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Lybien!
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Heinz Lohmann
2017-08-12 06:32:17 UTC
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Gestern (11.08.2017) in der Tagesschau:
Linda Zervakis sagt *Libien*,
danach aber sind sich Kommentatorin und Kanzlerin einig:
*Lybien* und *lybisch*.

Lt. Duden 6 Aussprache (1990):
ˈliːby̆ən
Wikipedia biete gleich drei Möglichkeiten fürs Deutsche:
[ˈliːbi̯ən]/[ˈliːby̆ən]/[ˈlyːbi̯ən]

Wenn man mal nach "Lybien" googelt, findet man neben der TAZ "Lybien -
Ausgewählte Artikel zum Stichwort Lybien"
https://www.taz.de/!t5056741/

... und auch bei der SPD-Bundestagsfraktion:
http://www.spdfraktion.de/term/1420

... noch so manche andere mehr oder weniger seriöse Seite, wo Lybien in
der Titelseite des Browsers noch auftaucht, im Text wegkorrigiert würde.

Der Schweizer Tagesanzeiger meinte dazu 2011:
"Wer richtig «Libyen» schreibt, kann allenfalls «Libüen» aussprechen.
Leicht über die Lippen geht das nicht."
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Lybien-Libyen-Libueen/story/13432698

Die Aussprache Lybien (y=ü) scheint sich dermaßen eingebürgert zu haben,
dass man es auch gleich so schreiben könnte.
Wenn's nach Kanzlerin und Kommentatorin geht, dann ist die "falsche"
Schreibung Lybien nur logisch.

Wie spricht's denn Volkes Mund?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Lars Bräsicke
2017-08-12 06:38:23 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Linda Zervakis sagt *Libien*,
*Lybien* und *lybisch*.
ˈliːby̆ən
[ˈliːbi̯ən]/[ˈliːby̆ən]/[ˈlyːbi̯ən]
Wenn man mal nach "Lybien" googelt, findet man neben der TAZ "Lybien -
Ausgewählte Artikel zum Stichwort Lybien"
https://www.taz.de/!t5056741/
http://www.spdfraktion.de/term/1420
... noch so manche andere mehr oder weniger seriöse Seite, wo Lybien in
der Titelseite des Browsers noch auftaucht, im Text wegkorrigiert würde.
"Wer richtig «Libyen» schreibt, kann allenfalls «Libüen» aussprechen.
Leicht über die Lippen geht das nicht."
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Lybien-Libyen-Libueen/story/13432698
Die Aussprache Lybien (y=ü) scheint sich dermaßen eingebürgert zu haben,
dass man es auch gleich so schreiben könnte.
Wenn's nach Kanzlerin und Kommentatorin geht, dann ist die "falsche"
Schreibung Lybien nur logisch.
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Ein y kann auch konsonantisch gesprochen werden, ergo [ˈliːbjən].
Andreas Karrer
2017-08-12 16:04:55 UTC
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Post by Heinz Lohmann
"Wer richtig «Libyen» schreibt, kann allenfalls «Libüen» aussprechen.
Leicht über die Lippen geht das nicht."
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Lybien-Libyen-Libueen/story/13432698
In der Schweiz ist die Aussprache i für unbetonte griechische y nicht
unüblich und war früher noch häufiger. In Bern, scheint mir, ist das
noch häufiger als hier in Zürich, Nähe zum Französischen
vielleicht.

Fast ausschliesslich i bei der Vorsilbe poly- (nicht nur bei der
Poliklinik, die eh kein y hat) und oxydieren (das man auch in der
Fachsprache, im Ggs zum Oxid, mit y schreibt), Syphilis.

Sehr üblich bei Ägypten, Zylinder, Zephyr.

Manchmal noch bei System, Symbol, Symptom, synchron, Hygiene, Gymnasium
(die volkstümliche Abkürzung ist Gimi (oder, in Bern, Gimer (m.))).

Selten, aber auch von Fachleuten: Physik, Leukozyt.

Nie bei psych-, physio-, pyro-, Thymian, Thyristor, Thyphus, Analyse,
Pseudonym.

Entsprechend gibt es einige Tagesschausprecher, die Libien sagen.
Mindestens eine, die Libüen sagt. Lübien sagt glaub ich keiner, das
lernen die in der Sprechschule.

- Andi
Klaus Pommerening
2017-08-13 07:16:05 UTC
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Post by Andreas Karrer
Post by Heinz Lohmann
"Wer richtig «Libyen» schreibt, kann allenfalls «Libüen» aussprechen.
Leicht über die Lippen geht das nicht."
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Lybien-Libyen-Libueen/story/13432698
In der Schweiz ist die Aussprache i für unbetonte griechische y nicht
unüblich und war früher noch häufiger. In Bern, scheint mir, ist das
noch häufiger als hier in Zürich, Nähe zum Französischen
vielleicht.
...
Wie spricht der Schweizer denn Schwyz, Pfyn oder Rhy (Staa am Rhy)
aus?
--
Klaus Pommerening
Jedes Problemli het zwöi siite: die fauschi ond üsi.
Andreas Karrer
2017-08-13 13:35:24 UTC
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Post by Klaus Pommerening
Post by Andreas Karrer
In der Schweiz ist die Aussprache i für unbetonte griechische y nicht
unüblich und war früher noch häufiger. In Bern, scheint mir, ist das
noch häufiger als hier in Zürich, Nähe zum Französischen
vielleicht.
...
Wie spricht der Schweizer denn Schwyz, Pfyn oder Rhy (Staa am Rhy)
aus?
Mit langem i. Übrigens auch bei Wyhl am Kaiserstuhl in D.

Nur sind das natürlich keine griechischen y, sondern alemannische. Es gibt
ja für die Schweizer Dialekte keine festgelegte Orthographie, und in
manchen Gegenden (vor allem Basel) ist es üblich geworden, das lange i als
y zu schreiben. Die Stadt liegt am Rhy, die Novartis in Klybeck, die
teuerste Schweizer Briefmarke ist das Basler Dybli (Täubchen) usw.

In Zürich schreibt man eher ii. "ie" benutzt man nicht für das lange i,
weil man das für den i-e-Diphthong benötigt.

- Andi
Detlef Meißner
2017-08-12 06:39:50 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Die Aussprache Lybien (y=ü) scheint sich dermaßen eingebürgert zu haben,
dass man es auch gleich so schreiben könnte.
Wenn's nach Kanzlerin und Kommentatorin geht, dann ist die "falsche"
Schreibung Lybien nur logisch.
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Lübien

Detlef
H.-P. Schulz
2017-08-12 08:14:45 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Wohl eher etwas Richtung "Lübien" (weil man vielleicht Lübke oder
Lübzer Bier kennt).

Mein Mund spricht seit längerem "Libüien" mit leichter Betonung auf
dem ü. Das ist der Trick: Das -en zu einem viel gängigeren und auch
üblicheren -ien erweitern. -ien ist eine überaus häufige
Ländernamenableitung: Australien, Italien, Argentinien, Spanien ...
Und schon klappt 's!
U***@web.de
2017-08-12 08:29:45 UTC
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Moin,
Post by H.-P. Schulz
Mein Mund spricht seit längerem "Libüien" mit leichter Betonung auf
dem ü. Das ist der Trick: Das -en zu einem viel gängigeren und auch
üblicheren -ien erweitern. -ien ist eine überaus häufige
Ländernamenableitung: Australien, Italien, Argentinien, Spanien ...
Und schon klappt 's!
Libűjen?

Gruß, ULF
Peter Veith
2017-08-12 08:34:12 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Wohl eher etwas Richtung "Lübien" (weil man vielleicht Lübke oder
Lübzer Bier kennt).
In meinem Heimatdorf (ST) ist eher "Lüübchen" gebräuchlich.

Analog "Australchen", "Italchen" etc.

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Matthias Opatz
2017-08-14 15:22:16 UTC
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Post by Peter Veith
Post by H.-P. Schulz
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Wohl eher etwas Richtung "Lübien" (weil man vielleicht Lübke oder
Lübzer Bier kennt).
In meinem Heimatdorf (ST) ist eher "Lüübchen" gebräuchlich.
Analog "Australchen", "Italchen" etc.
Üdalchn, Ürrland, Ülmenau. Ürchntwie ürre!

(funktioniert keineswegs mit jedem i)

Matthias
Quinn C
2017-08-14 16:39:47 UTC
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Raw Message
Post by Matthias Opatz
Post by Peter Veith
Post by H.-P. Schulz
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Wohl eher etwas Richtung "Lübien" (weil man vielleicht Lübke oder
Lübzer Bier kennt).
In meinem Heimatdorf (ST) ist eher "Lüübchen" gebräuchlich.
Analog "Australchen", "Italchen" etc.
Üdalchn, Ürrland, Ülmenau. Ürchntwie ürre!
(funktioniert keineswegs mit jedem i)
Vor r ist das jedenfalls sehr verbreitet. Der Vorname "Bürgit" war
in meiner Heimat nicht selten.
--
GOGELICH,gogelig, (...) 'fröhlich, lustig, ausgelassen'
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Martin Gerdes
2017-08-15 22:50:37 UTC
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Post by Matthias Opatz
Post by Peter Veith
Post by H.-P. Schulz
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Unbedingt ü.
Post by Matthias Opatz
Post by Peter Veith
Post by H.-P. Schulz
Wohl eher etwas Richtung "Lübien" (weil man vielleicht Lübke oder
Lübzer Bier kennt).
In meinem Heimatdorf (ST) ist eher "Lüübchen" gebräuchlich.
Analog "Australchen", "Italchen" etc.
Üdalchn, Ürrland, Ülmenau. Ürchntwie ürre!
(funktioniert keineswegs mit jedem i)
Aber müt den allermeisten.

Die Leute hier (speziell die Frauen) überartikulieren i (ü) und sch.

Superbeispiel hierfür ist das Wort "Schüppe", in ihm kommen gleich beide
Laute vor. Bei dieser Überartikulation stülpen sie die Lippen
rüsselartig vor, was ihnen auf längere Sicht die hochgeliebten
Tabaksbeutelfalten um den Mund beschert.

Man schaue sich diesbezüglich mal die Mundpartie der
Verteidigungsministerin an (Ich habe hier

Loading Image...

mal ein Bild hochgeladen, bei dem man das trotz vieler Schminke deutlich
sieht).

Kurz gesagt: i statt ü hält Falten fern, ü statt i macht alt :-)
Frank Hucklenbroich
2017-08-12 12:44:23 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Die Aussprache Lybien (y=ü) scheint sich dermaßen eingebürgert zu haben,
dass man es auch gleich so schreiben könnte.
Wenn's nach Kanzlerin und Kommentatorin geht, dann ist die "falsche"
Schreibung Lybien nur logisch.
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Ich kenne die Aussprache ausschließlich als "Lübien". Spätestens seit Mitte
der 80er Jahre, als das Land wegen Gaddhaffi oft in den Medien erwähnt
wurde. Da liegt die Fehlschreibung "Lybien" natürlich nahe.

Grüße,

Frank
Martin Gerdes
2017-08-12 13:16:42 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Linda Zervakis sagt *Libien*,
*Lybien* und *lybisch*.
Alte Sache. Gemessen an der Häufigkeit der Schreibung "Lybien" hätte man
sie in den Kanon BRaZ aufnehmen müssen. Bei "nummerieren" war just das
ja auch das wesentliche Argument.
Post by Heinz Lohmann
"Wer richtig «Libyen» schreibt, kann allenfalls «Libüen» aussprechen.
Leicht über die Lippen geht das nicht."
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Lybien-Libyen-Libueen/story/13432698
I beg to differ.
"Lib-jen" geht mir einfach über die Lippen. Muß man das y hier wie ü
sprechen? Asiatischer Büffel -> Üak? Segelboot -> Üacht?
Post by Heinz Lohmann
Wenn's nach Kanzlerin und Kommentatorin geht, dann ist die "falsche"
Schreibung Lybien nur logisch.
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Auch so.
Heinz Lohmann
2017-08-12 15:28:37 UTC
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Post by Martin Gerdes
Post by Heinz Lohmann
Linda Zervakis sagt *Libien*,
*Lybien* und *lybisch*.
Alte Sache. Gemessen an der Häufigkeit der Schreibung "Lybien" hätte man
sie in den Kanon BRaZ aufnehmen müssen. Bei "nummerieren" war just das
ja auch das wesentliche Argument.
Na, das wär doch was für die nächste Reform, als sogenannte Kanzlerlautung!
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Manfred Hoß
2017-08-12 13:54:48 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Linda Zervakis sagt *Libien*,
*Lybien* und *lybisch*.
ˈliːby̆ən
[ˈliːbi̯ən]/[ˈliːby̆ən]/[ˈlyːbi̯ən]
Wenn man mal nach "Lybien" googelt, findet man neben der TAZ "Lybien -
Ausgewählte Artikel zum Stichwort Lybien"
https://www.taz.de/!t5056741/
http://www.spdfraktion.de/term/1420
... noch so manche andere mehr oder weniger seriöse Seite, wo Lybien in
der Titelseite des Browsers noch auftaucht, im Text wegkorrigiert würde.
"Wer richtig «Libyen» schreibt, kann allenfalls «Libüen» aussprechen.
Leicht über die Lippen geht das nicht."
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Lybien-Libyen-Libueen/story/13432698
Die Aussprache Lybien (y=ü) scheint sich dermaßen eingebürgert zu haben,
dass man es auch gleich so schreiben könnte.
Wenn's nach Kanzlerin und Kommentatorin geht, dann ist die "falsche"
Schreibung Lybien nur logisch.
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Gefühlt bis zur Jahrtausendwende habe ich nur Lübien gehört, erst danach
kam Libien auf. Libüen hingegen ist mir nie begegnet. Wen wunderts, es ist
wohl für die meisten ein Zungenbrecher.

Gruß
Manfred.
U***@web.de
2017-08-12 14:26:30 UTC
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Moin,
Post by Manfred Hoß
Gefühlt bis zur Jahrtausendwende habe ich nur Lübien gehört, erst danach
kam Libien auf. Libüen hingegen ist mir nie begegnet.
Ist wohl die mazirische Variante. https://de.wikipedia.org/wiki/Libyen
Post by Manfred Hoß
Wen wunderts, es ist
wohl für die meisten ein Zungenbrecher.
Wer (von den Rundfunksprechern) kann hier
schon Mazirisch? https://de.wikipedia.org/wiki/Tamazight

Gruß, ULF
Roland Franzius
2017-08-12 15:04:35 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Manfred Hoß
Gefühlt bis zur Jahrtausendwende habe ich nur Lübien gehört, erst danach
kam Libien auf. Libüen hingegen ist mir nie begegnet.
Ist wohl die mazirische Variante. https://de.wikipedia.org/wiki/Libyen
Libya ist die griechische Bezeichnung für Nordafrika. Sie wurde beim
Unabhängigkeitskampf gegen Osmanen und Italiener als einigende
Bezeichung für die Kyrenaike und die Tripolitania von den Senoussis
wieder aufgegriffen.

Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten, die die schriftliche Differenzierung der Laute in den
altgriechischen Texten auch mündlich im Unterricht einführten, um die
Etymologie der attischen Sprache im Lehrdialog und beim Vorlesen für den
Hörer transparent zu machen.

Alle Mittelmeeranrainer sprechen Siria, Libia und Egipt, nur das
deutsche TV-Commentariat befleißigt sich aus unerfündlichen Grinden der
Lutherschen Lautgebung des griechischen NT mit Ägypten, Syrien und Libyen.
--
Roland Franzius
U***@web.de
2017-08-12 15:34:01 UTC
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Raw Message
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten, die die schriftliche Differenzierung der Laute in den
altgriechischen Texten auch mündlich im Unterricht einführten, um die
Etymologie der attischen Sprache im Lehrdialog und beim Vorlesen für den
Hörer transparent zu machen.
Hat sich offenbar so eingebürgert.
Post by Roland Franzius
Alle Mittelmeeranrainer sprechen Siria, Libia und Egipt,
Je nach verwendeter Sprache.
Post by Roland Franzius
nur das
deutsche TV-Commentariat befleißigt sich aus unerfündlichen Grinden
Ach war das lustig!

Gruß, ULF
U***@web.de
2017-08-13 14:19:30 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten,
Wann fingen denn die Skipetaren damit an?
Post by Roland Franzius
die die schriftliche Differenzierung der Laute in den
altgriechischen Texten auch mündlich im Unterricht einführten, um die
Etymologie der attischen Sprache im Lehrdialog und beim Vorlesen für den
Hörer transparent zu machen.
Alle Mittelmeeranrainer sprechen Siria, Libia und Egipt,
Leider schreiben die Skipetaren das auch mit 'i'.

Nach kurzem Überfliegen meinerseits:
Griechische Lehnwärter schreiben die mit 'i',
soweit sie nicht über das Angelsächsische kamen.

Gruß, ULF
Lars Bräsicke
2017-08-14 15:33:36 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten,
Wann fingen denn die Skipetaren damit an?
So ca. 1878, Istanbuler Alphabet.
Roland Franzius
2017-08-14 16:34:15 UTC
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Raw Message
Post by Lars Bräsicke
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten,
Wann fingen denn die Skipetaren damit an?
So ca. 1878, Istanbuler Alphabet.
Die Albaner (griech. arvanites) waren fromme Verteidiger des Osmanischen
Reiches. Schreibweisen wurden wurden im Lauf der Verschriftlichung
hauptsächlich von den beiden wichtigsten Nachbarn Türkei und Italien
importiert.

Und auf gut Türkisch liest man über die Bezihungen Türkei-Libyen
folgendes im Netz

Türkiye'nin Libya savaşı! - al-monitor.com
Libya, Türkiye açısından giderek kayıp bir dosya haline geliyor.
Türkiye'nin argümanları Tobruk'taki Sini hükümetine karşı Trablus'taki
Hasi ...

Nicht, dass ichs verstehe, aber google weiß

Turkey's war in Libya! - al-monitor.com
Libya is increasingly becoming a lost case for Turkey. The arguments of
Turkey are the Hasi in Tripoli against the Sini government in Tobruk ...

Sieht man doch gleich, wie nützlich das y in fast jeder Sprache ist,
wenn man nicht genau weiß, wie sprechen; ein türkisches ü ist das
libysche y jedenfalls wohl nicht.

Die Schipetaren sehen das dann laut google so:

Lufta e Turqisë në Libi! - al-monitor.com
Libia po bëhet gjithnjë e më shumë një skedar i humbur për Turqinë.
Argumentet e Turqisë janë Hasi në Tripoli kundër qeverisë Sini në Tobruk ...
--
Roland Franzius
--
Roland Franzius
Lars Bräsicke
2017-08-14 17:52:58 UTC
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Raw Message
Post by Roland Franzius
Post by Lars Bräsicke
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten,
Wann fingen denn die Skipetaren damit an?
So ca. 1878, Istanbuler Alphabet.
Die Albaner (griech. arvanites) waren fromme Verteidiger des Osmanischen
Reiches. Schreibweisen wurden wurden im Lauf der Verschriftlichung
hauptsächlich von den beiden wichtigsten Nachbarn Türkei und Italien
importiert.
1878 schrieben die Türken noch arabisch, nicht lateinisch, so auch noch
1908 nach der nächsten, bis heute gültigen albanischen Schriftreform.
Erst später, in den 20ern, entstand eine türkische Lateinschrift.
Von denen können sie es also nicht haben.
Die Schreibweise der Albaner war eher lateinisch gemischt mit griech.
Buchstaben. Eine ganze Reihe von Buchstaben des Istanbuler Alphabets
entstammt dem Griechischen. So die Zeichen für (heutiges) dh, gj, lj,
nj, p, rr, th und sh. Man hatte den Ehrgeiz, für jeden Laut einen
eigenen Buchstaben zu haben und bediente sich mangels latein. Buchstaben
bei den Griechen. 1908 fand man dann Digraphen aber auch hinnehmbar.
Post by Roland Franzius
Sieht man doch gleich, wie nützlich das y in fast jeder Sprache ist,
wenn man nicht genau weiß, wie sprechen; ein türkisches ü ist das
libysche y jedenfalls wohl nicht.
Im Türkischen ist y ein j-Laut.
U***@web.de
2017-08-15 06:41:08 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Roland Franzius
Post by Lars Bräsicke
Post by U***@web.de
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten,
Wann fingen denn die Skipetaren damit an?
So ca. 1878, Istanbuler Alphabet.
Die Albaner (griech. arvanites) waren fromme Verteidiger des Osmanischen
Reiches. Schreibweisen wurden wurden im Lauf der Verschriftlichung
hauptsächlich von den beiden wichtigsten Nachbarn Türkei und Italien
importiert.
Und auf gut Türkisch liest man über die Bezihungen Türkei-Libyen
folgendes im Netz
Türkiye'nin Libya savaşı! - al-monitor.com
Libya, Türkiye açısından giderek kayıp bir dosya haline geliyor.
Türkiye'nin argümanları Tobruk'taki Sini hükümetine karşı Trablus'taki
Hasi ...
Nicht, dass ichs verstehe, aber google weiß
Turkey's war in Libya! - al-monitor.com
Libya is increasingly becoming a lost case for Turkey. The arguments of
Turkey are the Hasi in Tripoli against the Sini government in Tobruk ...
Sieht man doch gleich, wie nützlich das y in fast jeder Sprache ist,
wenn man nicht genau weiß, wie sprechen; ein türkisches ü ist das
libysche y jedenfalls wohl nicht.
Lufta e Turqisë në Libi! - al-monitor.com
Libia po bëhet gjithnjë e më shumë një skedar i humbur për Turqinë.
Argumentet e Turqisë janë Hasi në Tripoli kundër qeverisë Sini në Tobruk ...
Das türkische 'ü' wurde da entrundet, nicht jedoch hier: https://sq.wikipedia.org/wiki/Sylejmani_I

Gruß, ULF
U***@web.de
2017-08-13 16:05:57 UTC
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Moin,
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten,
Sind die auch schuld an...
Post by Roland Franzius
die die schriftliche Differenzierung der Laute in den
altgriechischen Texten auch mündlich im Unterricht einführten, um die
Etymologie der attischen Sprache im Lehrdialog und beim Vorlesen für den
Hörer transparent zu machen.
https://sv.wikipedia.org/wiki/Hypoglykemi ?

Gruß, ULF
Roland Franzius
2017-08-13 16:26:05 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten,
Sind die auch schuld an...
Post by Roland Franzius
die die schriftliche Differenzierung der Laute in den
altgriechischen Texten auch mündlich im Unterricht einführten, um die
Etymologie der attischen Sprache im Lehrdialog und beim Vorlesen für den
Hörer transparent zu machen.
https://sv.wikipedia.org/wiki/Hypoglykemi ?
Ja, die lutherischen Skandinavier zwischen Reykjavik und Lulea
studierten eben seit der Reformation in Königsberg, Greifswald, Berlin,
Halle und Göttingen oder Leiden Groningen und übernahmen nach der
Aufklärung im Zeitalter der wissenschaftlichen Revolutionen weitgehend
die deutsche wissenschaftliche Nomenklatur, die sich in Konkurrenz zur
französischen entwickelte. Die englischen Formen haben sich erst unter
der amerikanischen wissenschaftlichen Hegemonie nach dem 2. Weltkrieg
weltweit etabliert. s. zB die Wandlung von Oxyd zu Oxid.

Man müsste mal die Geschochte der medizinische Orthografie der russisch
geprägten Balten und Finnen zum Vergleich heranziehen.
--
Roland Franzius
Markus Ermert
2017-08-18 14:15:47 UTC
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Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten
So ist es. In den in Syrien, Ägypten und Libyen gesprochenen Sprachen gibt
es den ü-Laut gar nicht. Er gilt außerhalb des deutschen, türkischen und
französischen Sprachraums ja zumeist als ziemlich unaussprechlich.

Auch von daher stört mich "libisch" nicht.

Und "lübisch" ist natürlich das Adjektiv zu Hansestadt und dort als solches
auch noch üblich.
Quinn C
2017-08-18 16:03:17 UTC
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Raw Message
Post by Markus Ermert
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten
So ist es. In den in Syrien, Ägypten und Libyen gesprochenen Sprachen gibt
es den ü-Laut gar nicht. Er gilt außerhalb des deutschen, türkischen und
französischen Sprachraums ja zumeist als ziemlich unaussprechlich.
Hier darf ich mal wieder die Kritik an der Plansprache Volapük
einbringen, sie verwende Umlaute, die abseits der Achse
Berlin-Budapest-Istanbul unbekannt seien.

| Sumolsöd stäni blodäla!
| Dikodi valik hetobs;
| Tönöls jüli baladäla
Post by Markus Ermert
Auch von daher stört mich "libisch" nicht.
In Frankfurt allenthalben verwechselbar mit Justus Liebig oder
Heinrich von Liebieg. <https://de.wikipedia.org/wiki/Liebieghaus>
Post by Markus Ermert
Und "lübisch" ist natürlich das Adjektiv zu Hansestadt und dort als solches
auch noch üblich.
Und der berühmte Birnbaum war ribbisch?
--
ê liezen sich die man schouwen
âne gugel vor den frouwen,
nu siht mans in den gugeln gân
vor den frouwen als ein man, -- TEICHNER
Christina Kunze
2017-08-19 06:00:01 UTC
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Post by Quinn C
Post by Markus Ermert
Und "lübisch" ist natürlich das Adjektiv zu Hansestadt und dort als solches
auch noch üblich.
Und der berühmte Birnbaum war ribbisch?
:-)

Dieses "lübisch" habe ich neulich in einem Text über die Geschichte der
Hanse auch zum ersten Mal gelesen.

chr
Roland Franzius
2017-08-19 10:08:00 UTC
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Raw Message
Post by Christina Kunze
Dieses "lübisch" habe ich neulich in einem Text über die Geschichte der
Hanse auch zum ersten Mal gelesen.
Das heißt auch eigentlich "lübsche" und spricht sich wie hypsche.

https://de.wiktionary.org/wiki/l%C3%BCbsch
--
Roland Franzius
x***@gmail.com
2017-08-19 13:35:27 UTC
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Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Quinn C
Post by Markus Ermert
Und "lübisch" ist natürlich das Adjektiv zu Hansestadt und dort als solches
auch noch üblich.
Und der berühmte Birnbaum war ribbisch?
Dieses "lübisch" habe ich neulich in einem Text über die Geschichte der
Hanse auch zum ersten Mal gelesen.
Dir war noch nie lübisches (Stadt-)Recht untergekommen?
Es sei Dir angeraten, Deinen Lektürehorizont über die
Trotzköpfchen-Reihe hinaus zu erweitern.
Nein, nein, ich erwarte für solchen Rat keinen Dank - FR
Klaus Dahlwitz
2017-08-19 16:53:43 UTC
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Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Quinn C
Post by Markus Ermert
Und "lübisch" ist natürlich das Adjektiv zu Hansestadt und dort als solches
auch noch üblich.
Und der berühmte Birnbaum war ribbisch?
:-)
Dieses "lübisch" habe ich neulich in einem Text über die Geschichte der
Hanse auch zum ersten Mal gelesen.
Ich kenne es seit langem in der verkürzten Form "lübsch" -- z. B. der
Straßenname "Lübscher Baum" in Kiel, ein Restaurant in Hamburg etc.

Klaus
--
Am 9.9. rollen hier die Steine
Klaus Pommerening
2017-08-19 06:38:51 UTC
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Post by Markus Ermert
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten
So ist es. In den in Syrien, Ägypten und Libyen gesprochenen Sprachen gibt
es den ü-Laut gar nicht. Er gilt außerhalb des deutschen, türkischen und
französischen Sprachraums ja zumeist als ziemlich unaussprechlich.
Warst du schon mal in Utrecht oder in Uppsala?
--
Klaus Pommerening
Die Schweden sind keine Holländer - das hat man ganz genau gesehen.
(Franz Beckenbauer)
Sergio Gatti
2017-08-19 08:12:42 UTC
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Post by Klaus Pommerening
Post by Markus Ermert
Post by Roland Franzius
Die Ausprache ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten
So ist es. In den in Syrien, Ägypten und Libyen gesprochenen Sprachen gibt
es den ü-Laut gar nicht. Er gilt außerhalb des deutschen, türkischen und
französischen Sprachraums ja zumeist als ziemlich unaussprechlich.
Warst du schon mal in Utrecht oder in Uppsala?
Etwas in der Art hatte ich auch gedacht, aber Markus hatte
"zumeist" geschrieben.
Eine ausführliche Liste der Sprachen mit ü-Lauten findet man
hier:
<https://en.wikipedia.org/wiki/Close_front_rounded_vowel>
und
<https://en.wikipedia.org/wiki/Near-close_near-front_rounded_vowel#Near-close_near-front_protruded_vowel>
Markus Ermert
2017-08-19 09:10:18 UTC
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Post by Klaus Pommerening
Warst du schon mal in Utrecht oder in Uppsala?
Nein, aber auf Fyn und in Püspökladány.
Markus Ermert
2017-08-21 04:58:21 UTC
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Die ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten
, deren erhobener Y-Finger selbst Jiros in seiner nichtaltgriechischen
kulinarischen Erscheinungsform nicht einfach Jiros sein lässt.
Roland Franzius
2017-08-21 09:04:12 UTC
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Raw Message
Post by Markus Ermert
Die ü für vokalisches Y ist eine freie Erfindung der deutschen
Humanisten
, deren erhobener Y-Finger selbst Jiros in seiner nichtaltgriechischen
kulinarischen Erscheinungsform nicht einfach Jiros sein lässt.
Ich hätte vielleicht lüber Y=V-ypsilon geschrieben haben sollen. Das
bedeutet ein V auf Stelzen (ypso=hoch/tief) und war in der Aussprache
ursprünglich als w importiert, wie es uns dort unten noch in Worten wie
ewangelio, ewropi, owzo und mawrodafni begegnet.
--
Roland Franzius
Reinhold {Rey} Aman
2017-08-21 16:07:36 UTC
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Post by Roland Franzius
wie es uns dort unten noch in Worten wie
ewangelio, ewropi, owzo und mawrodafni begegnet.
Wörter!

~~~ Reinhold {"Wörter-Aktivist"} Aman ~~~
Reinhold {Rey} Aman
2017-08-21 21:25:09 UTC
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Post by Reinhold {Rey} Aman
Post by Roland Franzius
wie es uns dort unten noch in Worten wie
ewangelio, ewropi, owzo und mawrodafni begegnet.
Wörter!
Korrekt: Wörtern!
--
~~~ Reinhold {Rey} Aman ~~~
Roland Franzius
2017-08-22 05:37:38 UTC
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Post by Reinhold {Rey} Aman
Post by Roland Franzius
wie es uns dort unten noch in Worten wie
ewangelio, ewropi, owzo und mawrodafni begegnet.
Wörter!
Wir gehen auf deine Vorschläge in Fällen ein, wo es sich um Fachdeutsch
von Dudenredakteuren bei der Behandlung von Inhalten von Wörterbüchern
handelt. Obiges sind erkenntlich keine solche.

Deine Wort-Ideologie läßt lesende Einsicht praktisch vollständig vermissen.

Wie kommt man mit so einer verbohrten Wortgebrauchsideologie eigentlich
in einer englischsprachigen Wörterumgebung zurecht?

Selbst der Dudenredaktor geht doch auf Formen des allgemeinen
Sprachgebrauchs ein, zumal wenn es sich dabei um norddeutsches
Hochdeutsch handelt.
--
Roland Franzius
U***@web.de
2017-08-22 06:43:27 UTC
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Moin,
Post by Roland Franzius
Selbst der Dudenredaktor geht doch auf Formen des allgemeinen
Sprachgebrauchs ein, zumal wenn es sich dabei um norddeutsches
Hochdeutsch handelt.
Wird, ernstliche Frage, in Hamburg und Hannover
der Unterschied zwischen Worten und
Wörtern heutzutage nicht mehr gelehrt?

Gruß, ULF
Roland Franzius
2017-08-22 07:16:41 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Roland Franzius
Selbst der Dudenredaktor geht doch auf Formen des allgemeinen
Sprachgebrauchs ein, zumal wenn es sich dabei um norddeutsches
Hochdeutsch handelt.
Wird, ernstliche Frage, in Hamburg und Hannover
der Unterschied zwischen Worten und
Wörtern heutzutage nicht mehr gelehrt?
Wurde nie, wie auch der Gebrauch der etwa 400000 anderen in Dauernutzung
befindlicher Worte nicht zum Lehrplan höherer Lehranstalten gehört.

Die kontextabhängigenWörterwahlen werden im Schul-Aufsatz zuweilen mit
Verbesserungsvorschlägen am Rand vesehen, wenn sie einen grob falschen
Sinn produzieren könnten.

In welchen Fällen genau der Ersatz von Wörtern durch Worte in einem Text
einen fehlleitenden Sinn produziert, kann man getrost unter die für
pädagogische Heilanstalten typische korinthische Epsilontik subsumieren.

Offenbar zerfällt im Korpus der deutschen Literatur und Fachliteratur
in dieser Hinsicht die Gruppe der Autoren in drei, solche denen es egal
ist, solche, die es sinngemäß finetunen und solche, die schematischen
Leerformeln folgen.
--
Roland Franzius
x***@gmail.com
2017-08-22 16:21:48 UTC
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Raw Message
Post by Roland Franzius
Post by U***@web.de
Wird, ernstliche Frage, in Hamburg und Hannover
der Unterschied zwischen Worten und
Wörtern heutzutage nicht mehr gelehrt?
In welchen Fällen genau der Ersatz von Wörtern durch Worte in einem Text
einen fehlleitenden Sinn produziert, kann man getrost unter die für
pädagogische Heilanstalten typische korinthische Epsilontik subsumieren.
Jantschön grenzwertig, Großer - FR
Reinhold {Rey} Aman
2017-08-22 18:13:40 UTC
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Raw Message
Post by Roland Franzius
Post by U***@web.de
Post by Roland Franzius
Selbst der Dudenredaktor geht doch auf Formen des allgemeinen
Sprachgebrauchs ein, zumal wenn es sich dabei um norddeutsches
Hochdeutsch handelt.
Wird, ernstliche Frage, in Hamburg und Hannover
der Unterschied zwischen Worten und Wörtern
heutzutage nicht mehr gelehrt?
Wurde nie, wie auch der Gebrauch der etwa 400000 anderen in
Dauernutzung befindlicher Worte
Wörter!
--
~~~ Reinhold {"Wörter-Aktivist"} Aman ~~~
Jakob Achterndiek
2017-08-22 11:00:32 UTC
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Raw Message
Wird, ernstliche Frage, in Hamburg und Hannover der Unterschied
zwischen Worten und Wörtern heutzutage nicht mehr gelehrt?
Das ist eine Frage der Ökonomie. Die gebietet in der Textproduktion
wie bei jeder anderen Produktion auch: Sparsamkeit. Zu der gehört
wieder, daß die Testphase, in diesem Fall die Prüfung, ob an den
richtigen Stellen immer die richtigen Wörter montiert sind, zum
Verbraucher ausgelagert wird.
Beanstandungen, die nicht innerhalb der Textverfallsfrist beim
Produzenten vorgebracht werden, können nicht berücksichtigt werden.
--
j/\a
U***@web.de
2017-08-22 14:12:10 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Jakob Achterndiek
Das ist eine Frage der Ökonomie. Die gebietet in der Textproduktion
wie bei jeder anderen Produktion auch: Sparsamkeit. Zu der gehört
wieder, daß die Testphase, in diesem Fall die Prüfung, ob an den
richtigen Stellen immer die richtigen Wörter montiert sind, zum
Verbraucher ausgelagert wird.
Beanstandungen, die nicht innerhalb der Textverfallsfrist beim
Produzenten vorgebracht werden, können nicht berücksichtigt werden.
Die anderen oft auch nicht, da man mir zumindest
die Papierversion der Zeitung deswegen nicht
mängelbehebt.

Gruß, ULF
Reinhold {Rey} Aman
2017-08-22 18:05:11 UTC
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Raw Message
Post by Roland Franzius
Post by Roland Franzius
wie es uns dort unten noch in Worten wie
ewangelio, ewropi, owzo und mawrodafni begegnet.
Wörtern! {Korrigiert von R.A.}
Wir gehen auf deine Vorschläge in Fällen ein, wo es sich um
Fachdeutsch von Dudenredakteuren bei der Behandlung von Inhalten
von Wörterbüchern handelt. Obiges sind erkenntlich keine solche.
Deine Wort-Ideologie läßt lesende Einsicht praktisch vollständig vermissen.
Wie kommt man mit so einer verbohrten Wortgebrauchsideologie
eigentlich in einer englischsprachigen Wörterumgebung zurecht?
Selbst der Dudenredaktor geht doch auf Formen des allgemeinen
Sprachgebrauchs ein, zumal wenn es sich dabei um norddeutsches
Hochdeutsch handelt.
Ach, Walt^W Roland, schon wieder so ein total verwirrtes Geschreibsel.

--
~~~ Reinhold {"Wörter-Aktivist"} Aman ~~~
Roland Franzius
2017-08-23 04:35:47 UTC
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Raw Message
Post by Reinhold {Rey} Aman
Post by Roland Franzius
Deine Wort-Ideologie läßt lesende Einsicht praktisch vollständig vermissen.
Wie kommt man mit so einer verbohrten Wortgebrauchsideologie
eigentlich in einer englischsprachigen Wörterumgebung zurecht?
Ach, Walt^W Roland, schon wieder so ein total verwirrtes Geschreibsel.
Ja, genau dieses Syndrom der Verständnislosigkeit meinte ich oben.
--
Roland Franzius
Sergio Gatti
2017-08-13 08:07:50 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Manfred Hoß
Gefühlt bis zur Jahrtausendwende habe ich nur Lübien gehört, erst danach
kam Libien auf. Libüen hingegen ist mir nie begegnet.
Ist wohl die mazirische Variante. https://de.wikipedia.org/wiki/Libyen
Weder Arabisch noch Mazirisch bzw. Tamazight kennen den Laut
"ü". Entweder hast du den Wikipedia-Artikel missverstanden
oder ich verstehe dich falsch. Im zweiten Fall bitte ich um
Entschuldigung und Erläuterung.
U***@web.de
2017-08-13 08:37:02 UTC
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Raw Message
Post by Sergio Gatti
Post by U***@web.de
Ist wohl die mazirische Variante. https://de.wikipedia.org/wiki/Libyen
Weder Arabisch noch Mazirisch bzw. Tamazight kennen den Laut
"ü". Entweder hast du den Wikipedia-Artikel missverstanden
Denkbar.

Dort stand "mazirisch ⵍⵉⴱⵢⴰ Libya"

Zum Lautwert des dortigen 'y' fand man nichts Genaues.


Gruß, ULF
Quinn C
2017-08-14 16:39:47 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Sergio Gatti
Post by U***@web.de
Ist wohl die mazirische Variante. https://de.wikipedia.org/wiki/Libyen
Weder Arabisch noch Mazirisch bzw. Tamazight kennen den Laut
"ü". Entweder hast du den Wikipedia-Artikel missverstanden
Denkbar.
Dort stand "mazirisch ⵍⵉⴱⵢⴰ Libya"
Zum Lautwert des dortigen 'y' fand man nichts Genaues.
Scheint eine Art /j/ zu sein.
<https://en.wikivoyage.org/wiki/Berber_phrasebook>

| Is there someone here who speaks English?
| ⵢⵍⵍⴰ ⵡⵉⵏ ⴰⵢ ⵢⵙⵙⴰⵡⴰⵍⵏ ⵜⴰⵏⴳⵍⵉⵣⵉⵜ ⴷⴰ? (Yella win ay yessawalen talglizit da?)
--
die pfaffen mit ihren platten,
die münch mit ihren gugeln schon
bergreihen 26 ndr.
Heinz Lohmann
2017-08-15 02:22:43 UTC
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Raw Message
Post by Quinn C
Post by U***@web.de
Post by Sergio Gatti
Post by U***@web.de
Ist wohl die mazirische Variante. https://de.wikipedia.org/wiki/Libyen
Weder Arabisch noch Mazirisch bzw. Tamazight kennen den Laut
"ü". Entweder hast du den Wikipedia-Artikel missverstanden
Denkbar.
Dort stand "mazirisch ⵍⵉⴱⵢⴰ Libya"
Zum Lautwert des dortigen 'y' fand man nichts Genaues.
Scheint eine Art /j/ zu sein.
<https://en.wikivoyage.org/wiki/Berber_phrasebook>
Der Verdacht kam mir auch schon.
Also eigentlich zweisilbig Libja?

Schade, dass sich kein IPA dazu finden lässt.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
U***@web.de
2017-08-15 06:43:09 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Quinn C
Post by U***@web.de
Post by Sergio Gatti
Weder Arabisch noch Mazirisch bzw. Tamazight kennen den Laut
"ü". Entweder hast du den Wikipedia-Artikel missverstanden
Denkbar.
Dort stand "mazirisch ⵍⵉⴱⵢⴰ Libya"
Zum Lautwert des dortigen 'y' fand man nichts Genaues.
Scheint eine Art /j/ zu sein.
<https://en.wikivoyage.org/wiki/Berber_phrasebook>
| Is there someone here who speaks English?
| ⵢⵍⵍⴰ ⵡⵉⵏ ⴰⵢ ⵢⵙⵙⴰⵡⴰⵍⵏ ⵜⴰⵏⴳⵍⵉⵣⵉⵜ ⴷⴰ? (Yella win ay yessawalen talglizit da?)
In der Tat neige ich mittlerweile auch der
Ansicht zu, daß der Lautwert ungefähr
türkischem 'y' entspreche.

Gruß, ULF
Heinz Lohmann
2017-08-12 15:30:07 UTC
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Raw Message
Post by Manfred Hoß
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Gefühlt bis zur Jahrtausendwende habe ich nur Lübien gehört, erst danach
kam Libien auf. Libüen hingegen ist mir nie begegnet. Wen wunderts, es ist
wohl für die meisten ein Zungenbrecher.
Ein Zungenbrecher nicht gerade, aber es entspricht einfach nicht den
gängigen Wortbildungen bei Ländernamen.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Stefan Ram
2017-08-12 13:56:12 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Ich kann mich nicht daran erinnern, jenes Wort schon einmal
ausgesprochen zu haben, und jetzt fühle ich mich befangen.
Daher weiß ich nicht, wie ich es aussprache.

Aber ich würde sagen:

Die richtige Aussprache eines Wortes lautet so, wie die
Mehrheit der Muttersprachler es ausspricht.

(+ Die richtige gebildete Aussprache eines Wortes lautet so,
wie die Mehrheit der gebildeten Muttersprachler es ausspricht.)

Warum sieht man das nicht einmal anders herum und fragt,
ob die Verschriftlichung denn richtig sei?

Ist die Schreibweise »Libyen« denn nicht falsch,
wenn man /ly:bien/ sagt? (Aber vielleicht meintest
Du das mit Deinem Betreff.)

Oder wir müssen konstatieren, daß das Graphem <i> in
diesem Falle eben /y/ gesprochen wird und damit alles
seine Richtigkeit hat.
Heinz Lohmann
2017-08-12 15:27:06 UTC
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Post by Stefan Ram
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Ich kann mich nicht daran erinnern, jenes Wort schon einmal
ausgesprochen zu haben, und jetzt fühle ich mich befangen.
Daher weiß ich nicht, wie ich es aussprache.
Die richtige Aussprache eines Wortes lautet so, wie die
Mehrheit der Muttersprachler es ausspricht.
(+ Die richtige gebildete Aussprache eines Wortes lautet so,
wie die Mehrheit der gebildeten Muttersprachler es ausspricht.)
Warum sieht man das nicht einmal anders herum und fragt,
ob die Verschriftlichung denn richtig sei?
Ist die Schreibweise »Libyen« denn nicht falsch,
wenn man /ly:bien/ sagt? (Aber vielleicht meintest
Du das mit Deinem Betreff.)
So ähnlich. Schreib, wie du sprichst, zumindest ungefähr.
Post by Stefan Ram
Oder wir müssen konstatieren, daß das Graphem <i> in
diesem Falle eben /y/ gesprochen wird und damit alles
seine Richtigkeit hat.
Das fänd ich eher nicht so naheliegend.

Die gute Tante Zeit schrieb schon 1948 Lybien:
http://www.zeit.de/1948/17/verfall-in-lybien

Eine Suche bei Google Books nach Lybien ergibt so viele Werke in
Fraktur, dass ich mich frage, ob Lybien nicht früher die bevorzugte
Schreibung war, zum Beispiel "Die Geschichte der Oekonomie ..." von 1798.
https://goo.gl/JRaXvN
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Manfred Hoß
2017-08-12 17:21:50 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Post by Stefan Ram
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Ich kann mich nicht daran erinnern, jenes Wort schon einmal
ausgesprochen zu haben, und jetzt fühle ich mich befangen.
Daher weiß ich nicht, wie ich es aussprache.
Die richtige Aussprache eines Wortes lautet so, wie die
Mehrheit der Muttersprachler es ausspricht.
(+ Die richtige gebildete Aussprache eines Wortes lautet so,
wie die Mehrheit der gebildeten Muttersprachler es ausspricht.)
Warum sieht man das nicht einmal anders herum und fragt,
ob die Verschriftlichung denn richtig sei?
Ist die Schreibweise »Libyen« denn nicht falsch,
wenn man /ly:bien/ sagt? (Aber vielleicht meintest
Du das mit Deinem Betreff.)
So ähnlich. Schreib, wie du sprichst, zumindest ungefähr.
Post by Stefan Ram
Oder wir müssen konstatieren, daß das Graphem <i> in
diesem Falle eben /y/ gesprochen wird und damit alles
seine Richtigkeit hat.
Das fänd ich eher nicht so naheliegend.
http://www.zeit.de/1948/17/verfall-in-lybien
Eine Suche bei Google Books nach Lybien ergibt so viele Werke in
Fraktur, dass ich mich frage, ob Lybien nicht früher die bevorzugte
Schreibung war, zum Beispiel "Die Geschichte der Oekonomie ..." von 1798.
https://goo.gl/JRaXvN
In Band 125 der Digitalen Bibliothek, "Deutsche Literatur von Luther bis
Tucholsky", fördert die Suche nach Lybien 36 Fundstellen zutage, Libyen
deren 32.

Gruß
Manfred.
Sergio Gatti
2017-08-13 08:14:40 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Eine Suche bei Google Books nach Lybien ergibt so viele
Werke in Fraktur, dass ich mich frage, ob Lybien nicht
früher die bevorzugte Schreibung war, zum Beispiel "Die
Geschichte der Oekonomie ..." von 1798.
https://goo.gl/JRaXvN
Über die bevorzugte Schreibung 1798 kann ich nichts sagen,
aber das Meyers Lexikon von meiner Frau, 7. Band, 1927,
kennt nur Libyen in Fraktur.
Diedrich Ehlerding
2017-08-13 08:58:04 UTC
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Permalink
Raw Message
Post by Sergio Gatti
Über die bevorzugte Schreibung 1798 kann ich nichts sagen,
aber das Meyers Lexikon von meiner Frau, 7. Band, 1927,
kennt nur Libyen in Fraktur.
Der Name stammt, wenn ich der Wikipedia Glauben schnekebn kann, schon der
Antike

https://de.wikipedia.org/wiki/Libya_(Geographie)

und schrieb sich damals "Λιβύη".

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Roland Franzius
2017-08-13 14:28:27 UTC
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Raw Message
Post by Diedrich Ehlerding
Post by Sergio Gatti
Über die bevorzugte Schreibung 1798 kann ich nichts sagen,
aber das Meyers Lexikon von meiner Frau, 7. Band, 1927,
kennt nur Libyen in Fraktur.
Der Name stammt, wenn ich der Wikipedia Glauben schnekebn kann, schon der
Antike
https://de.wikipedia.org/wiki/Libya_(Geographie)
und schrieb sich damals "Λιβύη".
Letzthin zweifelt man ja sogar wiki-Einträge wie 1+1==2 an

https://en.wikipedia.org/wiki/Goldbach%27s_conjecture
(weitergeleitet von 1+1=2)
--
Roland Franzius
Stephen Hust
2017-08-13 09:20:29 UTC
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Raw Message
Post by Sergio Gatti
Post by Heinz Lohmann
Eine Suche bei Google Books nach Lybien ergibt so viele
Werke in Fraktur, dass ich mich frage, ob Lybien nicht
früher die bevorzugte Schreibung war, zum Beispiel "Die
Geschichte der Oekonomie ..." von 1798.
https://goo.gl/JRaXvN
Über die bevorzugte Schreibung 1798 kann ich nichts sagen,
aber das Meyers Lexikon von meiner Frau, 7. Band, 1927,
kennt nur Libyen in Fraktur.
Das Goethe-Wörterbuch enthält "Lybien", ich finde aber kein Stichwort
"Libyen":

| Lybien /s Libyen/

<http://www.woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=GWB&lemid=JL03569>

| [Graf.] [...] Nackt betritt er die Wüsten Lybiens; sorglos erforscht
| er dort die Geheimnisse der Natur.
|
(Goethe, "Der Groß-Cophta", Erster Aufzug, Vierter Auftritt; "Goethe's
neue Schriften", Erster Band, Berlin, 1792, S. 32.)

<https://books.google.at/books?id=K8hBuijze8sC&dq=%22lybiens%22%20inauthor%3Agoethe&pg=PA32#v=onepage&q=%22lybiens%22%20inauthor:goethe&f=false>

In Grimms Wörterbuch kommt "Lybien" und "Lybiens" in einigen Zitaten
vor, z. B. unter "Gewinn":

| wie wann der löwe brüllet,
| der wälder furcht und macht, das Lybien erschüllet,
| so laufft der kleine stier zu seiner mutter hin
| doch reist der löw hinzu und nimmt jhr den gewin.
| Tscherning d. ged. früling 15;

<http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GG14608#XGG14608>

Unter "Gottvermählt":

| dasz Apollon des Peneos tochter ... nach Lybien entführt habe, besang
| schon Hesiod in ... dem verzeichnis der gottvermählten weiber J. H.
| Voss /antisymb/. (1824) 1, 289.

<http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GG24039#XGG24039>

Unter "Grenze":

| wer den gierigen geist zähmt, herrscht in weitern
| grenzen, als wer Lybien mit dem fernen
| Gades bände
| Herder 26, 247;

<http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GG27579#XGG27579>

Unter "Luft":

| ein grimmes tiegerthier hat warlich den getragen
| im dürren Lybien, sein herz ist ganz verschneit
| vom luft ausz mitternacht, der seiner traurigkeit
| kein zeichen von sich giebt, und hilft nicht auch sie klagen.
| Opitz 2, 119;

<http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GL07163#XGL07163>
--
Steve

My e-mail address works as is.
Ralf Joerres
2017-08-23 16:55:32 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Linda Zervakis sagt *Libien*,
*Lybien* und *lybisch*.
ˈliːby̆ən
[ˈliːbi̯ən]/[ˈliːby̆ən]/[ˈlyːbi̯ən]
Wenn man mal nach "Lybien" googelt, findet man neben der TAZ "Lybien -
Ausgewählte Artikel zum Stichwort Lybien"
https://www.taz.de/!t5056741/
http://www.spdfraktion.de/term/1420
... noch so manche andere mehr oder weniger seriöse Seite, wo Lybien in
der Titelseite des Browsers noch auftaucht, im Text wegkorrigiert würde.
"Wer richtig «Libyen» schreibt, kann allenfalls «Libüen» aussprechen.
Leicht über die Lippen geht das nicht."
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Lybien-Libyen-Libueen/story/13432698
Die Aussprache Lybien (y=ü) scheint sich dermaßen eingebürgert zu haben,
dass man es auch gleich so schreiben könnte.
Wenn's nach Kanzlerin und Kommentatorin geht, dann ist die "falsche"
Schreibung Lybien nur logisch.
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Hab noch nicht alles hier gelesen. Ich kenn das eigentlich gesprochen nur
als 'lübihen' (hier 'h' als nicht gesprochenes Silbentrennzeichen). Ich
wundere mich darüber, dass 'libühen' tatsächlich eine Idee anstrengender
auszusprechen ist. Ein ähnliches Phänomen ist für mich 'Y/Jugoslawien',
von dem ich mir einbilde, es gesprochen meist als 'joguslawihen' zu
hören. Hab mal ein paar Fernsehbeiträge durchgehört, danach kommt für mich
die Normaussprache 'libühen' öfter etwas gezwungen rüber. Mindestens zwei
mal schwankten Sprecher dabei, vielleicht ein vorübergehender
Kontrollverlust. Mir kommt 'lübihen' als die 'natürlichere' Sprechweise vor.
Das arabische Wort ليبيا (hab's mal in arabischen Buchstaben eingefügt, mal
schaun, was Google Groups daraus macht) wird in etwa 'li:bja ausgesprochen,
ein 'ü' gibt's da nicht.

Gruß Ralf Joerres
Heinz Lohmann
2017-08-24 01:20:19 UTC
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Raw Message
Post by Ralf Joerres
Post by Heinz Lohmann
Wie spricht's denn Volkes Mund?
Hab noch nicht alles hier gelesen. Ich kenn das eigentlich gesprochen nur
als 'lübihen' (hier 'h' als nicht gesprochenes Silbentrennzeichen). Ich
wundere mich darüber, dass 'libühen' tatsächlich eine Idee anstrengender
auszusprechen ist. Ein ähnliches Phänomen ist für mich 'Y/Jugoslawien',
von dem ich mir einbilde, es gesprochen meist als 'joguslawihen' zu
hören. Hab mal ein paar Fernsehbeiträge durchgehört, danach kommt für mich
die Normaussprache 'libühen' öfter etwas gezwungen rüber. Mindestens zwei
mal schwankten Sprecher dabei, vielleicht ein vorübergehender
Kontrollverlust. Mir kommt 'lübihen' als die 'natürlichere' Sprechweise vor.
Das arabische Wort ليبيا (hab's mal in arabischen Buchstaben eingefügt, mal
schaun, was Google Groups daraus macht) wird in etwa 'li:bja ausgesprochen,
ein 'ü' gibt's da nicht.
Vorschlag für neue Schreibweise:
Libien

Passt besser zur üblichen Wortbildung von Ländernamen und vermeidet das
anscheinend heute inkorrekte L*ü*bien.

Es wundert mich noch immer ein bisschen, wieso das Ü von dem Üpsilon in
die erste Silbe gezogen wird. Ein interessantes linguistisches Phänomen!
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
U***@web.de
2017-08-24 08:06:34 UTC
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Moin,
Post by Heinz Lohmann
Es wundert mich noch immer ein bisschen, wieso das Ü von dem Üpsilon in
die erste Silbe gezogen wird. Ein interessantes linguistisches Phänomen!
Nennen wir es Aussprachemetathese.
Gibt es auch konsonantisch:

kat. oblidar vs. span. olvidar.

Gruß, ULF
Heinz Lohmann
2017-08-24 15:26:19 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Heinz Lohmann
Es wundert mich noch immer ein bisschen, wieso das Ü von dem Üpsilon in
die erste Silbe gezogen wird. Ein interessantes linguistisches Phänomen!
Nennen wir es Aussprachemetathese.
kat. oblidar vs. span. olvidar.
Gruß, ULF
Spontan hab ich erst Metastase gelesen & mich gleich erschrocken.
Danke für den Fachausdruck. Der war mir neu.

Ein weiteres Beispiel:
Hochdeutsch "Wespe"
Platt (MS) "Wepse"
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Der Habakuk.
2017-08-24 15:32:58 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Heinz Lohmann
Es wundert mich noch immer ein bisschen, wieso das Ü von dem Üpsilon in
die erste Silbe gezogen wird. Ein interessantes linguistisches Phänomen!
Nennen wir es Aussprachemetathese.
kat. oblidar vs. span. olvidar.
Gruß, ULF
Spontan hab ich erst Metastase gelesen & mich gleich erschrocken.
Danke für den Fachausdruck. Der war mir neu.
Hochdeutsch "Wespe"
Platt (MS) "Wepse"
Interessant.

Auf bairisch heißt die Wespe: der Weps. Plural: die Wepsen.

Ungeahnte Verbindungen zwischen Bayern und Plattdeutschen? ;-)
--
*Ceterum censeo religionem Mohammedanicam esse coercendam!*
Ralf Joerres
2017-08-29 12:22:45 UTC
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Post by Heinz Lohmann
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Moin,
Post by Heinz Lohmann
Es wundert mich noch immer ein bisschen, wieso das Ü von dem Üpsilon in
die erste Silbe gezogen wird. Ein interessantes linguistisches Phänomen!
Nennen wir es Aussprachemetathese.
kat. oblidar vs. span. olvidar.
Gruß, ULF
Spontan hab ich erst Metastase gelesen & mich gleich erschrocken.
Danke für den Fachausdruck. Der war mir neu.
Hochdeutsch "Wespe"
Platt (MS) "Wepse"
'Zwetschge', 'Quetsche' und 'Sweatshirt' sind da wohl 'n anderes
Paar Schuhe.

Gruß Ralf Joerres
Heinz Lohmann
2017-08-29 12:53:38 UTC
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Post by Ralf Joerres
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Moin,
Post by Heinz Lohmann
Es wundert mich noch immer ein bisschen, wieso das Ü von dem Üpsilon in
die erste Silbe gezogen wird. Ein interessantes linguistisches Phänomen!
Nennen wir es Aussprachemetathese.
kat. oblidar vs. span. olvidar.
Gruß, ULF
Spontan hab ich erst Metastase gelesen & mich gleich erschrocken.
Danke für den Fachausdruck. Der war mir neu.
Hochdeutsch "Wespe"
Platt (MS) "Wepse"
'Zwetschge', 'Quetsche' und 'Sweatshirt' sind da wohl 'n anderes
Paar Schuhe.
Verglichen womit bzw. wie heißt die andere Form?
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Ralf Joerres
2017-08-30 10:29:14 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Ralf Joerres
Post by Heinz Lohmann
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Heinz Lohmann
Es wundert mich noch immer ein bisschen, wieso das Ü von dem Üpsilon in
die erste Silbe gezogen wird. Ein interessantes linguistisches Phänomen!
Nennen wir es Aussprachemetathese.
kat. oblidar vs. span. olvidar.
Gruß, ULF
Spontan hab ich erst Metastase gelesen & mich gleich erschrocken.
Danke für den Fachausdruck. Der war mir neu.
Hochdeutsch "Wespe"
Platt (MS) "Wepse"
'Zwetschge', 'Quetsche' und 'Sweatshirt' sind da wohl 'n anderes
Paar Schuhe.
Verglichen womit bzw. wie heißt die andere Form?
Vergiss es, war nicht ernst gemeint. Ciao: RJ
U***@web.de
2017-08-29 14:14:41 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by U***@web.de
Nennen wir es Aussprachemetathese.
kat. oblidar vs. span. olvidar.
Spontan hab ich erst Metastase gelesen & mich gleich erschrocken.
Danke für den Fachausdruck. Der war mir neu.
Hochdeutsch "Wespe"
Platt (MS) "Wepse"
Die Vollmetathese findest Du hier: https://en.wiktionary.org/wiki/frol

Gruß, ULF
U***@web.de
2017-09-01 06:37:27 UTC
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Moin,
Post by Heinz Lohmann
Post by U***@web.de
kat. oblidar vs. span. olvidar.
Spontan hab ich erst Metastase gelesen & mich gleich erschrocken.
Danke für den Fachausdruck. Der war mir neu.
Hochdeutsch "Wespe"
Platt (MS) "Wepse"
Metathese für das Russische: 'mramor' (gut
polierbarer Bau- und Skulpturstein).

Gruß, ULF
JaWo
2017-09-01 14:11:47 UTC
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Post by U***@web.de
Spontan hab ich erst Metastase gelesen ...
Hochdeutsch "Wespe"
Platt (MS) "Wepse"
Metathese für das Russische: 'mramor' (gut
polierbarer Bau- und Skulpturstein).
Im Altrussischen noch moromorЪ.

Die sog. 'tort-Gruppen' erscheinen in den ostslav. Sprachen in
Vollaut-Form (*torot, im Kirchenslavischen (=ksl) mit gedehntem
Vokal (*trat, *tlѣt) also gorod (Novgorod) vs. Leningrad, glava 'Kopf'
vs. golova. *bergЪ ('Anhöhe') vs. bereg, usw.usf.

Also erscheint bei mramor die ksl. Form.

Bei den südslav. Sprachen erscheinen hier die gedehnten Formen wie
beim Ksl.: Beograd; kroat. brijeg, gláva usw.

Bei den westslav. Sprachen gehen seltsamerweise Cech/Slovak. zusammen
mit den südslawischen, also Hradschin, mléko (vs. moloko);
polnisch stellt einfach um (mit häufiger Vokaländerung): gród,
Kołobrzeg = Kolberg, głowa, mleko.
Sorbisch auch: Familienname Kroll, Krull entspricht poln. król 'König',
südslav. kralj, russ. korol' gehen alle auf Karl d. Gr. zurück.
U***@web.de
2017-09-02 10:49:16 UTC
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Moin,
Post by JaWo
glava 'Kopf'
vs. golova
Sind beide noch aktuell, das erste allerdings als
Leitungsperson.

Gruß, ULF
JaWo
2017-09-08 12:32:07 UTC
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Post by JaWo
glava 'Kopf'
vs. golova
Sind beide noch aktuell, das erste allerdings als Leitungsperson.
Nicht nur, bedeutet auch zB. 'das Kapitel', in der Architektur (selten)
'eine Kuppel', und allgemein auch 'Gipfel, Wipfel' usw.usf.

Die in den romanischen Sprachen häufig erscheinenden lexikalischen
Doubletten gibt es auch im Slawischen, oft auch mit Unterschieden
auf semantischer und stilistischer Ebene.
H.-P. Schulz
2017-09-08 12:49:25 UTC
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Jetzt hab' ich zuerst 'Metastase' gelesen ...

Muss ich mir Sorgen machen?
JaWo
2017-09-08 12:55:48 UTC
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Post by H.-P. Schulz
Jetzt hab' ich zuerst 'Metastase' gelesen ...
Muss ich mir Sorgen machen?
Du brauchst wohl eher einen Augenarzt als einen
Onkologen....
H.-P. Schulz
2017-09-08 13:13:56 UTC
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Post by JaWo
Post by H.-P. Schulz
Jetzt hab' ich zuerst 'Metastase' gelesen ...
Muss ich mir Sorgen machen?
Du brauchst wohl eher einen Augenarzt als einen
Onkologen....
Och, na ja, für mit ohne Brille ist Metastase statt Metathese doch
eine ganz ordentliche Leistung.

Ist übrigens eine ganz spaßige Tour ab&zu: Brille ab - und schätzen!
Das Ohr hört ja mit!

Bertel Lund Hansen
2017-09-01 16:07:38 UTC
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Post by U***@web.de
Metathese für das Russische: 'mramor' (gut
polierbarer Bau- und Skulpturstein).
Es gibt viele Beispiele.

Englisch:
=======
ask - ax
bird - brid (bruges ikke mere)
curd - crud
Hebron (Stadt in kentucky)
ausgesprochen "Heeburn" von den Einwohnern
three - third
spirit - sprite
pretty ausgesprochen "purdy" (am.)

Deutsch + Dänisch oder English:
=======================
briste (Dä.) - bersten oder. bresten (De.)
bryst (Dä.) - Borst (De. alt)
brænde (Dä.) - brennen (De.), Bernstein (De.), burn (Eng.)
brønd (Dä.) - Born oder Brunnen (De.)
frygt (Dä.) - Furcht (De.)
hors (Dä.) - Ross (De.)
Kakao (De.) - cocoa (eng.)
Krokodil (De.) - cocodrilo (spa.)
--
Bertel, Dänemark
Markus Ermert
2017-08-24 07:30:35 UTC
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Post by Ralf Joerres
ein 'ü' gibt's da nicht.
Ein 'ü' gibt es in keinem der Länder, in denen Syrakus, Mykonos oder
Palmyra liegen. Selbst die ü-reichen Türken und Franzosen benutzen diesen
Laut für, z. B., Zypern und Libyen nicht. Auch nicht fürs Gymnasium. Und
Günaydin heißt "Guten Tag", nicht "Gute Frau" :)

Das "griechische" ü-y ist, wie hier schon jemand schrieb, eine deutsche
Erfindung.
U***@web.de
2017-08-24 08:03:48 UTC
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Moin,
Post by Markus Ermert
Und
Günaydin heißt "Guten Tag", nicht "Gute Frau" :)
Eigentlich heißt es ['Tag'+ 'illuminiert'], wird aber auch
als Familien- und weiblicher Vorname verwendet.

Gruß, ULF
Christian Weisgerber
2017-08-24 14:50:24 UTC
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Post by Markus Ermert
Ein 'ü' gibt es in keinem der Länder, in denen Syrakus, Mykonos oder
Palmyra liegen. Selbst die ü-reichen Türken und Franzosen benutzen diesen
Laut für, z. B., Zypern und Libyen nicht. Auch nicht fürs Gymnasium. Und
Günaydin heißt "Guten Tag", nicht "Gute Frau" :)
Das "griechische" ü-y ist, wie hier schon jemand schrieb, eine deutsche
Erfindung.
Nein, das ist einfach der Lautstand des Koine-Griechischen, also
grob um die Zeitenwende herum.

Ursprünglich hatte der griechische Buchstabe Υ υ den Lautwert [u].
Schon in altgriechischer Zeit ist der Vokal nach vorne gewandert
und hat sich zu [y] verschoben.¹ Mit dieser Lautung haben ihn die
alten Römer als Y übernommen. Allerdings hatte wohl schon der
Vulgärlateiner Schwierigkeiten mit diesem fremden Laut und hat ihn
einfach zu [i] entrundet. So als "griechisches I" ist das Y dann
in die romanischen Sprachen gekommen. Auch im Griechischen selbst
ist Υ später zu [i] entrundet worden.

Eine Sprache, die y für [y] auch in einheimischen Wörtern verwendet
hat, war Altenglisch; der Laut hat sich aber nicht gehalten und mit
der großen Rechtschreibreform von 1066 wurde die englische Schreibung
dann nach französischem Vorbild neu gestaltet.


¹) Wer eine Lautverschiebung [u] > [y] live mitverfolgen möchte,
der soll dieser Jahrzehnte mit gespitzten Ohren jungen Engländern
zuhören.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
Roland Franzius
2017-08-24 20:25:19 UTC
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Post by Christian Weisgerber
Post by Markus Ermert
Ein 'ü' gibt es in keinem der Länder, in denen Syrakus, Mykonos oder
Palmyra liegen. Selbst die ü-reichen Türken und Franzosen benutzen diesen
Laut für, z. B., Zypern und Libyen nicht. Auch nicht fürs Gymnasium. Und
Günaydin heißt "Guten Tag", nicht "Gute Frau" :)
Das "griechische" ü-y ist, wie hier schon jemand schrieb, eine deutsche
Erfindung.
Nein, das ist einfach der Lautstand des Koine-Griechischen, also
grob um die Zeitenwende herum.
Ja, wie irgendjemand, vermutlich deutscher Altphilologe des ausgehenden
18. Jh. aufgeschrieben hat und nun in Wikipedia gelandet wurde.

Bekanntermaßen ist weder über den Lautbestand der vier klassischen
griechischen Dialekte noch über den Lautbestand der Koine, die über ein
Gebiet von Spanien bis Baktrien, von Tours bis Assuan, geschrieben,
gesprochen und liturgiert wurde, genau nichts bekannt.

Irgendein tapferer Gote, Pikte und Araber hat wohl irgenwann das letzte
Buch in Koine-Lautschrift Mitte des 6. Jh zum Feueranmachen benutzt, da
man ja auf niemanden mehr traf, der so sprach.
--
Roland Franzius
Christina Kunze
2017-08-24 20:48:21 UTC
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Post by Roland Franzius
Irgendein tapferer Gote, Pikte und Araber hat wohl irgenwann das letzte
Buch in Koine-Lautschrift Mitte des 6. Jh zum Feueranmachen benutzt, da
man ja auf niemanden mehr traf, der so sprach.
Das Fortschreiten des Iotazismus kann man ganz gut daran erkennen, wie
ungeübte Schreiber die verschiedenen I-Laute durcheinandergeworfen haben.
Wenn jemand an mehreren Stellen Buchstaben verwechselt, darf man wohl
davon ausgehen, dass sie gleich ausgesprochen wurden.

chr
Christian Weisgerber
2017-08-24 21:41:14 UTC
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Post by Roland Franzius
Bekanntermaßen ist weder über den Lautbestand der vier klassischen
griechischen Dialekte noch über den Lautbestand der Koine, die über ein
Gebiet von Spanien bis Baktrien, von Tours bis Assuan, geschrieben,
gesprochen und liturgiert wurde, genau nichts bekannt.
William Sidney Allen, der mit _Vox Graeca_ ein Standardwerk zu dem
Thema verfasst hat, hat das offenbar anders gesehen.
--
Christian "naddy" Weisgerber ***@mips.inka.de
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