', und wann spricht man nur von 'Bier' (... mag Bier nicht so gerne)?
Dieses Teilnehmern mit artikellosen Herkunftssprachen
Ob das bei Engländern/Franzosen einfach würde?
Post by Ralf Joerres
zu erklären ist
schlichtweg unmöglich, zumal auch Deutsche da ins Schwimmen kommen
könnten (kann man auch sagen 'zwei Kaffee!' / 'zwei Stück Apfelkuchen'?
Scheint so.
Und dann bitte noch zehn Mann/Männer.

Gruß, ULF
Bernd
2018-06-11 08:36:54 UTC
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Post by Ralf Joerres
Wieso sagt man 'zwei Bier!' und
nicht 'zwei Biere!', aber sowohl 'zwei Gläser Bier' als auch 'zwei Glas
Bier', und wann spricht man nur von 'Bier' (... mag Bier nicht so gerne)?
Dieses Teilnehmern mit artikellosen Herkunftssprachen
Im Frz. anscheinend einfacher: generell genügt ein 's', um den Plural zu
bilden:
- un verre (Glas), deux verres de bière, etc.,
- une bière, deux bières,
- la pluie, les pluies (Regen),
- le blé, les blés (Weizen),
- la neige, les neiges (Schnee): 'Les neiges du Kilimandjaro', 'The
Snows of Kilimanjaro'...
aber 'Schnee am Kilimandscharo' oder 'Der Schnee am Kilimandscharo' (ein
frz. Film von Robert Guédiguian).
etc.

À+
--
Romer
U***@web.de
2018-06-11 13:06:18 UTC
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Post by Bernd
Im Frz. anscheinend einfacher: generell genügt ein 's', um den Plural zu
- un verre (Glas), deux verres de bière, etc.,
- une bière, deux bières,
- la pluie, les pluies (Regen),
- le blé, les blés (Weizen),
- la neige, les neiges (Schnee): 'Les neiges du Kilimandjaro',
Bitte bei souris, corail und porte(-)monnaie ausprobieren.

Gruß, ULF
Bernd
2018-06-11 13:46:50 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Bernd
Im Frz. anscheinend einfacher: generell genügt ein 's', um den Plural zu
- un verre (Glas), deux verres de bière, etc.,
- une bière, deux bières,
- la pluie, les pluies (Regen),
- le blé, les blés (Weizen),
- la neige, les neiges (Schnee): 'Les neiges du Kilimandjaro',
Bitte bei souris, corail und porte(-)monnaie ausprobieren.
Ja, klar.
Das hat aber mit unserem Thema nichts zu tun. Es geht hier um
Gattungsbegriffe, die normalerweise als solche nur im Singular gebraucht
werden.
- Regen ->die Regengüsse, Regenfälle (glaube ich)
- Schnee -> Schneemassen
- Wein -> Weinsorten
Das würde ich als Nichtmuttersprachler sagen, um mir mehr oder weniger
sicher zu sein, dass es verständlich ist.

Wohingegen auf Frz. ein 's' genügt, um die Mehrzahl zu bilden (Ausnahme:
eau -> eaux)
Man kann trotzdem auf deutsch auf Mineralwässer, Weine stossen und auch
in der Poesie auf 'die Wasser'.
--
A+
--
Romer
Ralf Joerres
2018-06-11 11:08:35 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Ralf Joerres
Post by Gerald Gruner
Post by Ralf Joerres
Ein junger Bursche aus Afghanistan stellte mir die Frage, ob er, wenn
er nicht gerade an der Brötchen- oder Käsetheke steht, also etwa im
Baumarkt bzw. überhaupt bei der Bedienform 'mit Vorwahl' seine Kaufwünsche
auch als 'ich hätte gern(e) ...' oder 'ich möchte ...' formulieren könne.
Aus dem Stand erschien mir das nicht ausgeschlossen, später dachte ich,
nee, so geht das wohl doch nicht.
Wie seht Ihr das?
Das ist eine Fangfrage, oder?
Im Baumarkt überhaupt einen Mitarbeiter zu finden, ist praktisch unmöglich.
Die tunneln alle in Paralleldimensionen. ;-)
Aber wenn du ihn richtig verwirren willst, zeig ihm diesen Telekolleg
https://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Extra-3-Classix-Imbiss-Deutsch/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3709210&documentId=18337398
Das kommt im Fortgeschrittenenkurs. Schon jetzt (A1-Level) gibt es bei
der 'Zählbarkeit' von normalerweise artikellosen singularischen
Die würde ich schlicht verschieben und jede halbwegs vertretbare Lösung unbeanstandet lassen.
"Übrigens, bei Bestellen sagen Sie ruhig
zwei Bier oder zwei Glas Bier.
In einem der Folgekurse kommen wir
zu der Frage, wieso bei 'zwei alkoholfreie Bier'
die Kongruenz aufgehoben wird."
Ich wollte schon lange ein fiktives Unterrichtsbeispiel
Wir sagen im Wirtshaus: "Zwei Bier!"
Warum sagen wir das? Das Bier braucht keinen Plural,
den denken wir uns für die Gefäße, die aber infolge Ellipse
hier entfallen dürfen.
Wenn wir aber nicht wollen, daß
der Wirt uns zwei Flaschen hinstellt, dann
sagen wir: "Zwei Glas Bier!"
Wieso denn das schon wieder? Ich nehme an, wir
meinen eigentlich nicht die Gläser, die spätestens
beim Abspülen ihren Plural wiederbekommen,
als eigentlich die Schankmenge, auch wenn diese,
sie erinnern sich?, nicht genannt wird.
Post by Ralf Joerres
Wieso sagt man 'zwei Bier!' und
nicht 'zwei Biere!', aber sowohl 'zwei Gläser Bier' als auch 'zwei Glas
Bier', und wann spricht man nur von 'Bier' (... mag Bier nicht so gerne)?
Dieses Teilnehmern mit artikellosen Herkunftssprachen
Ob das bei Engländern/Franzosen einfach würde?
Post by Ralf Joerres
zu erklären ist
schlichtweg unmöglich, zumal auch Deutsche da ins Schwimmen kommen
könnten (kann man auch sagen 'zwei Kaffee!' / 'zwei Stück Apfelkuchen'?
Scheint so.
Und dann bitte noch zehn Mann/Männer.
Nette Hinweise, aber für Thematisierung im Unterricht zu aufwändig.
Vielleicht als Thema in einem Konversationskurs zur deutschen Sprache.

Ralf Joerres
Jaakob Kind
2018-06-11 14:44:50 UTC
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Post by U***@web.de
Wenn wir aber nicht wollen, daß
der Wirt uns zwei Flaschen hinstellt, dann
sagen wir: "Zwei Glas Bier!"
Wirklich? "Zwei Glas Bier" hört sich noch halbwegs akzeptabel an, aber "zwei
Flasche Bier" oder "zwei Tasse Kaffee" ist für mich absolut falsch.
Deshalb tendiere ich auch zu "zwei Gläser Bier", frage mich aber trotzdem,
warum "zwei Glas Bier" halbwegs richtig klingt.

Viele Grüße
Jaakob
Helmut Richter
2018-06-11 15:05:03 UTC
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Post by Jaakob Kind
Wirklich? "Zwei Glas Bier" hört sich noch halbwegs akzeptabel an, aber "zwei
Flasche Bier" oder "zwei Tasse Kaffee" ist für mich absolut falsch.
Deshalb tendiere ich auch zu "zwei Gläser Bier", frage mich aber trotzdem,
warum "zwei Glas Bier" halbwegs richtig klingt.
Weil Maßeinheiten in der Regel nur dann im Plural verändert werden, wenn
sie feminin sind und im Plural auf -en enden:

5 Pfund, 45 Euro, 20 Mann (Menschen, Geschlecht unbekannt) 2 Glas Bier

Wenns keine Maßeinheiten sind:

zu viele Pfunde, 45 Euros (= 1-Euro-Münzen), 20 Männer (keine Frauen),
2 Gläser voll Bier

aber:

20 Meilen, 200 Peseten, 5 Stunden, 2 Tassen Mehl

Ja, es gibt Ausnahmen, insbesondere Zeiten (Tage, Monate, Jahre).
--
Helmut Richter
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