Discussion:
Einen Listenplatz hat er keinen...
Add Reply
U***@web.de
2017-09-18 10:39:34 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Moin,

las die Tage in einer Zeitung, die aus
Datenschutzgründen einstweilen ungenannt bleiben soll:

"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."

Mir kam und kommt es so vor, als müsse man "keinen" zwingend durch
'nicht' ersetzen, schon weil vor dem Substantiv ein Artikel steht.

Erbitte Stellungnahmen.

Gruß, ULF
Michael Kallweitt
2017-09-18 12:02:46 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."
Mir kam und kommt es so vor, als müsse man "keinen" zwingend durch
'nicht' ersetzen, schon weil vor dem Substantiv ein Artikel steht.
»Keinen« reimt sich so so schön auf »einen«. ;-)

Vom Sprachgefühl her tendiere ich hier auch klar zum »nicht«. Das
Duden-Stilwörterbuch (7. Auflage, 1988) hält wohl beide Varianten für
zulässig. Unter dem Stichwort »kein« findet sich dort der Beispielsatz

»Geld habe ich kein[e]s (ugs.: /nicht/).«
--
www.wasfuereintheater.com - Neue Theaterprojekte im Ruhrpott
»DAS UNBEKANNTE SCHÖN ZU FINDEN. DEM UNVERSTANDENEN MIT WÄRME ZU
BEGEGNEN. DAS IST WAHRE LIEBE« Barbara Bollwahn, http://ow.ly/Xk52L
Stephen Hust
2017-09-18 12:21:25 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Michael Kallweitt
Post by U***@web.de
"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."
Mir kam und kommt es so vor, als müsse man "keinen" zwingend durch
'nicht' ersetzen, schon weil vor dem Substantiv ein Artikel steht.
»Keinen« reimt sich so so schön auf »einen«. ;-)
Vom Sprachgefühl her tendiere ich hier auch klar zum »nicht«. Das
Duden-Stilwörterbuch (7. Auflage, 1988) hält wohl beide Varianten für
zulässig. Unter dem Stichwort »kein« findet sich dort der Beispielsatz
»Geld habe ich kein[e]s (ugs.: /nicht/).«
Mir is alles oans, mir is alles oans,
ob i a Geld hab oder koans!
--
Steve

My e-mail address works as is.
U***@web.de
2017-09-18 14:57:55 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Stephen Hust
Post by Michael Kallweitt
Post by U***@web.de
"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."
Mir kam und kommt es so vor, als müsse man "keinen" zwingend durch
'nicht' ersetzen, schon weil vor dem Substantiv ein Artikel steht.
»Keinen« reimt sich so so schön auf »einen«. ;-)
Vom Sprachgefühl her tendiere ich hier auch klar zum »nicht«. Das
Duden-Stilwörterbuch (7. Auflage, 1988) hält wohl beide Varianten für
zulässig. Unter dem Stichwort »kein« findet sich dort der Beispielsatz
»Geld habe ich kein[e]s (ugs.: /nicht/).«
Mir is alles oans, mir is alles oans,
ob i a Geld hab oder koans!
Wer Geld oder Göld mit Artikel gebraucht,
läßt sich geographisch recht gut einordnen.

Meine postulierte Regel soll8te) für das Hochdeutsche
gelten.

Gruß, ULF
U***@web.de
2017-09-18 14:56:21 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Michael Kallweitt
Post by U***@web.de
"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."
Vom Sprachgefühl her tendiere ich hier auch klar zum »nicht«. Das
Duden-Stilwörterbuch (7. Auflage, 1988) hält wohl beide Varianten für
zulässig. Unter dem Stichwort »kein« findet sich dort der Beispielsatz
»Geld habe ich kein[e]s (ugs.: /nicht/).«
Im Gegensatz zum Ausgangsbeispiel
ohne Artikel.

Gruß, ULF
Christina Kunze
2017-09-18 13:41:51 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
las die Tage in einer Zeitung, die aus
"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."
Mir kam und kommt es so vor, als müsse man "keinen" zwingend durch
'nicht' ersetzen, schon weil vor dem Substantiv ein Artikel steht.
Erbitte Stellungnahmen.
Mein Sprachgefühl gibt Dir recht, aber eine Regel dazu kenne ich nicht.

chr
Martin Gerdes
2017-09-19 16:12:34 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Christina Kunze
las die Tage in einer Zeitung ...
"Einen Listenplatz hat er ... keinen."
Mir kam und kommt es so vor, als müsse man "keinen" zwingend durch
'nicht' ersetzen,
MUSEN nicht.
Post by Christina Kunze
schon weil vor dem Substantiv ein Artikel steht.
Mein Sprachgefühl gibt Dir recht, aber eine Regel dazu kenne ich nicht.
Vielleicht gibt es ja überhaupt keine?

Ich halbe obigen fraglichen Satz für völlig unauffällig.
Diedrich Ehlerding
2017-09-19 16:18:03 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Martin Gerdes
Post by Christina Kunze
"Einen Listenplatz hat er ... keinen."
Mir kam und kommt es so vor, als müsse man "keinen" zwingend durch
'nicht' ersetzen,
MUSEN nicht.
Post by Christina Kunze
schon weil vor dem Substantiv ein Artikel steht.
Mein Sprachgefühl gibt Dir recht, aber eine Regel dazu kenne ich nicht.
Vielleicht gibt es ja überhaupt keine?
Ich halbe obigen fraglichen Satz für völlig unauffällig.
Unauffällig wäre für mich allenfalls "Listenplatz hat er keinen", aber
nicht "einen Listenplatz hat er keinen". Es heißt ja auch un nicht
verdrehter, unmarkierter Wortstellung nicht "er hat einen keinen Listen
platz", sondern nur "er hat keinen Listenplatz"; m.a.W. MUSE beanstandet
die Kombination "einen ... keinen" und wünscht sich entweder "hat keinen"
oder "hat nicht einen".

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Heinz Lohmann
2017-09-20 01:38:53 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Diedrich Ehlerding
Unauffällig wäre für mich allenfalls "Listenplatz hat er keinen",
Das find ich aber sehr auffällig!
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Ram
2017-09-20 03:12:25 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Post by Diedrich Ehlerding
Unauffällig wäre für mich allenfalls "Listenplatz hat er keinen",
Das find ich aber sehr auffällig!
Ich habe nun noch einmal etwas recherchiert und eine
Belegstelle für »einen« - »keinen« gefunden:

»einen Vater hatte sie keinen.«

"Die Harfenjule" - Klabund

Belegstellen für »Ø« - »kein...«:

»Mag man doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine.«

"Wilhelm Meisters Wanderjahre" - Johann Wolfgang Goethe

»Schuhe hatte sie keine.«

"Amerika" - Franz Kafka

»Nachrichten hatte er keine.«

"Quo vadis?" - Henryk Sienkiewicz
Martin Gerdes
2017-09-20 16:23:30 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Diedrich Ehlerding
"Einen Listenplatz hat er ... keinen."
Ich halte obigen fraglichen Satz für völlig unauffällig.
Unauffällig wäre für mich allenfalls "Listenplatz hat er keinen", aber
nicht "einen Listenplatz hat er keinen".
Offensichtlich unterscheidet sich das Sprachempfinden unterschiedlicher
Leute.


"Einen Sitzplatz hatten wir zwar keinen, aber immerhin einen Stehplatz."

MUSEN ist dieser Satz völlig unauffällig.
Diedrich Ehlerding
2017-09-20 16:49:40 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Martin Gerdes
Post by Diedrich Ehlerding
Unauffällig wäre für mich allenfalls "Listenplatz hat er keinen", aber
nicht "einen Listenplatz hat er keinen".
Offensichtlich unterscheidet sich das Sprachempfinden unterschiedlicher
Leute.
Offensichtlich.
Post by Martin Gerdes
"Einen Sitzplatz hatten wir zwar keinen, aber immerhin einen Stehplatz."
MUSEN ist dieser Satz völlig unauffällig.
Je nun, dass ich ihn nicht goutiere, hatte ich ja schon angedeutet, und
ganz allein scheint MUSE damit nicht zu sein. "Sitzplatz hatten wir
keinen" ist einfach eine Umsortierung der Wörter aus dem unmarkierten "wir
hatten keinen Sitzplatz", diese Version und die Alternative "einen
Sitzplatz hatten wir nicht" sind für mich die Alternativen der Wahl.
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
x***@gmail.com
2017-09-20 22:31:28 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Martin Gerdes
"Einen Sitzplatz hatten wir zwar keinen, aber immerhin einen Stehplatz."
MUSEN ist dieser Satz völlig unauffällig.
Je nun, dass ich ihn nicht goutiere, hatte ich ja schon angedeutet, und
ganz allein scheint MUSE damit nicht zu sein. "Sitzplatz hatten wir
keinen" ist einfach eine Umsortierung der Wörter aus dem unmarkierten "wir
hatten keinen Sitzplatz", diese Version und die Alternative "einen
Sitzplatz hatten wir nicht" sind für mich die Alternativen der Wahl.
Es gibt, und es macht mir über die Maßen Beschwer, das zum
wiederholten Male anmerken zu müssen, immer nur eine Alternative - FR
Matthias Opatz
2017-09-26 11:27:58 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Martin Gerdes
Ich halbe obigen fraglichen Satz für völlig unauffällig.
Hm. Dreh den Satz doch mal um: Keinen Listenplatz hat er einen.

Oder: Kein Haus hab ich eins.

Nee.

MUSEN: Haus hab ich keins, Aber Wohnungen hab ich eine, zwei, drei ...

Wieviele keine Häuser hast Du?

Matthias
Michael Pachta
2017-09-26 12:29:52 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Matthias Opatz
MUSEN: Haus hab ich keins, Aber Wohnungen hab ich eine, zwei, drei ...
Wieviele keine Häuser hast Du?
- Ich habe fünf Häuser. Und du?
- Fünf Häuser habe ich zwar keine, aber immerhin drei.

Klingt noch halbwegs unauffällig.
Martin Gerdes
2017-09-27 15:50:18 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Matthias Opatz <***@invalid.invalid> schrieb:

| "Einen Listenplatz hat er ... keinen."
Post by Matthias Opatz
Ich halte obigen fraglichen Satz für völlig unauffällig.
Hm. Dreh den Satz doch mal um: Keinen Listenplatz hat er einen.
Wozu sollte ich den Satz umdrehen?

Drehst Du auch Deine Kaffeetasse um und "beweist" damit, daß sie in
ihrer Normallage nicht als Trinkgefäß dienen kann?
Jakob Achterndiek
2017-09-27 17:25:50 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Martin Gerdes
| "Einen Listenplatz hat er ... keinen."
Post by Matthias Opatz
Ich halte obigen fraglichen Satz für völlig unauffällig.
Hm. Dreh den Satz doch mal um: Keinen Listenplatz hat er einen.
Wozu sollte ich den Satz umdrehen?
Drehst Du auch Deine Kaffeetasse um und "beweist" damit, daß sie in
ihrer Normallage nicht als Trinkgefäß dienen kann?
Versuch mal, Opatzens Kaffeetasse _topologisch_ umzudrehen. Dann
hat er die Bemalung und den Henkel innen. Das Ergebnis: Trinken
kann er damit noch irgendwie; aber bevor er die Tasse anfassen
kann, ist der Kaffee kalt.
--
j/\a
Helmut Richter
2017-09-27 18:15:40 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Martin Gerdes
Post by Matthias Opatz
Hm. Dreh den Satz doch mal um: Keinen Listenplatz hat er einen.
Wozu sollte ich den Satz umdrehen?
Fast jeder deutsche Satz lässt sich ohne Veränderung der Menge und Form
der enthaltenen Wörter umdrehen.

Ohne Veränderung der Menge und Form der enthaltenen Wörter lässt sich
fast jeder deutsche Satz umdrehen.

Umdrehen lässt sich ohne Veränderung der Menge und Form der enthaltenen
Wörter fast jeder deutsche Satz.

Umdrehen lässt sich fast jeder deutsche Satz ohne Veränderung der Menge
und Form der enthaltenen Wörter.

Deswegen kann es durchaus eine sinnvolle Aktion sein, einen Satz
versuchsweise umzudrehen und dabei die Wörter alle wieder ohne
Veränderung ihrer Form unterzubringen. Wenn das gelingt oder misslingt,
muss das nichts beweisen, kann aber durchaus ein sinnvoller Hinweis auf
fehlende oder wie hier überzählige Wörter sein.

Der Satz ohne das "einen" lässt sich willig umdrehen, der mit "nicht"
und "einen" auch, aber der mit "einen" und "keinen" lässt das nicht zu.
Wie gesagt, allein kein Beweis, aber durchaus ein Hinweis.

Die einzige Ausnahme zur Invarianz von Wortmenge und Wortformen beim
Umdrehen ist das einleitende "es", das wegfällt, wenn es keine andere
syntaktische Funktion im Satz hat:

Es lässt sich fast jeder deutsche Satz ohne Veränderung der Menge und
Form der enthaltenen Wörter umdrehen.

Redundantes "einen" neben "keinen" wäre eine weitere Ausnahme. Dass es
keine ist, entscheide ich aber nicht aufgrund der fehlenden Invarianz,
sondern nach Sprachgefühl.
--
Helmut Richter
Martin Gerdes
2017-09-29 08:19:21 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Helmut Richter
Post by Martin Gerdes
Post by Matthias Opatz
Hm. Dreh den Satz doch mal um: Keinen Listenplatz hat er einen.
Wozu sollte ich den Satz umdrehen?
Fast jeder deutsche Satz lässt sich ohne Veränderung der Menge und Form
der enthaltenen Wörter umdrehen.
Eben: Fast jeder.
Post by Helmut Richter
Deswegen kann es durchaus eine sinnvolle Aktion sein, einen Satz
versuchsweise umzudrehen ...
Der Satz ohne das "einen" lässt sich willig umdrehen, der mit "nicht"
und "einen" auch, aber der mit "einen" und "keinen" lässt das nicht zu.
Wie gesagt, allein kein Beweis, aber durchaus ein Hinweis.
Möglicherweise liegt das daran, daß das Wort "ein" (und Ableitungen)
einerseits unbestimmter Artikel sein kann, andererseits Zahlwort.

In der Wendung "einen Listenplatz ..." ist das Wort "einen"
normalerweise Artikel, in der Wendung "... hat er (k)einen." ist
"(k)einen" aber Zahlwort.
Jakob Achterndiek
2017-09-29 10:05:24 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Martin Gerdes
Möglicherweise liegt das daran, daß das Wort "ein" (und Ableitungen)
einerseits unbestimmter Artikel sein kann, andererseits Zahlwort.
In der Wendung "einen Listenplatz ..." ist das Wort "einen"
normalerweise Artikel, in der Wendung "... hat er (k)einen." ist
"(k)einen" aber Zahlwort.
Das ist - ähnlich wie bei manchen Kreditkarten - ein Fall von
kontaktloser Übertragung von Eigenschaften: "Kein" ist zwar
nicht eigentlich ein Zahlwort, sondern ein Quantifizierungs-
Attribut wie "wenige - etliche - viele" und andere mehr. Aber
es macht aus dem unbestimmten Artikel vor dem Nomen, FALLS
dort einer steht, ein Zahlwort. Das wird dann in der Einzahl
ebenso unsinnig wie in der Mehrzahl, selbst wenn die Mengen-
angaben einander nicht (wie bei "ein - kein") widersprechen:
"Drei Listenplätze haben sie mehrere."

Apricot* "kein":
"In keinster Weise" habe ich erst kürzlich wieder in unserem
regionalen Käsblatt gelesen. Möcht sein, daß der eine oder
andere solchen Nonsens inzwischen nicht mehr als Sprach-Jux*,
sondern als "unauffällig" empfindet. Und es werden mehr werden,
da diese Zeitung sich selbst als "Zeitung für die Schule"
empfiehlt.

* Anmerkung für Anironiker: Keine - ätsch!
--
j/\a
U***@web.de
2017-09-29 12:54:20 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Jakob Achterndiek
"Kein" ist zwar
nicht eigentlich ein Zahlwort, sondern ein Quantifizierungs-
Attribut wie "wenige - etliche - viele" und andere mehr. Aber
es macht aus dem unbestimmten Artikel vor dem Nomen, FALLS
dort einer steht, ein Zahlwort.
Die Sache scheint mir noch komplizierter zu sein,
wenn das Substantiv nicht oder nicht gut zählbar ist,
wenn ich also kein Geld, keinen Zucker und kein Mehl habe.

Oder meintest Du das damit, daß die Nullzahlfunktion
bei Unzählbarem oder Ungezähltem einer eher
allgemein gehaltenen
Nullquantifizierung weiche?

Gruß, ULF
Helmut Richter
2017-09-29 13:57:52 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
"Kein" ist zwar
nicht eigentlich ein Zahlwort, sondern ein Quantifizierungs-
Attribut wie "wenige - etliche - viele" und andere mehr. Aber
es macht aus dem unbestimmten Artikel vor dem Nomen, FALLS
dort einer steht, ein Zahlwort.
Die Sache scheint mir noch komplizierter zu sein,
wenn das Substantiv nicht oder nicht gut zählbar ist,
wenn ich also kein Geld, keinen Zucker und kein Mehl habe.
Die Sprecher des Bairischen habens da einfacher: die können auch ein
Geld, einen Zucker oder ein Mehl haben, ebenso ein Glück.

Aber auch im Deutsches ist es nicht einfach: Bildet man sich durch viel
Lesen oder durch vieles Lesen? Und warum sagt man "Vielen Dank!" wo Dank
kaum zählbar ist, es also "Viel Dank!" heißen müsste?

--
Helmut Richter
Bertel Lund Hansen
2017-09-29 14:44:02 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Helmut Richter
Die Sprecher des Bairischen habens da einfacher: die können
auch ein Geld, einen Zucker oder ein Mehl haben, ebenso ein
Glück.
"En penge" sagen wir nur im Spass, "en sukker/en mel" habe ich
nicht gehört, aber "et held" (ein Glück) kommt in sehr
gewöhnlichen Ausdrücken vor:

Sikke et held! (Welches Glück)
Det var et held. (Das war ein Glück)
--
/Bertel
U***@web.de
2017-09-29 17:14:36 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Helmut Richter
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
"Kein" ist zwar
nicht eigentlich ein Zahlwort, sondern ein Quantifizierungs-
Attribut wie "wenige - etliche - viele" und andere mehr. Aber
es macht aus dem unbestimmten Artikel vor dem Nomen, FALLS
dort einer steht, ein Zahlwort.
Die Sache scheint mir noch komplizierter zu sein,
wenn das Substantiv nicht oder nicht gut zählbar ist,
wenn ich also kein Geld, keinen Zucker und kein Mehl habe.
Die Sprecher des Bairischen habens da einfacher: die können auch ein
Geld, einen Zucker oder ein Mehl haben,
Zum Geld/Göld schrieb ich letztens.
Post by Helmut Richter
ebenso ein Glück.
Hast Du ein Glück!

Gruß, ULF
Stefan Schmitz
2017-10-03 21:02:34 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Helmut Richter
Aber auch im Deutsches ist es nicht einfach: Bildet man sich durch viel
Lesen oder durch vieles Lesen? Und warum sagt man "Vielen Dank!" wo Dank
kaum zählbar ist, es also "Viel Dank!" heißen müsste?
Sicher ist der zählbar. Darum sagt man ja auch "Tausend Dank!" und erspart sich
damit den Aufwand, 1000 mal "Danke" zu sagen.

Allerdings ist "Vielen Dank" trotzdem systemwidrig, weil bei zählbaren Dingen
sonst der Plural verwendet wird. Warum also nicht "Viele Danke"?
Bertel Lund Hansen
2017-10-03 21:58:58 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Allerdings ist "Vielen Dank" trotzdem systemwidrig, weil bei zählbaren Dingen
sonst der Plural verwendet wird.
Ich habe nie Danke gezählt.

Duden schreibt unter "Dank" u.a.:

vielen, herzlichen, tausend Dank!; hab[t] Dank!;

Vieleicht ist "Habt" hinzugedacht? Und unter "Grammatik" sieht
man, das Plural von "Dank" gar nicht existiert.
--
/Bertel - aus Dänemark
Juergen Barsuhn
2017-10-04 22:40:21 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Stefan Schmitz
Allerdings ist "Vielen Dank" trotzdem systemwidrig, weil bei zählbaren Dingen
sonst der Plural verwendet wird.
Nicht wirklich. Vielen Dank ist ein Akkusativ Plural, kurz etwa für "Ich
sage (vielen) Dank" Dank ist dabei ein Substantiv mit identischem
Singular und Plural. Solche Ausdrücke gehen wohl noch auf Zeiten zurück,
bevor grammatische Regelwerke ihre prägende Kraft entwickeln konnten.

Im Schwedischen sagt man in gleicher Bedeutung
många tack
tack så mycket
also einmal die Pluralform, dann die Singularform von viel.

Aber auch folgendes meine ich gelesen zu haben:
tusen tack
hjärtligt tack
aber vielleicht irre ich mich da.
Post by Bertel Lund Hansen
Ich habe nie Danke gezählt.
vielen, herzlichen, tausend Dank!; hab[t] Dank!;
Vieleicht ist "Habt" hinzugedacht? Und unter "Grammatik" sieht
man, das Plural von "Dank" gar nicht existiert.
Ist vielleicht danke eine alte Pluralform von Dank?

Gruß
Jürgen
Bertel Lund Hansen
2017-10-05 07:26:08 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Juergen Barsuhn
Im Schwedischen sagt man in gleicher Bedeutung
många tack
tack så mycket
also einmal die Pluralform, dann die Singularform von viel.
Auf Dänisch "mange tak". Wir haben keinen Ausdruck, der "tack så
mycket" entspricht.
Post by Juergen Barsuhn
tusen tack
hjärtligt tack
aber vielleicht irre ich mich da.
Ich glaube nicht, dass du dich irrst. Beide Ausdrücke sind im
Dänischen völlig normal ("tusind tak", "hjertelig tak"). Auch
"mange tusind tak" kommt vor.
Post by Juergen Barsuhn
Post by Bertel Lund Hansen
Vieleicht ist "Habt" hinzugedacht? Und unter "Grammatik" sieht
man, das Plural von "Dank" gar nicht existiert.
Ist vielleicht danke eine alte Pluralform von Dank?
Würde Duden das nicht bemerken?
--
/Bertel - aus Dänemark
Juergen Barsuhn
2017-10-05 15:38:21 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Bertel Lund Hansen
Im Schwedischen ....
.....
Post by Bertel Lund Hansen
tusen tack
hjärtligt tack
aber vielleicht irre ich mich da.
Ich glaube nicht, dass du dich irrst. Beide Ausdrücke sind im
Dänischen völlig normal ("tusind tak", "hjertelig tak"). Auch
"mange tusind tak" kommt vor.
Ist denn tack ein Neutrum? Im Dänischen scheint es ein Utrum zu sein, daher
hjertelig tak
Dagegen behaupte ich auf Schwedisch
hjärtligt tack

Gruß
Jürgen
Bertel Lund Hansen
2017-10-05 16:01:18 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Juergen Barsuhn
Ist denn tack ein Neutrum?
Diese Wikipediaseite bestätigt, dass es im Schwedischen Neutrum
ist:

https://sv.wiktionary.org/wiki/tacket

tacket
1. böjningsform av tack
(böjningsform = Beugungsform)

Im Dänischen ist es Utrum. Es ist möglich ein Satz zu
sehen/hören, wo es sieht aus, als ob es Neutrum ist, aber das ist
ein Spezialfall, wo "et" (Neutrumsartikel) nicht zu "tak" gehört,
nähmlich wenn man das Wort als 'Gegenstand' benutzt. Beispiel:

Der skal lyde et tak for dit arbejde.

(vieleicht schlecht übersetzt:)

Es soll ein Dank für deine Arbeit klingen.

Statt "tak" könnte man andere Wörter einsetzen, und in jedem Fall
steht da "et", unangesehen welches Geschlecht das Wort hat.
--
/Bertel - aus Dänemark
U***@web.de
2017-10-04 14:11:40 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Stefan Schmitz
Post by Helmut Richter
Aber auch im Deutsches ist es nicht einfach: Bildet man sich durch viel
Lesen oder durch vieles Lesen? Und warum sagt man "Vielen Dank!" wo Dank
kaum zählbar ist, es also "Viel Dank!" heißen müsste?
Sicher ist der zählbar. Darum sagt man ja auch "Tausend Dank!"
Auch hier der singuläre Ersatzplural wie bei
tausend Mann.
Post by Stefan Schmitz
und erspart sich
damit den Aufwand, 1000 mal "Danke" zu sagen.
Allerdings ist "Vielen Dank" trotzdem systemwidrig, weil bei zählbaren Dingen
sonst der Plural verwendet wird. Warum also nicht "Viele Danke"?
Der aechte Plural scheint ungebräuchlich zu sein.

Die aechte Entsprechung für Unzählbares,
viel Ärger, viel Dank (s.o.), auch.

Gruß, ULF
Christina Kunze
2017-10-04 19:58:57 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Post by Helmut Richter
Aber auch im Deutsches ist es nicht einfach: Bildet man sich durch viel
Lesen oder durch vieles Lesen? Und warum sagt man "Vielen Dank!" wo Dank
kaum zählbar ist, es also "Viel Dank!" heißen müsste?
Sicher ist der zählbar. Darum sagt man ja auch "Tausend Dank!"
Auch hier der singuläre Ersatzplural wie bei
tausend Mann.
Post by Stefan Schmitz
und erspart sich
damit den Aufwand, 1000 mal "Danke" zu sagen.
Allerdings ist "Vielen Dank" trotzdem systemwidrig, weil bei zählbaren Dingen
sonst der Plural verwendet wird. Warum also nicht "Viele Danke"?
Nun ist Dank aber nicht zählbar. Dann stimmt es nämlich wieder.

chr
Helmut Richter
2017-10-05 08:04:28 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by U***@web.de
Post by Stefan Schmitz
Post by Helmut Richter
Aber auch im Deutsches ist es nicht einfach: Bildet man sich durch viel
Lesen oder durch vieles Lesen? Und warum sagt man "Vielen Dank!" wo Dank
kaum zählbar ist, es also "Viel Dank!" heißen müsste?
Sicher ist der zählbar. Darum sagt man ja auch "Tausend Dank!"
Auch hier der singuläre Ersatzplural wie bei
tausend Mann.
Post by Stefan Schmitz
und erspart sich
damit den Aufwand, 1000 mal "Danke" zu sagen.
Allerdings ist "Vielen Dank" trotzdem systemwidrig, weil bei
zählbaren Dingen
sonst der Plural verwendet wird. Warum also nicht "Viele Danke"?
Nun ist Dank aber nicht zählbar. Dann stimmt es nämlich wieder.
chr
Stefan Ram
2017-09-18 13:56:57 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."
»keinen« ist erlaubt.

»CHARON. Ich auch nicht. Du hast in Deutschland jetzt
ein Geträtsch mit einem gewissen Wieland?
MERKURIUS. Ich kenn so keinen.«

"Götter, Helden und Wieland" - Johann Wolfgang Goethe

»FIESCO. Merkt Verrina keine Veränderung an seinem
Freunde? VERRINA zurückhaltend. Ich wünsche keine.«

"Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" - Friedrich
Schiller

»sie macht eine Figur, aber sie hat keine.«

"Irrungen, Wirrungen" - Theodor Fontane
Christina Kunze
2017-09-18 13:58:40 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Stefan Ram
Post by U***@web.de
"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."
»keinen« ist erlaubt.
»CHARON. Ich auch nicht. Du hast in Deutschland jetzt
ein Geträtsch mit einem gewissen Wieland?
MERKURIUS. Ich kenn so keinen.«
"Götter, Helden und Wieland" - Johann Wolfgang Goethe
»FIESCO. Merkt Verrina keine Veränderung an seinem
Freunde? VERRINA zurückhaltend. Ich wünsche keine.«
"Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" - Friedrich
Schiller
»sie macht eine Figur, aber sie hat keine.«
"Irrungen, Wirrungen" - Theodor Fontane
Das sind komplett andere Konstruktionen, in denen es natürlich "keine$"
heißen darf.

chr
Michael Pachta
2017-09-18 17:13:15 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
las die Tage in einer Zeitung, die aus
"Einen Listenplatz hat er [etwa: in Ermangelung einer
Landesliste seiner politischen Formation] keinen."
Für mich völlig unauffällig. Ich bin vom Niederrhein, jetzt aber in Kiel.
Loading...