Discussion:
Janus-artig
(zu alt für eine Antwort)
Stephen Hust
2018-05-25 14:27:28 UTC
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Raw Message
"Dazu kommt das Janus-artige Gesicht der Konsumenten [...]"

<https://kurier.at/wirtschaft/essensmacher-steigen-auf-die-barrikaden/400039828>

Ich nehme an, daß "janus-artige" korrekt wäre - oder nicht? Die
Schreibweise mit großem j ist aber im Internet womöglich üblicher als
die mit kleinem, und man findet sie auch in einigen Büchern und
Zeitschriften.

| Die Janus-artige Doppelgesichtigkeit des Witzes [...]
|
(Sigmund Freud, "Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten", Franz
Deuticke, Leipzig und Wien, 1905, Kapitel V., S. 132.)

<https://archive.org/stream/Freud_1905_Der_Witz_k#page/132/mode/2up>

<https://books.google.at/books?id=d0IWAwAAQBAJ&lpg=PA131&dq=%22janus-artige%22&pg=PA132#v=onepage&q=%22janus-artige%22&f=false>

"Shakespeare-artig" kommt in Büchern und Zeitschriften noch seltener als
"Janus-/janus-artig" vor, aber wenn das Wort vorkommt, dann nach
Google-Books fast ausschließlich mit großem S.

Korrekt hin oder her, was sieht besser aus, Shakespeare-artig oder
shakespeare-artig, Janus-artig oder janus-artig? Welche Schreibweise
würdet Ihr wählen?
--
Steve

My e-mail address works as is.
Franziska Toobe
2018-05-25 15:15:00 UTC
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Raw Message
Post by Stephen Hust
"Dazu kommt das Janus-artige Gesicht der Konsumenten [...]"
<https://kurier.at/wirtschaft/essensmacher-steigen-auf-die-barrikaden/400039828>
Ich nehme an, daß "janus-artige" korrekt wäre - oder nicht? Die
Schreibweise mit großem j ist aber im Internet womöglich üblicher als
die mit kleinem, und man findet sie auch in einigen Büchern und
Zeitschriften.
| Die Janus-artige Doppelgesichtigkeit des Witzes [...]
|
(Sigmund Freud, "Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten", Franz
Deuticke, Leipzig und Wien, 1905, Kapitel V., S. 132.)
<https://archive.org/stream/Freud_1905_Der_Witz_k#page/132/mode/2up>
<https://books.google.at/books?id=d0IWAwAAQBAJ&lpg=PA131&dq=%22janus-artige%22&pg=PA132#v=onepage&q=%22janus-artige%22&f=false>
"Shakespeare-artig" kommt in Büchern und Zeitschriften noch seltener als
"Janus-/janus-artig" vor, aber wenn das Wort vorkommt, dann nach
Google-Books fast ausschließlich mit großem S.
Korrekt hin oder her, was sieht besser aus, Shakespeare-artig oder
shakespeare-artig, Janus-artig oder janus-artig? Welche Schreibweise
würdet Ihr wählen?
Du erwähnst "janusartig" gar nicht?!

Ich wähle nämlich "janusartig". Also mit kleinem "j" und zusammen
geschrieben.

Das ist die übliche Schreibweise in wissenschaftlichen (historischen,
archäologischen) Abhandlungen.

Franziska.
Stefan Ram
2018-05-25 15:40:30 UTC
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Raw Message
Post by Stephen Hust
Korrekt hin oder her, was sieht besser aus, Shakespeare-artig oder
shakespeare-artig, Janus-artig oder janus-artig? Welche Schreibweise
würdet Ihr wählen?
Bei einem Substantiv als Erstglied, verwendet man keinen
Bindestrich und schreibt klein.

blitzartig
fluchtartig
ruckartig

In bestimmten Fällen (beispielsweise, bei einem Fremdwort
oder Eigennamen als Erstglied) wird ein Bindestrich
verwendet. Aber auch dann wird klein geschrieben.

camera-obscura-artig
rouleau-artig
kolibri-artig

Bei geographischen Namen schreibt man zusammen und klein
oder getrennt und groß:

berlinfreundlich, Berlin-freundlich

Dies kann man vermutlich auf Personennamen übertragen.

»Es gibt sogar Schurken, die sich dieser notwendigen
Verpflichtung Jago-mäßig entziehen«

Mein Lebensabend - Peter Altenberg

Namentlich Gallmann nennt:

kohlfreundliche, Gorbatschow-freundlich

Gallmann, Peter (1992): «Die Großschreibung von Substantiven
und Eigennamen». In: Feldbusch, Elisabeth / Pogarell, Reiner
/ Weiß, Cornelia (Hrsg.) (1992): Neue Fragen der Linguistik.
Akten des 25. Linguistischen Kolloquiums, Paderborn 1990.
Band 1: Bestand und Entwicklung. Tübingen: Niemeyer (=
Linguistische Arbeiten, 270).
Stefan Ram
2018-05-25 15:48:09 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Ram
In bestimmten Fällen (beispielsweise, bei einem Fremdwort
oder Eigennamen als Erstglied) wird ein Bindestrich
verwendet.
/Kann/ ein Bindestrich verwendet werden.

Hier habe ich versucht, einige Indikationen dafür anzugeben:

http://www.purl.org/stefan_ram/pub/bindestrich

.
Stefan Ram
2018-05-25 17:52:01 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Ram
kohlfreundliche, Gorbatschow-freundlich
In der Newsgroup »de.sci.mathematik« wurde - als sie noch
exis^H^H^H^Hmehr Artikel hatte - von einigen der Standpunkt
vertreten, daß die Kleinschreibung eines
Mathematiker-Adjektivs eine besondere Ehre sei.

Ich zitiere jemanden (vermutlich Jakob Creutzig,
aus de.sci.mathematik, 2005):

|Im Deutschen werden Adjektive im Inneren eines Satzes klein
|geschrieben, auch wenn sie von Namen abgeleitet werden. Also
|sind die Matrizen/Operatoren hermitesch, nicht Hermitesch.
|
|Man schreibt auch "der Berliner Buergermeister". Die
|allgemein in der Mathematik uebliche Schreibweise ist IMHO
|eher die grammatisch zweifelhafte Grosschreibung. Wer es als
|Mathematiker schafft, seinen Namen kleingeschrieben zu
|bekommen (Der euklidische Raum, ein pythagoraeisches Tripel),
|ist absolute Extraklasse ;-).

Dann wird diskutiert, daß man »newtonsch« schreibt, da es
sich um ein Adjektiv handele, aber »Newtonsches Gesetz«,
da dies insgesamt ein "Eigenname" sei.

Ich finde in einer relevanten Quelle aber »Newtonsch«
als Adjektiv (also groß geschrieben).

Goethe schrieb: »Der Newtonische Versuch, auf dem die
herkömmliche Farbenlehre beruht«, »Der Newtonische Irrtum
steht so nett im Konversationslexikon«. Schiller »Balde, O
Newtonisch Gespenst! folgst du dem Brüderchen nach.«.
Herder »die Newtonische Philosophie« (aber in einem anderen
Werk: »diesem wahrhaftig newtonischen Kopfe«).
Raabe »alle sieben Farben der Newtonischen Lehre«.

Insgesamt überwiegen die Indizien für die Großschreibung
solcher Adjektive stark, so daß ich »Newtonsch« als richtig
ansehe. Bei Kleinschreibung tritt die Person in den
Hintergrund und wird zu einem Begriff - was Creutzig als
besondere Ehre ansieht.
Wolfgang
2018-05-25 21:43:27 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Ram
Post by Stefan Ram
kohlfreundliche, Gorbatschow-freundlich
In der Newsgroup »de.sci.mathematik« wurde - als sie noch
exis^H^H^H^Hmehr Artikel hatte - von einigen der Standpunkt
vertreten, daß die Kleinschreibung eines
Mathematiker-Adjektivs eine besondere Ehre sei.
Ich zitiere jemanden (vermutlich Jakob Creutzig,
|Im Deutschen werden Adjektive im Inneren eines Satzes klein
|geschrieben, auch wenn sie von Namen abgeleitet werden. Also
|sind die Matrizen/Operatoren hermitesch, nicht Hermitesch.
|
|Man schreibt auch "der Berliner Buergermeister". Die
|allgemein in der Mathematik uebliche Schreibweise ist IMHO
|eher die grammatisch zweifelhafte Grosschreibung. Wer es als
|Mathematiker schafft, seinen Namen kleingeschrieben zu
|bekommen (Der euklidische Raum, ein pythagoraeisches Tripel),
|ist absolute Extraklasse ;-).
Dann wird diskutiert, daß man »newtonsch« schreibt, da es
sich um ein Adjektiv handele, aber »Newtonsches Gesetz«,
da dies insgesamt ein "Eigenname" sei.
Ich finde in einer relevanten Quelle aber »Newtonsch«
als Adjektiv (also groß geschrieben).
Goethe schrieb: »Der Newtonische Versuch, auf dem die
herkömmliche Farbenlehre beruht«, »Der Newtonische Irrtum
steht so nett im Konversationslexikon«. Schiller »Balde, O
Newtonisch Gespenst! folgst du dem Brüderchen nach.«.
Herder »die Newtonische Philosophie« (aber in einem anderen
Werk: »diesem wahrhaftig newtonischen Kopfe«).
Raabe »alle sieben Farben der Newtonischen Lehre«.
Insgesamt überwiegen die Indizien für die Großschreibungn
solcher Adjektive stark, so daß ich »Newtonsch« als richtig
ansehe. Bei Kleinschreibung tritt die Person in den
Hintergrund und wird zu einem Begriff - was Creutzig als
besondere Ehre ansieht.
Also auch Hermitesch. Nur dass dieses Adjektiv auch prädikativ
gebraucht wird, während die anderen Adjektive dieser Art rein
attributiv sind.

Für mich ist dagegen «hermitesch» eine elliptische Verkürzung von
«Hermitesch selbstadjungiert». Daher der prädikative Gebrauch und
die Kleinschreibung von «hermitesch».

Ciao,
Wolfgang
Helmut Richter
2018-05-26 07:15:41 UTC
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Raw Message
Also auch Hermitesch. Nur dass dieses Adjektiv auch prädikativ gebraucht wird,
während die anderen Adjektive dieser Art rein attributiv sind.
Für mich ist dagegen «hermitesch» eine elliptische Verkürzung von «Hermitesch
selbstadjungiert». Daher der prädikative Gebrauch und die Kleinschreibung von
«hermitesch».
Ich denke eher, der prädikative Gebrauch solcher sei in der Mathematik
generell üblich, wenn der Gesamtbegriff definiert ist oder gerade
definiert wird, und in den Definitionen wird das Wort "heißen"
verwendet, was in der Umgangssprache ebenfalls eher ungewöhnlich
ist. Es ist typischer Mathematiker-Jargon, wenn die Definition von
"Hermitesche Matrix" bei bereits bekannter Definition von "Matrix"
etwa mit den Worten beginnt:

Eine Matrix heißt Hermitesch, wenn ...

Hätten Mathematiker statt Juristen die §§ 224 und 226 StGB mit den
Definitionen von gefährlicher und schwerer Körperverletzung
geschrieben, wobei Körperverletzung schon definiert ist, hätten sie
sicher geschrieben:

Eine Körperverletzung heißt gefährlich, wenn ...
Eine Körperverletzung heißt schwer, wenn ...

Allein, der Jargon der Juristen ist ein anderer. Die definieren diese
Begriffe gar nicht, sondern beschreiben sie inhaltlich, ohne sie im
Gesetzestext zu erwähnen.

Wegen der Groß- und Kleinschreibung gabs früher eine Regel, dass es
darauf ankommt, ob der Namensgeber Urheber der genannten Sache ist. Im
berühmt-berüchtigten Kosogschen Diktat fand sich der Satz:

Macht Euch eine abrahamsche Friedfertigkeit zu eigen, indem Ihr im
Streit nach dem Abrahamschen Wort handelt: „Gehst Du zur Rechten, so
gehe ich zur Linken“.

Ob das nach der RSR noch ein Kriterium ist, weiß ich nicht.

--
Helmut Richter
U***@web.de
2018-05-26 08:29:08 UTC
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Helmut Richter
Hätten Mathematiker statt Juristen die §§ 224 und 226 StGB mit den
Definitionen von gefährlicher und schwerer Körperverletzung
geschrieben, wobei Körperverletzung schon definiert ist, hätten sie
Eine Körperverletzung heißt gefährlich, wenn ...
Eine Körperverletzung heißt schwer, wenn ...
Allein, der Jargon der Juristen ist ein anderer. Die definieren diese
Begriffe gar nicht, sondern beschreiben sie inhaltlich, ohne sie im
Gesetzestext zu erwähnen.
Im Strafgesetzbuch gehören neben dem Textkorpus auch die
Überschriften zum Gesetzestext.

Gruß, ULF
Martin Gerdes
2018-05-26 12:56:43 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Richter
Wegen der Groß- und Kleinschreibung gabs früher eine
... nicht schlechte ...
Post by Helmut Richter
Regel, dass es darauf ankommt, ob der Namensgeber Urheber der
genannten Sache ist. Im berühmt-berüchtigten Kosogschen Diktat
Macht Euch eine abrahamsche Friedfertigkeit zu eigen, indem Ihr im
Streit nach dem Abrahamschen Wort handelt: „Gehst Du zur Rechten, so
gehe ich zur Linken“.
Ob das nach der RSR noch ein Kriterium ist, weiß ich nicht.
Heute ist alles Namen, schau mal in die Unaussprechliche. Da wimmelt es
von "Stellvertretenden Vorsitzenden".
Christina Kunze
2018-05-26 12:26:00 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Ram
Bei einem Substantiv als Erstglied, verwendet man keinen
Bindestrich und schreibt klein.
Bei einem Präpositionalausdruck verwendet man kein Komma.

chr
Martin Gerdes
2018-05-26 12:56:34 UTC
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Raw Message
Post by Stefan Ram
Post by Stephen Hust
Korrekt hin oder her, was sieht besser aus, Shakespeare-artig oder
shakespeare-artig, Janus-artig oder janus-artig? Welche Schreibweise
würdet Ihr wählen?
Bei einem Substantiv als Erstglied, verwendet man keinen
Bindestrich und schreibt klein.
Hinter einem Präpositionalgefüge (oder gar dem Subjekt), setzt man im
Deutschen kein Komma.

Die Leute in Trumpistan hingegen, tun das. Einem heutigen Abiturienten,
kann man diese Unsitte wohl nicht mehr austreiben.

("Ich setze ein Komma immer dort, wo ich beim Vorlesen eines Satzes
atme.")
Post by Stefan Ram
blitzartig
fluchtartig
ruckartig
In bestimmten Fällen (beispielsweise, bei einem Fremdwort
oder Eigennamen als Erstglied) wird ein Bindestrich
verwendet. Aber auch dann wird klein geschrieben.
Woher stammt diese Behauptung?
Post by Stefan Ram
camera-obscura-artig
rouleau-artig
kolibri-artig
Ich würde das so nicht schreiben, halte solche Schreibungen auch nicht
für richtig.
Post by Stefan Ram
Bei geographischen Namen schreibt man zusammen und klein
berlinfreundlich, Berlin-freundlich
Diese Darstellung führt zum richtigen Ergebnis, die Begründung stimmt
aber nicht.
Post by Stefan Ram
Dies kann man vermutlich auf Personennamen übertragen.
Eben, eben.
Post by Stefan Ram
kohlfreundliche, Gorbatschow-freundlich
Gallmann, Peter (1992): «Die Großschreibung von Substantiven
und Eigennamen». In: Feldbusch, Elisabeth / Pogarell, Reiner
/ Weiß, Cornelia (Hrsg.) (1992): Neue Fragen der Linguistik.
Akten des 25. Linguistischen Kolloquiums, Paderborn 1990.
Band 1: Bestand und Entwicklung. Tübingen: Niemeyer (=
Linguistische Arbeiten, 270).
... und so steht es dann auch in der BRaZ.
Martin Gerdes
2018-05-25 15:46:48 UTC
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Raw Message
Post by Stephen Hust
"Dazu kommt das Janus-artige Gesicht der Konsumenten [...]"
<https://kurier.at/wirtschaft/essensmacher-steigen-auf-die-barrikaden/400039828>
Ich nehme an, daß "janus-artige" korrekt wäre - oder nicht?
Oder nicht :-)
Post by Stephen Hust
Die Schreibweise mit großem j ist aber im Internet womöglich üblicher als
die mit kleinem, und man findet sie auch in einigen Büchern und
Zeitschriften.
§55(2) BRaZ enthält das Beispiel "Napoleon-freundlich".

Wenn Du das Wort zusammenschreibst, dann klein, da Adjektiv
("janusartig"), wenn Du es mit Bindestrich schreibst, dann bleibt der
Name Janus -- ein Substantiv -- groß ("Janus-artig"), auch wenn das
Gesamtwort ein Adjektiv ist.
Post by Stephen Hust
| Die Janus-artige Doppelgesichtigkeit des Witzes [...]
(Sigmund Freud, "Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten", Franz
Deuticke, Leipzig und Wien, 1905, Kapitel V., S. 132.)
Korrekt hin oder her, was sieht besser aus, Shakespeare-artig oder
shakespeare-artig, Janus-artig oder janus-artig? Welche Schreibweise
würdet Ihr wählen?
Ich würde vermutlich zusammenschreiben, aber ich kann ja auch lesen, im
Gegensatz zu so manchem modernen Menschen, der den Bindestrich quasi als
Trittstein braucht, damit er ein Kompositum durchgliedern kann.

Das Wort "Janus-artig" kenne ich so nicht, verstehe ich aber natürlich.
Das Wort "janusgesichtig" ist mir geläufig.
H.-P. Schulz
2018-05-25 19:12:47 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stephen Hust
"Dazu kommt das Janus-artige Gesicht der Konsumenten [...]"
<https://kurier.at/wirtschaft/essensmacher-steigen-auf-die-barrikaden/400039828>
Ich nehme an, daß "janus-artige" korrekt wäre - oder nicht?
Ich kenne nur 'Januskopf' bzw. 'janusköpfig'.
Das ist der mit den zwei (2) Gesichtern. Dass an den Gesichtern selbst
nun etwas Besonderes gewesen wäre - - - darüber schweigt die Sage.
Der Witz am Janus ist _der Kopf_ (wegen besagter Doppelgesichtigkeit),
nicht das Gesicht.

Also: Bild bzw. die Sage dahinter nicht verstanden, deshalb Unsinn
verzapft.

Dieser Unsinn ist bestimmt gut für ... na, ich schätze mal 300k
Google-"Treffer" (... wobei ich mir dann doch *zu* gern mal den
265.654sten Treffer näher angeschaut hätte!). ;-}
Gunhild Simon
2018-05-26 09:49:09 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stephen Hust
"Dazu kommt das Janus-artige Gesicht der Konsumenten [...]"
<https://kurier.at/wirtschaft/essensmacher-steigen-auf-die-barrikaden/400039828>
...
Post by Stephen Hust
Korrekt hin oder her, was sieht besser aus, Shakespeare-artig oder
shakespeare-artig, Janus-artig oder janus-artig? Welche Schreibweise
würdet Ihr wählen?
Ich würde als Adjektiv "janusköpfig" oder "-gesichtig" vorschlagen -
in diesem Fall nicht einmal dppelgesichtig", sondern vielleicht
unvorhersehbar oder unberechenbar.

Denn Janus weckt ja neben dem berühmten Kopf auch Assoziationen von Eingang
oder Jahresanfang.

Gruß
Gunhild
Christina Kunze
2018-05-26 12:27:14 UTC
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Raw Message
Post by Stephen Hust
Korrekt hin oder her, was sieht besser aus, Shakespeare-artig oder
shakespeare-artig, Janus-artig oder janus-artig? Welche Schreibweise
würdet Ihr wählen?
janusköpfig.

Klein und zusammen.
chr
Gerd Thieme
2018-05-28 19:48:48 UTC
Permalink
Raw Message
Shakespeare-artig oder shakespeare-artig, Janus-artig oder
janus-artig? Welche Schreibweise würdet Ihr wählen?
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.

Gerd
--
ASCII ist ein Kuriosum, das man für Maschinenrauminventar wie Dateinamen
und Programmiersprachen verwendet (Helga Schulz in d.e.s.d)
Thomas Schade
2018-05-28 19:56:23 UTC
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Raw Message
Post by Gerd Thieme
Shakespeare-artig oder shakespeare-artig, Janus-artig oder
janus-artig? Welche Schreibweise würdet Ihr wählen?
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.
Also abgeleitet von Franz Kaska, dem Erfinder der Vollkaska-Versicherung?


Ciao
Toscha
--
Newton's third Law of Emotion:
For every male action there is a female overreaction.
Jakob Achterndiek
2018-05-28 21:57:27 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Schade
Post by Gerd Thieme
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.
Also abgeleitet von Franz Kaska, dem Erfinder der Vollkaska-Versicherung?
Aus grauer Vorzeit, als Kafka noch neu und aufregend war:
<https://archiv.ub.uni-marburg.de/ep/0002/article/download/2899/2802>
--
j/\a
Gerd Thieme
2018-05-29 03:50:08 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gerd Thieme
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.
Also abgeleitet von Franz Kaska, dem Erfinder der Vollkaska-Versicherung?
Klaffischer Typfehler.

Gerd
--
Wer weiß, redet nicht. Wer redet, weiß nicht.
Thomas Schade
2018-05-29 04:30:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gerd Thieme
Post by Gerd Thieme
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.
Also abgeleitet von Franz Kaska, dem Erfinder der Vollkaska-Versicherung?
Klaffischer Typfehler.
Aber ein lustiger. Weswegen in nicht resisten konnte. :)


Ciao
Toscha
--
Faulheit ist die Fähigkeit, sich auszuruhen bevor man müde wird.
Thomas Schade
2018-05-29 04:45:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Schade
Aber ein lustiger. Weswegen in nicht resisten konnte. :)
ich
H.-P. Schulz
2018-05-29 08:11:16 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gerd Thieme
Post by Gerd Thieme
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.
Also abgeleitet von Franz Kaska, dem Erfinder der Vollkaska-Versicherung?
Klaffischer Typfehler.
Vor Jahrzehnten, in "Titanic" irgendwo:

"Mein kafkaekestes Ferienerlebnis"
U***@web.de
2018-05-29 07:28:04 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Schade
Post by Gerd Thieme
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.
Also abgeleitet von Franz Kaska
'Kaska' gibt es in D als Familiennamen
und vorwiegend außerhalb als Volksgruppe.

Gruß, ULF
Christina Kunze
2018-05-29 05:22:28 UTC
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Raw Message
Post by Gerd Thieme
Shakespeare-artig oder shakespeare-artig, Janus-artig oder
janus-artig? Welche Schreibweise würdet Ihr wählen?
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.
Du wolltest nochmal üben, Frakturschrift zu lesen?

chr
Gerd Thieme
2018-05-29 13:31:38 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Gerd Thieme
Shakespeare-artig oder shakespeare-artig, Janus-artig oder
janus-artig? Welche Schreibweise würdet Ihr wählen?
Da gibt es ein schönes Vorbild: kaskaesk.
Du wolltest nochmal üben, Frakturschrift zu lesen?
Immer daſſelbe, wer den Spaten hat ſpottet jeder Beſchreibung.

Gerd
--
Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die
Tatsache, daß sie es von anderen haben wollen (Adenauer)
Diedrich Ehlerding
2018-05-29 17:37:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gerd Thieme
Post by Christina Kunze
Du wolltest nochmal üben, Frakturschrift zu lesen?
Immer daſſelbe, wer den Spaten hat ſpottet jeder Beſchreibung.
dasſelbe?
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Gerd Thieme
2018-05-30 21:44:38 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Gerd Thieme
Post by Christina Kunze
Du wolltest nochmal üben, Frakturschrift zu lesen?
Immer daſſelbe, wer den Spaten hat ſpottet jeder Beſchreibung.
dasſelbe?
Gute Frage.

Ich ſchlage Getrenntſchreibung vor: das ſelbe.

Dann allerdings erhebt ſich die Frage, ob nicht Selbes zum Subſtantiv zu
erheben wäre.

Gerd
--
Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden
Jakob Achterndiek
2018-05-31 15:22:33 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gerd Thieme
Ich ſchlage Getrenntſchreibung vor: das ſelbe.
Dann allerdings erhebt ſich die Frage, ob nicht Selbes zum Subſtantiv zu
erheben wäre.
Standeserhebungen konnten und durften früher nur von souveränen
Fürsten, meist nur Königen und Kaisern, vorgenommen werden. Das
hatte gute Gründe. Sonst hätte ja jeder freiherrliche Dödel mit
der gleichen Lässigkeit sein Betthupferl zur Gräfin Rosenplüth
erheben können, wie du das mit den Wörtern tun möchtest. Sowas
wie Monrepos oder das Taschenberg-Palais leisteten die sich auch
nicht für jedes kleine "Selbe".
--
;) j/\a
Olaf Dietrich
2018-06-12 10:42:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Stephen Hust
Ich nehme an, daß "janus-artige" korrekt wäre - oder nicht? Die
Schreibweise mit großem j ist aber im Internet womöglich üblicher als
die mit kleinem, und man findet sie auch in einigen Büchern und
Zeitschriften.
[...]
Post by Stephen Hust
Korrekt hin oder her, was sieht besser aus, Shakespeare-artig oder
shakespeare-artig, Janus-artig oder janus-artig? Welche Schreibweise
würdet Ihr wählen?
Eine ähnliche Frage (etwas allgemeiner, da nicht auf
Eigennamen beschränkt) habe ich hier kürzliche gestellt:

Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch
From: ***@dtrx.de (Olaf Dietrich)
Subject: Grossschreibung von Substantiv-adjektivischen Bildungen mit Bindestrich
Date: Thu, 9 Sep 2010 10:23:14 +0000 (UTC)
Message-ID: <i6acii$g7e$***@news.lrz-muenchen.de>

<https://groups.google.com/forum/#!topic/de.etc.sprache.deutsch/3qakutPPSsI>

Die anschließende Diskussion enthält eine Reihe Verweise
und weitere Beispiele.

Olaf

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