Discussion:
Relativpronomen
(zu alt für eine Antwort)
Gunhild Simon
2018-04-16 21:17:26 UTC
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Raw Message
Die ZEIT-"Elbvertiefung" zitierte heute:
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."

Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.

Gruß
Gunhild
Quinn C
2018-04-16 21:27:51 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser
dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Ja, oder noch besser: "derer".

"Dieser" wäre richtig ,wenn ein neuer Satz angefangen würde:

"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle. Aufgrund dieser
wurde dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt."

Das klingt aber recht schwerfällig.
--
da kamen abermals in das Elsas uber die Zaberer steig ein volck, die
nante man auch die Engelländer und gugeler B. HERTZOG
Olaf Dietrich
2018-04-17 11:58:40 UTC
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Raw Message
Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser
dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Ja, oder noch besser: "derer".
Oder »deren«, da es sich doch um ein Relativpronomen
und nicht um ein Demonstrativpronomen handelt?

Olaf
Jakob Achterndiek
2018-04-17 12:09:48 UTC
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Raw Message
Post by Olaf Dietrich
Post by Quinn C
Die ZEIT-"Elbvertiefung" zitierte heute: "In der Tondernstraße
befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer
der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
[..] Ich würde "welcher", wenn man sich denn so ausdrücken will,
für grammatikalisch richtig.
Ja, oder noch besser: "derer".
Oder »deren«,
da es sich doch um ein Relativpronomen und nicht um ein
Demonstrativpronomen handelt?
Nein!
Es sei denn, die Baustelle besteht aus einer Grube, auf deren Grund
der Mast gestanden hat. ;)
--
j/\a
Olaf Dietrich
2018-04-17 15:06:19 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Post by Olaf Dietrich
Post by Quinn C
Die ZEIT-"Elbvertiefung" zitierte heute: "In der Tondernstraße
befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer
der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
[..] Ich würde "welcher", wenn man sich denn so ausdrücken will,
für grammatikalisch richtig.
Ja, oder noch besser: "derer".
Oder »deren«,
da es sich doch um ein Relativpronomen und nicht um ein
Demonstrativpronomen handelt?
Nein!
Es sei denn, die Baustelle besteht aus einer Grube, auf deren Grund
der Mast gestanden hat. ;)
Handelt es sich bei »derer« in der Konstruktion »aufgrund derer«
Deiner Ansicht nach um ein (vorausweisendes) Demonstrativprononmen?

Als Relativpronomen (Sg. Fem.) wird - wenigstens bei strenger
Regelauslegung - »deren« verwendet:
»Die Person, deren er sich annahm, ...«.

Warum sollte das nach »aufgrund« anders sein?

Olaf
Quinn C
2018-04-17 16:38:29 UTC
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Raw Message
Post by Olaf Dietrich
Post by Jakob Achterndiek
Post by Olaf Dietrich
Post by Quinn C
Die ZEIT-"Elbvertiefung" zitierte heute: "In der Tondernstraße
befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer
der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
[..] Ich würde "welcher", wenn man sich denn so ausdrücken will,
für grammatikalisch richtig.
Ja, oder noch besser: "derer".
Nennen wir das Beispiel 1:

(1) ... eine Baustelle, aufgrund derer ...
Post by Olaf Dietrich
Post by Jakob Achterndiek
Post by Olaf Dietrich
Oder »deren«,
da es sich doch um ein Relativpronomen und nicht um ein
Demonstrativpronomen handelt?
Nein!
Es sei denn, die Baustelle besteht aus einer Grube, auf deren Grund
der Mast gestanden hat. ;)
Handelt es sich bei »derer« in der Konstruktion »aufgrund derer«
Deiner Ansicht nach um ein (vorausweisendes) Demonstrativprononmen?
Als Relativpronomen (Sg. Fem.) wird - wenigstens bei strenger
»Die Person, deren er sich annahm, ...«.
Nennen wir das Beispiel (2). Auch hier würde ich "derer" bevorzugen.
Vielleicht weil das Wort, das den Genitiv verlangt, nachfolgt?

(3) Die Person, deren Namen ich immer vergesse

Da möchte ich eindeutig "deren".
Post by Olaf Dietrich
Warum sollte das nach »aufgrund« anders sein?
Duden hält "deren" und "derer" in (1) und (2) für austauschbar:
<https://www.duden.de/rechtschreibung/derer>
--
It gets hot in Raleigh, but Texas! I don't know why anybody
lives here, honestly.
-- Robert C. Wilson, Vortex (novel), p.220
Christina Kunze
2018-04-17 19:43:40 UTC
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Raw Message
Post by Quinn C
(1) ... eine Baustelle, aufgrund derer ...
Post by Olaf Dietrich
»Die Person, deren er sich annahm, ...«.
Nennen wir das Beispiel (2). Auch hier würde ich "derer" bevorzugen.
Vielleicht weil das Wort, das den Genitiv verlangt, nachfolgt?
(3) Die Person, deren Namen ich immer vergesse
Da möchte ich eindeutig "deren".
Da ist es ja auch ein Possessivpronomen.
Post by Quinn C
<https://www.duden.de/rechtschreibung/derer>
Drum schrieb irgendwer von strenger Auslegung.

Ich verstehe nicht, was Jakob meint, wenn er zwischen dem
Relativpronomen mit und ohne Präposition unterscheidet.

chr
Ralf Joerres
2018-04-18 13:52:07 UTC
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Raw Message
Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser
dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Ja, oder noch besser: "derer".
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle. Aufgrund dieser
wurde dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt."
Das klingt aber recht schwerfällig.
Die Schwerfälligkeit ist noch steigerbar mit 'derentwegen', und dies
wiederum mit 'dieserhalb und desterwegen'.

Ralf Joerres
U***@web.de
2018-04-18 14:33:00 UTC
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Raw Message
Post by Ralf Joerres
Post by Quinn C
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser
dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Ja, oder noch besser: "derer".
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle. Aufgrund dieser
wurde dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt."
Das klingt aber recht schwerfällig.
Die Schwerfälligkeit ist noch steigerbar mit 'derentwegen',
Auch 'welchselbiger' vermöchte hier nützliche Dienste zu leisten.

Gruß, ULF
Heinz Lohmann
2018-04-17 01:19:25 UTC
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Raw Message
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Wer sich in gestelzten Formulierungen ergeht, kommt aufgrund dieser/n
leicht ins Stolpern:

"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, *weshalb* dort für
die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Christina Kunze
2018-04-17 05:13:36 UTC
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Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser
dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Wer sich in gestelzten Formulierungen ergeht, kommt aufgrund dieser/n
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, *weshalb* dort für
die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Denn genau genommen wurde der Mast dort nicht aufgrund der Baustelle
entfernt, oder?
Mir ist das eine zu ungenaue Verwendung von "aufgrund".

chr
Jakob Achterndiek
2018-04-17 07:56:16 UTC
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Post by Heinz Lohmann
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser
dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
[..]
Wer sich in gestelzten Formulierungen ergeht, kommt aufgrund dieser/n
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, *weshalb* dort für
die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ja!

Eine immer wieder bestätigte Beobachtung ist, daß in Schulaufsätzen und
öffentlichen Medien gerade solche Leute die gewagtesten Formulierungen
riskieren, denen schon die Wortwahl in der normalen Sprache die größten
Schwierigkeiten macht.
--
j/\a
U***@web.de
2018-04-17 11:34:14 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Eine immer wieder bestätigte Beobachtung ist, daß in Schulaufsätzen und
öffentlichen Medien gerade solche Leute die gewagtesten Formulierungen
riskieren, denen schon die Wortwahl in der normalen Sprache die größten
Schwierigkeiten macht.
"Bitte werfen sie keine... in die..., um Verstopfungen zu vermeiden."

Dieser bahnoffizielle Finalsatz ist m.E. auch falsch, denn
außer selbstverflüssigenden Reinigern vermag wohl kein
Wurfobjekt die Vermeidung herbeizuführen.

Gruß, ULF
Jakob Achterndiek
2018-04-17 12:02:22 UTC
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Raw Message
Am Dienstag, 17. April 2018 09:56:22 UTC+2 schrieb Jakob
Eine immer wieder bestätigte Beobachtung ist, daß in Schul-
aufsätzen und öffentlichen Medien gerade solche Leute die
gewagtesten Formulierungen riskieren, denen schon die Wortwahl
in der normalen Sprache die größten Schwierigkeiten macht.
"Bitte werfen sie keine... in die..., um Verstopfungen zu
vermeiden."
Dieser bahnoffizielle Finalsatz ist m.E. auch falsch, denn außer
selbstverflüssigenden Reinigern vermag wohl kein Wurfobjekt die
Vermeidung herbeizuführen.
Was jetzt geschehen ist, nennt man wohl einen Treppenwitz.

Im vorliegenden Fall nämlich wird meine oben erwähnte Beobachtung
nicht etwa durch das von dir genannte Beispiel, sondern erst durch
deinen Kommentar zu deinem Beispiel bestätigt:
| .. vermag wohl kein Wurfobjekt die Vermeidung herbeizuführen.
;)
--
j/\a
U***@web.de
2018-04-17 12:15:45 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Post by U***@web.de
Eine immer wieder bestätigte Beobachtung ist, daß in Schul-
aufsätzen und öffentlichen Medien gerade solche Leute die
gewagtesten Formulierungen riskieren, denen schon die Wortwahl
in der normalen Sprache die größten Schwierigkeiten macht.
"Bitte werfen sie keine... in die..., um Verstopfungen zu
vermeiden."
Dieser bahnoffizielle Finalsatz ist m.E. auch falsch, denn außer
selbstverflüssigenden Reinigern vermag wohl kein Wurfobjekt die
Vermeidung herbeizuführen.
Was jetzt geschehen ist, nennt man wohl einen Treppenwitz.
Im vorliegenden Fall nämlich wird meine oben erwähnte Beobachtung
nicht etwa durch das von dir genannte Beispiel, sondern erst durch
| .. vermag wohl kein Wurfobjekt die Vermeidung herbeizuführen.
;)
Wäre der Satz nicht verquer, hätte man eine finale Verknüpfung
zwischen Verb und Vermeidung, nicht zwischen seiner Verneinung und
der Vermeidung.

"Um Verstopfungen zu vermeiden, sehen sie bitte davon ab,...
zu werfen",

ist weniger irritierend.

Oder

"Bitte werfen sie keine... in die..., da anderenfalls Verstopfungen zu
besorgen sind."

Gruß, ULF
Dorothee Hermann
2018-04-17 13:56:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Post by U***@web.de
Post by Jakob Achterndiek
Eine immer wieder bestätigte Beobachtung ist, daß in
Schulaufsätzen und öffentlichen Medien gerade solche Leute
die gewagtesten Formulierungen riskieren, denen schon die
Wortwahl in der normalen Sprache die größten Schwierigkeiten
macht.
"Bitte werfen sie keine... in die..., um Verstopfungen zu
vermeiden."
Dieser bahnoffizielle Finalsatz ist m.E. auch falsch, denn
außer selbstverflüssigenden Reinigern vermag wohl kein Wurfobjekt
die Vermeidung herbeizuführen.
Was jetzt geschehen ist, nennt man wohl einen Treppenwitz.
Im vorliegenden Fall nämlich wird meine oben erwähnte Beobachtung
nicht etwa durch das von dir genannte Beispiel, sondern erst
| .. vermag wohl kein Wurfobjekt die Vermeidung herbeizuführen.
;)
Wäre der Satz nicht verquer, hätte man eine finale Verknüpfung
zwischen Verb und Vermeidung, nicht zwischen seiner Verneinung und
der Vermeidung.
"Um Verstopfungen zu vermeiden, sehen sie bitte davon ab,...
zu werfen",
ist weniger irritierend.
Oder
"Bitte werfen sie keine... in die..., da anderenfalls Verstopfungen
zu besorgen sind."
"zu besorgen"?
Du meintest "zu befürchten"?


Dorothee
U***@web.de
2018-04-17 14:10:30 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Post by U***@web.de
"Bitte werfen sie keine... in die..., da anderenfalls Verstopfungen
zu besorgen sind."
"zu besorgen"?
Du meintest "zu befürchten"?
Das drückt die fünfte Bedeutung in der Tat aus,
https://www.dwds.de/wb/besorgen

Gruß, ULF
Dorothee Hermann
2018-04-17 14:15:36 UTC
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Dorothee Hermann
Post by U***@web.de
"Bitte werfen sie keine... in die..., da anderenfalls Verstopfungen
zu besorgen sind."
"zu besorgen"?
Du meintest "zu befürchten"?
Das drückt die fünfte Bedeutung in der Tat aus,
https://www.dwds.de/wb/besorgen
"veraltend".
Aber vielleicht wird ein Handwerker Dich verstehen, wenn Du ihm sagt, er
möge doch bitte kommen, denn Du hättest "eine Verstopfung besorgt"?

Ich hätte dem Handwerker gegenüber eher meine Befürchtung, dass es sich
um eine Verstopfung handelt, kund getan.

Dorothee
U***@web.de
2018-04-17 16:16:36 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Post by U***@web.de
Post by Dorothee Hermann
Post by U***@web.de
"Bitte werfen sie keine... in die..., da anderenfalls Verstopfungen
zu besorgen sind."
"zu besorgen"?
Du meintest "zu befürchten"?
Das drückt die fünfte Bedeutung in der Tat aus,
https://www.dwds.de/wb/besorgen
"veraltend".
Solange es Widerspruchsbehörden und Gerichte gibt,
stirbt das nicht aus.
Post by Dorothee Hermann
Aber vielleicht wird ein Handwerker Dich verstehen, wenn Du ihm sagt, er
möge doch bitte kommen, denn Du hättest "eine Verstopfung besorgt"?
Ich hätte dem Handwerker gegenüber eher meine Befürchtung, dass es sich
um eine Verstopfung handelt, kund getan.
Kund getan. Das sag mal dem Anrufbeantworter des Handwerkers.
Der Betriebsinhaber besorgt sich ein altsprachliches Wörterbuch
oder entsorgt Deine Nachricht ohne weitere Reaktion.

"Könnten Sie bitte bald kommen? Ich fürchte, der
Abfluß hat sich zugesetzt."

Gruß, ULF
Quinn C
2018-04-17 16:42:27 UTC
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Dorothee Hermann
Aber vielleicht wird ein Handwerker Dich verstehen, wenn Du ihm sagt, er
möge doch bitte kommen, denn Du hättest "eine Verstopfung besorgt"?
Ich hätte dem Handwerker gegenüber eher meine Befürchtung, dass es sich
um eine Verstopfung handelt, kund getan.
Kund getan. Das sag mal dem Anrufbeantworter des Handwerkers.
Der Betriebsinhaber besorgt sich ein altsprachliches Wörterbuch
oder entsorgt Deine Nachricht ohne weitere Reaktion.
"Könnten Sie bitte bald kommen? Ich fürchte, der
Abfluß hat sich zugesetzt."
Das mir Zusetzen überlasse ich bisher immer noch den Leuten um mich
herum. Selbst ärgere ich mich allenfalls.
--
gugelfranz, m., spöttische bezeichnung eines mönchs
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
U***@web.de
2018-04-17 16:55:09 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Quinn C
Post by U***@web.de
"Könnten Sie bitte bald kommen? Ich fürchte, der
Abfluß hat sich zugesetzt."
Das mir Zusetzen überlasse ich bisher immer noch den Leuten um mich
herum. Selbst ärgere ich mich allenfalls.
Schön. Und wo schrieb ich 'mir'?

Gruß, ULF
Dorothee Hermann
2018-04-17 19:34:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Ich hätte dem Handwerker gegenüber eher meine Befürchtung, dass
es sich um eine Verstopfung handelt, kund getan.
"Könnten Sie bitte bald kommen? Ich fürchte, der Abfluß hat sich
zugesetzt."
Meine Formulierung hat vor ca. einem dreiviertel Jahr gewirkt.
Der Handwerker kam.

(Und brachte passendes Werkzeug mit, denn eine Verengung des Rohres,
außerhalb des Hauses, war ihm vom Vormieter schon bekannt)


Dorothee
U***@web.de
2018-04-18 07:32:58 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Post by Dorothee Hermann
Ich hätte dem Handwerker gegenüber eher meine Befürchtung, dass
es sich um eine Verstopfung handelt, kund getan.
"Könnten Sie bitte bald kommen? Ich fürchte, der Abfluß hat sich
zugesetzt."
Meine Formulierung hat vor ca. einem dreiviertel Jahr gewirkt.
Der Handwerker kam.
Ich bekenne mich der gelegentlich antikisierenden
Ausdrucksweise für schuldig.

Bekam der von Dir beauftragte Handwerker wirklich
'kund getan' zu lesen oder zu hören, oder
blieb dies dieser unserer NG vorbehalten?
Jakob Achterndiek
2018-04-18 08:53:46 UTC
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Raw Message
Dies ist das vorläufige Ende eines Fadens, der begonnen hat mit
meiner Feststellung:
| Eine immer wieder bestätigte Beobachtung ist, daß in Schul-
| aufsätzen und öffentlichen Medien gerade solche Leute die
| gewagtesten Formulierungen riskieren, denen schon die Wortwahl
| in der normalen Sprache die größten Schwierigkeiten macht.

Zwischendurch fusselte der Faden auch mit den Wendungen:
| eine Verstopfung besorgen - eine Verstopfung kundtun
Post by U***@web.de
Ich bekenne mich der gelegentlich antikisierenden
Ausdrucksweise für schuldig.
Ich aber sage euch:
Solche Antikisierung der Ausdrucksweise ist auch eine (je nach
Temperament so zu nennende) Sozialisierung, Demokratisierung,
Popularisierung, Vulgarisierung, zugleich eine Art Recycling
von nicht mehr gebrauchten, überflüssig gewordenen und darum
gar nicht mehr verstandenen Denkfiguren.
Hier zum Beispiel:
| Siehe, ich ver*künde* euch große Be*sorg*nis:
| "Mein Klo ist verstopft!"
Das implizieren aber nicht viele von denen, die sowas recyclieren -
und wissen folglich selbst nicht, was sie da so von sich geben.
:(
--
j/\a
U***@web.de
2018-04-18 10:42:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Ich bekenne mich der gelegentlich antikisierenden
Ausdrucksweise für schuldig.
Wer von Euch auch hier ohne Altsprech ist, der werfe
den ersten Stein.

Deinen Fehlwurf habe ich zur Kenntnis genommen.
Dorothee Hermann
2018-04-18 12:27:40 UTC
Permalink
Raw Message
Ich bekenne mich der gelegentlich antikisierenden Ausdrucksweise für
schuldig.
Bekam der von Dir beauftragte Handwerker wirklich 'kund getan' zu
lesen oder zu hören, oder blieb dies dieser unserer NG vorbehalten?
Meine Antwort darauf ist der Satz eines großen Schreibers:
"Ich bekenne mich der gelegentlich antikisierenden Ausdrucksweise
für schuldig".


Dorothee
Jakob Achterndiek
2018-04-18 12:49:35 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dorothee Hermann
Bekam der von Dir beauftragte Handwerker wirklich 'kund getan' zu
lesen oder zu hören, oder blieb dies dieser unserer NG vorbehalten?
"Ich bekenne mich der gelegentlich antikisierenden Ausdrucksweise
für schuldig".
Welcher große Schreiber war das?
Ich frage, weil mich das "für" in dem Schuldbekenntnis wundert.
Das scheint übernommen aus "jemanden für schuldig halten", ist
aber in "sich schuldig bekennen" fehl am Platze. Darum die Bitte:
Welcher war's?
--
j/\a
U***@web.de
2018-04-18 12:52:41 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Ich frage, weil mich das "für" in dem Schuldbekenntnis wundert.
Das scheint übernommen aus "jemanden für schuldig halten", ist
aber in "sich schuldig bekennen" fehl am Platze.
Derlei kam mir zwischenzeitlich auch in den Sinn, ich wollte
den Beitrag aber deswegen nicht stornieren. Hätte,
nachdem er insoweit zitiert wurde, auch nicht viel gebracht.

Gruß, ULF
Helmut Richter
2018-04-17 15:30:26 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dorothee Hermann
"zu besorgen"?
Du meintest "zu befürchten"?
Das ist Juristendeutsch. Es gibt da ein paar Formulierungen, die man in
der Umgangssprache nicht (mehr?) so sagt. Ein anderes Beispiel ist "soweit
nicht ein anderes bestimmt ist" statt "soweit nichts anderes festgelegt
worden ist".
--
Helmut Richter
Dorothee Hermann
2018-04-17 19:34:36 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Helmut Richter
"zu besorgen"? Du meintest "zu befürchten"?
Das ist Juristendeutsch. Es gibt da ein paar Formulierungen, die man
in der Umgangssprache nicht (mehr?) so sagt. Ein anderes Beispiel ist
"soweit nicht ein anderes bestimmt ist" statt "soweit nichts anderes
festgelegt worden ist".
Danke für die Aufklärung.


Dorothee
x***@gmail.com
2018-04-19 15:51:52 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Helmut Richter
Post by Dorothee Hermann
"zu besorgen"?
Du meintest "zu befürchten"?
Das ist Juristendeutsch. Es gibt da ein paar Formulierungen, die man in
der Umgangssprache nicht (mehr?) so sagt. Ein anderes Beispiel ist "soweit
nicht ein anderes bestimmt ist" statt "soweit nichts anderes festgelegt
worden ist".
"Ich setze Sie hiermit in den Stand" is aber anetschlecht - FR

Ralf Joerres
2018-04-18 13:59:30 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Wer sich in gestelzten Formulierungen ergeht, kommt aufgrund dieser/n
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, *weshalb* dort für
die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan
Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Oder: ... eine Baustelle. Dort musste für die Dauer der Bauzeit ...

Ralf Joerres
H.-P. Schulz
2018-04-17 08:28:30 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
*derer* ist das Wort.

Aber 'aufgrund' ist unnötig - und auch falsch.

"Wegen einer Baustelle ... musste dort vorübergehend ein Mast entfernt
werden." wäre meine Version.

Dass es sich bei dem 'vorübergehend' um die Dauer dieser Baustelle
handele, sagt - wenn vohanden - der normale Menschenverstand.
Bertel Lund Hansen
2018-04-17 08:29:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund
dieser dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde.
..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Vielleicht verstehe ich den Satz nicht ganz. Wozu zeigt "dieser",
und warum das -r?
--
/Bertel - aus Dänemark
Lars Bräsicke
2018-04-17 17:54:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bertel Lund Hansen
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund
dieser dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde.
..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Vielleicht verstehe ich den Satz nicht ganz. Wozu zeigt "dieser",
und warum das -r?
Es bezieht sich auf die Baustelle;
-r, da Genitiv (= aufgrund der Baustelle).
Bertel Lund Hansen
2018-04-18 06:50:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Lars Bräsicke
Post by Bertel Lund Hansen
Vielleicht verstehe ich den Satz nicht ganz. Wozu zeigt "dieser",
und warum das -r?
Es bezieht sich auf die Baustelle;
-r, da Genitiv (= aufgrund der Baustelle).
Ah, da wurde alles klar. Danke.
--
/Bertel - aus Dänemark
Lars Bräsicke
2018-04-17 17:51:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
"Dieser" ist kein Relativ- ("welcher", "derer"), sondern ein
Demonstrativpronomen.
Wäre der zweite Teil- ein Hauptsatz, ginge es. In den Nebensatz gehört
aber ein Relativum.
Diedrich Ehlerding
2018-04-17 17:04:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort
für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch.
Ich auch.
Post by Gunhild Simon
Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Ich würde die ganze Floskel gegen "deretwegen" austauschen.
--
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fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
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U***@web.de
2018-04-17 18:22:09 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gunhild Simon
"In der Tondernstraße befindet sich eine Baustelle, aufgrund dieser dort für die Dauer der Bauzeit ein Mast entfernt wurde. ..."
Ich halte in dem Relativsatz das Pronomen
"dieser" für falsch. Ich würde "welcher", wenn man
sich denn so ausdrücken will, für grammatikalisch
richtig.
Der Satz ist ohnehin verkorkst.

Besser:

"Wegen einer Baustelle in der Tondernstraße wurde dort
vorübergehend ein Mast entfernt."

Gruß, ULF
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