Discussion:
Sendungen verfolgen
Add Reply
Heinz Lohmann
2018-05-13 08:28:14 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Heute auf SPON über einen der raren kulturellen TV-Höhepunkte:

"Im vergangenen Jahr hatte der Portugiese Salvador Sobral mit dem Lied
"Amar pelos dois" gewonnen und so den Grand Prix in sein Heimatland
geholt. Sobral, der im Dezember ein neues Herz transplantiert bekommen
hatte, stand nun in Lissabon in einer der Finalpausen auf der Bühne und
sang seinen Siegerhit zusammen mit der brasilianischen Musiklegende
Caetano Veloso - der Auftritt zählte zu den emotionalen Höhepunkten der
Musikshow. Laut Veranstalter verfolgten sie weltweit etwa 200 Millionen
TV-Zuschauer."

Bei der Formulierung "200 Mio. verfolgten weltweit die Sendung" stelle
ich mir immer vor, wie die Leute vor dem Heim-TV-Gerät hocken und sich
konzentriert eine Sendung anschauen. Bei einem guten Krimi zum Beispiel.

Meine Erfahrungen aus TW und Japan zeigt mir, dass die
TV-Unterhaltungsprogramme oft so nebenbei laufen und die Leute alles
Mögliche machen, so wie man oft ein Radio im Hintergrund laufen lässt.
Ab und zu guckt man mal hin, aber dudeln kann die Kiste schließlich auch
allein.

Ich vermute, das ist in DACH und dem Rest von Europa sowie "weltweit"
nicht viel anders, die Antarktis vielleicht mal ausgenommen.

Woher wissen de Veranstalter, was die "Zuschauer" da treiben, wenn die
Glotze läuft?

PS: Bei dem transplantierten Herzen vermute ich, dass es sich eher um
ein gebrauchtes Organ handelt ...

SPON: Der sprachliche Höhepunkt am Wochenende!

<http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gewinner-des-eurovision-song-contest-2018-netta-fuer-israel-a-1207461.html>
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Florian Weimer
2018-05-13 15:55:35 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Woher wissen de Veranstalter, was die "Zuschauer" da treiben, wenn die
Glotze läuft?
Es wird eine repräsentative Stichprobe instrumentiert.

| Jedes Empfangsgerät in den Haushalten des Fernsehpanels ist an ein
| Messgerät, angeschlossen. Das Messsystem besteht aus einem
| Anzeigefeld, dem eigentlichen Messgerät und einer Fernbedienung. Die
| im Haushalt lebenden Personen melden sich durch Knopfdruck auf einer
| ihnen zugeordneten Personentaste auf der Fernbedienung als Zuschauer
| an und ab. Die sekundengenau registrierten Daten werden im Messgerät
| gespeichert und über Telefonleitung an die Rechenzentrale der GfK
| Fernsehforschung weitergeleitet.

<https://www.agf.de/service/glossar/?eintrag=messtechnik>

Vermutlich gibt es auch experimente mit Gesichtserkennung und
ähnlichen Verfahren.
Matthias Opatz
2018-05-13 18:19:26 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Meine Erfahrungen aus TW und Japan zeigt mir, dass die
TV-Unterhaltungsprogramme oft so nebenbei laufen und die Leute alles
Mögliche machen, so wie man oft ein Radio im Hintergrund laufen lässt.
Ab und zu guckt man mal hin, aber dudeln kann die Kiste schließlich auch
allein.
Ich vermute, das ist in DACH und dem Rest von Europa sowie "weltweit"
nicht viel anders
Also, aus meinem Bekanntenkreis kenne ich das nicht.
Ich hätte das im Harz-4-Milieu und umzu verortet.

Matthias
Ralf Joerres
2018-05-13 20:16:53 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Matthias Opatz
Post by Heinz Lohmann
Meine Erfahrungen aus TW und Japan zeigt mir, dass die
TV-Unterhaltungsprogramme oft so nebenbei laufen und die Leute alles
Mögliche machen, so wie man oft ein Radio im Hintergrund laufen lässt.
Ab und zu guckt man mal hin, aber dudeln kann die Kiste schließlich auch
allein.
Ich vermute, das ist in DACH und dem Rest von Europa sowie "weltweit"
nicht viel anders
Also, aus meinem Bekanntenkreis kenne ich das nicht.
Ich hätte das im Harz-4-Milieu und umzu verortet.
Ganz so krass hätte ich das nicht ausgedrückt, aber der Tendenz nach
kann das hinkommen. Ich hab selbst auch keine näheren Bekannten, bei
denen das so ist. Was heutzutage im Smartphonozän im Familienkreis
gesellschaftlich üblich ist, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.

Gruß Ralf Joerres
Florian Ritter
2018-05-15 22:49:05 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Ralf Joerres
Post by Matthias Opatz
Post by Heinz Lohmann
Ich vermute, das ist in DACH und dem Rest von Europa sowie "weltweit"
nicht viel anders
Also, aus meinem Bekanntenkreis kenne ich das nicht.
Ich hätte das im Harz-4-Milieu und umzu verortet.
Ganz so krass hätte ich das nicht ausgedrückt, aber der Tendenz nach
kann das hinkommen. Ich hab selbst auch keine näheren Bekannten, bei
denen das so ist. Was heutzutage im Smartphonozän im Familienkreis
gesellschaftlich üblich ist, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.
In vorfunktelefonischer Zeit hatte ich die Scheune eines
Hofes gemietet und dadurch Einblick ins Familienleben eines
Landwirts im Nebenerwerb mit etwa acht Kindern, eines schiefmäuliger
und krummbeiniger als das andere. Im äußerst spärlich möblierten
Wohnraum war ein Fernseher auf einem Brett im Eck aufgestellt, so hoch,
dass die Blagen nicht rankamen (es gab keine Fernbedienung) und etwa
frech den Kanal wexeln konnten - die Kiste lief eigentlich immer.
Richtig kuschlig war es aber in der Futterküche, da standen neben
Waschmaschine & Kartoffeldämpfer etliche zweifelhafte Sitzgelegenheiten
sowie ein tragbares Fernsehgerät mit schneeichtem Bild, vor dem
mit Nachbarn ungehemmt klarer Kornbrannt eingenommen wurde.
Auch war das Verhältnis zu fremdem Eigentum derart, dass der Hof
häufigen polizeilichen Besuchs nicht entriet - FR
Ralf Joerres
2018-05-13 20:25:33 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
"Im vergangenen Jahr hatte der Portugiese Salvador Sobral mit dem Lied
"Amar pelos dois" gewonnen und so den Grand Prix in sein Heimatland
geholt. Sobral, der im Dezember ein neues Herz transplantiert bekommen
hatte, stand nun in Lissabon in einer der Finalpausen auf der Bühne und
sang seinen Siegerhit zusammen mit der brasilianischen Musiklegende
Caetano Veloso - der Auftritt zählte zu den emotionalen Höhepunkten der
Musikshow. Laut Veranstalter verfolgten sie weltweit etwa 200 Millionen
TV-Zuschauer."
Ich fand den Satz beim ersten Lesen nicht verständlich, ich stutzte bei
dem 'sie' und hielt es für das Subjekt, da hatte ich zu flüchtig gelesen.
Doch auch nach dem Noch-Einmal-Lesen finde ich diesen Satzbau sehr
ungünstig, ich hätte einen Passivsatz vorgezogen. Sowieso verstehe ich
den Text kaum: Was ist eine 'Finalpause'? Sang der Matador seinen
emotionalen Abräumer also quasi als Pausenfüller? Scheint tatsächlich
so gewesen zu sein...

Verwundert grüßt: Ralf Joerres
H.-P. Schulz
2018-05-14 15:08:45 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
"Im vergangenen Jahr hatte der Portugiese Salvador Sobral mit dem Lied
"Amar pelos dois" gewonnen und so den Grand Prix in sein Heimatland
geholt. Sobral, der im Dezember ein neues Herz transplantiert bekommen
hatte, stand nun in Lissabon in einer der Finalpausen auf der Bühne und
sang seinen Siegerhit zusammen mit der brasilianischen Musiklegende
Caetano Veloso - der Auftritt zählte zu den emotionalen Höhepunkten der
Musikshow. Laut Veranstalter verfolgten sie weltweit etwa 200 Millionen
TV-Zuschauer."
Bei der Formulierung "200 Mio. verfolgten weltweit die Sendung" stelle
ich mir immer vor, wie die Leute vor dem Heim-TV-Gerät hocken und sich
konzentriert eine Sendung anschauen. Bei einem guten Krimi zum Beispiel.
Watt hätter denn sonz schreibm solln?

"200 Mio Deppen haben sich den Schwachsinn reingezogen"?

"200 Mio Umkonditionierungskandidaten weltweit waren wie Alex in
"Clockwork Orange" zum Anschauen des Verblödungsgipfels fixiert"?

"200 Mio allseitig reduzierte Persönlichkeiten feierten die
Verpfuschtheit ihres Lebens durch mehrstündiges Betrachten des ESC"?

So besser?

BTW Was soll denn ein "guter Krimi" sein? Etwas ähnlich Bescheuertes
wie "ein gutes Buch" oder "eine gute Flasche Wein"?
Beware!

H"Der will nur spielen"P
Heinz Lohmann
2018-05-15 00:58:39 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by H.-P. Schulz
BTW Was soll denn ein "guter Krimi" sein? Etwas ähnlich Bescheuertes
wie "ein gutes Buch" oder "eine gute Flasche Wein"?
Beware!
Münster-Tatort! Mit einer guten Flasche Bier! Oder mehr.
--
H.
Matthias Opatz
2018-05-15 08:07:49 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Post by H.-P. Schulz
BTW Was soll denn ein "guter Krimi" sein? Etwas ähnlich Bescheuertes
wie "ein gutes Buch" oder "eine gute Flasche Wein"?
Beware!
Münster-Tatort! Mit einer guten Flasche Bier! Oder mehr.
Zustimmung. Die Münster-Tatorte sind oft schön schräg.

Die Weimar-Tatorte übrigens auch.

Matthias
Ralf Joerres
2018-05-15 11:18:47 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Post by H.-P. Schulz
BTW Was soll denn ein "guter Krimi" sein? Etwas ähnlich Bescheuertes
wie "ein gutes Buch" oder "eine gute Flasche Wein"?
Beware!
Münster-Tatort! Mit einer guten Flasche Bier! Oder mehr.
Seit schon'ner ganzen Weile reicht da eine Flasche nicht mehr. RJ
Florian Ritter
2018-05-15 23:09:04 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Lohmann
Post by H.-P. Schulz
BTW Was soll denn ein "guter Krimi" sein? Etwas ähnlich Bescheuertes
wie "ein gutes Buch" oder "eine gute Flasche Wein"?
Münster-Tatort!
Mit dem forensischen Pathologen Börne? Das ist mehr Klamotte
als Krimi wg. völlig realitätsfern.
Der Darsteller des Börne (Liefers?) kann seine sächsische
Herkunft nicht verbergen - ich kenne einen, der die Rolle
ohne Drehbuch spielen könnte, Greifswalder Kommilitone mit
dumpfem Drang zu geschwollener Rede, dito sächsisch grundiert.
Als er Vorlesungen in Lateinamerika hielt, warf er sich
als Professor auf (war aber doch so klug, diesen Titel in Dtschld.
nicht etwa auf Visitenkarten zu führen), gab an, nirgends besser
arbeiten zu können als im Flugzeug über dem Atlantik, nicht wahr,
beim Rückflug Zwischenaufenthalt in Florida, Steak & Lobster
gegessen, macht man dort eben...
Einmal erklärte er, eine Fertigung von Immunoassays aufziehen
zu wollen - da platzte mir der Kragen und ich erklärte ihm, er
hätte keine Ahnung, welchen behördlichen Auflagen und Überwachungen
er sich damit aussetzte. Seine Einsicht: Na gut, dann mache ich
eben weiter Phytopharmaka. Hör mir uff, der Mann war auch noch Patient
meiner Mutter - FR

U***@web.de
2018-05-15 06:48:44 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by H.-P. Schulz
BTW Was soll denn ein "guter Krimi" sein? Etwas ähnlich Bescheuertes
wie "ein gutes Buch" oder "eine gute Flasche Wein"?
Hassest Du das Gute?
Post by H.-P. Schulz
Beware!
Falsche NG.
H.-P. Schulz
2018-05-15 11:36:31 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
BTW Was soll denn ein "guter Krimi" sein? Etwas ähnlich Bescheuertes
wie "ein gutes Buch" oder "eine gute Flasche Wein"?
Hassest Du das Gute?
Offenbar, ja. Ich pflege seit jeher Umgang mit Leuten, denen ein Buch,
eine Flasche Wein und meinetwegen auch eine Zigarre reicht.
Helmut Richter
2018-05-15 12:19:47 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by H.-P. Schulz
Post by U***@web.de
Post by H.-P. Schulz
BTW Was soll denn ein "guter Krimi" sein? Etwas ähnlich Bescheuertes
wie "ein gutes Buch" oder "eine gute Flasche Wein"?
Hassest Du das Gute?
Offenbar, ja. Ich pflege seit jeher Umgang mit Leuten, denen ein Buch,
eine Flasche Wein und meinetwegen auch eine Zigarre reicht.
Spart sicher beim Wein und bei der Zigarre enorm Geld, wenns
was Schlechtes auch tut,
--
Helmut Richter
U***@web.de
2018-05-15 11:27:20 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Heinz Lohmann
sang seinen Siegerhit zusammen mit der brasilianischen Musiklegende
Caetano Veloso - der Auftritt zählte zu den emotionalen Höhepunkten der
Musikshow. Laut Veranstalter verfolgten sie weltweit etwa 200 Millionen
TV-Zuschauer."
Bei der Formulierung "200 Mio. verfolgten weltweit die Sendung"
Wenn ich einen Einlieferungsschein bekomme, beschränkt
sich die Sendungsverfolgung auf einen deutlich geringeren
Personenkreis.

Gruß, ULF
Loading...