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Das Wort des Tages: "Portjuchhe"
(zu alt für eine Antwort)
Stefan Ram
2018-03-17 12:05:35 UTC
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Das Wort "Portjuchhe". - Ein Beispiel für ein Wort, das man
wohl öfter in Wörterbüchern findet als in der schriftlichen
Verwendung im Web.

Ich hab' es gesprochen auch noch nie gehört.

Vielleicht ein Plunderwort, das Wortbuchverlage als
Füllmaterial für ihre Wörterbücher benutzen?

(Postings aus der Serie "Das Wort des Tages" erscheinen
nicht täglich, sondern nur unregelmäßig.)
Jakob Achterndiek
2018-03-17 12:50:53 UTC
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Post by Stefan Ram
Das Wort "Portjuchhe". - Ein Beispiel für ein Wort, das man
wohl öfter in Wörterbüchern findet als in der schriftlichen
Verwendung im Web.
Ich hab' es gesprochen auch noch nie gehört.
An die Schreibweise von "Portemonnaie" haben wir um 1938/40 in der
Volksschule viel Aufmerksamkeit verwendet. Nur erklärt hat es uns
unser Lehrer, ein Seminarist mit Namen Mertin, nicht. Portjuchhee
war als Verballhornung geläufig, aber doch nicht so gebräuchlich
wie das lässig-übliche "Pottmonnee".
--
j/\a
Quinn C
2018-03-17 16:57:42 UTC
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Post by Stefan Ram
Das Wort "Portjuchhe". - Ein Beispiel für ein Wort, das man
wohl öfter in Wörterbüchern findet als in der schriftlichen
Verwendung im Web.
Ich hab' es gesprochen auch noch nie gehört.
Vielleicht ein Plunderwort, das Wortbuchverlage als
Füllmaterial für ihre Wörterbücher benutzen?
(Postings aus der Serie "Das Wort des Tages" erscheinen
nicht täglich, sondern nur unregelmäßig.)
Ich kenne genau eine Person, die ihre Geldbörse regelmäßig so
bezeichnet. Sie ist über 70. Ich sage: Umgangssprachlich und veraltend.
--
binsaugnesseln, hummelsköl, mönchspfeffer, gugelköpf, minbrüdermüntz
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Gunhild Simon
2018-03-18 06:09:27 UTC
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Post by Quinn C
Post by Stefan Ram
Das Wort "Portjuchhe". - Ein Beispiel für ein Wort, das man
wohl öfter in Wörterbüchern findet als in der schriftlichen
Verwendung im Web.
Ich hab' es gesprochen auch noch nie gehört.
...
Post by Quinn C
Ich kenne genau eine Person, die ihre Geldbörse regelmäßig so
bezeichnet. Sie ist über 70. Ich sage: Umgangssprachlich und veraltend.
Mir kommt es bemüht spaßhaft vor.

Ich meine es aus dem Mund meiner Mutter -
bekennende Berlinerin und Jg. 1917 - und
dem verwandtschaftlichen Umfeld aus dieser
Generation - zu kennen.

Gruß
Gunhild
H.-P. Schulz
2018-03-19 09:54:55 UTC
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Post by Gunhild Simon
Post by Quinn C
Post by Stefan Ram
Das Wort "Portjuchhe". - Ein Beispiel für ein Wort, das man
wohl öfter in Wörterbüchern findet als in der schriftlichen
Verwendung im Web.
Ich hab' es gesprochen auch noch nie gehört.
...
Post by Quinn C
Ich kenne genau eine Person, die ihre Geldbörse regelmäßig so
bezeichnet. Sie ist über 70. Ich sage: Umgangssprachlich und veraltend.
Mir kommt es bemüht spaßhaft vor.
Ich nenne es "demonstrativ bis penetrant aufgeräumt".

Ist übrigens ein - wie ich finde - gar nicht so uninteressantes
Kapitel. Diese "Aufgeräumtheits-Marker" gibt es nämlich noch nicht gar
so lang.
Ich verorte zwei Ur-Herde: Verbindungs-Jargon - - und Landsersprech
(Angstübertönung). Geradezu ein Denkmal setzt dem W.Kempowski in
"Tadellöser & Wolff", wo der Vater praktisch keinen Satz ohne etwas
Derartiges heraus bringt!
Post by Gunhild Simon
Ich meine es aus dem Mund meiner Mutter -
bekennende Berlinerin und Jg. 1917 - und
dem verwandtschaftlichen Umfeld aus dieser
Generation - zu kennen.
Ja, in Berlin wohl am ehesten.
Ich selbst kenne viele solcher Hach!-wie-komischen
LockerHocker-Floskeln.

Ich gestehe, dass sogar meine eigene Sprache davon völlig rein davon
ist - was mich, gewahre ich 's, ärgert.
Frank Hucklenbroich
2018-03-19 08:02:48 UTC
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Post by Stefan Ram
Das Wort "Portjuchhe". - Ein Beispiel für ein Wort, das man
wohl öfter in Wörterbüchern findet als in der schriftlichen
Verwendung im Web.
Das Wort lese ich hier zum ersten Mal und hätte dabei spontan an Nordkorea
gedacht:

http://www.deutschlandfunk.de/nordkorea-juche-herrscherkult-mit-religioesen-zuegen.886.de.html?dram:article_id=283528

Grüße,

Frank
Matthias Opatz
2018-03-19 10:41:59 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Das Wort lese ich hier zum ersten Mal und hätte dabei spontan an Nordkorea
http://www.deutschlandfunk.de/nordkorea-juche-herrscherkult-mit-religioesen-zuegen.886.de.html?dram:article_id=283528
Der Freuderuf Juchhe spricht sich mit betontem, langem AUSlaut.

Kims Ideologie spricht sich Tschutsche, mit betontem langem ANlaut.
Die Transkription Juche ist eine anglophone.

Matthias
Quinn C
2018-03-19 20:54:52 UTC
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Post by Matthias Opatz
Post by Frank Hucklenbroich
Das Wort lese ich hier zum ersten Mal und hätte dabei spontan an Nordkorea
http://www.deutschlandfunk.de/nordkorea-juche-herrscherkult-mit-religioesen-zuegen.886.de.html?dram:article_id=283528
Der Freuderuf Juchhe spricht sich mit betontem, langem AUSlaut.
Kims Ideologie spricht sich Tschutsche, mit betontem langem ANlaut.
Die Transkription Juche ist eine anglophone.
Immerhin reflektiert sie den Unterschied zwischen den beiden
Konsonanten. Dschutsche wäre daher etwas besser.
--
GOGELICH,gogelig, (...) 'fröhlich, lustig, ausgelassen'
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Martin Gerdes
2018-03-19 11:45:58 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Stefan Ram
Das Wort "Portjuchhe". - Ein Beispiel für ein Wort, das man
wohl öfter in Wörterbüchern findet als in der schriftlichen
Verwendung im Web.
Immerhin steht es im Duden.
Post by Frank Hucklenbroich
Das Wort lese ich hier zum ersten Mal und hätte dabei spontan an Nordkorea
desd-Lerneffekt?

Das Spaßwort "Portjuchhe" gehört hierzustadt zum aktiven Wortschatz
älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ich höre es im Alltag recht
häufig.

Mit Wörterbüchern hast Du es offensichtlich nicht so.
Christina Kunze
2018-03-19 17:54:04 UTC
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Post by Martin Gerdes
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Stefan Ram
Das Wort "Portjuchhe". - Ein Beispiel für ein Wort, das man
wohl öfter in Wörterbüchern findet als in der schriftlichen
Verwendung im Web.
Immerhin steht es im Duden.
Post by Frank Hucklenbroich
Das Wort lese ich hier zum ersten Mal und hätte dabei spontan an Nordkorea
desd-Lerneffekt?
Das Spaßwort "Portjuchhe" gehört hierzustadt zum aktiven Wortschatz
älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ich höre es im Alltag recht
häufig.
Echt? Dann ist es gar nicht Berliner Schnauze, und ich kenne es nicht.
Mein Großvater, waschechter Prenzlberger, Jahrgang 1919, später
Schiffskoch, war nämlich auch sehr anfällig für diese Art von
Ausdrücken, und dieses Wort kam bei ihm WIMRE nicht vor.

chr
Stefan Ram
2018-07-12 04:00:26 UTC
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Post by Stefan Ram
Portjuchhe
Nachziehente
Dorothee Hermann
2018-07-12 10:53:12 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Stefan Ram
Portjuchhe
aus:
https://groups.google.com/forum/#!search/Portjuchhe$20stefan$20ram/de.etc.sprache.deutsch/y-MTq5V4T0E/bvwDvv-xBAAJ
?
Post by Stefan Ram
Nachziehente
Meinst Du, jemand verwendet das Wort "Nachziehente" statt des Wortes
"Nachziehende"?

Eingabe Google
Nachziehende Nachziehente
ergibt nichts Aussagekräftiges -nur 7 Ergebnisse, ob wohl ich
kein "" verwendete.

Dorothee
Helmut Richter
2018-07-12 11:09:04 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Meinst Du, jemand verwendet das Wort "Nachziehente" statt des Wortes
"Nachziehende"?
Eingabe Google
Nachziehende Nachziehente
ergibt nichts Aussagekräftiges -nur 7 Ergebnisse, ob wohl ich
kein "" verwendete.
Jedenfalls findet Google (oder Startpage) beide Wörter einzeln häufig. Man
müsste überprüfen, ob eines der Wörter auch versehentlich statt des
anderen verwendet wird, aber das tut sich wohl keiner an. Wozu auch?
--
Helmut Richter
Frank Hucklenbroich
2018-07-12 12:36:19 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Stefan Ram
Post by Stefan Ram
Portjuchhe
https://groups.google.com/forum/#!search/Portjuchhe$20stefan$20ram/de.etc.sprache.deutsch/y-MTq5V4T0E/bvwDvv-xBAAJ
?
Post by Stefan Ram
Nachziehente
Meinst Du, jemand verwendet das Wort "Nachziehente" statt des Wortes
"Nachziehende"?
Eine Nachziehente ist sowas wie die Tigerente vom Janosch.

Grüße,

Frank
Dorothee Hermann
2018-07-12 13:17:15 UTC
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Raw Message
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Dorothee Hermann
Meinst Du, jemand verwendet das Wort "Nachziehente" statt des Wortes
"Nachziehende"?
Eine Nachziehente ist sowas wie die Tigerente vom Janosch.
Genau! Muss doch mal nachschaun, ob ich die noch hab!
Die "bienenfarbige"!
;-)


Dorothee
Florian Ritter
2018-07-16 09:41:24 UTC
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Post by Dorothee Hermann
Post by Stefan Ram
Nachziehente
Meinst Du, jemand verwendet das Wort "Nachziehente" statt des Wortes
"Nachziehende"?
Ich präferiere ja die Vorschubente - FR
Stefan Ram
2018-07-17 13:42:35 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Stefan Ram
Portjuchhe
Nachziehente
Terminologiemanagement

(Bei "Das Wort des Tages" handelt es sich oft um Wörter,
derer ich mir bisher noch nicht bewußt war, und/oder die mir
aus dem einen oder anderen Grund als interessant erscheinen
oder die mir gefallen. Manchmal, weil sie etwas ausdrücken,
für das ich bisher noch keinen Begriff hatte.)

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