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Christina Kunze
2018-05-17 19:34:04 UTC
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Raw Message
Liebe Leute,

ich suche eine Bezeichnung für folgende Situation:

Zwei Gruppen von Leuten kennen Filme. Die einen kennen die einen, die
anderen kennen die anderen. Überschneidungen gibt es nicht. Nun kommt
ein Film heraus, der aus Teilen der einen und Teilen der anderen Filme
zusammengesetzt ist.
Alle Zuschauer kennen Teile des Films, die einen nur die einen und die
anderen nur die anderen.
Was sind dann jetzt die beiden Gruppen?

Negative? Gegenstücke?


verbal: sie ergänzen einander, schließen einander aber auch aus

adjektivisch: sie sind einander(?)/zueinander(?) invers

Habt Ihr Ideen?
Danke fürs Helfen
chr
Beate Goebel
2018-05-17 20:29:44 UTC
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Christina Kunze schrieb am 17 Mai 2018
Post by Christina Kunze
verbal: sie ergänzen einander, schließen einander aber auch aus
adjektivisch: sie sind einander(?)/zueinander(?) invers
Komplementär.

Beate
--
"Democracy is the right for disagree."
[Robert Redford, Sept. 2001 auf CNN]
Florian Weimer
2018-05-17 21:02:25 UTC
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Post by Christina Kunze
adjektivisch: sie sind einander(?)/zueinander(?) invers
disjunkt, nicht überlappend
Helmut Richter
2018-05-17 21:03:49 UTC
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Raw Message
Zwei Gruppen von Leuten kennen Filme. Die einen kennen die einen, die anderen
kennen die anderen. Überschneidungen gibt es nicht. Nun kommt ein Film heraus,
der aus Teilen der einen und Teilen der anderen Filme zusammengesetzt ist.
Alle Zuschauer kennen Teile des Films, die einen nur die einen und die anderen
nur die anderen.
Was sind dann jetzt die beiden Gruppen?
Negative? Gegenstücke?
verbal: sie ergänzen einander, schließen einander aber auch aus
adjektivisch: sie sind einander(?)/zueinander(?) invers
In der Mathematik heißen Mengen A und B, die sich zu einer größeren
Menge M ergänzen (deren Vereinigung also M ist) und die dabei disjunkt
sind (deren Durchschnitt also die leere Menge ist) Komplementärmengen
voneinander. Als Formel schreibt sich das A = M \ B oder B = M \ A;
aus jeder der beiden Formeln lässt sich die andere herleiten, falls A
und B beides Teilmengen von M sind.

Man kann das Adjektiv "komplementär" verwenden, aber was es genau
bedeutet, richtet sich nach M. Man müsste komplett also sagen "A ist
komplementär zu B in Bezug auf M". Ist aus dem Zusammenhang klar,
welche Menge die Rolle von M spielt, schenkt man sich das, z.B. "Sei A
eine Menge reeller Zahlen und B die Komplementärmenge von A [in Bezug
auf eben die Menge der reellen Zahlen]."

Für Mathematiker würden "negativ", "invers" oder "konvers" andere oder
gar keine Vorstellungen wecken.

Inwieweit die mathematische Sprechweise für deine Situation sprachlich
passt, musst du selbst entscheiden.

--
Helmut Richter
Lars Bräsicke
2018-05-18 01:10:42 UTC
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Post by Christina Kunze
Liebe Leute,
Zwei Gruppen von Leuten kennen Filme. Die einen kennen die einen, die
anderen kennen die anderen. Überschneidungen gibt es nicht. Nun kommt
ein Film heraus, der aus Teilen der einen und Teilen der anderen Filme
zusammengesetzt ist.
Alle Zuschauer kennen Teile des Films, die einen nur die einen und die
anderen nur die anderen.
Was sind dann jetzt die beiden Gruppen?
Negative? Gegenstücke?
Partitionen = Teilmengen einer disjunkten Vereinigung
Post by Christina Kunze
verbal: sie ergänzen einander, schließen einander aber auch aus
adjektivisch: sie sind einander(?)/zueinander(?) invers
disjunkt
Helmut Richter
2018-05-18 06:19:08 UTC
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Raw Message
Post by Lars Bräsicke
Partitionen = Teilmengen einer disjunkten Vereinigung
Eine Partition ist eine Zerlegung in disjunkte nichtleere Teilmengen, aber
nicht eine der Teilmengen.
Post by Lars Bräsicke
Post by Christina Kunze
verbal: sie ergänzen einander, schließen einander aber auch aus
adjektivisch: sie sind einander(?)/zueinander(?) invers
disjunkt
Das ist nur das, was mit "schließen einander aus" gesagt wird, aber nicht,
dass sie zusammen den Grundmenge abdecken. Da es hier nur zwei Mengen
sind, passt in mathematischer Sprechweise "komplementär" recht gut, aber
ich habe Zweifel, dass man das ohne weiteres in den nichtmathematischen
Umgangssprache verwenden kann.
--
Helmut Richter
Jakob Achterndiek
2018-05-18 08:08:19 UTC
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Raw Message
[..] Da es hier nur zwei Mengen sind, passt in mathematischer
Sprechweise "komplementär" recht gut, aber ich habe Zweifel,
dass man das ohne weiteres in den nichtmathematischen
Umgangssprache verwenden kann.
Da der Ursprung im lateinischen "completus" = vollständig (und dem
dazugehörigen Verb) liegt, gehört es zum Bestand der sogenannten
Bildungssprache, ist also zwar nicht Jedermanns Sache, kann aber in
*jedem* Zusammenhang gebraucht werden, in dem es seiner Bedeutung
nach paßt. - Hier paßt es!
--
j/\a
Christina Kunze
2018-05-18 19:09:51 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
[..] Da es hier nur zwei Mengen sind, passt in mathematischer
Sprechweise "komplementär" recht gut, aber ich habe Zweifel,
dass man das ohne weiteres in den nichtmathematischen
Umgangssprache verwenden kann.
Da der Ursprung im lateinischen "completus" = vollständig (und dem
dazugehörigen Verb) liegt, gehört es zum Bestand der sogenannten
Bildungssprache, ist also zwar nicht Jedermanns Sache, kann aber in
*jedem* Zusammenhang gebraucht werden, in dem es seiner Bedeutung
nach paßt. - Hier paßt es!
Danke für die Erklärungen. "Komplementär" gefällt mir am besten, denn
disjunkt finde ich zu fachsprachlich; ich denke, das Wort im
Zusammenhang mit dem Kontext ist für die Zielgruppe
(Geisteswissenschaftler, insb. Historiker) durchaus verständlich.

chr

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