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Duzen und Siezen in Schweden
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Andreas Karrer
2017-07-05 12:15:44 UTC
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In der NZZ war neulich (3. Juli) ein Artikel "Schweden sind seit 50
Jahren alle miteinander per du".

https://www.nzz.ch/panorama/zum-teufel-mit-den-titeln-ld.1303920

Offenbar ist es nicht so, wie man sich das als Deutschsprachiger so
denkt, dass -- wie Ikea im deutschsprachigen Raum -- die Schweden die
Sie-Form abgeschafft die Duzerei eingeführt haben.

Wohl aber haben sie die sehr umständlichen Höflichkeits- und
Titelformen abgeschafft.

Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen Konstrukt
unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte der Herr
Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»

"Sie" war damals und ist heute unhöflich:

Aus gutgemeinter Artigkeit verwenden viele Jugendliche und junge
Erwachsene das Sie. [...] Die Respektbezeugung löst aber keine
Freude aus, im Gegenteil: Ältere Semester reagieren mit
Unverständnis und Ärger auf das Sie, das sich extrem unhöflich
anhört, weil diese sprachliche Form auch vor der Du-Reform nie
Tradition hatte.

- Andi
U***@web.de
2017-07-05 12:20:02 UTC
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Moin,
Post by Andreas Karrer
Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen Konstrukt
unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte der Herr
Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»
Irgendwann in Portugal: "Hat der Ulf Hunger?"

Fragte mich, warum man mich dann nicht unmittelbar fragt.

Nach wenigen Gedenksekunden kam ich dann darauf, daß das
die direkte Frage war...

Gruß, ULF
Florian Ritter
2017-07-05 14:53:42 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Andreas Karrer
Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen Konstrukt
unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte der Herr
Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»
Irgendwann in Portugal: "Hat der Ulf Hunger?"
In welcher Sprache?
Post by U***@web.de
Fragte mich, warum man mich dann nicht unmittelbar fragt.
Nach wenigen Gedenksekunden kam ich dann darauf, daß das
die direkte Frage war...
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit
haben, so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel)
wurde in der Wehrmacht erst 1944 abgeschafft - FR
U***@web.de
2017-07-05 15:04:26 UTC
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Moin,
Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Post by Andreas Karrer
Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen Konstrukt
unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte der Herr
Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»
Irgendwann in Portugal: "Hat der Ulf Hunger?"
In welcher Sprache?
Schwedisch war es nicht.

"O Ulf(e) tem fome?"
Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Fragte mich, warum man mich dann nicht unmittelbar fragt.
Nach wenigen Gedenksekunden kam ich dann darauf, daß das
die direkte Frage war...
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit
haben, so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel)
wurde in der Wehrmacht erst 1944 abgeschafft - FR
In welcher Person wurden Offiziere dann bis zum Zusammenbruch
angeredet?

Gibt es nicht noch in überkandidelten Häusern:

"Wünschen gnä'Frau/der Herr noch....?"

?

Gruß, ULF
Florian Ritter
2017-07-05 22:43:54 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Florian Ritter
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit
haben, so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel)
wurde in der Wehrmacht erst 1944 abgeschafft.
In welcher Person wurden Offiziere dann bis zum Zusammenbruch
angeredet?
So wie heute noch in der Bundeswehr: Es is noch Jurkensuppe da,
Herr Major.
In den preußischen Feudalregimentern der Wehrmacht, etwa Panzer 6
(dem mein Vater angehörte) oder Infanterie 9 ("Graf 9", in dem
etwa Richard von Weisäcker war) gab's unglaubliche Regeln für
die Anreden: Ein Graf wurde bis zum Majorsrang mit "Herr Graf"
angesprochen, darüber mit Dienstgrad, ein Offz. aus fürstlichem
Haus war unabhängig vom Rang mit "Durchlaucht" zu bezeichnen, von
Reichsfreiherrn und Reichsgrafen möchte ich schweigen.
Ich sprach einem aus Sachsen stammenden Oberstltnt. i.G. a.D.,
der als junger Obltnt. der berittenen Artillerie die Ehrenkompanie
bei der Beisetzung Ludendorffs in München kommandiert hatte, davon
und der war sehr erstaunt: So etwas gab's in Bayerischen
Regimentern nicht.

Ich las übrigens gerade, daß der neue Gefährte der Petry von der
AfD, ein Pretzell, dem Feudalcorps Saxo-Borussia Heidelberg
angehört, was mich erstaunte - FR
U***@web.de
2017-07-06 07:06:13 UTC
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Moin,
Post by Florian Ritter
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Post by Florian Ritter
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit
haben, so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel)
wurde in der Wehrmacht erst 1944 abgeschafft.
In welcher Person wurden Offiziere dann bis zum Zusammenbruch
angeredet?
So wie heute noch in der Bundeswehr: Es is noch Jurkensuppe da,
Herr Major.
Jetzt hast Du die fortbestehende 3. Person umschifft, die dann
im Folgesatz fällig wäre:

"Mecht ich *Ihnen* etwas davon aufjeben?"

oder so ähnlich.

Gruß, ULF
Florian Ritter
2017-07-06 10:33:26 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
In welcher Person wurden Offiziere dann bis zum Zusammenbruch
angeredet?
So wie heute noch in der Bundeswehr: Es is noch Jurkensuppe da,
Herr Major.
Jetzt hast Du die fortbestehende 3. Person umschifft, die dann
"Mecht ich *Ihnen* etwas davon aufjeben?"
oder so ähnlich.
"Oder so ähnlich" kommt immer jut an.

Woll'n Se Nachschlag von die Jurkensuppe, Herr Stabsintendant?

FR
U***@web.de
2017-07-06 11:05:03 UTC
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Moin,
Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
In welcher Person wurden Offiziere dann bis zum Zusammenbruch
angeredet?
So wie heute noch in der Bundeswehr: Es is noch Jurkensuppe da,
Herr Major.
Jetzt hast Du die fortbestehende 3. Person umschifft, die dann
"Mecht ich *Ihnen* etwas davon aufjeben?"
oder so ähnlich.
"Oder so ähnlich" kommt immer jut an.
Woll'n Se Nachschlag von die Jurkensuppe, Herr Stabsintendant?
Den Dienstgrad hätt' ich beim Kommiß gar nicht vermutet.

'S(i)e' ist und bleibt übrigens dritte Person.

Gruß, ULF
Florian Ritter
2017-07-06 13:10:54 UTC
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Post by Florian Ritter
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"Mecht ich *Ihnen* etwas davon aufjeben?"
oder so ähnlich.
"Oder so ähnlich" kommt immer jut an.
Woll'n Se Nachschlag von die Jurkensuppe, Herr Stabsintendant?
Den Dienstgrad hätt' ich beim Kommiß gar nicht vermutet.
Der guten Übung halber: Der Rang ist historisch.
Der (Heeres-)Intendantur entspricht rezent wohl das
Beschaffungsamt, bei mind. gleichem Bürokratismus - FR
U***@web.de
2017-07-06 13:33:55 UTC
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Moin,
Post by Florian Ritter
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Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
In welcher Person wurden Offiziere dann bis zum Zusammenbruch
angeredet?
So wie heute noch in der Bundeswehr: Es is noch Jurkensuppe da,
Herr Major.
Jetzt hast Du die fortbestehende 3. Person umschifft, die dann
"Mecht ich *Ihnen* etwas davon aufjeben?"
oder so ähnlich.
"Oder so ähnlich" kommt immer jut an.
War noch nie in der Lage, einen Offizier dienstlich
mit Gurkensuppe versorgen oder bei derlei Situation
zugegen sein zu müssen.

Gruß, ULF
Dorothee Hermann
2017-07-05 15:24:45 UTC
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Post by Florian Ritter
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Post by Andreas Karrer
Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen
Konstrukt unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte
der Herr Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»
Irgendwann in Portugal: "Hat der Ulf Hunger?"
In welcher Sprache?
Post by U***@web.de
Fragte mich, warum man mich dann nicht unmittelbar fragt.
Nach wenigen Gedenksekunden kam ich dann darauf, daß das die
direkte Frage war...
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit haben,
so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel) wurde in der
Wehrmacht erst 1944 abgeschafft - FR
Tatsächlich? Wurde da so höflich mit Euch geredet?

Und im Normalleben?

Ich dachte immer, es wäre eine veraltete Form, die einfach aus dem
Alltagsleben verschwunden ist - nur dem Theater oder so noch vorbehalten.
(Vereinzelt vielleicht in Österreich noch?)


Dorothee
U***@web.de
2017-07-05 15:44:52 UTC
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Moin,
Post by Dorothee Hermann
Post by Florian Ritter
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit haben,
so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel) wurde in der
Wehrmacht erst 1944 abgeschafft - FR
Tatsächlich? Wurde da so höflich mit Euch geredet?
Und im Normalleben?
Ich dachte immer, es wäre eine veraltete Form, die einfach aus dem
Alltagsleben verschwunden ist - nur dem Theater oder so noch vorbehalten.
(Vereinzelt vielleicht in Österreich noch?)
Oder gelegentlich mit 'Herrschaften'.

https://www.stark-verlag.de/media//muster/1014091m1.pdf

Gruß, ULF
René Marquardt
2017-07-05 16:29:05 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Florian Ritter
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Post by Andreas Karrer
Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen
Konstrukt unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte
der Herr Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»
Irgendwann in Portugal: "Hat der Ulf Hunger?"
In welcher Sprache?
Post by U***@web.de
Fragte mich, warum man mich dann nicht unmittelbar fragt.
Nach wenigen Gedenksekunden kam ich dann darauf, daß das die
direkte Frage war...
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit haben,
so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel) wurde in der
Wehrmacht erst 1944 abgeschafft - FR
Tatsächlich? Wurde da so höflich mit Euch geredet?
Mir deucht, uns' Flori war wohl selbst fuer die HJ zu jung.
Post by Dorothee Hermann
Und im Normalleben?
Ich dachte immer, es wäre eine veraltete Form, die einfach aus dem
Alltagsleben verschwunden ist - nur dem Theater oder so noch vorbehalten.
(Vereinzelt vielleicht in Österreich noch?)
Kellner, Friseure und Bayern benutzen auch heute noch die
Anrede in der dritten Person. OK, also zumindest noch in
den 1990ern.
Florian Ritter
2017-07-05 22:50:03 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Florian Ritter
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit haben,
so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel) wurde in der
Wehrmacht erst 1944 abgeschafft.
Tatsächlich? Wurde da so höflich mit Euch geredet?
Mit mir? Irgendwie drängt sich mir der Einruck auf, Du wärest
in mentaler Konfusion begriffen - FR
Frank Hucklenbroich
2017-07-06 07:03:16 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by U***@web.de
Post by Andreas Karrer
Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen Konstrukt
unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte der Herr
Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»
Irgendwann in Portugal: "Hat der Ulf Hunger?"
In welcher Sprache?
Post by U***@web.de
Fragte mich, warum man mich dann nicht unmittelbar fragt.
Nach wenigen Gedenksekunden kam ich dann darauf, daß das
die direkte Frage war...
Die Anrede in der dritten Person (Sollten Herr Major Appetit
haben, so wäre noch ein Teller Gurkensuppe disponibel)
wurde in der Wehrmacht erst 1944 abgeschafft - FR
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?". Auch dann, wenn man alleine am Tisch sitzt.

Grüße,

Frank
U***@web.de
2017-07-06 07:20:09 UTC
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Moin,
Post by Frank Hucklenbroich
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?". Auch dann, wenn man alleine am Tisch sitzt.
Erwartet hättest Du Pluralanrede Deiner Alleinsamkeit
in der dritten Person.

Gruß, ULF
Florian Ritter
2017-07-06 10:42:16 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?". Auch dann, wenn man alleine am Tisch sitzt.
Erwartet hättest Du Pluralanrede Deiner Alleinsamkeit
in der dritten Person.
Nun geh mal nicht zu streng mit dem Jungen ins Gericht, möcht
ja sein, er hatte einen matten Tag, war nicht gut sortiert - oder so.

Übrigens ist die Anrede in der zwoten Person Plural auch
bei Rußlanddeutschen die Üblichkeit, wenn man sie siezt sind
sie höchst verwirrt - als nicht "haben Sie..." sondern
"habt Ihr Brechdurchfall?"
Und ist der Tag auch noch so trübe,
Hoch die jelbe Rübe!

FR
Thomas Lorenz
2017-07-11 14:50:32 UTC
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Post by Florian Ritter
Übrigens ist die Anrede in der zwoten Person Plural auch
bei Rußlanddeutschen die Üblichkeit, wenn man sie siezt sind
sie höchst verwirrt - als nicht "haben Sie..." sondern
"habt Ihr Brechdurchfall?"
Wäre es möglich, mir beide Varianten hierdrunter mal auf russich zu
notieren?

MfG
Thomas
Florian Ritter
2017-07-11 16:35:38 UTC
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Post by Thomas Lorenz
Post by Florian Ritter
Übrigens ist die Anrede in der zwoten Person Plural auch
bei Rußlanddeutschen die Üblichkeit, wenn man sie siezt sind
sie höchst verwirrt - als nicht "haben Sie..." sondern
"habt Ihr Brechdurchfall?"
Wäre es möglich, mir beide Varianten hierdrunter mal auf russich zu
notieren?
Mit Rußlanddeutschen spricht das Personal der Aufnahmelager
eine exotische Sprache, scil. Deutsch - FR
Thomas Lorenz
2017-07-11 16:58:30 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by Thomas Lorenz
Post by Florian Ritter
Übrigens ist die Anrede in der zwoten Person Plural auch
bei Rußlanddeutschen die Üblichkeit, wenn man sie siezt sind
sie höchst verwirrt - als nicht "haben Sie..." sondern
"habt Ihr Brechdurchfall?"
Wäre es möglich, mir beide Varianten hierdrunter mal auf russich zu
notieren?
Mit Rußlanddeutschen spricht das Personal der Aufnahmelager
eine exotische Sprache, scil. Deutsch - FR
Ach so, da verstand ich Dich wohl miß.

MfG
Thomas
U***@web.de
2017-07-12 15:26:28 UTC
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Moin,
Post by Thomas Lorenz
Post by Florian Ritter
Übrigens ist die Anrede in der zwoten Person Plural auch
bei Rußlanddeutschen die Üblichkeit, wenn man sie siezt sind
sie höchst verwirrt - als nicht "haben Sie..." sondern
"habt Ihr Brechdurchfall?"
Wäre es möglich, mir beide Varianten hierdrunter mal auf russich zu
notieren?
Russisch, Französisch, Tschechisch u.v.a. "höflichisieren" in der 2. Pl.,
wie ehedem auch das Deutsche.

Gruß, ULF
Thomas Lorenz
2017-07-12 18:20:52 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Thomas Lorenz
Post by Florian Ritter
Übrigens ist die Anrede in der zwoten Person Plural auch
bei Rußlanddeutschen die Üblichkeit, wenn man sie siezt sind
sie höchst verwirrt - als nicht "haben Sie..." sondern
"habt Ihr Brechdurchfall?"
Wäre es möglich, mir beide Varianten hierdrunter mal auf russich zu
notieren?
Russisch, Französisch, Tschechisch u.v.a. "höflichisieren" in der 2. Pl.,
wie ehedem auch das Deutsche.
Wie ich schon anmerkte, ging ich davon aus, es gäber deren zwei
Varianten der Höflichisierung im Russ'schen. Daß es eine Verschiebung
vom 2. zum 3. Fall Plural im Deutschen gab, höre ich mit Interesse.

Hat sich die 2.-Fall-Variante im Österreichischen länger erhalten?
Mir scheint, sie liegen dort näher beisammen.

MfG
Thomas
U***@web.de
2017-07-12 18:50:32 UTC
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Moin,
Post by Thomas Lorenz
Post by U***@web.de
Post by Thomas Lorenz
Post by Florian Ritter
Übrigens ist die Anrede in der zwoten Person Plural auch
bei Rußlanddeutschen die Üblichkeit, wenn man sie siezt sind
sie höchst verwirrt - als nicht "haben Sie..." sondern
"habt Ihr Brechdurchfall?"
Wäre es möglich, mir beide Varianten hierdrunter mal auf russich zu
notieren?
Russisch, Französisch, Tschechisch u.v.a. "höflichisieren" in der 2. Pl.,
wie ehedem auch das Deutsche.
Wie ich schon anmerkte, ging ich davon aus, es gäber deren zwei
Varianten der Höflichisierung im Russ'schen.
Mir nicht aufgefallen.
Post by Thomas Lorenz
Daß es eine Verschiebung
vom 2. zum 3. Fall
Fall ist Kasus. Damit hat es eher nichts zu tun.
Post by Thomas Lorenz
Plural im Deutschen gab, höre ich mit Interesse.
Gruß, ULF
Thomas Lorenz
2017-07-12 19:16:53 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Thomas Lorenz
Post by U***@web.de
Post by Thomas Lorenz
Post by Florian Ritter
Übrigens ist die Anrede in der zwoten Person Plural auch
bei Rußlanddeutschen die Üblichkeit, wenn man sie siezt sind
sie höchst verwirrt - als nicht "haben Sie..." sondern
"habt Ihr Brechdurchfall?"
Wäre es möglich, mir beide Varianten hierdrunter mal auf russich zu
notieren?
Russisch, Französisch, Tschechisch u.v.a. "höflichisieren" in der 2. Pl.,
wie ehedem auch das Deutsche.
Wie ich schon anmerkte, ging ich davon aus, es gäber deren zwei
Varianten der Höflichisierung im Russ'schen.
Mir nicht aufgefallen.
Post by Thomas Lorenz
Daß es eine Verschiebung
vom 2. zum 3. Fall
Fall ist Kasus. Damit hat es eher nichts zu tun.
Post by Thomas Lorenz
Plural im Deutschen gab, höre ich mit Interesse.
Ooops, meinte ja "Person". Warum schreibst Du auch nur "2. Pl."?
Absicht?

MfG
Thomas
U***@web.de
2017-07-13 08:32:27 UTC
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Moin,
Post by Thomas Lorenz
Ooops, meinte ja "Person". Warum schreibst Du auch nur "2. Pl."?
Absicht?
Hielt es für eine halbwegs gängige Abkürzung. https://books.google.de/books?id=-UFnDQAAQBAJ&pg=PA86&lpg=PA86&dq=%22in+der+2.+Pl.%22&source=bl&ots=2kUDciH0PR&sig=h7iyl_LIh-_fn7_YB8hb37UwYKM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiL2suM7IXVAhUKbRQKHX18BscQ6AEIIzAA#v=onepage&q=%22in%20der%202.%20Pl.%22&f=false

Gruß, ULF
Christian Weisgerber
2017-07-12 21:35:46 UTC
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Post by Thomas Lorenz
Wie ich schon anmerkte, ging ich davon aus, es gäber deren zwei
Varianten der Höflichisierung im Russ'schen. Daß es eine Verschiebung
vom 2. zum 3. Fall Plural im Deutschen gab, höre ich mit Interesse.
Es ist noch erheblich komplizierter. Zeitweise gab es nicht nur
eine zweigliedrige Unterscheidung formell–informell, sondern ein
bis zu fünfstufiges(!) System. Nübling et al., _Eine Einführung in
die Prinzipien des Sprachwandels_ (3. Aufl., S. 161-165), fasst die
Entwicklung zusammen. Ich gebe hier nur kurz eine schon von den
Autoren weiterzitierte graphische Übersicht wieder:

Pronominale Anrede an eine Einzelperson diachron
+---------+-----------------+----+
| Stufe 1 | Germ. | du |
+---------+-----------------+----+--------+
| Stufe 2 | Ahd.-Fnhd. | du | ir |
+---------+-----------------+----+--------+--------+
| Stufe 3 | 17. Jhd. | du | ihr | er/sie |
+---------+-----------------+----+--------+--------+-----+-------------+
| Stufe 4 | 18. Jhd. | du | ihr | er/sie | Sie | (dieselben) |
+---------+-----------------+----+--------+--------+-----+-------------+
| Stufe 5 | frühes 19. Jhd. | du | er/sie | ihr | Sie | (dieselben) |
+---------+-----------------+----+--------+--------+-----+-------------+
| Stufe 6 | Nhd. Standard | du | Sie |
+---------+-----------------+----+--------+

Einen erläuternden Absatz muss ich doch noch zitieren:

Das Maximalsystem aus _du_, _ihr_, _er/sie_ und _Sie_ wird
vorübergehend gekrönt durch weitere Pronomen, besonders das
Definitpronomen _dieselben_. Dieses ist in Abb. 31 allerdings
eingeklammert, weil es nie richtig ins System integriert war: Es
wurde kaum selbständig verwendet, sondern meist anaphorisch zu
einer vorangehenden Nominalphrase (Ihre Majestät... Dieselben),
und kaum mündlich gebraucht, sondern nur in bestimmten schriftlichen
Texten.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
x***@gmail.com
2017-08-04 22:04:54 UTC
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Raw Message
Post by Christian Weisgerber
Post by Thomas Lorenz
Wie ich schon anmerkte, ging ich davon aus, es gäber deren zwei
Varianten der Höflichisierung im Russ'schen. Daß es eine Verschiebung
vom 2. zum 3. Fall Plural im Deutschen gab, höre ich mit Interesse.
Das Maximalsystem aus _du_, _ihr_, _er/sie_ und _Sie_ wird
vorübergehend gekrönt durch weitere Pronomen, besonders das
Definitpronomen _dieselben_. Dieses ist in Abb. 31 allerdings
eingeklammert, weil es nie richtig ins System integriert war: Es
wurde kaum selbständig verwendet, sondern meist anaphorisch zu
einer vorangehenden Nominalphrase (Ihre Majestät... Dieselben),
und kaum mündlich gebraucht, sondern nur in bestimmten schriftlichen
Texten.
FHO war mit der Wiener Hofsprache noch völlig vertraut:

Höre sie nur, sprach Hochdieselbe, wie traurig, daß heunt die
Tschinellen tun, meiner Seel, es wird ein Unglück g'schehn sein...

Meine Mutter hatte zwei wahrlich ungewöhnliche Patienten, Mutter
und Sohn von Klemm, die betraten das Sprechzimmer nur gemeinsam
und sprachen miteinander Französisch. Sie war Hofdame der letzten
Zarin gewesen und kommunizierte mit meiner Mutter nur über ihren Sohn.
Die Mitteilungen waren lakonischer Art, mehr erlaubte die überstrenge
Erziehung nicht.
Beide hatten nach der Revolution von 1917 die Zarenfamilie
bis Tobolsk begleitet. Es waren wohl Angehörige des Hofes in
der Stadt hängengeblieben - jedenfalls machte sich der Sohn,
William von Klemm, nach jahrelanger Entschlußfindung dorthin auf.
Nach seiner Rückkunft von meinem Vater, der die desolaten
Verhältnisse in der Sowjetunion aus eigenem Hungererleben kannte,
nach der Versorgungssituation in Tobolsk befragt, wurde nur
beschieden: Fast ausräichend.
Es ist dazu anzumerken, daß die in zarischen Diensten
gestanden habenden Deutschbalten russische Patrioten waren und auch
keine Kritik gegenüber der Sowjetunion sich gestatteten, "fast
ausräichend" war schon eine Kühnheit.
Auf meines Vaters Frage, was Herr von Klemm denn als
Vegetarier in Tobolsk zu sich genommen hätte: Nun, äin wenich Mus.
Mehr war nicht zu erfahren - FR

Christian Weisgerber
2017-07-12 18:39:41 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Russisch, Französisch, Tschechisch u.v.a. "höflichisieren" in der 2. Pl.,
wie ehedem auch das Deutsche.
Preisfrage: Ist das Ihrzen eine natürlich Entwicklung oder eine
Übertragung aus der Prestigesprache Französisch?
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Walter Schmid
2017-07-13 08:32:21 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?". Auch dann, wenn man alleine am Tisch sitzt.
Das ist kein "Plural majestatis", denn dies Ihrzen liegt
/zwischen/ Duzen und Siezen. Ich empfinde es als Anbiederung, die
ich nur auf dem Land zulasse.


Gruss

Walter
--
Ich bin für ein "Recht auf *leistungsgerecht* bezahlte
Arbeit"! Eine allfällige Differenz zum Mindest- oder
Branchen-Lohn muss der Staat übernehmen.
U***@web.de
2017-07-13 08:40:09 UTC
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Moin,
Post by Walter Schmid
Post by Frank Hucklenbroich
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?". Auch dann, wenn man alleine am Tisch sitzt.
Das ist kein "Plural majestatis", denn dies Ihrzen liegt
/zwischen/ Duzen und Siezen.
Zumindest der Possessivartikel für die direkte
Majestätsanrede steht doch auch in der 2. (Pers.) Pl.
Post by Walter Schmid
Ich empfinde es als Anbiederung, die
ich nur auf dem Land zulasse.
Ich empfinde es nicht als herabsetzende Anbiederung,
sondern als Ausdruck der Diachronizität von Sprachinseln.

"Ist das schwer für Eich?"

Gruß, ULF
Walter Schmid
2017-07-13 08:59:53 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Walter Schmid
Post by Frank Hucklenbroich
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?". Auch dann, wenn man alleine am Tisch sitzt.
Das ist kein "Plural majestatis", denn dies Ihrzen liegt
/zwischen/ Duzen und Siezen.
Zumindest der Possessivartikel für die direkte
Majestätsanrede steht doch auch in der 2. (Pers.) Pl.
Der Sinn eines Wortes liegt in seinem Gebrauch. "Ihr" und "Ihr",
"Euch" und "Euch" sind heute einfach Homonyme, so wie "Bank" und
"Bank". Der gemeinsame Urprung ist verblasst und völlig
bedeutungslos.

Niemand würde in Bern heute einen König ihrzen, man siezt ihn:
"Majestät, haben Sie Durst?" würde EIIR gefragt, nie ""Majestät,
habt Ihr Durst?"
Post by U***@web.de
Post by Walter Schmid
Ich empfinde es als Anbiederung, die
ich nur auf dem Land zulasse.
Ich empfinde es nicht als herabsetzende Anbiederung,
sondern als Ausdruck der Diachronizität von Sprachinseln.
Wir leben offensichtlich auf verschiedenen Inseln. Schweizer
dürfen IMMER "Führer" sagen, wenn ein Leader gemeint ist,
Deutsche nur selten.


Gruss

Walter
--
Ich bin für ein "Recht auf *leistungsgerecht* bezahlte
Arbeit"! Eine allfällige Differenz zum Mindest- oder
Branchen-Lohn muss der Staat übernehmen.
U***@web.de
2017-07-13 09:23:32 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Walter Schmid
Post by U***@web.de
Post by Walter Schmid
Post by Frank Hucklenbroich
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?". Auch dann, wenn man alleine am Tisch sitzt.
Das ist kein "Plural majestatis", denn dies Ihrzen liegt
/zwischen/ Duzen und Siezen.
Zumindest der Possessivartikel für die direkte
Majestätsanrede steht doch auch in der 2. (Pers.) Pl.
Der Sinn eines Wortes liegt in seinem Gebrauch. "Ihr" und "Ihr",
"Euch" und "Euch" sind heute einfach Homonyme, so wie "Bank" und
"Bank". Der gemeinsame Urprung ist verblasst und völlig
bedeutungslos.
"Majestät, haben Sie Durst?" würde EIIR gefragt, nie ""Majestät,
habt Ihr Durst?"
In der Tat sind in https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6flichkeitsform#Anrede_in_der_2._Person_Plural_.28Ihr.29
Mischformen der zweieinhalbten Person belegt, ferner
auch das Ihrzen unter anderem in Helvetien.

Gruß, ULF
U***@web.de
2017-07-13 09:33:04 UTC
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Moin,
Post by Walter Schmid
"Majestät, haben Sie Durst?" würde EIIR gefragt, nie ""Majestät,
habt Ihr Durst?"
In österreichischen Simulationen handhabt man das anders...
https://german.stackexchange.com/questions/27547/bezeichnung-f%C3%BCr-die-direkte-anrede-in-der-dritten-person

Gruß, ULF
Christina Kunze
2017-07-13 16:11:30 UTC
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Post by Walter Schmid
"Majestät, haben Sie Durst?" würde EIIR gefragt, nie ""Majestät,
habt Ihr Durst?"
"Durst" - so ein obszönes Wort nimmt man doch nicht gegenüber einem
König in dem Mund!

Befehlen Majestät etwas ein Getränk?

chr
Thomas Schade
1970-01-01 00:00:00 UTC
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Post by Christina Kunze
"Durst" - so ein obszönes Wort nimmt man doch nicht gegenüber einem
König in dem Mund!
Befehlen Majestät etwas ein Getränk?
Ich hätte des s eher etwas rechtser erwartet, dafür deren zwei.


Ciao
Toscha
--
This signature intentionally left blank.


----Android NewsGroup Reader----
http://usenet.sinaapp.com/
Christina Kunze
2017-07-14 17:53:24 UTC
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Post by Thomas Schade
Post by Christina Kunze
"Durst" - so ein obszönes Wort nimmt man doch nicht gegenüber einem
König in dem Mund!
Befehlen Majestät etwas ein Getränk?
Ich hätte des s eher etwas rechtser erwartet, dafür deren zwei.
Das war ein Löschfehler. Ich hatte zuerst "etwas zu Trinken", aber das
kam mir dann auch zu prollig vor.

Aber zu Deinem Vorschlag fällt der Groschen bei mir nicht.

chr
Thomas Schade
2017-07-14 17:55:28 UTC
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Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Thomas Schade
Post by Christina Kunze
"Durst" - so ein obszönes Wort nimmt man doch nicht gegenüber einem
König in dem Mund!
Befehlen Majestät etwas ein Getränk?
Ich hätte des s eher etwas rechtser erwartet, dafür deren zwei.
Das war ein Löschfehler. Ich hatte zuerst "etwas zu Trinken", aber das
kam mir dann auch zu prollig vor.
Aber zu Deinem Vorschlag fällt der Groschen bei mir nicht.
:)

|Befehlen Majestät etwa eines Getränks?


Ciao
Toscha
--
Pure Vernunft darf niemals siegen
Wir brauchen dringend neue Lügen
Die uns den Schatz des Wahnsinns zeigen
Und sich danach vor uns verbeugen [Tocotronic]
Christina Kunze
2017-07-14 17:57:24 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Schade
Post by Christina Kunze
Post by Thomas Schade
Post by Christina Kunze
"Durst" - so ein obszönes Wort nimmt man doch nicht gegenüber einem
König in dem Mund!
Befehlen Majestät etwas ein Getränk?
Ich hätte des s eher etwas rechtser erwartet, dafür deren zwei.
Das war ein Löschfehler. Ich hatte zuerst "etwas zu Trinken", aber das
kam mir dann auch zu prollig vor.
Aber zu Deinem Vorschlag fällt der Groschen bei mir nicht.
:)
|Befehlen Majestät etwa eines Getränks?
Ach so! Ich hab versucht, irgendwo sinnvoll ein Doppel-S unterzubringen.

chr
Thomas Schade
2017-07-14 18:10:02 UTC
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Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Thomas Schade
Post by Christina Kunze
Post by Thomas Schade
Post by Christina Kunze
Befehlen Majestät etwas ein Getränk?
Ich hätte des s eher etwas rechtser erwartet, dafür deren zwei.
Das war ein Löschfehler. Ich hatte zuerst "etwas zu Trinken", aber das
kam mir dann auch zu prollig vor.
Aber zu Deinem Vorschlag fällt der Groschen bei mir nicht.
:)
|Befehlen Majestät etwa eines Getränks?
Ach so! Ich hab versucht, irgendwo sinnvoll ein Doppel-S unterzubringen.
Es tut mir, sehr ernsthaft, leid, dich dermassen auf eine falsche Spur
gebracht zu haben. ;)


Ciao
Toscha
--
Und der Haifisch, der hat Tränen / Und die laufen vom Gesicht.
Doch der Haifisch lebt im Wasser / So die Tränen sieht man nicht.
[Rammstein: Haifisch]
Gunhild Simon
2017-07-15 07:15:37 UTC
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Raw Message
... dermassen auf eine falsche Spur
Ich plädiere mit allen Göttern der Rechtschreibung für
dermaßen.

Gruß
Gunhild
Thomas Schade
2017-07-15 12:39:19 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
... dermassen auf eine falsche Spur
Ich plädiere mit allen Göttern der Rechtschreibung für
dermaßen.
So gut, Gunhild, solltest du mich kennen, dass ich üblicherweise auch
tue. Das falsche Doppel-s war hier bewusst gesetzt, als kleine
Wiedergutmachung gegenüber Chris'Ich hab versucht, irgendwo sinnvoll ein
Doppel-S unterzubringen'tine. ;)


Ciao
Toscha
--
They sentenced me to twenty years of boredom
For trying to change the system from within
[Leonard Cohen]
Gunhild Simon
2017-07-15 15:31:48 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Schade
Post by Gunhild Simon
... dermassen auf eine falsche Spur
Ich plädiere mit allen Göttern der Rechtschreibung für
dermaßen.
So gut, Gunhild, solltest du mich kennen, dass ich üblicherweise auch
tue. Das falsche Doppel-s war hier bewusst gesetzt, als kleine
Wiedergutmachung gegenüber Chris'Ich hab versucht, irgendwo sinnvoll ein
Doppel-S unterzubringen'tine. ;)
Dies Feinheit ist mir entgangen.
Tut mir leid.

Und die Schweizer hier schreiben ja auch
so - korrekterweise. Das kann anstecken.

Viele Grüße
Gunhild
Thomas Schade
2017-07-15 15:54:48 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
Post by Thomas Schade
So gut, Gunhild, solltest du mich kennen, dass ich üblicherweise auch
tue. Das falsche Doppel-s war hier bewusst gesetzt, als kleine
Wiedergutmachung gegenüber Chris'Ich hab versucht, irgendwo sinnvoll ein
Doppel-S unterzubringen'tine. ;)
Dies Feinheit ist mir entgangen.
Tut mir leid.
Kein Ding, war ja mindestens einmal um die Ecke gedacht.
Post by Gunhild Simon
Und die Schweizer hier schreiben ja auch
so - korrekterweise. Das kann anstecken.
So schlimm steht es noch nicht, dass Schweizer mich ansteckten. :)


Ciao
Toscha
--
If you get too old to serve as bad example,
you can still give bad advice.
Michael Pachta
2017-07-14 18:29:14 UTC
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Raw Message
Das war ein Löschfehler. Ich hatte zuerst "etwas zu Trinken" [...]
Was bedingt hier die Großschreibung von "Trinken"?

M.
Christina Kunze
2017-07-14 18:41:13 UTC
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Raw Message
Post by Michael Pachta
Das war ein Löschfehler. Ich hatte zuerst "etwas zu Trinken" [...]
Was bedingt hier die Großschreibung von "Trinken"?
M.
Eine Unsicherheit bezüglich der Groß- und Kleinschreibung und eine
Faulheit, den Duden zu konsultieren.

chr
Michael Pachta
2017-07-14 23:53:01 UTC
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Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Michael Pachta
Das war ein Löschfehler. Ich hatte zuerst "etwas zu Trinken" [...]
Was bedingt hier die Großschreibung von "Trinken"?
M.
Eine Unsicherheit bezüglich der Groß- und Kleinschreibung und eine
Faulheit, den Duden zu konsultieren.
Bei "etwas zum Trinken" hätte ich auf Substantivierung getippt, da "zum"
ja den bestimmten Artikel "dem" enthält. Bei "etwas zu Trinken" weiß ich
es nicht, daher meine Frage.
Gunhild Simon
2017-07-15 07:26:55 UTC
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Raw Message
Post by Michael Pachta
Post by Christina Kunze
Post by Michael Pachta
Das war ein Löschfehler. Ich hatte zuerst "etwas zu Trinken" [...]
Was bedingt hier die Großschreibung von "Trinken"?
M.
Eine Unsicherheit bezüglich der Groß- und Kleinschreibung und eine
Faulheit, den Duden zu konsultieren.
Bei "etwas zum Trinken" hätte ich auf Substantivierung getippt, da "zum"
ja den bestimmten Artikel "dem" enthält. Bei "etwas zu Trinken" weiß ich
es nicht, daher meine Frage.
Es ist keine Frage.

Nach "etwas" kommt zwar häufig eine Substantivierung: etwas Eßbares, Trinkbares.
Etwas zu essen, trinken ist nur ein Infinitiv.
Etwas zum Essen, Trinken ist sicher
orthographisch richtig, aber - für mich - eher
schlechtes Deutsch.

Gruß
Gunhild
Dorothee Hermann
2017-07-15 09:39:37 UTC
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Raw Message
Etwas zum Essen, Trinken ist sicher orthographisch richtig, aber -
für mich - eher schlechtes Deutsch.
Wirklich?
Ich hab das so oft gehört und gelesen (Wanderungen z.B.), dass es mir
so vorkommt, wie eine Erinnerung, daran zu denken - ohne jetzt eine
bestimmte Vorschrift zu machen.
Oder ist man bei Freizeit/Wanderung eher lockerer in der
Ausdrucksweise?


BtW: Hat nur ein wenig damit zu tun, las ich aber neulich und fand es
komisch formuliert: "Deutsch ist lecker".
(Da wollte man auf Gerichte aus Deutschland hinweisen)

Dorothee
Gunhild Simon
2017-07-15 15:39:46 UTC
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Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Etwas zum Essen, Trinken ist sicher orthographisch richtig, aber -
für mich - eher schlechtes Deutsch.
Wirklich?
Ich bin mir jetzt meiner Sache
nicht mehr sicher.
Denn: Etwas zu Essen und zum Trinken dabei zu
haben beim Wandertag ist doch eher richtig.

Dennoch würde ich eher fragen:
Gibt es etwas zu essen oder zu trinken?
als:
Gibt es etwas zum Essen oder zum Trinken?
wenn ich bei einer Party bin/ nach Hause komme.

Gruß
Gunhild
Thomas Schade
2017-07-15 12:41:25 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
Post by Michael Pachta
Post by Christina Kunze
Post by Michael Pachta
Was bedingt hier die Großschreibung von "Trinken"?
M.
Eine Unsicherheit bezüglich der Groß- und Kleinschreibung und eine
Faulheit, den Duden zu konsultieren.
Bei "etwas zum Trinken" hätte ich auf Substantivierung getippt, da "zum"
ja den bestimmten Artikel "dem" enthält. Bei "etwas zu Trinken" weiß ich
es nicht, daher meine Frage.
Es ist keine Frage.
Ich denke, Michael meint die Frage in seinem vorigen Beitrag (hab sie
oben stehen lassen?.


Ciao
Toscha
--
Bildung ist, was übrig bleibt,
wenn wir das Gelernte vergessen haben.
[Marquis of Halifax]
Stefan Schmitz
2017-07-15 15:54:14 UTC
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Post by Gunhild Simon
Nach "etwas" kommt zwar häufig eine Substantivierung: etwas Eßbares, Trinkbares.
Etwas zu essen, trinken ist nur ein Infinitiv.
Ist das von der Funktion überhaupt noch ein Infinitiv?
Es ist ja genau das gemeint, was du als Substantivierung aufgeführt hast.

Das bedeutet etwas ganz anderes als im Satz
"Ich habe keine Lust, etwas zu essen."

Am einfachsten wäre es wohl, schriebe man "etwas Zuessen".
Heinz Brückner
2017-07-15 17:52:36 UTC
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Raw Message
am Sat, 15 Jul 2017 08:54:14 -0700 (PDT) schrieb Stefan Schmitz
Post by Stefan Schmitz
Am einfachsten wäre es wohl, schriebe man "etwas Zuessen".
"Hier kann man sich so richtig zuessen."
Geht aber besser mit saufen. Trotzdem kleinzuschreiben.

Heinz
Roland Franzius
2017-07-16 07:02:07 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Brückner
am Sat, 15 Jul 2017 08:54:14 -0700 (PDT) schrieb Stefan Schmitz
Post by Stefan Schmitz
Am einfachsten wäre es wohl, schriebe man "etwas Zuessen".
"Hier kann man sich so richtig zuessen."
Geht aber besser mit saufen. Trotzdem kleinzuschreiben.
Man muss nicht alles und Jeden kleinschreiben, zusammenschreiben, in
Grund und Boden schreiben, auch wenn die Presse der Pressezaren und ein
Teil der Netzkommunitas selbiges ununterbrochen tut.

Manches darf groß bleiben.

Die amerikanische Qualtitätspresse bezeichnet die Sleazocraty,

https://www.nytimes.com/2017/07/14/opinion/rob-goldstone-russia-donald-trump-jr.html

zu deutsch Schmierenherrschaft, als Erbschaft der zutiefst verdorbenen
britischen Presselandschaft, deren einziger Inhalt - wie bei BILD - die
Skandale sind, mit deren Aufdeckung einflußreiche gegnerische
Persönlichkeiten oder Institutionen politisch demontiert werden.
--
Roland Franzius
Helmut Richter
2017-07-15 12:50:07 UTC
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Post by Michael Pachta
Bei "etwas zum Trinken" hätte ich auf Substantivierung getippt, da "zum"
ja den bestimmten Artikel "dem" enthält. Bei "etwas zu Trinken" weiß ich
es nicht, daher meine Frage.
Und wie schreibt man richtig:

"Ich bin mein Küchenmesser am Suchen", sagte die Frau und wühlte in der
Mülltonne.
--
Helmut Richter
Michael Pachta
2017-07-15 13:37:14 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Richter
"Ich bin mein Küchenmesser am Suchen", sagte die Frau und wühlte in der
Mülltonne.
Das ist die Rheinische Verlaufsform, auch "am-Progressiv" genannt.
Bezüglich der Schreibung sind sich die Gelehrten noch nicht einig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Am-Progressiv#Schreibungsdisput
Christina Kunze
2017-07-15 15:43:02 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Richter
Post by Michael Pachta
Bei "etwas zum Trinken" hätte ich auf Substantivierung getippt, da "zum"
ja den bestimmten Artikel "dem" enthält. Bei "etwas zu Trinken" weiß ich
es nicht, daher meine Frage.
"Ich bin mein Küchenmesser am Suchen", sagte die Frau und wühlte in der
Mülltonne.
Das schreibt man nicht, das spricht man.
(So sagte früher unsere Deutschlehrerin auf die Frage, wie man "das hab
ich geschenkt gekricht" schreibt.)

chr
Walter Schmid
2017-07-14 09:07:31 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Walter Schmid
"Majestät, haben Sie Durst?" würde EIIR gefragt, nie ""Majestät,
habt Ihr Durst?"
"Durst" - so ein obszönes Wort nimmt man doch nicht gegenüber einem
König in dem Mund!
Du hast recht. Mir fiel gerade kein besseres Wort ein.
Post by Christina Kunze
Befehlen Majestät etwas ein Getränk?
In Bern soll einst ein Fähr(i)mann einem echten dt. König "hocked
abe Majestät" befohlen haben.


Gruss

Walter
--
Ich bin für ein "Recht auf *leistungsgerecht* bezahlte
Arbeit"! Eine allfällige Differenz zum Mindest- oder
Branchen-Lohn muss der Staat übernehmen.
U***@web.de
2017-07-24 07:02:11 UTC
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Moin,
Post by Frank Hucklenbroich
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?".
Funktioniert doch auch im städtischen Kontext (erinnere
mich nicht mehr, wo das mit dem Gasthaus stattfand):

"Herr Birchler, beruhigt Eukh!"

http://www.3sat.de/page/?source=/sfdrs/193580/index.html

Derzeit Tag 5, Wiederholung jetzt gleich noch mal um 9:45.

Gruß, ULF
Florian Ritter
2017-07-24 12:26:05 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Frank Hucklenbroich
Dafür wird in der Schweiz noch der Plural majestatis gepflegt: Kommt man
dort in ein Gasthaus, dann fragt einen die Serviertochter "Was kann ich
Euch bringen?".
Funktioniert doch auch im städtischen Kontext (erinnere
"Herr Birchler, beruhigt Eukh!"
Waren unter denen, die dem Ruf Katharinas folgten und an der
Wolga siedelten auch Schweizer?
Die Schweiz war ja lange ein bitterarmes Land - die Zürcher
Bahnhofstraße bezeugt es bis auf den heutigen - und die
Einwohner suchten sich Erwerbsmöglichkeiten im Ausland.
Als Folge hatte die Anfang der 70er eingerichtete eidgenössische
Botschaft in Ostberlin einige tausend in der DDR lebende
Schweizer zu betreuen.
Überhaupt war diese Mission ein Hort des Frohsinns.
So hatte man dort einen Koch, der wochenends eine
ostberliner Freundin im Kofferraum seines Wagens mit
CC-Kennzeichen (könnt auch CY gewest sein), sie über
den Checkpoint Charly nach Westberlin schleuste und im
gleichen Modus zurückbrachte - FR
Martin Gerdes
2017-07-05 16:05:16 UTC
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Post by Andreas Karrer
In der NZZ war neulich (3. Juli) ein Artikel "Schweden sind seit 50
Jahren alle miteinander per du".
https://www.nzz.ch/panorama/zum-teufel-mit-den-titeln-ld.1303920
Offenbar ist es nicht so, wie man sich das als Deutschsprachiger so
denkt, dass -- wie Ikea im deutschsprachigen Raum -- die Schweden die
Sie-Form abgeschafft die Duzerei eingeführt haben.
Wohl aber haben sie die sehr umständlichen Höflichkeits- und
Titelformen abgeschafft.
Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen Konstrukt
unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte der Herr
Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»
:-)

Eindeutig ist das immerhin, und es erspart den Sichtwechsel, der kleinen
Kindern erstmal eine Menge Ärger macht.

Will sie ihrem Kind etwas auftragen, ist es einfacher für die Mutter,
wenn sie von sich in der dritten Person spricht, und zwar gleich mit
Namen, denn eine Mutter hat schließlich jedes Kind.

Ich dachte immer, von sich selbst zu sprechen, hieße "erlebte Rede"
("Winnetou hat gesprochen!"). Die Unaussprechliche findet aber, der
Begriff sei etwas weiter zu fassen.

Und doch steht dort:

"Vereinzelt läßt sich erlebte Rede schon in lateinischer Literatur
nachweisen ..."

:-)

"Er ist großartig!"
"Wer - 'er'?"
"Na: Ihr!"
"Ach so, er."
Bertel Lund Hansen
2017-07-05 16:59:23 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Karrer
In der NZZ war neulich (3. Juli) ein Artikel "Schweden sind seit 50
Jahren alle miteinander per du".
Aus gutgemeinter Artigkeit verwenden viele Jugendliche und junge
Erwachsene das Sie. [...]
Als ich Kind war. sagten wir "De" ("Sie") zu Erwachsene, die wir
nicht gut kannten. Mein Onkel korrigierte mich einmal, als ich zu
ihm "De" sagte, aber zu fremden Leuten war es die richtige
anrede.

Heute sagen alle "du", wenn es sich nicht um die royale Leute
handelt, und eben unser Kronprinz wird oft mit "du" zugesprochen
(damit hat er kein Problem). Es geschieht aber ab und zu, dass
junge Leute mich mit "De" anreden, weil ich 'alt' (68) bin. Das
ist nicht unhöflich, nur ungewöhnlich. Ich ziehe "du" vor.
--
Bertel, Dänemark
U***@web.de
2017-07-06 13:39:35 UTC
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Moin,
Post by Andreas Karrer
Offenbar ist es nicht so, wie man sich das als Deutschsprachiger so
denkt, dass -- wie Ikea im deutschsprachigen Raum -- die Schweden die
Sie-Form abgeschafft die Duzerei eingeführt haben.
Wohl aber haben sie die sehr umständlichen Höflichkeits- und
Titelformen abgeschafft.
Vielmehr bestand die artige Anrede in einem dreiteiligen Konstrukt
unter Anwendung der dritten Person Singular: «Möchte der Herr
Redaktor Malmström zum Abendessen vorbeikommen?»
Wenn ich mich recht erinnere, gibt es für die
Höflichkeitsanrede heute folgende, um Titel oder
Namensbestandteile erweiterbare, Propronominalformen
im *Polnischen*, hier in deutscher Entsprechung
wiedergegeben:

Herr/(gnä[dige]) Frau/(gnädiges) Fräulein/Herrschaften.

Für singulär Angesprochene wird die
Singularkonjugationsform verwendet.

Gruß, ULF
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