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einzig, einzige, einziger
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Helmut Schellong
2017-06-12 07:34:27 UTC
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===============================================================
Einzig funktionierende Wassermühle in Deutschland.
Die einzig noch erhaltene voll funktionsfähige Wassermühle.
die Bockmühle der einzig vorkommende Windmühlentyp war.
===============================================================

Ich meine, hier muß es überall 'einzige' statt 'einzig' heißen.
--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong ***@schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm
U***@web.de
2017-06-12 07:53:26 UTC
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Moin,
Post by Helmut Schellong
===============================================================
Einzig funktionierende Wassermühle in Deutschland.
Die einzig noch erhaltene voll funktionsfähige Wassermühle.
die Bockmühle der einzig vorkommende Windmühlentyp war.
===============================================================
Ich meine, hier muß es überall 'einzige' statt 'einzig' heißen.
Ich meine, es gibt (auch) einen adverbialen Ge
Walter Schmid
2017-06-12 08:43:11 UTC
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Moin,
Post by Helmut Schellong
===============================================================
Einzig funktionierende Wassermühle in Deutschland.
Die einzig noch erhaltene voll funktionsfähige Wassermühle.
die Bockmühle der einzig vorkommende Windmühlentyp war.
===============================================================
Ich meine, hier muß es überall 'einzige' statt 'einzig' heißen.
Ich meine, es gibt (auch) einen adverbialen Gebrauch
von 'einzig'.
... der hier gegeben ist, - weil "einzig" sich immer auf ein Verb
bezieht, und nicht auf ein Substantiv.


Gruss

Walter
Gunhild Simon
2017-06-12 09:27:28 UTC
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Post by Walter Schmid
Moin,
...
Post by Walter Schmid
Ich meine, es gibt (auch) einen adverbialen Gebrauch
von 'einzig'.
... der hier gegeben ist, - weil "einzig" sich immer auf ein Verb
bezieht, und nicht auf ein Substantiv.
Das stimmt nicht ganz:

- Einzig/allein/nur ich machte nicht mit.
- Ich war die einzige, die nicht mitmachte.

- Die einzige/alleinige/letzte Chance war
zu fliehen.
- Einzig/allein/letztlich gab es nur noch
die Flucht.

Das war ja bereits von Ulf ausgesagt.

Ein Substantiv hat ein Attribut, dessen
Endung sich in Genus, Numerus und Kasus nach
ihm richtet - mit ihm kongruiert.

Ein Adverb ist keine Wortart.
Es hat keine solche Endung und bezieht
sich auf den Satz, Satzteile, Verbformen,
Adjektive oder andere Adverbien.
Es ist ein Satzglied.

"einzig" ist hier als Adverb zu verstehen,
weil es endungslos ist.
Attributiv dagegen, also als Adjektiv,
wenn es mit einer Endung versehen erscheint.

Gruß
Gunhild
U***@web.de
2017-06-12 12:07:31 UTC
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Moin,
Post by Gunhild Simon
Ein Adverb ist keine Wortart.
Versagst Du auch Adjektiven, Substantiven
und Verben diesen Titel?

Gruß, ULF
Gunhild Simon
2017-06-12 15:34:17 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Gunhild Simon
Ein Adverb ist keine Wortart.
Versagst Du auch Adjektiven, Substantiven
und Verben diesen Titel?
Eben nicht.
Das sind Wortarten in eigentlichen Sinn.

Ein Adverb, Adverbium, zum Wort gehörig,
genauso wie ein Adverbiale,"das Adverbige",
bezieht sch nicht mit einem Endungsmerkmal
auf andere Satzglieder. Es hat es meiner
Ansicht nach eher einen syntaktischen
Charakter. Ich würde es in seiner Funktion
als einen Baustein eines Satzes ansehen.
Um es als Wortart zu kennzeichnen
bevorzuge ich den Begriff Partikel.

Gruß
Gunhild
Helmut Richter
2017-06-13 08:48:50 UTC
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Post by Gunhild Simon
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Gunhild Simon
Ein Adverb ist keine Wortart.
Versagst Du auch Adjektiven, Substantiven
und Verben diesen Titel?
Eben nicht.
Das sind Wortarten in eigentlichen Sinn.
Ein Adverb, Adverbium, zum Wort gehörig,
genauso wie ein Adverbiale,"das Adverbige",
bezieht sch nicht mit einem Endungsmerkmal
auf andere Satzglieder.
Ist nun Adverb und Adverbial(e) dasselbe, wenn es eine so einheitliche
Charakterisierung für beides gibt? Ich denke nein.

Ich habe es so gelernt und sehe keinen Grund, es für falsch zu halten:

"Adverb" (das Adverb, die Adverbien) ist eine Wortart so wie auch
Adjektiv, Substantiv und Verb, aber "Adverbial(e)" (das Adverbial, die
Adverbiale; oder: das Adverbiale, die Adverbialien) ist ein Satzglied so
wie auch Subjekt, Prädikat und Objekt.

Im Satz "Vorhin fuhr ein Auto schnell durch die Stadt" sind "vorhin",
"schnell" und "durch die Stadt" Adverbiale. "vorhin" ist ein Adverb,
"durch die Stadt" besteht aus Präposition, Artikel und Substantiv,
enthält also kein Adverb. Strittig ist nur, ob "schnell" ein Adverb oder
ein Adjektiv ist.

Meinung A: Aus dem Gebrauch im Satz erkennt man, dass es ein Adverb ist,
also ist es kein Adjektiv.

Meinung B: Es ist ein adverbiell gebrauchtes Adjektiv (also ein weder
attributiv noch prädikativ gebrauchtes), also kein Adverb.

Ich finde Meinung B weitaus schlüssiger. Adverbien sind dann nur solche
Wörter, deren einziger Gebrauch der als Arverbial ist, wie: heute, früh,
draußen, hinein, vielleicht, wieder.

Ich bin da in prominenter Gesellschaft. David Crystal schreibts ganz
ähnlich (http://www.davidcrystal.com/?id=3287, ..=2764).

Adverbien sind in jeder mir bekannten Sprache unveränderlich. Adverbiell
gebrauchte Adjektive sind auch unverändert, aber keineswegs immer frei
von Endungen oder Vorsilben, die ihren adverbiellen Gebrauch
kennzeichnen (en: -ly, fr: -ment, ru: -o). Dass sie im Deutschen oft
keine Endung haben, trägt zur Unterscheidung von Wortarten nicht viel bei.
--
Helmut Richter
Gunhild Simon
2017-06-13 10:09:48 UTC
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Post by Helmut Richter
Post by Gunhild Simon
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Gunhild Simon
Ein Adverb ist keine Wortart.
Versagst Du auch Adjektiven, Substantiven
und Verben diesen Titel?
Eben nicht.
Das sind Wortarten in eigentlichen Sinn.
Ein Adverb, Adverbium, zum Wort gehörig,
genauso wie ein Adverbiale,"das Adverbige",
bezieht sch nicht mit einem Endungsmerkmal
auf andere Satzglieder.
Ist nun Adverb und Adverbial(e) dasselbe, wenn es eine so einheitliche
Charakterisierung für beides gibt? Ich denke nein.
"Adverb" (das Adverb, die Adverbien) ist eine Wortart so wie auch
Adjektiv, Substantiv und Verb, aber "Adverbial(e)" (das Adverbial, die
Adverbiale; oder: das Adverbiale, die Adverbialien) ist ein Satzglied so
wie auch Subjekt, Prädikat und Objekt.
Im Satz "Vorhin fuhr ein Auto schnell durch die Stadt" sind "vorhin",
"schnell" und "durch die Stadt" Adverbiale. "vorhin" ist ein Adverb,
"durch die Stadt" besteht aus Präposition, Artikel und Substantiv,
enthält also kein Adverb. Strittig ist nur, ob "schnell" ein Adverb oder
ein Adjektiv ist.
Meinung A: Aus dem Gebrauch im Satz erkennt man, dass es ein Adverb ist,
also ist es kein Adjektiv.
Meinung B: Es ist ein adverbiell gebrauchtes Adjektiv (also ein weder
attributiv noch prädikativ gebrauchtes), also kein Adverb.
Ich finde Meinung B weitaus schlüssiger. Adverbien sind dann nur solche
Wörter, deren einziger Gebrauch der als Arverbial ist, wie: heute, früh,
draußen, hinein, vielleicht, wieder.
Ich bin da in prominenter Gesellschaft. David Crystal schreibts ganz
ähnlich (http://www.davidcrystal.com/?id=3287, ..=2764).
Adverbien sind in jeder mir bekannten Sprache unveränderlich. Adverbiell
gebrauchte Adjektive sind auch unverändert, aber keineswegs immer frei
von Endungen oder Vorsilben, die ihren adverbiellen Gebrauch
kennzeichnen (en: -ly, fr: -ment, ru: -o). Dass sie im Deutschen oft
keine Endung haben, trägt zur Unterscheidung von Wortarten nicht viel bei.
Ein Adverbiale kann durch ein Adverb ersetzt werden.
Als Satzglied sind dann beide Adverbalia.

Deshalb bezeichne ich eine Wortart, die durch ein Adverb repräsentiert wird, lieber als Partikel. Denn Partikeln sind all jene Wortarten, die
unveränderlich, also endungslos - mit Personalendung
oder GNK-Bezug - sind.

Ich habe früher auch immer Adverb als Wortart verstanden.

Ich weiß auch nicht, ob meine eigenwilligen
Überlegungen zutreffen.

Aber ich habe den Eindruck gewonnen, daß unter
Grammatikern diese Frage kontrovers bereits diskutiert wird.

Gruß
Gunhild
U***@web.de
2017-06-13 11:05:45 UTC
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Moin,
Post by Gunhild Simon
Post by Helmut Richter
Ist nun Adverb und Adverbial(e) dasselbe, wenn es eine so einheitliche
Charakterisierung für beides gibt? Ich denke nein.
"Adverb" (das Adverb, die Adverbien) ist eine Wortart so wie auch
Adjektiv, Substantiv und Verb, aber "Adverbial(e)" (das Adverbial, die
Adverbiale; oder: das Adverbiale, die Adverbialien) ist ein Satzglied so
wie auch Subjekt, Prädikat und Objekt.
Im Satz "Vorhin fuhr ein Auto schnell durch die Stadt" sind "vorhin",
"schnell" und "durch die Stadt" Adverbiale. "vorhin" ist ein Adverb,
"durch die Stadt" besteht aus Präposition, Artikel und Substantiv,
enthält also kein Adverb. Strittig ist nur, ob "schnell" ein Adverb oder
ein Adjektiv ist.
Meinung A: Aus dem Gebrauch im Satz erkennt man, dass es ein Adverb ist,
also ist es kein Adjektiv.
Meinung B: Es ist ein adverbiell gebrauchtes Adjektiv (also ein weder
attributiv noch prädikativ gebrauchtes), also kein Adverb.
Ich finde Meinung B weitaus schlüssiger. Adverbien sind dann nur solche
Wörter, deren einziger Gebrauch der als Arverbial ist, wie: heute, früh,
draußen, hinein, vielleicht, wieder.
Ich bin da in prominenter Gesellschaft. David Crystal schreibts ganz
ähnlich (http://www.davidcrystal.com/?id=3287, ..=2764).
Adverbien sind in jeder mir bekannten Sprache unveränderlich. Adverbiell
gebrauchte Adjektive sind auch unverändert, aber keineswegs immer frei
von Endungen oder Vorsilben, die ihren adverbiellen Gebrauch
kennzeichnen (en: -ly, fr: -ment, ru: -o). Dass sie im Deutschen oft
keine Endung haben, trägt zur Unterscheidung von Wortarten nicht viel bei.
Ein Adverbiale kann durch ein Adverb ersetzt werden.
Als Satzglied sind dann beide Adverbalia.
Deshalb bezeichne ich eine Wortart, die durch ein Adverb repräsentiert wird, lieber als Partikel. Denn Partikeln sind all jene Wortarten, die
unveränderlich, also endungslos - mit Personalendung
oder GNK-Bezug - sind.
Ich habe früher auch immer Adverb als Wortart verstanden.
Ich weiß auch nicht, ob meine eigenwilligen
Überlegungen zutreffen.
Verlieren bei Dir im Deutschen Adjektive ihre
Adjektiveigenschaft durch prädikativen Gebrauch?

Gruß, ULF
Gunhild Simon
2017-06-14 08:20:32 UTC
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Post by U***@web.de
Moin,
Post by Gunhild Simon
Post by Helmut Richter
Ist nun Adverb und Adverbial(e) dasselbe, wenn es eine so einheitliche
Charakterisierung für beides gibt? Ich denke nein.
"Adverb" (das Adverb, die Adverbien) ist eine Wortart so wie auch
Adjektiv, Substantiv und Verb, aber "Adverbial(e)" (das Adverbial, die
Adverbiale; oder: das Adverbiale, die Adverbialien) ist ein Satzglied so
wie auch Subjekt, Prädikat und Objekt.
Im Satz "Vorhin fuhr ein Auto schnell durch die Stadt" sind "vorhin",
"schnell" und "durch die Stadt" Adverbiale. "vorhin" ist ein Adverb,
"durch die Stadt" besteht aus Präposition, Artikel und Substantiv,
enthält also kein Adverb. Strittig ist nur, ob "schnell" ein Adverb oder
ein Adjektiv ist.
Meinung A: Aus dem Gebrauch im Satz erkennt man, dass es ein Adverb ist,
also ist es kein Adjektiv.
Meinung B: Es ist ein adverbiell gebrauchtes Adjektiv (also ein weder
attributiv noch prädikativ gebrauchtes), also kein Adverb.
Ich finde Meinung B weitaus schlüssiger. Adverbien sind dann nur solche
Wörter, deren einziger Gebrauch der als Arverbial ist, wie: heute, früh,
draußen, hinein, vielleicht, wieder.
Ich bin da in prominenter Gesellschaft. David Crystal schreibts ganz
ähnlich (http://www.davidcrystal.com/?id=3287, ..=2764).
Adverbien sind in jeder mir bekannten Sprache unveränderlich. Adverbiell
gebrauchte Adjektive sind auch unverändert, aber keineswegs immer frei
von Endungen oder Vorsilben, die ihren adverbiellen Gebrauch
kennzeichnen (en: -ly, fr: -ment, ru: -o). Dass sie im Deutschen oft
keine Endung haben, trägt zur Unterscheidung von Wortarten nicht viel bei.
Ein Adverbiale kann durch ein Adverb ersetzt werden.
Als Satzglied sind dann beide Adverbalia.
Deshalb bezeichne ich eine Wortart, die durch ein Adverb repräsentiert wird, lieber als Partikel. Denn Partikeln sind all jene Wortarten, die
unveränderlich, also endungslos - mit Personalendung
oder GNK-Bezug - sind.
Ich habe früher auch immer Adverb als Wortart verstanden.
Ich weiß auch nicht, ob meine eigenwilligen
Überlegungen zutreffen.
Verlieren bei Dir im Deutschen Adjektive ihre
Adjektiveigenschaft durch prädikativen Gebrauch?
Ich sehe das so:

Wir bewegen uns hier zwischen Syntax und Wortart.

Ein Adjektiv zeichnet sich durch Veränderbarkeit aus.
Es wird attributiv gebraucht.
Dann ist es steigerbar und kongruiert in dieser
Funktion immer noch mit seinem Beziehungswort.

Es gibt den prädikativen Gebrauch eines Adjektivs.
Da ist für mich eine Deskription.

Und dann gibt es das Prädikativ, das durch ein
Adjektiv hergestellt wird.
Das empfinde ich als Funktion.

Entsprechendes gilt für das Prädikatsnomen.

Nomen ist die deskriptive Bezeichnung einer
grammatischen Kategorie, der Wortart.
Prädikatsnomen ist ein funktioneller Begriff -
für die Funktion des Substantivs im Satz.
Dann ist es ein Satzglied. Das ist ein
syntaktischer Begriff.

Gruß
Gunhild

Andreas Karrer
2017-06-13 11:31:46 UTC
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Post by Gunhild Simon
Ein Adverbiale kann durch ein Adverb ersetzt werden.
So erzeugst du eine Begriffsverwirrung. In allen mir bekannten
Grammatiken ist ein Adverb eine Wortart und ein Adverbila(e) ein
Satzglied. Man kann nicht das eine durch das andere ersetzen.
Post by Gunhild Simon
Als Satzglied sind dann beide Adverbalia.
Deshalb bezeichne ich eine Wortart, die durch ein Adverb repräsentiert wird, lieber als Partikel. Denn Partikeln sind all jene Wortarten, die
unveränderlich, also endungslos - mit Personalendung
oder GNK-Bezug - sind.
Das ist einfach eine Frage, welcher Art von Grammatik man anhängt. Man
kann natürlich nach Glinz alle rechtlosen Bauern, Leibeigenen,
Gaukler, Zigeuner und Geächtete, also alles, was nicht eine
"erstklassige" Wortart ist (Verb, Nomen, Adjektiv, Pronomen) unter
"Partikel" subsumieren.

Aber obs hilft? Denn der so erzeugte Auffangbehälter "Partikel"
enthält ja doch offensichtlich mehrere Dinge, die man gut und mit
Vorteil weiter aufgliedern kann.

Bei meinem Sohn ist das wohl nächstens im Gymnasium dran. In der
Grammatik, die er dort lernt, gibt es beispielsweise die Wortart
Artikel nicht, die werden zu den Pronomen gezählt; find ich jetzt
nicht zwingend. Mal sehen, was der Lehrerin zu Numeralia,
Interjektionen, Adverbien und Partikeln einfällt.

Das Gute daran ist, dass ich meinem Sohn zeigen kann, dass es nicht
*die* Grammatik gibt, sondern etliche Versuche, eine Sprache in Regeln
abzubilden; alle mit Vor- und Nachteilen.

- Andi
U***@web.de
2017-06-13 11:49:01 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Andreas Karrer
Bei meinem Sohn ist das wohl nächstens im Gymnasium dran. In der
Grammatik, die er dort lernt, gibt es beispielsweise die Wortart
Artikel nicht, die werden zu den Pronomen gezählt; find ich jetzt
nicht zwingend.
Ich finde es nahe an Mumpitz. Welches Substantiv stellvertreten
die vor dem Substantiv stehenden Artikel?

Wie handhabt man es mit dem Artikelsuffix einiger europäischer
Sprachen?

Gruß, ULF
Jakob Achterndiek
2017-06-13 12:01:49 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Andreas Karrer
Bei meinem Sohn ist das wohl nächstens im Gymnasium dran. In der
Grammatik, die er dort lernt, gibt es beispielsweise die Wortart
Artikel nicht, die werden zu den Pronomen gezählt; find ich jetzt
nicht zwingend.
Ich finde es nahe an Mumpitz. Welches Substantiv stellvertreten
die vor dem Substantiv stehenden Artikel?
Da habe ich allerdings den Verdacht, daß sich jemand an seinen
kleinen Latinus erinnert hat und daran, daß es z.B. einen Pro-log
und ein Post-skriptum gibt. Und also muß das Wort _vor_ dem Nomen
Pro-Nomen heißen und das dahinter - Da ist keins? Na, um so besser!
--
j/\a
Andreas Karrer
2017-06-13 12:16:23 UTC
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Raw Message
Post by Jakob Achterndiek
Post by U***@web.de
Moin,
Post by Andreas Karrer
Bei meinem Sohn ist das wohl nächstens im Gymnasium dran. In der
Grammatik, die er dort lernt, gibt es beispielsweise die Wortart
Artikel nicht, die werden zu den Pronomen gezählt; find ich jetzt
nicht zwingend.
Ich finde es nahe an Mumpitz. Welches Substantiv stellvertreten
die vor dem Substantiv stehenden Artikel?
Da habe ich allerdings den Verdacht, daß sich jemand an seinen
kleinen Latinus erinnert hat und daran, daß es z.B. einen Pro-log
und ein Post-skriptum gibt. Und also muß das Wort _vor_ dem Nomen
Pro-Nomen heißen und das dahinter - Da ist keins? Na, um so besser!
Es ist natürlich nicht so, dass sich die Lehrerin das so ausgedacht
hat, sondern es steht so im Lehrmittel, und so unüblich ist das nicht.
In der WP dazu:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wortart#Aufgabe_der_Wortart_Artikel

Eine Variante der Zehn-Wortarten-Lehre ist die Auffassung, nach der
der Artikel nicht als eigenständige Wortart, sondern als
Sonderform des Numerals (unbestimmter Artikel) bzw. des Pronomens
(bestimmter Artikel) angesehen wird.

Dass man ein/eine als Numerale ansehen kann, kann ich gut verstehen.
Aber die Einordnung von der/die/das? Als ein eine Art abgeschwächtes
Demonstrativpronomen? Sollte man eine Untarart Genus-Pronomen einführen?

- Andi
Jakob Achterndiek
2017-06-13 12:41:17 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Karrer
Es ist natürlich nicht so, dass sich die Lehrerin das so ausgedacht
hat, sondern es steht so im Lehrmittel, und so unüblich ist das nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wortart#Aufgabe_der_Wortart_Artikel
Eine Variante der Zehn-Wortarten-Lehre ist die Auffassung, nach der
der Artikel nicht als eigenständige Wortart, sondern als
Sonderform des Numerals (unbestimmter Artikel) bzw. des Pronomens
(bestimmter Artikel) angesehen wird.
Dass man ein/eine als Numerale ansehen kann, kann ich gut verstehen.
Aber die Einordnung von der/die/das? Als ein eine Art abgeschwächtes
Demonstrativpronomen? Sollte man eine Untarart Genus-Pronomen einführen?
Haben denn der Herr Gadler und seine Mitstreiter erklärt, welchen Nutzen
sie in ihrer Zuordnung sehen? Oder ist das einer der Versuche, durch
Klassifizierungs-Kunstgriffe eine Welt-Grammatik herauszudestillieren?
Daß sich so etwas nicht die Lehrer ausdenken, ist klar. Aber warum wird
das von den Großkopfeten in den Ministerien adaptiert? Glauben die, daß
das die "Kompetenz" in deutscher Sprache, sei es als Muttersprache oder
als Wahlbiotop-Jargon, fördert?
--
j/\a
U***@web.de
2017-06-13 16:28:38 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Jakob Achterndiek
Post by U***@web.de
Post by Andreas Karrer
Bei meinem Sohn ist das wohl nächstens im Gymnasium dran. In der
Grammatik, die er dort lernt, gibt es beispielsweise die Wortart
Artikel nicht, die werden zu den Pronomen gezählt; find ich jetzt
nicht zwingend.
Ich finde es nahe an Mumpitz. Welches Substantiv stellvertreten
die vor dem Substantiv stehenden Artikel?
Da habe ich allerdings den Verdacht, daß sich jemand an seinen
kleinen Latinus
Mit so etwas kann ich nicht dienen, allenfalls mit einem Latinum.
Post by Jakob Achterndiek
erinnert hat und daran, daß es z.B. einen Pro-log
Dabeiu hilft ein Graecum. https://de.wikipedia.org/wiki/Prolog_(Literatur)
Post by Jakob Achterndiek
und ein Post-skriptum gibt. Und also muß das Wort _vor_ dem Nomen
für das Nomen, https://de.wiktionary.org/wiki/Pronomen
Post by Jakob Achterndiek
Pro-Nomen heißen und das dahinter - Da ist keins? Na, um so besser!
Gruß, ULF
Stefan Ram
2017-06-13 13:15:39 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Ich finde es nahe an Mumpitz. Welches Substantiv stellvertreten
die vor dem Substantiv stehenden Artikel?
Man muß dann erst einmal nachlesen, was dort als
Definition von "Pronomen" verwendet wird. (Ich
komme jetzt gerade nicht dazu.)

Aber, wenn man schon keine "Artikel" mehr wünscht,
dann wäre es besser, diese durch den Begriff des
"Determinierers" zu ersetzen (was dann auch einige
Zahlenworte sein können.)

Die Schule sollten auf diesem Gebiet eher Bewährtes
unterrichten und nicht Experimentelles.
Helmut Richter
2017-06-13 14:55:43 UTC
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Post by Andreas Karrer
Aber obs hilft? Denn der so erzeugte Auffangbehälter "Partikel"
enthält ja doch offensichtlich mehrere Dinge, die man gut und mit
Vorteil weiter aufgliedern kann.
Nach dem schon hier von mir zitierten David Crystal ist doch "Adverb"
die Restmüllklasse (dustbin class), in die alle Wörter entsorgt werden,
die beim Sortieren übrigbleiben.
Post by Andreas Karrer
Bei meinem Sohn ist das wohl nächstens im Gymnasium dran. In der
Grammatik, die er dort lernt, gibt es beispielsweise die Wortart
Artikel nicht, die werden zu den Pronomen gezählt;
Das hat was, aber dann muss man es konsequent machen. Es gibt Pronomen,
die ein Substantiv begleiten (Demonstrativ- und Possessivpronomen), da
könnte man Artikel mit unterbringen. Personalpronomen ersetzen dagegen
ein Substantiv und haben daher eine ganz andere Funktion.
Post by Andreas Karrer
Das Gute daran ist, dass ich meinem Sohn zeigen kann, dass es nicht
*die* Grammatik gibt, sondern etliche Versuche, eine Sprache in Regeln
abzubilden; alle mit Vor- und Nachteilen.
--
Helmut Richter
U***@web.de
2017-06-13 16:33:28 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Helmut Richter
Post by Andreas Karrer
Aber obs hilft? Denn der so erzeugte Auffangbehälter "Partikel"
enthält ja doch offensichtlich mehrere Dinge, die man gut und mit
Vorteil weiter aufgliedern kann.
Nach dem schon hier von mir zitierten David Crystal ist doch "Adverb"
die Restmüllklasse (dustbin class), in die alle Wörter entsorgt werden,
die beim Sortieren übrigbleiben.
Post by Andreas Karrer
Bei meinem Sohn ist das wohl nächstens im Gymnasium dran. In der
Grammatik, die er dort lernt, gibt es beispielsweise die Wortart
Artikel nicht, die werden zu den Pronomen gezählt;
Das hat was, aber dann muss man es konsequent machen. Es gibt Pronomen,
die ein Substantiv begleiten (Demonstrativ- und Possessivpronomen),
gerne auch als Demonstrativ- und Possessivartikel bezeichnet,
Post by Helmut Richter
da
könnte man Artikel mit unterbringen.
Einstweilen möchte ich da für eine andere Klasse plädieren.

'Mein Fahrrad ist älter als Deines.'

Wo also ist das Pronomen? Keine Sorge, es ist ein(e)s
enthalten.
Post by Helmut Richter
Personalpronomen ersetzen dagegen
ein Substantiv und haben daher eine ganz andere Funktion.
Eine pronominale eben...

Gruß, ULF
Andreas Karrer
2017-06-13 17:03:22 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Richter
Post by Andreas Karrer
Aber obs hilft? Denn der so erzeugte Auffangbehälter "Partikel"
enthält ja doch offensichtlich mehrere Dinge, die man gut und mit
Vorteil weiter aufgliedern kann.
Nach dem schon hier von mir zitierten David Crystal ist doch "Adverb"
die Restmüllklasse (dustbin class), in die alle Wörter entsorgt werden,
die beim Sortieren übrigbleiben.
Post by Andreas Karrer
Bei meinem Sohn ist das wohl nächstens im Gymnasium dran. In der
Grammatik, die er dort lernt, gibt es beispielsweise die Wortart
Artikel nicht, die werden zu den Pronomen gezählt;
Das hat was, aber dann muss man es konsequent machen. Es gibt Pronomen,
die ein Substantiv begleiten (Demonstrativ- und Possessivpronomen), da
könnte man Artikel mit unterbringen. Personalpronomen ersetzen dagegen
ein Substantiv und haben daher eine ganz andere Funktion.
Ich hab jetzt das Grammatikbuch vorliegen. Die nehmen das System
von Hans Glinz und unterscheiden fünf hauptsächliche Wortarten:

- Flektierbar
- Konjugierbar -> Verb
- Deklinierbar
- festes Geschlecht -> Nomen
- kein festes Geschlecht
- Steigerungsformen -> Adjektiv
- nicht steigerbar -> Pronomen
- Nicht flektierbar -> Partikel

Da adverbiell gebrauchte Adjektive steigerbar sind, wird "laut" in "der
Vogel singt laut" unter den Adjektive eingereicht -- in meiner
Schulgrammatik war das ein Adverbi, das gleich lautete wie das
entsprechend Adjektiv.

Artikel fallen unter Pronomen. Diese werden so beschrieben:

"treten als Begleiter oder Stellvetrteter des Nomens auf"

und wie folgt unterteilt:

- Personal-
- Reflexiv-
- Possessiv-
- Demmonstrativ-
- Interrogativ-
- Bestimmter Artikel
- Relativ-
- Bestimmtes Zahlpronomen
- Unbestimmter Artikel
- Indefinit-

Alles andere wird unter Partikeln (auch "Restgruppe" genannt)
eingereiht, allerdings mit klassischen Unterabteilungen:

- Adverb
- Konjunktion
- Präposition
- Interjektion

Adverbien werden so beschrieben:

"sind unveränderbar. Da die Partikelgruppe sehr verschiedene
Wörter umfasst, werden die einzelnen Untergruppen oft nach dem
Ausschlussverfahren ermittelt. Das heisst, wenn eine Partikel keine
Präposition, Konjunktion oder Interjektion ist, muss es sich um ein
Adverb handeln."

Also auch eine Restmülldeponie.

Das ganze scheint mir nicht dumm, eher schlüssiger als die
traditionelle Einteilung in 10 Wortarten. Es sind ja eigentlich doch 8
Wortarten - die traditionellen 10 minus Artikel und Numerale -, nur
haben Adverb, Konjunktion, Präposition, Interjektion nicht den Status
einer vollwertigen Wortart, sondern sind Unterarten der Partikeln.




War mir nicht klar, dass Partikel in der Sprachwissenschaft f. ist. wwg.

- Andi
U***@web.de
2017-06-13 17:08:26 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Andreas Karrer
Ich hab jetzt das Grammatikbuch vorliegen. Die nehmen das System
Da adverbiell gebrauchte Adjektive steigerbar sind,
wird "laut" in "der
Vogel singt laut" unter den Adjektive eingereicht -- in meiner
Schulgrammatik war das ein Adverbi, das gleich lautete wie das
entsprechend Adjektiv.
Das Wort 'bestenfalls' ist gesteigert, aber nicht mehr steigerbar.
In welche Kategorie soll es gehören?
Post by Andreas Karrer
"sind unveränderbar. Da die Partikelgruppe sehr verschiedene
Wörter umfasst, werden die einzelnen Untergruppen oft nach dem
Ausschlussverfahren ermittelt. Das heisst, wenn eine Partikel keine
Präposition, Konjunktion oder Interjektion ist, muss es sich um ein
Adverb handeln."
Also auch eine Restmülldeponie.
Soll 'nein' dort Interjektion oder Adverb sein?

Gruß, ULF
Heinz Lohmann
2017-06-14 02:00:05 UTC
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Permalink
Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Andreas Karrer
"sind unveränderbar. Da die Partikelgruppe sehr verschiedene
Wörter umfasst, werden die einzelnen Untergruppen oft nach dem
Ausschlussverfahren ermittelt. Das heisst, wenn eine Partikel keine
Präposition, Konjunktion oder Interjektion ist, muss es sich um ein
Adverb handeln."
Also auch eine Restmülldeponie.
Soll 'nein' dort Interjektion oder Adverb sein?
Lt Duden 4 "Grammatik" (1998) gehört *nein* wie z.B. /nicht, keinesfalls
und weder - noch/ zu den Negationspartikeln (676) bzw.
Gesprächspartikeln wie z.B. /ja, hm, genau/ (672ff).

Bei den Partikeln selbst listet Duden 4 dann 4 Gruppen auf:
* Gradpartikeln
* Fokuspartikeln
* Modalpartikeln
* Gesprächspartikeln

Ist schon so ein bisschen Restmülldeponie, aber irgendwo müssen die
Wörter ja hin.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
Andreas Karrer
2017-06-13 11:03:05 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Richter
Adverbien sind in jeder mir bekannten Sprache unveränderlich. Adverbiell
gebrauchte Adjektive sind auch unverändert, aber keineswegs immer frei
von Endungen oder Vorsilben, die ihren adverbiellen Gebrauch
kennzeichnen (en: -ly, fr: -ment, ru: -o). Dass sie im Deutschen oft
keine Endung haben, trägt zur Unterscheidung von Wortarten nicht viel bei.
Adverbiell verwendete Adjektive werden zwar nicht dekliniert, sie sind
aber steigerbar, also auch auf eine Art flektierbar und somit sicher
nicht unveränderlich.

- Andi
Gunhild Simon
2017-06-14 07:55:40 UTC
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Raw Message
Am Dienstag, 13. Juni 2017 13:03:06 UTC+2 schrieb Andreas Karrer:

..
Post by Andreas Karrer
Adverbiell verwendete Adjektive werden zwar nicht dekliniert, sie sind
aber steigerbar, also auch auf eine Art flektierbar und somit sicher
nicht unveränderlich.
Ja, das stimmt zwar.
Aber gesteigert sind sie wiederum unveränderlich.

Die Steigerung erzeugt eine neue inhaltliche Konstellation im Satz, keine grammatische,
und damit sind sie ein _neues_ Adverb, finde ich.

Gruß
Gunhild
Stefan Ram
2017-06-12 22:43:27 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Gunhild Simon
Ein Adverb ist keine Wortart.
Versagst Du auch Adjektiven, Substantiven
und Verben diesen Titel?
»"Adverb" ist keine Wortart.«

ist offensichtlich falsch,
da "Adverb" eine Wortart /ist/.¹

/Ein/ Adverb wäre aber beispielsweise "schnell",
und "schnell" ist /keine/ Wortart.

(¹ abgesehen von spitzfindingen Interpretation wie:
»Das Wort "Adverb" ist nicht die Wortart selber,
sondern nur ihre Bezeichnung, so wie das Wort "Tisch"
kein Tisch ist.« - Diesen Einwand kann man aber auch
entkräften [Übungsaufgabe].)
Heinz Lohmann
2017-06-12 09:22:46 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Schellong
===============================================================
Einzig funktionierende Wassermühle in Deutschland.
Die einzig noch erhaltene voll funktionsfähige Wassermühle.
die Bockmühle der einzig vorkommende Windmühlentyp war.
===============================================================
Ich meine, hier muß es überall 'einzige' statt 'einzig' heißen.
Meine ich auch: *einzige* bezieht sich aufs Nomen.

1. Die einzige Wassermühle in D., die noch funktioniert.
2. Die einzige Wassermühle, die noch erhalten und voll funktionsfähig ist.
3. ... die Bockmühle der einzige Windmühlentyp war, der vorkam.
--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
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